Bubba the Redneck Werewolf

Bubba the Redneck Werewolf

20141 h 20 min
Kurzinhalt

Hundefänger Bubba (Chris Stephens) ist ein Loser und das Gespött von ganz Cracker-County. Dass er das Herz der schönen Bobbie Jo (Malone Thomas) erobern will, bleibt so nur ein Traum. Doch dann trifft er den Teufel (Mitch Hyman) und geht mit diesem einen Deal ein. Im Austausch für seine Seele wird er zum härtesten Kerl im ganzen Ort. Doch wer mit dem Teufel Geschäfte macht, muss damit rechnen, dass es eine Nebenwirkung gibt: Und so wacht Bubba am nächsten Tag als haariger Werwolf (nun: Fred Lass) auf. Den Kummer darüber ertrinkt er im Alkohol. Doch als seine Stadt bedroht wird, ist er trotzdem an Bubba, sie zu retten. Und so nimmt er es mit fiesen Hobos, brutalen Bikern und Zombie-Horden auf…

Metadaten
Titel Bubba the Redneck Werewolf
Original Titel Bubba the Redneck Werewolf
Laufzeit 1 h 20 min
Starttermin 24 Oktober 2014
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Bilder
Trailer

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Basierend auf der gleichnamigen Comicbuchreihe von Mitch Hyman entstand im Jahre 2014 die Horror-Komödie „Bubba the Redneck Werewolf“, bei der Brendan Jackson Rogers im Regiestuhl sass. In diesem Film werden alle bekannten Klischees der Rednacks durchgekaut und obendrein ist ein roter Teufel zu sehen, der nicht einmal vor einer Nonne Halt macht. In den Rollen sind unter anderem Fred Lass als Bubba, Malone Thomas als Bobbie Jo und Mitch Hyman als Teufel zu sehen, die es tatsächlich schaffen, die Geschichte zum Leben zu erwecken. Die Effekte gefallen und der Humor ist gelungen, so das Genrefans auf ihre Trash-Kosten kommen sollten.

Zugegeben, Bubba (Fred Lass) ist ein bisschen tumb. Naja, eigentlich sehr tumb. Im Prinzip ist er so dumm wie ein Stück Brot. Aber dafür ist er ebenso liebenswert wie gutmütig. In den zwanzig Jahren seitdem „Bubba the Redneck Werewolf“ zum ersten Mal in Comics auftauchte, gab es bereits einige Gelegenheiten, den Stoff in Theater- und Fernseh-Versionen zu adaptieren. Wo die Studios letztendlich versagt haben, fanden Mitch Hyman mit einer Handvoll Helfer die Zeit das Charakterkonzept zu verwirklichen und etwas Besonderes zu kreieren. Vielleicht war es Schicksal, dass unabhängige Filmemacher in der Zeit, in der Bubba auf Eis lag, zu der Technik auf Studio-Niveau aufschliessen konnten, wobei sich das Ergebnis absolut sehen lassen kann. Horror, Humor und Hybris machen diesen Hühnchen fressenden, Zigarren-mampfenden und Whiskey-saufenden Werwolf zu dem Helden, den wir alle verdienen. Der Teufel steckt buchstäblich im Detail. Bubbas Erfinder Mitch Hyman spielt den gehörnten Antagonisten höchst persönlich, angelockt von einem wohlmeinenden, aber ansonsten idiotischen Kumpel, der dumm genug ist, seine Seele zu verkaufen, um seine High-School-Geliebte zurückzubekommen.

„Bubba the Redneck Werewolf“ ist in seiner Leinwand-Adaption ein launiger und sich zu keiner Zeit ernst nehmender Horrormix, gespickt mit galligem Südstaaten-Flair – über das sich der Film im gleichen Masse lustig macht wie über die Horrormotive, Frauen- und Männerklischees, die Waffenvernarrtheit der Amerikaner oder religiöse Empfindungen. Nein, heilig ist dem Film nicht wirklich viel. Ein guter Grund für den Spass, denn man während der rund 78 Minuten mit „Bubba the Redneck Werewolf“ haben kann. Natürlich sollte man wissen, dass die Produktion eher günstig gehalten ist. Das gilt für die Masken, wie für die zahlreichen Nebendarsteller, deren Leistung überschaubar sein mag. Aber auch das teils knallchargige Agieren der Schauspieler passt am Ende ganz gut zum Film selbst. Man muss sich drauf einstellen und nicht zwingend filmische Hochkultur erwarten. Sämtliche Figuren sind brutal überzeichnet – vom Vietnam-Veteran, der seine Eier in der Tet-Offensive verloren hat über die abgehalfterte Barfrau bis hin zum Klischee-Motorradrocker. Der grösste Teil des Films spielt in der lokalen Bar, deren Name sich im Laufe des Films permanent verändert und dabei ein paar Wortspiele offenbart. Erstaunlich ist, dass sogar Sprüche wie „Bumsen macht die Beine schlapp“ oder alberne Namen wie „Popelfurz“ nicht nerven. Ziemlich drüber ist allerdings die Kotzerei der „Psycho-Tante“, hier übertreibt es der Film mit seinem Willen zur Persiflage.

Mit einem Make-up-Design, das es Bubba ermöglicht, der erste filmische Werwolf zu sein, der tatsächlich lächeln kann, während er tötet, weiss die Produktion mit einer coolen Kombination aus praktischen und computergenerierten Effekten zu unterhalten. Clevere Details und gutmütige Seitenhiebe in Richtung Kleinstadtleben schaffen es, die Geschichte in Gang zu halten. Dabei fühlt man sich an Samstagmorgen-Cartoons erinnert – die wirklich gewalttätigen, bevor die Sender entschieden, dass Kinder den Unterschied zwischen Zeichentrick und Realverfilmung nicht erkennen können – kombiniert mit ein paar strategisch gut platzierten Seitenhieben. Atmosphärisch passend gibt es dazu einen stimmigen Mix aus Original Country-Songs und ein paar extra komponierten Countrypunk-Tunes. Vor allem der Titelsong ragt schon textlich heraus, wenn Bubba, der Redneck Werwolf als dumm aber liebenswert beschrieben wird. Funktionieren tut das Ganze, weil man den Machern trotz oder gerade wegen ihrer Limitiertheit im Budget die Leidenschaft jede Sekunde ansieht. Das Gleiche gilt für die Darsteller. Denn man muss solche Dummbaze eben auch erst einmal überzeugend darstellen und das macht vor allem Malone Thomas als Bobbie-Jo herausragend. Sie bildet praktisch den Mittelpunkt des Films. Gerade die Verkörperung der Südstaaten-Schönheit mit überschaubarem Intellekt hätte ganz furchtbar in die Hose gehen können. Thomas‘ Darstellung der stereotypen Redneck-Lady trifft den Nagel aber auf den Kopf.

„Bubba the Redneck Werewolf“ ist ein grosser Spass, sofern man sich drauf einlassen kann. Immer vorausgesetzt, man ist sich bewusst, dass schlechter Geschmack und plakatives Schauspiel hier gezielt genutzt werden, um dem Trash-Charakter zu entsprechen. Genau das macht Bubba aber zum perfekten Film für eine Horror-Nacht zu fortgeschrittener und bierseliger Stunde. „Bubba – The Redneck Werewolf“ ist einer dieser Filme (wie z.B. das Original von „Evil Dead“), der einfach nicht derselbe wäre, wäre er nicht mit dem Herzblut, der Liebe zum Detail und einem gut angelegten Mikro-Budget verwirklicht worden, das unabhängige Filmstudios dazu zwingt so kreativ wie leidenschaftlich zu sein. Wird er ein Publikum finden, das es verdient diesen Streifen vorgesetzt zu bekommen?

Mayhem

Mayhem

20171 h 26 min
Kurzinhalt

Was für ein Tag: Der Anwalt Derek Cho (Steven Yeun) wird von einem Kollegen verleumdet und daraufhin zu unrecht von seinem Arbeitgeber gefeuert. Kurze Zeit später bricht im Gebäude der Kanzlei ein gefährliches Virus aus, welches bewirkt, dass die Infizierten willenlos ihren niedersten Impulsen folgen. Da der Komplex rasch zur Quarantänezone erklärt wird, ist auch Cho in den Büroräumen gefangen und muss jetzt nicht mehr nur um seinen Job, sondern vor allem ums nackte Überleben kämpfen...

Metadaten
Titel Mayhem
Original Titel Mayhem
Regisseur Joe Lynch
Laufzeit 1 h 26 min
Starttermin 13 März 2017
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Detail
Film-Details
Bewertung Müll
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Regisseur Joe Lynch (Knights Of Badassdom, Everly – Die Waffen einer Frau) schmeisst in „Mayhem“ kurzerhand die Konzepte von „28 Days Later“, „It Comes At Night“ und „The Purge“ zusammen und kreuzt das Ganze zudem noch mit Greg McLeans Arbeitsplatz-Splatterorgie „Das Belko Experiment“. Ergebnis ist eine nur selten bissige Gesellschaftssatire mit brutalen Büroschlachten, in der leider nur die plattesten Stammtischparolen gegen die Finanzindustrie aufgefahren werden. So ist „Mayhem“ wohl am ehesten noch zum Frustabbau für ihren Job und ihren Chef verachtende Zuschauer geeignet.

In jeder Firma gibt es hinterhältige Angestellte, die für die eigene Karriere über Leichen gehen. Da werden für eigene Interessen gern mal die Kollegen in die Pfanne gehauen, die sich dann für Dinge rechtfertigen müssen, von denen sie gar nichts wissen. Leider ist es im wahren Leben schon lange nicht mehr so, dass man mit Ehrlichkeit weiterkommt. In einer Ellenbogengesellschaft, in der nur Leistung zählt, muss man ein Schwein sein, um erfolgreich bestehen zu können. Genau jene These vertritt auch der Action-Splatter „Mayhem“, der schwarzhumorig vermittelt, wie sich die derzeitige Unternehmenskultur entwickelt hat. Hier wird gehörig gegen Unternehmensführer gewettert, in deren Händen das Schicksal des kleinen Mannes liegt. Damit spricht man natürlich all jenen aus der Seele, die im Job nichts zu lachen haben und sich unterwerfen müssen. Für genau diese Menschen gibt es Filme wie „Mayhem“, die vermitteln wollen, dass auch boshafte Angestellte und Unternehmensbosse irgendwann mal an ihren Meister geraten.

Klingt irgendwie bekannt und einige werden vermutlich jetzt ein Déjà-vu und nein, „Mayhem“ ist keine Fortsetzung und kein Remake zu „Das Belko Experiment“. Beide Filme sind thematisch sehr ähnlich und zeigen streitsüchtige Angestellte, die plötzlich zu aggressiven Killermaschinen werden und dabei weder Freund noch Feind kennen. Interessanterweise nimmt sich „Mayhem“ trotz brutaler Gangart gern mal selbst auf die Schippe. Die Inszenierung gleicht nicht selten einer Film-gewordenen Comicverfilmung, wo sich Protagonisten Prügel aussetzen und danach aufstehen, als ob nichts gewesen wäre. Doch damit nicht genug, „Mayhem“ strotzt nur so vor Zynismus und schwarzen Humor. Obwohl sich viele Figuren ihrem Schicksal bewusst sind, haben sie stets trockene Sprüche auf den Lippen. Das mildert den Härtegrad der vielen Gewalteskapaden, die mit fortlaufender Spielzeit von Regisseur Joe Lynch genüsslich zelebriert werden. Mit Splatter, Action und boshaften Spässen hat der Filmemacher Erfahrung. Der feierte seinen Regiedebüt mit der günstig produzierten Fortsetzung zum Backwood-Slasher „Wrong Turn“ und übernahm danach die Inszenierung eines Segments der zitatreichen Horror-Anthologie „Chillerama“. Seither sind viele Jahre vergangen und Lynch scheint recht sicher auf seinem Regie-Posten zu sitzen. Vorbei sind die Zeiten schlechter Spezialeffekte und mässiger Low-Budget-Produktionen. „Mayhem“ ist von Anfang bis zum Ende durchgestylt und macht einen professionellen Eindruck. Hinzukommt, dass der Regisseur gern mal die Speed-Taste drückt und euphorische Zerstörungslust auslebt.

Unterm Strich entpuppt sich „Mayhem“ als unterhaltsamer Party-Splatter, der hemmungslos mit miesen Menschen aufräumt. Der Film besitz einen kritischen Unterton, der nicht nur mit skrupellosen Praktiken profitgeiler Unternehmensbosse aufräumt. Der Film spricht gern auch jedem Arbeitnehmer aus dem Herzen, der für seinen Job alles tut, aber dennoch ersetzbar ist, wenn es darauf ankommt. Da ist es am Ende fast schon eine Genugtuung, wenn den Bösewichten der Garaus gemacht wird und sie für ihre selbstsüchtigen Missetaten bestraft werden. „Mayhem“ ist eine unsinnige Gewaltorgie, die man nicht allzu ernstnehmen sollte. Das tut der Film nämlich selbst zu keiner Minute und zeigt wie sich ein gekündigter Arbeitnehmer in einem Hochhaus, ähnliche wie im Remake zu „Dredd“ oder „The Raid“, von unten nach oben durchmetzelt. „Mayhem“ gleicht in seiner brachialen Zerstörungs- und Wutorgie einem actiongeladenen Computerspiel. Die Figuren bestehen aus Stereotypen und viel Substanz ist nicht vorhanden. Aber intellektuell will „Mayhem“ überhaupt nicht sein, sondern nur kurzweilig unterhalten. Das gelingt ihm ganz gut. In null Komma nichts befindet sich der Zuschauer im Geschehen und folgt einem gefrusteten Angestellten, der sich zynisch durch Büros metzelt.

Wer eine Leidenschaft für Filme besitzt, die kaum Handlung, dafür viel Gewalt zu bieten haben, ist mit dem Film gut bedient. In „Mayhem“ geht es nicht zimperlich zu. Hier kommen elektrische Sägen und Nagelpistolen zum Einsatz, um Arbeitskollegen das Lebenslicht auszublasen. Gesplattert und geprügelt wird reichlich. Demzufolge ist der Film hierzulande erst für Volljährige geeignet. Die Grausamkeiten werden aber so überspitzt zelebriert, dass der Streifen eine ungeschnittene Fassung erhalten hat. Selbst wenn man all die verpassten thematischen Chancen beiseite lässt und „Mayhem“ stur als ambitionslosen Genrespass hinnimmt, fällt das Ergebnis allenfalls mittelmässig aus. Zunächst macht es vor allem Laune, die fast schon wie Wimmelbilder funktionierenden Hintergründe zu beobachten – während die Protagonisten im Zweifelsfall unwichtiges Zeugs reden, herrscht hinter ihnen meist das blanke Chaos. Der Streifen nimmt sich selbst nicht ernst bzw. ist mit viel Ironie, Sarkasmus und bisweilen Zynismus durchzogen, doch wirklich witzig wird es nie. Dennoch wird der Klassenkampf nie langweilig und der Krieg im Büro hat mich locker unterhalten.

It Came from the Desert

It Came from the Desert

20171 h 30 min
Kurzinhalt

Die Hormone spielen im schüchternen Brian (Harry Lister Smith) verrückt, als er eines Tages zusammen mit seinem durchgeknallten Kumpel Lukas (Alex Mills) sowie Lisa (Vanessa Grasse) zu einer Motorcross-Party in der Wüste aufbricht. Denn Brian hat schon eine ganze Weile ein Auge auf Lisa geworfen und die hoffentlich feuchtfröhliche Sause im Sand könnte die perfekte Gelegenheit sein ihr näherzukommen. Vor Ort tut sich Brian allerdings ziemlich schwer aus sich herauszukommen. Aber wenig später ist das nur noch sein geringstes Problem. Denn als sie eine versteckte und verlassene Forschungsanlage finden und näher inspizieren, machen sie eine schaurige Entdeckung: Riesige mutierte Ameisen tummeln sich dort! Klar, dass diese alsbald ausbüxen und Jagd auf die feiernde Meute macht. Für Brian, Lisa und die anderen entbrennt ein Kampf ums Überleben…

Metadaten
Titel It Came from the Desert
Original Titel It Came from the Desert
Regisseur Marko Mäkilaakso
Laufzeit 1 h 30 min
Starttermin 29 Oktober 2017
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Film-Details
Bewertung In Ordnung
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„It Came from the Desert“ ist eine liebevolle Adaption zu Cinemawares Spieleklassiker von 1989, setzt ähnlich wie seine Genrekollegen auf eine geballte Ladung Wahnsinn und Absurditäten, kommt im Gegensatz dazu aber gänzlich ohne die aktuell so populären Killerhaie aus. Was hier stattdessen für Ärger sorgt? Mutierte Riesenameisen, die sich bei Gelegenheit auch gerne mal an den Biervorräten einiger nichtsahnender Teens bedienen.

Wer schon in den 80er Jahren gerne zockte, der bekommt bei der blossen Nennung so mancher Spieleschmiede leuchtende Augen: Lucasfilm und Sierra sind Paradebeispiele, in geringerem Maße auch SSI oder Cinemaware. Wie der Name des letzteren Entwicklers bereits verriet, tummelten sich dort allerhand Filmfans. In Spielen wie „Defender of the Crown“ oder „Lords of the Rising Sun“ huldigten sie alten Filmen, in für die damalige Zeit beeindruckender Optik. „It Came from the Desert“ war eines der bekanntesten Spiele der Amerikaner und erzählte, angelehnt an die Monsterfilme aus den 50ern, die Geschichte des Wissenschaftlers Dr. Greg Bradley, der eigentlich nur die Auswirkungen eines Meteoreinschlags untersuchen wollte, es daraufhin aber mit riesigen Ameisen zu tun bekam. Der Film „It Came from the Desert“ ist nun eine klare Hommage an den Klassiker, jedoch keine direkte Verfilmung. Ein paar Anspielungen an die Ereignisse von damals sind enthalten und zum Ende werden auch tatsächliche Spieleszenen eingeblendet, die einem das nostalgische Herz überlaufen lassen. Vorkenntnisse braucht es dennoch nicht, die Geschichte ist völlig unabhängig von der Vorlage.

