Inbred

20111 h 30 min
Kurzinhalt

Eine ungleiche Gruppe jugendlicher Straftäter aus der Stadt und ihre Aufsichtspersonen Jeff und Kate müssen für ein Wochenende gemeinnützigen Dienst in dem abgelegenen und sehr eigenartigen Dorf Mortlake in Yorkshire leisten. Die etwas seltsamen Bewohner des ländlichen Ortes bilden sich sehr viel darauf ein, unter sich bleiben zu müssen, weshalb sie nicht gerade gastfreundlich auf die Besucher reagieren. Durch ein Missverständnis kommt es dann zu einer blutigen Konfrontation mit den Dorfbewohnern, die daraufhin ihr wahres Gesicht zeigen. Plötzlich werden Jeff, Kate und die vier Jugendlichen von den Bewohnern gejagt. Sie haben es offensichtlich mit einer Gruppe von vollkommen psychopathischen Killern zu tun. Schnell wird aus dem gemeinnützigen Trip eine wahre Höllentour, bei dem es nur noch darum geht, das eigene Leben zu retten.

Metadaten
Titel Inbred
Original Titel Inbred
Regisseur Alex Chandon
Laufzeit 1 h 30 min
Starttermin 30 September 2011
Detail
Film-Details
Bewertung In Ordnung
Schauspieler
Mit: Jo Hartley, Seamus O'Neill, James Doherty, James Burrows, Neil Leiper, Nadine Rose Mulkerrin
Trailer

Alex Chandon ist zurück. Nach seinem „Cradle of Fear“ ist es ja sehr still um ihn geworden. Obwohl „Cradle of Fear“ bei Fans des Splattergenres immer noch einen sehr hohen Stand hat, war man sich nicht so recht sicher, was einem mit dem neuen Film von Chandon erwartet. Splattergalore oder eher ein Film mit einer guten Atmosphäre und weniger Effekten? „Inbred“ ist eine harte Horrorkomödie, die sich selber nicht so ganz ernst und Horrorperlen wie Texas „Chainsaw Massacre“ und „Wrong Turn“ etwas auf die Schippe nimmt.

Dass „Inbred“ nichts für Zartbesaitete ist, macht Splatter-Experte Alex Chandon bereits in der ersten Szene deutlich: Gliedmassen fallen da rigoros der Axt zum Opfer und auch im weiteren Verlauf werden fröhlich Köpfe abgetrennt, Schädel zertrümmert, Körperteile zerfetzt und Menschen in Stücke gerissen, während die Kamera sich mit bösartiger Wonne an den Verstümmelungen labt. Der Film ist teils sehr überdreht und für den normalen Filmeliebhaber schwer nachzuvollziehen. Die Story klingt gut, wenn auch schon einige Male gesehen. Es ist schwer in der heutigen Zeit einen Horrorfilm zu produzieren der von Kreativität und Originalität strotzt. Allen witzigen Dialogen und ulkigen Make-Up-Effekten zum Trotz dürfte dem Zuschauer aber spätestens dann das Lachen im Halse stecken bleiben, wenn Chandon beginnt, seine Helden-Truppe zu dezimieren. Die Gore-Einlagen und Metzelszenen selbst sind nämlich keineswegs auf komisch getrimmt, sondern bleiben über weite Strecken schmerzhaft realistisch. Auf dem schmalen Grat zwischen rabenschwarzem Humor und blankem Sadismus werden liebgewonnene Figuren gnadenlos zu Hackfleisch verarbeitet, das Leid der Protagonisten wird mit garstigen Sprüchen und makabren Pointen quittiert – dabei entsteht die richtige Mischung aus galligem Humor und angstvoller Spannung, die „Inbred““ irgendwo zwischen waschechtem Horror wie „The Hills Have Eyes“ und überdrehtem Splatter-Ulk a la „2001 Maniacs“ positioniert.

Die Story von „Inbred“ ist ganz nett, fesselt einen aber nicht wirklich lange. Das grösste Problem ist, dass die Story gut die Hälfte des Films in Anspruch nimmt und es erst nach ca. 45 Minuten wirklich zur Sache geht. Wenn man sich da an „Cradle of Fear“ erinnert, wird man schnell merken, dass Chandon nun deutlich mehr Wert auf einen gewissen Grad an Storytelling legt. Aber die Geschichte kann einen nicht wirklich fesseln, von daher wäre es besser gewesen, man hätte gut 25 Minuten weniger Story zu Gesicht bekommen. Nun gut, die Schauspieler hingegen machen ihren Job sehr gut. Besonders die von Jo Hartley (This Is England) exzellent gespielte Kate mausert sich schnell zum grossen Sympathieträger fernab aller ausgetretenen „Final Girl“-Pfade. Auf der Gegenseite überzeugt vor allem der von Seamus O’Neill (Gefährten) gleichermassen charismatisch wie diabolisch gespielte Jim, während seine Gefolgschaft als debile Ansammlung von Dorftrotteln vorgeführt wird, die in erster Linie mit ihren skurrilen Deformierungen und verschrobenen Eigenarten für Heiterkeit sorgt.

