In klassischer Stilisierung gedreht, bietet «Charlie’s Farm» alles, was der Trash- und Splatter-Fan liebt. Aussergewöhnliche Szenen lassen den Gore Fan jubeln und auch die Rollen könnten nicht besser besetzt sein. Dialoge und Geschichte muss man ja seit knapp 30 Jahren nicht mehr erklären, typischer Backwood-Slasher, kein aussergewöhnlicher Wurf, das sollte jedem klar sein, jedoch weiss der Film auf ganzer Linie das Schlachtfest auszukosten.

Charlie's Farm

In «Charlie’s Farm» bekommen wir nicht viel Neues geboten, mit Jason und Michael Meyers hat alles angefangen (goldene Zeiten waren das) und so wurde immer wieder eine neue Gestalt entworfen, die in den Backwoods ihr Unwesen treiben darf. Das macht Charlie hier nach einer Stunde klassischer Einführung, wirklich grossartig und grob zugleich. Den Charlie weiss, was Charlie will und so wird das 10 Negerlein Prinzip bis zum Ende durchexerziert. Das weiss zu unterhalten und kann visuell mit den Klassikern des Genres locker mithalten. Chris Sun, hat sein Ding voll durchgezogen. Schade aber, dass man sich heute nicht mehr die Zeit nimmt, um sich eine gute Story auszudenken.

Was diesen Slasher auch sehenswert macht ist der Hühne Nathan Jones als quiekender und komische Geräusche ausspeiender Charlie und die beiden Cameos von Bill Moseley und Kane Hodder. Gerade die Slasherikone Kane Hodder darf hier mal dankenswerterweise einen Guten abgeben, der aber gegen den noch grösseren Charlie chancenlos ist. Das wäre ihm als Jason oder auch Victor Crowley nicht passiert. Der Film wirkt etwas wie ein uninspirierter Hybrid aus «Wolf Creek», «Hatchet», «Wrong Turn» usw. und hat ausser einer wirklich geilen atmosphärischen Kulisse und ein paar schönen Effekten eigentlich nicht viel zu bieten. Von Regisseur Chris Sun hätte ich eigentlich nach «Daddy’s Little Girl» mehr erwartet. Und trotz alledem hat mich «Charlies Farm» im Grossen und Ganzen ordentlich unterhalten. Die letzte halbe Stunde hat es Goretechnisch wirklich in sich. Wenn das blutdürstige Urvieh, mit seiner imposanten Erscheinung das Schlachtfeld betritt, gibt es kein halten mehr. Wenig zimperlich entfaltet sich der kurze, aber hemmungslose Blutrausch!


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