Sofern man denn überhaupt von einer Geschichte sprechen mag. Die war natürlich auch damals schon eher dünn. Was will man auch gross erzählen, wenn es um den ewigen Kampf von Mann gegen Rieseninsekt geht? Zumindest war das Spiel aber noch mit Adventureelementen versehen. Actionsequenzen gab es natürlich auch jede Menge. Dazwischen musste Dr. Bradley aber fleissig Nachforschungen betreiben, um überhaupt zu den Ameisen zu gelangen. Mit dem Echtzeitablauf und den verschiedenen Enden war „It Came from the Desert“ angesichts des Themas sogar erstaunlich ambitioniert. Der Film ist das aber nicht und gross nachdenken soll hier wirklich niemand. Stattdessen wollen der finnische Regisseur Marko Mäkilaakso (War of the Dead) und sein Co-Autor Trent Haaga (Cheap Thrills, 68 Kills) vor allem eins: Spass haben. Die trashigen Wurzeln wurden herausgeputzt und ganz stolz in den Vordergrund gestellt. Da wird geschossen und gehackt, gemetzelt und gefressen. Richtig viel Spannung entsteht dabei nicht, soll aber auch gar nicht. Die riesigen Ameisen sind weniger Stoff für Albträume als vielmehr für gesellige Videoabende. Hier darf gegrölt werden, wenn die Viecher miteinander kommunizieren und Jagd auf Jugendliche machen, die ihnen körperlich wie intellektuell unterlegen sind.

Gerade wenn man glaubt, man hätte schon alles gesehen, kommt ein neuer Vertreter der Marke Trash-Horror daher. Schade ist beispielsweise, dass es hier eben kein kompetenter Wissenschaftler ist, der sich der Ameisen entledigt, sondern drei Jugendliche, die mal wieder mehr mit Hormonen und zwischenmenschlichen Fallstricken beschäftigt sind. Denn davon gibt es in dem Bereich nun wirklich mehr als genug und wird der Vorlage nicht wirklich gerecht. „It Came from the Desert“ ist aber auch nicht so lustig, wie es sein sollte. Nur manche Gags zünden richtig, bei anderen ist der Humor zu verkrampft. Ein Klassiker, wie es das Spiel war ist die Leinwandvariante nicht. Dafür ist sie am Ende doch zu harmlos und ohne eigene Identität, macht zu wenig, um sich von anderen Tiermonsterfilmen zu unterscheiden. Trotz einer gewissen B-Movie Affinität, fehlt es seinem Film über Biertrinkende Riesenameisen an Charme. Die Horrorkomödie erfüllt aber ihren Zweck, vor allem in geselliger Runde. Fans von Horror-Komödien à la „Arac Attack“ werden mit dem meist kurzweiligen und zitatenreichen „It Came From The Desert“ sicherlich ihren Spass haben. Für das Prädikat „potentieller Kult“ reicht es aber definitiv nicht.

Inbred

Inbred

20111 h 30 min
Kurzinhalt

Eine ungleiche Gruppe jugendlicher Straftäter aus der Stadt und ihre Aufsichtspersonen Jeff und Kate müssen für ein Wochenende gemeinnützigen Dienst in dem abgelegenen und sehr eigenartigen Dorf Mortlake in Yorkshire leisten. Die etwas seltsamen Bewohner des ländlichen Ortes bilden sich sehr viel darauf ein, unter sich bleiben zu müssen, weshalb sie nicht gerade gastfreundlich auf die Besucher reagieren. Durch ein Missverständnis kommt es dann zu einer blutigen Konfrontation mit den Dorfbewohnern, die daraufhin ihr wahres Gesicht zeigen. Plötzlich werden Jeff, Kate und die vier Jugendlichen von den Bewohnern gejagt. Sie haben es offensichtlich mit einer Gruppe von vollkommen psychopathischen Killern zu tun. Schnell wird aus dem gemeinnützigen Trip eine wahre Höllentour, bei dem es nur noch darum geht, das eigene Leben zu retten.

Metadaten
Titel Inbred
Original Titel Inbred
Regisseur Alex Chandon
Laufzeit 1 h 30 min
Starttermin 30 September 2011
Detail
Film-Details
Bewertung In Ordnung
Schauspieler
Mit: Jo Hartley, Seamus O'Neill, James Doherty, James Burrows, Neil Leiper, Nadine Rose Mulkerrin
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Alex Chandon ist zurück. Nach seinem „Cradle of Fear“ ist es ja sehr still um ihn geworden. Obwohl „Cradle of Fear“ bei Fans des Splattergenres immer noch einen sehr hohen Stand hat, war man sich nicht so recht sicher, was einem mit dem neuen Film von Chandon erwartet. Splattergalore oder eher ein Film mit einer guten Atmosphäre und weniger Effekten? „Inbred“ ist eine harte Horrorkomödie, die sich selber nicht so ganz ernst und Horrorperlen wie Texas „Chainsaw Massacre“ und „Wrong Turn“ etwas auf die Schippe nimmt.

Dass „Inbred“ nichts für Zartbesaitete ist, macht Splatter-Experte Alex Chandon bereits in der ersten Szene deutlich: Gliedmassen fallen da rigoros der Axt zum Opfer und auch im weiteren Verlauf werden fröhlich Köpfe abgetrennt, Schädel zertrümmert, Körperteile zerfetzt und Menschen in Stücke gerissen, während die Kamera sich mit bösartiger Wonne an den Verstümmelungen labt. Der Film ist teils sehr überdreht und für den normalen Filmeliebhaber schwer nachzuvollziehen. Die Story klingt gut, wenn auch schon einige Male gesehen. Es ist schwer in der heutigen Zeit einen Horrorfilm zu produzieren der von Kreativität und Originalität strotzt. Allen witzigen Dialogen und ulkigen Make-Up-Effekten zum Trotz dürfte dem Zuschauer aber spätestens dann das Lachen im Halse stecken bleiben, wenn Chandon beginnt, seine Helden-Truppe zu dezimieren. Die Gore-Einlagen und Metzelszenen selbst sind nämlich keineswegs auf komisch getrimmt, sondern bleiben über weite Strecken schmerzhaft realistisch. Auf dem schmalen Grat zwischen rabenschwarzem Humor und blankem Sadismus werden liebgewonnene Figuren gnadenlos zu Hackfleisch verarbeitet, das Leid der Protagonisten wird mit garstigen Sprüchen und makabren Pointen quittiert – dabei entsteht die richtige Mischung aus galligem Humor und angstvoller Spannung, die „Inbred““ irgendwo zwischen waschechtem Horror wie „The Hills Have Eyes“ und überdrehtem Splatter-Ulk a la „2001 Maniacs“ positioniert.

Die Story von „Inbred“ ist ganz nett, fesselt einen aber nicht wirklich lange. Das grösste Problem ist, dass die Story gut die Hälfte des Films in Anspruch nimmt und es erst nach ca. 45 Minuten wirklich zur Sache geht. Wenn man sich da an „Cradle of Fear“ erinnert, wird man schnell merken, dass Chandon nun deutlich mehr Wert auf einen gewissen Grad an Storytelling legt. Aber die Geschichte kann einen nicht wirklich fesseln, von daher wäre es besser gewesen, man hätte gut 25 Minuten weniger Story zu Gesicht bekommen. Nun gut, die Schauspieler hingegen machen ihren Job sehr gut. Besonders die von Jo Hartley (This Is England) exzellent gespielte Kate mausert sich schnell zum grossen Sympathieträger fernab aller ausgetretenen „Final Girl“-Pfade. Auf der Gegenseite überzeugt vor allem der von Seamus O’Neill (Gefährten) gleichermassen charismatisch wie diabolisch gespielte Jim, während seine Gefolgschaft als debile Ansammlung von Dorftrotteln vorgeführt wird, die in erster Linie mit ihren skurrilen Deformierungen und verschrobenen Eigenarten für Heiterkeit sorgt.

Die Musik ist richtig klasse und passt sich sehr gut dem gezeigten an. Immer wieder kommt wirklich Atmosphäre auf. Auch die Kamera macht einen sehr guten Job und liegt Lichtjahre vor dem Bild, welches man sich bei „Cradle of Fear“ antun musste. Aber was ist mit den Effekten? Ja, die Effekte sind ganz ordentlich geworden, allerdings nicht so kreativ und ausschweifend wie bei „Cradle of Fear“, was Gorehounds sicherlich enttäuschen dürfte. Auch eine CGI-Effekte haben sich darunter gemischt, diese sind aber sehr gut umgesetzt und wissen zu gefallen. Besonders zum Ende hin, hätte man sich dann aber doch mehr gewünscht. Es kommt einem so vor, als wäre hier irgendwie ein grosser Teil der Effekte vergessen worden. So viele Bewohner überleben, auch wenn das Ende an sich richtig gut und vor allem auch lustig ausgefallen ist.

Zwar reicht „Inbred“ nicht an den durchaus ähnlichen, aber im Vergleich einfallsreicheren „Severance“ heran, doch das fade Backwood-Mittelmass lässt er locker hinter sich. Im Vergleich zu seinen früheren Werken beweist Chandon enorm Geschick in Bezug auf Atmosphäre und Spannung. Das Unbehagen, welches dem Zuschauer ab Filmbeginn entgegenwummert ist in seiner Darstellung als sehr nennenswert zu betiteln. Düstere Farben und merklich stimmiger Spannungsaufbau prägen diesen kleine Indie-Hit – zumindest bis zur Filmmitte. Nach 45 Minuten Laufzeit wird „Inbred“ handfest, dDie teilweise kruden Spezialeffekte verfehlen ihre Wirkung selten und dürften vermutlich auch Grund dafür sein, dass die ungeschnittene Filmfassung von „Inbred“ keine deutsche Freigabe erhalten wird. Alex Chandon hat den Amateur-Splatter hinter sich gelassen und kuttelt jetzt auf B-Movie-Niveau herum. Zum Einstand gibt es ein zynisch-sickes Wald- und Wiesenschlachtfest zu Ehren alter Terrorklassiker. Neue Ideen gibt es nicht, dafür Blut, Kutteln, krude Schocks und kranke Einfälle bis zum Abwinken. Für Freunde gemeingefährlicher Hinterwäldler, knatternder Kettensägen, phallischen Karotten und abgesägter Schrotflinten sicherlich eine Party, alle anderen begegnen „Inbred“ besser mit Vorsicht. ;)

Little Evil

Little Evil

2017
Kurzinhalt

Gary könnte nicht glücklicher sein. Mit Samantha hat er seine absolute Traumfrau geheiratet und jetzt ziehen die beiden in ihr gemeinsames Haus in einer ruhigen Siedlung in der Vorstadt. Dabei hat es ihn auch gar nicht gestört, dass Samantha bereits ihren sechsjährigen Sohn Lucas mit in die Ehe bringt. Gary will auch unbedingt eine Beziehung zu seinem neuem Stiefsohn aufbauen, doch schon bald muss er feststellen, dass das gar nicht so einfach ist. Denn nicht nur lässt Lucasseinen Stiefvater nicht in seine Nähe und spricht zu ihm nur durch eine Socken-Handpuppe, sondern es passieren auch seltsame Dinge in seiner Nähe. Als Gary auch noch erfährt, dass Samantha zur Zeit der Schwangerschaft Mitglied eines seltsamen Kults war, kommt ihm nach und nach ein schlimmer Verdacht, der die Beziehung zu seiner neuen Frau gehörig auf die Probe stellen könnte: Ist Lucas vielleicht die Wiedergeburt des Antichristen?

Metadaten
Titel Little Evil
Original Titel Little Evil
Regisseur Eli Craig
Laufzeit
Starttermin 8 August 2017
Website
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Film-Details
Bewertung Gut
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„Little Evil“ ist eine Parodie auf Horrorfilme mit „bösen“ Kids wie „Das Omen“, „Rosemaries Baby“, „Shining“ oder „Poltergeist“ und geizt deswegen auch nicht mit Anspielungen, Referenzen und Querverweisen. Mit „Little Evil“ ist es Regisseur Eli Craig (Tucker & Dale vs. Evil) gelungen, ein wenig die Atmosphäre vergangener 80er und 90er Jahre Horrorkomödien einzufangen.

Der Netflix Original Movie erinnert auch ein wenig an „Meine teuflischen Nachbarn“ mit Tom Hanks, an Michael Keaton in „Beetlejuice“ oder Jessica Alba in „Die Killerhand“, auch wenn „Little Evil“ nie den Horror oder den Humor dieser Filme erreicht, ist es eine angenehme Abwechslung zu den seichten, heutigen Komödien. Wenn „Little Evil“ etwas richtig macht, dann dass er, ähnlich wie Scream, als Persiflage auf die wirklichen Horror-Klassiker angelegt ist, zugleich aber keine belanglose Komödie darstellt, sondern sich selbst ernst genug nimmt, um unterhaltsam in Erinnerung zu bleiben und keinen, anders gruselig, Scary Movie-Verschnitt darstellt. Adam Scott gibt darüber hinaus ein gutes Doppel mit Evangeline Lilly ab, die sich als Mutter des Antichrists gibt, die entweder alle Anzeichen ignoriert oder sie allzu naiv übergeht. Gary findet sich in der Rolle des Stiefvaters wieder, der zwar verkrampft-verzweifelt versucht, die Liebe seines neuen Stiefsohnes zu gewinnen, es aber eben mit einem buchstäblichen Teufel zu tun hat.

Es gibt viele gute Ansätze, doch deren Potential wird leider nicht komplett ausgeschöpft. „Little Evil“ spielt geschickt mit den Klischees und Stereotypen von Horrorfilmen mit Kindern. Doch ist dabei weder gruselig, noch urkomisch genug. Die Anspielungen, Referenzen und Querverweisen realisiert man halt nur, wenn man die Filme kennt, die angesprochen werden. Der Horror kommt durch Lucas selbst, ein wunderbarer Jung-Darsteller, der seinen kleinen Teufel mit fiesen Blicken spielt. Für einen Großteil des Films bleibt er stumm, steht einfach nur in der Tür, schaukelt oder sitzt auf dem Küchentisch, da darf Papa gerne mal eine Gänsehaut bekommen. Zum Ende hin mag der Film seinen Biss und schwarzen Humor ein wenig verlieren, aber darüber kann man hinwegsehen, wenn man den durchaus amüsanten Beginn und das Mittelstück von „Little Evil“ betrachtet.

Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück

Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück

Einmal Wildnis und zurück

20161 h 59 min
Kurzinhalt

Der hochgebildete Ben lebt aus Überzeugung mit seinen sechs Kindern in der Einsamkeit der Berge im Nordwesten Amerikas. Er unterrichtet sie selbst und bringt ihnen nicht nur ein überdurchschnittliches Wissen bei, sondern auch wie man jagt und in der Wildnis überlebt. Als seine Frau stirbt, ist er gezwungen mitsamt der Sprösslinge seine selbst geschaffene Aussteigeridylle zu verlassen und der realen Welt entgegenzutreten. In ihrem alten, klapprigen Bus macht sich die Familie auf den Weg quer durch die USA zur Beerdigung, die bei den Großeltern stattfinden soll. Ihre Reise ist voller komischer wie berührender Momente, die Bens Freiheitsideale und seine Vorstellungen von Erziehung nachhaltig infrage stellen…

Metadaten
Titel Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück
Original Titel Captain Fantastic
Regisseur Matt Ross
Laufzeit 1 h 59 min
Starttermin 2 Juli 2016
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Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
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Regisseur Matt Ross, das muss man ihm lassen, hat die Filme aufmerksam geschaut, die er mit „Captain Fantastic“ imitieren will. Eine Familie, die sich erst seltsam benimmt und ein Kleinbus, in den sie sich alsbald quetschen lässt – die Grundpfeiler eines amerikanischen Independent-Dramas, das auf dem Sundance-Festival, der wichtigsten Plattform für unabhängige Produktionen, grossen Erfolg feierte. Vor zehn Jahren ging „Little Miss Sunshine“ so bei Kritik und Publikum durch die Decke.

Matt Ross, bislang bekannter als Schauspieler (Silicon Valley, American Horror Story), versieht in „Captain Fantastic“ die hinlänglich bekannten Motive der dysfunktionalen Familie einen politischen Dreh. So lässt er seine Aussteigerfamilie beispielsweise auf Weihnachten pfeifen. Statt Jesus‘ Geburtstag wird Noam-Chomsky-Day begangen. Die Kinder tragen Gasmasken und Tierkostüme im Alltag, lassen sich vom Vater schon im zartesten Alter sexuell aufklären und gehen mit Pfeil und Bogen am Strassenrand auf die Jagd. Schon 14-jährig liest der Sohn Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“. Vater Ben geht es um eine protoaufklärerische Heimerziehung. Wenn der Tochter ein Buch gefällt, genügt es ihm nicht, dass die Erzählung sie berührt. Sie soll sich erklären, soll begründen. Ben fordert analytisches, kritisches Denken und will seine Kinder zur Mündigkeit erziehen.

In dieser Konstellation gibt es die Familie – und es gibt den Rest der Welt. Und damit gibt es auch den erzählerischen Grundriss, mit dem sich tragikomisch planen lässt. Der Anlass, aus dem die Familie ihre Enklave verlässt, ist zunächst ein trauriger: Die psychisch kranke Mutter hat sich umgebracht. Nun richten die steinreichen und überaus spiessigen Grosseltern eine Beerdigung in New Mexico aus, die die Verstorbene stets abgelehnt hatte. Wieder dieses Schreckgespenst, die christlich-bürgerliche Zeremonie an sich. In ihrem Testament hatte sie angeordnet, verbrannt und in der nächstliegenden Toilette hinuntergespült zu werden. Um diesem letzten Willen zu entsprechen machen sich Ben die Kinder mitsamt ihrer skurrilen Kostüme auf den weiten Weg. „Hier spricht euer Captain“, so tut es der Vater über die Sprechanlage des Busses kund, bevor er den Motor anlässt.

Nicht umsonst klärt sich der Titel dieses Films genau in jenem Moment, in dem die Reise startet. Der Motor des Kleinbusses ist der Motor der Erzählung. Diese interessiert sich wiederum nicht im Geringsten für den tragischen Anlass der Reise, sondern nur dafür, den klapperigen Kleinbus durch die Staaten tuckern und damit effektvolle Reibungen entlang der kapitalistisch verhärteten amerikanischen Wirklichkeit entstehen zu lassen. Es ist ein weiter Weg bis nach New Mexico und der Omnibus ist selbstverständlich auch nicht der schnellste. Zeit und Okkasionen gibt es also genug, um den ganz besonders herzgewinnenden Eigensinn der Familie auf den Prüfstein zu stellen und entsprechend triumphieren zu lassen. Es ist eine verlogene Welt, die hier passiert wird. Sie präsentiert sich in den McDonald’s-Filialen an den Rändern der durchfahrenden Städte, in den Familiengesprächen am Esstisch der Schwägerin und schliesslich in der scheinheilig weihevollen Aussegnungshalle. Das Problem von „Captain Fantastic“ ist aber weniger das Formelhafte, mit dem die Klischees des amerikanischen Independent-Kinos miteinander multipliziert werden, sondern der unsichere Gebrauch der Formeln selbst. Gleich zu Beginn des Films stellt man sich unweigerlich die Frage, was bei allem Beharren auf den freisinnigen Menschenverstand an der zeremoniellen Feier einer naturgegebenen Mannesgenese aufgeklärter sein soll als an der Geburtstagsfeier des Heilands. Von solchen motivischen Rechenfehlern strotzt der Film: In einem Moment soll man darüber staunen, wie unverblümt der Captain seine Kinder schon im Vorschulalter aufgeklärt hat. Im nächsten soll man darüber lachen, dass der älteste Sohn naiv denkt, nach seinem ersten Kuss dem Mädchen einen Heiratsantrag machen zu müssen.

