Mayhem

Mayhem

20171 h 26 min
Kurzinhalt

Was für ein Tag: Der Anwalt Derek Cho (Steven Yeun) wird von einem Kollegen verleumdet und daraufhin zu unrecht von seinem Arbeitgeber gefeuert. Kurze Zeit später bricht im Gebäude der Kanzlei ein gefährliches Virus aus, welches bewirkt, dass die Infizierten willenlos ihren niedersten Impulsen folgen. Da der Komplex rasch zur Quarantänezone erklärt wird, ist auch Cho in den Büroräumen gefangen und muss jetzt nicht mehr nur um seinen Job, sondern vor allem ums nackte Überleben kämpfen...

Metadaten
Titel Mayhem
Original Titel Mayhem
Regisseur Joe Lynch
Laufzeit 1 h 26 min
Starttermin 13 März 2017
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Müll
Trailer

Regisseur Joe Lynch (Knights Of Badassdom, Everly – Die Waffen einer Frau) schmeisst in „Mayhem“ kurzerhand die Konzepte von „28 Days Later“, „It Comes At Night“ und „The Purge“ zusammen und kreuzt das Ganze zudem noch mit Greg McLeans Arbeitsplatz-Splatterorgie „Das Belko Experiment“. Ergebnis ist eine nur selten bissige Gesellschaftssatire mit brutalen Büroschlachten, in der leider nur die plattesten Stammtischparolen gegen die Finanzindustrie aufgefahren werden. So ist „Mayhem“ wohl am ehesten noch zum Frustabbau für ihren Job und ihren Chef verachtende Zuschauer geeignet.

In jeder Firma gibt es hinterhältige Angestellte, die für die eigene Karriere über Leichen gehen. Da werden für eigene Interessen gern mal die Kollegen in die Pfanne gehauen, die sich dann für Dinge rechtfertigen müssen, von denen sie gar nichts wissen. Leider ist es im wahren Leben schon lange nicht mehr so, dass man mit Ehrlichkeit weiterkommt. In einer Ellenbogengesellschaft, in der nur Leistung zählt, muss man ein Schwein sein, um erfolgreich bestehen zu können. Genau jene These vertritt auch der Action-Splatter „Mayhem“, der schwarzhumorig vermittelt, wie sich die derzeitige Unternehmenskultur entwickelt hat. Hier wird gehörig gegen Unternehmensführer gewettert, in deren Händen das Schicksal des kleinen Mannes liegt. Damit spricht man natürlich all jenen aus der Seele, die im Job nichts zu lachen haben und sich unterwerfen müssen. Für genau diese Menschen gibt es Filme wie „Mayhem“, die vermitteln wollen, dass auch boshafte Angestellte und Unternehmensbosse irgendwann mal an ihren Meister geraten.

Klingt irgendwie bekannt und einige werden vermutlich jetzt ein Déjà-vu und nein, „Mayhem“ ist keine Fortsetzung und kein Remake zu „Das Belko Experiment“. Beide Filme sind thematisch sehr ähnlich und zeigen streitsüchtige Angestellte, die plötzlich zu aggressiven Killermaschinen werden und dabei weder Freund noch Feind kennen. Interessanterweise nimmt sich „Mayhem“ trotz brutaler Gangart gern mal selbst auf die Schippe. Die Inszenierung gleicht nicht selten einer Film-gewordenen Comicverfilmung, wo sich Protagonisten Prügel aussetzen und danach aufstehen, als ob nichts gewesen wäre. Doch damit nicht genug, „Mayhem“ strotzt nur so vor Zynismus und schwarzen Humor. Obwohl sich viele Figuren ihrem Schicksal bewusst sind, haben sie stets trockene Sprüche auf den Lippen. Das mildert den Härtegrad der vielen Gewalteskapaden, die mit fortlaufender Spielzeit von Regisseur Joe Lynch genüsslich zelebriert werden. Mit Splatter, Action und boshaften Spässen hat der Filmemacher Erfahrung. Der feierte seinen Regiedebüt mit der günstig produzierten Fortsetzung zum Backwood-Slasher „Wrong Turn“ und übernahm danach die Inszenierung eines Segments der zitatreichen Horror-Anthologie „Chillerama“. Seither sind viele Jahre vergangen und Lynch scheint recht sicher auf seinem Regie-Posten zu sitzen. Vorbei sind die Zeiten schlechter Spezialeffekte und mässiger Low-Budget-Produktionen. „Mayhem“ ist von Anfang bis zum Ende durchgestylt und macht einen professionellen Eindruck. Hinzukommt, dass der Regisseur gern mal die Speed-Taste drückt und euphorische Zerstörungslust auslebt.

Unterm Strich entpuppt sich „Mayhem“ als unterhaltsamer Party-Splatter, der hemmungslos mit miesen Menschen aufräumt. Der Film besitz einen kritischen Unterton, der nicht nur mit skrupellosen Praktiken profitgeiler Unternehmensbosse aufräumt. Der Film spricht gern auch jedem Arbeitnehmer aus dem Herzen, der für seinen Job alles tut, aber dennoch ersetzbar ist, wenn es darauf ankommt. Da ist es am Ende fast schon eine Genugtuung, wenn den Bösewichten der Garaus gemacht wird und sie für ihre selbstsüchtigen Missetaten bestraft werden. „Mayhem“ ist eine unsinnige Gewaltorgie, die man nicht allzu ernstnehmen sollte. Das tut der Film nämlich selbst zu keiner Minute und zeigt wie sich ein gekündigter Arbeitnehmer in einem Hochhaus, ähnliche wie im Remake zu „Dredd“ oder „The Raid“, von unten nach oben durchmetzelt. „Mayhem“ gleicht in seiner brachialen Zerstörungs- und Wutorgie einem actiongeladenen Computerspiel. Die Figuren bestehen aus Stereotypen und viel Substanz ist nicht vorhanden. Aber intellektuell will „Mayhem“ überhaupt nicht sein, sondern nur kurzweilig unterhalten. Das gelingt ihm ganz gut. In null Komma nichts befindet sich der Zuschauer im Geschehen und folgt einem gefrusteten Angestellten, der sich zynisch durch Büros metzelt.

Wer eine Leidenschaft für Filme besitzt, die kaum Handlung, dafür viel Gewalt zu bieten haben, ist mit dem Film gut bedient. In „Mayhem“ geht es nicht zimperlich zu. Hier kommen elektrische Sägen und Nagelpistolen zum Einsatz, um Arbeitskollegen das Lebenslicht auszublasen. Gesplattert und geprügelt wird reichlich. Demzufolge ist der Film hierzulande erst für Volljährige geeignet. Die Grausamkeiten werden aber so überspitzt zelebriert, dass der Streifen eine ungeschnittene Fassung erhalten hat. Selbst wenn man all die verpassten thematischen Chancen beiseite lässt und „Mayhem“ stur als ambitionslosen Genrespass hinnimmt, fällt das Ergebnis allenfalls mittelmässig aus. Zunächst macht es vor allem Laune, die fast schon wie Wimmelbilder funktionierenden Hintergründe zu beobachten – während die Protagonisten im Zweifelsfall unwichtiges Zeugs reden, herrscht hinter ihnen meist das blanke Chaos. Der Streifen nimmt sich selbst nicht ernst bzw. ist mit viel Ironie, Sarkasmus und bisweilen Zynismus durchzogen, doch wirklich witzig wird es nie. Dennoch wird der Klassenkampf nie langweilig und der Krieg im Büro hat mich locker unterhalten.

It Came from the Desert

It Came from the Desert

20171 h 30 min
Kurzinhalt

Die Hormone spielen im schüchternen Brian (Harry Lister Smith) verrückt, als er eines Tages zusammen mit seinem durchgeknallten Kumpel Lukas (Alex Mills) sowie Lisa (Vanessa Grasse) zu einer Motorcross-Party in der Wüste aufbricht. Denn Brian hat schon eine ganze Weile ein Auge auf Lisa geworfen und die hoffentlich feuchtfröhliche Sause im Sand könnte die perfekte Gelegenheit sein ihr näherzukommen. Vor Ort tut sich Brian allerdings ziemlich schwer aus sich herauszukommen. Aber wenig später ist das nur noch sein geringstes Problem. Denn als sie eine versteckte und verlassene Forschungsanlage finden und näher inspizieren, machen sie eine schaurige Entdeckung: Riesige mutierte Ameisen tummeln sich dort! Klar, dass diese alsbald ausbüxen und Jagd auf die feiernde Meute macht. Für Brian, Lisa und die anderen entbrennt ein Kampf ums Überleben…

Metadaten
Titel It Came from the Desert
Original Titel It Came from the Desert
Regisseur Marko Mäkilaakso
Laufzeit 1 h 30 min
Starttermin 29 Oktober 2017
Website
Detail
Film-Details
Bewertung In Ordnung
Bilder
Trailer

„It Came from the Desert“ ist eine liebevolle Adaption zu Cinemawares Spieleklassiker von 1989, setzt ähnlich wie seine Genrekollegen auf eine geballte Ladung Wahnsinn und Absurditäten, kommt im Gegensatz dazu aber gänzlich ohne die aktuell so populären Killerhaie aus. Was hier stattdessen für Ärger sorgt? Mutierte Riesenameisen, die sich bei Gelegenheit auch gerne mal an den Biervorräten einiger nichtsahnender Teens bedienen.

Wer schon in den 80er Jahren gerne zockte, der bekommt bei der blossen Nennung so mancher Spieleschmiede leuchtende Augen: Lucasfilm und Sierra sind Paradebeispiele, in geringerem Maße auch SSI oder Cinemaware. Wie der Name des letzteren Entwicklers bereits verriet, tummelten sich dort allerhand Filmfans. In Spielen wie „Defender of the Crown“ oder „Lords of the Rising Sun“ huldigten sie alten Filmen, in für die damalige Zeit beeindruckender Optik. „It Came from the Desert“ war eines der bekanntesten Spiele der Amerikaner und erzählte, angelehnt an die Monsterfilme aus den 50ern, die Geschichte des Wissenschaftlers Dr. Greg Bradley, der eigentlich nur die Auswirkungen eines Meteoreinschlags untersuchen wollte, es daraufhin aber mit riesigen Ameisen zu tun bekam. Der Film „It Came from the Desert“ ist nun eine klare Hommage an den Klassiker, jedoch keine direkte Verfilmung. Ein paar Anspielungen an die Ereignisse von damals sind enthalten und zum Ende werden auch tatsächliche Spieleszenen eingeblendet, die einem das nostalgische Herz überlaufen lassen. Vorkenntnisse braucht es dennoch nicht, die Geschichte ist völlig unabhängig von der Vorlage.

Sofern man denn überhaupt von einer Geschichte sprechen mag. Die war natürlich auch damals schon eher dünn. Was will man auch gross erzählen, wenn es um den ewigen Kampf von Mann gegen Rieseninsekt geht? Zumindest war das Spiel aber noch mit Adventureelementen versehen. Actionsequenzen gab es natürlich auch jede Menge. Dazwischen musste Dr. Bradley aber fleissig Nachforschungen betreiben, um überhaupt zu den Ameisen zu gelangen. Mit dem Echtzeitablauf und den verschiedenen Enden war „It Came from the Desert“ angesichts des Themas sogar erstaunlich ambitioniert. Der Film ist das aber nicht und gross nachdenken soll hier wirklich niemand. Stattdessen wollen der finnische Regisseur Marko Mäkilaakso (War of the Dead) und sein Co-Autor Trent Haaga (Cheap Thrills, 68 Kills) vor allem eins: Spass haben. Die trashigen Wurzeln wurden herausgeputzt und ganz stolz in den Vordergrund gestellt. Da wird geschossen und gehackt, gemetzelt und gefressen. Richtig viel Spannung entsteht dabei nicht, soll aber auch gar nicht. Die riesigen Ameisen sind weniger Stoff für Albträume als vielmehr für gesellige Videoabende. Hier darf gegrölt werden, wenn die Viecher miteinander kommunizieren und Jagd auf Jugendliche machen, die ihnen körperlich wie intellektuell unterlegen sind.

Gerade wenn man glaubt, man hätte schon alles gesehen, kommt ein neuer Vertreter der Marke Trash-Horror daher. Schade ist beispielsweise, dass es hier eben kein kompetenter Wissenschaftler ist, der sich der Ameisen entledigt, sondern drei Jugendliche, die mal wieder mehr mit Hormonen und zwischenmenschlichen Fallstricken beschäftigt sind. Denn davon gibt es in dem Bereich nun wirklich mehr als genug und wird der Vorlage nicht wirklich gerecht. „It Came from the Desert“ ist aber auch nicht so lustig, wie es sein sollte. Nur manche Gags zünden richtig, bei anderen ist der Humor zu verkrampft. Ein Klassiker, wie es das Spiel war ist die Leinwandvariante nicht. Dafür ist sie am Ende doch zu harmlos und ohne eigene Identität, macht zu wenig, um sich von anderen Tiermonsterfilmen zu unterscheiden. Trotz einer gewissen B-Movie Affinität, fehlt es seinem Film über Biertrinkende Riesenameisen an Charme. Die Horrorkomödie erfüllt aber ihren Zweck, vor allem in geselliger Runde. Fans von Horror-Komödien à la „Arac Attack“ werden mit dem meist kurzweiligen und zitatenreichen „It Came From The Desert“ sicherlich ihren Spass haben. Für das Prädikat „potentieller Kult“ reicht es aber definitiv nicht.

24 Hours to Live

24 Hours to Live

20171 h 34 min
Kurzinhalt

Der Tod seiner Familie hat dem Elitesoldaten Travis Conrad zugesetzt. Als ihm jedoch ein guter Freund, der mittlerweile für ein Militärunternehmen arbeitet, einen letzten Job anbietet, willigt Travis ein. Bevor er seinen Auftrag erledigen kann, wird er von einer Interpol-Agentin enttarnt und ausgeschaltet. Doch dann erwacht der Söldner auf einem Operationstisch und erfährt, dass ihn eine experimentelle Droge für weitere 24 Stunden am Leben hält. Zeit, die er für Rache nutzen will.

Metadaten
Titel 24 Hours to Live
Original Titel 24 Hours to Live
Regisseur Brian Smrz
Laufzeit 1 h 34 min
Starttermin 26 Oktober 2017
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht so schlecht
Bilder
Trailer

Ethan Hawke erwacht in „24 Hours to Live“ von den Toten und bekommt noch genau einen Tag zum Leben, bevor seine Zeit endgültig abgelaufen ist. Als ehemaliger Auftragskiller setzt er nun alles daran, Rache zu nehmen an den Menschen, die für seinen Tod verantwortlich sind. Ein actionreiches und blutiges Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Bis zu dem Punkt, an dem der Film leider auf zu viel Testosteron und operative Dummheiten setzt, macht „24 Hours to Live“ eigentlich ziemlich viel Spass.

Es müssen nicht immer Zombies sein, auch als lebende (Fast-)Tote können ganz normale Menschen angesichts ihres unausweichlichen Endes zu den Protagonisten einer spannenden und dramatischen Story werden. So wie Ethan Hawkes Figur im Action-Thriller „24 Hours To Live“, der genau ein Tag bleibt, um alles Wichtige zu regeln, bevor sie garantiert tot umfällt. So ganz neu ist die Idee nicht, bereits 1950 wurde ein Collegeprofessor mit einer langsam wirkenden tödlichen Substanz vergiftet und zeigte in „Opfer der Unterwelt“ den Mord an sich selbst bei der Polizei an. 1988 wurde die gleiche Story mit Dennis Quaid in „D.O.A. – Bei Ankunft Mord“ noch einmal verfilmt. Aber während der Held im klassischen Film Noir ein letztlich hilfloses Opfer war, was die fatal-bedrückende Atmosphäre noch unterstrich, gibt in „24 Hours to Live“ die Action den Ton an und Hawke ist auch als Leiche in spe noch ziemlich gefährlich. Brian Smrz (Hero Wanted) brennt in seiner erst zweiten Regiearbeit nach 30 Jahren Erfahrung als Stuntman ein beachtliches Feuerwerk aus Verfolgungsjagden und Schiessereien ab und liefert damit zufriedenstellende Genrekost.

