Pan

2015Länge unbekannt
Kurzinhalt

Der aufgeweckte 12-jährige Waisenjunge Peter lässt sich nur selten etwas gefallen. Doch in dem trostlosen Heim, in dem er aufwächst, wird jedes noch so kleine Anzeichen von Rebellion im Keim erstickt. Eines Nachts verschwindet Peter wie von Zauberhand aus dem Waisenhaus und findet sich plötzlich im magischen Nimmerland wieder, das von Feen, Kriegern und Piraten bewohnt wird. Während er versucht, sich an dem fremden und faszinierenden Ort zurechtzufinden, macht er Bekanntschaft mit der kämpferischen Tiger Lily und dem charmanten James Hook. Das alles ist erst der Beginn eines ebenso gefährlichen wie aufregenden Abenteuers, bei dem Peter nicht nur etwas über seine verschwundene Mutter erfährt, sondern es auch mit dem finsteren und erbarmungslosen Piraten Blackbeard zu tun bekommt, dem er sich gemeinsam mit seinen neuen Freunden in den Weg stellt, um Nimmerland zu retten…

Metadaten
Titel Pan
Original Titel Pan
Regisseur Joe Wright
Laufzeit Länge unbekannt
Starttermin 9 Oktober 2015
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Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Schlecht
Bilder
Trailer

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Die Geschichte vom Jungen, der nicht altert, begeistert seit über hundert Jahren Kinder jeden Alters überall auf der Welt. Die neueste Verfilmung „Pan“ will die Digital Natives mit einer zeitgemäss verpackten Ursprungsgeschichte ins Kino locken, doch reichen alleine starke 3D-Effekte nicht wirklich aus, um das Publikum zu verzaubern. Der schottische Schriftsteller James Matthew Barrie schrieb im Jahre 1902 die Geschichte um „Peter Pan“ und seither wurden immer wieder die Abenteuer auf der Insel Nimmerland erzählt: in unzähligen Büchern, Theaterstücken und Filmen.

Joe Wright ist bekannt für Romanverfilmungen schwerer, tiefgründiger Dramen wie „Atonement“, „Pride and Prejudice“ oder „Anna Karenina“. Eine Kindergeschichte wie „Pan“ passt deshalb auf den ersten Blick überhaupt nicht in sein Schema. Andererseits weiss man spätestens seit „Anna Karenina“, dass der Brite bei der Gestaltung seiner Filme kein Risiko scheut. Die Tolstoi-Adaption liess er auf einer surrealen Theaterbühne spielen. Beflügelt vom hohen Fantasy-Potenzial, verpasste er dem Kinderbuch-Klassiker einen neuen, modernen Look. So tragen die Eingeborenen einen kunterbunten Ethno-Mix aus südamerikanischen und asiatischen Einflüsse zur Schau. Etwas wirkt in diesem indigenen Ambiente allerdings völlig fehl am Platz: Die in jeder Hinsicht blasse Rooney Mara als Indianer-Prinzessin Tiger Lily. In den USA löste die Besetzung von Tiger Lily mit der hellhäutigen Schauspielerin Rooney Mara grosse Proteste aus. Über 94‘000 Menschen setzten mit ihrer Unterschrift ein Zeichen gegen „Hollywoods Präferenz für Weisse“. Ihre Forderung an Warner Brothers: „Hört auf, farbige Charaktere mit weissen Schauspielern zu besetzen!“ Regisseur Joe Wright verteidigte seine Wahl so: Rooney Mara habe in der Vergangenheit oft starke Frauenfiguren verkörpert. Weil Tiger Lily Frauenpower ausstrahlen müsse, sei Mara darum perfekt für die Rolle. Das klingt fast so, als ob farbige Schauspieler dasselbe nicht leisten könnten. Maras Performance ist keine Katastrophe – und doch wirkt sie als Indianer-Prinzessin völlig unauthentisch. Da hilft nicht mal ihr übertrieben grosser Ethno-Kopfschmuck!

Als Peter in die Tiefe gestossen wird, offenbaren sich seine übernatürlichen Fähigkeiten. Vor dem Aufprall schwebt er das erste Mal in der Luft und allen ist klar: Er ist der Auserwählte, der Befreier von Nimmerland. Welch grosse Verantwortung! Der Film ist diesem Druck nicht gewachsen. Statt sich durch ein kindliches Abenteuer zu schlagen, muss Peter in Windeseile erwachsen werden. Er muss anfangen, an sich und seine Fähigkeiten zu glauben. Das Grundmotiv des Originals, ewig ein Kind zu bleiben, geht in „Pan“ leider völlig unter. Wie schade, schliesslich lebt Peter Pans Geschichte genau von dieser kindlichen Magie. Mit seinem visuellen Ideenreichtum zaubert Joe Wright zwar ein prachtvolles Nimmerland auf die Leinwand. Doch auch mit den schönsten Effekten gelingt es dem Regisseur nicht, den schwachen Inhalt zu kaschieren. Das Erzähltempo ist lahm und die Dialoge wirken einfallslos..



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