Ein Tom Cruise macht noch lange keinen guten Film. Die Neuauflage des Klassikers wirkt farblos, die Story selbst ist zu Beginn stark an den Klassiker angelehnt, wodurch man noch einiges an Hoffnung hegt. Leider sind aber auch schon zu diesem Zeitpunkt die Dialoge so platt wie eine Flunder. Die Schauspieler sind durchweg mies, egal ob es dabei die bezaubernde Blondine, der angeblich lustige Begleiter, der Wissenschaftler oder Tom selbst ist, lediglich die Mumie wird gut gemimt. Doch wie die Story sich weiter im Film entwickelt kann sie auch nicht verhindern. So wird spätestens ab Mitte des Films die Story zu einem Abklatsch allen Mumien-Verfilmungen gleichzeitig.

Ähnlich wie Marvel will Universal mit seinem «Dark Universe» ein eigenes Filmuniversum erschaffen. Dies auf Basis ihrer grossen, alten Horrorklassiker (Frankenstein, Dracula, Die Mumie usw). Den Auftakt bildet nun «The Mummy» mit Tom Cruise, doch leider verfehlt der Film sein Ziel und wirkt gleich auf mehreren Ebenen unausgegoren und nicht wie aus einem Guss. Während die letzte Neuauflage – «The Mummy» mit Brendan Fraser – rundum gelungenes Popcornkino lieferte, welches der Geschichte mit reichlich Augenzwinkern und gelungenen Humoreinlagen einen in sich konsistenten, eigenen Stil verpasste, wird das aktuelle Remake schnell vergessen sein. Ihm fehlt schlicht die eigene Handschrift, genauso wie eine klare Entscheidung, was für ein Film es eigentlich sein will. So wirken beispielsweise plumpe Humoreinlagen im düsteren Setting völlig fehl am Platz. Das sichtbar teure Productiondesign glänzt, während gleichzeitig Charaktertiefe, und damit auch deren Glaubwürdigkeit ein echtes Manko darstellen. So ist die Hauptfigur Nick Morton über Strecken einfach nur nervig und gewinnt kaum Sympathiepunkte, da sie in erster Linie als egoistischer Ignorant auftritt. Die spätere Charakterwendung erscheint dadurch kaum glaubwürdig. Was soll Morton denn nun sein? Ein frecher Abenteurer mit Klasse à la Indiana Jones oder einfach nur ein gewissenloser Dieb? Auch seine Begleiterin, die Archäologin Halsey, bleibt blass, klischeehaft und austauschbar – die Dialoge zwischen den beiden Hauptfiguren erzeugen weder Humor, noch Emotionen – auch hier zeigten die Protagonisten der humorvollen Mummy-Variante von 1999 deutlich mehr Chemie und Authentizität miteinander. Einzig Russell Crowe als Dr. Jekyll (ja, der Dr. Jekyll…) zeigt sich als vielschichtigere Figur, verfügt aber leider nicht über die nötige Screentime um weiter ausgebaut werden zu können.

Einzelne Settings sind durchaus in sich stimmig und gut inszeniert: der Flugzeugabsturz, die Gräber, London… doch sie fügen sich nicht zu einem Fluss zusammen. Man ist mal hier, mal dort, es gibt viele grosse Sprünge, Übergänge fehlen. Auch gewisse logische Mankos entstehen durch diese holprige Erzählweise. «Die Mumie» ist aufwendig produziert, gut besetzt und durchaus kurzweilig. Letzteres hauptsächlich aufgrund der vielen Actionsequenzen. Ruhige Momente jedoch verpuffen in emotionaler Gleichgültigkeit, gruselige Szenen langweilen mit ausgekauten Jumpscares. Einleitend heisst es, dass der Tod nur die Schwelle zu neuem Leben sei. Und in kurzen Momenten zeigt Sofia Boutellas Prinzessin/Mumie eine Macht- und Lebensgier, die erahnen lässt, welche Verheissung und welche Anmassung in diesem Satz stecken. Ansonsten wird das dramatische Potenzial – vom philosophischen ganz zu schweigen – dieser Prämisse allerdings kaum genutzt, vielmehr scheint sie der Vorwand für einen recht nonchalanten erzählerischen Umgang mit Leben und Tod zu sein. Ein fataler Flugzeugcrash ist nichts Endgültiges, man kann jemanden drei Mal erschiessen und bei jeder Gelegenheit blutrünstige Untote ins Feld schicken, als seien wir hier bei „The Walking Dead“ – ganz egal, ob es sich um Kreuzritter, altägyptische Wachen oder heutige Polizisten handelt. Diese Zombie-Attacken mögen genauso wie die Vogelangriffe, sowie die ganzen Ratten und Spinnen, die über Cruise und Co. herfallen, oft ein wenig willkürlich daherkommen, aber sie gehören neben einem „Scherbenregen“ im Museum zu den visuellen Höhepunkten dieses Films, dem man sein 125-Millionen-Dollar-Budget durchaus ansieht.

Mit dem altmodischen Grusel von Karl Freunds 1932er-Klassiker mit Boris Karloff hat diese neue «Mumie» rein gar nichts mehr zu tun, aber auch von dem augenzwinkernden Humor der Neuauflage mit Brendan Fraser von 1999 ist Alex Kurtzmans Film meilenweit entfernt. Zwar gibt es immer wieder Versuche, das ernste Geschehen etwas aufzulockern, aber diese verpuffen im nichts. In «Die Mumie» geht es letztlich einmal mehr um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, einem Kampf, dem sich auch Dr. Jekylls Geheimorganisation Prodigium verschrieben hat (und die eine der Konstanten im Dark Universe werden könnte). Hoffen wir, dass das «Dark Universe» mit der Neuauflage von «Frankensteins Braut» geben (mit Javier Bardem als das Monster) und einen «Jekyll And Hyde»-Film (immerhin wird dessen von Russell Crowe gespielte Titelfigur schon in «Die Mumie» eingeführt“), dazu sind Kino-Comebacks des Unsichtbaren, des Wolfsmenschen, des Phantoms der Oper, des Schreckens vom Amazonas, des Glöckners von Notre Dame und von Van Helsing besser wird, als der hier vorliegende Film. Das von Alex Kurtzman (als Autor auch schon am „Star Trek“-Reboot beteiligt) handwerklich solide, aber ohne jeden Anflug von Inspiration inszenierte Monster-Horror-Action-Abenteuer liefert nur wenige Hinweise darauf, wie es weitergehen könnte. Mit dem halbgaren Todesfluch-Hokuspokus stolpert sich Universal eher ins Dark Universe, als dass es direkt ein neugierig machendes Ausrufezeichen setzen würde. Schade!


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