Elliot, der Drache

2016Länge unbekannt
Kurzinhalt

Seit Jahren erfreut Holzschnitzer Mr. Meacham die Kinder aus der Nachbarschaft mit Geschichten über einen wilden Drachen, der in den tiefen Wäldern des Pazifischen Nordwestens lebt. Für seine Tochter Grace, Försterin in der Umgebung, waren diese Geschichten nie mehr als Legenden, bis sie den Jungen Pete kennenlernt... Der mysteriöse Zehnjährige hat weder Familie noch ein Zuhause und behauptet, zusammen mit einem gigantischen grünen Drachen namens Elliot in den Wäldern zu leben. Auf wundersame Weise hat das Wesen aus Petes Beschreibungen große Ähnlichkeit mit dem Drachen aus Mr. Meachams Geschichten. Zusammen mit der elfjährigen Natalie, der Tochter von Sägewerkbesitzer Jack, macht es sich Grace zur Aufgabe, Petes Herkunft und das Geheimnis seines Drachens zu lüften..

Metadaten
Titel Elliot, der Drache
Original Titel Pete's Dragon
Regisseur David Lowery
Laufzeit Länge unbekannt
Starttermin 10 August 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Schauspieler
Mit: Bryce Dallas Howard, Oakes Fegley, Wes Bentley, Karl Urban, Oona Laurence, Robert Redford
Trailer

Für mich ist das Original „Elliott, das Schmunzelmonster“ eine der schönsten Disneyfilmklassiker überhaupt und eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen. Umso skeptischer war ich, als ich von dem Remake hörte, welches Kritiker weltweit einhellig als „schönsten“ oder „besten“ Film des Jahres feierten und als bislang gelungenstes Remake eines Disneyfilms lobten. Obwohl Remake und Original im Englischen beide den Titel „Pete’s Dragon“ tragen, ist es sinnvoll das David Lowerys Neuverfilmung in unseren Breiten nicht auch wieder „Elliot – Das Schmunzelmonster“ heisst, sondern ganz nüchtern „Elliot, der Drache“. Denn während sich der Disney-Klassiker von 1977 noch als ausgelassen-märchenhaftes Musical im Zeichentrick-Realfilm-Mix präsentierte, ist die 2016er-Version eine echte Neuerfindung des Stoffes, die nur den Originaltitel sowie einige ganz wenige Story-Details mit der Vorlage gemein hat. Ganz ohne Gesang und ohne buntgezeichnetes Fabeltier erinnert der Film viel eher an 80er Jahre Familien-Klassiker wie „E.T. – Der Ausserirdische“ oder „Die Goonies“.

Elliot, der Drache

Trotz der Lobeshymnen erwartete ich wirklich nicht viel, als mir diesen Film anschaute. Und diese Neuverfilmung ist tatsächlich ganz anders, als das fröhlichere, ausgelassenere, humorvollere Original und hatte mit diesem auch nur noch die Grundidee gemein. Beim Schauen des Films fühlte ich mich mit meinen 44 Jahren aufs angenehmste in die Zeit der grossen Disneyrealfilmklassiker zurückversetzt und wurde selbst für anderthalb Stunden wieder zum Kind. Dieser Film bietet eine mitreissende, zuweilen traurige, mitunter spannende und auch heitere Geschichte, welche den Zuschauer durch ein Wechselbad der Gefühle schickt, ein schöner Soundtrack, tolle Aufnahmen, ein jungen Regisseur mit einer offensichtlichen Gabe fürs Geschichtenerzählen und nicht zuletzt ein hervorragend besetzter Cast, aus dem der junge Oakes Fegley als Pete ganz besonders hervorsticht. Der ungemein sympathische Junge spielt absolut natürlich und glaubhaft, ihm nimmt man zu jeder Zeit das „wilde Kind“ ab, man fiebert jederzeit mit ihm – wenn er sich freut, dann freut man sich mit, wenn er leidet dann ist es buchstäblich herzzerreissend.