Viggo Mortensen ist eine gute Wahl für die Rolle des Ben Cash, weil seine Attraktivität etwas Introvertiertes hat. Er spielt einen hochattraktiven Sonderling und bald wird klar, dass vielleicht nicht so sehr die Kinder es sind, die erlöst werden müssen. Es ist der Vater, der aus der Verstockung herausfinden muss. Dass die Reise zu den Eltern von Leslie geht und dass das Ziel ist, den Leichnam der Mutter vor einer Erdbestattung zu retten, lässt erkennen, dass „Captain Fantastic“ auch eine Komödie hätte sein können. Die Alternative zur Komödie wäre ein Ernst, der gerade bei diesen Themen leicht in Kitsch umschlagen könnte. Doch auch das vermeidet Ross. „Captain Fantastic“ kommt am Ende bei einer Haltung an, mit der man zur Not auch Weihnachten feiern könnte. Was auch immer Ross miteinander verrechnet: Das Ergebnis muss immer ein Schmunzeln über die Skurrilitäten der Familie erzeugen. So donnert letztlich auch jeder gesellschaftskritische Impuls, mit dem sich „Captain Fantastic“ abzuheben versucht, ins Leere. Am Ende wünscht man den Kindern einfach nur den Ketchup getränkten Hotdog, den ihnen der Öko-Papa verbietet.

Hatchet

Hatchet

20061 h 25 min
Kurzinhalt

Der liebeskummerkranke Ben ist der einzige in seiner Studentenclique, der sich beim Ausflug zum Mardi Gras nach New Orleans weniger für die nackten Tatsachen auf der Bourbon Street als eine "Haunted Swamp Tour" zu den Arbeitsplätzen berühmter Serienmörder interessiert. Gemeinsam mit dem breitgeschlagenen Kumpel und ein paar weiteren Katastrophentouristen geht es hinaus in den nächtlichen Sumpf, wo weit schlimmere Überraschungen als hungrige Alligatoren auf die Ausflügler lauern.

Metadaten
Titel Hatchet
Original Titel Hatchet
Regisseur Adam Green
Laufzeit 1 h 25 min
Starttermin 27 April 2006
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Gut
Trailer

„Hatchet“ ist eine klare Hommage und Liebeserklärung an die Blut-Exzesse der 80er Jahre. Mit dieser Mischung aus „Freitag der 13.“ und „Das Ding aus dem Sumpf“ dürfte es Green gelingen, aich einen Platz in den Herzen der Gorehounds dieser Welt zu ergattern. Allein schon weil Kane Hodder Viktor Crowley spielt. Zudem haben Robert England und Tony Todd einen Gastauftritt. Der Spass-Faktor ist für einen Horror-Film ebenfalls hoch. Natürlich kommt er noch nicht an die grössten Filme dieses Genres heran, braucht sich aber auch nicht hinter diesen zu verstecken. Ein buntes Knallbonbon, dass man sich als Fan des Genres unbedingt geben sollte.

Der Inhalt klingt alles andere als originell – und er ist es auch nicht. „Hatchet“ (deutsch: Beil oder kleine Axt) hat seine Qualitäten in ganz anderen Bereichen. Der Beginn ist zugegebener Massen etwas sehr unglücklich ausgefallen. Neugierig darauf, was da im Sumpf lauert, macht der Splatterauftakt zunächst nicht, und auch der Humor sitzt noch nicht richtig. Zum Glück tröstet der Cameo-Auftritt von Horror- und B-Movie-Star Robert „Freddy“ Englund etwas über die ersten Minuten hinweg. Dranbleiben lohnt sich auch, denn im Folgenden findet der Film immer besser seinen Ton und im weiteren Verlauf greift die Parodie. Es gibt noch einen kleinen Auftritt von „Candyman“ Tony Todd, aber erst als Ben, Marcus und die Reisegruppe im Sumpf verloren gehen, kommt der Film in Fahrt und das ist manchmal wirklich komisch. Herrlich sind nicht nur die beiden ungleichen Freunde – der introvertierte Ben und der partysüchtige Marcus – sondern auch die anderen Figuren, die Regisseur Adam Green („Spiral“) in die Sümpfe schickt, wie zum Beispiel die beiden freizügigen Tussies Misty und Jenna, die glauben an einer freizügigen Filmproduktion des lüsternen Dark Shapiro beteiligt zu sein. Auch den anderen Teilnehmern der „Haunted Swamp Tour“ sieht man gerne zu. Vor allem Gruppenleiter Shawn (Parry Shen), aber auch Mr. und Mrs. Permatteo (Richard Riehle, Patrika Darbo) sind für einige Lacher gut.

Doch „Hatchet“ ist nicht nur ein Film, über den man lachen soll, dementsprechend hart sind auch die Splatterszenen. Hier werden Gliedmassen aus den Gelenken gedreht, Körper zerrissen, gespalten oder mit einer Schleifmaschine bearbeitet. Wer keine Lust auf ein derartiges Massaker hat, ist definitiv im falschen Film. Und noch ein kleiner Hinweis für Fans: Mordmaschine Crowley wird von Kane Hodder, dem Jason-Voorhees-Darsteller, gespielt. Die Originalität der genannten Szenen bewegt sich grösstenteils über dem Durchschnitt, kann aber selten wirklich begeistern. Die übertriebenen Splatterszenen gewinnen ihren Charakter eher durch das stets präsente Augenzwinkern, mit dem Green Versatzstücke des Genres aneinander reiht. Erst durch dummlustige Dialoge („Das tut doch weh“), eine sumpfige Atmosphäre, den schwungvoll-ironischen Soundtrack mit zum Beispiel Marilyn Mansons „This is the new shit“ (2003) und allgegenwärtigen Trashflair wird „Hatchet“ zu dem Partykracher, der er ist.

Doch auch wenn der Film seine Vorbilder so wunderbar durch den Kakao zieht, machen sich gewisse Ermüdungserscheinungen vor allem in der zweiten Filmhälfte bemerkbar. So gut die Parodie auf und die Hommage an die 80er-Jahre-Vorbilder stellenweise funktionieren – mit der bewusst einfach gehaltenen Geschichte stellt sich Adam Green selbst ein Bein. Richtig spannend wird es nie und leider ist Green weder ein Sam Raimi (Evil Dead) noch ein Peter Jackson (Brain Dead), die auch mit begrenztem Budget und schmalem Szenario allein durch ihren Inszenierungsstil locker 90 Minuten oder mehr unterhalten können. Wegrennen, anhalten und beratschlagen, wegrennen, anhalten… auf Dauer ist dieses Schema etwas zu monoton. Sicher, es macht einen Unterschied, ob absichtlich oder aufgrund blosser Einfallslosigkeit die überstrapazierten Motive des Genres aneinander gereiht werden. Er ist allerdings nicht so groß, wie es sich Adam Green wahrscheinlich gewünscht hat. Ein bisschen mehr Originalität hätte dem Film gut getan.

Hatchet ein Horrorspass! Zu Beginn braucht der Film zwar etwas Anlauf, sobald allerdings die blutigen Kills endlich einsetzen und es anfängt fontänenartig Blut zu spritzen, geht es gut ab und macht wirklich richtig Spass, auch wenn man der Produktion das schmale Budget durchaus anmerkt. Wenn die Geschichte noch etwas mehr ausgeschmückt worden wäre, hätte das ein ganz Großer werden können. Adam Green ist mit „Hatchet“ ein kleiner, nostalgischer Ausflug in die Goresümpfe vergangener Jahre gelungen. Leider schleppt der Regisseur auch die Schwächen des Genres mit. Massig Gags, (abgetrennte) Glieder und Gedärm machen „Hatchet“ aber immerhin zu einem launigen Vergnügen für echte Fans. Wer auf viel Blut, Splatter und ein paar flache Gags steht, hat für einen feuchtfröhlichen Videoabend den richtigen Film gewählt. Anschauen lohnt sich!

Bubba Ho-Tep

Bubba Ho-Tep

20021 h 32 min
Kurzinhalt

Ist Elvis Presley wirklich im August 1977 in seinem Badezimmer in Graceland gestorben? Wer schon immer geglaubt hat, dass der King noch lebt, sieht sich in Don Coscarellis skurriler Horrorkomödie Bubba Ho-Tep bestätigt: Elvis hat seinen Platz mit einem Imitator getauscht, aber die Papiere, die seine richtige Identität beweisen, sind bei einem Brand vernichtet worden. Gefangen in seiner getauschten Identität dämmert er daher in einem Altersheim in Texas vor sich hin, geplagt von Hüftbeschwerden, die er sich nach einem Sturz von der Bühne zugezogen hat. Natürlich glaubt ihm niemand – genauso wenig wie er seinem farbigen Mitbewohner Jack glaubt, dass er John F. Kennedy ist, der vom Geheimdienst eingefärbt und aus dem Verkehr gezogen wurde. Als die beiden entdecken, dass nachts eine 3.000 Jahre alte ägyptische Mumie ihr Unwesen in ihrem Altersheim treibt und den Bewohnern ihre Seelen aussaugt, kommt Leben in die beiden alten Herren...

Metadaten
Titel Bubba Ho-Tep
Original Titel Bubba Ho-tep
Regisseur Don Coscarelli
Laufzeit 1 h 32 min
Starttermin 9 Juni 2002
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Schauspieler
Mit: Bruce Campbell, Ossie Davis, Ella Joyce, Heidi Marnhout, Bob Ivy, Edith Jefferson
Trailer

Hail to the King! Diesen Film als Horrorfilm zu bezeichnen ist falsch. Zwar geht es um eine 4000 Jahre alte Mumie die in einem Altersheim die Seelen der Bewohner aussaugt, doch das ist irgendwie eher nebensächlich. In erster Linie geht es um Elvis Aaron Presley, der von Bruce Campbell genial dargestellt wird. Doch der Film geht noch viel tiefer. Er ist auch als Tribut an alte Menschen zu sehen, die in der heutigen Gesellschaft keinen Platz mehr haben. Umso interessanter ist es, zwei Ikonen der 60er Jahre zu den Helden dieses Filmes zu machen. „Bubba Ho-Tep“ ist überaus kurzweiliger Campbell-Trash mit B-Movie-Charme in Hülle und Fülle! Die teils schamlosen Dia-/Monologe gehen auf keine Mumienbinde und doch funktionierte die Art von Humor in diesem Fall wunderbar!

Wer kommt schon auf so eine Geschichte, in der Elvis und JFK gegen eine Mumie kämpfen? Don Coscarelli anscheinend, der Regisseur hat sich mit „Bubba Ho-Tep“ einen Namen gemacht, denn die 1 Millionen Dollar Produktion (was heutzutage verhältnismässig wenig für eine Hollywoodproduktion ist) ist eine gelungene, irrwitzige Mixtur aus Action, Parodie und einer Biografie eines gescheiterten Elvisimitators. Die Dialoge sind mal witzig, mal nachdenklich. Die Effekte sind ganz ansehnlich, die Mumie ist ganz gut gelungen. Doch was mir an diesem Film am besten gefällt, ist die Musik. Besonders in den Elvis-Rückblenden ist sie sehr kraftvoll und emotional. Des weiteren überzeugt die kluge und mitreissende Geschichte der drei lebenden Legenden. Zunächst beginnt der Film als eine Art Biografie eines gescheiterten Elvis Imitats, doch wechselt dann fast schlagartig zu einer skurrilen Horrorkomödie, mit vielen Anspielungen auf alte Klassiker und einem aberwitzigen Kampf von Gut und Böse. Dabei lässt sich der Regisseur immer schön viel Zeit für seine Figuren und überzeugt mit einem rührenden Finale.

In diesem Film steckt so viel Seele, Witz und Charme und das liegt in erster Linie an den tollen Charakteren: Bruce Campbell spielt den King – und sogar in einer Doppelrolle. Er ist wirklich der Star des Films, grossartig mimt er den gescheiterten Weltstar, mit viel Selbstironie und zugleich einer rührenden Ernsthaftigkeit. Auch Ossie Davis macht seine Sache super, als paranoider JFK, der nach dem Attentat schwarz „angemalt“ und sein fehlendes Hirnstück mit einem Sack voll Sand ausgetauscht wurde. Hauptfigur Nummer 3 ist Bubba Ho-Tep, die alte Mumie, die zum Leben erwacht und den alten Menschen die Seelen aus allen (!) Körperöffnungen saugt. Die Special Effects sind toll, kein CGI, alles wurde mit Make Up und guten, alten Old School-Effekten hergestellt. So zum Beispiel der herrlich, irrwitzige Kampf gegen den Skarabäus. Passend dazu gibts einen bewegenden und coolen Soundtrack von Brian Tyler und das (überraschenderweise) ohne einen richtigen Elvissong!

„Bubba Ho-Tep“ schlägt voll und ganz mit in die Kerbe der Reihe: „Der ungewöhnliche aber geniale Film“! Neben den ganzen tausendfachen Neuauflagen und Fortsetzungen gibt es gottlob immer wieder kreative Menschen, die den Schritt wagen, etwas zu produzieren, was sich positiv von der Masse abhebt. Was die schauspielerische Leistung angeht, ist es Bruce Campbells Glanzparade… Doof natürlich für die Leute die meinen, bloss weil Bruce Campbell vor 25 Jahren mal in dem besten Horrorfilm aller Zeiten mitgespielt hat, muss es sich zwangsläufig bei Bubba Ho-Tep auch um einen Horror/Splatter-Streifen handeln. Der Film ist kein Horrorfilm. keine Komödie, kein Drama und hat doch von allem etwas dabei. Besonders gut gelungen auch die deutsche Synchronisation unserer Helden, war doch bei dem Versuch die Elvis-Sprüche einzudeutschen, schlimmstes zu befürchten. Aber alles ist gut. „Bubba Ho-Tep“ ist ein ungewöhnlicher, aber absolut unterhaltsamer Film, mit viel Action, grossartigem Witz, einer Mumie, tollen Hauptcharakteren und cooler Musik! Unterm Strich ist es kein Film um sich zu gruseln. Doch alle Freunde der schrägen Unterhaltung und natürlich Bruce Campbell Fans können gefahrlos zugreifen.

Holidays

Holidays

Surviving Them Is Hell

2016Länge unbekannt
Kurzinhalt

Ein junges Mädchen wird von ihren Mitschülern drangsaliert und entlädt ihren Zorn in einer unfassbaren Verzweiflungstat. Die Schwangerschaft einer Lehrerin nimmt einen unerwarteten Verlauf. Die nächtliche Begegnung mit dem Osterhasen wird zu einem Albtraum ohnegleichen. In der Einsamkeit der kalifornischen Wüste treibt ein seltsamer Kult sein Unwesen. Die plötzlich auftauchende Botschaft ihres seit Jahren verstorben geglaubten Vaters führt einen rebellischen Teenager in die vergessenen Straßen ihrer Stadt - und zu einem unerwarteten Wiedersehen. Das diesjährige Halloween-Fest hält für den schmierigen Möchtegern-Pornoproduzenten Ian eine bittere Lektion in Sachen Schmerz bereit. Selbst Weihnachten verläuft anders als sonst, nachdem sich ein verzweifelter Vater auf unfeine Art das letzte Exemplar eines begehrten Hightech-Geschenks sichert. Und zum Jahresausklang trifft schließlich ein psychopathischer Killer auf ein vermeintlich wehrloses Opfer - mit blutigen Konsequenzen.

Metadaten
Titel Holidays
Original Titel Holidays
Laufzeit Länge unbekannt
Starttermin 22 April 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Bilder
Trailer

„Holidays – Surviving Them Is Hell“ umfasst acht Kurzfilme von zehn Regisseuren – und wie fast immer sind einige davon echt sehenswert, während sich andere als totale Rohrkrepierer entpuppen. Obskure Kreaturen und gestörte Serienkiller wüten selbstverständlich auch im vorliegenden Streifen durch Kino und Wohnzimmer. Eine Handvoll im Horror-Bereich erfahrener Regisseure hat sich zusammengetan, um mit einem bitterbösen Festtagsprogramm beim Publikum Eindruck zu hinterlassen. Darunter auch Comic-Nerd Kevin Smith, der sich zuletzt mit Filmen wie „Tusk“ und mit „Red State“ sogar im Horror- und Thrillergenre ausprobiert hat. „Holidays“ ist definitiv nichts für jene, die mit Galgenhumor auf Kriegsfuss stehen. Die Horror-Anthologie ist vollgestopft mit bitterbösen Spässen, fiese aber dennoch schwer unterhaltsame Kurzgeschichten, die nacheinander erzählt werden.

Bilder von "Holidays"

Hier wird Liebe zum Detail geboten, schliesslich waren hier Filmemacher am Werk, die bereits sehenswerte Horrorfilme gedreht haben und ihr Handwerk verstehen. Alle Regisseure (u.a. Scott Stewart – Dark Skies und Nicholas McCarthy – At The Devil’s Door) waren für die Umsetzung der eigenen Episode verantwortlich und durften sogar selbst die Drehbücher ihrer bitterbösen Geschichten verfassen. Die Entscheidungsgewalt über eigene Projekte hat Kreativität gefördert, denn selten wurden Feiertage derart makaber und grotesk in Szene gesetzt, dass man nach dem Abspann unbedingt noch mehr von diesem grimmigen Horrorspass sehen möchte.

Zynisch, makaber und rabenschwarz. „Holidays“ ist die wohl schwarzhumorigste Horror-Antologie, die man bisher zu sehen bekommen hat. Der Film hat definitiv Suchtpotenzial, was in erster Linie an den makabren Episoden liegt. Darin werden amerikanische Feiertage durch den Horrorfilter gesehen, die für die Hauptdarsteller der jeweiligen Segmente keinen guten Ausgang haben. Jede Kurzgeschichte in dieser schaurigen Anthologie ist konzipiert, möglichst bitterböse zu enden. Wer mit Galgenhumor nichts anfangen kann, ist hier keineswegs gut aufgehoben, denn krude Scherze im Stil eines „Tales from the Crypt“ lassen einem definitiv das Lachen im Halse stecken. Qualitativ ist „Holidays“ Königsliga und abwechslungsreich, von subtil bis blutig ist alles vertreten. Bis auf die unfertig und gehaltlos wirkende Oster-Episode sind alle Kurzgeschichten durch die Bank weg als gelungen zu betiteln und so abgedreht, dass „Holidays“ zweifelsohne Anthologie-Pflichtprogramm ist. Wir empfehlen die Sammlung ungeliebten Verwandten zu einem Fest eurer Wahl zu schenken. Damit hinterlässt man garantiert prägenden Eindruck und hat zum nächsten Festtag mit Sicherheit einige Gäste weniger. Da bleibt dann mehr Zeit, um sich viele schaurige Gruselfilme anschauen zu können…

Saint

Saint

Der Nikolaus hat Euch etwas mitgebracht...

