Bounty Killer vermag positiv zu überraschen. Die ganze Optik des Film gefällt, die Story an sich ist auch recht nett und die Leistung der Darsteller ist solide aber keinesfalls herausragend. Christian Pitre und Matthew Marsden sind die Bounty Killer, Kopfgeldjäger und Autragskiller in einem. In einer post-apokalyptischen Zukunft sind sie die Helden der Menschheit. Alles in allem ein besserer B-Movie und durchaus sehenswert.
Diese Comicvorlage ist zwar nicht umwerfend, aber handwerklich ist der Film gar nicht so schlecht gemacht und auch die Optik weiss zu gefallen. Henry Saine schien Spass daran zu haben, sein Comic in Spielfilmlänge aufzubereiten. Der Film hat einen Hauch von «Mad Max», «Sin City», «Death Race» und auch einen kleinen Spritzer Quentin Tarantino. Leider nicht ansatzweise die Qualität. Genrefans werden trotzdem zufrieden sein, da der Film alle Trashwünsche befriedigt und Mary Death ist schön und blutig wie ein gutes Steak.
In den knapp 90 Minuten knallt das Drehbuch so viele Drehungen und Wendungen durch, wie nur guten Gewissens möglich sind, wenn man zwischen die ganzen Baller- und Showszenen auch ein paar Dialogszenen einbauen will, schliesslich muss es ja einen Grund für all die Jagd- und Metzelmomente geben. Alles ist schmutzigbraun und runtergekommen, das Blut spritzt in Fontänen, die nachträglich per CGI eingefügt wurden. Ganz grosses Kino geht natürlich anders, aber Bounty Killer ist ehrliches, unverhohlenes Schmuddelkino, ordentlich produziert und mit einem Drehbuch, dass alle Genreknöpfe drückt. Es gibt einen tolpatschigen Sidekick und seltsame Antagonisten und bevor das Geknutsche langweilig wird, schlägt jemand vor, man könne ja auch mal wieder auf ein paar Leute schiessen. Am Ende taucht dann auch noch Kristanna Loken auf und gibt die Femme fatale, auferstanden aus den Überbleibseln der amerikanischen Corporate World.
Grafik-Designer, Cutter, Special-Effects Mann, Regisseur und Drehbuchautor Henry Saine scheint ein vielseitiger Zeitgenosse zu sein. Nach dem von ihm mit entwickeltem Comic und dem gleichnamigen Kurzfilm, konnte er mit «Bounty Killer» sein Traumprojekt nun auch in Spielfilmlänge auf die Leinwand zaubern. Zwar ohne viel Budget und Zeit, aber dafür mit viel Enthusiasmus und augenscheinlichem Spass bei der Arbeit. Was draus geworden ist, ist ein reinrassiges «Guilty Pleasure» Erlebnis, ein reiner Unterhaltungsfilm, der sich selbst zu keiner Zeit Ernst nimmt. Der Film sieht zwar gewollt dreckig, doch trotzdem einfach gut aus. Vom Bus, vor den Motorräder wie Pferde gespannt sind, über die verfallenen Ruinen bis hin zu den Kostümen und Körperbemalungen der wilden Zigeuner fügt sich hier alles zu einer stimmigen, eigenständigen Welt zusammen.
Im Laufe der Zeit erfährt man die vergangenen Verknüpfungen ihrer Leben und der grundlegende Zusammenhalt der Helden wird sichtbar, trotz der ständigen Streitereien. Die gut aufgelegten Darsteller werden angeführt vom Engländer Matthew Marsden (Resident Evil: Extinction), der endlich wieder mal die Hauptrolle spielen darf, nachdem er sonst eher auf Nebenrollen in Grossproduktionen spezialisiert zu sein scheint. Er ist hier das liebenswerte Schlitzohr, der Beste in seinem Job, mit einer klaren Schwäche für seine Kollegin Mary Death. Die wiederum wird von Neuentdeckung Christian Pitre gespielt, die ihre Rolle aus der kurzen Version des Filmes wieder aufnimmt und deren Coolness, Sexiness und Killerinstinkt nur schwer zu überbieten ist. Wer wieder mal ein Live Action Videospiel in Filmform sehen möchte, wo coole Jungs und heisse Damen die Leinwand mit ihren Schusswaffen rot färben, wo keine Zeit zum Nachdenken bleibt und der Spassfaktor permanent hoch bleibt, der ist hier genau richtig.





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