Seit Januar läuft auf MTV offiziell kein Musikprogramm mehr. Was ungefähr so schockierend ist, wie wenn ein Metzger plötzlich vegan wird. Der Sender, der einst den Radiostar gekillt hat, hat sich über Jahre selbst in eine Endlosschleife aus Reality-TV, Fremdscham und «bitte schalt um»-Momenten verwandelt. Und jetzt ist er eben konsequent: Letzter 24/7-Musikkanal aus. Mic drop. Nur ohne Musik.

Dabei war MTV mal ein Tempel. Ein Schrein aus Neon, Haarspray und Gitarrengewitter. 1985 brüllten Mark Knopfler und Sting «I want my MTV!» in die Welt, als wäre das ein Schwur in Blut und Verstärkerrauschen. Damals war es völlig normal, dass Ozzy Osbourne 1988 mal eben im Studio vorbeischlurfte, als hätte er nur kurz Zigaretten holen wollen. Vier Jahrzehnte später klingt «I want my MTV» eher nach einem traurigen Kneipenruf um 03:17 Uhr, wenn der DJ zum dritten Mal Ed Sheeran spielt.

Aber dann passiert das, was in dieser Welt selten geworden ist: Ein Einzelner macht’s einfach. Ein Entwickler mit dem herrlich unvernünftigen Namen FlexasaurusRex hat sich nicht damit abgefunden, dass MTV sein eigenes Erbe in den Müllcontainer «Content» kippt. Stattdessen hat er in einer 48-Stunden-Coding-Session eine Browser-Zeitmaschine zusammen geklöppelt: «MTV Rewind«. Kostenlos. Werbefrei. Ohne Algorithmus, der dich nach zwei Songs in eine «Chill Vibes For Tax Evasion»-Playlist zwingt.

Das Ding streamt über 33’000 Musikvideos und Sendungen aus sechs Dekaden. Sechs. Dekaden. Das ist nicht Nostalgie, das ist Archäologie mit Lautstärke. Es gibt Kanäle nach Ära sortiert, von den 70ern bis heute, und natürlich die heiligen Reliquien: «Yo! MTV Raps», «120 Minutes» und für alle, die noch wissen, wozu Nackenmuskeln da sind: «Headbangers Ball». Metal-Fans können sich dort weiter durch die Klassiker prügeln oder das Ganze als Radio laufen lassen, bis die Nachbarn wieder «zufällig» die Polizei anrufen.

Und jetzt kommt der beste Part: Einfach nur Musik. So wie der Fernseh-Gott es einst gewollt hat, bevor er irgendwann die Fernbedienung verlegt hat. Null Werbung. Null Unterbrechungen.

FlexasaurusRex nennt das Projekt einen Mittelfinger gegen algorithmische Manipulation und Corporate Streaming-Monopole. Die Videos kommen von YouTube und werden über die Internet Music Video Database katalogisiert. Finanziert wird das Ganze über freiwillige Spenden, und die Seite soll dauerhaft gratis bleiben.

Und ja, natürlich ist das auch traurig: Ein Konzern mit Milliarden-Budget schafft es nicht, seine eigene DNA zu bewahren. Dafür braucht es einen Nerd mit Schlafmangel und Prinzipien. Das sagt mehr über die Medienlandschaft aus als tausend kluge Kommentare, die am Ende doch wieder nur Werbung für sich selbst sind.

Aber hey: Die Musik ist zurück.
Und dieses Mal ohne Vorwarnung, ohne Gatekeeper, ohne «We’ve updated our terms». Nur du, der Sound, und ein bisschen digitaler Trotz. Genauso muss das…


ANZEIGE: Du suchst nach dem einfachsten Weg, Bitcoin zu kaufen und selbst zu verwahren? Die Relai-App ist Europas erfolgreichste Bitcoin-App. Hier kaufst Du Bitcoin in wenigen Schritten und kannst auch Sparpläne einrichten. Niemand hat Zugriff auf Deine Bitcoin, ausser Du selbst. Relai senkt jetzt die Gebühr auf 1 %, mit dem Referral-Code REL105548 sparst Du weitere 10 %. (keine Finanzberatung). Disclaimer wg. EU-Mica-Regulierung: Die Dienste von Relai werden ausschliesslich für Einwohner der Schweiz und Italien empfohlen.

Psst, folge uns unauffällig!

Unterstütze uns!

 
«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

Um den Betrieb der Seite zu gewährleisten könnt ihr gerne eine Spende per Kreditkarte, Paypal, Google Pay, Apple Pay oder Lastschriftverfahren/Bankkonto zukommen lassen. Vielen Dank an alle Leser und Unterstützer dieses Blogs!
 


Wir werden zensiert!

Unsere Inhalte werden inzwischen vollumfänglich zensiert. Die grössten Suchmaschinen wurden aufgefordert, unsere Artikel aus den Ergebnissen zu löschen. Bleib mit uns über Telegram in Verbindung, spende, um unsere Unabhängigkeit zu unterstützen oder abonniere unseren Newsletter.

Newsletter

Nein danke!