Album Review: Dawn Of Eternity – Guilty

Dawn Of Eternity“ sind eine deutsche Female-Fronted Metalband die sich dem Melodic Gothic Death Metal verschrieben hat und aus dem Ballungsraum Nürnberg stammt. Ihr Debüt-Album „Guilty“ vereint Melodic Death, naja, von „Death“ ist nicht so viel zu hören, ausser die Growls von Gitarrist Johannes Kittel und Gothic Metal. Musikalisch ist die Band zwar bestrebt schnell und etwas härter zu spielen, doch leider geht das Death-Gesamtpaket nicht wirklich auf. Irgendwie scheint der nötige Biss zu fehlen. Positiv ist die ungekünstelte Aufmachung der Scheibe. Es gibt keine überproduzierten Vocals oder Gitarren und auch das Schlagzeug klingt natürlich. Das ist heute nicht selbstverständlich bei Gothic-Metal-Bands, denn vor allem Bands aus den US&A haben jahrelang fast schon Popsound abgeliefert. Das gibt es hier nicht. Hier klingt es nach Metal. Nach mehr Metal, als man erwartet.

Dawn Of Eternity - Guilty

Dawn Of Eternity“ wurden von der Sängerin Sara Seubert und Gitarrist Johannes Kittel als Nachfolgeband von „Buried Alive“ gegründet. Nachdem 2010 ihre Debüt EP „Catastrome“ erschien, spielte die Band deutschlandweit Konzerte unter anderem zusammen mit „Peragon“, „Gates of Dawn“, „Amorticure“, „Saint Astray“ und „Eden’s Decay“. Anschliessend arbeiteten „Dawn of Eternity“ an ihrem Debütalbum „Guilty“. Bereits 2013 war ein Grossteil der Musik sowie einige Gesangsparts aufgenommen. Sängerin Sara Seubert wollte aber ein Maximum aus ihrer Stimme herausholen und so dauerte es schliesslich bis zum Februar 2014, das „Guilty“ veröffentlicht werden konnte. Anschliessend waren „Dawn of Eternity“ unaufhörlich auf Tour und supporteten zum Beispiel im Oktober 2014 die Speed Metaller „Lord Volture“ auf einem Event in Blatná, Tschechien.

Dawn Of Eternity Band

„Guilty“ besticht durch eine härtere Gangart und zum Melodic Death Metal gesellen sich Sara Seuberts Stimme und die brachialen Growls von Johannes Kittel. Hier spielt eine Band der man von der ersten bis zur letzten Sekunde die Energie, das Herzblut und die Spielfreudigkeit anmerkt. Doch „Guilty“ ist auch etwas langatmig. 16 Songs bringen über 75 Minuten Musik, doch leider fehlen die Ideen, um den Hörer solange bei Stange zu halten. Schnell stellt sich eine gewisse Monotonie ein und nach mehrmaligem Durchlauf auf dem Plattenteller ist man versucht, den Silberling anzuschieben, um zumindest so ein bisschen Dynamik zu erzeugen. Doch ist der Sound nicht nur etwas langweilig, an diversen Stellen klingt das Album unausgegoren. Sängerin und Pianistin Sara Seubert trifft gesanglich nicht jeden Ton und in den Übergängen bricht häufig ihre Stimme, was nicht allzu professionell wirkt. Sara setzt ihren Gesang für meinen Geschmack höher an, als es ihrer Stimmlage entspricht und wirkt so gekünstelt und gepresst.

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Dawn of Eternity -Amorticure (official music video)

Doch auch abseits des Gesangs bekleckern sich „Dawn Of Eternity“ nicht wirklich mit Ruhm. Technisch mag die instrumentale Seite des Albums ganz okay sein, aber zu oft wird auf ausgetrampelten Pfaden gewandelt. Auch hat die Band die Songs auf dem Album etwas ungeschickt angeordnet und nimmt sich so immer wieder selbst den Wind aus den Segeln. So bleibt vom anfänglichen Biss am Schluss kaum mehr etwas übrig. Sehr schade, denn das Bild, das „Dawn Of Eternity“ bei einigen Liedern zeichnen, hat schon was. Darauf könnte man gut aufbauen. „Dawn Of Eternity“ sind für eine Female-Fronted Gothic Metal Band nicht pathetisch und episch genug. Besser zur Geltung kommt Sara Seuberts Gesang wenn sie ihre Stimme von der Gothic-Leine lässt und „normaler“ singt, wie ansatzweise im Titeltrack „Guilty“, in der Halb-Ballade „Oceans“ oder im ruhigen Akustik-Track „Fire“. Für ein Melodic Death Metal Album fehlt „Guilty“ ganz klar der nötige Wumms, die Brutalität, die Gänsehaut-Melodien und auch die Growls.

Dawn Of Eternity Band

Schade, manche Tracks zünden einfach nicht und trotten gar gleichmässig vor sich hin. Positive Ausreisser gibt es insbesondere dann, wenn Schlagzeuger Torsten Ossowicki zu einigen Breaks und Polyrhythmen ausholt, wie etwa in „Cut Me Loose“, einem der besten Tracks auf dem Album. Im direkten Vergleich zur EP „Catastrome“ ist aber eine stetige Steigerung erkennbar, so dass bei einem stärkeren Kontrast der Musikstile und einer besseren Produktion durchaus Potenzial für ein gutes Nachfolgeralbum steckt. Warten wir die nächste Platte ab. Wer auf avantgardistische Musik und Melodic Death/Gothic Metal steht, ist hier gut bedient, denn einige Ansätze der Formation sind durchaus wegweisend, das grosse Problem der Platte ist einfach ihre Länge.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Ego
  2. Goodbye
  3. Cut Me Loose
  4. Amorticure
  5. Sing for Me
  6. Guilty
  7. Blind My Eyes
  8. No Emotions
  9. You Suck
  10. Oceans
  11. Fire
  12. Deluxe:

  13. The Storm
  14. Everytime
  15. Shame
  16. London
  17. My God My Foe
Album Review: Dawn Of Eternity - Guilty
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Tempo4
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Gesang4
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Substanz4
Produktion4
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Album Review: The Raven Age – The Raven Age

In der Metalszene ist Grossbritannien seit jeher bekannt als eine Region, die durch Klasse statt durch Masse besticht, wenn es um das künstlerische Potenzial seiner Bands geht. Gerade für Bands aus dem modernen, melodischen Sektor war die Insel über die letzten Jahre ein stetiger Hort für talentierte Newcomer – und „The Raven Age“ mit George Harris, dem Sohn von „Iron Maiden“ und „British Lion“ Bassist Steve Harris sind ein weiterer schlagkräftiger Beweis für diese Behauptung.

The Raven Age - The Raven Age

Im Jahr 2009 fanden sich die beiden Gitarristen Dan Wright und George Harris zusammen und hatten die Vision von einer Band, die zeitgenössische, harte Musik mit kraftvollen, melodischen Gesang verbindet, um einen epischen und einzigartigen Sound zu kreieren. Daraus entstand „The Raven Age„, eine Melodic Metal-Band aus London besteht aus Michael Burrough (Gesang), Matt Cox (Bass), Jai Patel (Drums) und wie gesagt Dan Wright und George Harris. Die fünf Freunde verbindet die Liebe zur harten Musik und sie alle teilen die Leidenschaft für das Songwriting.

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Uprising/Eye Among the Blind - The Raven Age

Seit dem Release ihrer selbstbetitelten Debüt-EP hat es die fünfköpfige Truppe in Windeseile geschafft, sich in Grossbritannien und weit darüber hinaus einen Namen zu machen. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, denn an der Gitarre überzeugt George Harris, der Sohn von Iron Maiden-Legende Steve Harris, davon, dass so ziemlich alles, was vom Harris-Clan musikalisch angefasst wird, über Hand, Fuss und Hit-Potenzial verfügt. Bei Live-Shows in Frankreich, Portugal, Spanien und selbst auf dem diesjährigen Sonisphere Festival konnten sie als Newcomer abräumen und speziell Fans der moderneren Metal-Schule überzeugen.

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The Death March - The Raven Age

Nach ihrem Release im Juli erreichte die Debüt-EP „The Raven Age“ Platz 1 der Amazon Hot New Releases Charts, Platz 16 der Top 100 Best Sellers in Rock & Metal und erlangte Airplays in Schwedens Rock Radio Nr.1 „Bandit Rock“. Beweis genug für das Potenzial der jungen Truppe und die richtige Einstimmung auf das erste Studioalbum der Band, welches im Sommer 2015 erscheinen soll. Man darf gespannt sein, bis dahin gilt es sich die Zeit mit der hervorragenden EP zu vertreiben, welche ihr hier in diesem Artikel probehören könnt. Klingt aus unserer Sicht hervorragend und äusserst vielversprechend. Die EP ist weltweit digital und in physischer Form über die Homepage der Band zu haben.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

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Angel In Disgrace - The Raven Age

Trackliste:

  1. Uprising
  2. Eye Among The Blind
  3. The Death March
  4. Angel In Disgrace
Album Review: The Raven Age - The Raven Age
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Tempo9
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Gesang9
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Album Review: Noctiferia – Pax

Seit mehr als 15 Jahren sind „Noctiferia“ aus Ljubljana einer der treibenden Kräfte der slowenischen Metalszene. Während dieser Zeit hat die Band, gegründet von Igor Nardin (Gitarre) und Uros Lipovec (Bass), bereits einige musikalische Wandlungen durchlebt, die der Band den Status eines Innovators in einer oft stilistisch festgefahrenen Metalszene verliehen haben. Die Slowenen haben sich 4 Jahre Zeit gelassen, um das kraftvolle Album „Death Culture“ hinter sich zu lassen und nun mit „Pax“ zurückzuschlagen. „Pax“ ist nicht so heftig, death-metallische-angehaucht wie sein Vorgänger, aber klar Industrial Metal und mit diesem Album zeigen uns „Noctiferia“ wie Industrial Metal im Jahr 2014 zu klingen hat.

