Die Allmachtsfantasien der globalen Gesundheitsverwaltung sind zurück – dieses Mal nicht mit Pressekonferenz, sondern mit Zollcodes. Still, technisch, scheinbar harmlos. Die Weltgesundheitsorganisation hat gerade 38 neue Impfstoff-Tracking-Codes aktiviert. Nicht öffentlich gefeiert, nicht breit diskutiert, sondern elegant im Maschinenraum des Welthandels verankert. Ab Januar 2028 werden diese Codes Teil des international harmonisierten Systems. Klingt nach Excel, riecht aber nach Macht.
Offiziell geht es um «Notfallvorsorge». Inoffiziell um etwas viel Schöneres: Kontrolle, Übersicht, Zugriff. Gemeinsam mit der Welthandelsorganisation und der Weltzollorganisation baut die WHO das, was sie am liebsten mag: Infrastruktur. Denn wer Infrastruktur kontrolliert, kontrolliert Entscheidungen – ohne sie treffen zu müssen.
Die Storyline ist altbekannt. Transparenz. Effizienz. Gerechter Zugang. Diese Begriffe funktionieren hervorragend als moralisches Schmieröl. Tatsächlich entsteht ein globales Überwachungsnetz für Impfstoffe und zugehörige Produkte. Jede Dosis, jede Charge, jeder Grenzübertritt wird erfasst, kategorisiert, ausgewertet. In Echtzeit. Und natürlich landen die Daten dort, wo sie hingehören: bei der WHO.
Dafür gibt es sogar eine eigene Plattform mit wohlklingendem Namen: MI4A – Market Information for Access. Ein Peer-System, das Regierungen dazu bringt, ihre Einkaufsdaten, Lagerbestände, Lieferpläne und Prioritäten freiwillig abzuliefern. Wer impft was, wie viel, wann – und wo nicht. Widerstand wird damit nicht politisch bekämpft, sondern statistisch sichtbar gemacht. Sehr modern. Sehr effizient. Sehr sanft.
Während öffentlich von «gerechtem Zugang» gesprochen wird, entsteht im Hintergrund ein Instrument zur Feinsteuerung von Druck. Denn sobald klar ist, welche Länder zögern, abweichen oder sich Zeit lassen, kann man gezielt nachhelfen. Mit Empfehlungen. Mit Warnungen. Mit moralischem Nachdruck. Mit Notfallrhetorik. Niemand wird gezwungen – alle werden «ermutigt».
Besonders pikant ist der Zeitpunkt. Die USA entziehen der WHO offiziell Mittel, also demonstriert die Organisation ihre Unabhängigkeit. Nicht durch Reformen, sondern durch technokratische Expansion. Wer Geld verliert, holt sich Macht über Systeme. Und wer Systeme kontrolliert, braucht keine Budgets mehr, sondern Zustimmung durch Alternativlosigkeit.
Erinnern wir uns: In der letzten globalen Notlage half die WHO tatkräftig dabei, experimentelle Produkte als unverzichtbar zu erklären, Kritik zu marginalisieren und Fragen als gefährlich zu framen. Nebenwirkungen wurden relativiert, Langzeitdaten vertagt, Kinder gleich mitgedacht. Das war die Generalprobe. Jetzt kommt die Logistik.
38 Codes sind kein Verwaltungsupdate. Sie sind das Rückgrat einer permanenten Pandemie-Infrastruktur. Schienen, auf denen sich künftig jede globale Injektionskampagne bewegen kann – schneller, reibungsloser, lückenloser. Kein Land soll mehr unauffällig aussteigen können. Verzögerung wird sichtbar. Abweichung erklärungspflichtig.
Passend dazu laufen der neue Pandemie-Vertrag und die Anpassungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften. Mehr Autorität, weniger nationale Spielräume. Gesundheit wird zur globalen Verwaltungsaufgabe, Demokratie zur lästigen Randnotiz. Entscheidungen werden nicht mehr diskutiert, sondern codiert.
Natürlich heisst es, niemand wolle zwingen. Man wolle nur koordinieren. Man wolle nur vorbereiten. Man wolle nur helfen. Doch nach den letzten Jahren klingt das eher nach orwellschem Doppeldenk. «Gerechter Zugang» bedeutet in dieser Logik: gleiche Massnahmen, zur gleichen Zeit, mit gleicher Begründung – und möglichst wenig Widerspruch.
Die WHO träumt nicht von Heilung, sie träumt von Steuerbarkeit. Von einer Welt, in der Compliance messbar ist, Abweichung erklärbar und Widerstand frühzeitig erkennbar. Und Zollcodes sind dafür ideal. Sie wirken neutral. Technisch. Unpolitisch. Genau deshalb sind sie so gefährlich.
Informierte Entscheidung ist in diesem System kein Ziel, sondern ein Störfaktor. Je besser alles nachverfolgbar ist, desto einfacher wird es, Gehorsam als Vernunft zu verkaufen. Die WHO nennt das Vorsorge. Andere nennen es Machtfantasie im Kittel.
38 Codes. Ein globales Netzwerk. Und die feste Überzeugung, dass Gesundheit am zuverlässigsten funktioniert, wenn niemand mehr Nein sagen kann…

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