Am 23. Dezember hat Carrie Fisher einen Herzinfarkt erlitten, denn sie leider nicht überlebt hat. Die Schauspielerin, die jeder als Prinzessin Leia aus der Star Wars Trilogie kannte, starb am 27. Dezember 2016 im Alter von 60 Jahren an den Folgen, wie „ein Sprecher ihrer Familie gegenüber US-Medien“ bestätigte. 2016 hat uns viele unserer Pop-Helden genommen…

„Die Welt hat sie geliebt“, heisst es in einem Statement ihrer Tochter Billie Lourd, die ebenfalls als Schauspielerin (Scream Queens) arbeitet. Fisher wurde als 19 Jährige durch ihre Rolle als Prinzessin Leia aus der „Star Wars“-Serie bekannt. Dort spielte sie die starke, kämpferische, elegante, geistreiche, überlegte, pragmatische Prinzessin Leia Organa. Eine Rolle, die ihr sowohl Ruhm als auch Anerkennung und Kummer bescheren sollte. In den Jahren nach der ursprünglichen Trilogie tat sich Fisher zunehmend schwer damit, an den gigantischen Erfolg der Sci-Fi-Saga anzuknüpfen, stand zwischendurch aber immer mal wieder für Genrefilme vor der Kamera. Wer erinnert sich nicht an ihren denkwürdigen und selbstrefferenziellen Gastauftritt in Wes Cravens Horror-Sequel „Scream 3“ oder die Verbindungsmutter Mrs. Crenshaw aus Sorority Row (Schön bis in den Tod)? Carrie war eben nicht nur die Prinzessin von Alderaan, sondern eine talentierte, komplizierte, unendlich lustige, erfolgreiche Frau in Hollywood, deren beeindruckende Karriere Ehre gebührt.

Die Tochter der Hollywood-Schauspielerin Debbie Reynolds und des Sängers Eddie Fisher (1928-2010) spielte auch in Filmen wie „Blues Brothers“, „Harry und Sally“ und „Lieblingsfeinde – Eine Seifenoper“ mit. Sie veröffentlichte acht Bücher, darunter erst kürzlich ihre Autobiografie „The Princess Diarist“. Darin enthüllt sie, dass sie am „Star Wars“-Set mit ihrem Kollegen Harrison Ford eine Affäre gehabt habe. Ihre Bücher habe ich leider nie gelesen, aber immer wieder fantastische Zitate entdeckt, die natürlich jetzt wieder überall gesharet werden. Ihre Arbeit als Skriptdoktor wurde seit Jahrzehnten hoch angesehen, auch wenn offiziell natürlich wenig bestätigt wurde. Ihre Talkshowauftritte waren ebenfalls unterhaltsam und ihr grandioser Auftritt bei der Verleihung des AFI Lifetime Achievement Awards an George Lucas aka The Roast of George Lucas war legendär. 2015 kehrte sie in „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ in ihrer ikonischen Rolle als General Leia Organa ebenso lebhaft wie vor mehr als drei Jahrzehnten auf die Leinwand zurück und eben jene Trilogie sollte sie auch 2017 wieder auf die grosse Leinwand zurückführen.

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Carrie Fisher Roasts George Lucas at AFI Life Achievement Award

Fisher erzählte in ihrem Buch „Wishful Drinking“ eine Geschichte, die zu dem Zitat führte, den sie in ihrem Nachruf wollte:

Anyway, George comes up to me the first day of filming and he takes one look at the dress and says, ‚You can’t wear a bra under that dress.‘

So, I say, ‚Okay, I’ll bite. Why?‘

And he says, ‚Because… there’s no underwear in space.‘

I promise you this is true, and he says it with such conviction too! Like he had been to space and looked around and he didn’t see any bras or panties or briefs anywhere.
Now, George came to my show when it was in Berkeley. He came backstage and explained why you can’t wear your brassiere in other galaxies, and I have a sense you will be going to outer space very soon, so here’s why you cannot wear your brassiere, per George. So, what happens is you go to space and you become weightless. So far so good, right? But then your body expands??? But your bra doesn’t- so you get strangled by your own bra. Now I think that this would make a fantastic obit- so I tell my younger friends that no matter how I go, I want it reported that I drowned in moonlight, strangled by my own bra.

Sie hatte es im Leben dank ihrer Krankheit oft nicht leicht, doch ihr lustiger und lockerer Umgang und Engagement als Fürsprecherin halfen. Nicht nur ihr. Auf Auftritt auf Twitter war stets lustig, ihre kreative Schreibweise seit Jahren ebenso kryptisch legendär. Wie keine Zweite prägte Carrie Fisher die Heldinnenfigur des Kinos. Sie war mal lieblich, mal schiessfreudig und bei allem, was sie tat, forderte sie ihr Publikum auf: Nehmt das Leben nicht zu ernst! An ihr müssen sich seit 40 Jahren alle Heldinnenfiguren des Kinos messen und sie werden es in Zukunft genauso müssen, denn an sie reicht keine in ihrem Facettenreichtum heran. In „Rogue One“, dem Film, der die Vorgeschichte von Episode IV erzählt und der gerade in den Kinos läuft, ist Fisher noch einmal dank digitalem Zauber für einige Sekunden als blutjunge Leia zu sehen und sie spricht ein einziges Wort: „Hoffnung“. Man könnte meinen, dass ihre Lebensmission in dieser Szene zusammengefasst ist, für immer jung zu sein und für immer Hoffnung zu spenden. Doch Carrie Fishers Leben zu würdigen, heisst, sie als fiktive und als reale Heldin, als junge Prinzessin und alte Rebellin in Erinnerung zu behalten. Danke, Carrie. Machs gut. May the Force be with you… always.

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Princess Leia - Carrie Fisher Tribute - BBC Orchestra