20101 h 25 min
Kurzinhalt

Sankt Nikolaus war mitnichten ein wohltätiger Bischof, sondern ein exkommunizierter Raubritter, der im Mittelalter die Lande terrorisierte, bis ihm Vigilanten den Garaus bereiteten. Doch damit endete der Spuk nicht. Immer nämlich, wenn Vollmond auf den 5. Dezember fällt, kehrt Nikolaus als Dämon zurück und hinterlässt eine Blutspur. Nur der Polizist Goert weiß von dem Geheimnis, doch hält ihn jeder für verrückt. Zumindest, bis sich am 5. im Vollmond die Notrufe häufen. Mitten im Schlamassel: Teenager Frank, dessen Tag heute eh nicht ist.

Metadaten
Titel Saint
Original Titel Sint
Regisseur Dick Maas
Laufzeit 1 h 25 min
Starttermin 31 Oktober 2010
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Trailer

Nikolaus mal anders. Es ist eine Art abgefahrene Urban Legend, die uns Dick Maas in „Saint“ verzapfen will, verbunden mit Motiven der klassischen Geistergeschichte und der Struktur eines Slashers. Klingt schräg, ist es auch – aber mit der harten und schnellen Gangart, die Maas gleich zu Beginn vorlegt, überfährt der Niederländer alle Zweifel an seiner Zielstrebigkeit. Irgendwo zwischen abgetrennten Gliedmassen und literweise umherspritzendem Blut findet der Regisseur auch noch reichlich Platz für Selbstironie und treffsicheren Humor. Und ist damit auf dem richtigen Weg, denn alle Härte und Spannung können den Trash- und Spasscharakter dieser Nikolaus-Story nicht verschleiern.

In Holland zelebriert man den Nikolaustag etwas ausgelassener: Dort feiert man den „Sinterklaas“ (Sankt Nikolaus), der in der Nacht vom 5. auf den 6.12 vor allem die artigen Kinder mit Süssigkeiten beschenkt, mit einem rauschenden Fest. Grund genug für Regisseur und Drehbuchautor Dick Maas den vorweihnachtlichen Spiess einfach umzudrehen und den „Sinterklass“ in ein mordendes und blutgieriges Etwas zu verwandeln, dass alle 23 Jahre zu Vollmond an einem 5. Dezember seinen Beutezug startet, um Kinder und Jugendliche zu meucheln. Dann werden nicht die Stiefelchen gefüllt, sondern ein Gemetzel unter den Bewohnern von Amsterdam veranstaltet, das nur die Kinder überstehen – weil die nämlich nach Spanien entführt werden, wo weiss der Geier was mit ihnen passiert.

Was uns Regisseur Dick Maas hier an frisch-frivoler Horrorkost vorsetzt ist schon beachtlich und bemerkenswert, bedenkt man, dass es sich bei seinem aktuellen Werk um Horrorkost aus Holland handelt, dass den Vergleich zu diversen anderen internationalen Produktionen nicht scheuen braucht. Zumindest ist es Maas mit „Sint“ gelungen eine wirklich stimmungsvolle Weihnachts-Horror-Komödie zu schaffen, die trotz geringen Budgets überaus hochwertig ausschaut. Dabei drängt sich nicht nur einmal der Gedanke auf, dass Maas scheinbar aktuellen Hochglanz-Hollywood-Produktionen nacheifern wollte. Zumindest im optischen Sinne, der Erzählweise und der Darstellung der wohldosierten Schocks ist dies deutlich spürbar. Klar wirkt das dennoch etwas arg dilettantisch-unbeholfen und irgendwie aufdringlich-aufgesetzt, macht „Saint“ aber gerade deswegen irgendwie sympathisch.

Es gibt noch viel, was man loben kann, von der schick altmodischen Spannungsmusik, die vom Regisseur selbst stammt, über gelungene Reminiszenzen an einige Genre-Klassiker bis hin zu grandiosen Einzelszenen wie der irren Verfolgungsjagd, in der die Cops auf den Strassen versuchen, den Nikolaus im Auge zu behalten, während dieser mit seinem Pferd (!) den Weg über die Dächer nimmt. Und so braucht man relativ lange, bis man die wirklich störenden Baustellen wahrnimmt, die „Saint“ letztlich viel von seiner Gesamtwirkung nehmen. Die unnötigen CGI-Effekte beispielsweise, die fast nur bei den Schiffszenen im Hafen vorkommen, sehen so bemitleidenswert peinlich aus, dass man der Produktion dringend aus eigener Tasche eine neue SFX-Truppe spendieren möchte. Gegen Ende verliert Maas dann auch im selbstverfassten Drehbuch den Faden, sodass man auf ein schnelles Ende hofft, bevor die positiven Eindrücke sich im Nebel der Logikfreiheit verflüchtigen können. Ob am Ende der Ärger über vertane Chancen oder doch die Freude über einige kultige Momente überwiegt, wird wohl je nach Grundstimmung und/oder Alkoholpegel variieren. Auf seine ganz spezielle Weise hat dieser zugleich alberne wie brettharte Trashgrusler durchaus das Potential, seiner Zielgruppe in der kalten Jahreszeit die Herzen zu wärmen. Ein Prequel ist, meines Erachtens, dringend von Nöten.

Santa’s Slay – Blutige Weihnachten

Santa's Slay - Blutige Weihnachten

20051 h 18 min
Kurzinhalt

Schwarze Weihnachts-Komödie aus dem Jahr 2005. Wer hätte das gedacht? Der Weihnachtsmann ist gar nicht so lieb und nett, wie alle immer dachten. In Wirklichkeit bringt er den Kindern nur Geschenke, weil er vor Ewigkeiten eine Wette verloren hat. Doch jetzt sind seine Wettschulden eingelößt - und Weihnachten wird nie wieder so sein wie früher.

Metadaten
Titel Santa's Slay - Blutige Weihnachten
Original Titel Santa's Slay
Regisseur David Steiman
Laufzeit 1 h 18 min
Starttermin 25 Oktober 2005
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Bilder
Schauspieler
Mit: Bill Goldberg, Douglas Smith, Emilie de Ravin, Robert Culp, Dave Thomas, Saul Rubinek
Trailer

„Santas Slay“ ist herrlich schrill, fies, tödlich! Man muss einfach diese Art Humor mögen und gerne hätte der Santa sich noch etwas blutiger durch die Festtage meucheln können, jedoch finde ich es auch so relativ brutal – und vorallem lustig. Denn Santa Claus ist in Wahrheit der Sohn des Teufels, der vor langer Zeit eine Wette gegen einen Engel verloren hatte und daraufhin gezwungen war, 1000 Jahre lang den Weihnachtsmann zu spielen. Doch nun, im Jahr 2005, ist dieser Zeitraum abgelaufen, und Santa zeigt sein wahres, dämonisches Gesicht – und er will Rache! Eine weitere Runde „Etwas andere Weihnachtsfilme“ ist eingeläutet.

Nur die wenigsten professionellen Wrestler schaffen es, tatsächlich zum Schauspieler zu mutieren. Pauschal ist Dwayne „The Rock“ Johnson der einzige, der in meinem Gedächtnis spontan über die B-Movie-Hürde springen kann. Sein Kollege Bill Goldberg hat sich wesentlich seltener vor die Kamera gewagt und im Jahr 2005 den Weihnachtsmann in „Santa’s Slay“ gegeben. Schon auf den ersten Blick kristallisiert sich vor allem eines heraus: Der Film mag vieles sein, aber er ist eindeutig kein ernstzunehmender Beitrag zum Horrorgenre. Das war dem Team um Regisseur David Steinman aber offensichtlich absolut bewusst, denn ernst nimmt sich der Film selbst ebenfalls nicht. Die Atmosphäre, die dadurch entsteht, ist dementsprechend auch angenehm selbstironisch. Es wird alles mit einem Augenzwinkern betrachtet, seien es nun die Leute, die Weihnachten durch und durch leben, die Verweigerer oder auch diejenigen, die aus Glaubensgründen ganz darauf verzichten. Auch Bräuche und nicht zuletzt auch die Kirche werden gezielt durch den Kakao gezogen.

Spannend ist die Geschichte dabei allerdings nur bedingt, denn die Story ist ganz offensichtlich auf dem Reissbrett entstanden. Natürlich ist die Hetzjagd des teuflichen Weihnachtsmannes ziemlich temporeich ausgefallen, aber trotzdem fällt es nicht sonderlich schwer, die Entwicklung schon recht früh vorauszusagen. Man beschränkt sich also grundsätzlich mehr auf die visuellen Unterhaltungswerte, was auch ganz gut funktioniert. Die Darsteller passen zum B-Moviecharme, den der Film von Anfang an versprüht. Bill Goldberg ist, schon bedingt durch seine Statur, ein sehr ungewöhnlicher Santa Claus. Er mordet sich durch die Gegend und haut dabei Oneliner raus, die stellenweise sogar recht gut funktionieren. Das erfordert nun nicht unbedingt übermässig viel darstellerisches Talent, macht aber trotzdem Spass. Auch die anderen Hauptfiguren, Mac und Nicholas, sind nicht übermässig tiefgründig ausgefallen, sondern erfüllen in erster Linie ihren Zweck. Sie treiben die Geschichte voran, sind in ihren Gedankengängen aber nicht immer besonders logisch aufgebaut. Die Darsteller Douglas Smith und Emelie de Ravin sind zwar offensichtlich mit Spass bei der Sache, aber man merkt ihnen doch deutlich an, dass es eben „nur“ ein B-Movie ist. Macht aber nichts, denn das passt ja ins Unterhaltungskonzept.

Von den Effekten sollte man nicht zu viel erwarten. Die Kills unseres unfreundlichen Weihnachtsmannes sind nicht übermässig ausgefallen, auch wenn die Eröffnungssequenz zunächst darauf hindeutet. Gorehounds werden also mit „Santa’s Slay“ definitiv nicht glücklich werden. Was zu sehen ist, ist aber technisch ganz ansprechend umgesetzt und man verzichtet komplett auf CGI-Spielereien, was ich nur mit einem dankbaren Kopfnicken zur Kenntnis nehmen kann. Obwohl das vielleicht speziell den vor dem BlueScreen gedrehten Flugszenen mit Santas diabolischem Rentierschlitten vielleicht noch einen gewissen Pepp hätte geben können. „Santa’s Slay“ ist kein Film für die breite Masse. Man merkt an allen Ecken und Enden, dass es sich nicht um einen hochbudgetierten Hollywood-Blockbuster handelt. Vielmehr gibt es einen Film mit einer Menge B-Moviecharme, auf den konsequent gesetzt wird. Das fängt bei den Darstellern an, geht über die Geschichte und hört bei den Effekten auf. Ich mag B-Movies und habe mich in den knapp 82 Minuten gut unterhalten gefühlt. Wer allerdings nicht auf diese Art von Film steht, sollte lieber die Finger davon lassen. Meinetwegen könnte es mehr solcher Filme geben. Diesen werde ich mir auf jeden Fall noch öfter reinziehen…

Jack Frost – Der eiskalte Killer

Jack Frost - Der eiskalte Killer

19971 h 29 min
Kurzinhalt

Auf dem Weg zu seiner Hinrichtung gerät ein Serienkiller bei eisiger Kälte in einen Verkehrsunfall. Von nun an setzt er sein grausiges Tun als mordender Schneemann fort – und ganz oben auf seiner Abschußliste steht der Sheriff der ihn einst gefasst hat.

Metadaten
Titel Jack Frost - Der eiskalte Killer
Original Titel Jack Frost
Regisseur Michael Cooney
Laufzeit 1 h 29 min
Starttermin 18 November 1997
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Bilder
Trailer

„Jack Frost“ ist perfekter Trash in Reinkultur. Ein Film, bei dessen trägen Storyaufbau man ständig das Gefühl hat, als hätten die Macher ernsthaft geplant, eine gute Weihnachts-Horrorkomödie zu drehen, wobei niemand bemerkt hat, wie schlecht und billig das alles geworden ist. Allein der bewegungslose Schaumstoff-Schneemann ist schon ein Highlight für sich. Wie erwähnt braucht „Jack Frost“ ziemlich lange, um an Fahrt aufzunehmen, aber die zweite Hälfte ist wirklich ein Fest für alle Trashfans. Die Todesszenen sind unfassbar lustig, auch wenn man sich mit expliziter Gewalt für so einen Genrefilm fast etwas zu sehr zurückhält.

Jack Frost nimmt sich selbst wenig ernst, deshalb macht der Film, obwohl es sich hier um riesengrosse Schneescheisse handelt, auch riesengrossen Spass. Man kann dem Regisseur Michael Cooney ja Vieles vorwerfen, zwei Dinge allerdings nicht: Erstens hat er mit Jack Frost nicht versucht einen Pseudohorrorschocker zu drehen, sondern besinnt sich auf alle Tugenden des guten alten Trashfilms und zweitens weicht er ausstattungstechnisch keinen Zentimeter von seiner Thematik ab: Schneemänner! Schneemänner! Schneemänner! Überall Schneemänner! Ich habe noch nie so viele Schneemänner gesehen! Schneemänner im Garten, Schneemänner in den Fenstern, Schneemänner auf dem Sims, Schneemänner in der Küche, Schneemänner an der Schublade, Schneemänner auf der Kleidung und ein Schneemannwettbewerb. Klingt nach Overdose, aber ich hab sie lieb gewonnen die Schneemännlein, allen voran natürlich den guten Jack. Man muss ihn einfach mögen.

Unschuldig dreinblickend, immer einen coolen Spruch auf den eisigen Lippen habend und das realistischste Schneemannkostüm ever tragend, streift er, mordend, durch das kleine Örtchen Snowmonton und schafft etwas, was Jim Levenstein nie geschafft hat. Die bösen SnowmontonerInnen mögen den Schneemann unverständlicherweise aber nicht und versuchen ihn mit amerikanisch-provinzieller Waffengewalt – gekämpft wird mit so ziemlich allem was man gegen Schnee einsetzen könnte – zur Strecke zu bringen. Jack aber er wehrt sich – das kann ich euch sagen! Daraus resultieren ein Schusswechsel mit einer Pfütze, der Tod per Christbaumschmuck oder die Badewannenszene, bei der Hitchcock wohl rückwärts vom Stuhl gefallen wäre… Viele irre Szenen prägen diesen Weihnachts-Ulk und werden mir definitiv im Gedächtnis bleiben. Dementgegen sollte sich der filmaffine Zuschauer lieber nicht gegen die schlechte Kameraführung, gegen die schlechten Schauspieler, gegen die schlechten Requisiten, gegen die schlechte Tonmischung, gegen den schlechten Schnitt und gegen all die anderen schlecht gemachten Dinge wehren. Vielmehr sollte er sich auf das Schlechte in „Jack Frost – Der eiskalte Killer“, auf das Schlechte im Trash einlassen. Dann können die witzigen Momente, die kreativen Einfälle, einige erzählerische Kniffe und massenhaft filmische Referenzen so richtig genossen werden – ganz grosses Ehrenwort! Und wer unbedingt will, kann sogar ein wenig Sozialkritik erkennen… Übrigens gibt es im gesamten Film keinen echten Schnee! Teilweise wurden sogar Federn verwendet, um Schnee vorzutäuschen. Mit Jack Frost wurde eine echte Legende geschaffen!

Gremlins – Kleine Monster

Gremlins - Kleine Monster

Niedlich. Schlau. Boshaft. Intelligent. Gefährlich.

19841 h 46 min
Kurzinhalt

Warnung: halte sie von Wasser fern – halte sie von Licht fern – aber das Wichtigste überhaupt: egal, wie sehr sie betteln: in keinem Fall dürfen sie nach Mitternacht gefüttert werden – niemals! Drei mysteriöse Warnungen, bevor Billy Pelzer sein neues kuscheliges Haustier in die Arme schließen kann. Doch er hätte besser auf die Warnungen gehört, denn aus dempossierlichen Weihnachtsgeschenk wird ein Albtraum für eine ganze Stadt. Ein kleines, drolliges Tier vermehrt sich in sekundenschnelle und es entstehen grauenvolle und doch hochintelligente Monster.

Metadaten
Titel Gremlins - Kleine Monster
Original Titel Gremlins
Regisseur Joe Dante
Laufzeit 1 h 46 min
Starttermin 7 Juni 1984
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Meisterwerk
Trailer

Die Überlieferung von Geschichten über Fabelwesen und übernatürliche Phänomene regt die kollektive Phantasie an. Jede Kultur hat dabei ihre eigenen Mythen und Legenden. So haben im Zweiten Weltkrieg die Bomberpiloten der britischen Royal Air Force technische Probleme mit ihren Maschinen gern der Sabotage durch kleine Gremlins zugeschrieben. Sehr schnell haben die koboldartigen Plagegeister dann auch Eingang in die Filmgeschichte gefunden: Heute sind sie als die kleinen Monster aus Joe Dantes 1984 entstandener Horror-Komödie „Gremlins“ allgemein bekannt. Als eine der ersten Produktionen von Steven Spielbergs neu gegründeter Firma Amblin sollte der Film das dunkle Gegenstück zu E.T. sein. Diese Rechnung ging bei dem auch heute noch vergnüglichen Spektakel nicht nur an den Kinokassen auf.

Nach dem bis dahin beispiellosen Erfolg seines Ausserirdischen-Märchens „E.T.“ konnte Steven Spielberg so ziemlich tun oder lassen, was er wollte. Und so gründete er mit seinen alten Weggefährten Frank Marshall und Kathleen Kennedy (Der seltsame Fall des Benjamin Button) eine Produktionsfirma, die in Reminiszenz an einen frühen Kurzfilm Spielbergs den Namen Amblin erhielt. Hier sollten junge Regisseure die Möglichkeit haben, mit grossen Mitteln für ein grosses Publikum zu arbeiten. Mitte der Achtziger hatte Amblin dann schon vier Hitfilme auf dem Konto, neben „Gremlins“ das Kinderabenteuer „Die Goonies“ von Richard Donner, die Zeitreisekomödie „Zurück in die Zukunft“ von Robert Zemeckis und „Das Geheimnis des verborgenen Tempels“, Barry Levinsons Schilderung der Erlebnisse des jungen Sherlock Holmes.