Noctiferia - Pax

In den 15 Jahren haben „Noctiferia“ schon einige Methamorphosen bezüglich ihres Schaffens hinter sich. Der Stil der Band reicht vom Pagan Black Metal ihres 1997er Debüts „Baptism at Savica Fall“ zum technischen Death Black Metal auf „Per Aspera“ (2003) und vom vielfältigen Extrem-Metal auf „Slovenska Morbida“ (2006) zum auf „Death Culture“ (2010) präsentierten Industrial Metal. „Noctiferia“ haben also fast alles abgedeckt, was irgendwie stilistisch passte oder möglich war. Dies bedeutet auch, die Band entwickelt sich weiter und kopiert sich eben nicht selbst. Bis zum heutigen Tag hat diese Vielfalt der Band zahlreiche Live-Shows mit grossen Bands wie „In Flames“ und auf renommierten Festivals eingebracht und nun ist die Band bereit, ein neues Kapitel ihrer Historie aufzuschlagen. Wieder einmal schickt sich die Band an, eure Lautsprecher zu zertrümmern.

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NOCTIFERIA - GAGA PEOPLE (official lyric video)

„Noctiferia“ vereint auf „Pax“ geschickt sämtliche Stile und man kann es getrost als einen Angriff auf sein Nervenkostüm betrachten. Das Album ballert und wummert an jeder Ecke. Oft geht es mit feinsten Melodielines ans Eingemachte und kaum haben sich die Melodien festgesetzt, knallt einem infernalischer Industrial in die Rübe. Man kann schon von ausgefallener Kreativität sprechen, was „Noctiferia“ da ausleben, nein, zelebrieren. Irgendwie erinnert es teilweise an die ersten Taten von Peter Tägtgren mit „Pain“. Dennoch werden die Techno Einflüsse nicht so stark eingesetzt und man zehrt eher von einer „Hintergrundmusik“, welche aber nicht sinnlos mit plätschert, nein, das Kombinieren haben die Jungs wirklich drauf. Zu den zahlreichen Facetten, die auf einem Album weggeballert werden, gesellen sich Einflüsse aus dem Nu-Metal-Bereich als auch dem Elektro-Industrial-Touch der 1990er Jahre und militärisch-angehauchten Sound. Auf diese Art vereint man Fans von Samael, Meshuggah, Morbid Angel als auch Korn, Ministry und Laibach. Klingt durchdacht, enorm kreativ und bietet einen druckvollen Sound, mit einem heftigem Bass.

Noctiferia Band

Es ist grossartig zu sehen mit welcher Vehemenz die Herrschaften hier eine eigene Nische des Industrial gefunden haben. Gerade weil jede Scheibe der sechsköpfigen Formation anders klingt, scheint Entwicklung und künstlerische Freiheit die Devise zu sein und zwar ohne wenn und aber. Wer auf Bands wie Ministry, Laibach, neuere Samael usw. steht, macht mit diesem Album garantiert nix falsch. Aber Vorsicht, es rüttelt und schüttelt euch ordentlich durch und erst nach knapp 40 Minuten kann man der Nervenzentrifuge entrinnen. Anspieltipps sind „Gaga People“, „The Falsifier“, und „Su Maha Ghora“. Die Scheibe ist speziell und sollte mehrmals hintereinander konsumiert werden, um alle Feinheiten rauszuhören. Die Stücke haben viel Wiedererkennungswert und bieten quer durch den Gemüsegarten eine brillante Mischung aus rauen, wie auch klaren Soundfragmenten. Dies so zu vereinen, ohne dass es dabei zu unausgegoren klingt ist schwierig. Die Hürde haben aber „Noctiferia“ sehr gut gemeistert und so prügelt man einen Megatrack nach dem anderen raus.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Trackliste:

  1. Pax
  2. Sleeper Is Awake
  3. Gaga People
  4. Cellulite Of This World
  5. The Falsifier
  6. Su Maha Ghora
  7. Rudra The Roarer
  8. I Am You
  9. Wetiko
  10. Barai

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Album Review: Cycle Beating – The Age Of Depression

Mit „Cycle Beating“ begibt sich eine weitere junge Formation auf das aktuell recht angesagte Schlachtfeld moderner Death-/Thrash-Kapellen. Das deutsche Metal-Quartett lässt mit „The The Age Of Depression“ ihren durchweg brutalen und gleichzeitigen groovigen Thrash’n’Death-Erstling auf die Metalgemeinde los. „I Hate Myself“ sind die letzten Worte des zackigen Titelsongs und diese Aussage ist wegweisend für die Stimmung, die „Cycle Beating“ sehr erfolgreich transportieren. Herbe Enttäuschung und triste Atmosphäre überschatten das komplette Album. Was man da zu hören bekommt, reisst von Beginn an mit und lässt einem die vollen knapp 40 Minuten Spielzeit nicht mehr los.

Cycle Beating - The Age Of Depression

Diese junge Truppe kommt aus dem schönen Schwarzwald und hat sich dem Thrash Metal verschrieben, wobei man sich dankenswerterweise der heftigen und rohen Seite dieses Genres zugetan fühlt. „Cycle Beating“ haben sich 2012 gegründet, um eine Mischung aus Thrash, Groove Metal und Hardcore zu spielen und veröffentlichen schon zwei Jahre nach ihrer Gründung in Eigenregie ihr erstes Album namens „The Age Of Depression“. Kann man gerne in Eigenregie machen, wenn man etwas von der Materie versteht. Und die vier Jungs aus Lehr tun das offensichtlich, denn nicht nur sehen CD und Booklet sehr professionell aus, sondern auch an der Produktion gibt es wenig zu meckern. Da steckt ordentlich Power dahinter, auch wenn man darüber streiten könnte, ob die Vocals und die Gitarren noch einen Zacken stärker in den Vordergrund gemischt werden sollten. Wie auch immer, musikalisch machen „Cycle Beating“ keine Gefangenen und schnetzeln sich gnadenlos durch ihre zehn Songs. Neues gibt es wenig zu hören, dafür eine recht interessante Mischung aus „Pantera“, „Ektomorf“ und „Sick of it All“.

Cycle Beating Band

„Cycle Beating“ legen auch sehr viel Wert auf melodiöse Momente, man höre sich zum Beispiel „Burning Down The Bridge“ oder auch „254“ an. Diese eher sanfteren Passagen sind willkommene Pausen und verleihen der Musik zusätzliche Tiefe. Auf „The Age Of Depression“ wird mit einem bedrohlichen Streicher-Dark-Metal-Intro von anderthalb Minuten Länge inklusive Intro-Monolog und Soundeffekten gekonnt Atmosphäre aufgebaut und mit den Worten „This will be my last day…“ zum Titeltrack in ein headbangtaugliches, melodisches Thrash-Riff übergeleitet. Die Thrash-Heimat ist genauso wenig zu leugnen wie der Einschlag zum (Melodic) Death, das alles garniert mit dezentem, Core-esken Finish. „Cycle Beating“ haben einen Hang zur klassischen Melodiebildung, die sich durch viele der Gitarrenlines zieht. Die klassische Melodieführung wird auf metallischer Seite durch fies stampfende Thrash-Riffs ergänzt, die sich auch mal für einen Breakdown-Part nicht zu schade sind. Die Mischung stimmt, gerade die Saitenfront gibt vielen der neun Songs richtigen Ohrwurmcharakter.

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Cycle Beating -Burning down the Bridge-

Die schnellen Drumparts wirken gerade beim Titelsong fast schon behäbig und damit umso bedrohlicher. Schnelle 32stel, Doublebass, Blasts, Breakdowns, da sitzt jeder Schlag. Niklas Maier Beckenarbeit ist exzellent und die öfters zu hörenden ganz hohen Splashes sind eine Ohrenweide. Dagegen nimmt sich der Gesang schon fast langweilig aus. Growler Robert Wagner wagt sich die ganze Platte über nicht aus der einzigen Growling-Stimmlage heraus. Dies kann auch ein Stilmittel sein, jedenfalls verleihen die schmutzigen Vocals von Robert dem Sound einen angenehmen Old School-Touch. Der Refrain des Titelsongs, „This is the age of depression“, entfaltet aber gerade deswegen auch eine fast hypnotische Wirkung und bleibt noch lange im grauen Denkpudding hängen. Düster und melancholisch bleibt die Grundstimmung trotz der harmonischen Gitarren die ganze Zeit über, ohne in die Monotonie abzugleiten, dazu passen die Vocals auf jeden Fall.

Cycle Beating Band

Die Gitarristen und der Bass fallen erst beim zweiten Hinhören ins Gewicht. Dann fällt unweigerlich auf, dass Bassist Lars und die Gitarristen Kim und Robert sehr eingeschworen und stimmig agieren. „Cycle Beating“ werden nie hymnisch, setzen aber trotzdem eine stimmige Mischung aus harschen Riffs und warmen Melodiebögen ab. Dabei schwingt immer eine gewisse Melancholie mit und es gibt zahlreiche, sehr fein abgebremste und drückende Mosh-Momente. „Cycle Beating“ punkten mit der Tatsache, eine authentische Metalband zu sein, die Emotionen nicht mit Keyboard-Bombast oder gekünstelten Cleangesang transportiert, sondern schlicht mit den traditionellen Zutaten: Schlagzeug, Bass, Gitarre und Wut! Auch angenehm fällt auf, dass sich die vier Jungs nicht darauf beschränken, irgendwelche Gewalt-Exzesse in das Mirko zu gröhlen, sondern sich politisch und sozialkritisch zeigen. Das macht das Blättern durch das professionell aufgemachte Booklet gleich noch angenehmer.

