«The Bye Bye Man» erinnert schon weitestgehend an den «Candyman» oder noch mehr an den «Boogeyman». Leider handelt es sich bei «The Bye Bye Man» um einen PG-13-Grusler, was soviel heisst, dass es nicht viel zu gruseln gibt und auch mit Jump Scares anständig gehaushaltet wird. Ausserdem ist die Story nicht gerade weltbewegend, aber für dieses Szenario völlig ausreichend. Die Inszenierung und das Schauspiel sind solide, doch im Grunde ist dieses «Sag es nicht, denk es nicht!»-Prinzip etwas abgelutscht. Nach dem Film weiss man über den «Bye Bye Man» genauso viel wie vor dem Film – nämlich nichts. Der Film gehört zu den Horrorfilmen, die mit übernatürlichen Elementen spielen, um das Publikum zu ängstigen.

«The Bye Bye Man» zeigt Teenie-Horror nach einfachstem Muster und erzählt eine Geschichte, die auf einen Bierdeckel passt und dazu auch kaum Überraschungen zu bieten hat. Der Film hat kaum nennenswerte Einfälle zu bieten und zeigt quasi eine Art jugendkonforme Neuinterpretation von Filmen wie «Candyman» oder «Der Fluch Von Darkness Falls» – ohne neue Einfälle oder cleverem Handlungsstrang. Die Grusel-Rezeptur ist simpel und beginnt mit einem starkem Auftakt. Dabei läuft ein verwirrter Herr Amok und richtet ein Blutbad an. Mit einem Schrotgewehr bewaffnet erschiesst er Familie und Nachbarn. Was anfangs keinen Sinn ergeben will, löst sich aber früh auf. Zum Schutze der Menschheit, hat er all jene ins Jenseits befördert, die von der Existenz des sogenannten «Bye Bye Man» wissen. Hierbei handelt es sich um eine Kreatur der Dunkelheit, die eine Leidenschaft für makabre Scherze hegt und mit Psychospielchen in den Tod befördert. Leider haben die Macher auf Antworten verzichtet, denn woher die Kreatur kommt und warum sie ausgerechnet auf jene Weise töten muss, erklärt man dem Zuschauer nicht. Stattdessen gibt es Standard-Horror zu sehen, der wegen Vorhersehbarkeit müde macht.

Aufgrund fehlender Ideen und konventioneller Machart erinnert der Streifen von Stacy Title eher an TV-Ware, die in der heutigen Zeit oft über mehr Produktionsgelder verfügt, als so mancher Kinofilm. Das ist dann auch schon das grösste Problem dieses trivialen Grusel-Schnarchers. «The Bye Bye Man» erweckt den Eindruck, als wäre er anfangs mal fürs Fernsehen geplant gewesen. Die stereotypen Charaktere wirken oberflächlich, bei den CGI-Effekten hat man gespart und das aus drei Seiten bestehende Drehbuch hätte jeder Fünfklässler besser zu Papier gebracht. Da will man mit allen Mitleid haben, die ganz unvoreingenommen Bekanntschaft mit dem Bye Bye Man machen, denn hierbei handelt es sich wohl um den überflüssigsten Filmbösewicht der letzten 30 Jahre. Weil der Film das Dreifache an Produktionsbudget in Amiland eingespielt hat, darf man sicherlich mit einer Fortsetzung rechnen. Das war auch die Intension der Macher. Mit dem Bye Bye Man wollten sie eine neue, ikonische Gestalt des Horror-Genres schaffen. Aufgrund des hohen Zuschauerzuspruchs könnte man das Vorhaben wohl als erfolgreich bezeichnen. So werden wohl einige Folgefilme kommen. Gott hab Erbarmen mit uns Horrorfans…

Der Film erfindet das Rad nicht neu und weist so manche Mängel auf. Entgegen diverser Kritiken finde ich diesen Streifen jedoch nicht schlecht. Der Film nutzt viele Stilmittel, die es in Horrorfilmen schon immer gab: Sich bewegende Schatten, glühende Augen in der Dunkelheit, mysteriöse Spuren, nicht zu verortende Geräusche und leicht hysterische Menschen. Und da komme ich zu einem positiven Aspekt: Douglas Smith. Ich weiss nicht, ob der junge Schauspieler immer so aussieht, aber ich habe ihm abgenommen, dass er psychisch einfach mit der Welt fertig ist. Cressida Bonas konnte mich ebenfalls überzeugen, auch wenn sie einen Grossteil des Films krank in ihrem Bett verbringt. Ein weiterer positiver Aspekt des Films ist die Tatsache, dass er nicht alles um den Mythos bis ins Detail aufschlüsselt. Viele Horrorfilme machen ihren eigenen Mythos dadurch kaputt, dass sie am Ende noch eine ätzend lange Erklärung abliefern, warum die Wesenheit das alles gemacht hat und was welches Symbol bedeutet etc. Bye Bye Man lässt einem hingegen Interpretationsraum, sofern einem «The Bridge to Body Island» von Robert Damon Schneck nicht bekannt ist.

Im Prinzip hat «The Bye Bye Man» das gleiche Problem, wie die meisten Horrorfilme unserer Zeit: Das Publikum erwartet mehr. Stephen King schrieb in seinem Buch Danse Macabre: «Was hinter der Tür oder am Ende der Treppe lauert, ist niemals so schrecklich wie die Tür oder die Treppe selbst. Und deswegen haben wir folgendes Paradoxon: Ein künstlerisches Werk des Horrors ist fast immer eine Enttäuschung.» Doch Bye Bye Man ist bei Weitem nicht so miserabel wie es einige Kritiker behaupten. Für alte Hasen mag es an der ein oder anderen Stelle wahrlich ermüdend sein, aber die Jugendlichen werden ihren Spass haben. Der Bye Bye Man selbst ist recht creepy geraten, doch seine schlecht animierte CGI-Töle geht dann wiederum gar nicht. Ganz im Stil von «Sinister» oder «Possession – Das Dunkle in dir» ist «The Bye Bye Man» ein reinrassiger Horrorschocker. Wie viel Potenzial in der Legende steckt, beweist allein die Tatsache, dass Regisseurin Stacey Title mit Marc D. Evans den Produzenten von «Oculus» und «The Strangers» mit an Bord bringen konnte. Ich mochte die Eröffnungsszene und es gab eine Szene, die ich ein wenig unheimlich fand. Insgesamt war der Film ganz nett, nicht überragend, aber auch nicht langweilig. Deshalb gilt: «Sag seinen Namen nicht, denk nicht einmal daran!» Ist wohl besser so…


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