Ethan Hawke gehört zu den wenigen Hollywood-Stars, dem das Publikum sowohl den sensiblen Schöngeist wie etwa in Richard Linklaters „Before“-Trilogie, als auch den kräftig zuschlagenden Actionhelden wie in „Das Ende – Assault on Precinct 13“ abnimmt. In „24 Hours To Live“ ist er eindeutig in der zweiten Eigenschaft unterwegs, auch wenn er seinen müden, melancholischen Killer durchaus mit Zwischentönen anlegt. Wie John Wick hat auch Travis Conrad einen Ehrenkodex, nach dem er lebt – und zur Not eben auch stirbt. Leider ist er die einzige Figur im ganzen Film, die einen Hauch von Tiefe bekommt, der Rest der Besetzung, wie die Chinesin Qing Xu (Looper) oder der deutlich unterforderte Liam Cunningham (Hunger), darf nur wandelnde Klischees verkörpern. Und auch die Story bleibt abgesehen von der recht originellen Grundidee komplett überraschungsarm.

Vorschaubild

Dennoch unterhält „24 Hours To Live“ recht gut, was zum einen an der Stunterfahrung von Regisseur Brian Smrz liegt. Denn der bringt sowohl Autoverfolgungsjagden, als auch heftige Schusswechsel und den Kampf Mann gegen Mann gut und dynamisch auf Leinwand. Dabei inszeniert er seine Action nicht ganz so virtuos, aber ähnlich brachial wie die Kollegen Chad Stahelski (John Wick) und David Leitch (Atomic Blonde) und lässt reichlich Blut fliessen. Zum anderen gibt es in den (zu) wenigen ruhigen Passagen einige Dialoge, die den Film von belangloser Actionmassenware abheben lässt. So ist vor allem das Gespräch zwischen Travis und Frank, kurz bevor sie die Asche von Frau und Sohn ins Meer streuen, mit einer gelungenen Mischung aus trockenem Humor und Herz gewürzt und damit bekommt dann auch „Blade Runner“-Altstar Rutger Hauer wenigstens eine schöne Szene.

Day of the Dead – Bloodline

Day of the Dead - Bloodline

20181 h 30 min
Kurzinhalt

Fünf Jahre ist es her, dass eine Zombie-Apokalypse praktisch die ganze Menschheit ausgelöscht hat. Die seinerzeit angehend Ärztin Zoe war dabei, als Patient X in ihrem Institut für den Ausbruch sorgte. Seitdem lebt sie in einem militärischen Bunker, wo sie Forschungen betreibt, um die Epidemie doch noch in den Griff zu bekommen. Da man die Untersuchungen nicht ohne Versuche am „lebenden“ Objekt betreiben kann, dienen Untote vor den Toren der Basis als Versuchsobjekte. Als Zoe mit einem Einsatzteam Medikamente besorgen will, stoßen sie auf weitere Zombies. Einer von denen kann die Verfolgung aufnehmen und sich in die Basis einschleichen. Als er Zoe gegenüber steht, beißt er jedoch nicht zu. Die Ärztin erkennt, dass es sich um Max handelt. Sein Blut scheint eine hohe Konzentrationen von Immunität zu enthalten, dass er nicht zum völlig mutiert ist. Er könnte der Schlüssel für ein Heilmittel sein.…

Metadaten
Titel Day of the Dead - Bloodline
Original Titel Day of the Dead: Bloodline
Laufzeit 1 h 30 min
Starttermin 4 Januar 2018
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Sehr schlecht
Schauspieler
Mit: Sophie Skelton, Johnathon Schaech, Jeff Gum, Marcus Vanco, Mark Smith, Lillian Blankenship
Trailer

Regisseur Hector Hernandez Vicens führt die Untoten aus dem Klassiker „Day of the Dead“ (Zombie 2) von George A. Romero zu neuem Glanz. Wie das grosse Vorbild vom Godfather der Zombies, der im Juli 2017 leider verschieden ist, spielt „Day of the Dead: Bloodline“ überwiegend unter Tage und präsentiert Wissenschaftler und Militärangehörige beim Versuch, der Zombie-Epidemie Herr zu werden. Dabei experimentieren sie auch mit einem intelligenten Zombie…

Der Kult-Regisseur George A. Romero drehte mit „Night of the Living Dead“ nicht nur einen wegweisenden Horror-Klassiker, den man auch 50 Jahre nach Entstehung gut und gern zitiert. Ganz nebenbei legte er mit seinem kritischen Zombiestreifen den Grundstein für unzählige Zombiefilme, die beinahe täglich in Händlerregale gestellt werden und dort ihr belangloses Dasein fristen. Gleiches Schicksal dürfte auch den folgenden Zombie-Schocker ereilen, der den Zuschauer mit heimtückischer Taktik um sein schwer verdientes Geld bringen möchte. Mit besagtem Klassiker hat der hier vorgestellte B-Actioner – bis auf Zombies – nur wenig im Hut. Statt tiefgründiger Botschaft setzt man auf Action. Intelligente Kommentare zum menschlichen Wesen oder die von Romero gewohnten gesellschaftskritischen Kommentare findet man in „Day of the Dead: Bloodline“ nirgends. Stattdessen dominiert ein eher formelhaftes Drehbuch mit Charakteren vom Reissbrett, die beständig irrational handeln und in einer Tour in vollkommen ausgelutscht wirkende Gefahrensituationen geraten.

Ausserdem wirken die Charaktere durchweg inkonsistent. Nehmen wir nur einmal Zoe. Die will auf der einen Seite keine Menschenleben mehr opfern. Zuckt andererseits aber nur lapidar mit den Schultern, wenn es Menschen in ihrem Umfeld teils harsch erwischt. Dazu gesellen sich in einer Tour dumme Entscheidungen, die immer neue Todesopfer fordern, ja sogar die gesamte Enklave bedrohen – und Zoe in letzter Konsequenz keinerlei Emotionen abringen. Wobei man hier nicht die ganze Schuld auf das Drehbuch abwälzen kann, denn die extrem blasse Hauptdarstellerin Sophie Skelton wirkt in jeder ihrer Szenen heillos überfordert. Auch die Darsteller um sie herum besitzen weder Charisma noch Ausstrahlung und lassen einen durch die Bank kalt. Was ein Mitfiebern mit den Figuren leider komplett unmöglich macht. Dagegen haut Johnathon Schaech (Arsenal) mit beeindruckendem Make-up richtig einen raus. Sein Max ist immer bedrohlich, immer unberechenbar und in Stresssituationen immer eiskalte Tötungsmaschine. Der Mime, der sich im Making-of-Material zum Film als grosser Fan des Originals outet, geniesst seine Rolle sichtlich. Und wäre sein Max nicht so ein widerlicher Drecksack, könnte er beinahe die Rolle des Antihelden inne haben. Beinahe.

Dem Film mangelt es, wie seinen Kreaturen, an Hirn. Das wird vor allem an den Fehlentscheidungen aller Protagonisten deutlich. Die leben zwar bereits seit fünf Jahren in täglicher Angst und haben nach einer Zombie-Epidemie gelernt mit Taktik und Köpfchen der blutgeilen Bedrohung aus dem Weg zu gehen. Von Klugheit spürt man im Film aber nichts. Dort werden die vielen Figuren plötzlich zu Freiwild und hegen offenbar den Wunsch sterben zu wollen. Da wird unvorsichtig durch Szenarien gepoltert, um Zombies aus ihren Verstecken zu locken. Die Folgen sind vorhersehbar: Nahezu alle Protagonisten müssen wegen mangelnder Vorsicht ihr Leben lassen. Alles, wie eh und je eben. Das Zombie-Genre hängt leider seit Jahren in einer Dauerschleife fest. Und dennoch ist der Horrorfilm kein Totalausfall. Denn in Sachen Gore und Splatter haut er schon amtlich rein. Ausweidungen, Bisse in Hälse, Gesichter und alle anderen möglichen Körperpartien, harsche Knochenbrüche, auf den Boden klatschende Gedärme, Kopfschüsse und Enthauptungen bilden hier nur die Spitze des Eisberges. „Day of the Dead: Bloodline“ atmet eine herbe Gewalttätigkeit, die zudem nur selten mittels CGI-Effekten gepimpt wird. Und selbst diese sehen ordentlich aus. Auch die Masken-Effekte rund um die (schnellen) Zombies wissen durch die Bank zu überzeugen.

Freunde der härteren Gangart dürften in „Day of the Dead: Bloodline“ durchaus einen netten Zeitvertreib finden, ohne dass dieser lange nachwirken würde. Auch die Horrorfans, die „Zombie 2“ einfach ausblenden können oder vielleicht noch nie gesehen haben, könnten sich von dem flotten Horrorstreifen gut bedient fühlen. Das könnte auch für jene gelten, die „Zombie 2“ aufgrund seiner Langsamkeit in den ersten zwei Dritteln seiner Laufzeit für eher langatmig halten und per se immer direkt zum grossen Finale skippen. Hier hat die Neuauflage einige echte Vorteile: Ist schneller getaktet, kurzatmiger, kurzweiliger. Geht man allerdings ernsthafter an beide Filme heran, merkt man schnell, dass das Original von Romero den auf blosse Oberflächenreize ausgelegten „Day of the Dead: Bloodline“ in allen Belangen überdeutlich aussticht. Das Original ist einfach spannender, atmosphärisch dichter, auswegloser, nihilistischer und giftiger. Zudem hat er rund um seine Botschaft, dass der Mensch in Extremsituationen schnell dazu neigt, sein eigener grösster Feind zu sein und darum eigentlich gar keine Monster von ausserhalb notwendig wären, um sein Ende einzuläuten, eine reizvolle Ebene der Sozialkritik drin, die „Day of the Dead: Bloodline“ vollkommen abgeht.

Einfache Unterhaltung für einfache Gemüter. Was nur hat man Hector Hernandez Vicens gezahlt, dass er sich so ungeniert am Romero-Klassiker vergehen musste? Der spanische Regisseur hatte mit „Die Leiche Der Anne Fritz“ einen Genre-Geheimtipp inszeniert und verkauft sich nun mit diesem Remake unter Wert. Seine Neuauflage ist weit weg von der Genialität der Vorlage, die Zombie-Vater George A. Romero im Jahr 1985 auf die Leinwand gebracht hat. Der ging es in seinen Filmen gern mal kritisch an und ergänzte den dritten Teil seiner aus fünf Streifen bestehenden Untoten-Filmreihe um gesellschaftspessimistische Aspekte. Doch Sozialkritik sucht man beim Remake vergebens. Bei genauerer Betrachtung ist „Day of the Dead: Bloodline“ ein lupenreines B-Movie, das ausschliesslich auf Action und Make-up-Effekte abzielt. Zugegeben ist beides von besserer Qualität, als das, was einem mittlerweile im Zombie-Sektor zugemutet wird. Dennoch nichts weiter als Stangenware, an welche man sich schon bald nicht mehr erinnern wird. Da kann man nur froh sein, dass Romero unlängst verschieden ist. Der hätte vermutlich nie zugelassen, dass man aus seinem Kultfilm derart hanebüchenen Edel-Trash macht…

Accident Man

Accident Man

2018
Kurzinhalt

Mike Fallon ist ein erstklassiger Auftragskiller, der sich darauf versteht, seine Morde als Unfälle zu tarnen. Deswegen nennt man ihn in der Branche „Accident Man“. Als seine Ex-Freundin und große Liebe Beth stirbt, vermutet er, dass es sich ebenfalls um einen Mord handelt. Denn es gibt auch andere Auftragskiller wie ihn, die es bestens verstehen, ihre Taten zu verschleiern. Entschlossen herauszufinden, wer dahinter steckt, und die Täter zur Strecke zu bringen, verbündet er sich mit Beths Freundin Charlie. Auf seinem blutigen Rachefeldzug nimmt er seine Kollegen Mick und Mac aufs Korn...

Metadaten
Titel Accident Man
Original Titel Accident Man
Regisseur Jesse V. Johnson
Laufzeit
Starttermin 5 Februar 2018
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Gut
Bilder
Schauspieler
Mit: Scott Adkins, Ray Stevenson, Ashley Greene, Michael Jai White, Ray Park, Amy Johnston
Trailer

„Accident Man2 basiert auf der britischen Comicbuchreihe TOXIC!, von der ich kein Examplar gelesen habe und deswegen keine Vergleiche ziehen kann. Auch wenn die Comicbücher weit vorher erschienen sind, erinnert mich die Story an eine Mischung aus „John Wick“ und „John Wick: Kapitel 2“. Nur eben comic’esker und daher mitunter humorvoller.

Scott Adkins ist wieder da. Diesmal spielt er eine halb-populäre Comicfigur aus den 90ern, die Auftragsmorde wie Unfälle aussehen lässt. „Accident Man“ ist der Versuch des Kampfkunst-Gottes sich als Schauspieler, Produzent und Autor zu verwirklichen. Und ja, das Ergebnis ist, im Vergleich zu dem was er sonst so verzapft, überdurchschnittlich. Seine dritte Zusammenarbeit mit Ex-Stuntman Jesse V. Johnson bietet modernes Grindhouse-Kino mit schrillen Archetypen, in einem verrückten Comic-Universum, gepaart mit britischen Filmflair. Die reichhaltigen Kampfszenen sind sauber gefilmt und rücken den Meister ins angemessene Licht. Wenn sich die mörderischen Witzfiguren gegenseitig die Birne einschlagen, ist das angenehm krude, gern over-the-top und im Humor mal unterhalb, mal oberhalb der Gürtellinie. Dazu die brutalen und gut gefilmten Fights verpassen dem Film durchaus eine spannende Atmosphäre.

Eine Story ist zwar vorhanden, die reicht aber gerade so aus, dass das ganze noch einen Sinn ergibt. Hier liegt der Schwerpunkt ganz klar auf der Action – und die kann sich tatsächlich sehr gut sehen lassen. Dazu ein paar skurrile Charaktere und einen guten Schuss schwarzer Humor. Die schwarzhumorige Umsetzung steht im starken Kontrast zur eher düsteren und dramatischen Handlung und ist zu Anfang vielleicht eher gewöhnungsbedürftig. Doch wenn man sich mal darauf eingelassen hat, vermögen die skurrilen Attentäter aus dem Pub und die krude Machart durchaus zu unterhalten. Mich hat er zumindest amüsiert.

Star Wars: Die letzten Jedi

Star Wars: Die letzten Jedi

20172 h 32 min
Kurzinhalt

Rey, mit den Erfahrungen ihres ersten großen Abenteuers in den Knochen, geht bei Luke Skywalker auf dem Inselplaneten Ahch-To in die Lehre. Luke ist der letzte Jedi, der letzte Vertreter des Ordens, auf dem die Hoffnung ruht, dass Frieden in der Galaxis einkehrt. Doch die Schergen der Ersten Ordnung lassen Meister und Schülerin in der Insel-Idylle nicht lange in Ruhe. Und einer von Lukes ehemaligen Schützlingen, Kylo Ren, hat die finstere Mission noch längst nicht beendet, die ihm Snoke auftrug…

Metadaten
Titel Star Wars: Die letzten Jedi
Original Titel Star Wars: The Last Jedi
Regisseur Rian Johnson
Laufzeit 2 h 32 min
Starttermin 13 Dezember 2017
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Schauspieler
Mit: Daisy Ridley, John Boyega, Adam Driver, Carrie Fisher, Mark Hamill, Laura Dern, Oscar Isaac, Kelly Marie Tran
Trailer

Der Film erzählt seine Story in cleverem Arrangement und bietet dabei in seinen über 150 Minuten viele beeindruckende Schlachten. Auch das Finale liefert den wahrscheinlich unfairsten Standoff der Saga mit epischen Bildern, wie man sie so in einem Star Wars-Film noch nicht sehen durfte. Doch die Begeisterung der anderen will sich bei mir nicht so recht einstellen.