Bei „Gremlins“ wurde das ursprüngliche Drehbuch von Amblin-Stammautor Chris Columbus, der später selber zum Regiestar (Kevin – Allein zu Haus, Harry Potter) aufstieg, in einem ausführlichen Umschreibeprozess von Autor, Regisseur und Produzent gemeinsam in die endgültige Form gebracht. So finden sich die Vorlieben aller drei in „Gremlins“, aber Joe Dante hat ihn sicher am nachhaltigsten geprägt. Der Regisseur wurde wegen seiner anarchischen Ader von einem Kritiker als Steven Spielbergs böser Bruder bezeichnet und mehr als eine Kritik zu seinen Filmen trägt den naheliegenden Titel „“Dantes Inferno“. Die heile Welt der Vor- und Kleinstädte erweist sich bei ihm tatsächlich als Hölle, sei es in „Meine teuflischen Nachbarn“, in „Small Soldiers“, bei seinem Segment des „Twilight Zone“-Kinofilms oder eben bei den „Gremlins“. Dazu verweist er häufig auf die liebste Freizeitbeschäftigung der Vorstadtbewohner und setzt ständig laufende Fernseher kommentierend ein. So begleitet etwa ein Ausschnitt aus Don Siegels „Die Dämonischen“ den Verwandlungsprozess der Gremlins.

So ist „Gremlins“ gespickt mit Verweisen, Hommagen und Selbstreflexion, die meisten dieser Bezüge sind für Dante und für Spielberg wichtig. Immer wieder wird auf „E.T.“ angespielt – von der berühmten Zeile „Phone Home“ bis zum Versteck von Stripes, dem bösen Obergremlin, im Puppenregal neben einer Figur des Gnoms aus dem All. Während es Zufall sein könnte, dass der Gesang Gizmos wie die „Chipmunks“ klingt, ist der Verweis auf die Verständigung per musikalischer Tonfolge in „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ an anderer Stelle klare Absicht. Ein Höhepunkt ist die Sequenz, in der die Kobolde ihr zerstörerisches Treiben unterbrechen, um im Kino Disneys „Schneewittchen“ zu schauen. Begeistert singen sie beim Lied der Zwerge mit, aber das Filmtheater geht am Ende trotzdem in die Luft. Die wichtigste Referenz in „Gremlins“ ist der Weihnachtsklassiker Ist das Leben nicht schön?.

Dante verweigert sich den narrativen Konventionen auch, indem er seinen Figuren keine besondere Tiefe oder Glaubwürdigkeit zugesteht. Insbesondere Billy ist nicht mehr als ein Abziehbild. Trotz aller Sabotage wird in *Gremlins* ein ausreichend tragfestes erzählerisches Gerüst errichtet, dieses bringt der Regisseur erst 1990 in der Fortsetzung *Gremlins II – Die Rückkehr der kleinen Monster* zum Einsturz. Dante huldigt mit vielen visuellen Gags und Überspitzungen auch seiner ersten filmischen Liebe, dem Zeichentrick, der er sich später im lustvoll überdrehten „Looney Tunes: Back In Action“ ganz unverblümt widmen konnte. Trotz des insgesamt leichten, oft fast satirischen Tons von „Gremlins“ lässt Dante gelegentlich der bösen Fantasie mit cartoonesker Überspitzung freien Lauf. Da werden auch mal Gremlins durch den Mixer gejagt oder in der Mikrowelle gegrillt. Was bei „Tom & Jerry“ akzeptabel zu sein scheint, wird hier zur Provokation. Regisseur Joe Dante verschreibt sich in seinen Filmen der Auflösung jeglicher Ordnung und frönt der Lust am Regelbruch.

Silent Night – Leise rieselt das Blut

Silent Night - Leise rieselt das Blut

20121 h 34 min
Kurzinhalt

Deputy Sheriff Aubrey Bradimore könnte sich Schöneres vorstellen, als am eiskalten verschneiten Heiligabend Schicht zu schieben. Doch Verkehrschaos und Betrunkene sind bei Weitem nicht das Schlimmste, was ihr heute bevorsteht. Die Gerüchte von einem als Weihnachtsmann verkleideten Serienmörder reißen nicht ab und schnell folgt sie einer blutroten Spur durch den weißen Schnee.

Metadaten
Titel Silent Night - Leise rieselt das Blut
Original Titel Silent Night
Regisseur Steven C. Miller
Laufzeit 1 h 34 min
Starttermin 30 November 2012
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Trailer

So blutrünstig und böse wie in „Silent Night“ war Santa lange nicht unterwegs, zu seinem bevorzugten Arbeitswerkzeugen gehören unter anderem Messer, Flammenwerfer, die Doppel-Axt, Häcksler, und das aus dem Original bekannte Hirschgeweih und glaubt mir, diese weiss er auch kompromisslos einzusetzen. Genre Liebhaber und Freunde des Originals sollten hier auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Kontrastprogramm für all jene, bei denen die gelebte Harmonie zu Weihnachten Brechreiz verursacht.

„Silent Night“ ist kein 1:1 Remake zu „Silent Night, Deadly Night“ von 1984, er beruht nur lose auf diesem. Leider ist die FSK geprüfte Version geschnitten und obwohl es nur knapp 37 Sekunden sind rate ich zur ungeschnittenen, da beinahe an jeder harten Szene etwas rumgeschnippelt wurde. Der sadistische Santa killt hier frei nach dem Motto „Alle Sünder müssen sterben“ aber ganz so genau nimmt er es dann doch nicht und auch mehr oder weniger unschuldige müssen ins Gras beissen. Und die Tötungen sind teilweise recht kreativ. „Silent Night“ hat durch die Polizeiarbeit und dadurch das wir und sie nicht wissen wer der Killer ist, auch noch einen Hauch von einem Krimi. Ich mag das Original und ich muss sagen, dieses Remake ist kein schlechtes und setzt in Sachen Blut noch ordentlich einen drauf. Schauspielerisch war ich etwas überrascht, denn der Film ist für einen Slasher prima besetzt, neben Malcolm McDowell macht vor allem Jaime King eine gute Figur und wirkt hier doch sehr sympathisch. Der Film recycelt die Idee eines Killers, der ein schweres Kindheitstrauma in der Weihnachtszeit erlitten hat, das Original aber zeichnet ein detailliertes Bild vom Täter, während die Neuverfilmung dafür lediglich eine Fussnote übrig hat.

Richtig schöner Weihnachsslasher der in der Vorweihnachtszeit bei mir zum Fest wohl ab jetzt jedes Jahr zum Zug kommen dürfte. Ein paar richtig schön fiese Ideen hat das Teil auf jeden Fall zu bieten. Hier kann das Remake mal ordentlich im Vergleich zum Original punkten. Der wahnsinnige Killer, verkleidet als Weihnachtsmann, verbreitet Ho-Ho-Horror im amerikanischen Städtchen und hinterlässt eine blutige Spur an verstümmelten Leichen. Steven C. Millers „Silent Night“ ist kein direktes Remake des 1984 Kult-Klassikers, sondern eine Hommage an das Original, es finden sich lediglich Hinweise auf die ursprüngliche Vorlage. „Silent Night“ ist ein traditioneller Slasher im Stil der 80er Jahre Klassiker, was bedeutet, es gibt eine hohe Anzahl an Toten und etwas Nacktheit, aber auch eine vollständige Abwesenheit von zupackender Spannung, Logik oder Charaktertiefe. Mit Sinn für groteske Details lebt der Film von seinem Widerspruch zwischen expliziter Gewalt und unbeschwerter Weihnachtlichkeit. Handwerklich ist der Film gut gemacht und ist durch seinen ruppigen Härtegrat zumindest keine Schlaftablette, irgendwer wird immer zu Kleinholz verarbeitet. Als reiner Hackepeter nicht von schlechten Eltern, kann man sich gerne anschauen.

Idiocracy

Idiocracy

20061 h 24 min
Kurzinhalt

Der Bibliothekar Joe Bauers und die Prostituierte Rita werden für ein streng geheimes Projekt des Pentagon als Versuchskaninchen ausgewählt. Das Ziel des Projektes ist es, brillante Persönlichkeiten in einen Winterschlaf zu versetzen und sie wieder unter die Lebenden zu holen, sobald ihre Dienste von Nöten sind. Der Test mit Joe und Rita geht jedoch vollkommen in die Hose und so erwachen die beiden im Jahre 2505 in einer von Blödheit regierten Welt. Schnell erkennt Joe, dass er der restlichen Bevölkerung im punkto Intelligenz haushoch überleben ist...

Metadaten
Titel Idiocracy
Original Titel Idiocracy
Regisseur Mike Judge
Laufzeit 1 h 24 min
Starttermin 1 September 2006
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Trailer

Mike Judge wirft einen Blick in eine wenig verheissungsvolle Zukunft. Im beliebtesten TV-Sender namens „Masturbation Channel“ laufen Sendungen wie „Ow my Balls!“, wer mehr als drei Wörter fehlerfrei lesen kann, gilt als „Faggot“, und Gerichtsverhandlungen gleichen der „Jerry Springer-Show“. Wie jede gute Satire, entpuppt sich auch „Idiocracy“ als Übersteigerung real existierender Zustände. Ganz von einem klassischen Aufklärer-Geist beseelt, versucht der Beavis and Butthead-Erfinder seinem Publikum einen Spiegel vorzuhalten. Judge will ein dummes Publikum intelligenter machen, indem er ihm einen nur auf den ersten Blick dummen Film vorsetzt. Das kann natürlich nicht klappen…

Idiocracy

Wer also schon immer dachte die Zukunft der Menschheit würde so wie in Star Trek ablaufen von der Eroberung des Weltraums, einem grenzenlosen Utopia von Wissen, Fortschritt, Gleichberechtigung aller Rassen und dem Einsatz von Technik zum Nutzen der gesamten Menschheit unter der Führung der klügsten, besten und geschicktesten Köpfe unserer Zeit hat sich schwer geirrt. Die Menschheit verblödet dank der Technik die sie eigentlich klüger, stärker und fortschrittlicher machen sollte immer stärker zu einer an Niveaulosigkeit kaum zu unterbietenden Masse die ihre Lebenszeit nur noch mit absoluten Müll verschwendet. Den während die Klugen Menschen die die Welt zum Positiven hätten verändern können keine Kinder mehr zeugen ist der Prolet, Vollpfosten und der dumme Pöbel der die Menschheit in zu grosser Masse in die Knie zwingt weiter fleissig dabei. Und wenn es mit unserer Gesellschaft so weitergeht, wird unsere Zukunft wohl genau so aussehen. Sehr tiefgründig, verpackt in Idiotie.

Idiocracy

Den 20th-Century-Bossen missfiel die subversive Idee, das selbe Publikum, das von der konzerneigenen TV-Sparte „Fox New“ systematisch verblödet wird, im Kino wach zu rütteln. Fast hätte ich „Zum Denken anregen“ geschrieben, das wäre dann doch zu hoch gegriffen. Jedenfalls wurde der Kinostart nicht beworben. „Idiocracy“ floppte folglich gnadenlos in den Kinos. Um eine Zielgruppe zu erreichen, muss man ihre Sprache sprechen. Das klingt hier so: „Hey Mann, warum versuchst du dieses Wort lesen? Bist du eine Schwuchtel oder was?“ Im Klartext: Menschen mit Allergie gegen Brachialhumor und wenig sorgfältiger Ausdrucksweise könnten bei diesem Film Probleme bekommen. Mike Judge geht jedenfalls erfreulich unsubtil vor und lässt seinem heiligen Zorn über die Dummheit der Menschheit freien Lauf. Das garantiert gute Gags in recht hoher Frequenz, allein die Vorstellung, mit welcher Flüssigkeit die Starbucks-Filialen des Jahres 2500 ihr Geld verdienen, ist die DVD wert.

Idiocracy

„Idiocracy“ ist eine erfreulich niveaulose und gar nicht mal so blöde US-Brachialkomödie, der man leichte Plot-Schwächen gerne verzeiht. Terry Crews als President Camacho ist aber auch echt der Hammer. Ein Blick in die Zukunft der Generation RTL und wenn der Film nicht so witzig wäre, wär es ein Drama. Ich empfand den Film in manchen Momenten zum brüllen, war phasenweise angesteckt von dieser Dummheit, die sich wirklich permanent wie ein roter Faden durch den Film zieht. Aber vieles fehlt auch in diesem Film, vieles war nicht durchdacht und nur einige Momente haben wirklich gezündet. Inhaltlich waren auch einige Dinge wenig logisch, wobei der Plan bei dem wahrscheinlich Film war, logikfrei zu sein. Ebenso ist die angepeilte Geschellschaftskritik anfangs präsent, flacht jedoch schnell ab. Schaut ihn euch an. Ganz spassfrei werden Ihr nicht durchkommen! Temporeiche Unterhaltung wird garantiert, „Borat“-Qualitäten werden allerdings nicht erreicht. In diesem Sinne: „Wasser? Das Zeug aus der Toilette?“

Doghouse

Doghouse

Der Kampf der Geschlechter wird blutig!

20091 h 25 min
Kurzinhalt

Um ihren Kumpel Vince, der schwer unter seiner kürzlichen Scheidung leidet, wieder aufzubauen, wollen seine Kumpels Neil, Mikey, Matt, Patrick, Graham und Banksy mit ihm ein Wochenende lang in der Provinz einen draufmachen, teilweise gegen den erbitterten Widerstand ihrer eigenen Frauen. In dem beschaulich-abgelegenen Örtchen Moodley, wo es mehr Frauen als Männer gibt, wollen sie es so richtig krachen lassen, doch irgendetwas läuft schief: erst wirkt das Dörfchen fast verlassen, doch dann tauchen die Bewohner doch noch auf, allerdings nur die weiblichen, die sich in mordgierige und männerhassende Bestien verwandelt haben und es nun auf die Ausflugsgesellschaft abgesehen haben. Von nun an sind die Männer ständig in der Defensive ...

Metadaten
Titel Doghouse
Original Titel Doghouse
Regisseur Jake West
Laufzeit 1 h 25 min
Starttermin 11 Juni 2009
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Gut
Bilder
Schauspieler
Mit: Stephen Graham, Danny Dyer, Noel Clarke, Emil Marwa, Lee Ingleby, Keith-Lee Castle
Trailer

Jake West lädt mit „Doghouse“ zum blutig-behämmerten Geschlechterkampf, bei dem sich ein klischeehaft verhaltendes Männersextett mit einer ganzen Armee fleischeslüsterner Zombiebräute konfrontiert sieht. Der Humor des blutigen Geschlechterkampfes gestaltet sich zwar eher einseitig und sexistisch, aber die Leistungen der Darsteller als Antiheldenkollektiv überzeugt. Zwar sind die Sprüche meist platt und der Film vermag auch so gut wie keine Spannung zu erzeugen, aber dennoch ist es ein amüsantes Vergnügen. Der Streifen startet ziemlich rasant und vermag das Tempo zu halten, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Man hätte gut und gerne auch mehr daraus machen können…

Doghouse

Eigentlich wollten die Freunde, genial vorgestellt und eingeführt von West, bei ihrer Stippvisite im Provinznestchen Moodley nur das tun, was britische Hohlbirnen am besten können: Frauen jagen und saufen wie eine Horde stinkender Barbaren. Blöd nur für die trink- und ficklüsternen Amigos, dass sich in ihrer Destination scheinbar die gesamte Aversion gegenüber der britischen Männerwelt angestaut hat. Zu Anfang und über einen gewissen Zeitraum hinweg gestalten sich diverse kuriose Einfälle als erschwinglich für das Sehvergnügen, bis eine gewisse ermüdende Monotonie eintritt. Der britische Zombiezirkus springt auf den Zug von Erfolgskomödien wie „Shaun of The Dead“ auf, ohne dabei dessen Genialität zu erreichen. Während vergleichbare Komödien mit einer angenehmen Leichtigkeit ihren Humor versprühen, kommt er hier meist nur gequält zum Vorschein. Die Konfrontation mit der vermoderten Feministenbewegung präsentiert sich schon als einfallsreich, wenn auch wie erwähnt als zu monoton.

Doghouse

„Doghouse“ ist albern, schwachsinnig und absolut grenzdebil, macht daraus aber überhaupt keinen Hehl. Die Charaktere sind flach und auch ganz allgemein kommt man sich bei der repetitiven Humpelorgie einer Schar verkrüppelter Weiber irgendwann verarscht vor, auch wenn die Prämisse des Films natürlich schon ihre Reize und auch einen witzigen Kernpunkt bietet. Wäre da nicht dieser feine britische Humor, würde „Doghouse“ vermutlich im trashigen Mittelmass der Zombiefilmgeschichte vermodern. Unsere britischen Freunde mögen vielleicht nicht Vieles können. Kulinarisch, optisch und auch fussballtechnisch waren die Briten noch nie voll auf der Höhe, aber Humor? Das können sie. Und selbst wenn man aus UK schon ganz anderes Lustiges erleben durfte, so ist „Doghouse“ vielleicht gerade auch wegen seiner permanenten und wacker durchgezogenen Absurdität absolut unterhaltsam, gewitzt und sehenswert, für Frauen aber nur bedingt – oder vielleicht nur unter starkem Alkoholeinfluss – zu empfehlen.