Cycle Beating Logo

Moderner Metal ist heutzutage leider sehr austauschbar geworden, doch „Cycle Beating“ zeigen, dass man mit einem gut ausgenutzten Genremix noch überraschen kann. Denn da wo eine Thrash Metal Band an die Grenzen der Musikrichtung stösst oder eine Metalcore Band nicht mehr weiss, wie man moderne Einflüsse ohne Synthesizer stilisiert, hat das Quartett genau den richtigen Weg gefunden. So bekommt man mal eine tragende Melodie, mal holt man sich wie im Song „Burning Down The Bridge“ die Groove-geladene Gitarre aus dem Schrank oder verarbeitet Hardcore-Elemente im Song „No Regrets“. So kommt selten Langeweile auf und man kann nicht nur eine kleine Gruppe bedienen, sondern aus jeder Schublade einige. Es wäre interessant zu wissen, wer zum Text von „Who Do You Think You Are?“ inspiriert hat, denn hier vertonen die Thrasher die gnadenlose Rache an Menschen, denen man zu Unrecht vertraut hat. Den Song dürfen „Cycle Beating“ musikalisch gerne als Blaupause für die Zukunft verwenden, denn hier kommen wirklich alle Stärken der vier Musiker zu Geltung. Die Gitarre gibt uns moshbaren Stakkato, es gibt eine groovige, einprägsame Hook und eine wiederkehrende Gitarren-Lead, die hängenbleibt und schlichtweg geil ist.

Cycle Beating Band

„The Age Of Depression“ lädt zum gepflegten Headbangen ein. Die Groove-Metal- und Hardcore-Elemente im Sound der Badener hätten dabei gerne noch stärker betont werden dürfen. Die Band ist nicht auf pure Brutalität ausgelegt, sondern wirkt melodiös und durchdacht. Ich bin mir sicher, dass die Mucke auf der Bühne noch weitaus mehr knallt, als sie es auf dem Silberling ohnehin schon tut! „The Age Of Depression“ ist ein recht querschnittliches Werk aus Thrash, Death und etwas Core, das mit seinem düsteren Groove Anhänger jeder dieser Spielarten ansprechen wird. Ein anständiges Stück Metal mit ordentlichem Wums und „Cycle Beating“ ist eine Band mit Potential, die live sicher keinen unnötigen Schnack macht. „The Age Of Depression“ wird die Welt nicht revolutionieren, aber wer Lust hat, die Mähne durchzuschütteln, der sollte sich das Album kaufen!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Trackliste:

  1. Intro
  2. The Age Of Depression
  3. Burning Down The Bridge
  4. 254
  5. No Regrets
  6. Still Sober
  7. The Wrong Path
  8. Mass Corruption
  9. Who Do You Think You Are
  10. In My Darkest Dreams
Album Review: Cycle Beating - The Age Of Depression
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Album Review: Suborned – From Space

In thrash we trust! Und „Suborned“ stehen für Thrash Metal aus der Schweiz. Mit ihrer Debüt-EP „Hazardous Substances“ traten sie 2011 zum ersten Mal in das Licht der Öffentlichkeit und am 21. November dieses Jahres erschien ihr erstes Full Length Album „From Space“. Die Truppe wird angeführt von einer Dame namens Lucie Werlen, Raymond Weibel zupft den Bass, Valentin Mössinger die Gitarre und Stefan Häberli hämmert auf die Felle. Der Sound kann ohne Weiteres in Richtung „Destruction“, „Overkill“ oder „Legion of the Damned“ eingeordnet werden, doch „Suborned“ kopieren nicht einfach plump, sondern bringen sehr viele eigene Ideen und Arrangements in ihren Sound ein.

Suborned – From Space

Suborned“ wurden 2010 ins Leben gerufen und schnell fand man sich nach einigen erfolgreichen lokalen Liveshows im „Little Creek Studio“ (u.a. „Destruction“, „Fear My Thoughts“, „Pro-Pain“) wieder, um die Debut-EP „Hazardous Substances“ einzuspielen, welche in der Szene äusserst positiv aufgenommen wurde. Auf diesen ersten Schritt folgten weitere Erfolge im Livesektor und so konnte die Band heimische und ausländische Bühnen mit Bands wie „Destruction“, „Municipal Waste“ oder „Vader“ teilen. Im Anschluss begannen 2013 die Vorbereitungen für ihr erstes Full-Length Album „From Space“, welches wieder im „Little Creek Studio“ aufgenommen wurde. Nach dem Ausstieg ihres damaligen Drummers Remo wurde die Platte vom mehrmaligen Schweizer Drum-Champion Alain Ackermann eingespielt.

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Suborned - Sexolence

Mit „From Space“ knallen uns „Suborned“ ein Album mit viel Potential um die Ohren. Die junge Band hat sich dem Thrash Metal verschrieben, viel Innovatives kann man hier sicherlich nicht erwarten, aber das Kleeblatt um Frontfrau Lucie macht mächtig Druck und kann sich auf seine handwerklichen Fähigkeiten voll und ganz verlassen. Die Breaks werden von einer gut harmonierenden Rhythmusfraktion perfekt in Szene gesetzt und die Riffs haben absolut internationales Niveau. Auch die Vocals von Lucie fallen positiv auf und sind stimmlich irgendwo in der Gegend von Overkill’s Bobby und Destruction’s Schmier angesiedelt. Schön aggressiv, trotzdem dem Gesamt-Sound dienlich und gut in Szene gesetzt. Musikalisch haben sich die Vier dem Thrash Metal der alten Schule verschrieben und legen mit „Hit It“ auch gleich ordentlich los. Die Riffs klingen dabei angenehm räudig und auch die Produktion ist ganz im Sinne der musikalischen Ausrichtung. Erbarmungslos wird nach vorne geprescht, gitarrentechnisch adäquat geschreddert von Valentin Mössinger.

Suborned – Band

Der anschliessende Titeltrack „From Space“ setzt diesen Weg konstant fort und ergänzt das Klangbild mit einem typischen Speed Metal Riffs der 80er Jahre. Starker Einstieg und das Geschoss schlecht hin! Eingeleitet mit einer genialen Leadgitarre, einer Melodie, die ein paarmal im Song regelrecht zelebriert wird, entpuppt sich dieser Song ganz automatisch zum Highlight des Albums. Bei den Tracks „Sexolence“ und „My Steps“ gibt sich sogar kein Geringerer als Meister Schmier persönlich die Ehre. Erst genannter Song ist absolut super und tönt schon richtig ausgereift, während er in machen Passagen gar virtuos erscheint. Was für eine Komposition! Mit „Under the Yoke“ haben Suborned gleich noch einen fetten Thrasher auf dem Album, mit dem man dieses Langeisen wohl jedem Genre-Liebhaber schmackhaft machen kann. Man höre auch den Midtempo-Stampfer „Bitch“ mit herrlich gossenartigem Refrain. Schmutzig und anrüchig – Mensch Lucie, wie kannst du nur?! Bei „My Step“ fehlen etwas die Ideen. Diese scheinen „Suborned“ leider zum Ende hin etwas ausgegangen zu sein.

Vorschaubild
Suborned - From Space

Die Quintessenz liegt bei diesem Album eindeutig auf Schnelligkeit und „Voll auf die Fresse“, doch zwischendurch wird auch mal etwas der Fuss vom Gas genommen und mit Slo-Mo Riffs gearbeitet. „Suborned“ haben mit „From Space“ eine flotte Sohle aufs Parkett gelegt. Der Mix aus netten musikalischen Ideen und Kompromisslosigkeit kann voll und ganz überzeugen, Anleihen an Overkill, Destruction und ab und an auch Slayer sind den Schweizern dienlich und fallen absolut nicht negativ ins Gewicht. Im Vergleich zur EP hat man stark an den Ohrwurmqualitäten der Songs gefeilt und beispielsweise mit „Bitch“ und „Under The Yoke“ zwei echte Live Granaten im Repertoire. Ansonsten sind die Songstrukturen glücklicherweise weiterhin keinesfalls einfallslos, sondern mit vielen Details gespickt. Leider kann der Gesang nicht immer mit der starken Instrumentalfraktion mithalten. In den Refrains mag dieser Aspekt aufgrund des Einsatzes von Gangshouts nicht auffallen, aber in den Strophen ist es ganz deutlich zu merken. Speziell in „Simply Darwin“ und „My Step“ fällt auf, dass Shouterin Lucie sich enorm anstrengen muss um mit dem Rest mithalten zu können und ihr teilweise etwas die Puste ausgeht.

Suborned – Band

Fazit zu „From Space“: Fabelhaftes Gewitter – die Ausserirdischen sind gelandet! Die Weichen sind gestellt, das Konzept passt und die Hausaufgaben sind ebenfalls erledigt. Durch etwas mehr Abwechslung und eine solide Live-Performance sollte in Zukunft noch einiges mehr von „Suborned“ zu Hören sein. Eine interessante Scheibe, die auch noch Luft nach oben lässt, wenn man zum Beispiel an den Vocals arbeitet, ist noch Einiges drin! Produzent V.O. Pulver (manchem vielleicht noch von Poltergeist oder GurD bekannt) hat in seinen Little Creek Studios einen angemessenen Sound geschmiedet, der für Thrash-Verhältnisse absolut keine Wünsche offen lässt. Thrasher sollten die Band unbedingt mal checken. Wer Thrash Metal im Blut hat, wird hier anständig die Rübe trashen.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Hit It
  2. From Space
  3. Sexolence
  4. Bitch
  5. Under The Yoke
  6. Hazardous Substance
  7. Simply Darwin
  8. Demon
  9. My Step

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Album Review: Die Ich-Show – Lärmatron

Bei diesem Bandnamen erwartet man Punkrock, doch die vier LÄRMenden Mannen aus Norddeutschland möchten nicht in eine Schublade gesteckt werden, sondern haben es sich vielmehr zur Aufgabe gemacht, jeden Verstärker zum Glühen zu bringen. Bei „Lärmatron“ wird auf deutsche Sprache gesetzt und als Stilgebräu kommt nahezu zu gleichen Teilen Hardrock, Heavy Metal, sowie einer guten Portion Rotz- und Punkrock zum Zuge. „Lärmatron“ geben Gas und nach vier Jahren und ein paar Besetzungswechseln nach der EP „Ab durch die Mitte“, kommt jetzt 2014 das erste Album raus. Eine starke Scheibe, auf welcher die Jungs aus Oldenburg die Gitarren rauchen lassen und so richtig losbrettern.