„The Last Jedi“ ist unstimmig und das liegt auch an der von Rian Johnson bei frühen Teamsitzungen verkündeten Idee, „Lebenswelten zu zeigen, die es im Star-Wars-Universum noch nicht gab“. Neu ist meist gut, aber der Regisseur zeigt neue Dinge, die nicht zum „Krieg der Sterne“ passen. Er präsentiert eine Stadt der obszönen Superreichen, mit Männern und Frauen und Ausserirdischen in Gala-Kleidung, ein Monaco im All, samt Rennbahn, Casino, verweichlichter Cantina-Band-Musik, einem Jean-Dujardin-Lookalike und Soldaten, gekleidet wie Feuerwehrleute. Es sieht alles aus wie eine Werbung für Städteurlaube, Taschenuhren, Parfum und Autos, wie die ersten 20 Seiten der „Vogue“. Der Film gibt den Charakteren genug Raum und nimmt sich Zeit auch für Nebenfiguren, während die Porgs dankenswerterweise Non-Character bleiben und mal als halbes Hähnchen, mal als Fliehkraft-Fellflummi einen exakt lokalisierbaren, visuellen Cute-Fun-Punkt erzeugen und genau deshalb funktionieren, natürlich auch als Toy.

Die Höhepunkte des Films ist das erneute Aufeinandertreffen von Rey und Kylo, ihre Macht-Spielchen, die Entwicklung von Kylo zum ernstzunehmenden Bösewicht, General Hux als Comedic-Relief from the dark side, die CGI-Fresse von Snoke und die Duelle im Thronsaal mit seinen galaktischen Red-Plastic-Ninjas und auch Reys Training liefert, wenn schon nicht dagobahsche Fremdartigkeit, so doch immerhin ausreichend Mythos und Rätsel. Wo „The Force Awakens“ vor zwei Jahren nun vor allem ein Remix von „A New Hope“ darstellte, ist „The Last Jedi“ eine invertierte Version von „Empire strikes back“ und auch sonst erstarrt der Film beinahe an seiner Formelhaftigkeit. Auf jedem Planeten existieren Cute Beasts, auf jedem Planeten ein Rennen, ein bisschen Kapitalismus-Kritik an Waffenhandel und den 1% im Montecarlo der Galaxis und jede Sequenz bietet mindestens einen Gag, was „The Last Jedi“ wohl auch zum lustigsten aller Star Wars-Filme macht und das meine ich nicht als Kompliment.

Glücklicherweise erreicht man an keiner Stelle einen Jar Jar-Level, nicht einmal mit bügelnden Robotern. Noch dazu gibt es mehrere Stellen im Script, die mich aus dem Film herausnehmen, ein paar Creature-Designs finde ich eher so mittel und der Film führt gleich mehrere neue Force-Kräfte ein, die zumindest diskussionswürdig sind. Auch wirkte der Film optisch oft wie ein metaphorischer „Tunnel“, die Kamera zeigt jede Menge Spaceship-Ports und Tore, der Blick immer auf das Äussere gerichtet – auf das Ziel der Flucht. Auch das zerstörerischste Bild der Saga lässt sich in diesem Bild interpretieren und auch die tatsächlich nur minimale Fortbewegung im Raum während des gesamten Films lässt sich als Blockade lesen, durch die sich die Resistance „durchgraben“ muss, um am Ende die helle Seite der Macht am Ende des „Tunnels“ zu sehen, oder wie es der Film formuliert: „If you only believe in Light when you see it, you never make it through the night“. Durchaus ein clever geschriebener Hinweis auf die Funktion von „The Last Jedi“ als mittlerer Film einer Trilogie. Für mich ein guter bis stellenweise sehr guter Star Wars-Film, der in Epik und FX, Narration und Actionsequenzen in der Saga Massstäbe setzt – und ob seiner sichtbaren Innovationsformel trotzdem nicht so richtig überzeugen kann.

Demon Girl – Das Böse lebt in ihr

Demon Girl - Das Böse lebt in ihr

In Demon Girl - Das Böse lebt in ihr muss eine Gruppe Verbrecher feststellen, dass sie ihr Opfer besser nicht hätten entführen sollen.

20171 h 26 min
Kurzinhalt

Hazel (Sharni Vinson), Ade (Steven John Ward), James (Gustav Gerdener) und Mark (Zino Ventura) tüfteln einen Plan aus, der ihre Brieftaschen um einiges füllen soll. Das befreundete Quartett will die Tochter eines wohlhabenden Diamantenhändlers (Ter Hollmann) entführen, um ihn zu erpressen. Mit den erbeuteten Edelsteinen stünde ihnen die Welt offen. Katherine Hudson (Carlyn Burchell) stellt sich zunächst auch als leichtes Ziel heraus – doch nachdem sie die junge Frau in ihre Gewalt gebracht haben, geht alles gnadenlos schief. Der Händler und seine Ehefrau (Gina Shmukler) sind einfach nicht erreichbar und mit dem Entführungsopfer stimmt etwas ganz und gar nicht: Ein furchterregender und blutrünstiger Dämon scheint in Katherines Innerem zu wohnen. Dieser treibt ein tödliches Spiel mit Hazel und ihren Freunden. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt…

Metadaten
Titel Demon Girl - Das Böse lebt in ihr
Original Titel From a House on Willow Street
Regisseur Alastair Orr
Laufzeit 1 h 26 min
Starttermin 24 März 2017
Website
Detail
Film-Details
Bewertung In Ordnung
Bilder
Trailer

Aus Bösewichten werden schnell selbst Gejagte und ein scheinbar einfacher und leicht zu bewältigender Plan eskaliert zu einem Horror-Trip, der alle Voraussagen ad Acta legt. Regisseur Alastair Orr würzt diese Idee in seinem Horror-Schocker „Demon Girl“ mit einer ordentlichen Prise Blut und Okkultismus.

Tiberius Films hat sich dem Film für eine Veröffentlichung auf dem deutschen Markt angenommen und ihn auch gleich von „From a House on Willow Street“ in den leichter von der Zunge rollenden „Demon Girl“ umbenannt. Die professionelle Optik des Films erfreut das Fan-Herz, doch beim genaueren Blick unter die Haube tritt schnell Ernüchterung auf, denn „Demon Girl“ ist alles andere als perfekt. Wie schon in einigen Vorgängern dieses Filmes kämpfen hier abermals dumme Protagonisten gegen das Böse und schlagen es trotz geistiger Umneblung am Ende in die Flucht. Neu ist im direkten Vergleich das Gespür fürs Visuelle. In „Demon Girl“ sind makellose Hochglanzaufnahmen zu sehen, die es gut und gerne mit Horrorproduktionen grosser Studios aufnehmen können. Der aus einer Hand voll Personen bestehende Cast besteht zu einem grossen Teil aus eher unerfahrenen Darstellern. Einzig Sharni Vinson als Hazel dürfte vielen als Erin aus dem Home-Invasion-Kracher „You’re Next“ bekannt sein. Für manche der Hauptdarsteller ist dies sogar ihr Spielfilmdebüt.

Eigentlich hätte aus „Demon Girl“ fesselnder Horror werden können, der bis in den Schlaf verfolgt. Leider macht die zweite Filmhälfte aus diesem Horrorthriller dann doch nur eine übertriebene Gruselachterbahn ohne tieferen Sinn, die aber immerhin ohne Längen daher kommt. Während Regisseur Alastair Orr in den ersten 45 Minuten Spannung durch mysteriöse Vorfälle aufbaut, die auf subtilen Grusel mit Hirn hoffen lassen, lösen sich Vorfreuden spätestens ab der Halbzeit in Luft auf. Genau das Gegenteil flimmert nämlich über die Mattscheibe und dürfte Feingeister die Haare zu Berge stehen lassen. So wird aus einer unheimlichen Entführung plötzlich vorhersehbarer Dämonen-Horror, der sich zu sehr den Konventionen des Horrorkinos unterwirft und sich in einem faden Brei aus Klischees und Effekthascherei verfängt. Hier hätte man mehr draus machen können, zumal dem Drehbuch in den letzten Zügen auch noch die Ideen ausgehen und die immer gleichen Spezialeffekte aus der Effektkiste gekramt werden. Da schweben besessene Zombie-Freunde durch die Luft und dämonische Wurmparasiten krabbeln aus Mündern, weil sie nach neuen Wirtskörpern suchen.

Weil die immer gleichen Effekte zelebriert werden und die Helden auch noch spannungsarm vor einem Dämon in Menschengestalt flüchten müssen, versinkt „Demon Girl“ schnell in der Belanglosigkeit. Das hat man irgendwie alles schon mal besser gesehen, wobei ich an dieser Stelle noch einmal die Horrorstreifen „Don’t Breath“ und „The Autopsy Of Jane Doe“ in Erinnerung rufen möchte. Bei genauerer Betrachtung ist „Demon Girl“ nichts anderes, als ein Mix genannter Grusel-Hits. Leider erreicht der Film nicht mal annähernd jene Qualitäten. Leider schafft es der in Südafrika gedrehte „House on Willow Street“ auch nicht aus der Masse wirklich hervorzustechen. Wer jedoch auf der Suche nach einem anspruchslosen Grusler ist und sonst schon alles gesehen hat, kann durchaus einen Blick wagen.

Evil Feed

Evil Feed

20131 h 30 min
Kurzinhalt

Dem sadistischen Steven gehört ein exklusives chinesisches Restaurant namens Long Pig im Untergrund, das ein Klientel bedient, das nach dem Verzehr von menschlichem Fleisch Ausschau hält. Seine rechte Hand ist seine Freundin Yuki. Um seine Gäste zu versorgen und zu unterhalten, entführt Steven Kampfsportler, die sich in einem Käfig in seinem Keller seinen eigenen Kämpfern stellen müssen, wodurch der Verlierer als Gericht für die gut zahlende Kundschaft endet. Als Nash und Jenna in sein Visier geraten, brechen ihre Freunde Tyrone, Brian und Carlos auf, um das Restaurant zu infiltrieren und den beiden den Hals zu retten. Doch werden sie es wirklich schaffen und alle wieder heil herausfinden?

Metadaten
Titel Evil Feed
Original Titel Evil Feed
Regisseur Kimani Ray Smith
Laufzeit 1 h 30 min
Starttermin 23 Oktober 2013
Website
Detail
Film-Details
Bewertung In Ordnung
Bilder
Schauspieler
Mit: Laci J Mailey, Terry Chen, Alain Chanoine, Alyson Bath, Derek Gilroy, Bishop Brigante
Trailer

„Evil Feed“ ist herrlich unterhaltsamer Klamauk mit ein paar Kampfeinlagen, einer Prise schwarzem Humor und jede Menge Splatter. Horror nach altbewährter „Hostel“-Manier trifft auf knochentrockene Martial Arts Action. Dazu kommen ordentlich Titten und Ärsche, extrem viel Blut und bis zur Karikatur verzerrte Figuren. Darüber stülpt man etwas Heavy Metal und fertig ist ein ziemlich unterhaltsames Stück Film, bei welchem man das Hirn aber ausschalten sollte.

Bilder von ""

„Evil Feed“ zu kategorisieren ist nahezu unmöglich, da sich hier Elemente aus zahlreichen Genres die Hände reichen. Der Trash-Faktor ist enorm hoch, der Humor ist tiefschwarz und rückt jede noch so makabere Szene in ein recht amüsantes Licht. Dadurch wird auch eine gewisse Distanz des Zuschauers zu den teils erheblich brutalen Sequenzen aufrechterhalten. Schnell fällt auf, dass gerade die Fokussierung auf eine gewollte Abgedrehtheit dem Film die grössten Probleme beschert. Vor allem die Story kann hierbei nie Schritt halten. Während die Ausgangssituation noch relativ schnell etabliert ist und richtig gut funktioniert, verzettelt sich der Film bald in einem überbordenden Wulst an Figuren. Dabei fokussiert er keine einzige richtig, weshalb man sich auch schwer tut, einen „Hauptcharakter“ zu benennen. Die Folge ist, dass der Handlung ein echtes Zentrum als auch eine Figur, mit der man mitgehen kann, fehlt. Das hat freilich auch Auswirkungen auf die Spannungskurve, die vor allem im Mittelteil einige Male durchhängt.

Langweilig wird es dabei allerdings nie. Denn Regie-Debütant Kimani Ray Smith, bisher vornehmlich als Stuntman in Hollywood aktiv, drückt durchgängig auf die Tube und schichtet Absurdität, Ekel, Action und schwarzen Humor beherzt Lage für Lage aufeinander. „Evil Feed“ ist aufgrund dessen immer in Bewegung, erweckt aber zunehmend auch den Eindruck einer lose zusammenhängenden Nummernrevue. Der Film entstammt übrigens aus dem kranken Gedankengut von Regisseur Ryan Nicholson, der sich unter anderem mit „Gutterballs“ bei den meistens Horrorfreunden schon einen Namen gemacht hat. Die Kamera ist beständig auf der Suche nach abgefahrenen Einstellungen und der wilde Soundtrack gibt gerne mal die Schnittfrequenz vor. In diesem technischen Rahmen agieren Darsteller, die durch die Bank das berühmte Quäntchen drüber sind. Overacting allerorten. Mal nervig, mal stimmig. Dabei müssen die Kerle vornehmlich ordentlich hinlangen, während die Damen blank ziehen. Letzteres ist definitiv nicht zum Nachteil des Zuschauers, denn die Damen in „Evil Feed“ sind wahrlich sehr angenehm anzuschauen. Absolutes Highlight und definitiv der Showstealer dieser wilden Fahrt: Alyson Bath als vollkommen abgedrehte, dauerjuckige Yuki.

Wer also Appetit nach einem politisch völlig unkorrekten Filmhappen hat, sollte sich „Evil Feed“ definitiv zulegen. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, das man nicht der unzumutbaren deutschen Veröffentlichung zum Opfer fällt, bei der wohl beinahe ganze Passagen mit der grossen Zensurschere entfernt wurden. In der Action des Filmes erwarten den Zuschauer erstaunlich solide und knackige Martial Arts Fights, die stark auf Effektivität getrimmt wurden und flott montiert sind. Zudem enden sie meist mit wirklich brachialen Finishern, bei denen Kehlen heraus- und Gesichter abgerissen werden. Auch abseits der Action ist „Evil Feed“ ein extrem derbes Ding. Da werden Schwänze abgerissen und verspeist, allgemein ist die Kannibalismus-Thematik allgegenwärtig und ausgekotzte Aale oder zertrümmerte Schädel sind per se nichts, worauf der deutsche Jugendschutz steht. Das Tempo ist mehr als flott und die harte Action sowie die mal heftigen und mal witzigen Splattereinlagen setzen hübsche Highlight-Momente. Von der hübschen Comicoptik ganz zu schweigen und Yuki-Darstellerin Alyson Bath alleine ist das Ansehen schon wert.

Die Mumie

Die Mumie

20171 h 51 min
Kurzinhalt

Vor 2.000 Jahren wurde Ahmanet tief unter der Erde weggesperrt – aus gutem Grund! Denn wie Expertin Jenny Halsey aus Hieroglyphen entziffert, war Ahmanet als Anwärterin auf den Königsthron zu machtgierig und böse. Durch Mumifizierung und eine meterdicke Sandschicht sollte die Welt vor der Macht der Geschassten geschützt werden, doch nun ist die Mumie erwacht. Ahmanet bahnt sich den Weg aus ihrem düsteren Grab hinein in unsere Gegenwart, in der es am Abenteurer Nick Morton ist, Unheil von der gesamten Menschheit fernzuhalten. Die Tipps von Dr. Henry Jekyll im Ohr nimmt Nick den Kampf auf. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich in der Mumie unermessliche Wut und Bosheit angestaut – jetzt hat sie Durst nach Rache…

Metadaten
Titel Die Mumie
Original Titel The Mummy
Regisseur Alex Kurtzman
Laufzeit 1 h 51 min
Starttermin 6 Juni 2017
Detail
Film-Details
Bewertung Müll
Schauspieler
Mit: Tom Cruise, Russell Crowe, Annabelle Wallis, Sofia Boutella, Jake Johnson, Courtney B. Vance
Trailer

Ein Tom Cruise macht noch lange keinen guten Film. Die Neuauflage des Klassikers wirkt farblos, die Story selbst ist zu Beginn stark an den Klassiker angelehnt, wodurch man noch einiges an Hoffnung hegt. Leider sind aber auch schon zu diesem Zeitpunkt die Dialoge so platt wie eine Flunder. Die Schauspieler sind durchweg mies, egal ob es dabei die bezaubernde Blondine, der angeblich lustige Begleiter, der Wissenschaftler oder Tom selbst ist, lediglich die Mumie wird gut gemimt. Doch wie die Story sich weiter im Film entwickelt kann sie auch nicht verhindern. So wird spätestens ab Mitte des Films die Story zu einem Abklatsch allen Mumien-Verfilmungen gleichzeitig.