Hobo with a Shotgun

Hobo with a Shotgun

Er sorgt für Gerechtigkeit - Kugel für Kugel

20111 h 26 min
Kurzinhalt

Ein Landstreicher (Rutger Hauer) zieht in eine Stadt namens Hope Town, in der das Gesetz nichts zu melden und das Verbrechen die Gegend beherrscht. Er macht sich jedoch nichts daraus und will dort als Landschaftsgestalter seinen Lebensunterhalt bestreiten. Dafür benötigt er jedoch einen Rasenmäher, der in einem Pfandhaus knappe 50 Dollar kostet. Um sich diesen kaufen zu können, geht er betteln. Dabei beobachtet er, wie die mörderischen Brüder Ivan und Slick, deren Vater „The Drake“ das Sagen in Hope Town hat, einen Jungen bedrohen. Nachdem die Prostituierte Abby erfolglos eingreift, schnappt sich der Landstreicher Slick und bringt ihn zur Polizeistation. Aufgrund eines perfiden Korruptionssystems wollen ihm die Gesetzeshüter jedoch nicht helfen. So macht es sich der Landstreicher zur Aufgabe, sich selbst um das verbrecherische Gesindel zu kümmern – inklusive pädophiler Weihnachtsmänner und Drogendealer – und kauft sich für sein erbetteltes Geld keinen Rasenmäher, sondern eine Shotgun…

Metadaten
Titel Hobo with a Shotgun
Original Titel Hobo with a Shotgun
Regisseur Jason Eisener
Laufzeit 1 h 26 min
Starttermin 6 Mai 2011
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Schauspieler
Mit: Rutger Hauer, Gregory Smith, Robb Wells, Brian Downey, Molly Dunsworth
Trailer

Dieser Streifen ist ein Gewaltporno. Liebevoll ad absurdum geführte Gewaltorgien im Gewandt des inzwischen trendgewordenen Retroparodiegenres. Wahrscheinlich der Film, der Machete gerne gewesen wäre. Ich hab eine kleine Schwäche für ausgemachte, sinnlos gewalttätige Filme und schon ein paar Sekunden Rutger Hauer als Train Tramp in einer in den sattesten Technicolor-Sommer-der-Liebe-Farben erstrahlenden Landschaft entlarven all die Anti-Hype-Aktivisiten als Lügenmäuler. Nennt mich Fanboy, nennt mich meinetwegen Arschloch, aber selten hat mich ein Vorspann mehr begeistert. Und danach lässt es der Film so richtig krachen! Aber so richtig und nonstop! Political Correctness? Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Themen „Selbstjustiz“ oder „gesellschaftliche Außenseiter“? Eine richtige Story? Nada! Gespielt wird ohne Rücksicht auf Verluste im hemmungslosen Crescendo eine Ode an das gewalttätig(st)e Grindhouse-Kino der Siebziger.

Hobo with a Shotgun

Wie erwähnt ist „Hobo with a Shotgun“ genau das, was „Machete“ sein wollte: ein Grindhouse- Film, ein Trashfilm. „Machete“ ist ein guter Film, aber eben kein Grindhouse-Trash. Rudger Hauer, der einzige grosse Name des Films, mimt den namensgebenden Penner mit Schrotflinte. Die Geschichte ist in etwa „Ein Mann sieht rot“ auf Drogen. Der Film ist ein einziges Feuerwerk aus Overacting, Splatter und Zynismus. Einige Witze sind tatsächlich sehr makaber und sensiblen Menschen auf keinen Fall zu empfehlen. Auch der Gewaltgrad ist sehr hoch: Abgerissene und abgeschossene Körperteile, Eingeweide und sonstige Unappetitlichkeiten am laufenden Band. Jeder der also eher aus dem Action-Bereich als dem Horror-Splatter-Bereich kommt sei hiermit gewarnt. Hier werden einige Grenzen überschritten. Jeder, der damit kein Problem hat, kann 86 ungeschnittene Minuten herrlichen Trash erleben.

Hobo with a Shotgun

Als die kanadischen Filmemacher Jason Eisener, John Davies und Rob Cotterill im Jahr 2006 mit „Hobo with a Shotgun“ ihren Beitrag zu einem von Robert Rodriguez ausgerufenen Fake-Trailer-Wettbewerb lieferten, ahnte wohl keiner von ihnen, dass ihre Idee von einem Obdachlosen, der für sein letztes Geld eine Schrotflinte kauft und damit gegen das Unrecht vorrückt, dermassen gut ankommen und sogar den Weg für einen abendfüllenden Spielfilm ebnen würde. Dabei schaffte es der Trailer nur in Kanada und in wenigen US-amerikanischen Kinos in die Vorschau von Rodriguez‘ und Quentin Tarantinos „Grindhouse“-Doppel. Das Konzept des eine Minute und 58 Sekunden langen Vorfilms mag für eine Adaption in Spielfilmlänge etwas zu knapp scheinen und tatsächlich ist mit dem Titel „Hobo With A Shotgun“ eigentlich schon alles Wesentliche über die Handlung gesagt. Doch angesichts des originellen Looks, massig Gore und vor allem dank des charismatischen Hauptdarstellers Rutger Hauer wird die schnell zur Nebensache.

Hobo with a Shotgun

„Hobo with a Shotgun“ präsentiert sich von Beginn an in übersättigter Technicolor–Pracht und liefert dazu passend einen Score, der sofort in die 70er Jahre zurück katapultiert. Einzig der sichtlich gealterte Rutger Hauer entlarvt die ansonsten perfekte Illusion der Eröffnungssequenz. Die Schauspiellegende, die mit der Verkörperung eines künstlichen Menschen in Ridley Scotts düsterer Zukunftsvision „Blade Runner“ berühmt wurde, ist trotz unzähliger, missglückter B-Movies immer noch ein Star und schaffte in den 2000ern mit kleineren Auftritten in „Sin City“ und „Batman Begins“ sogar ein Kino-Comeback. Hauers Darstellung des verrückten Obdachlosen, der mit seiner Schrotflinte die Welt zu einem besseren Ort machen möchte, ist durchweg mit der Intensität gespielt, die den Niederländer zu einem der aussergewöhnlichsten Schauspieler seiner Generation machte. Der restliche Cast verkörpert die genregemäss überzeichneten und eindimensionalen Figuren solide, kann aber dabei nicht mit so originellen Entwürfen spielen, wie sie die Darsteller in Quentin Tarantinos und Robert Rodriguez‘ Grindhouse-Würfen vorgelegt bekommen – etwa wie Cheech Marin als schiesswütiger Priester aus „Machete“.

Hobo with a Shotgun

An brutalen Gemeinheiten wurde nicht gespart, Gorehounds kommen voll auf ihre Kosten: offene Knochenbrüche, Stacheldraht-Enthauptungen, platzende Köpfe – und freilich hat auch Hobos heissersehnter Rasenmäher noch seinen blutigen Auftritt. Auch die Jüngsten bleiben nicht verschont: Babys werden mit Schusswaffen bedroht und ein ganzer Schulbus wird in ein flammendes Inferno verwandelt. „Hobo with a Shotgun“ ist definitiv nichts für schwache Nerven!

Pets

Pets

Weißt du eigentlich was deine Haustiere machen, wenn du nicht zu Hause bist?

20161 h 27 min
Kurzinhalt

Was machen eigentlich unsere geliebten Haustiere, wenn wir nicht zuhause sind? Die nächste Zusammenarbeit zwischen Illumination Entertainment und Universal Pictures knüpft an die bisherigen Grosserfolge an (Despicable Me, Despicable Me 2) und erzählt vom geheimen Leben der Haustiere, wenn deren Herrchen ausser Haus sind.

Metadaten
Titel Pets
Original Titel The Secret Life of Pets
Regisseur Chris Renaud, Yarrow Cheney
Laufzeit 1 h 27 min
Starttermin 24 Juni 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Schauspieler
Mit: Louis C.K., Eric Stonestreet, Kevin Hart, Jenny Slate, Lake Bell, Bobby Moynihan, Albert Brooks
Trailer

In dem neusten Animationsfilm von Illumination stehen Haustiere im Vordergrund. Da sind Hunde, Katzen, Vögel und Meerschweinchen. Sie alle leben in einem Block in Manhattan. Für sie beginnt der Spass, wenn Frauchen und Herrchen zur Arbeit gehen. Dann legt der gepflegte Pudel schon mal eine fette Heavy Metal Platte auf und die Katze räumt den Kühlschrank leer. Der neuste Animationsfilm von den Machern der „Minions“ blickt in die Gedankenwelt der Tiere hinein. Dabei nutzen sie auf eine grandiose Art und Weise die Eigenheiten der Tiere wie das Zeitgedächtnis von Hunden oder die Schreckhaftigkeit von Katzen.

Pets

„The Secret Life of Pets“ wie der Film im Original heisst, ist grundsätzlich nicht für Erwachsene ausgelegt, erzählt also eine einfache und plumpe Geschichte. Die Story ist so flach, dass ich zu Beginn des Films Probleme hatte, diese überhaupt zu erkennen. Aber bedenken wir noch einmal, dass „Pets“ für ein junges Publikum gemacht wurde, entschuldigt das eine nicht ganz so tiefsinnige Story. Dafür besitzt „Pets“ jede Menge Humor und kommt mit vielen kleinen Witzen daher. Technisch gesehen ist der Film allererste Sahne. Die Animationen, die Szenerie, die Kamera, die Bilder, das alles ist einfach wunderschön umgesetzt. Die Haustiere haben natürlich einen besonders hohen Cute-Factor, so ist das eben bei Animationsfilmen für Kinder und das funktioniert dann auch bei uns Älteren.

Pets

Für die deutsche Fassung konnte man bekannten Schauspielern wie Jan Josef Liefers, Dietmar Bär, Dieter Hallervorden, Ralf Richter und Uwe Ochsenknecht für die Synchronisation gewinnen. Vieles ist tatsächlich witzig und entlockte immer wieder ein Lachen oder Schmunzeln. Dafür verantwortlich ist hauptsächlich die hervorragende und liebevolle Animation der Tiere. Die Mimik und Gestik ist oftmals zum Schreien komisch, einige der Sprüche sind es ebenso. Der Soundtrack ist durchwegs gelungen und bringt immer wieder Schwung in die Story. Kindern wird der Film gefallen, was ich absolut nachvollziehen kann. Erwachsene sollten entweder ihre Erwartungen herunterschrauben oder wirklich ein Fan von amerikanischen Animationsfilmen sein, um grossen Gefallen an „The Secret Life of Pets“ zu finden. Für alle anderen bleibt ein zwar schnörkelloser und unterhaltsamer, aber zu einfach gestrickter Streifen übrig.

Krampus

Krampus

20151 h 38 min
Kurzinhalt

Für Max sind die Weihnachtsfeiertage wenig erfreulich: Die gesamte Verwandtschaft entert das Haus, alle streiten sich, und zu essen gibt es den unsäglichen Weihnachtsbraten seiner Mutter. Wie das Fest der Liebe fühlen sich diese unangenehmen Stunden für Max nicht an. Doch dann fällt der Strom aus und in der Dunkelheit lauert noch etwas viel Schrecklicheres als die lieben Verwandten: der Krampus. Er wird angelockt durch die mangelnde Festtagsstimmung in Max' Elternhaus und kommt nun, um alle Ungläubigen zu bestrafen. Im Schlepptau hat er die Horrorversionen sonst so friedlicher Weihnachtsikonen. Max und seine Familie müssen nun zusammenhalten, um die grausige Sagengestalt zu vertreiben, bevor die Monster-Variante des Weihnachtsmanns jemanden fressen kann...

Metadaten
Titel Krampus
Original Titel Krampus
Regisseur Michael Dougherty
Laufzeit 1 h 38 min
Starttermin 26 November 2015
Website
Detail
Medien DVD
Blu-Ray
Video-On-Demand
Film-Details
Bewertung Grandios
Trailer

Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Ruhe und des Friedens, in der der Einkaufsstress das Schlimmste ist, was einem widerfahren kann – sollte man zumindest denken. Doch weit gefehlt! Der gehörnte, Teufels-ähnliche Krampus treibt sein Unwesen und führt all jene ihrer gerechten Strafe zu, die sich nicht zu benehmen wissen und deshalb von ihm als „unartig“ eingestuft werden. Nach „Trick ‚r Treat“ beweist Michael Dougherty erneut, dass er viel Liebe zum Horror-Genre hegt. Während der erste Teil des Films noch im Bereich der schwarzen Weihnachts-Comedy zu sehen ist, wird „Krampus“ später zum waschechten Creature-Horror.

Krampus

Für Leute, die mit Knecht Ruprecht sozialisiert wurden, steht nun eine neue Dimension der Angst auf dem Plan. Mit dem „Krampus“ muss mein keine Angst mehr haben mit der Rute verprügelt zu werden, man wird gleich in den Höllenschlund gezogen. Die Österreicher haben einen lustigen Sinn für Humor. Den Krampus selbst hätte ich mir persönlich etwas „ziegenmässiger“ vorgestellt, aber auch die gewählte Form ist sehr stimmig. Die Elfen sind grandios umgesetzt und auch die anderen Wesen haben mir als Fan von handgemachten Effekten und Puppen sehr imponiert. Es macht einfach Spass, die ganzen Kreaturen nach und nach zu entdecken. Der Film nimmt sich selbst nicht so ernst, daher kann er sich auch mehr Freiheiten erlauben. Man spürt die Liebe und den Spass aller beteiligten in jeder Minute des Filmes und es ist mir schleierhaft, wie man sich seinem Charme entziehen kann. Für mich reiht sich der Film in Klassiker der Horror-Comedy-Märchen Perlen wie Gremlins, Critters und dergleichen ein. Eine ernstzunehmende Message hat der Film auch – denn viel zu oft lassen wir uns von Hass, Enttäuschung und Negativität leiten, anstatt das Positive wertzuschätzen: die Hoffnung, die Liebe und das Miteinander. Daran möchte uns der Film erinnern und auch daran das innere Kind nicht sterben zu lassen.

Krampus

Drehbuch und Setting wissen gänzlich zu gefallen und auch vom visuellen Aspekt her ist Dougherty’s blutarmes und gewaltzahmes Festtags-Spektakel ein echter Hingucker. Wer einen „richtigen“ Schocker erwartet, wie es der Trailer teilweise suggeriert, wird dagegen herbe enttäuscht werden. Es gibt einiges zu Lachen und die ein oder andere unerwartete Wendung hat der Film auch. Krampus ist ein atmosphärischer Streifen mit einer für das Horrorgenre untypisch interessanten Story. Die Effekte sind an der Grenze zum Kitsch, was der ganzen Weihnachtsatmosphäre aber positiv zu gute kommt. Das ganze Setting mutet zwar weihnachtlich und dennoch düster, kühl und gruselig an und die tolle Ausleuchtung sowie die ungewöhnliche Kameraarbeit tun ihr Übriges. Manchmal erinnern die schiefen Kamerawinkel an Sam Raimis Horror-Meisterwerke und beschwören nicht selten deren atmosphärische Dichte herauf. Was man „Krampus“ eventuell vorwerfen könnte ist, dass er hin und wieder etwas lautstark daherkommt. Statt dem subtilen Grusel Platz zu lassen, wird „Krampus“ oft zu einem optischen Dauerfeuer ohne grosse Schockmomente. Ich empfand dies nicht als wirklich störend, bei diesen Kreaturen wäre aber mehr drin gewesen. Den Anspruch hat „Krampus““ aber nicht und darauf muss man sich eben einlassen.

Krampus

Wie erwähnt verlässt sich Dougherty sehr wenig auf CGI und arbeitet in grossen Teilen mich echten Puppen, was im Creature-Design sehr positiv zu Buche schlägt. Dass er sich hierbei auf eine österreichische Sage stützt, macht das Thema noch sehr viel interessanter. Die Erzählung aus der Sicht des kleinen Max unterstützt das Märchen-Setting und statt billiger Jumpscares bekommen wir viel Spass und eine grosse Liebe zum Detail geboten. Sei es die furchteinflössende Aura des Krampus oder der melancholische Blick der Schneemänner, die Optik grenzt an Perfektion. Für den schaurigen Look von Krampus, die Computer-Effekte als auch die gruseligen Puppen zeigen sich die Designer von WETA verantwortlich. Beim Design des Sets hatte ich den Eindruck, dass man sich teilweise an Tim Burton Filmen orientiert hat. Toni Collette und Adam Scott als Eltern und Conchata Ferrell (Berta aus „Two and a Half Men“) als sarkastische „Tante Dorothy“ machen schauspielerisch auch einen guten Job. Zugegeben, der Film hat keine komplexe Handlung, doch die Reihenfolge der Opfer ist anders als man es sonst kennt und das Ende hat für mich einen hübschen „Dellamorte Dellamore“ Touch, auch wenn es nicht ganz so WTF? rüberkam.

Krampus

Krampus ist eine sehr gelungene Mischung aus klassischem Creature-Horror und einem urigen Vorstadt-Märchen. Das düstere, weihnachtsdekolastige und tief verschneite Set und die teils gruseligen Figuren sorgen für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Ich hab mich schon gefragt wo die ganzen innovativen Horrorfilme denn alle geblieben sind – hier ist einer! Krampus ist ein Film, auf den man wahrscheinlich Jahre warten musste. Ein Klassiker. Ein Fest für die Augen und die Sinne und eine Reise ins Labyrinth der Schreckfiguren. Definitiv ein sehr cooler Film und der wird wohl ab diesem Jahr für mich zum Pflichtprogramm gehören um in die richtige Weihnachtsstimmung zu kommen. Amüsante Unterhaltung zur Weihnachtszeit, wenn es mal kein versöhnlicher Familienfilm sein soll. St. Nicholas is not coming this year. This Christmas, be careful what you wish for…

Er ist wieder da

Er ist wieder da

20151 h 56 min
Kurzinhalt

Er ist wieder da, der Führer. Knapp 70 Jahre nach seinem unrühmlichen Abgang erwacht Adolf Hitler im Berlin der Gegenwart. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Angela Merkel und vielen tausend Ausländern startet er, was man am wenigsten von ihm erwartet hätte: eine Karriere im Fernsehen. Denn das Volk, dem er bei eine Reise durch das neue Deutschland begegnet, hält ihn für einen politisch nicht ganz korrekten Comedian und macht ihn zum gefeierten TV-Star. Und das, obwohl sich Adolf Hitler seit 1945 äußerlich und innerlich keinen Deut verändert hat.

Metadaten
Titel Er ist wieder da
Original Titel Er ist wieder da
Regisseur David Wnendt
Laufzeit 1 h 56 min
Starttermin 8 Oktober 2015
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Bilder
Trailer

Er ist wieder da – naja ich sag mal eher, zum Glück nicht! Trotz vieler Szenen in denen man herzhaft Lachen muss, hat man zum Ende des Films einen Kloss im Hals! Wäre es tatsächlich möglich? Ja, es wäre möglich, man schaue sich nur die Stimmung im Volk und die aktuellen Wahlergebnisse an. Schliesslich hat es vor nicht allzu langer Zeit schon ähnlich geklappt, anfangs belächelt, stiess seine Botschaft auf nur allzu fruchtbaren Boden. Der Film ist ein Spiegel der Gesellschaft, eine tolle Komödie mit einer interessanten Botschaft.

Er ist wieder da

*Er ist wieder da““, nach dem Roman von Timur Vermes, ist reichlich mit Stars besetzt, so spielen Katja Riemann und Christoph Maria Herbst etwa mit. Schauspieler Oliver Masucci gibt in angekokelter Führeruniform denselbigen, der durchs Land reist und eine Botschaft unter die Leute bringt, die sich seit 1933 nicht verändert hat: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Wobei Adolf Hitler sich schon wundert, dass dieses Deutschland, das er 1945 nur noch der Vernichtung für würdig befunden hat, überhaupt noch existiert. Um die Deutschen also geht es und ihnen soll das Lachen im Halse steckenbleiben. Denn die Moral von der Geschichte ist nicht „Er ist wieder da“. Sie lautet: Er war niemals weg, denn er lebt in uns, in jedem einzelnen. Adolf, der Menschenfeind und Massenmörder – das sind wir alle! Mich wirst du nie mehr los, töten kannst du mich schon gar nicht.