Die Ich-Show - Lärmatron

Die Norddeutschen machen ihrem Namen alle Ehre. Wenn das Wort „Lärm“ in der Regel eher negativ behaftet ist, so bezieht es sich in diesem Fall jedoch vielmehr auf ungezügelte Power und Rock bis zum Abwinken. Fette Gitarren und der kraftvolle Gesang von Pat machen so richtig Dampf und kommt schön erfrischend daher. „Lärmatron“ haben zwar nicht das Rad neu erfunden, aber das muss ja auch nicht unbedingt immer krampfhaft gesucht werden. Die Jungs haben sich Ende 2007 im niedersächsischen Oldenburg zusammen gefunden und bereits zwei Jahre später veröffentlichte das Quartett seine erste EP „Ab durch die Mitte“. Nun liegt mit „Die Ich-Show“ ein neuer Silberling der Truppe vor. Musikalisch absolut gut eingespielt, harte Beats und gekonnte Gitarrenriffs dominieren das Gesamtbild, ohne dabei den Gesang unterzubuttern. Ungewöhnlich für diese Art der Musik sind die klaren und deutlichen Vocals, kein Grunzen oder Geschrei, beinahe schon etwas zu nett, aber eben nur beinahe. Um so länger die CD läuft, um so mehr findet man sich in den Stil der vier Jungs ein.

Die Ich-Show - Lärmatron

Das Hardrock und Metal mit deutschsprachigen Texten funktionieren kann, haben im Laufe der Zeit schon einige Bands bewiesen, trotzdem kann es eine Weile dauern, bis man sich an „Die Ich-Show“ gewöhnt hat und anfangen kann, die Scheibe zu geniessen. Der Energielevel ist durchwegs hoch und die handwerkliche Kompetenz an den Instrumenten gegeben. „Lärmatron“ werden vor allem live für Vergnügen zu sorgen im Stande sein und auch auf Tonkonserve verfehlt diese Scheibe ihre Wirkung nicht, im Gegenteil. Der Titel „Die Ich-Show“ wurde gewählt, weil er für einen Standpunkt gegen die Nachteile einer digitalen und für die Vorteile der analogen Welt steht. Der gleichnamige Song setzt sich mit dem Thema von der tagtäglichen „Show“ auseinander, die uns in sozialen Netzwerken entgegen springt. Eine Show, bei der es viele Verlierer gibt, die es zuvor nicht gegeben hat. Es ist aber auch eine Show derer, die es bereits vorher waren und denen es in letzter Konsequenz trotz aller Fassade für sich selbst nicht gelingen wird, plötzlich Gewinner zu sein. Das Gegenteil ist der Fall: sie verlieren sich in einer virtuellen Welt in der sie wichtig sind, in der sie beliebt sind und verpassen es dabei wirklich im Leben anzukommen. Beim Schreiben dieses Songs hatte Pat eine ganz bestimmte Person vor Augen – also eine echte Person, die es in der Tat (im Song stark überzeichnet) im wirklichen Leben gibt.

Lärmatron

„Die Ich-Show“ ist also weder egozentrisch, narzisstisch oder gar selbstdarstellerisch, sondern hat einen ganz anderen Hintergrund. Auch sonst findet der „Lärmatron“-Sänger im Alltag Inspiration für seine Lyrics: „Die Songs sind immer wieder in Anlehnung an persönliche Erfahrungen, Eindrücke und Gefühle gekoppelt und werden vermischt mit Träumen, Wunschdenken, Vorstellungskraft und Phantasie. Gepaart mit eingängigen Melodien und kraftvollen Klängen werden sie zu dem Stoff, aus dem Rockmusik gemacht wird.“ Nein, Pause machen oder mal Durchatmen ist nicht unbedingt die Sache von „Lärmatron“. Da geht es kompromisslos geradeaus nach vorne und mit Vollgas direkt aufs Trommelfell! „Puls“ ist ein Song, indem es um den berühmten „falling guy“ Richard Drew geht, der sich im brennenden World Trade Center für den Freitod entschieden hat. Es ist ein Song, der auf dem Mist des Gitarristen Andie Gitarre gewachsen ist und zu dem Pat den passenden Text nach Andie’s Vorstellungen verfasst hat. „Haar im Mund“ ist eine relativ düstere Ballade, die auf einer wahren Begebenheit basiert. Auch den Wechsel zwischen ruhigen Passagen und den verzerrten Gitarren schaffen „Lärmatron“ nahtlos.

Mit „Die Ich-Show“ haben Lärmatron eine starke Scheibe abgeliefert. In wie weit sich die Truppe damit von anderen, vergleichbaren Bands absetzen können, vermag ich nicht zu deuten, aber die knappe Stunde Musik macht richtig Spass. Das aus dem Raum Oldenburg stammende Quartett lässt es so richtig rockend krachen und es ist praktisch jeder Song hörenswert! Unterm Strich aber eher eine Scheibe für Freunde des punkigen Rockmetals als für eingefleischte Metaller. Das Cover des Albums ist äusserst Gelungen und im Booklet gibt es obendrauf noch alle Texte. Antesten sollte für jeden Freund des härteren Deutschrock Pflicht sein und falls euch blosse Worte nicht überzeugen, habt ihr hier die Möglichkeit in das Album reinzuhören.

Tracklist:

  1. Pole Position
  2. Hollywood
  3. Krawattenarmee
  4. Die letzte Flasche
  5. Dieser Moment
  6. Weg von hier
  7. Die Ich-Show
  8. Wunderbare Jahre
  9. Puls
  10. Bube, Dame, König
  11. Haar im Mund
  12. Für immer jung

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Album Review: Nitrogods – Rats and Rumours

Das zweite Album einer Band ist oft eine Herausforderung, da die Fans hohe Erwartungen stellen und man als Künstler gerne mal vor der Entscheidung steht: Gefallen wollen oder überraschen? In Zeiten zunehmender digitaler Anonymität und vermeintlich keimfreier Perfektion hat das Hannoveraner/Stuttgarter Rock’n’Roll-Trio Nitrogods einen zwar mühsameren, aber auf lange Sicht künstlerisch befriedigenderen Weg gewählt. Ihre Songs erfüllen keine Kriterien von absoluter Klangreinheit, spielerischer Unversehrtheit oder klinischer Sterilität. Ganz im Gegenteil: Bewusst wurde ihr zweites Studioalbum „Rats And Rumours“ in einem Tonstudio mit analoger Technik aufgenommen, in dem Phänomene wie Spulenwechseln und regelmässiges Tonkopfsäuberungen zum Tagesgeschäft gehören. Keine Frage: Aufnahmeprocedere und Bandphilosophie auf „Rats And Rumours“ passen perfekt zu den Nitrogods. Und das Album schiesst sowas von dermassen durch die Decke, dass es eine wahre Freude ist!

Nitrogods – Rats and Rumours

Mit dem Debutalbum „Nitrogods“ brachten die drei Musiker bereits etwas auf den Markt, was zwar nicht einmalig ist, jedoch kaum einzuholen. Um mit der zweiten Scheibe mithalten zu können, mussten sich die Nitrogods also kräftig ins Zeug legen. Gitarrist Henny Wolter dazu: „Wir sind überzeugte Vintage-Freaks und haben wirklich jede Sekunde genossen, auf einer altehrwürdigen 24-Spur-Bandmaschine aufzunehmen. Natürlich ist eine solche Produktion weitaus aufwändiger und mühsamer, denn man kann nicht einfach ganze Passagen per Copy&Paste-Funktion hin und her schieben, sondern muss seine Songs auch wirklich komplett draufhaben. Wenn man sich mal verspielt hat, fängt man halt jedes Mal wieder ganz von vorne an. Aber genau das ist ja auch die spannende Herausforderung einer solchen Produktion, bei der man am Ende mit einem echten Rock’n’Roll Sound belohnt wird.“

Nitrogods – Band

Mehr als ein Dutzend neue Songs hat die Band von Henny Wolter, Sänger/Bassist Oimel Larcher und Schlagzeuger Klaus Sperling aufgenommen, einige davon kennen die Fans der Band bereits aus den Konzerten. Wolter erklärt uns dazu: „Direkt nach der Veröffentlichung unseres Debütalbums vor zweieinhalb Jahren haben wir sofort wieder angefangen, neue Songs zu schreiben. Deshalb konnten wir Stücke wie ‚Back Home‘, ‚Nitrogods‘ oder ‚Whiskey Supernova‘ auch bereits in unseren Shows vor Publikum auf Herz und Nieren prüfen.“ Insgesamt findet man auf dem neuen Album 13 Stücke, mit denen die stilistischen Direktiven des Erstwerks fortgesetzt werden, die dabei aber gleichzeitig variantenreicher und hörbar vielschichtiger ausgefallen sind. Auch anno 2014 sind die Vorbilder der Nitrogods bei weitem nicht ausschliesslich im Hard&Heavy-Bereich zu finden, sondern erstrecken sich über die gesamte Szenerie der Rockmusik. „Wir lieben alles von Status Quo über Motörhead, Stray Cats, Clash bis zu AC/DC“, gibt Wolter zu, „und aus genau dieser Mischung setzen sich auch unsere Songs zusammen. Uns ist klar, dass wir damit das Rad nicht neu erfinden werden, aber immerhin bereifen wir es ordentlich.“

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NITROGODS - "Rats and Rumours" (Official Video)

„Rats And Rumours“ beginnt mit einer typischen Nitrogods-Nummer und ist eine Verneigung vor Motörhead der frühen 80er. Hell yeah, sowas gefällt! „Irish Honey“ erinnert entfernt an „London Calling“ von The Clash, denn da wird äusserst gelungen auf Nitrogods-Art dem Rockabilly gehuldigt. Der Song „Automobile“ lotet die Schnittmenge zwischen Metal und Rockabilly noch offenkundiger aus und auch der Track „Nitrogods“ wird von rauem Rock’n’Rockabilly-Feeling diktiert. Hier lebt Henny im Gesang sein Leidenschaft zum Sleeze aus und ahmt mit dieser Spielart die Motorgeräusche eines, na sagen wir mal V8, nach, der hochtourig auf der Strasse beschleunigt. „Nothing But Trouble“ ist ebenfalls eine typische Henny Wolter-Nummer, hört man ihn doch abermals singen und der Stil ist schön dreckig und angepisst, aber ohne die whiskygeschwängerte Schwärze von Oimels Stimme.