Ähnlich wie Marvel will Universal mit seinem „Dark Universe“ ein eigenes Filmuniversum erschaffen. Dies auf Basis ihrer grossen, alten Horrorklassiker (Frankenstein, Dracula, Die Mumie usw). Den Auftakt bildet nun „The Mummy“ mit Tom Cruise, doch leider verfehlt der Film sein Ziel und wirkt gleich auf mehreren Ebenen unausgegoren und nicht wie aus einem Guss. Während die letzte Neuauflage – „The Mummy“ mit Brendan Fraser – rundum gelungenes Popcornkino lieferte, welches der Geschichte mit reichlich Augenzwinkern und gelungenen Humoreinlagen einen in sich konsistenten, eigenen Stil verpasste, wird das aktuelle Remake schnell vergessen sein. Ihm fehlt schlicht die eigene Handschrift, genauso wie eine klare Entscheidung, was für ein Film es eigentlich sein will. So wirken beispielsweise plumpe Humoreinlagen im düsteren Setting völlig fehl am Platz. Das sichtbar teure Productiondesign glänzt, während gleichzeitig Charaktertiefe, und damit auch deren Glaubwürdigkeit ein echtes Manko darstellen. So ist die Hauptfigur Nick Morton über Strecken einfach nur nervig und gewinnt kaum Sympathiepunkte, da sie in erster Linie als egoistischer Ignorant auftritt. Die spätere Charakterwendung erscheint dadurch kaum glaubwürdig. Was soll Morton denn nun sein? Ein frecher Abenteurer mit Klasse à la Indiana Jones oder einfach nur ein gewissenloser Dieb? Auch seine Begleiterin, die Archäologin Halsey, bleibt blass, klischeehaft und austauschbar – die Dialoge zwischen den beiden Hauptfiguren erzeugen weder Humor, noch Emotionen – auch hier zeigten die Protagonisten der humorvollen Mummy-Variante von 1999 deutlich mehr Chemie und Authentizität miteinander. Einzig Russell Crowe als Dr. Jekyll (ja, der Dr. Jekyll…) zeigt sich als vielschichtigere Figur, verfügt aber leider nicht über die nötige Screentime um weiter ausgebaut werden zu können.

Einzelne Settings sind durchaus in sich stimmig und gut inszeniert: der Flugzeugabsturz, die Gräber, London… doch sie fügen sich nicht zu einem Fluss zusammen. Man ist mal hier, mal dort, es gibt viele grosse Sprünge, Übergänge fehlen. Auch gewisse logische Mankos entstehen durch diese holprige Erzählweise. „Die Mumie“ ist aufwendig produziert, gut besetzt und durchaus kurzweilig. Letzteres hauptsächlich aufgrund der vielen Actionsequenzen. Ruhige Momente jedoch verpuffen in emotionaler Gleichgültigkeit, gruselige Szenen langweilen mit ausgekauten Jumpscares. Einleitend heisst es, dass der Tod nur die Schwelle zu neuem Leben sei. Und in kurzen Momenten zeigt Sofia Boutellas Prinzessin/Mumie eine Macht- und Lebensgier, die erahnen lässt, welche Verheissung und welche Anmassung in diesem Satz stecken. Ansonsten wird das dramatische Potenzial – vom philosophischen ganz zu schweigen – dieser Prämisse allerdings kaum genutzt, vielmehr scheint sie der Vorwand für einen recht nonchalanten erzählerischen Umgang mit Leben und Tod zu sein. Ein fataler Flugzeugcrash ist nichts Endgültiges, man kann jemanden drei Mal erschiessen und bei jeder Gelegenheit blutrünstige Untote ins Feld schicken, als seien wir hier bei „The Walking Dead“ – ganz egal, ob es sich um Kreuzritter, altägyptische Wachen oder heutige Polizisten handelt. Diese Zombie-Attacken mögen genauso wie die Vogelangriffe, sowie die ganzen Ratten und Spinnen, die über Cruise und Co. herfallen, oft ein wenig willkürlich daherkommen, aber sie gehören neben einem „Scherbenregen“ im Museum zu den visuellen Höhepunkten dieses Films, dem man sein 125-Millionen-Dollar-Budget durchaus ansieht.

Mit dem altmodischen Grusel von Karl Freunds 1932er-Klassiker mit Boris Karloff hat diese neue „Mumie“ rein gar nichts mehr zu tun, aber auch von dem augenzwinkernden Humor der Neuauflage mit Brendan Fraser von 1999 ist Alex Kurtzmans Film meilenweit entfernt. Zwar gibt es immer wieder Versuche, das ernste Geschehen etwas aufzulockern, aber diese verpuffen im nichts. In „Die Mumie“ geht es letztlich einmal mehr um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, einem Kampf, dem sich auch Dr. Jekylls Geheimorganisation Prodigium verschrieben hat (und die eine der Konstanten im Dark Universe werden könnte). Hoffen wir, dass das „Dark Universe“ mit der Neuauflage von „Frankensteins Braut“ geben (mit Javier Bardem als das Monster) und einen „Jekyll And Hyde“-Film (immerhin wird dessen von Russell Crowe gespielte Titelfigur schon in „Die Mumie“ eingeführt“), dazu sind Kino-Comebacks des Unsichtbaren, des Wolfsmenschen, des Phantoms der Oper, des Schreckens vom Amazonas, des Glöckners von Notre Dame und von Van Helsing besser wird, als der hier vorliegende Film. Das von Alex Kurtzman (als Autor auch schon am „Star Trek“-Reboot beteiligt) handwerklich solide, aber ohne jeden Anflug von Inspiration inszenierte Monster-Horror-Action-Abenteuer liefert nur wenige Hinweise darauf, wie es weitergehen könnte. Mit dem halbgaren Todesfluch-Hokuspokus stolpert sich Universal eher ins Dark Universe, als dass es direkt ein neugierig machendes Ausrufezeichen setzen würde. Schade!

Blood Father

Blood Father

Sie ließen Ihm keine andere Wahl..

20161 h 28 min
Kurzinhalt

Ex-Sträfling John Link versucht, seine zerstörerische kriminelle Vergangenheit hinter sich zu lassen und Ärger aus dem Weg zu gehen. Seine Familie hat ihm schon vor langer Zeit den Rücken gekehrt, bis eines Tages seine eigenwilligen 16-jährige Tochter Lydia hilfesuchend vor seinem kümmerlichen Wohnwagen steht. Durch ihre Beziehung zu Drogendealer Jonah ist sie mit falschen Leuten aneinandergeraten und ist nun auf der Flucht vor einem mexikanischen Drogenkartell, das sie tot sehen will. John kann dies natürlich nicht zulassen und setzt alles daran, seine entfremdete Tochter zu beschützen, koste es was es wolle…

Metadaten
Titel Blood Father
Original Titel Blood Father
Laufzeit 1 h 28 min
Starttermin 11 August 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Schauspieler
Mit: Mel Gibson, Erin Moriarty, William H. Macy, Michael Parks, Thomas Mann, Diego Luna, Dale Dickey
Trailer

„Blood Father“ ist das langerhoffte, wenn auch kaum noch für möglich gehaltene Comeback eines grossartigen Schauspielers. Der zweifache Oscarpreisträger (Braveheart) entwickelt als tattoosstechender Ex-Sträfling und trockener Alkoholiker eine solch energiegeladen-wütende, aber zugleich auch geerdet-väterliche Präsenz, dass er das ansonsten solide B-Movie von Jean-François Richet (Das Ende – Assault On Precint 13) allein mit seiner Performance auf eine ganz andere Ebene hievt. Einen so starken Gibson hat man seit Ewigkeiten nicht gesehen.

Gibsons Performance in „Blood Father“ ist herausragend und Link ist der Inbegriff eines typischen Antihelden – ein trockener Alkoholiker und Ex-Knacki, der nach Absolution für seine früheren Verfehlungen strebt. Aber Gibson verkörpert die Rolle zugleich mit einer solchen Inbrunst und einer solchen Natürlichkeit, dass er allein durch sein geerdetes Schauspiel jedes Klischee umschifft. Doch ganz so simpel, wie es zunächst den Anschein hat, ist das Drehbuch von Peter Craig (The Town) und Andrea Berloff (Straight Outta Compton) dann auch wieder nicht, denn das Duo entwirft rund um den simplen Flucht-vor-den-Gangstern-Plot ein ziemlich spannendes Bild des heutigen Amerika. Das geht gleich mit einer netten satirischen Spitze in der ersten Szene los, wenn die 17-jährige Lydia beim Kauf einer Packung „Camel Light“-Zigaretten nach ihrem Ausweis gefragt wird und daraufhin resigniert erwidert: „Dann eben nur die Munition.“ Später zeichnet Richet in nur wenigen Szenen zwischen Link und seinem Nachbarn und AA-Sponsor Kirby (William H. Macy) das berührende Bild einer Wohnwagensiedlung, in der die Verlierer des Systems tatsächlich mit geschwellter Brust füreinander einstehen. Genau wie diese kleinen Skizzen am Wegesrand sind auch die Actionszenen allesamt kurz, knapp und auf den Punkt: Vor allem der Auftakt-Angriff auf Links Wohnwagen und der erste Auftritt des volltätowierten Kartell-Killers „The Cleaner“ (Raoul Max Trujillo) entfalten gerade deshalb eine solche Intensität, weil sie ohne jeden überflüssigen Schnickschnack auskommen.

Dass „Blood Father“ bei uns und andernorts nur Direct-to-DVD erschien ist eigentlich eine Schande, denn der Film hätte es allemal verdient, auf die grosse Leindwand zu kommen – sowohl Cast als auch technische Umsetzung können sich sehen lassen. Und genügend Publikum hätte der Film sicherlich auch finden können. Mel Gibson mit seiner typischen ruhigen Art und seinem ergrautem Vollbart machen die Action-Thriller-Perle zu einem Must-see. Der Film steigt ziemlich zügig ein, die Handlung ist absolut okay und teilweise sogar richtig cool geschrieben. Erin Moriarty ist das Gegenteil von den üblichen Hollywood Kids die in irgend eine Scheisse geraten sind. Denn sie hat die 3 H’s – Hirn, Herz und Humor. Sie lässt ihren Vater nicht im Stich und ganz wichtig – sie nervt nicht. Man bekommt nicht diese Ablehnung in sich, bei der man sich denkt – erschiess doch endlich diese dämliche Rotzgöre, sondern man sieht ihr gerne zu und lernt sie zu mögen. Ein richtig kurzweiliger, gut gemachter Action-Thriller, der Gott sei Dank nicht nach Hollywood-Schema abläuft. „Blood Father“ erfindet gewiss das das Genre nicht neu, ist aber definitiv eine Sichtung wert. Bleibt zu hoffen, dass Gibson nun genau dort weiter macht.

Guardians of the Galaxy 2

Guardians of the Galaxy 2

20172 h 17 min
Kurzinhalt

Gerade erst sind in Guardians of the Galaxy aus Feinden Freunde geworden und schon machen die fünf Verbündeten gemeinsam das All unsicher. Peter Quill, Gamora, Rocket Raccoon, Groot und Drax the Destroyer bereisen als Weltraum-Abenteurer diesmal nicht nur bereits bekannte Orte, sondern stoßen auch in neue Winkel der Galaxie vor. Nachdem die vergangenen Erlebnisse ihnen einige Rätsel aufgegeben haben, machen sie sich nun daran, diese zu lösen. ‘Star-Lord’ Peter Quill hat beispielsweise gerade entdeckt, dass er nicht rein menschlicher Herkunft ist, und - auch wenn er es noch nicht weiß - rückt ein Zusammentreffen mit seinem Vater nun in greifbare Nähe.

Metadaten
Titel Guardians of the Galaxy 2
Original Titel Guardians of the Galaxy Vol. 2
Regisseur James Gunn
Laufzeit 2 h 17 min
Starttermin 24 April 2017
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Schauspieler
Mit: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Bradley Cooper, Vin Diesel, Karen Gillan, Michael Rooker, Pom Klementieff, Kurt Russell, Sylvester Stallone, Sean Gunn
Trailer

We are Groot! Eigentlich kann man den ersten Teil gar nicht toppen und trotzdem ist „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ schlicht fantastisch. Die Wartezeit hat sich gelohnt, denn wenn man als Zuschauer bereits beim Vorspann ein fettes Grinsen im Gesicht hat, dann macht ein Film schon mal vieles richtig. Während die Dramaturgie zwar über weite Strecken schwächelt, wird dies durch Witz, ganz viel Familie und für Marvel sogar ungewöhnlich emotionale Momente wieder wettgemacht. Das neue Abenteuer beschert uns eine verdammt gute Zeit. Vol. 3 kann kommen!

Drei Jahre ist „Guardians of the Galaxy“ nun schon her und endlich erleben wir die bunt gemischte Truppe wieder in Aktion. Dabei fühlt man sich bereits nach wenigen Minuten heimisch, wenn im lustigen Intro, welches vor allem durch die Musik und Tanzeinlagen von Baby Groot überzeugt, die Guardians zu Höchstform auflaufen. Gerade das Zusammenspiel der Figuren ist ausgezeichnet gelungen und Regisseur James Gunn weiss, wann er mit dieser abgedrehten Truppe plattgetretene Pfade verlassen kann. Besonders viel Wert legt Gunn dieses Mal auf das Thema Familie, welches nicht nur bereits durch den Kontakt zwischen Peter und seinem Vater an Bedeutung gewinnt, sondern weil es sich durch jede Faser dieses Films zieht und jede Figur betrifft. Jede(r) muss auf ihre bzw. seine Art mit der Vergangenheit aufräumen, sich Fehler und Versäumnisse eingestehen und erkennen, was wirklich wichtig ist. Daraus resultiert eine ungewöhnliche Stärke für einen Marvel-Film, denn „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ schafft es an einigen Stellen wirklich, Emotionalität zu erzeugen.

Gerade erst haben die „Guardians of the Galaxy“ den Planeten Sovereign vor einem interdimensionalen Monster gerettet, da ziehen sie sich durch Rockets unbedachtes Verhalten auch schon wieder den Zorn der gesamten Bevölkerung auf sich. Bei der halsbrecherischen Flucht geht nicht nur das Schiff, sondern beinahe auch der Zusammenhalt der Truppe flöten. Doch dann taucht wie aus dem Nichts Peters (Chris Pratt) lange verschollener Vater Ego (Kurt Russell) auf und offenbart seinem Sohn eine unglaubliche Wahrheit. Während Star-Lord nun endlich die Freuden väterlicher Zuwendung entdeckt, wird schnell deutlich, dass er auf seiner langen Suche nach einer Familie diese eigentlich schon längst gefunden hat. Leider wars dass dann auch schon und so ist leider die Story weniger gelungen. Erst im letzten Drittel kommt Spannung auf und hat man als Zuschauer das Gefühl zu wissen, wohin die Reise überhaupt geht und um was sich alles dreht. So sind die Figuren die ganze Zeit so sehr mit sich und Nebengeschichten beschäftigt, dass für die eigentliche Hauptstory wenig Platz bleibt und auf dieser nur ein geringer Fokus liegt. Sobald dann alles klar ist, geht es auch schon wieder in einer grossen und nett gemachten Actionsequenz unter.

