Ich bin absolut schockiert davon, was jetzt hier alles für Leute angeheult kommen wegen der Überstunden. Also BEI UNS machen wir auch total viel Überstunden und das ist voll ungerecht!1!!
NA DANN MACHT DIE HALT NICHT, DIE ÜBERSTUNDEN!

Ich komme um 9 und gehe um 5. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn ihr das mit euch machen lasst, euch zu unbezahlten Überstunden nötigen zu lassen, dann habe ich überhaupt kein Mitleid. Macht es halt nicht.

«Herr Doktor, wenn ich so mit dem Kopf gegen die Wand haue, tut das immer so weh!»

«Dann mach das halt nicht!»

Duh!

Und erzählt mir nichts davon, in eurem Krankenhaus / in eurer Branche sei das halt so. Dann hättet ihr euch das vielleicht vorher mal angucken sollen?

Meine Güte ey. Nicht DIE beuten euch aus. IHR beutet euch aus. Und rationalisiert euch jetzt hier zurecht, dass das irgendwie magisch doch gar nicht eure Schuld ist. Doch. Ist es.

Und ihr merkt nicht mal, dass das bloß Zurechtrationalisierungen sind, wenn ihr mir erzählt, dass ihr das ja macht, weil ihr sonst nicht befördert werdet. Stellt euch doch mal vor, ihr seid der Boss. Ihr habt zwei Mitarbeiter. Einen, der freiwillig Überstunden macht, und einen, der genau seine Zeit abarbeitet. Wen befördert ihr? Doch nicht dem, dem seine Zeit nichts wert zu sein scheint und der sie euch freiwillig schenkt!? Der ist in zwei Jahren ausgebrannt und dann holt ihr halt den nächsten Jungspund ran, der es noch nicht besser weiß. In so jemanden investiert man doch nichts, wenn der eh bald ausgebrannt ist!

Nein, du investierst in den, der nachhaltig wirtschaftet mit seiner Zeit. Weil du dich bei dem darauf verlassen kannst, dass der dann nicht spontan ausfällt, weil er nicht mehr konnte. Und der ist offensichtlich langfristig interessiert.

Na dann macht die halt nicht, die Überstunden!

Noch ein Punkt. Nehmen wir mal an, du bist der Manager. Du hast ein Projekt mit drei Mitarbeitern. Woher weißt du, wie lange das dauern wird? Du fragst deine Leute und nimmst eine Schätzung. Dann guckst du auf das Feedback und korrigierst nach. Daraus ergibt sich eine Erfahrung, «wie lange sowas braucht». So und was passiert jetzt, wenn die Leute dann Überstunden schieben? Dann fehlt dir das Feedback, dass deine Schätzung zu knapp war. Und die nächste Deadline wird wieder unrealistisch. Damit machst du also nicht nur dich kaputt, du trainierst auch den Manager falsch und machst damit alle zukünftigen Projekte mit kaputt. Das ist aus jedem fucking Blickwinkel falsch, Überstunden zu machen. Projekte mit schlechter Planung muss man kontrolliert gegen die Wand fahren lassen, damit die Planung das nächste Mal besser wird. Das schuldest du dir selbst und auch deinem Arbeitgeber.

Jetzt kommt als Argument rein, ich als privilegierter ITler habe da gut reden, aber in prekären Berufen sehe das halt so aus, dass man die Leute der Reihe nach in den Burnout treibt und dann durch jemand anderen ersetzt. Niemand ist da an Nachhaltigkeit interessiert. Inhaltlich stimme ich dem zu, solche Beispiele kenne ich auch. Aber ein paar Punkte dazu.

Erstens: Ich habe vor ein paar Jahren ein Buch über Foltertechniken der CIA gelesen, und die haben da sehr deutlich den Punkt gemacht, dass Folter dann effektiv ist, wenn das Opfer sie sich selbst zufügt. Daher hat man in den Abu Ghraib-Fotos gesehen, wie die mit ausgestreckten Armen dastanden. Das bist dann du, der die Arm- und Beinschmerzen verantwortet, und das ist der effektivste Aspekt von Folter. Schon aus dem Grunde plädiere ich immer dagegen, bei Dingen mitzumachen, von denen du weißt, dass sie dich später schmerzen werden. Das ist, wieso Burnout-Schäden so lange vorhalten. Das wird dich kaputtmachen.

Zweitens: Du hast die Wahl, ob du Teil des Problems (mitmachen) sein willst, oder Teil der Lösung (nicht mitmachen). Klar, wenn man in einer Notlage ist und das Arbeitsamt einen drangsaliert, wird man notgedrungen auch Dinge mitmachen. Ich mache da niemandem einen Vorwurf. Aber wenn du die Wahl hast, musst du immer darauf achten, Teil der Lösung und nicht des Problems zu sein.

Drittens sind die Branchen mit derartiger Ausbeutungsmentalität genau solche, von denen ich erwarten würde, dass die auch bei der Zeiterfassung massiv bescheißen.

(via Fefe)


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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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