Nitrogods

Die Nummer „Ramblin` Broke“ bezeichnet Wolter als Blues-Ausreisser: „Das Stück hat im Grunde genommen mit Heavy Metal nichts zu tun, sondern hätte in dieser Form auch von John Fogerty oder Creedence Clearwater Revival stammen können.“ Der Song erinnert entfernt an Tito & Tarantula und deren Auftritt im Kultmovie „From Dusk Till Dawn“. Kurz und schmerzlos fällt der Song „Dirty Old Man“ aus und mit „Damn Right (The Call It Rock’n Roll)“ und „Back Home“ nimmt dann die Geschwindigkeit wieder kräftig Fahrt auf. Eine grossartige Biker-Nummer ist „BMW“, der so nur von einem echten Biker, so wie Oimel einer ist, stammen kann. Der Sound des Albums klingt wunderbar und man hat das Gefühl die Musiker vor sich spielen zu sehen. Beim CD-Cover hat man sich am Stil der ersten Scheibe orientiert. So darf der Schädel wieder mit Helm und Helmbrille die Front des Albums zieren.

Nitrogods – Band

Die Nitrogods zeigen allen Skeptikern des ersten Albums ihre sechs Mittelfinger und gehen den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Mit „Rats And Rumours“ beweist die Band stilistische Bandbreite, die Songs haben Ohrwurmcharakter und man merkt den ‚Gods den Spass an, die Stilelemente anderer Richtungen mit einzuflechten und ihren eigenen unverwechselbaren Stil daran wachsen zu lassen. Allgemein ist „Rats And Rumours“ etwas abwechslungsreicher als die 2012 erschienene CD. So ist zum Beispiel der Stil und die Stimme bei „Nothing But Trouble“ eher beim 70th Hard Rock angelehnt, als beim sonstigen eher Rock’n’Roll lastigen Rest. Thematisch bedient man sich sämtlichen Klischees, wo „Irish Honey“ und „Whiskey Supernova“ eine Hommage an das „Wasser des Lebens“ ist, geht es bei anderen Songs um Autos, Ehre und jede Menge Nitro! Nitrogods klingen richtig schön rotzig und wer die Debütplatte mochte oder mal wieder schön dreckigen Hard Rock mit Rock’N’Roll-Allüren hören möchte, der wird hier seinen Spass haben. „Rats And Rumours“ ist die perfekte Scheibe für die Autofahrt und einen netten Abend mit Kollegen. Wer also was sucht das wirklich derbe rockt kann hier getrost zuschlagen.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

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NITROGODS - "Rats and Rumours" (Official Album Trailer)

Tracklist:

  1. Rats & Rumours
  2. Got Pride
  3. Irish Honey
  4. Automobile
  5. Damn Right (They Call It Rock’n Roll)
  6. Nothing But Trouble
  7. Back Home
  8. Dirty Old Man
  9. Ramblin‘ Broke
  10. BMW
  11. Lite Bite
  12. Nitrogods
  13. Whiskey Supernova
  14. Black Car Driving Man (Live) (Bonus Track)
  15. Whiskey Wonderland (Acoustic) (Bonus Track)

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Album Review: Riot V – Unleash The Fire

Die Bandgeschichte von „Riot“ beinhaltet zahlreiche musikalische Meisterleistungen, aber auch mindestens ebenso viele Rückschläge und Tragödien. Es würde den Rahmen sprengen, hier die Details zu berichten, doch wer die Band kennt, wird wissen, dass Anfang 2012 Bandgründer Mark Reale verstarb. Nach dem Tod von Mark machte die 1975 gegründete New Yorker Band unter „Riot V“ weiter, denn Mark habe vor seinem Tod den Willen geäussert, dass es nach ihm mit der Band weitergehen solle. So zeigten Bassist Don Van Stavern und Gitarrist Mike Flyntz einmal mehr Durchhaltevermögen und leidenschaftliche Hingabe zur Musik. Sie versammelten alte und neue Bekannte unter dem Banner „Riot V“ und präsentieren mit „Unleash The Fire“ nun ein Debüt, das paradoxerweise zwangsläufig mit seinen Vorgängern verglichen werden wird. Ganz im Sinne des Albumtitels muss man „Unleash The Fire“ nicht unbedingt durch die Retro-Brille betrachten, denn die Band hat immer noch das Potenzial, so ziemlich alle Hörerschichten zwischen „Helloween“, „Iron Maiden“, „Judas Priest“ und „Thin Lizzy“ nicht nur anzusprechen, sondern zu begeistern.

Riot V - Unleash The Fire

Der Nachfolger des 2011er Comeback-Albums „Immortal Soul“ bietet Power Metal in Perfektion, Musik in bester Riot-Tradition und das Material darauf überzeugt ziemlich, denn „Unleash The Fire“ ist voll von Riot Trades. Die Scheibe wird all jene Fans begeistern, die vor allem auf die Thundersteel-Ära der Riot-Karriere stehen, denn die meisten Songs stammen von Don Van Stavern, Mark Reales langjährigen Kreativpartner und einflussreichen Komponisten, der seinen Stempel bereits „Thundersteel“ und „The Privilege Of Power“ aufgedrückt hatte. Unterstützt wurde Don Van Stavern von Songschreiber Mike Flyntz, seinem langjährigen Riot-Bandkollegen, der mehr als 20 Jahre lang Reales Gitarrenpartner war. Zusammen haben sie Songs produziert, die mit grossem Stolz als Riot-Album veröffentlicht werden und die auch Reale garantiert geliebt hätte. In all den Jahren hat die Truppe immer wieder grandiose Alben aufgenommen, angesichts der Songs ihrer neuesten Scheibe kann man daher nur zu einem Schluss kommen: Weitere erfolgreiche Jahre liegen vor dieser Band!

Riot V - Band

Stilistisch war die Band schon immer schwer einzuordnen, spielte sie doch Speed Metal („Warrior“), bevor es diesen überhaupt gab, ehe es mal bluesig („Restless Breed“), mal metallisch („Thundersteel“), mal bluesig-metallisch (die Alben mit Mike DiMeo am Gesang) zuging. Das neue Album deckt fast die gesamte Spannweite ab. Der Gesang von Todd Michael Hall und die trockene Produktion wecken Erinnerungen an „Thundersteel“, während einige Stücke sich nicht nur in Sachen Songtitel an den hardrockigeren Frühwerken orientieren („Return Of The Outlaw“ und „Take Me Back“). „Unleash The Fire“ klingt ganz klar nach Riot, Shouter Todd Michael Hall klingt nun wieder mehr wie sich selbst, ohne auf die Stimmfarben seiner vier Vorgänger bei Riot Rücksicht nehmen zu wollen oder gar zu müssen. Mit dem Bonustrack einer Liveaufnahme von „Thundersteel“ kommt „Unleash The Fire“ mit dreizehn Tracks auf eine volle Stunde hochwertigen Materials, dass das hohe Niveau eisern hält.

Vorschaubild
Riot - Take Me Back (with lyrics) (from "Unleash The Fire" album 2014 - japanese edition)

Die Gitarrenabteilung Mike Flyntz und sein Schüler Nick Lee waren quasi beide bei Mark Reale in der Lehre, Lee allerdings durch Flyntz. Das ist auch der Grund warum hier nichts, aber auch wirklich gar nichts anbrennt. Natürlich gibt es genügend melodische Hymnen wie „Metal Warriors“ und „Land Of The Rising Sun“, die auch Altfans zum Kauf animieren sollten und auch das Titelbild reiht sich nahtlos in die Riot-Diskographie ein. Zwei ruhigere Stücke zollen Mark Reale direkt Tribut („Immortal“, „Until We Meet Again“) und die starke Judas Priest-Schlagseite von „Bring The Hammer Down“ und dem Titeltrack irritieren zu Anfang. Die Texte bestehen aus metallischen Standardvokabular und sind keine Meisterleistung. Von einem Trinkspiel, bei dem man für jedes gesungene „shine on“ einen Schnaps trinkt, muss ich auf alle Fälle abraten. Wie schon bei „Immortal Soul“ hätten es vielleicht zwei, drei Stücke weniger sein können, um ein schlüssigeres Album zu haben.

