«Blood Father» ist das langerhoffte, wenn auch kaum noch für möglich gehaltene Comeback eines grossartigen Schauspielers. Der zweifache Oscarpreisträger (Braveheart) entwickelt als tattoosstechender Ex-Sträfling und trockener Alkoholiker eine solch energiegeladen-wütende, aber zugleich auch geerdet-väterliche Präsenz, dass er das ansonsten solide B-Movie von Jean-François Richet (Das Ende – Assault On Precint 13) allein mit seiner Performance auf eine ganz andere Ebene hievt. Einen so starken Gibson hat man seit Ewigkeiten nicht gesehen.

Gibsons Performance in «Blood Father» ist herausragend und Link ist der Inbegriff eines typischen Antihelden – ein trockener Alkoholiker und Ex-Knacki, der nach Absolution für seine früheren Verfehlungen strebt. Aber Gibson verkörpert die Rolle zugleich mit einer solchen Inbrunst und einer solchen Natürlichkeit, dass er allein durch sein geerdetes Schauspiel jedes Klischee umschifft. Doch ganz so simpel, wie es zunächst den Anschein hat, ist das Drehbuch von Peter Craig (The Town) und Andrea Berloff (Straight Outta Compton) dann auch wieder nicht, denn das Duo entwirft rund um den simplen Flucht-vor-den-Gangstern-Plot ein ziemlich spannendes Bild des heutigen Amerika. Das geht gleich mit einer netten satirischen Spitze in der ersten Szene los, wenn die 17-jährige Lydia beim Kauf einer Packung «Camel Light»-Zigaretten nach ihrem Ausweis gefragt wird und daraufhin resigniert erwidert: «Dann eben nur die Munition.» Später zeichnet Richet in nur wenigen Szenen zwischen Link und seinem Nachbarn und AA-Sponsor Kirby (William H. Macy) das berührende Bild einer Wohnwagensiedlung, in der die Verlierer des Systems tatsächlich mit geschwellter Brust füreinander einstehen. Genau wie diese kleinen Skizzen am Wegesrand sind auch die Actionszenen allesamt kurz, knapp und auf den Punkt: Vor allem der Auftakt-Angriff auf Links Wohnwagen und der erste Auftritt des volltätowierten Kartell-Killers «The Cleaner» (Raoul Max Trujillo) entfalten gerade deshalb eine solche Intensität, weil sie ohne jeden überflüssigen Schnickschnack auskommen.

Dass «Blood Father» bei uns und andernorts nur Direct-to-DVD erschien ist eigentlich eine Schande, denn der Film hätte es allemal verdient, auf die grosse Leindwand zu kommen – sowohl Cast als auch technische Umsetzung können sich sehen lassen. Und genügend Publikum hätte der Film sicherlich auch finden können. Mel Gibson mit seiner typischen ruhigen Art und seinem ergrautem Vollbart machen die Action-Thriller-Perle zu einem Must-see. Der Film steigt ziemlich zügig ein, die Handlung ist absolut okay und teilweise sogar richtig cool geschrieben. Erin Moriarty ist das Gegenteil von den üblichen Hollywood Kids die in irgend eine Scheisse geraten sind. Denn sie hat die 3 H’s – Hirn, Herz und Humor. Sie lässt ihren Vater nicht im Stich und ganz wichtig – sie nervt nicht. Man bekommt nicht diese Ablehnung in sich, bei der man sich denkt – erschiess doch endlich diese dämliche Rotzgöre, sondern man sieht ihr gerne zu und lernt sie zu mögen. Ein richtig kurzweiliger, gut gemachter Action-Thriller, der Gott sei Dank nicht nach Hollywood-Schema abläuft. «Blood Father» erfindet gewiss das das Genre nicht neu, ist aber definitiv eine Sichtung wert. Bleibt zu hoffen, dass Gibson nun genau dort weiter macht.


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