Selbst Horrorikonen haben offenbar einen Arbeitszeitrahmen. Niemand meuchelt acht Stunden am Stück, auch nicht mit ikonischer Maske, rostigem Messer oder telepathischem Albtraumvertrag. Irgendwann muss selbst das personifizierte Grauen mal kurz sitzen, durchatmen und sagen: «So. Genug Menschen heute.»
Also treffen sich Vecna, Pennywise, Freddy Krueger und Michael Myers nicht im Blutbad, sondern bei einem gepflegten «Whaaaats up?» Keine Schreie, kein Nebel, kein dramatischer Soundtrack. Nur dieses leicht unangenehme Schweigen, wenn vier Wesen zusammensitzen, die sonst nur funktionieren, wenn andere panisch wegrennen.
Vecna schaut beleidigt, weil niemand seine Monologe ernst nimmt. Pennywise grinst, obwohl keiner lacht. Freddy macht einen schlechten Witz, der nur im Traum funktioniert hätte. Michael Myers sagt nichts. Er sagt nie etwas. Aber alle wissen: Er urteilt.
Und sie sind sich einig: Der wahre Schrecken ist längst nicht mehr ihr Metier. Er läuft draussen herum, trägt Hoodie, scrollt durch sein Handy und nennt Chaos Alltag. Menschen erledigen das Grauen inzwischen selbst. Effizient. Ohne Maske. Ohne Stil. Das eigentliche Grauen hat längst das Drehbuch übernommen…

«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