Riot V - Logo

Insgesamt ist „Unleash The Fire“ ein überdurchschnittliches Album, für alte Riot-Fans bleibt die Nostalgie jedoch ein zweischneidiges Schwert. Man freut sich, dass der Outlaw zurück ist und die zweistimmigen Gitarren-Leads funkeln. Man hat aber auch das Gefühl, dass hier noch mehr geht. So kann man nur hoffen, dass wir in Zukunft noch viel von „Riot V“ zu hören bekommen werden, auch wenn alte Fans der Band noch etwas Zeit brauchen. Nach den vielen tragischen Ereignissen aber auch grossen internationalen Erfolgen gehören zur aktuellen Besetzung der Band der Sänger Todd Michael Hall (Burning Starr, Reverence), Frank Gilchriest (Virgin Steele, Riot’s Army of One) und der frühere Gitarrenschüler von Mike Flyntz, Shredder-König Nick Lee und diese halten stolz die Riot-Flagge hoch, in Gedenken an die verstorbenen Bandmitglieder und als riesigen Dank an die vielen Fans, die der Gruppe seit Jahren die Treue gehalten haben. „Riot V“ sind passionierte Metal-Soldaten, die unablässig weiter marschieren und einen gerechten Kampf kämpfen, um ihren Fans jene Musik zu bringen, die man sich von der Band erhofft hat. Mark, Guy und Rhett lächeln aus dem Rock’n’Roll-Himmel auf die Erde und erkennen, dass das Riot-Erbe bis in alle Ewigkeit leuchten wird!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Ride Hard Live Free
  2. Metal Warrior
  3. Fall from the Sky
  4. Bring the Hammer Down
  5. Unleash the Fire
  6. Land of the Rising Sun
  7. Kill to Survive
  8. Return of the Outlaw
  9. Immortal
  10. Take Me Back
  11. Fight Fight Fight
  12. Until We Meet Again
  13. Thundersteel (live) – Bonus Track
Album Review: Riot V - Unleash The Fire
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Album Review: Arcturon – Expect Us

Arcturon“ steht für modern angehauchten Melodic Death Metal aus der Schweiz. Brillante Gitarrenriffs, markante Melodien und die bandtypische Abrissbirne zeigen, dass es im Metal keine Grenzen gibt. 2014 feiert die Band nicht nur das 10 jährige Bestehen, sondern kehrt mit einer echten Kampfansage zurück. Die neue EP „Expect Us“ wird am 24. Oktober veröffentlicht und stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. Aufgenommen in den schwedischen Fascinationstreet Studios und von Johan Örnborg (Arch Enemy, Soilwork, Katatonia, etc.) produziert, zeigt der Silberling eindrucksvoll, welches Potenzial in den vier Schweizern steckt.

Arcturon - Expect Us

Gegründet wurde die Band vor gut zehn Jahren im schweizerischen Reigoldswil von den damals erst 14 Jahre alten Gitarrist Florian Moritz, Drummer Samuel Fischer und Percussionist Samuel Spinnler. Von einem kompletten Line-Up ist aber erst im folgenden Sommer zu sprechen, als sich ihnen Basser Felix Bacher, Keyboarder Roger Plattner und Shouter Wieland Schmied anschliessen. In dieser Besetzung spielen sie im Frühling 2006 ihren ersten Gig, müssen sich aber wenig später bereits wieder von der Hälfte der Mitglieder trennen. Sowohl beide Samuels als auch Wieland und Roger kratzen die Kurve. So übernimmt Felix zusätzlich das Mikro, Samuel Sigrist die Keys und Stefan Maier setzt sich hinter die Drums. In dieser Konstellation nehmen sie 2007 ihr erstes Demo „Breaking Walls“ auf und hinterlassen eine erste eigene Duftmarke im melodischen Death Metal.

Arcturon - Logo

Die nächste folgt in Form eines Opener-Gigs während der Metalfest-Tour 2007 im Z7 in Pratteln, wo sie für „Six Feet Under“, „Nile“, „Finntroll“ und „Belphegor“ eröffnen. Mit Aljosha Gasser steigt 2009 ein neuer Shouter bei „Arcturon“ ein, da Felix die Band offiziell verlassen hat. Er hilft nur noch live beim Gig mit Zonaria am Bass aus, bis Yanick Vernet den Posten dauerhaft übernimmt. Nachdem Samuel Fischer seinen alten Platz hinter den Drums wieder eingenommen hat, kratzen „Arcturon“ ihre komplette Kohle zusammen und entern unter der Aufsicht von Produzent Jonas Kjellgren (Hypocrisy, Scar Symmetry, Sonic Syndicate) das Abyss Studio in Schweden, um dort ihr Debüt „The Eight Thorns Conflict“ aufzunehmen. Mit der Scheibe als Eigenproduktion in der Hand ergattern sie einen Deal mit der Booking-Agentur Massive Music und stehen endlich regelmässig auf der Bühne. So begleiten sie 2011 nicht nur „Rotting Christ“ auf Tour und treten mit „Arch Enemy“ und „Varg“ auf, sondern heizen im August des Jahres auch das Zelt auf dem Summer Breeze an.

Vorschaubild
Arcturon - My Treasure [OFFICIAL VIDEO]

Obwohl sich bis auf Aljosha Gasser, Flo und Sam das Line-Up ständig ändert, machen die drei ordentlich was los und scheuen auch vor einer Teilnahme am Eurovision Song Contest-Vorentscheid in der Schweiz nicht zurück. Kaum haben sie wieder genügend Material gesammelt, sitzen sie auch schon wieder bei Jonas Kjellgren im Studio und nehmen das zweite Album „An Old Storm Brewing“ auf. Verwirrenderweise haben sie mittlerweile einen Bassisten dabei, der genau wie ihr Drummer den Namen Samuel Fischer trägt. Mit der neuen Scheibe ergattern „Arcturon“ einen Deal beim deutschen Label Supreme Chaos Records, wo „An Old Storm Brewing“ im Februar 2013 erscheint.

Arcturon Band

Was vielen Routine-Opfern im Laufe der Jahre abhanden gekommen ist, lässt das Quartett hektoliterweise in sein Schaffen einfliessen: Pures, adrenalingeschwängertes Herzblut und so steht zum 10 jährigen Jubiläum die EP „Expect Us“ in den Startlöchern und zeigt, welches Potenzial in den vier Schweizern steckt. Jeder der vier Songs hat seinen ganz eigenen Charakter und entsprechend professionell klingt der Viertracker. Nach dem Debüt-Demo sowie zwei Langrillen wartet das Quartett also mit dem nächsten Lebenszeichen auf und spult gekonnt seine vier Melodic-Death-Metal-Bretter ab. Alle Tracks sind mit ordentlichem Groove ausgestattet und lassen den Nacken gleich vor Verzückung in die Rotation gehen. Diese vier Stücke sind dem Quartett wahrlich gelungen und ich bin mir sicher, dass die Jungs weiter ihren Weg gehen werden. „Expect Us“ erscheint am 24.Oktober und wird am 25.Oktober im Z7 in Pratteln getauft.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. My Treasure
  2. Expect Us
  3. A Restless Soul
  4. Rowan
Album Review: Arcturon - Expect Us
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Album Review: Amaranthe – Massive Addictive

Die Schweden von „Amaranthe“ sind bekannt für ihre Mischung aus melodischem Metal und Electronic Dance Music-Elementen. Der Sound klingt ziemlich poppig und Türülü, aber ich glaube echt, die machen das, weil sie einfach Bock drauf haben, einen Kontrast zu ihren Hauptbands zu schaffen. Zumindest habe ich von Olof Mörck (Dragonland) und auch Elize nicht den Eindruck, dass sie irgendwie darauf aus sind Geld mit Plastikmucke zu machen. Die Band hat offensichtlich richtig viel Spass auf der Bühne und sucht ein bisschen den Spagat zwischen Metal und tanzbarer Musik. Das muss nicht jedem gefallen und ist auch ordentlich klebrig, aber die Musik macht auch Spass und gute Laune. Reicht doch oder besser gesagt was will man mehr? Am 17. Oktober erscheint ihr neues Album „Massive Addictive“, dem Nachfolger von „The Nexus“ aus dem Jahre 2013 und wie immer unterwerfen sich „Amaranthe“ nicht irgendwelchen vorgeschriebenen Genre-Regeln.

Amaranthe - Massive Addictive

Auf „Massive Addictive“ bleiben die Grundcharakteristika der Band, Bombast-Sound geschmückt mit treibendem Riffing, pulsierenden Beats und himmlisch melodischen Refrains vorhanden, gleichzeitig setzt das Album Amaranthe’s Tradition fort, stets neue Dynamiken auszuloten und den eigenen Sound weiterzuentwickeln. Die Songs sind so eingängig, dass sie selbst Stunden nach dem Hören in den Gehörgängen widerhallen. Das zwölf Songs umfassende Album wurde von Sound-Magier Jacob Hansen (Volbeat, Epica) als leitendem Produzenten aufgenommen und ist eine makellose Sammlung von sorgfältig geschmiedetem europäischen Metal, angetrieben von Olof Mörcks chirurgisch präzisen Riffs und schneidenden Soli, unterstützt von Morten Løwe Sørensens rhythmischer Präzision und Johan Andreassen brummenden tieffrequenten Anschlägen. Elize Ryds Gesang ist so emotional und raumfüllend wie eh und je, während Jake E’s melodische Vocals vor Kraft strotzen. Henrik Englund Wilhelmsson, neuerdings zuständig für die Screams, drückt dem neuen Material ebenso seinen eigenen Stempel auf.

Amaranthe Band

Das Album startet mit einer explosiven Erschütterung: „Dynamite“ kommt schwungvoll mit harten Riffs daher. Einer der Titel, wie auch „Unreal“ und „Danger Zone“, bei der man sagen muss: „Holy shit, Elize is here“! Ihr sirenenhafter Gesang zieht einem von Beginn an in seinen Bann. Es folgt die Singleauskopplung „Drop Dead Cynical“ bei welchem die Band ähnlich wie auch beim Song „Over and Done“ mehr auf den Chorus setzt und die vorhandene Stimmdynamik mit einem wogenden Hauch frischer Luft versorgt. „Drop Dead Cynical“ ist für das Album ein repräsentativer Song. Das sehr groovige Stück unterscheidet sich dabei eindeutig von den klassischen „Amaranthe“ Single-Releases und trägt den Sound in eine frische Richtung, gekrönt mit einem hymnische Chorus. „Drop Dead Cynical“ spiegelt genau das wider, was die Fans von „Massive Addictive“ erwarten können: Wuchtige Melodien und schwere Riffs. Das zugehörigem Video zu „Drop Dead Cynical“ ist richtig fett, mehr als ein Dutzend MMA-Kämpfer im Zusammenspiel mit Cheerleadern und Tonnen von Pyrotechnik machen das Ganze zu einem intensiven Amaranthe-Erlebnis.