Auch ist der Soundtrack oder besser gesagt die Musikauswahl in „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ ein wenig unausgewogener als beim Vorgänger, doch über diese Schwächen kann man gut hinwegsehen, weil der Rest wirklich gelungen ist und vor allem die Witze dieses Mal noch deutlich besser zünden. Neben dem unglaublich süssen Baby Groot, den man einfach nur liebhaben muss, überrascht vor allem Dave Bautista als Drax als neuer Witzlieferant. War jener im Vorgänger noch recht blass, ist sein Zusammenspiel mit dem Alien Mantis (Pom Klementieff) einfach grossartig und liefert eine ganze Reihe von richtig guten Gags. Abgerundet wird das alles durch eine ganze Reihe an Gastauftritten, die wir hier nicht spoilern wollen. So menschlich wie diese Bande – voll Schadenfreude und Sarkasmus – war wohl noch kein Haufen Superhelden, egal ob auf der Erde oder im All. Die ca. 135 Minuten sind voller Action, die von grandios unterhaltsam bis ein bisschen zu viel des Guten reicht. Letzteres gilt auch für die neuen Welten. Man merkt, dass Gunn ein grösseres Budget zur Verfügung hatte und das prompt in CGI Landschaften gesteckt hat. Das Ergebnis ist sehr, sehr bunt. Zwar passen leuchtende Farben zur Welt der Guardians, aber man sieht sich doch recht schnell satt dran. Trotzdem ist das alles ein Spass, bisschen trippy, aber cool. Bei allem opulenten CGI zeigt sich übrigens wieder, dass das Herz der Guardians eben die Guardians selbst sind.

Dass man bei Marvel Filmen auch beim Abspann sitzen bleiben sollte, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Aber so viele Post-Credits-Szenen wie hier gab es wohl noch nicht. Und wenn wir schon bei mehr ist mehr sind: auch Stan Lee bekommt mehr als nur eine Cameo! „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ fehlt zwar der Überraschungseffekt, aber er ist trotzdem ein riesengrosser Spass. Ein bisschen zu viel CGI und zu bunt an mancher Stelle, aber dafür mit tollen Neuzugängen wie Mantis, flotten Sprüche und auch emotional sitzt er. Mit den Big Bads tut sich Marvel aber weiterhin schwer. Vol 2. ist nicht besser als der erste Film, aber es ist ein rundum unterhaltsamer, abgefahrener und vor allem durchaus würdiger Nachfolger. Das absolute Highlight an diesem Streifen ist Baby Groot! Er war ja schon als grosser Baum zuckersüss und liebenswert, doch die Miniatur-Version mit grossen Augen und kleinem Verstand kann man nur ins Herz schliessen und darauf hoffen, dass dieses Baumwesen auf ewig ein Bonsai bleibt… :)

The Great Wall

The Great Wall

20161 h 43 min
Kurzinhalt

Der Film schildert die Geschichte hinter der Entstehung eines der eindrucksvollsten Bauwerke der Menschheit, der Chinesischen Mauer. Im Mittelpunkt steht eine Truppe britischer Krieger, die zufällig über den Bau der Mauer stolpert. Bald finden sie heraus, dass diese nicht nur dazu dienen soll, die Mongolen abzuwehren, sondern eine viel gefährlichere, unmenschliche Kraft.

Metadaten
Titel The Great Wall
Original Titel The Great Wall
Regisseur Zhang Yimou
Laufzeit 1 h 43 min
Starttermin 16 Dezember 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht so schlecht
Schauspieler
Mit: Matt Damon, Willem Dafoe, Pedro Pascal, Andy Lau, Jing Tian, Zhang Hanyu
Trailer

„The Great Wall“ bekommt das Kunststück fertig zwar ziemlich aufwendig, aber gleichzeitig auch ganz schön billig auszusehen. Besonders das CGI vermag nicht imer zu überzeugen, doch auch die sonstige Ausstattung erinnert oft eher an die 80er, als an einen modernen Blockbuster. Da gingen Anspruch und technische bzw. finanzielle Möglichkeiten arg auseinander. Es ist ein Film, der den Anschein erweckt, als wollte er ursprünglich ein ganz grosses Epos werden. Gereicht hat es am Ende aber nur zu mittelprächtigem Fantasytrash.

Thomas Tull ist wohl einer der aktuell schillerndsten Produzenten Hollywoods – auch weil er zwei Gesichter hat. Da ist einmal der kluge Geschäftsmann, der Beteiligungen an Hits wie „Jurassic World“ herausschlägt, wo er für wenig Arbeit viel Geld bekommt. Und da ist zum anderen der riesige Filmfan, der auch riskantere Projekte durchzieht, weil er sie selbst gerne im Kino sehen will – so gab er Guillermo del Toro freie Hand beim extravaganten Horror-Romantikdrama „Crimson Peak“. Die chinesisch-amerikanische Co-Produktion „The Great Wall“, eine von Tull selbst erdachte Herzensangelegenheit, erscheint auf dem Papier nun als die perfekte Kombination aus Geschäftssinn und Leidenschaft: ein durchaus origineller epischer Stoff, der gleichermassen auf die zwei aktuell bedeutendsten Filmmärkte der Welt, Nordamerika und China, ausgerichtet ist – umgesetzt mit einem Meisterregisseur aus dem Reich der Mitte und einem Schauspielsuperstar aus Hollywood. Die Hoffnungen auf Einspielrekorde in China haben sich beim dortigen Start zwar nicht ganz erfüllt, aber finanziell dürfte die Rechnung bei der 150-Millionen-Dollar-Produktion am Ende trotzdem aufgehen. Und das obwohl Tull, seine Autoren und Regisseur Zhang Yimou (Hero) zuweilen wenig Rücksicht auf westliche Sehgewohnheiten nehmen, was aus hiesiger Perspektive für einige verquere und irritierende Momente sorgt. Aber abgesehen davon – und vorausgesetzt, man kann über ein paar unterdurchschnittliche CGI-Effekte hinwegsehen – bereitet der Fantasy-Actioner dank vieler grossartig-epischer 3D-Massen- und Schlachtszenen jede Menge Spass.

Action und visuelle Reize stehen hier im Vordergrund, entsprechend schnell geht es wie erwähnt gleich zu Beginn schon zur Sache. Die titelgebende Grosse Mauer wird mit ein paar Sätzen und einer illustrierenden Einstellung vorgestellt und nach einer kurzen Einführung trifft auch schon das Söldner-Duo aus fernen Landen an dem imposanten Bauwerk ein, wo sie sogleich der erste Sturmangriff der Taotie erwartet. Wenn dabei mit Speeren bewaffnete Soldatinnen wie an Bungee-Seilen die Mauer herabstürzen, Monster aufspiessen, wieder nach oben geschleudert werden und mit zwei neuen Speeren das Spiel von vorne beginnen, sorgt das schon nach wenigen Minuten für ein frühes Highlight, das nur dadurch beeinträchtigt wird, dass die Taotie (in Deutsch etwa „Fresser“) leider zum Teil nicht sehr überzeugend animiert sind. So gut die Menschenszenen sind, so schwach sind viele der Momente mit den Tausenden Computer-Monstern, die übrigens nicht der Fantasie der Filmemacher entstammen, sondern nach 4000 Jahre alten Darstellungen auf Bronzegefäßen gestaltet wurden. Für den knapp skizzierten erzählerischen Hintergrund der Taotie haben die Macher übrigens auf chinesische Legenden zurückgegriffen, die bereits „Game Of Thrones“ inspiriert haben (auch dort gibt es eine gigantische Mauer, die eine mysteriöse Bedrohung vom Reich fernhalten soll, sowie Wächter, die sich dort für ihr ganzes Leben verpflichten).

Hintergründe und Erklärungen werden generell knapp gehalten, das Setting ist nicht nur zeitlich recht unbestimmt und so bleibt der Fantasy-Weltentwurf in vielen Belangen rudimentär. Es geht immer in hohem Tempo voran und wenn der Regisseur dann doch einmal auf die Bremse tritt, dann sorgt das eher für Irritationen. So ist eine mutwillig hereingequetscht wirkende „Beerdigungsszene“ in diesem erzählerischen Umfeld ein Hemmschuh, der den Rhythmus stört. Und da sie gleichsam aus dem Nichts zu kommen scheint, fehlt ihr auch die emotionale Kraft. Missen möchte man dieses Einsprengsel trotzdem nicht, denn die Szene bietet mit zahlreichen gen Himmel aufsteigenden Lampen den nächsten grandiosen Schauwert. Auch die Darsteller müssen sich dabei dem Spektakel unterordnen. So wird Matt Damon, der für die internationale Vermarktbarkeit sorgen soll, schauspielerisch wenig gefordert. Allerdings ist es eindrucksvoll, wenn er in bester „Tiger & Dragon“-Manier durch die Luft wirbelt und die Monster mit seinen Pfeilen oder einem Speer durchbohrt. Neben dem für ein paar launige Sprüche zuständigen „Game Of Thrones“-Star Pedro Pascal und dem sehr blassen Willem Dafoe („Platoon“), der hauptsächlich die Moral („Gier führt ins Verderben“) der Geschichte verkörpert, sticht vor allem die in ihrer Heimat wegen ihrer angeblichen Beziehung mit einem mächtigen Unternehmer und daraus resultierenden Nepotismus-Vorwürfen sehr kritisch betrachtete Tian Jing („Police Story 2013“) als Lin Mae heraus. Allerdings interessieren sich die Macher insgesamt zu wenig für die Figuren, damit wir wirklich ganzen Herzens mit ihrer mutig in den finalen Kampf ziehenden Anführerin mitfiebern können.

Sechs Autoren werden im Abspann von „The Great Wall“ gelistet, doch weder die simple, dafür aber auch effektiv-geradlinige Story, an der auch „Last Samurai“-Regisseur Edward Zwick mitgewirkt hat, noch Willem Dafoes auf Schlagworte reduzierte Dialogzeilen, die unter anderem von Tony Gilroy (Michael Clayton) stammen, bieten einen wirklichen Grund den Film sehen zu müssen. Die wahren Attraktionen von „The Great Wall“ liegen woanders. Was Regisseur Zhang Yimou hier an epischen Schlachten auffährt, ist beeindruckend und teilweise sogar herausragend. In Hollywood ist es aus Kostengründen längst Usus, dass Massenszenen aus dem Computer stammen. Das hat man zwar immer weiter perfektioniert, doch es ist immer noch eindrucksvoller, wenn wie hier Tausende Statisten aufgeboten werden und echte Menschen die Leinwand füllen. Zhang weiss, was er an diesen Massen an Mitwirkenden hat und wie er sie am besten zur Geltung bringt. Mal lässt er die Kamera genüsslich über das riesige Heer auf der Mauer gleiten, mal ist im gesamten Bildausschnitt nichts anderes zu sehen als unzählige gegen Monster kämpfende Soldaten. Sehr clever ist auch, dass die verschiedenen Wächter-Einheiten – je nach ihren Waffen und Fähigkeiten – farblich voneinander abgehoben sind – das sorgt nicht nur für bessere Übersicht, sondern lässt einzelne Bilder zusätzlich wie 3D-Gemälde wirken.

Logan

Logan

2017Länge unbekannt
Kurzinhalt

Im Jahr 2024, ein Jahr nach den Ereignissen von 'X-Men: Zukunft ist Vergangenheit', wird ein deutlicher Rückgang der Mutanten-Population verzeichnet. Im Laufe der Jahre verblasst zudem Logans Heilfaktor, Charles Xavier leidet unter einer Alzheimererkrankung und die X-Men gibt es nicht mehr. Als eine Organisation namens Essex Corporation, die von Nathaniel Essex geführt wird, den Rest der verbleibenden Mutanten aufsucht, um sie als Soldaten zu rekrutieren, gerät Logan in einen Konflikt. Mit Hilfe eines jungen Mädchens namens Laura Kinney, einem aus Logans DNS entwickelten weiblichen Klon von Wolverine, versucht Logan die Organisation zu bezwingen. (Text: de.wikipedia.org)

Metadaten
Titel Logan
Original Titel Logan
Regisseur James Mangold
Laufzeit Länge unbekannt
Starttermin 1 März 2017
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Schauspieler
Mit: Hugh Jackman, Patrick Stewart, Dafne Keen, Boyd Holbrook, Stephen Merchant, Richard E. Grant
Trailer

So menschlich, roh und verletzbar hat man den Marvel-Helden noch nie gesehen. Nach dem grossen Erfolg von Deadpool im letzten Jahr beweisen die Filmemacher Mut, und lassen (endlich!) Wolverine von der Leine. Der Film hat in den US&A ein R-Rating, was gleich mehrere Gründe hat: Zum einen flucht sich Hugh Jackman wie ein alter Seemann durch sein wohl letztes Abenteuer, zum anderen spritzen Blut und Körperteile, dass man sich manchmal wie in einem 80er Jahre Splatterfilm fühlt.

Genauso kompromisslos müssen wir mitansehen, wie ein sichtlich gealterter Wolverine mit Lesebrille sich um einen 90-jährigen Charles Xavier kümmert, beide nicht mehr im Vollbesitz ihrer aussergewöhnlichen Kräfte und auch langsam am Ende ihrer mentalen Kraft. Das bricht einem – vor allem wegen der eindrücklichen Leistung Hugh Jackmans – mehr als einmal das Herz, denn immerhin kennen wir die beiden nun schon seit 17 Jahren. Wie oft haben wir bereits mitgefiebert, und nun stehen beide – ausgerechnet jetzt – vor einer der wohl grössten Herausforderungen ihres Lebens. In einer Zeit, in der die Mutanten so gut wie ausgestorben gelten, taucht auf einmal ein Mädchen auf, das über ähnliche Mutationen wie Wolverine verfügt und das Leben – das eigentlich nichts anderes mehr ist als die Überbrückung bis zum Tod – der beiden nochmals so richtig auf den Kopf stellt. Und Laura (Dafne Keen) mag zwar noch ein Kind sein, das heisst aber nicht, dass sie sich nicht wehren kann. Die rücksichtslose Darstellung macht auch bei ihr nicht halt und hier wird ein Tabu gebrochen: Kinder, die um ihr Leben kämpfen, verfolgt, von Speeren durchbohrt; kaum je werden in einem Film Kinder als Dinge bezeichnet und der Umgang mit ihnen so blutrünstig und gnadenlos gezeigt.

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Die Reise der drei Mutanten wirkt oft wie ein Road Movie und man weiss nie, wann die Action wieder zuschlägt. Obwohl es über weite Strecken gelungen ist, die Atmosphäre spannend zu gestalten, gibt es doch den einen oder anderen Moment, wo Nebengeschichten gefühlt zu viel Zeit und Aufmerksamkeit erhalten. Dadurch wirkt der Film manchmal etwas in die Länge gezogen. Und der Humor ist wirklich sehr dünn gesät. Der alternde Wolverine hat kaum mehr Lust auf knackige Sprüche, doch genau diese täte dem Film ab und zu gut, um die düstere Stimmung zumindest kurz etwas zu lockern. Wolverine ist ohne Zweifel einer der tragischsten Helden des X-Men Universums und Regisseur James Mangold weiss ihn brillant und gnadenlos in Szene zu setzen. Und Dafne Keen ist unfassbar gut. Die erst Zwölfjährige überzeugt von der ersten Minute an und zieht einen in ihren Bann. Der wahrscheinlich ultimative Wolverine-Film: Rücksichtslos, tabulos, spannend und herzzerbrechend. Ein würdiger Abschied von Hugh Jackman als Wolverine!

Ghost Dog – Der Weg des Samurai

Ghost Dog - Der Weg des Samurai

19991 h 56 min
Kurzinhalt

Ghost Dog lebt über der Welt - in einer selbstgebauten Hütte neben einem Taubenschlag auf dem Dach eines verlassenen Gebäudes. Er ist ein professioneller Killer und durchwandert, lautlos und ungesehen, die Stadt - wird eins mit der Nacht. Sein Leitfaden ist ein alter Verhaltenskodex der japanischen Kriegerkaste - der Samurai. Als sein Leben auf dramatische Weise von einer zerrütteten Mafiafamilie bedroht wird, die gelegentlich seine Dienste in Anspruch nimmt, reagiert er streng nach dem Kodex - dem Weg des Samurai..

