Armed Response - Unsichtbarer Feind

20171 h 37 min
Kurzinhalt

Seitdem seine Tochter ums Leben gekommen ist, meidet der Programmierer Gabriel (Dave Annable) die Öffentlichkeit. Zurückgezogen verbringt er seine Tage, bis er eines Tages Besuch von Isaac (Wesley Snipes) erhält. Dieser überredet Gabriel dazu, zusammen mit einer kleinen Spezialeinheit in eine geheime, militärische Einrichtung einzudringen. Dort ist nämlich ein Programm zur Lügenerkennung im Betrieb, das Gabriel einst entwickelt hat und das perfekt funktioniert. Doch rätselhafterweise sind in dem Gebäudekomplex mehrere Soldaten spurlos verschwunden und nun gilt es, diese ausfindig zu machen. Bei ihren Untersuchungen stoßen Gabriel, Isaac und die anderen jedoch auf eine Leiche nach der anderen und zu allem Überfluss werden sie auch noch eingesperrt. Irgendjemand oder irgendetwas will ihnen ans Leder…

Metadaten
Titel Armed Response - Unsichtbarer Feind
Original Titel Armed Response
Regisseur John Stockwell
Laufzeit 1 h 37 min
Starttermin 4 August 2017
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Schlecht
Bilder
Schauspieler
Mit: Wesley Snipes, Anne Heche, Gene Simmons, Dave Annable, Colby Lopez, Mike Seal
Trailer

Wesley Snipes versucht wieder Fuss zu fassen, diesmla mit John Stockwells „Armed Response“, einem von den World Wrestling Entertainment Studios (!) sowie Kiss-Gitarrist Gene Simmons (!!) produzierten Militär-Actioner. Hier darf dann auch wieder ein Wrestling-Star sein Debüt in einem Spielfilm feiern, nämlich Colby Lopez alias Seth Rollins. Wer dann der eigentliche Star des Filmes sein soll und wer es dann ist, darüber lässt sich streiten.

Vom Studio aus erwartet man, dass Seth Rollins die Hauptrolle hat. Das Cover und der Trailer werben aber prominent mit Wesley Snipes. In Wirklichkeit ist dann aber Dave Annable (Yellowstone) das wahre Herz des Filmes. Die Tragödie hinter seiner Figur ist zwar für den Film völlig egal, er funktioniert jedoch sehr gut als moralischer Kompass und hat zusätzlich ein paar coole Momente – ganz im Gegensatz zu Wesley Snipes. Der spielt mit einem einzigen Gesichtsausdruck seinen Part ohne Highlights durch. Nach seinem Gefängnisaufenthalt braucht er wohl wieder Geld, aber nach seiner Rückkehr in „Expendables 3“, dachte ich er hätte noch Spass an seinem Job, aber scheinbar lag ich falsch. Seth Rollins hat eine starke physische Präsenz und darf hier ein richtiger Arsch sein, dass er dann mehrmals gegen die viel kleinere Anne Heche antreten muss, ist jedoch ein wenig lächerlich.

Vor 20 Jahren wäre ein Film mit Wesley Snipes und Anne Heche in den Hauptrollen noch eine mittelgrosse Hollywood-Kiste gewesen. Aber die Zeiten sind lange vorbei. Nun spielt Heche in „Armed Response“ eine vollkommen austauschbare Soldatenfigur, während wir bei Snipes jenes unbändige Charisma vermissen, das ihn einst dank Rollen in Filmen wie „Weisse Jungs bringen’s nicht“ oder „Passagier 57“ zu Weltruhm katapultiert hat. Snipes ist überhaupt nur sehr selten zu sehen und absolviert dabei keine einzige Kampfszene. Wird er es in Zukunft genauso machen wie Kollege Steven Seagal, der 2016 in sieben Filmen zum Teil nur kurz auftrat, damit die Produzenten sein Gesicht gross auf das Poster drucken konnten? Wie auch immer, stattdessen darf man sich zumindest über ein kurz-knackiges Faustkampf-Intermezzo zwischen Heche und WWE-Wrestler Seth Rollins (Sharknado 4: The 4th Awakens) freuen.

Was bleibt ist eine ganz ansehnliche erste Hälfte, ein paar nette Tricks, Schockmomente, Gore-Effekte und etwas Spannung in der Luft inklusive. Die verschwindet dann jedoch sehr abrupt und dann wartet man nur mehr darauf, bis all diese nur um ihre eigene Haut besorgten Idioten, endlich das Zeitliche gesegnet haben. Keine toll choreographierten Kämpfe, keine coolen Sprüche, da kommt einfach nichts vor, dass aus dem Einheitsbrei ähnlicher Produktionen herausragen würde. Dabei hätte „Armed Response“ mit einer temporeicheren Inszenierung und einem pfiffigeren Skript ein solides B-Movie werden können. Aber leider kommt der Genre-Bastard aus Horror, Sci-Fi und Militär-Action nur sehr spät in Fahrt und dann auch nur kurz. Weder die ereignisarme Handlung noch die eindimensionalen Figuren werden dem eigentlich vielversprechenden Konzept des Films gerecht.



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