Vorschaubild
Amaranthe - Drop Dead Cynical

Der Titeltrack ist vielleicht der grösste Beweis für Jake und Elize’s symbiotische Synergie. Als Kontrast zu den Sängern, die ihre individuellen Zeilen schmettern, steht der Chorus, welcher mit den Stimmen für ein perfekt ausgewogenes Gleichgewicht sorgt. Diese musikalische Beziehung wird weiter mit „True“, einer von zwei Power-Balladen des Albums, unterstrichen. Zusammen mit „Exhale“, scheint Jake mit den beiden Songs etwas zu den dualistischen Beschwörungen des ersten Albums zurück zu kehren. „Digital World“ ist des Album’s Dampfmaschine, hier explodiert Elize Stimme, wie auch auf „Over and Done“ und zusammen mit „Danger Zone“ sind dies auch die besten Schaufenster für Henrik Gesang. Weitere Variation in der musikalischen Dynamik und technischen Präzision ist „Trinity“, „Danger Zone“ und „An Ordinary Abnormality“, bei welchen man Olof und seine Liebe zu Power Metal spürt. „Skyline“ und „Exhale“ sind zwei völlig einzigartige Einheiten aus der Amaranthe Diskographie und sorgen für ein helles Licht und neuen Sound. „Skyline“ ist eine swingende Achterbahn. „Exhale“ schliesst das Album schön ab, ein schöner, kraftvoller Song im Mid-Tempo-Symphonic-Gothic Metal-Stil und erinnert entfernt an „Within Temptation“.

Amaranthe Band

„Massive Addictive“ ist in jeglicher Hinsicht ein Schritt nach vorn für die Göteborger Band, erreichte doch schon das letzte Album „The Nexus“ Platz 6 in den schwedischen, Platz 4 in den finnischen und einen überraschten Platz 12 in den US-Charts. Von den treibenden Sounds in „Drop Dead Cynical“ über den hymnischen Titeltrack bis zur opulenten Stadion-Atmosphäre von „Digital World“ und der emotionalen, kraftvollen Halbballade „True“ ist „Massive Addictive“ eine Lehrstunde in Sachen Dynamik, die sich weigert, sich irgendwelchen vorgeschriebenen Genre-Regeln zu unterwerfen. Das Album ist energiegeladen, bombastisch und explosiv, genau wie man es von Amaranthe gewohnt ist und die kraftvolle Umsetzung der Songs ist ein wahrer Leckerbissen für alle Freunde des Melodic Death Power Metal.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Dynamite
  2. Drop Dead Cynical
  3. Trinity
  4. Massive Addictive
  5. Digital World
  6. True
  7. Unreal
  8. Over and Done
  9. Danger Zone
  10. Skyline
  11. An Ordinary Abnormality
  12. Exhale
Album Review: Amaranthe - Massive Addictive
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Album Review: Abandon Hope – Settle The Score

Bands aus Amerika haben schon längst kein Monopol mehr auf groovigen, dreckigen Südstaaten-Rock, denn moderner Heavy Metal, mit Southern Rock Einschlag, kommt auch aus dem deutschen Münster! Das groovende Quartett „Abandon Hope“ stammt aber sicherlich aus der südlichsten Ecke der Stadt. Irgendwo zwischen der örtlichen Whiskey-Destillerie und einer Lagerfeuerstätte, wo man in die laue Sommernacht hinein zusammen abhängen kann, um, vom Klang der zirpenden Grillen begleitet, die Gitarre auszupacken. Das Lagerfeuer wird dann auch mal schnell plattgewalzt und die akustische Gitarre am Baum zerschmettert. Denn „Abandon Hope“ rocken und das gewaltig. Da steckt viel drin von der tief-düsteren, schwermetallisch-endzeitlichen Whiskey-Seligkeit der „Black Label Society“. Bei „Abandon Hope“ klingt schon der Bandname düster und so ist auch die Atmosphäre, welche das Album „Settle The Score“ verbreitet.

Abandon Hope - Settle The Score

Obwohl die Band bereits seit mehr als zehn Jahren aktiv ist, stellt das aktuelle Werk „Settle The Score“ erst die zweite Veröffentlichung neben der EP „Existence“ dar. Und das Debüt „The Endless Ride“ hat auch schon satte acht Jahre auf dem Buckel. „Settle The Score“ ist allgemein betrachtet eine ordentlich produzierte Scheibe, die einige Durchläufe benötigt, da man im ersten Augenblick etwas verwirrt ist. Man bekommt den Gedanken nicht los, dass hier vielleicht mehrere Bands auftrumpfen, denn Einflüsse von Zakk Wylde, Life of Agony, Danzig, Soundgarden, Pantera, Alice in Chains, Clutch, Orange Goblin und Co. lassen sich nicht leugnen. Doch diese sind nicht der Massstab, sondern lediglich die Inspirationsquelle der Band. Denn sicherlich erreichen „Abandon Hope“ nicht die Qualität dieser Grössen, aber den besonderen Effekt an einem Song hängen zu bleiben und abzugehen, erreichen sie allemal.

Vorschaubild
Abandon Hope - Sally (official video)

Auf „Settle The Score“ ziehen die vier Musiker los, als hätten sie noch eine Rechnung zu begleichen. Generell gefällt die abwechslungsreiche Gitarren-Arbeit von Waik auf diesem Album sehr gut. Die stöhnend-röhrenden Riffs klingen schmutzig, flutschen aber „wie geölt“ und peitschen die Mucke ordentlich vorwärts. Die Felle von Drummer Alex sind stramm gespannt und Sänger Hommel singt dazu angenehm unfreundlich. Zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, da diese beim ersten Höreindruck „unsauber“ wirkt, als ob er die Töne nicht richtig treffen würde. Vermutlich stehen hier – wie auch bei der Musik – wohl eher der Transport der Emotionen und der dazu nötige Ausdruck der Stimme im Vordergrund, als immer die „richtige“ Tonlage zu treffen oder zu halten. Aber ich kann verstehen, wenn das dem einen oder anderen vielleicht den Genuss der Musik von „Abandon Hope“ schmälert.

Abandon Hope

Schon im Opener „Right Or Not“ hebt der Gesang im Refrain zu einem Aufwärtsschlenker ab. Auch „Catharsis“ startet betörend dampfwalzig und lässt später Dichte und Druck variieren, wenn es im Gesang und auch in den Solo-Lines melodiös wird. Auch „Jackyll & Daniels“ geht mit wildem Anlauf in einen getragenen, atmosphärisch Chorus und ganz zum Schluss erstarrt der Song wie kalt werdende Lava. Am Besten gelingt der Spagat aber bei „The Core“, einem Highlight des Albums: Erst nackenbrechender Kopfschüttler, dann halluzinös-ruhig, in grungiger, zäher Düsternis. Später fährt man noch ein Stück weiter runter und addiert tiefe Pianoklänge. Vielschichtigkeit beherrschen Abandon Hope also. So drückt „Sweet Surrender“ tüchtig aufs Tempo und „The City“ macht richtig Lärm und zerrt im Refrain heavy-doomig an der Spannungskurve. Positiv auffällig sind die beiden Stücke, zu denen man auch Videos veröffentlichte: „Sally“ ist so eine Art „Powerballade“ und könnte auch mal auf einer Nevermore-Scheibe gewesen sein. Und dann sticht da noch der Titeltrack „Settle The Score“ heraus, der gaaaanz langsam ausgepackt wird…

Vorschaubild
Abandon Hope - Settle The Score

Das Album klingt unterm Strich noch zu oft zu erwartbar, nachdem man die Richtung kapiert hat und der Gesamt-Wumms kommt nicht an Kapellen wie besagte Black Label Society ran. Dennoch eine feine Sache und man hört den Jungs an, dass diese Musik genau das ist, was sie machen wollen. „Abandon Hope“ machen hier deutlich mehr richtig als falsch. Die Musik rockt heftig aus den Boxen, der Sound ist erdig aber nicht zu matschig. Die Songs sind abwechslungsreich ohne stilistisch beliebig zu wirken. Dabei spricht die Musik deutlich mehr das Gefühlszentrum im Bauch an, als die feinen Synapsen im Gehirn. Aber es fühlt sich einfach richtig und gut an. „Settle The Score“ ist ein Album, bei dem der Hörspass im Vordergrund steht.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Right or Not
  2. Catharsis
  3. Turmoil
  4. The Core
  5. Settle the Score
  6. Jackyl & Daniels
  7. Memories
  8. The City
  9. Sally
  10. Sweet Surrender
Album Review: Abandon Hope - Settle The Score
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Album Review: Onkel Tom – H.E.L.D.

Die deutsche Thrash Metal Legende und Urgestein (Onkel) Tom Angelripper (Sodom) ist wieder da! Mit neuem Album, neuer Besetzung und neuen Songs. Auch auf H.E.L.D. (die Abkürzung steht übrigens für Hart-Ehrlich-Laut-Durstig) setzt Onkel Tom wie gewohnt auf echten Metal, schroffen Punk und Refrains, die man schon nach dem ersten Hören nie mehr vergisst. Aber auch die Deutschrock-Fans werden ihre helle Freude an diesem Album haben. Man findet hier weder geheuchelte Underdog-Prosa schwerreicher Musiker noch halbseidene Durchhalte-Lyrik, die sich zu jeder Fussball-WM wunderbar vermarkten lassen und bei „Wetten dass..?“ neben Schlagersternchen ihren Platz finden, sondern ehrliche, unverblümte Texte über Feiern, Feten, feuchtfröhliche Geselligkeit und den desolaten Zustand unserer Welt und ihrer Bewohner.

Onkel Tom – H.E.L.D.