Metadaten
Titel Ghost Dog - Der Weg des Samurai
Original Titel Ghost Dog: The Way of the Samurai
Regisseur Jim Jarmusch
Laufzeit 1 h 56 min
Starttermin 13 September 1999
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Meisterwerk
Trailer

„Ghost Dog – Der Weg des Samurai“ ist ein wahrlich brillantes Actiondrama mit einem mehr als hervorragenden Soundtrack. In „Ghost Dog – Der Weg des Samurai“ macht Jim Jarmusch Forest Whitaker zur Killermaschine. Der Film ist eine Art „Zeitlupenthriller“, bei dem der Weg das Ziel ist. Der Film gleitet ebenso wie seine Hauptfigur dahin und lässt eine bruchfreie Bild-und-Ton-Sinfonie entstehen. Eine ungewöhnliche Mischung aus Poesie und Trash in der Machart von Tarantinos „Pulp Fiction“. Jim Jarmuschs ebenso unorthodoxe wie atmosphärische Meditation über den Tod bietet ein absolut betörendes Kinoerlebnis – poetisch, musikalisch, mafiös.

Eigentlich schert sich Jim Jarmusch keinen Deut um die Geschichte, sondern interessiert sich vielmehr für die Schönheit ihrer Gesten, den rhythmisch schwingenden Gang des massigen Ghost Dog, seine weissen Handschuhe, den Klang zuschnappender Autotüren und die Sounds aus den Musikanlagen der geklauten Wagen. Das Spiel der Rituale generiert eine Ode an die Schönheit des Killerhandwerks und an die Sinnlichkeit des Kinos. Der Film hat eine enge Bindung zum Hip Hop. So wurde der komplette Soundtrack vom Wu-Tang-Clan-Gründer RZA komponiert und es sind auch weitere Songs des New Yorker Rappers und Produzenten im Film zu hören. Darüber hinaus haben RZA und andere Mitglieder aus dem Umfeld des Wu-Tang-Clans kurze Gastauftritte. Der Club „Liquid Swords“, der in einer Szene kurz zu sehen ist, verdankt seinen Namen einem Album des Rappers „The GZA GZA“, welches ebenfalls von RZA produziert wurde. Der Running Gag im Film, dass der Mafiosi Sonny Valerio ein grosser Fan der Gruppe Public Enemy ist, basiert auf einen Artikel über inhaftierte Mafiosi, die im Gefängnis ihre Vorliebe für Hip Hop entdeckten, den der Regiesseur Jim Jarmusch zuvor gelesen hatte.

Zwei Stunden verbringen wir in der Welt des „Ghost Dog“, einem Profikiller, der um sich selber in dem dreckigen Randbezirk der urbanen Metropole der Neuzeit eine Art modernen Samurai kreiert. Gespielt von einem wirklich starken Forest Whitaker entwickelt sich hier eine ebenso faszinierende wie zunächst unrealistisch wirkende Figur. Jedenfalls wird manch einer sich schon erstmal wundern, wenn ein Schwarzer in einer Gegend wie aus Eminems „8 Mile“ beschliesst, sein Dasein als professioneller Mörder nach dem Samurai Kodex zu verbringen. Umso erstaunlicher, dass es Jarmusch tatsächlich gelingt, einen Film zu drehen, dem es gerade zum Ende hin kein bisschen an Glaubwürdigkeit mangelt und der beängstigend authentisch wirkt. Begleitet vom nahezu immer präsenten, simplen wie grossartigen und vor allem passgenauen Soundtrack entwickelt sich ein spannendes, ungewöhnliches und vor allem interessantes Portrait über den etwas anderen Serienkiller. Philophische Ansätze und die Coolness eines Tarantinos reichen sich dabei die Hand und erreichen eine wirklich aussergewöhnliche Mischung, die den Film für den ein oder anderen sicher einfach nur skurril wirken lässt, für andere aber zu einem wunderschönen Stück Independent Kino sind.

Jim Jarmusch und seinen Filmen nähert man sich am besten über drei Begriffe: Minimalismus, Independent und Postmoderne. Denn wie bei kaum einem anderen Regisseur tragen sie alle die typischen Erkennungszeichen seines Stils – die reduzierten Dialoge, endlos langen Einstellungen und handlungsarmen Plots. Und doch gleicht kein Film dem anderen, zu vielschichtig sind die sorgsam gesetzten Details, zu komplex seine filmischen Baupläne. Die zahllosen Referenzen an Literatur, Kino und Popkultur, so wie der narrative Faden, der sie alle in gewisser Weise miteinander verbindet. Geradezu exemplarisch für dieses Prinzip der Kontinuität und Weiterentwicklung steht „Ghost Dog – Der Weg des Samurai“, der sowohl thematisch als auch stilistisch an Jarmuschs apokalyptisches Western-Epos (Dead Man) erinnert. Wie gewohnt konzentrierte sich Jarmusch auch diesmal ganz auf seinen Hauptdarsteller, Forest Whitaker (Der letzte König von Schottland, Platoon). Und das aus gutem Grund, denn mit seiner emotionalen Präsenz und physischen Stärke spielt Whitaker so gut wie nie zuvor und erzeugt dabei eine Atmosphäre, wie sie eindringlicher kaum hätte sein können.

Es ist bemerkenswert, mit welchem Geschick Jarmusch Versatzstücke aus verschiedenen Genres und Kulturtraditionen immer wieder aufs Neue miteinander verknüpft, gleichzeitig aber die Gesamtgestaltung zu keinem Moment aus den Augen verliert. Doch nicht nur inhaltlich – etwa durch Ghost Dogs Adaption der Samurai-Identität – sondern auch auf formaler Ebene stehen Thematik und Ästhetik in ständigem Austausch. Ebenfalls eine wichtige Rolle erfüllen diverse Zitate und Referenzen, wie der Ausschnitt eines „Itchy & Scratchy“-Cartoons, in dem sich der lokale Streit über die Gewaltspirale in einen symbolischen Weltkrieg potenziert. Jarmusch unterbricht an diesen Stellen zum einen den Handlungsfluss, setzt reflexive Ruhepunkte, zum anderen überzeichnet er den inneren Konflikt bis ins Groteske und deutet zugleich den weiteren Verlauf des Geschehens voraus. Am Ende ist es der bedingungslose Glaube an den Ehrenkodex, aus dem das Drama des Films entspringt. Denn wie seine Identität als Samurai, die Ghost Dog über den Wert des eigenen Lebens stellt, beruht auch der Racheplot gegen die Mafia auf dem fatalen Missverständnis, Louie hätte ihm damals aus Überzeugung und nicht aus reinem Selbstschutz das Leben gerettet. Die Wahrheit ist: Die Wirklichkeit ist immer nur ein Konstrukt, eine Fülle von Einzelheiten, die je nach Wertetradition und eigenem Interesse unterschiedlich gedeutet wird. In dieser Erkenntnis liegt Jarmuschs eigentliche Botschaft, sie bedingt den gegenseitigen Respekt im Pluralismus der Kulturen. Einfach ein toller Film, der sich traut andersartig zu sein.

Rare Exports – Eine Weihnachtsgeschichte

Rare Exports - Eine Weihnachtsgeschichte

Jede große Geschichte hat ein dunkles Geheimnis...

20101 h 24 min
Kurzinhalt

Tief im frostigen Eis der finnischen Berge schlummert das uralte Geheimnis vom wahrhaften Weihnachtsmann. Bis jetzt, denn der zwielichtige Riley und seine amerikanische Firma führen im Berg hinter dem Dorf nicht bloß Probebohrungen durch. Als der kleine Pietari und sein Vater Rauno kurz vor dem Fest eine ganze Herde toter Rentiere vorfinden und den Einheimischen so der gesamte Fleischbestand flöten geht, schwören sie Rache.Eines Nachts tappt ein nackter, bärtiger Wilder in ihre Falle. Dieser scheint jedoch nicht allein zu sein. Als nach und nach alle Kinder spurlos verschwinden, ahnen Pietari und die Dorfbewohner Böses …

Metadaten
Titel Rare Exports - Eine Weihnachtsgeschichte
Original Titel Rare Exports
Regisseur Jalmari Helander
Laufzeit 1 h 24 min
Starttermin 3 Dezember 2010
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Trailer

Freunde, habt ihr als Kind vielleicht die Mumins kennengelernt? Paasilina oder Niemi gelesen? Lieber Arvo Pärt oder doch Lordi? Kaurismäki oder Iron Sky? Dieser Horrorfilm aus dem hohen und sehr kalten Norden zerlegt genüsslich die Mär vom netten Weihnachtsmann. Und das macht er rundum gelungen. Ein irgendwie unkategorisierbarer Film, der unbestritten und auf alle Fälle äusserst schräg ist. Technisch wie schauspielerisch brillant und derart hervorragend zum finnischen Kultur-Oeuvre passend, dass bei grösserer Bekanntheit höchster Kult-Status-Alarm gegeben ist.

Doch was ist „Rare Exports“ eigentlich? Wir sehen famose Landschaftsaufnahmen, hauptsächlich aus Norwegen – und die deprimierende Lebenssituation der im Lauf der Zeit festgefahrenen ehemaligen Nomaden und trotzdem ist es kein Dokumentarfilm. Ein süsser Fratz, der ein wenig an Lindgrens Michel erinnert und doch ist es kein wirklicher Kinderfilm. Zielgenau durch die Nacht geworfene Spitzhacken und doch ist es kein Slasher. Coole Oneliner der Lappen, aber es ist auch kein Actioner. Nein, die haben einfach nicht mehr zu sagen. Ein böses Märchen. Hmm, vielleicht. Der zumeist unnötige Subtitel für die deutschsprachige Fassung trifft es wohl am ehesten: Eine Weihnachtsgeschichte und so sollte man das wohl stehen lassen.

Keine Sekunde langweilige achtzig Minuten pure Finnen-Coolness mit einem Ensemble von kuriosen Charaktern irgendwo am Rande des Wahnsinns. Und dann noch diese Geschichte mit und um den Santa und seine Wichtel. Wenn man bedenkt, dass sich die Finnen als legitimer Heimatort des Santas sehen, könnte man fast annehmen, dass ihnen das eigentlich eher lästig ist, zumindest dem Herrn Regisseur. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Handlung dreht und wendet sich in einer Art organisierten Chaos und auch der Titel spielt noch eine gewichtige Rolle. Grosses Lob für die Auswahl von Per Christen Ellefsen als Riley, der immer irgendwie kurz im Film auftaucht und neben seinem Part so eine Art Erzähler gibt. Ah ja, und finnisch ist „Rare Exports“ und dementsprechend ein wenig schräg. Und schräg ist er wirklich.

Das Cover des Films vergleicht den finnischen Regisseur Jalmari Helander mit „Gremlins“-Macher Joe Dante. Nur ist das ein bisschen weit hergeholt. Das Einzige, was dieser Streich und „Gremlins“ gemein haben, ist die sarkastische Behandlung des Weihnachtsfests. Stilistisch kann ich dagegen keine Schnittmenge erkennen. Ein Vergleich mit Was-auch-immer ist aber auch gar nicht nötig, denn „Rare Exports“ funktioniert auf seine eigene Weise ganz vorzüglich. Die Story ist durch und durch originell von der frischen Grundidee bis hin zum pfiffigen und verblüffend warmherzigen Schluss. Zumindest wenn wir ihn mit dem sonst eher kaltschnäuzigen Unterton ins Verhältnis setzen. Dazwischen gibt es eine Spannungskurve steiler als ein Aufstieg zum Korvatunturi. Haben wir sonst schon einige Filme nach guter Ausgangsidee erbärmlich absaufen sehen – dieser hier wird sogar mit jeder Minute besser. Fröstelnde Weihnacht und gelungene Bescherung aus dem kalten Norden.

Kickboxer – Die Vergeltung

Kickboxer - Die Vergeltung

20161 h 34 min
Kurzinhalt

Kurt Sloane (Alain Moussi) und sein Bruder Eric (Darren Shahlavi) leben im kalifornischen Venice bei Los Angeles und sind erstklassige Karatesportler, was Letzterer nicht zuletzt durch die gewonnene Weltmeisterschaft unter Beweis stellt. Dadurch erregt er die Aufmerksamkeit einer zwielichtigen Promoterin (Gina Carano), die es auch schafft, den Champion zu ködern und ihn zu einer Reise zu einem Kampfsport-Event in Asien zu bewegen. Kurts Proteste bleiben ungehört und so verlässt David seine Heimat. Doch schon bald bittet dieser seinen in den USA zurückgebliebenen Bruder mit einem Brief, ihn in Thailand beim großen Finalkampf zu treffen. Als Kurt in Bangkok ankommt, muss er mitansehen, wie sein Bruder getötet wird. Mit der Unterstützung von Davids ehemaligem Lehrer Durand (Jean-Claude Van Damme) versucht Kurt nun die Kunst des Thaiboxens zu meistern, um den Mörder seines Bruders, den tödlichen Hünen Tong Po (Dave Bautista), zu besiegen…

Metadaten
Titel Kickboxer - Die Vergeltung
Original Titel Kickboxer: Vengeance
Regisseur John Stockwell
Laufzeit 1 h 34 min
Starttermin 2 September 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Müll
Bilder
Trailer

„Kickboxer Vengance“ ist ein Möchtegern Remake, nur das im Gegensatz zum Original hier absolut keine Atmosphäre aufkommen will. Schauspielerisch eine Katastrophe. Kurz zusammengefasst eine lieblose modernisierte Version, die einfach nicht zündet und so überhaupt nicht funktioniert. Möchtegern Hommage an 80er und 90er Jahre Kampffilme. Da schaut man besser das Original!

Kickboxer - Die Vergeltung

Drehbuch ist ziemlich mies, der Hauptdarsteller hat kein Charisma und die Wende im Endkampf ist schlecht inszeniert. Zuerst ist Tong Po knallhart und kein Treffer kann ihn was und und ein paar Minuten später fällt er von jeder Berührung um. Selbst wer Van Damme und Kampfsport mag und da gehöre ich definitiv dazu, wird durch das Filmchen alles andere als unterhalten. Viele coole „Moves“ und „Fights“ hat es so schon gegeben und man wird das Gefühl nicht los, dass viele der Elemente von „Ong bak“, „Undisputed“ etc abgekupfert wurden. Sogar Bautista mit seinen 2-3 Sätzen, spielt absolut lustlos. Van Damme dagegen sieht man zum ersten Mal als Meister, zu 95% des Films mit Hut und Sonnenbrille verschleiert und dies egal ob bei Nacht oder bei Regen – was möchte er da wohl verbergen? Oder ist ihm dieser Auftritt schlicht peinlich?

Kickboxer - Die Vergeltung

„Kickboxer – Die Vergeltung“ zeigt Kampfsport-Action ohne jeden inhaltlichen Anspruch. Alain Moussi, der neue Kurt-Darsteller, erinnert mich an Daniel Bernhardt, der in den „Bloodsport“-Sequels spielte: Kein Charisma-Paket, aber ein guter Kämpfer und man gewöhnt sich irgendwie im Verlauf des Films an ihn. „Tong Po“ Dave Bautista überzeugt durch physische Präsenz und ein Grundlevel an schauspielerischen Fähigkeiten, er hat ja schon einige Mainstream-Filme hinter sich. Auch wenn seine Figur durch eine grössere Rolle, mit Text, etwas von ihrer bedrohlichen Mystik einbüsst. Der Original-Tong Po, Michel Qissi, hat übrigens einen Cameo-Auftritt als Häftling. Und Leute, die MMA mögen, dürfte die Anwesenheit bekannter Namen wie Georges St-Pierre, der kämpft und sogar sprechen darf, auch noch beglücken. Beim Abspann wird dann noch van Dammes kultigem Tänzchen aus dem Original Respekt gezollt: Für diese sympathische Einlage geb ich dafür eine halbe Note drauf. Für echte Fans, ist das ein Tritt in den Allerwertesten. Ach ja, und falls man nochmals ein Remake machen möchte, bitte ein anderen Kameramann. Ich kam mir teilweise vor wie in einem besser produzierten Porno. Übrigens war es für den Darsteller von Kurts Bruder Eric der letzte Film, Darren Shahlavi starb am 14. Januar 2015 im Alter von 42 Jahren an einer Herzattacke. Ruhe in Frieden.

