Es ist bemerkenswert, wie still es um eine Wahrheit geworden ist, die einst selbstverständlich war: Dass der Mensch nicht nur Träger eines Körpers ist, sondern Hüter eines lebendigen Systems, das sich erinnern kann, wie Heilung geschieht. In jedem von uns ruht eine stille Intelligenz, ein inneres Wissen, das nicht gelernt, sondern wiederentdeckt werden will. Und doch scheinen wir diese Stimme kaum noch zu hören.
Der Körper spricht unaufhörlich. Er antwortet auf das, womit wir ihn nähren, auf das, was wir ihm zumuten, und auf das, was wir ihm verweigern. Nahrung ist dabei nie nur Kalorie oder Substanz. Sie ist Information. Industriell verarbeitete Speisen tragen die Handschrift von Eile, Trennung und Entfremdung. Lebendige Nahrung hingegen spricht die Sprache der Erde und erinnert den Körper daran, wie Ordnung, Rhythmus und Widerstandskraft sich anfühlen.
Im Zentrum dieser Erinnerung liegt der Darm, jener innere Garten, in dem Milliarden von Wesen für uns arbeiten, solange wir sie achten. Wird dieser Raum vernachlässigt, verliert das Immunsystem seinen Takt. Wird er gepflegt, beginnt der Körper wieder zu lauschen. Heilung ist hier kein Eingriff von aussen, sondern eine Rückkehr zur Balance.
Auch der Atem ist ein vergessenes Sakrament. Tiefes, bewusstes Atmen senkt nicht nur den Lärm des Geistes, sondern beruhigt das Nervensystem, das sonst unaufhörlich Alarm schlägt. Wo der Atem weich wird, verliert die Angst ihren Halt. Wo Angst weicht, findet das Immunsystem Kraft.
Kälte, die viele meiden, ist in Wahrheit ein Lehrer. Kaltes Wasser erinnert den Körper an seine ursprüngliche Stärke, an Wachheit und Anpassungsfähigkeit. Es ist, als würde jede Zelle kurz aufleuchten und sich neu ausrichten. Ebenso wirken Pflanzen, die seit Jahrtausenden an unserer Seite stehen. Beifuss, Holunder, Hagebutte oder Spitzwegerich sind keine «Alternativen», sondern alte Verbündete, die nur darauf warten, wieder respektvoll genutzt zu werden.
Ätherische Öle, Mineralien, Spurenelemente, Aminosäuren und Omega-3-Fettsäuren sind keine Trends, sondern Bausteine eines Systems, das auf Vollständigkeit angewiesen ist. Fehlt eines, gerät das Ganze aus dem Gleichgewicht.
Doch all dies bleibt unvollständig ohne die Erkenntnis, dass Körper, Geist und Seele keine getrennten Räume sind. Gedanken formen Empfindungen. Empfindungen beeinflussen den Körper. Liebe, Nähe und Kameradschaft nähren uns tiefer als jede Substanz. Isolation und Misstrauen hingegen schwächen, oft leise, aber nachhaltig.
Ein Spaziergang im Wald, der Blick aufs Meer, frische Luft auf der Haut – all das erinnert uns daran, dass wir Teil eines grösseren Ganzen sind. Angst trennt uns davon. Vertrauen verbindet.
Alles hat ein Warum. Und manchmal beginnt Heilung nicht mit einer Antwort, sondern mit der Bereitschaft, zuzuhören. Wenn dieser Moment da ist, kann Begleitung helfen. Nicht als Autorität, sondern als Spiegel. Wenn du willst. Und wenn du bereit bist.


«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