Onkel Tom Angelripper hat mit teilweise neuen Mittrinkern 13 Tracks auf den Silberling gepresst und neu gibt es keine einzige Coverversion, sondern alles stammt aus eigener Feder. Textlich gibts auch auf H.E.L.D. altbekanntes Futter, sprich Alkohol und Party! Natürlich fliesst bei Onkel Tom Alkohol, aber „niemand in der Band ist Alkoholiker, man muss mit dem Zeugs natürlich umgehen können“, erklärt der Sänger und Galionsfigur der Band, „aber Bier und Schnaps gehören dazu, wenn man es zwischendurch mal zünftig krachen lassen will.“ Krachen lassen es neben Tom Angelripper auch Schlagzeuger Cornelius Rambadt, der das Album auch produziert hat, sowie Gitarrist Marcel Mönnig und Bassist Marc Beste. Neu in der Band ist Gitarrist Klaus Nicodem, der den ausgestiegenen Alex Kraft ersetzt und bereits seinen Beitrag zu H.E.L.D. geleistet hat. Tom: „Alle Musiker der jetzigen Besetzung wohnen dicht beieinander, sodass wir uns regelmässig treffen und proben konnten. Ein im Vergleich zu früher enormer Vorteil, der das Zusammengehörigkeitsgefühl der Band spürbar gestärkt hat. Die Tatsache, dass es auf H.E.L.D. nur eigenen Kompositionen und keine einzige Covernummer gibt, spricht für die grosse Kreativität der aktuellen Besetzung.“

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ONKEL TOM - H.E.L.D. (Album Teaser)

Auf H.E.L.D. geht es humorvoll und mitunter auch programmatisch zu. „Der Onkel kommt zum Hausbesuch“ beispielsweise erklärt das Selbstverständnis dieser bunten Truppe. Passend dazu gibt es auch weitere trinkfeste Nummern wie „Ein bisschen Alkohol“, „Wer nach dem Lied noch stehen kann“, „Am Morgen danach“ oder „Im Suff“. Aber es gibt auch ernstere Momente auf H.E.L.D., Lieder die zum Nachdenken anregen oder aufgrund ihrer Botschaft kurz innehalten lassen. In „Auf Gedeih und Verderb“ prangert Tom eine Welt an, die geprägt ist von Korruption, religiösen Fanatismus und der schlimmsten aller menschlichen Eigenschaften, dem Egoismus. Weniger politisch aber ebenso eindringlich thematisiert Onkel Tom in „Der Duft von Lavendel“ die Rastlosigkeit und mörderische Hatz unserer Zeit. Und last but not least findet man auf H.E.L.D. die allererste Onkel Tom-Ballade überhaupt: „Ich bin noch am Leben“, eine Art rückblickende Zustandsbeschreibung des 51jährigen Tom Angelripper, der bereits viele wichtige Musikerkollegen verloren hat und umso mehr zu schätzen weiss, dass es ihn und seine Musik immer noch gibt.

Onkel Tom Band

Musikalisch ist er seinen Roots treu ergeben. Druckvoll donnernde Rhythmusfraktion paart sich mit schnittigen Riffs im Mid Tempo welche durch Tom’s urtypische Art zu singen veredelt werden. Die Band rückt ein deutliches Stück näher zum Deutschrock als bei früheren Outputs. H.E.L.D. ist authentisch, musikalisch und textlich anspruchsvoll und trotzdem mit hohem Partyfaktor, so wie es Fans des Onkels gewöhnt sind. Der Facettenreichtum kommt nicht zuletzt von den unterschiedlichen Charakteren der Mitglieder und den jeweiligen Bands, aus denen sie entstammen. Jeder war bei dem Entstehungsprozess, der Gestaltung der Texte und des Gesamtkonzeptes involviert. Geschrieben wurde frei nach Schnauze, ohne jegliche Einflüsse von aussen, sodass das etwas ganz eigenständiges geschaffen wurde. Eine geballte Ladung erstklassiger Metal/Punk- und Rocksongs, gespickt mit bewegenden Texten voller Anarchie und Zorn, aber auch Lebenslust und Ironie. Und natürlich auch mit vollen Biergläsern. Für Fans des germanischen Liedguts zwischen Spass und Ernst werden ab 22. September an dem Silberling viel Freude haben. Eine bemerkenswerte Scheibe also, mit dem Tom Angelripper & Co. das Leben feiern und durchs Feiern erst richtig leben. Typisch Onkel Tom halt! Prost, ihr Säcke!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Onkel Tom

Trackliste:

  1. Flatus Antelucanus
  2. Prolligkeit Ist Keine Schande
  3. Zu Wahr, Um Schön Zu Sein
  4. Ein Bisschen Alkohol
  5. Am Morgen Danach
  6. Was Euch Nicht Passt
  7. Vom Paradies Gen Süden
  8. Wer Nach Dem Lied Noch Stehen Kann
  9. Der Duft Von Lavendel
  10. Im Suff
  11. Der Onkel Kommt Zum Hausbesuch
  12. Auf Gedeih Un Verderb
  13. Ich Bin Noch Am Leben

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Album Review: Ace Frehley – Space Invader

Wer Ace Frehley’s Biografie „Keine Kompromisse“ („No Regrets“ in der englischen Originalfassung) gelesen hat wird sich wundern, dass der Space-Ace noch immer unter den Lebenden weilt. Der langjährige Kiss-Gitarrist will es noch einmal wissen: Nachdem seine frühere Band derzeit bei Tourneen gross abräumt und der jüngere Tommy Thayer dabei die Rolle und das Kostüm von Frehley übernommen hat, bringt der 65-Jährige ein neues Solo-Album heraus. Der „einzig wahre“ KISS-Gitarrist ist nun schon seit fast einer Dekade trocken und veröffentlicht mehr oder weniger regelmässig neues Solo-Material. Das letzte hörte auf den Namen „Anomaly“, erschien im Jahr 2009 und war ebenso Easy Listening wie das nun gereichte „Space Invader“. Den Sound des Albums darf man über weite Strecken als „klassisch Kiss“ bezeichnen.

Ace Frehley - Space Invader

Der Spaceman kultiviert auch auf der neuen Platte „Space Invader“ sein extraterrestrisches Image, angefangen beim schnieken Artwork und den Weltraum-Bezug verströmenden Album- und Songtiteln. Mit dem Titeltrack „Space Invader“ rockt die Scheibe gleich ordentlich los, auch das nachfolgende „Gimme A Feelin'“ weiss trotz seiner auf Mainstream-Rock-Radio polierten Fassade mit einer lässigen Eingängigkeit zu überzeugen. Wer aber nach dieser Eröffnung auf eine echte Monster-Platte gehofft hat, wird im weiteren Verlauf des Albums enttäuscht. Das insgesamt sechste Solo-Studio-Album des ehemaligen KISS-Gitarristen fällt nie in zweitklassige Gefilde ab, hat aber mit wenigen Ausnahmen nicht mehr als solide Hausmannskost zu bieten. Songs wie das mit einem unbeeindruckenden Refrain versehene „Toys“, die vertonte Belanglosigkeit „What Every Girl Wants“, das handzahme „I Wanna Hold You“ oder das Steve Miller-Cover „The Joker“ liefern zwar den Beweis, das Frehley immer noch ein Gitarrist der Extraklasse ist – können aber nicht über das etwas altbacken wirkende Songwriting hinweg täuschen. Zudem hat sich mit dem abschliessenden (Beinahe-)Instrumental „Starship“ dann auch ein echter Langweiler auf „Space Invader“ eingenistet.

Vorschaubild
Ace Frehley - Gimme A Feelin

Da gefallen hingegen das mit leichter Psychedelic-Rock-Schlagseite veredelte „Reckless“, das mit einem tollen Refrain ausgestattet ist und auch das lässige „Immortal Pleasures“ sowie das spacige „Inside The Vortex“ haben durchaus ihre spannenden Momente – Ace liefert sowohl am Mikro als auch am Bass eine ordentliche Leistung ab. Qualitativ bewegt sich „Space Invader“ auf etwa dem selben Niveau wie „Monster“, der aktuellen Scheibe seiner ehemaligen Band-Kollegen KISS. Einige Songs, wie das fulminante Titelstück, das banale wie amüsante „Toys“ oder das locker-flockige „Gimme A Feeling“ hätten „Monster“ ganz gutgetan. Und weil „Space Invader“ so retro klingt, steuerte Ken Kelly das Cover bei. Der Zeichner war für die Gestaltung der Verpackung der beiden beliebten Kiss-Alben „Love Gun“ und „Destroyer“ verantwortlich. Ace hat in der Vergangenheit wiederholt seinen Unmut darüber geäussert, dass bei Kiss ein anderer Musiker in seiner Maske und seinem Kostüm auftritt. Als die New Yorker Formation im Frühjahr in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen wurde, waren zwar die beiden Ex-Gründungsmitglieder Frehley und Peter Criss (Drums) dabei, zu einem gemeinsamen Auftritt mit Paul Stanley (Gesang, Gitarre) und Gene Simmons (Bass, Gesang) kam es nicht – die beiden Kiss-„Chefs“ hatten das vehement verweigert.

Ace Frehley

Die Gitarrenarbeit jenes Mannes, der bei KISS für die wirklich harten Töne zuständig war, ist jedoch immer noch atemberaubend. Der Kerl versteht es aus zu Anfang unscheinbaren Riffs oder Licks etwas Besonders zu machen, allein die zwingenden Songwriting-Skills, welche sein bahnbrechendes Solo-Album aus dem Jahr 1978 ausgezeichnet hatten, die sind dem guten Ace über die Jahre wohl davongeschwommen. So plätschert der in ein von Ken Kelly entworfenes Kleid gehüllte „Space Invader“ ebenso wie das vor fünf Jahren erschiene „Anomaly“ mehr oder weniger unspektakulär aus den Boxen, weiss kaum ein Song so richtig aufzuregen und auch die zwingend im Hirn festfräsenden Refrains sucht man in diesem wieder sehr Weltraum-lastigen Ambiente eher mit der Lupe.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Ace Frehley - Space Invader

Tracklist:

  1. Space Invader
  2. Gimme A Feelin` (Radio Edit)
  3. I Wanna Hold You
  4. Change
  5. Toys
  6. Immortal Pleasures
  7. Inside The Vortex
  8. What Every Girl Wants
  9. Past The Milky Way
  10. Reckless
  11. The Joker
  12. Starship
Album Review: Ace Frehley - Space Invader
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Originalität5
Tempo5
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang7
Songtexte5
Substanz5
Produktion9
Langlebigkeit5
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