Und dieses Mal wird sie schneller, präziser und mit weniger Entschuldigungen kommen. Stell dir vor, du veranstaltest eine Party, bei der die Hälfte der Gäste weinte, viele ihren Job verloren, Kinder jahrelang keine Schule von innen sahen und ältere Menschen allein in sterilen Zimmern starben – ohne Abschied, ohne Hand, ohne Würde. Stell dir vor, du hast all das organisiert. Und jetzt planst du die Fortsetzung. Nicht mit Scham. Nicht mit Reue. Sondern mit einem Milliarden-Budget und einer neuen App. Willkommen in Grossbritannien, 2026.
Das britische Gesundheitsministerium hat vergangene Woche seinen neuen Pandemieplan vorgestellt. Der sogenannte «All Pandemics Hazard Bill» soll Lockdowns und andere drastische Massnahmen künftig schneller und flexibler durchsetzbar machen. Modular aufgebaut – wie ein schwedisches Flattpack-Möbelstück, nur dass diesmal deine Grundrechte zusammengebaut werden, nicht ein Regal. Eine Milliarde Pfund wurde bereits bereitgestellt. Die nächste Pandemie, so die offizielle Formulierung, sei eine «Gewissheit». Na, das ist beruhigend. Wenn schon die Katastrophe feststeht, kann man sich wenigstens auf das Mobiliar konzentrieren.
Das Herzstück des Plans: Ein neues Kontaktverfolgungssystem der UK Health Security Agency, betrieben mit Live-Standortdaten und künstlicher Intelligenz. Technologiepartnerschaften mit grossen Konzernen werden angestrebt. Betriebsbereit bis 2030. Wer benötigt schon Privatsphäre, wenn man dafür «sicher» ist – wobei «sicher» bekanntlich ein dehnbarer Begriff ist, den die Verantwortlichen der letzten Runde nach Belieben neu definierten, manchmal täglich. Dazu kommen eine neue Biosicherheitszentrale in Essex für 250 Millionen Pfund sowie die Fortsetzung der Partnerschaft mit Moderna, damit im Falle einer neuen Pandemie innerhalb von 100 Tagen geimpft werden kann. Ein Ziel, das weltweit als Standard gilt. Für wen? Für die Pharmaindustrie jedenfalls ist der 100-Tage-Sprint eine sportliche Herausforderung mit garantiertem Zielpublikum.
Aber wäre das alles nur halb so dreist ohne das zweite Kapitel dieser Geschichte: Die Ärzte. Während Westminster seine Notfallgesetze poliert, erschien auf der Plattform MedPage Today ein Meinungsartikel mit dem Titel «»eutralität ist gefährlich angesichts medizinischer Fehlinformation». Die Autorinnen – beide mit Leidenschaft für Impfstoffakzeptanz und pronominaler Selbstauskunft in der Biografie – beklagen, dass die einzige wirkliche Konsequenz für Ärzte, die während COVID abweichende Meinungen vertraten, die Sperrung ihrer Social-Media-Konten war. Das, so der Tenor, sei viel zu wenig. Man lese das noch einmal. Langsam.
Die selben Institutionen, die während der Pandemie Massnahmen ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage verhängten – Abstände, Schulschliessungen, Maskenpflicht für Kinder – fordern nun härtere Bestrafungen für jene, die es wagten, die Datenlage zu hinterfragen. Das ist nicht Wissenschaft. Das ist Dogma mit Presseausweis. Die Liste der bereits Bestraften ist lang und lehrreich. Dr. Pierre Kory verlor 2024 seine Facharztzertifizierungen. Dr. Paul Marik ebenso. Dr. Peter McCullough wurde von der Baylor Scott & White entlassen und verlor akademische Positionen. Dr. Martin Kulldorff — Harvard, Mass General Brigham — wurde gefeuert, nachdem er die Great Barrington Declaration mitunterzeichnet hatte, die schlicht für einen fokussierten Schutz der Risikogruppen statt flächendeckender Lockdowns plädierte. Der damalige NIH-Direktor Francis Collins forderte in einer internen E-Mail eine «schnelle und vernichtende Demontage» dieser Erklärung. Keine Diskussion. Keine Debatte. Vernichtung.
Dr. Jay Bhattacharya landete auf einer Twitter-Sperrliste. Dr. Meryl Nass verlor ihre Zulassung in Maine. Dr. Steven LaTulippe seine in Oregon. Die Liste geht weiter – und das sind nur die Ärzte. Pflegepersonal, Apotheker, Wissenschaftler – alle, die abwichen, wurden nicht debattiert, sondern beseitigt.
Und nun, da der Staub sich gelegt hat, da die Übersterblichkeitsstatistiken ihre stillen Fragen stellen und die Coronauntersuchungen in mehreren Ländern zögerlich eingestehen, dass nicht alles optimal lief – jetzt fordert man strengere Mechanismen zur Kontrolle der Abweichler. Keine Aufarbeitung. Kein Schuldeingeständnis. Kein Wort des Bedauerns an die Familien, die Abschiede per Tablet vollziehen mussten.
Stattdessen: eine KI-gestützte Überwachungsinfrastruktur, modulare Notstandsgesetze und die klare Botschaft, dass beim nächsten Mal weniger geredet und schneller gehorcht werden soll. Das Modell ist fertig. Es braucht nur noch einen Auslöser. Und den, da sind sich alle Beteiligten einig, wird es geben. Wann, sagen sie nicht. Warum, auch nicht. Aber die Milliarden sind bereits überwiesen, die Verträge unterschrieben, die Datenbanken werden befüllt.
Was fehlt, ist das Einzige, das ein solches System tatsächlich legitimieren würde: Eine ehrliche Bilanz der letzten Runde. Eine, die nicht von denselben Leuten gezogen wird, die sie zu verantworten haben. Die tanzen noch immer in den Krankenhauskorridoren. Nur dieses Mal proben sie bereits für die nächste Choreografie…




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