Elliot, der Drache

Wenn Pete ziemlich zu Beginn des Films mit Elliot durch den Wald tobt und in Bächen plantscht, lässt die neuseeländische Effektschmiede Weta Digital (Der Herr der Ringe, Der Hobbit) kurz die CGI-Muskeln spielen. Der flauschige Drache schüttelt nach der nassen Abkühlung wie ein Hund sein Fell aus – jeder informierte Zuschauer weiss, was für eine unglaubliche Rechenleistung in diese nur wenige Sekunden lange, ungeheuer plastisch und lebendig wirkende Szene geflossen sein muss. Aber hier wird abgesehen vom etwas actionlastigeren Showdown nicht einfach nur ein weiteres Computereffekt-Feuerwerk abgebrannt – von denen gibt es wahrlich schon genug. Stattdessen ist der Film so bodenständig, wie ein Film über einen Jungen und seinen magischen Drachen nur sein kann. Endlich taugen in einem Film mit Blockbuster-Budget auch mal wieder selbst die kleinen Dinge zum grossen Abenteuer – etwa das Herumklettern von Pete in seinem eindrucksvollen, mit der Hilfe von Elliot errichteten Baumhaus. Nur als Elliot sich nach Verlassen des Waldes plötzlich in der Welt der Menschen zurechtfinden muss, ergeben sich einige Längen, auch weil von hier an exakt die Handlungspfade eingeschlagen werden, die man in dieser Geschichte erwartet.

Elliot, der Drache

Um diese nicht ganz taufrische Story aufzupeppen, hätte man etwa den klassischen Erzählton auf die heutige Lebenswirklichkeit der Kids prallen lassen können. So wirkt der in einer unbestimmten Zeit, die eher wie die 80er Jahre wirkt als wie die Gegenwart, angesiedelte Film mitunter wie eine nostalgische Erinnerung an eine unschuldigere, naivere Vergangenheit, die wohl eher die erwachsenen Begleiter als das kindliche Zielpublikum anspricht. Dabei dürfte Elliott der wohl liebenswerteste, knuffigste und treuherzigste Drachen seit dem Glücksdrachen Fuchur aus der „Unendlichen Geschichte“ (1984) sein und ist somit der absolute Kinderliebling. In weiteren Rollen sind übrigens Karl Urban (Herr der Ringe, Star Trek) und Hollywood-Urgestein Robert Redford zu sehen, der zwar nicht all zuviel zu tun hat, in seiner Darstellung als sympathischer Grossvater aber voll überzeugt und auch nicht störend wirkt. Die Idee der Disneystudios ihre alten Klassiker in (Realfilm-) Neuauflagen rauszubringen zeugt zwar nicht gerade von überbordender Originalität, doch muss ich zugeben, dass sie sich zunehmend als überraschend gut erweist. Ich bin daher schon sehr gespannt auf die geplanten kommenden Realfilmversionen der Disneyklassiker „Die Schöne und das Biest“, „König der Löwen“, „Peter Pan“ und „Aladdin“. Im Moment scheint Disney jedenfalls ein gutes Händchen für diese Art Realfilme zu haben, die etwas bieten, was ich in dieser Form sehr lange im Kino vermisste: Tolle Unterhaltung für die ganze Familie und die Rückkehr der längst erloschen geglaubten Disney-Magie.



Auch interessant:

Kubo – Der tapfere Samurai Bei "Kubo - Der tapfere Samurai" (OT: Kubo and the Two Strings) handelt es sich um den vierten Animationsfilm der Laika Studios, jener Filmschmiede, die zuvor die ebenfalls als Stop-Motion-Abenteuer k...
Pan Die Geschichte vom Jungen, der nicht altert, begeistert seit über hundert Jahren Kinder jeden Alters überall auf der Welt. Die neueste Verfilmung "Pan" will die Digital Natives mit einer zeitgemäss ve...
Star Wars: Die letzten Jedi Der Film erzählt seine Story in cleverem Arrangement und bietet dabei in seinen über 150 Minuten viele beeindruckende Schlachten. Auch das Finale liefert den wahrscheinlich unfairsten Standoff der Sag...
Die Mumie Ein Tom Cruise macht noch lange keinen guten Film. Die Neuauflage des Klassikers wirkt farblos, die Story selbst ist zu Beginn stark an den Klassiker angelehnt, wodurch man noch einiges an Hoffnung he...
The Great Wall "The Great Wall" bekommt das Kunststück fertig zwar ziemlich aufwendig, aber gleichzeitig auch ganz schön billig auszusehen. Besonders das CGI vermag nicht imer zu überzeugen, doch auch die sonstige A...
Nightmare Before Christmas Unter der Regie von Henry Selik erschien im Jahre 1993 mit "Nightmare Before Christmas" der erste abendfüllende Stop-Motion-Kinofilm. Beim Stop-Motion-Verfahren werden modellierte Puppen vor einem sta...