Die Musik ist richtig klasse und passt sich sehr gut dem gezeigten an. Immer wieder kommt wirklich Atmosphäre auf. Auch die Kamera macht einen sehr guten Job und liegt Lichtjahre vor dem Bild, welches man sich bei „Cradle of Fear“ antun musste. Aber was ist mit den Effekten? Ja, die Effekte sind ganz ordentlich geworden, allerdings nicht so kreativ und ausschweifend wie bei „Cradle of Fear“, was Gorehounds sicherlich enttäuschen dürfte. Auch eine CGI-Effekte haben sich darunter gemischt, diese sind aber sehr gut umgesetzt und wissen zu gefallen. Besonders zum Ende hin, hätte man sich dann aber doch mehr gewünscht. Es kommt einem so vor, als wäre hier irgendwie ein grosser Teil der Effekte vergessen worden. So viele Bewohner überleben, auch wenn das Ende an sich richtig gut und vor allem auch lustig ausgefallen ist.

Zwar reicht „Inbred“ nicht an den durchaus ähnlichen, aber im Vergleich einfallsreicheren „Severance“ heran, doch das fade Backwood-Mittelmass lässt er locker hinter sich. Im Vergleich zu seinen früheren Werken beweist Chandon enorm Geschick in Bezug auf Atmosphäre und Spannung. Das Unbehagen, welches dem Zuschauer ab Filmbeginn entgegenwummert ist in seiner Darstellung als sehr nennenswert zu betiteln. Düstere Farben und merklich stimmiger Spannungsaufbau prägen diesen kleine Indie-Hit – zumindest bis zur Filmmitte. Nach 45 Minuten Laufzeit wird „Inbred“ handfest, dDie teilweise kruden Spezialeffekte verfehlen ihre Wirkung selten und dürften vermutlich auch Grund dafür sein, dass die ungeschnittene Filmfassung von „Inbred“ keine deutsche Freigabe erhalten wird. Alex Chandon hat den Amateur-Splatter hinter sich gelassen und kuttelt jetzt auf B-Movie-Niveau herum. Zum Einstand gibt es ein zynisch-sickes Wald- und Wiesenschlachtfest zu Ehren alter Terrorklassiker. Neue Ideen gibt es nicht, dafür Blut, Kutteln, krude Schocks und kranke Einfälle bis zum Abwinken. Für Freunde gemeingefährlicher Hinterwäldler, knatternder Kettensägen, phallischen Karotten und abgesägter Schrotflinten sicherlich eine Party, alle anderen begegnen „Inbred“ besser mit Vorsicht. ;)





Auch interessant:

It Stains the Sands Red Die Story von "It Stains the Sands Red" dreht sich um eine Stripperin, die in der Wüste von Las Vegas von einem Zombie verfolgt wird und schnell lernt, wie sie dem Untoten aus dem Weg gehen kann. Sie ...
Bubba the Redneck Werewolf Basierend auf der gleichnamigen Comicbuchreihe von Mitch Hyman entstand im Jahre 2014 die Horror-Komödie "Bubba the Redneck Werewolf", bei der Brendan Jackson Rogers im Regiestuhl sass. In diesem Film...
Mayhem Regisseur Joe Lynch (Knights Of Badassdom, Everly - Die Waffen einer Frau) schmeisst in "Mayhem" kurzerhand die Konzepte von "28 Days Later", "It Comes At Night" und "The Purge" zusammen und kreuzt da...
It Came from the Desert "It Came from the Desert" ist eine liebevolle Adaption zu Cinemawares Spieleklassiker von 1989, setzt ähnlich wie seine Genrekollegen auf eine geballte Ladung Wahnsinn und Absurditäten, kommt im Gegen...
Little Evil "Little Evil" ist eine Parodie auf Horrorfilme mit "bösen" Kids wie "Das Omen", "Rosemaries Baby", "Shining" oder "Poltergeist" und geizt deswegen auch nicht mit Anspielungen, Referenzen und Querverwe...
Hatchet "Hatchet" ist eine klare Hommage und Liebeserklärung an die Blut-Exzesse der 80er Jahre. Mit dieser Mischung aus "Freitag der 13." und "Das Ding aus dem Sumpf" dürfte es Green gelingen, aich einen Pla...