Black Mass

20152 h 02 min
Kurzinhalt

Basierend auf dem Bestseller "Black Mass: The True Story of an Unholy Alliance Between the FBI and the Irish Mob" von Dick Lehr und Gerard O'Neill wird die Geschichte des Bostoner Mafioso James Joseph "Whitey" Bulger erzählt. Whitey, der für mehrere Morde und Drogenhandel verantwortlich ist, arbeitet für das FBI als Informant. Dort gibt er den ermittelnden Agenten Informationen zur Ergreifung seiner Konkurrenten im Geschäft. Als man sich jedoch gegen Whitey stellt, um ihn ebenfalls hinter Schloß und Riegel zu bringen, flüchtet dieser. 16 Jahre lang schafft er es sich vor dem FBI zu verstecken, wird in mehreren Ländern auf der ganzen Welt gesichtet und steht lange Zeit auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher des FBI. 2011 geht der mittlerweile 82 Jahre alte Mafioso den Ermittlern ins Netz...

Metadaten
Titel Black Mass
Original Titel Black Mass
Regisseur Scott Cooper
Laufzeit 2 h 02 min
Starttermin 4 September 2015
Website
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Grandios
Bilder
Schauspieler
Mit: Johnny Depp, Joel Edgerton, Benedict Cumberbatch, Dakota Johnson, Kevin Bacon
Trailer

Nach dem fürchterlich schrecklichen Mortdecai hätt‘ ich nicht damit gerechnet, dass Johnny Depp noch im gleichen Jahr mit einem Film aufwartet, der uns für all seine Fehltritte der vergangenen Jahre entschädigt. Doch genau das ist „Black Mass“ – ein Film, in dem der Hollywoodstar eindrücklich beweist, was eigentlich in ihm steckt. Der Film von Scott Cooper, der die Lebensgeschichte des amerikanischen Mobsters James „Whitey“ Bulger erzählt, zeigt Depp (hinter tonnenweise Make-Up) als bedrohlichen und unberechenbaren Kriminellen. Dass Depp gerade in diesem Film so herausragt, ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass sich mit Benedict Cumberbatch, Kevin Bacon, Joel Edgerton und Peter Sarsgaard auch einige der angesagtesten Charakterdarsteller der Gegenwart die Ehre geben. Doch sie können alle nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Black Mass“ in erster Linie eine Johnny Depp-Show ist.

Daran ist auch Scott Cooper nicht ganz unschuldig: Dem Filmemacher ist mit seiner dritten Regie-Arbeit ein packender und schonungsloser Mafia-Thriller gelungen, der geschickt den Aufstieg und Fall einer schillernden Figur zeigt. Schockierend ist dabei vorallem die Art und Weise, wie sich der von Depp eiskalt verkörperte Bulger seine Machtposition sichert: Mittels politischer Spielchen und der Unterstützung korrupter Beamter schaltet Bulger einen Kontrahenten nach dem anderen aus, bis er sich in eine Lage bringt, in der selbst das FBI Mühe bekundet, ihm das Handwerk zu legen. Diesen ikarischen Höhenflug von Bulger, der natürlich im krassen Fall des Protagonisten enden muss, inszeniert Cooper dann doch ein wenig zu repetitiv, ein Faktor der sich in der erdrückenden Laufzeit niederschlägt. Das Gangster-Biopic hätte durchaus eine halbe Stunde kürzer und dafür knackiger ausfallen dürfen. Johnny Depp liefert in „Black Mass“ eine denkwürdige Leistung ab und straft all jene, die ihn bereits abgeschrieben hatten. Ein trotz einiger Längen denkwürdiger Film.