Hobo with a Shotgun

Hobo with a Shotgun

Er sorgt für Gerechtigkeit - Kugel für Kugel

20111 h 26 min
Kurzinhalt

Ein Landstreicher (Rutger Hauer) zieht in eine Stadt namens Hope Town, in der das Gesetz nichts zu melden und das Verbrechen die Gegend beherrscht. Er macht sich jedoch nichts daraus und will dort als Landschaftsgestalter seinen Lebensunterhalt bestreiten. Dafür benötigt er jedoch einen Rasenmäher, der in einem Pfandhaus knappe 50 Dollar kostet. Um sich diesen kaufen zu können, geht er betteln. Dabei beobachtet er, wie die mörderischen Brüder Ivan und Slick, deren Vater „The Drake“ das Sagen in Hope Town hat, einen Jungen bedrohen. Nachdem die Prostituierte Abby erfolglos eingreift, schnappt sich der Landstreicher Slick und bringt ihn zur Polizeistation. Aufgrund eines perfiden Korruptionssystems wollen ihm die Gesetzeshüter jedoch nicht helfen. So macht es sich der Landstreicher zur Aufgabe, sich selbst um das verbrecherische Gesindel zu kümmern – inklusive pädophiler Weihnachtsmänner und Drogendealer – und kauft sich für sein erbetteltes Geld keinen Rasenmäher, sondern eine Shotgun…

Metadaten
Titel Hobo with a Shotgun
Original Titel Hobo with a Shotgun
Regisseur Jason Eisener
Laufzeit 1 h 26 min
Starttermin 6 Mai 2011
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Schauspieler
Mit: Rutger Hauer, Gregory Smith, Robb Wells, Brian Downey, Molly Dunsworth
Trailer

Dieser Streifen ist ein Gewaltporno. Liebevoll ad absurdum geführte Gewaltorgien im Gewandt des inzwischen trendgewordenen Retroparodiegenres. Wahrscheinlich der Film, der Machete gerne gewesen wäre. Ich hab eine kleine Schwäche für ausgemachte, sinnlos gewalttätige Filme und schon ein paar Sekunden Rutger Hauer als Train Tramp in einer in den sattesten Technicolor-Sommer-der-Liebe-Farben erstrahlenden Landschaft entlarven all die Anti-Hype-Aktivisiten als Lügenmäuler. Nennt mich Fanboy, nennt mich meinetwegen Arschloch, aber selten hat mich ein Vorspann mehr begeistert. Und danach lässt es der Film so richtig krachen! Aber so richtig und nonstop! Political Correctness? Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Themen „Selbstjustiz“ oder „gesellschaftliche Außenseiter“? Eine richtige Story? Nada! Gespielt wird ohne Rücksicht auf Verluste im hemmungslosen Crescendo eine Ode an das gewalttätig(st)e Grindhouse-Kino der Siebziger.

Hobo with a Shotgun

Wie erwähnt ist „Hobo with a Shotgun“ genau das, was „Machete“ sein wollte: ein Grindhouse- Film, ein Trashfilm. „Machete“ ist ein guter Film, aber eben kein Grindhouse-Trash. Rudger Hauer, der einzige grosse Name des Films, mimt den namensgebenden Penner mit Schrotflinte. Die Geschichte ist in etwa „Ein Mann sieht rot“ auf Drogen. Der Film ist ein einziges Feuerwerk aus Overacting, Splatter und Zynismus. Einige Witze sind tatsächlich sehr makaber und sensiblen Menschen auf keinen Fall zu empfehlen. Auch der Gewaltgrad ist sehr hoch: Abgerissene und abgeschossene Körperteile, Eingeweide und sonstige Unappetitlichkeiten am laufenden Band. Jeder der also eher aus dem Action-Bereich als dem Horror-Splatter-Bereich kommt sei hiermit gewarnt. Hier werden einige Grenzen überschritten. Jeder, der damit kein Problem hat, kann 86 ungeschnittene Minuten herrlichen Trash erleben.

Hobo with a Shotgun

Als die kanadischen Filmemacher Jason Eisener, John Davies und Rob Cotterill im Jahr 2006 mit „Hobo with a Shotgun“ ihren Beitrag zu einem von Robert Rodriguez ausgerufenen Fake-Trailer-Wettbewerb lieferten, ahnte wohl keiner von ihnen, dass ihre Idee von einem Obdachlosen, der für sein letztes Geld eine Schrotflinte kauft und damit gegen das Unrecht vorrückt, dermassen gut ankommen und sogar den Weg für einen abendfüllenden Spielfilm ebnen würde. Dabei schaffte es der Trailer nur in Kanada und in wenigen US-amerikanischen Kinos in die Vorschau von Rodriguez‘ und Quentin Tarantinos „Grindhouse“-Doppel. Das Konzept des eine Minute und 58 Sekunden langen Vorfilms mag für eine Adaption in Spielfilmlänge etwas zu knapp scheinen und tatsächlich ist mit dem Titel „Hobo With A Shotgun“ eigentlich schon alles Wesentliche über die Handlung gesagt. Doch angesichts des originellen Looks, massig Gore und vor allem dank des charismatischen Hauptdarstellers Rutger Hauer wird die schnell zur Nebensache.

Hobo with a Shotgun

„Hobo with a Shotgun“ präsentiert sich von Beginn an in übersättigter Technicolor–Pracht und liefert dazu passend einen Score, der sofort in die 70er Jahre zurück katapultiert. Einzig der sichtlich gealterte Rutger Hauer entlarvt die ansonsten perfekte Illusion der Eröffnungssequenz. Die Schauspiellegende, die mit der Verkörperung eines künstlichen Menschen in Ridley Scotts düsterer Zukunftsvision „Blade Runner“ berühmt wurde, ist trotz unzähliger, missglückter B-Movies immer noch ein Star und schaffte in den 2000ern mit kleineren Auftritten in „Sin City“ und „Batman Begins“ sogar ein Kino-Comeback. Hauers Darstellung des verrückten Obdachlosen, der mit seiner Schrotflinte die Welt zu einem besseren Ort machen möchte, ist durchweg mit der Intensität gespielt, die den Niederländer zu einem der aussergewöhnlichsten Schauspieler seiner Generation machte. Der restliche Cast verkörpert die genregemäss überzeichneten und eindimensionalen Figuren solide, kann aber dabei nicht mit so originellen Entwürfen spielen, wie sie die Darsteller in Quentin Tarantinos und Robert Rodriguez‘ Grindhouse-Würfen vorgelegt bekommen – etwa wie Cheech Marin als schiesswütiger Priester aus „Machete“.

Hobo with a Shotgun

An brutalen Gemeinheiten wurde nicht gespart, Gorehounds kommen voll auf ihre Kosten: offene Knochenbrüche, Stacheldraht-Enthauptungen, platzende Köpfe – und freilich hat auch Hobos heissersehnter Rasenmäher noch seinen blutigen Auftritt. Auch die Jüngsten bleiben nicht verschont: Babys werden mit Schusswaffen bedroht und ein ganzer Schulbus wird in ein flammendes Inferno verwandelt. „Hobo with a Shotgun“ ist definitiv nichts für schwache Nerven!

Hardcore

Hardcore

Hart.. Harter

20161 h 30 min
Kurzinhalt

Eben noch auf der Schwelle zwischen Leben und Tod, im nächsten Moment als kybernetisch aufgemotzte Kampfmaschine auf der Suche nach der eigenen Identität und den Entführern seiner Frau Estelle: Für Henry kommt es im futuristischen Moskau hammerhart. Lediglich unterstützt durch den schrägen Jimmy, muss er es nicht nur mit Heerscharen namenloser Söldner aufnehmen, sondern auch deren psychopathischen Boss Akan in die Schranken weisen, der eine Armee biotechnisch aufgerüsteter Soldaten produzieren will. Getreu dem Motto „Blut schlucken und schlucken lassen“ bleibt Stehaufmännchen Henry nichts anderes übrig, als bis zum finalen „Game Over“ auch den letzten der „Scheißkerle“ endgültig plattzumachen.

Metadaten
Titel Hardcore
Original Titel Hardcore Henry
Regisseur Ilya Naishuller
Laufzeit 1 h 30 min
Starttermin 7 April 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Trailer

Wie im 2014 erschienenen deutschen Horrorfilm „First Person Shooter“ sieht der Zuschauer Hardcore ausschliesslich aus der Perspektive von Cyborg Henry. So fühlt sich der Film wie ein Ego-Shooter an. Wem bei Cloverfield schon schlecht wurde, sollte einen grossen Bogen um „Harcore“-Henry hier machen. Man fliegt durch die Luft, sprintet durch Strassen, hüpft über Dächer wie ein Parkour-Weltmeister, wühlt sich durch Innereien, ballert mit sämtlichen Kalibern auf so ziemlich alles, was einem über den Weg läuft. Was wohl bisher kein anderer Film schaffen konnte, ist „Hardcore“ gelungen, nämlich „Predator“ nach fast 30 Jahren vom „Thron für die spärlichsten Dialoge in einem Actionfilm“ zu stossen.

Hardcore

Wie erwähnt ist die Ego-Perspektive in der Filmbranche kein gänzlich neues Stilmittel, es bei einem rasanten Actionfilm derart konsequent durchzuziehen, ist allerdings Neuland – und verdammt cool. Der Film legt ein beeindruckendes Tempo vor und geht allenfalls mal für zwei, drei Minuten vom Gas. Ein brutales und adrenalingeladenes Spektakel, das technisch einwandfrei ungesetzt wurde. Dass die Kamera dabei herumwirbelt und extrem wackelt ist nur logisch. Auch der Soundtrack erweist sich als sehr passend. Wenn der Streifen jetzt noch eine gute Story präsentieren würde, wäre alles perfekt, aber wie so oft ist nichts auf dieser Welt vollkommen. Die Handlung ist derart dämlich, dass sie durch ihre unfreiwillige Komik fast schon wieder gerettet wird. Ein paar Witze werden auch absichtlich gerissen, allerdings wirken die mitunter ziemlich aufgesetzt.

Hardcore

Ein Grossteil der Szenen wurde mit GoPro-Kameras gedreht. Um die Post-Produktion von Hardcore finanzieren zu können, wurde ein Crowdfunding in die Wege geleitet. Der Film entfaltet sich im Zeitraum eines einziges Tages in Moskau. Bevor er Hardcore drehte, der in den USA unter dem Titel Hardcore Henry vermarktet wurde, schuf Regisseur Ilya Naishuller vor allem Musikvideos. Bereits diese Videos filmte er im selben Stil, also schnell, actionreich und aus der ersten Perspektive gesehen. Hardcore wurde sein erster inszenierter Spielfilm. Schauspieler Sharlto Copley (District 9) bezeichnete Hardcore im Nachhinein als den herausforderndsten Dreh seiner Karriere und zeigte sich von der Arbeit der Stuntmänner beindruckt, die das Set mit insgesamt nur fünf Stichen bei zu nähenden Verletzungen und einem abgebrochenen Zahn verliessen. Seine Premiere feierte Hardcore 2015 auf dem Toronto Film Festival, wo der Actionfilm sich zu einem der populärsten gezeigten Werke entwickelte. Die Verleih-Firmen Lionsgate, Universal und STX Entertainment lieferten sich daraufhin einen harten Kampf um die Rechte für den Vertrieb des Films, wobei STX schliesslich mit einem Gebot von 10 Millionen Dollar als Sieger aus dem Bieterkrieg hervorging.

Hardcore

Ich habe auch Sharlto Copley schon wesentlich besser erlebt. Und was es mit den telekinetischen Fähigkeiten des Widersachers auf sich hat, hält auch niemend für nötig zu beantworten. Die Beteiligten waren wohl derart elektrisiert von der Idee das wirklich durchzuziehen, dass keiner das Drehbuch mit Verstand gelesen hat. Trotz erheblicher inhaltlicher Schwächen, die in einem Spiel wahrscheinlich so hinnehmbar wäre, ist „Hardcore“ ein Fest für jeden Actionfan. Wer sich gerne mal auf etwas Neues einlässt und dabei über die eine oder andere Unzulänglichkeit hinwegsehen kann, sollte ruhig mal einen Versuch wagen und dem Film eine Chance geben.

Hidden in the Woods

Hidden in the Woods

20141 h 31 min
Kurzinhalt

Die Schwestern Ana und Anny wachsen bei ihrem gewalttätigen Vater Oscar auf, der sich sein Geld für die tägliche Schnapsration mit dem Verstecken von Drogen für Onkel Castello verdient. In der abgelegenen Waldhütte sind die Mädchen den sexuellen Übergriffen ihres Vaters praktisch hilflos ausgeliefert. Eines Tages entscheiden sie sich, ihn bei der Polizei zu melden. Bei der standartmäßigen Überprüfung des Anrufs, werden zwei Polizisten getötet und ihr Vater kommt ins Gefängnis. Doch die Mädchen geraten vom Regen in die Traufe: Denn sie landen bei ihrem Onkel, der seine Drogen wiederhaben will und die Geschwister noch schlimmer misshandelt, als zuvor ihr Vater.

Metadaten
Titel Hidden in the Woods
Original Titel Hidden in the Woods
Regisseur Patricio Valladares
Laufzeit 1 h 31 min
Starttermin 12 Dezember 2014
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Schlecht
Bilder
Schauspieler
Mit: Michael Biehn, William Forsythe, Ricco Ross, Jennifer Blanc,
Trailer

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Der Missbrauch von Frauen steht im US-Remake des chilenischen Films „En las afueras de la ciudad“ an der Tagesordnung. Doch die in unseren Breiten erhältliche Fassung wirkt schon beinahe harmlos, obwohl sie eine brutale Wahrheit erzählt. Der uns vorliegende Fassung lässt leider nur erahnen, was uns in der ungeschnittenen Version gezeigt werden würde. Ganze 6,5 Minuten (laut schnittberichte.com) wurden aus der erhältlichen FSK-18-Version herausgeschnitten. Klar, dass sowas auffällt. Denn die Kürzungen sind vor allem dann spürbar, wenn der Film in Schwung kommen will.

Hidden in the Woods

„Hidden in the Woods“ gehört ganz klar in die Filmkategorie „Vergewaltigung und Rache“ – beziehungsweise „Rape and Revenge“. Doch ein dickes Problem des Films ist, dass die Szenen irgendwie zusammengestückelt aussehen. Der rote Faden fehlt. Das hat nichts mit der hier vorliegenden gekürzten Version, sondern mit dem Filmemacher und Regisseur Patricio Valladares selbst zu tun. Machart, Schauspieler und Dialoge wirken halbherzig und unprofessionell. Der Film ist streckenweise zu langatmig umgesetzt, mit dünnem Drehbuch und insgesamt viel zu unspannend. Filmfans dieses Subgenres schauen vermutlich mal rein. Alle anderen können getrost einen anderen Film in ihren Blu-ray-Player legen. Denn man verpasst nichts, ausser vielleicht ein müdes Wiedersehen mit dem alten Haudegen Michael Biehn, den wir bereits aus „The Terminator“ und „Aliens – Die Rückkehr“ kennen.