Die Ängste und der Egoismus der Menschen lassen sich leider sehr leicht instrumentalisieren. Irgendwie ist es traurig, dass diese Konstante so unveränderlich scheint und so viel Gefahren in sich birgt. Da hat der Führer seinen Siegeszug schon angetreten. Die Menschen jubeln ihm zu, er stellt sich vors Brandenburger Tor und lässt sich fotografieren, geht ins Gasthaus zum Stammtisch, an dem rechte Parolen die Runde machen, tingelt durch Talkshows, wird bestaunt von der Presse, bejubelt vom Boulevard und zum Hit bei Youtube. Die Führung der NPD macht er derweil beim Ortsbesuch in der Parteizentrale zur Minna, weil sie so ein verlorener Haufen sei. Wenn er bloss die SS wieder hätte! Hitlers scheinbar unaufhaltsamer Aufstieg bekommt erst dann einen Knacks, als ein Video auftaucht, das zeigt, wie er einen Hund erschiesst. Hetze gegen Minderheiten, Gefasel vom Wohl des deutschen Volkes – das geht. Kein Herz für Tiere – das geht nicht, vor allem nicht mit den Grünen, die sich der neue, alte Hitler gut als Koalitionspartner vorstellen kann. Schliesslich ist Naturschutz nichts anderes als Heimatschutz, und wie man die Heimat schützt, das weiss niemand besser als er.

Er ist wieder da

„Er ist wieder da“ arbeitet mit einer Spielhandlung und spielt scheindokumentarisch mit Menschen, denen der vermeintliche Hitler in Alltagssituationen vor die Nase gestellt wird. Asiatische Touristen finden ihn lustig, eine junge Frau sagt: „I love Hitler“, Fussballfans rasten aus und verprügeln einen Mann, der „Scheiss Deutschland“ skandiert, am Stammtisch auf Sylt oder in Passau schwadronieren ältere Herren, sie hätten nichts gegen Ausländer, aber! Die Frau von der Imbissbude schliesslich fasst zusammen: Es gibt keine Demokratie, Politiker sind korrupt, Ausländer kriminell, schon deren Kinder eine Plage und seine Meinung darf man auch nicht sagen. Eingeführt hat die Methode der gezielten Provokation der Komiker Sacha Baron Cohen mit seinen Kunstfiguren Ali G., Borat und wie sie alle heissen. Die Randständigen, die Rechten, heben natürlich den Arm zum Gruss. Welche Idioten echt sind und welche Teile der Inszenierung verrät uns der Produzent Berben wohlweislich nicht, der seinem im vergangenen Herbst gedrehten Film offenbar mit Blick auf die jetzige Flüchtlingskrise seherische Qualitäten beimisst. Ein Film der polarisiert!

Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse

Scouts vs. Zombies

20151 h 33 min
Kurzinhalt

Für die drei Pfadfinder Ben, Carter und Augie ist ein ganz besonderer Tag gekommen: Endlich steht ihnen das letzte Zeltlager bevor. In der verwaisten Stadt, in der sie Halt machen, sind sie zum Überleben schon bald auf die Erfahrungen angewiesen, die sie sich über Jahre gesammelt haben. Denn während sich das Trio zunächst freut, vor Ort erstmals einen Fuß in einen Stripclub zu setzen, müssen sie nur kurze Zeit später feststellen, dass die Schönheit auf der Bühne zu einem nach Fleisch lüsternen Zombie mutiert ist. Die Freunde müssen nun all ihre Fähigkeiten abrufen, um die Welt vor einer Bedrohung zu retten, für die noch kein Pfadfinder-Abzeichen erfunden wurde. Die fleißigen Scouts setzen alles daran, die fleischfressenden Untoten abzuwehren und ihrem Ruf als Helfer in der Not gerecht zu werden. Unterstützung bekommen sie durch die Cocktail-Mixerin Denise. Die kann nicht nur mit dem Shaker umgehen, sondern auch mit Waffen…

Metadaten
Titel Scouts vs. Zombies
Original Titel Scouts Guide to the Zombie Apocalypse
Laufzeit 1 h 33 min
Starttermin 23 Oktober 2015
Website
Detail
Film-Details
Bewertung In Ordnung
Trailer

In „Scouts vs. Zombies“ geht es mit gefrässigen Untoten, spritzenden Gehirnen und viel nackter Haut schonungslos zur Sache. Die Horror-Trashkomödie um drei Pfadfinder, die in einer Kleinstadt gegen Zombies kämpfen, zieht alle Grusel-Register. Horror-Experte Christopher Landon („Paranormal Activity: Die Gezeichneten“) holte dafür Nachwuchsschauspieler wie Tye Sheridan („Mud“) und Logan Miller („The Bling Ring“) vor die Kamera. Auch „Terminator“-Sohn Patrick Schwarzenegger mischt mit und der Film siedelt sich irgendwo zwischen „Coming out of age“ Blödel-Komödie mit einem Hauch von „Zombieland“ und einer Prise „Shaun of the Dead“ an.

Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse

Horror-Regisseur Christopher Landon (der Sohn von Little Joe aus „Bonanza“) serviert ein bluttriefendes Gemetzel, ganz nach dem Geschmack von Zombie-Fans, denen berstende Gehirne und eine simple Story reichen. Die Besetzung ist bunt gemischt, von Nachwuchstalent Tye Sheridan bis zur 89 jährigen Cloris Leachman („Frankenstein Junior“) und dazu Neuling Schwarzenegger, der zuvor in der Adam-Sandler-Comedy „Kindsköpfe 2“ einen kleinen Auftritt hatte. In “Scouts vs. Zombies” mimt er einen coolen, umschwärmten Teenager namens Jeff. Die Splatter-Effekte halten sich trotz explodierender Köpfe in erträglichen Grenzen und dienen eher der Belustigung. Sogar die Tierwelt wird vom Zombiebefall ergriffen, was den Auftritt von Zombiekatzen und einer Zombiekuh ­ermöglicht.

Regisseur Landon hat den Horror­ulk mit viel Augenzwinkern inszeniert. Einer der Jungs macht Selfies mit Zombietitten und am Ende gibt es ein Riesengematsche mit allen zweckentfremdungsmöglichen Gerätschaften, die ein Baumarkt hergibt. Lustig und krawallig. Weil aber einfach zu viele Zutaten in einen Topf geworfen wurden kann der Film in keinem Bereich so richtig Punkten. Auch wenn der Filmbeginn jetzt keine Neuheit ist – er fängt grandios an und lohnt sich schon fast für die Eröffnungsszene. Der Film ist in seiner Gewalt harmlos, auch wenn hier und da CGI Köpfe gesprengt werden und ordentlich der rote Saft spritzt. Brutal ist der Film nie. Ich mag die oberflächigen Charaktere, der coole Sprücheklopfer, der dicke Nerd, der schüchterne Held und die taffe Braut. So ein Film braucht nicht mehr und alle Schauspieler machen ihren Job gut.

Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse

Der Film hat einen lächerlichen Love-Plot, den kein Mensch gebraucht hätte und die Botschaft „Du musst einfach auf eine Frau zugehen und sie Küssen“ ist auch mal wieder völlig deplaziert, Tittenwitz hier, Schwanzwitz dort, Selfie mit totem Tier, Selfie mit Zombie, Selfie mit Titte, Selfies im Abspann – langweilig aber trifft unsere Jugendkultur ganz gut ohne zwingend drauf einzugehen. Die guten Jungs gewinnen, Ende gut alles gut. Kann man machen. Ich wurde unterhalten – und werde den Film in 2 Tagen vergessen haben. Schade. Da wäre mit mehr Gore und einem besseren Drehbuch mehr drin gewesen…

Unter Freunden – Komm, lass uns spielen

Unter Freunden - Komm, lass uns spielen

20121 h 30 min
Kurzinhalt

Bernadette lebt in einem schönen Haus auf dem Land. Sie liebt es, ihre Freude zu Dinner-Partys einzuladen, um gemeinsam Mystery-Spiele zu spielen. Eine scheinbar ganz normale Party mit einer Gruppe von Freunden geht ziemlich schief, denn eines der Spiele nimmt eine gefährliche Wendung. Eine Frau überwältigt die anderen Gäste und hält sie in ihrer Gewalt. Sie will, dass sich die Freunde ihre dunkelsten Geheimnisse offenbaren. Dabei wird nichts und niemand sie stoppen ...

Metadaten
Titel Unter Freunden - Komm, lass uns spielen
Original Titel Among Friends
Regisseur Danielle Harris
Laufzeit 1 h 30 min
Starttermin 8 Juli 2012
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Sehr schlecht
Trailer

Danielle Harris sollte sich auf ihre Schauspielerkarriere konzentrieren, damit kann sie immerhin noch einige Fans um sich scharen. Als Regisseurin kann sie offensichtlich gar nichts und dürfte sich selbst bei ihren eher wenig anspruchsvollen Anhängern noch Bonuspunkte verspielen. Billiger Unfug, der zumindest schon nach 70 Minuten mit dem Abspann erlöst. Länger wäre auch mehr Folter, als ohnehin schon gezeigt wird.

Unter Freunden - Komm, lass uns spielen

Die heute 37 jährigen Danielle Harris hatte im Alter von 11 Jahren ihren, nennen wir es mal bescheiden „grossen“ Durchbruch in der Rolle als Jamie Lloyd in „Halloween 4 – Michael Myers kehrt zurück“. Nach einer Durststrecke in den 90ern mit Auftritten in Filmen wie „The Last Boy Scout“ oder „Daylight“, wurde sie im neuen Jahrtausend dank Rollen in Rob Zombie’s neuen „Halloween“-Filmen, dem zweiten und dritten Teil des Old-School-Slashers „Hatchet“ oder dem wirklichen feinen Low-Budget-Stück „Vampire Nation“ zu einem „kleinen“ Star im Genresektor. Nun also gibt die sympathische Harris ihr Debüt als Regisseurin.

Das hier wenig Zeit und Geld im Spiel war und somit natürlich nicht mit einem aufwändigen Endprodukt gerechnet werden konnte, geht per se vollkommen in Ordnung. Der Titel „Unter Freunden“ ist treffend gewählt, denn da mussten Regisseurin Harris und die Autorin und gleichzeitig auch furchtbare Hauptdarstellerin: Alyssa Lobit, sich ihren Cast zusammensuchen. Da die Damen und Herren alle sicher Zeit und nur geringe Gagenforderungen hatten, war das schon mal geschafft. Zu den noch halbwegs bekannten Gesichtern gehören AJ Bowen („You’re Next“), Kane Hodder (Jason Vorhees, ab dem siebten Teil der „Freitag, der 13.“-Serie), die abermals grässliche Jennifer Blanc („Victim“), sowie deren Ehemann Michael Biehn (einst Kyle Reese in „Terminator“), dieser immerhin nur in einem total sinnlosen Cameo, in dem er dafür endlich mal sagen darf, was wohl jeder beim Anblick dieser Grütze denkt: „Wie konnte meine Karriere nur so enden?“ Traurig, aber wahr!

Unter Freunden - Komm, lass uns spielen

Bei „Unter Freunden“ ist leider nichts auch nur halbwegs gelungen. Der Cast agiert im Bereich von „Mir-doch-egal“ bis langweilig, angeführt von Autorin Alyssa Lobit als Folter-Tante mit dämlichem Jigsaw-Moral-Motiv und der unerträglich heulenden Hackfresse Jennifer Blanc, die schon in dem Regiedebüts ihres Gatten eine reine Zumutung war. Aus der einfachen, aber zumindest irgendwie verwendbaren Geschichte wird eine einzige, spannungsbefreite Torture-Nummer gemacht, zu deren „Highlights“ abgetrennte Körperteile, haufenweiser vulgärer Kraftausdrücke und etwas Ficki-Ficki zählen. Zum Teil katastrophal gespielt, durchgehend amateurhaft inszeniert und lächerlich geschrieben erwartet den gequälten Zuschauer weiter nichts, bis auf unsympathische Figuren, deren Pein einem komplett am Arsch vorbeigeht, die sich dann auch noch derart abgrundtief dämlich verhalten, dass man das mit allem guten Willen unmöglich ausblenden kann. Höhepunkte? Keine! Der Film ist von vorne bis hinten misslungen.

Deadpool

Deadpool

20161 h 44 min
Kurzinhalt

Basierend auf Marvels unkonventionellstem Anti-Helden, erzählt Deadpool die Geschichte des ehemaligen Special Forces Soldaten und Söldners Wade Wilson, der - nachdem er sich einem skrupellosen Experiment unterzieht - unglaubliche Selbstheilungskräfte erlangt und sein Alter Ego Deadpool annimmt. Mit schwarzem, schrägen Sinn für Humor und ausgestattet mit neuen Fähigkeiten begibt sich Deadpool auf die unerbittliche Jagd nach seinen Peinigern, die beinahe sein Leben zerstörten.

Metadaten
Titel Deadpool
Original Titel Deadpool
Regisseur Tim Miller
Laufzeit 1 h 44 min
Starttermin 9 Februar 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Gut
Schauspieler
Mit: Ryan Reynolds, Morena Baccarin, T.J. Miller, Ed Skrein, Stefan Kapičić
Trailer

Deadpool ist ein spassiger Comicfilm, dessen dynamische Hauptfigur darüber hinwegrettet, dass die Story eigentlich nicht sehr interessant ist. Der Charakter ist in seinem Dauerlabermodus ganz gut getroffen und man merkt deutlich, wie sehr sich Ryan Reynolds die Seele aus dem Leib spielt. An beinahe jeder Ecke finden sich Anspielungen und Seitenhiebe zu Comics und Filmen und die Witze und Sprüche an sich sind herrlich derb und verschonen niemanden. Deadpool ist ein sympathisches Arschloch und auch die beiden X-Men Colossus und Emo-Explosionsgirl sind coole Figuren. Aber warum gibt man diesen im Grunde netten Figuren nicht irgendwas zu tun?

Deadpool

Kaum ein Superheld oder Supersöldner in diesem Fall, ist so beliebt wie Wade Wilson, schliesslich ist Deadpool mit seinem Meta-Humor und seinem Bewusstsein für das Medium in dem er sich bewegt einzigartig. Umso mehr erstaunt es, dass 20th Century Fox so lange gebraucht hat, um einen Film mit dem Söldner mit der grossen Klappe durchzuwinken. Mir hat Deadpool gefallen und es ist lange her, dass mich ein Blockbuster so sehr zum Lachen gebracht hat. Für den stark aufspielenden Ryan Reynolds dürfte Deadpool die Rolle seines Lebens sein. Man mag ihm den Erfolg nach seiner Bauchlandung mit „Green Lantern“ gönnen. Mit dem humorlosen Hünen Colossus hat Deadpool zudem den coolsten Sidekick im Superheldenuniversum. Doch warum bleibt Deadpool bei all dem Blut und Sprüchen trotzdem irgendwie so handzahm und knuddelig? Weder erreicht er je echte moralische Ambivalenz in comichafter Überhöhung, wie sie z.B. Lobo auszeichnet, der schonmal ganze Planeten auslöscht, noch wird er auf menschlicher Ebene so richtig greifbar.

Deadpool

Für einen Film, der sich auf die Fahne geschrieben hat, das Superheldenuniversum aufzumischen, ist Deadpool erschreckend konventionell gestrickt. Es ist, als ob sich die Macher nicht sicher gewesen wäre, ob das Publikum auf das Konzept anspricht. Nur so ist zu erklären, dass uns eine überlange Origin Story erklärt, warum Deadpool so ist, wie er ist. Doch statt Empathie weckt diese nach klassischem Schema gestrickte Einführung nur Langeweile – wie können wir mit einem Charakter mitfühlen, wenn sich die Macher in nahezu sämtlichen Szenen des Films über diesen mokieren? Was ist der Anreiz, diesem Charakter, der in jeder Szene als unberechenbarer Kindskopf und notorischer Eigenbrötler dargestellt wird, auch noch eine Liebesgeschichte anzudichten? Eine Love Story, die obendrein darin gipfelt, dass der Held seine Geliebte aus den Klauen des Bösewichtes retten muss? Wäre es doch um einiges interessanter gewesen, wenn Deadpool auf all diese Klischees geschissen und damit bewiesen hätte, dass er nicht nur auf dem Papier anders ist?

Deadpool

Was für den Film spricht ist aber die unübersehbare Leidenschaft der Macher, die diese Figur angemessen zum Leben erwecken wollten. Denn trotz der fehlenden Story, wirkt der Film nie, als wäre er am Reissbrett der Werbeabteilung entworfen wurden, wie die beiden grauenvollen Wolverine-Streifen oder alles was je zu Fantastic 4 gedreht wurde. Wie sehr Deadpool zu begeistern vermag, liegt wohl vor allem daran, wie originell man das Konzept empfindet und ob man mit der Figur warm wird und natürlich in wieweit eine Figur die etwas karikiert auf Strecke erträglich ist. Ich bin durchaus gespannt auf den zweiten Teil, hoffe aber, dass ihnen das nächste mal auch eine Geschichte einfällt, damit Deadpool sich nicht ausschliesslich auf seine Metaebene verlassen muss. Die funktioniert nämlich dann am Besten, wenn es auch eine Hauptebene gibt.

Asterix im Land der Götter

Asterix im Land der Götter

20141 h 25 min
Kurzinhalt

Schon lange sind die unnachgiebigen Gallier den Römern, allen voran Julius Caesar, ein Dorn im Auge. Da es bislang nicht möglich war, das gallische Völkchen mit militärischen Mitteln zu vertreiben, haben sich Caesar und seine Berater eine neue Idee einfallen lassen, mit der sie den widerspenstigen Galliern endlich beikommen wollen: Sie errichten eine Luxussiedlung unter dem Namen "Land der Götter" rund um das Dorf der Gallier und gliedern sie damit unfreiwillig in das Römische Imperium ein. Doch mal wieder haben die Römer die Rechnung ohne Asterix und Obelix gemacht. Wie gewohnt wissen die Gallier sich zu wehren und sabotieren die Bauarbeiten: Zuerst mit zaubertrankgetränkten, schnellwachsenden Eicheln und später mit Hilfe von Troubadix' Gesangskünsten...

Metadaten
Titel Asterix im Land der Götter
Original Titel Astérix: Le domaine des dieux
Regisseur Alexandre Astier, Louis Clichy
Laufzeit 1 h 25 min
Starttermin 26 November 2014
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Meisterwerk
Trailer

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Die Zeit der peinlichen Realverfilmungen ist definitiv vorbei – die liebevolle 3D-Umsetzung beweist, dass es viel besser geht. „Asterix im Land der Götter“ (Astérix: Le Domaine des Dieux) ist ein äusserst witziger und kurzweiliger Spass ganz im Geiste der Comicvorlage.

Asterix im Land der Götter

Die Asterix-Comics haben sich, wenn es um Verfilmungen geht, in den letzten zehn Jahren ein bisschen vom Wunder- zum Sorgenkind gemausert. Die Reihe, die 1999 ganz vernünftig mit der international produzierten Realverfilmung „Asterix und Obelix gegen Caesar“ (Astérix et Obélix Contre César) mit Christian Clavier und Gérard Dépardieu in den Hauptrollen begann, gipfelte irgendwann im schrecklich lustlosen vierten Realfilmabenteuer „Asterix und Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät“, den auch gar niemand mehr sehen wollte. Gleichzeitig zur Produktion des bis dato letzten Spielfilms sass ein kleines Studio namens Mikros Image an einer 3D-animierten Verfilmung, die damit an die Tradition der animierten Abenteuer der mutigen Gallier anknüpft. „Asterix im Land der Götter“ erzählt die Geschichte des gleichnamigen Comics, bei uns „Die Trabantenstadt“, in dem Cäsar versucht, die Gallier zu besiegen, indem er ihnen eine Stadt direkt vor ihrer Nase baut, in der Hoffnung, den Unbeugsamen so die Zivilisation aufzuzwingen.

Asterix im Land der Götter

Technisch leisten die Macher dieses Filmes solide Arbeit, auch wenn die Animationen nicht immer gleich flüssig und dynamisch daherkommen. Man merkt dem Film an, dass das zuständige Studio noch sehr jung ist – Mikros Image hat bisher erst an drei Animationsfilmen gearbeitet, darunter auch „Le Petit Prince“. Dennoch kann „Asterix im Land der Götter“ überzeugen. Der Film fängt mit seiner Fülle an visuellen Gags geschickt den Witz der alten Zeichentrickfilme ein und wird auch dem Charme der Comicvorlage gerecht. Regisseur Alexandre Astier lässt es sich nicht nehmen, den Film zudem mit einer gewissen Aktualität zu versehen – den Einzug der Römer in die Nähe des Gallierdorfes spiegelt er geschickt mit den aktuellen Flüchtlingsströmen, wobei er den Galliern den Part der Ewiggestrigen, die sich über die Verfremdung empören, zugesteht. Goscinny wäre stolz! Eine schöne und vorallem äusserst unterhaltsamer Film, den man Gross und Klein empfehlen kann.

Deathgasm

Deathgasm

20151 h 26 min
Kurzinhalt

Brodie und der wilde Zakk gründen in der spießigen Stadt Greypoint die Heavy-Metal Band DEATHGASM – kein leichtes Unterfangen hier in der Provinz. Nur zu gerne würden die beiden Nietenträger die ehrfürchtige Bevölkerung mit ihrer satanistischen Musik beglücken. Aber dass in Greypoint buchstäblich die Hölle ausbricht, damit haben sie nicht gerechnet. Denn eher zufällig erwecken sie auch eine wild gewordene Zombie-Meute zum Leben, die in Greypoint für ein echtes Blutbad sorgt. Anstatt zu Gitarre und Bass müssen die beiden Freunde zu Axt und Kettensäge greifen, um ihre Haut zu retten. Da müssen Ruhm und Erfolg der Heavy-Metal Band noch etwas warten…

Metadaten
Titel Deathgasm
Original Titel Deathgasm
Regisseur Jason Lei Howden
Laufzeit 1 h 26 min
Starttermin 28 August 2015
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Trailer

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„Deathgasm“ ist kurzweiliger Splatterspass für Metalfans! Zombie-Apokalypse, Kettensägen, rollende Köpfe und spritzendes Blut in Kombination mit einem passenden Soundtrack und Headbang-Garantie. Mit ungezügelter Energie zeigt eine Heavy-Metal-Band der Hölle den Stinkefinger und bietet Unterhaltung für Hartgesottene.

Deathgasm

Seit flächendeckend um Lemmy Kilmister getrauert wird und das Wacken-Festival zum Spass für die ganze Familie geworden ist, vermag man es sich gar nicht mehr so recht vorzustellen. Aber es ist gerade einmal ein Vierteljahrhundert her, da galt Heavy Metal auch bei durchschnittlich hysterischen Erziehungsberechtigten als brandgefährlich und böse. Der Weg zur Hölle war in der Fantasie der Erwachsenen klar vorgezeichnet: Wo die Haare wucherten und die Aufnäher auf der Jacke prangten, mussten die Schulnoten zwangsläufig in den Keller gehen. Bis zur rituellen Tierschlachtung war es da nicht mehr weit. Die drastischeren Metal-Spielarten sind eng mit der Horrorfilmästhetik verbandelt, was sich in den Plattencovern von Bands wie „Cannibal Corpse“ oder den „Pungent Stench“ zeigte: Leichenberge und Hektoliter Kunstblut. Beide Bands werden in „Deathgasm“, der nun auf DVD erschienen ist, zitiert. Der hochkomische Splatterfilm des neuseeländischen Regisseurs Jason Lei Howden versetzt den Zuschauer zurück in die Zeit, als laute Gitarrenriffs und Gekreische es dem jungen Menschen noch erlaubte, sich von der Welt der Erwachsenen mit Nachdruck abzugrenzen.

Deathgasm

In der ersten halben Stunde erzählt „Deathgasm“ mit grimmigen Witz davon, dass die Hölle etwas sehr Weltliches ist. Ihr Personal besteht in diesem Film aus Lehrern, Stiefeltern und mobbenden Mitschülern. Was wie eine finster gestimmte Tennie-Komödie beginnt, entpuppt sich im Weiteren aber schnell als stilsichere Hommage an die Splatterfilme der Achtziger- und Neunzigerjahre und der Plot ist an Sam Raimis „Tanz der Teufel“ angelehnt. Auch die Verbindung von detailfreudigem Splatter und Slapstick orientiert sich am grossen Vorbild Raimi, vor allem an dessen „Tanz der Teufel 2“. Furchteinflössend ist hier nichts, dafür aber ausgesprochen eklig und immer wieder zum Schreien komisch. Zum Einsatz kommen vor allem Äxte, die seit „The Texas Chainsaw Massacre“ obligatorische Kettensäge und, in einer besonders grotesken Szene, ein überdimensionierter Dildo. Von am Computer generierten Pixelblutwolken scheint Regisseur Howden nicht viel zu halten, hier ist alles noch handgemacht.

Deathgasm

Was die Visual-Effects anbelangt stand der nach wie vor unübertroffene „Braindead“ Pate. Und wie in Peter Jacksons Frühwerk steckt auch in „Deathgasm“ mehr als nur Jux und Dollerei. Die Szene, in der die Band, standesgemäss im Corpse Paint angemalt, durch das Wäldchen vor der Stadt stolpert, um einen Videoclip zu drehen, zeigt stellvertretend für den gesamten Film, wie man ein Genre, das man liebt, ernst nehmen und sich zugleich über es lustig machen kann. Die auf gängigen Metal-Klischees basierende, aber liebevoll inszenierte Horror-Komödie macht trotz ihrer wenig überraschenden Handlung viel Spass und punktet mit metallischem Soundtrack und Themen wie Religion, Freundschaft, Liebe, familiäre Probleme, mangelndes Selbstbewusstsein und Ausgrenzung Andersdenkender durch die Gemeinschaft. Masslose Übertreibung und ein humoristisches Augenzwinkern stehen ebenso auf dem Programm wie eine (wenig tiefgehende) Liebesgeschichte zwischen dem Hauptdarsteller und einer Vorzeigetochter, die im Laufe der Handlung selbstverständlich zur Metal-Braut mutiert. Wer einen Film für einen kurzweiligen und wenig anspruchsvollen Abend mit vielen Lachern und der Möglichkeit zum Luftgitarrespielen sucht, ist mit dem grandiosen Splatterfilm „Deathgasm“ definitiv gut bedient. Im Gegensatz zu Peter Jacksons „Bad Taste“ und „Braindead“ ist „Deathgasm“ dabei zwar weit weniger grotesk und zügellos geraten, lustiger war eine in Blut getränkte Aussenseiterstory aber schon lange nicht mehr. Grossartig!

Zu haben in unserem Shop als DVD oder Blu-ray!

The Visit

The Visit

20151 h 34 min
Kurzinhalt

Als eine junge Mutter (Kathryn Hahn) von ihren Eltern gefragt wird, ob ihre Enkel eine Woche bei ihnen verbringen können, treten Rebecca (Olivia DeJonge) und Tyler (Ed Oxenbould) freudig die Zugfahrt zur abgelegenen Farm ihrer Großeltern an. Dort angekommen, verbringen die Vier zunächst einen harmonischen und spaßigen Tag miteinander. Lediglich die strenge Vorgabe des Großvaters (Peter McRobbie), das Zimmer nach 21.30 Uhr nicht mehr zu verlassen, lässt die beiden Kinder etwas stutzig werden. Doch schon wenig später müssen sie feststellen, dass die Regel nicht ohne Grund existiert.

Metadaten
Titel The Visit
Original Titel The Visit
Regisseur M. Night Shyamalan
Laufzeit 1 h 34 min
Starttermin 10 September 2015
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Gut
Bilder
Trailer

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Der erste Teil des neuen Films von M. Night Shyamalan hat bei mir für ein wenig Gelächter gesorgt, da all die verrückten Dinge, die die Grosseltern so tun, versucht werden mit Demenz zu erklären. Das führt unweigerlich zu lustigen Erklärungsversuchen im jeweiligen Kontext. Auf Twitter wies M. Night Shyamalan darauf hin, dass es drei verschiedene Schnittfassungen des Films gibt, was auch die anfänglichen Verwirrungen um die Genrezugehörigkeit von „The Visit“ erklärt. So soll es eine Fassung geben, die als Komödie gilt, eine zweite, die als Horrorfilm beschrieben werden kann und eine weitere Fassung, die irgendwo dazwischen liegt. Universal Pictures vermarktete den Film seit Erscheinen des ersten Trailers jedoch eher als Horrorthriller.

Zum Glück nimmt sich der Film selber nicht ernst und zum Glück nimmt er dann später aber doch eher düstere Formen an und man kann mit dem ganzen Setting, den Schauspielern und dem Plot eigentlich recht zufrieden sein. „The Visit“ hat mich überrascht. Er ist beklemmend und creepy. Ebenfalls kommt der Humor nicht zu kurz. Die Schauspieler machen ihre Sache alle prima, vorallem der Oma nimmt man alles voll und ganz ab. Die Wertungen liegen niedriger, als dieser Streifen es eigentlich verdient hätte, denn er taugt sehr wohl für einen guten Horrorfilm-Abend.

Kingsman: The Secret Service

Kingsman: The Secret Service

Holen Sie den König zurück zu Kingsman!

20152 h 09 min
Kurzinhalt

Harry Hart ist ein britischer Geheimagent der alten Schule – cool, charmant und abgebrüht. Er arbeitet für einen der geheimsten Nachrichtendienste überhaupt: die Kingsmen. die Agenten, die sich selbst als moderne Ritter verstehen, sind ständig auf der Suche nach neuen Rekruten. Harry wird auf den Straßenjungen Gary aufmerksam, der, wie er findet, einiges an Potenzial zeigt. allerdings liebäugelt dieser mit der Welt jenseits des Gesetzes und kennt keine Disziplin. Dennoch bewahrt ihn Harry vor dem Gefängnis und schleust ihn in das Rekrutierungsprogramm der Kingsmen ein. Dies ist das wohl härteste seiner Art und an vielen Stellen wirklich lebensgefährlich. Zu allem Überfluss bahnt sich noch während der Ausbildung eine weltweite Bedrohung an. Ein unglaublich gut organisiertes Verbrechersyndikat erscheint auf dem Plan und bedroht den internationalen Frieden und die Sicherheit. Gary muss sich nun beeilen, die Torturen der Ausbildung überstehen und, am aller Wichtigsten, erwachsen werden.

Metadaten
Titel Kingsman: The Secret Service
Original Titel Kingsman: The Secret Service
Regisseur Matthew Vaughn
Laufzeit 2 h 09 min
Starttermin 13 Januar 2015
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Gut
Bilder
Trailer

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Kingsman ist das willkommene Gegengift zum langweilig gewordenen James Bond. Weg von Rumgejammer und Midlife-Crisis, zurück zu Spass und überlebensgrosser Agenten-Action. Collin Firth ist der perfekte Gentleman-Spion und Taron Egerton macht sich überraschend gut, als Teenie der für den coolsten Geheimdienst der Welt rekrutiert wird.

Regisseur Matthew Vaughn hat seit „Kick Ass“ nochmal dazu gelernt und schafft es jetzt die hyperstylishen Gewaltszenen in einen runderen Kontext zu setzen. Man merkt ihm deutlich die Liebe zum Sixties Style, zu den ganzen Agenten der Gentleman-Ära an und dennoch wirkt der Film nicht wie ein Rückfall in die alte Zeit. „Kingsman“ ist nicht so albern wie „Austin Powers“ oder die „Spy Kids“-Filme, aber trotzdem in allem auf 11 gedreht. Der Style ist britischer als britisch, die Gadgets ebenfalls und der Oberschurke könnte karikierter kaum sein. Vaughn und sein Autor Mark Millar kennen ihre Vorbilder und haben dennoch einen diebischen Spass daran, sie umzukrempeln.

Samuel L. Jackson ist einerseits ein megalomanischer Blofeld-Verschnitt, aber durchaus ein vernünftig argumentierender Zeitgenosse, dessen böser Plan zumindest theoretisch sinnvoll erscheint. Und er karikiert seine diabolische Ausstrahlung durch Sprachfehler die Unfähigkeit Gewalt und Blut zu ertragen. Bei aller Übertreibung sind die Figuren immer noch so menschlich, dass sie nicht austauschbar und langweilig werden. In einer der besten Szenen des Films, reflektiert Vaughn sogar die eigene cinematische Glorifizierung von Gewalt, wenn Firth ein unbeschreibliches Massaker anrichtet, das alle Register der Gewaltpornographie zückt nur um den gehypten Kingsman und den Zuschauern danach die eigene Begeisterung vorzuführen, wenn allen Beteiligten klar wird, das unser Held gerade unschuldige Menschen abgeschlachtet hat.

Das bedeutet nicht, dass der Regisseur seine überzeichnete Gewalt nicht liebt, aber es zeigt das er sich zumindest der Problematik bewusst ist und sehr genau die Mechanismen kennt, mit denen er sein Publikum verführt. Trotz aller Metzelszenen meidet er stets die selbstgerechte, mobfütternde und unangenehme Aura die Selbstjustiz-Action-Filme wie Taken durchdringt. Dazu ist Kingsman dann einfach zu sehr in einem schwerelosen Comic-Universum verankert, in dem alles mit einer Prise Roger Moorschem Augenbrauen heben serviert wird. Als Popcorn-Kino ist Kingsman auf jeden Fall mit das Beste was es in diesem Bereich in den letzten Jahren zu sehen gab. Was optische Ideen, Eleganz und stimmungsvolle Musik angeht. Kein Meilenstein, aber ein rundherum unterhaltsamer, rasanter Beweis dafür, dass britische Agenten-Action auch heutzutage noch ihre Berechtigung hat.

Die Peanuts – Der Film

Die Peanuts - Der Film

20151 h 29 min
Kurzinhalt

Charlie Brown, Snoopy, Lucy, Linus und der Rest der beliebten PEANUTS-Bande geben ihr Leinwanddebüt. Und das auf eine Art, wie man sie noch nie gesehen hat: in modernster 3D-Animation. Charlie Brown, der populärste Underdog der Welt, begibt sich dabei auf eine großartige, heldenhafte Mission, während sein bester Freund, der liebenswerte Beagle Snoopy, hoch oben am Himmel die Konfrontation mit seinem Erzfeind, dem Roten Baron, sucht.

Metadaten
Titel Die Peanuts - Der Film
Original Titel The Peanuts Movie
Regisseur Steve Martino
Laufzeit 1 h 29 min
Starttermin 6 November 2015
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Meisterwerk
Schauspieler
Mit: Noah Schnapp, Bill Melendez, Venus Schultheis, Hadley Belle Miller
Trailer

„Die Peanuts – Der Film“ ist ein berührender Film, der eine einfache Story erzählt und dafür umso mehr visuell zu überzeugen weiss. Anders als etwa hyperrealistische Animationen nutzt dieser Film die Freiheiten des Trickfilms und spielt ganz bewusst mit ihnen.

Die Peanuts - Der Film

Als ich zum ersten Mal gehört habe, dass eine Verfilmung von „The Peanuts“ plant, war ich mehr als nur skeptisch. Snoopy und Charlie Brown – in 3D? Die unsäglich grässlichen CGI-Schlümpfe waren noch allzu präsent und so blieb meine Vorfreude eher zurückhaltend. Doch das änderte sich schlagartig als ich die ersten Bilder sah. Die Macher hatten den ruckligen Look sowie die knallige Farbpalette der Vorlage beibehalten und das ganze mit einer weichen, handgemachten Technik kombiniert. Und tatsächlich ist es Regisseur Steve Martino gelungen, mit „The Peanuts Movie“ eine liebevolle und würdige Umsetzung der Comic-Strips von Charles M. Schulz zu schaffen. Die Story, die der Film erzählt ist einfach und kommt ohne viel Theater aus: Als ein neues Mädchen in sein Viertel zieht, ist der notorische Versager Charlie Brown hin und weg – er hofft, dass er ihr beweisen kann, was wirklich in ihm steckt.

Die Peanuts - Der Film

Damit trifft Martino den Ton der Vorlage, die sich selber nie zu ernst nahm. Es ist eine berührende Geschichte über die Schwierigkeit, sich selber treu zu bleiben. Die konventionelle Story ist aber nicht der Trumpf dieses herzigen Filmes, vielmehr sind es die eindrücklichen Animationen, mit denen die Macher die Animationslandschaft gehörig aufmischen. „Die Peanuts – Der Film“ bietet eine Gegenbewegung zum immer realistischer werdenden Zeichentrick – geschickt lotet Steve Martinos Film die Grenzen des Mediums aus. Das 3D-Abenteuer von Snoopy und Co. strotzt nur so vor visuellen Gags und kuriosen Einfällen. Mit seiner hohen Gag-Dichte ist dieser Film der wohl witzigste Animationsfilm, den ich seit seeeehr langer Zeit gesehen habe.