Hidden in the Woods

Apropos Biehn. In diesem Film hat er eine etwas seltsame Rolle. Zuerst bringt er seine Frau um, dann vergeht er sich an seinen Kindern und später wird er noch zum Antihelden. Kurz und nur ganz kurz erinnert uns die schräge Mixtur aus Gewaltparadies, Drogenmilieu und Westernattitüde an einen Streifen von Quentin Tarantino oder Robert Rodriguez. Aber das war es auch schon. „Hidden in the Woods“ hat einen hohen Gewaltgrad, filmtechnisch ist er nur auf Amateurniveau. Zuschauer, denen im Genre gar nicht genug Frauen gequält, missbraucht und gefoltert werden können, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen. Weil man aber mittlerweile so viele ähnlich gestrickte Streifen gesehen hat, berührt das Gezeigte keineswegs. Vor allem auch deswegen, weil sich die Figuren so unsinnig verhalten, dass man sich kaum mit ihnen identifizieren kann oder auch nur möchte. So wird Gewaltexzess an Gewaltexzess geklebt und mit reichlich milieugeschädigter Sprache unterstrichen – ansonsten bleibt leider nicht viel.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Batman v Superman: Dawn of Justice

20162 h 33 min
Kurzinhalt

Zwei Wesen des zerstörten Planeten Krypton brachten im Finale von „Man Of Steel“ Zerstörung auf die Erde: Die Kontrahenten Superman und General Zod. Der böse Zod wurde geschlagen und der Mann aus Stahl wird fortan entweder als Gott verehrt oder – ob seiner Macht – als Bedrohung für die Menschheit verdammt. Ein gewichtiger Wortführer im globalen Shitstorm gegen Superman ist Bruce Wayne alias Batman. Der sorgt – moralisch unterstützt von Butler Alfred – für Ordnung in Gotham City und ist von den tödlichen Auswirkungen des Gigantenkampfes in der Nachbarstadt Metropolis auch persönlich betroffen. Er stellt sich gegen seinen rot bemäntelten Kollegen, verbal und mit Körpereinsatz. Doch während Batman und Superman kämpfen, taucht eine neue Bedrohung auf, die beide zusammenschweißen könnte und an der das junge Unternehmer-Genie Lex Luthor alles andere als unschuldig ist. Zeit, dass sich die Mitglieder der Heldengruppe Justice League formieren…

Metadaten
Titel Batman v Superman: Dawn of Justice
Original Titel Batman v Superman: Dawn of Justice
Regisseur Zack Snyder
Laufzeit 2 h 33 min
Starttermin 23 März 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Schlecht
Schauspieler
Mit: Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Jesse Eisenberg, Diane Lane, Laurence Fishburne, Jeremy Irons, Holly Hunter
Trailer

Das historische Aufeinandertreffen der beiden Comic-Helden ist ein freudloses Spektakel versäumter Chancen. „Batman v Superman“ ist so dünn, dass ich mich nur daran erinnern kann ihn gesehen zu haben, weil ich gerade dieses Review schreibe. Entschuldigt. Ich muss in den zweieinhalb Stunden eingeschlafen sein – und dass muss daran liegen, dass selbst nach einer Stunde die Geschichte einfach nicht vom Fleck kommt. Der Film kommt ohne Geschmack, ohne Farbe (und das liegt nicht nur an dem beschissenen Filter), so egal, so harmlos und versucht dabei so dermassen relevant und voller Action zu sein, dass man sich am Ende schon fast schämen müsste, nicht so zu empfinden, wenn der Film einem vorher nicht schon alle Gefühle betäubt hätte.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Als bekannt wurde, dass Ben Affleck in dem Film den Batman geben wird, musste ich nur müde Lächeln, doch lasst euch gleich an dieser Stelle eines gesagt sein Freunde: Afflecks Batman ist mindestens so unterhaltsam anzuschauen wie zuvor Christian Bales endlos dahinröchelnder Abschied von der Rolle. Ohnehin ist das gesamte Unterfangen „Batman v Superman“ passabler geraten als die Vorläufer – Christopher Nolans bleischwere Fledermausoper „The Dark Night Rises“ oder Zack Snyders eigener, eklatant inspirationsfreier „Man of Steel“. Was, zugegeben, erst mal nicht viel heissen will. Aber immerhin versucht sich der Film zu Höherem aufzuschwingen, nachdem er zunächst schnell die vertraute Herkunft von Bruce Wayne abgehakt hat. Aber natürlich geht es um noch viel mehr beim Aufeinandertreffen der populärsten Helden des DC-Universums. Schliesslich will man es endlich der Konkurrenz von Marvel gleichtun, die ihre Figuren in immer neuen Konstellationen auf der Leinwand zusammenführt. Die DC-Stars hingegen waren im Kino bislang Einzelkämpfer, doch nun soll unter der Regie von Zack Snyder gelingen, was in den Heftreihen schon jahrzehntelang Superheldenalltag ist.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Wer gesehen hat, wie klug und spannend „Captain America: Winter Soldier“, vielleicht der derzeitige Goldstandard der Comic-Adaptionen, eine wirklich politische Dimension ins Handeln seiner Helden gebracht hat, trauert umso mehr um die hier vergebenen Chancen. Gleiches gilt für die Regie von Zack Snyder, der immer noch nicht zu szenischem Erzählen fähig ist, sondern lediglich eine pompöse Exposition an die nächste reiht. Wenn es besonders gewichtig daherkommen soll, gerne in Zeitlupe, weshalb „Batman V Superman“ über weite Strecken wie eine Kette von Trailern für Filme wirkt, die man nicht zu sehen bekommt. Dazu passt, dass Snyder letztlich überflüssige Traumsequenzen seiner Protagonisten in epischer Breite ausmalt, für das eigentlich interessante, persönliche Drama zwischen ihnen jedoch keine Bilder findet. So hängen die Darsteller zumeist (durchaus wörtlich gemeint) in der Luft und müssen schrecklich papierne Sätze deklamieren. Dabei kann man ihnen nicht mangelndes Bemühen vorwerfen, Ben Affleck gibt dem Dark Knight eine ansprechende Gestalt, und Henry Cavill macht das Bestmögliche aus Snyders fehlgeleiteter Interpretation des Superman-Mythos.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Die aufgesetzte Grimmigkeit von „Batman v Superman“ nervt ebenfalls gewaltig und gleitet nicht selten ins Lächerliche ab: Selbst die Stirn des neuen Batman-Anzugs liegt da schon prophylaktisch in Sorgenfalten. Zwanghafte Humorfreiheit mit Ernsthaftigkeit zu verwechseln, ist folglich das tragische Missverständnis dieses Films, doch wenigstens ein bereits vorab angekündigter Gastauftritt macht Hoffnung auf eine bessere Zukunft in DCs Filmuniversum: Diana Prince alias Wonder Woman, souverän verkörpert von der israelischen Schauspielerin Gal Gadot, ist trotz weniger Leinwandminuten ein Lichtblick unter lauter düster vor sich hin brütenden Männern mit Mutterkomplex. Mit einem Look, der an True-Metal-Plattencover und Motorhauben mit Airbrush-Motiv erinnert, hat sie Spass am Superheldindasein. Der fehlt sonst in einem Film, der zwar weit mehr als einen Mann mit Cape aufbietet – aber dennoch nicht zu den Guten gehört.

Deadpool

Deadpool

20161 h 44 min
Kurzinhalt

Basierend auf Marvels unkonventionellstem Anti-Helden, erzählt Deadpool die Geschichte des ehemaligen Special Forces Soldaten und Söldners Wade Wilson, der - nachdem er sich einem skrupellosen Experiment unterzieht - unglaubliche Selbstheilungskräfte erlangt und sein Alter Ego Deadpool annimmt. Mit schwarzem, schrägen Sinn für Humor und ausgestattet mit neuen Fähigkeiten begibt sich Deadpool auf die unerbittliche Jagd nach seinen Peinigern, die beinahe sein Leben zerstörten.

Metadaten
Titel Deadpool
Original Titel Deadpool
Regisseur Tim Miller
Laufzeit 1 h 44 min
Starttermin 9 Februar 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Gut
Schauspieler
Mit: Ryan Reynolds, Morena Baccarin, T.J. Miller, Ed Skrein, Stefan Kapičić
Trailer

Deadpool ist ein spassiger Comicfilm, dessen dynamische Hauptfigur darüber hinwegrettet, dass die Story eigentlich nicht sehr interessant ist. Der Charakter ist in seinem Dauerlabermodus ganz gut getroffen und man merkt deutlich, wie sehr sich Ryan Reynolds die Seele aus dem Leib spielt. An beinahe jeder Ecke finden sich Anspielungen und Seitenhiebe zu Comics und Filmen und die Witze und Sprüche an sich sind herrlich derb und verschonen niemanden. Deadpool ist ein sympathisches Arschloch und auch die beiden X-Men Colossus und Emo-Explosionsgirl sind coole Figuren. Aber warum gibt man diesen im Grunde netten Figuren nicht irgendwas zu tun?

Deadpool

Kaum ein Superheld oder Supersöldner in diesem Fall, ist so beliebt wie Wade Wilson, schliesslich ist Deadpool mit seinem Meta-Humor und seinem Bewusstsein für das Medium in dem er sich bewegt einzigartig. Umso mehr erstaunt es, dass 20th Century Fox so lange gebraucht hat, um einen Film mit dem Söldner mit der grossen Klappe durchzuwinken. Mir hat Deadpool gefallen und es ist lange her, dass mich ein Blockbuster so sehr zum Lachen gebracht hat. Für den stark aufspielenden Ryan Reynolds dürfte Deadpool die Rolle seines Lebens sein. Man mag ihm den Erfolg nach seiner Bauchlandung mit „Green Lantern“ gönnen. Mit dem humorlosen Hünen Colossus hat Deadpool zudem den coolsten Sidekick im Superheldenuniversum. Doch warum bleibt Deadpool bei all dem Blut und Sprüchen trotzdem irgendwie so handzahm und knuddelig? Weder erreicht er je echte moralische Ambivalenz in comichafter Überhöhung, wie sie z.B. Lobo auszeichnet, der schonmal ganze Planeten auslöscht, noch wird er auf menschlicher Ebene so richtig greifbar.

Deadpool

Für einen Film, der sich auf die Fahne geschrieben hat, das Superheldenuniversum aufzumischen, ist Deadpool erschreckend konventionell gestrickt. Es ist, als ob sich die Macher nicht sicher gewesen wäre, ob das Publikum auf das Konzept anspricht. Nur so ist zu erklären, dass uns eine überlange Origin Story erklärt, warum Deadpool so ist, wie er ist. Doch statt Empathie weckt diese nach klassischem Schema gestrickte Einführung nur Langeweile – wie können wir mit einem Charakter mitfühlen, wenn sich die Macher in nahezu sämtlichen Szenen des Films über diesen mokieren? Was ist der Anreiz, diesem Charakter, der in jeder Szene als unberechenbarer Kindskopf und notorischer Eigenbrötler dargestellt wird, auch noch eine Liebesgeschichte anzudichten? Eine Love Story, die obendrein darin gipfelt, dass der Held seine Geliebte aus den Klauen des Bösewichtes retten muss? Wäre es doch um einiges interessanter gewesen, wenn Deadpool auf all diese Klischees geschissen und damit bewiesen hätte, dass er nicht nur auf dem Papier anders ist?

Deadpool

Was für den Film spricht ist aber die unübersehbare Leidenschaft der Macher, die diese Figur angemessen zum Leben erwecken wollten. Denn trotz der fehlenden Story, wirkt der Film nie, als wäre er am Reissbrett der Werbeabteilung entworfen wurden, wie die beiden grauenvollen Wolverine-Streifen oder alles was je zu Fantastic 4 gedreht wurde. Wie sehr Deadpool zu begeistern vermag, liegt wohl vor allem daran, wie originell man das Konzept empfindet und ob man mit der Figur warm wird und natürlich in wieweit eine Figur die etwas karikiert auf Strecke erträglich ist. Ich bin durchaus gespannt auf den zweiten Teil, hoffe aber, dass ihnen das nächste mal auch eine Geschichte einfällt, damit Deadpool sich nicht ausschliesslich auf seine Metaebene verlassen muss. Die funktioniert nämlich dann am Besten, wenn es auch eine Hauptebene gibt.

Kingsman: The Secret Service

Kingsman: The Secret Service

Holen Sie den König zurück zu Kingsman!

20152 h 09 min
Kurzinhalt

Harry Hart ist ein britischer Geheimagent der alten Schule – cool, charmant und abgebrüht. Er arbeitet für einen der geheimsten Nachrichtendienste überhaupt: die Kingsmen. die Agenten, die sich selbst als moderne Ritter verstehen, sind ständig auf der Suche nach neuen Rekruten. Harry wird auf den Straßenjungen Gary aufmerksam, der, wie er findet, einiges an Potenzial zeigt. allerdings liebäugelt dieser mit der Welt jenseits des Gesetzes und kennt keine Disziplin. Dennoch bewahrt ihn Harry vor dem Gefängnis und schleust ihn in das Rekrutierungsprogramm der Kingsmen ein. Dies ist das wohl härteste seiner Art und an vielen Stellen wirklich lebensgefährlich. Zu allem Überfluss bahnt sich noch während der Ausbildung eine weltweite Bedrohung an. Ein unglaublich gut organisiertes Verbrechersyndikat erscheint auf dem Plan und bedroht den internationalen Frieden und die Sicherheit. Gary muss sich nun beeilen, die Torturen der Ausbildung überstehen und, am aller Wichtigsten, erwachsen werden.

Metadaten
Titel Kingsman: The Secret Service
Original Titel Kingsman: The Secret Service
Regisseur Matthew Vaughn
Laufzeit 2 h 09 min
Starttermin 13 Januar 2015
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Gut
Bilder
Trailer

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Kingsman ist das willkommene Gegengift zum langweilig gewordenen James Bond. Weg von Rumgejammer und Midlife-Crisis, zurück zu Spass und überlebensgrosser Agenten-Action. Collin Firth ist der perfekte Gentleman-Spion und Taron Egerton macht sich überraschend gut, als Teenie der für den coolsten Geheimdienst der Welt rekrutiert wird.

Regisseur Matthew Vaughn hat seit „Kick Ass“ nochmal dazu gelernt und schafft es jetzt die hyperstylishen Gewaltszenen in einen runderen Kontext zu setzen. Man merkt ihm deutlich die Liebe zum Sixties Style, zu den ganzen Agenten der Gentleman-Ära an und dennoch wirkt der Film nicht wie ein Rückfall in die alte Zeit. „Kingsman“ ist nicht so albern wie „Austin Powers“ oder die „Spy Kids“-Filme, aber trotzdem in allem auf 11 gedreht. Der Style ist britischer als britisch, die Gadgets ebenfalls und der Oberschurke könnte karikierter kaum sein. Vaughn und sein Autor Mark Millar kennen ihre Vorbilder und haben dennoch einen diebischen Spass daran, sie umzukrempeln.

Samuel L. Jackson ist einerseits ein megalomanischer Blofeld-Verschnitt, aber durchaus ein vernünftig argumentierender Zeitgenosse, dessen böser Plan zumindest theoretisch sinnvoll erscheint. Und er karikiert seine diabolische Ausstrahlung durch Sprachfehler die Unfähigkeit Gewalt und Blut zu ertragen. Bei aller Übertreibung sind die Figuren immer noch so menschlich, dass sie nicht austauschbar und langweilig werden. In einer der besten Szenen des Films, reflektiert Vaughn sogar die eigene cinematische Glorifizierung von Gewalt, wenn Firth ein unbeschreibliches Massaker anrichtet, das alle Register der Gewaltpornographie zückt nur um den gehypten Kingsman und den Zuschauern danach die eigene Begeisterung vorzuführen, wenn allen Beteiligten klar wird, das unser Held gerade unschuldige Menschen abgeschlachtet hat.

Das bedeutet nicht, dass der Regisseur seine überzeichnete Gewalt nicht liebt, aber es zeigt das er sich zumindest der Problematik bewusst ist und sehr genau die Mechanismen kennt, mit denen er sein Publikum verführt. Trotz aller Metzelszenen meidet er stets die selbstgerechte, mobfütternde und unangenehme Aura die Selbstjustiz-Action-Filme wie Taken durchdringt. Dazu ist Kingsman dann einfach zu sehr in einem schwerelosen Comic-Universum verankert, in dem alles mit einer Prise Roger Moorschem Augenbrauen heben serviert wird. Als Popcorn-Kino ist Kingsman auf jeden Fall mit das Beste was es in diesem Bereich in den letzten Jahren zu sehen gab. Was optische Ideen, Eleganz und stimmungsvolle Musik angeht. Kein Meilenstein, aber ein rundherum unterhaltsamer, rasanter Beweis dafür, dass britische Agenten-Action auch heutzutage noch ihre Berechtigung hat.

Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

20152 h 15 min
Kurzinhalt

Rund dreissig Jahre nachdem die Rebellen mit der Hilfe der Macht den zweiten Todesstern zerstören und gegen das Imperium triumphiert konnten, ist Luke Skywalker (Mark Hamill) von der Bildfläche verschwunden. In der Zwischenzeit ist aus den Aschen des Imperiums die Erste Ordnung entstanden, welche vom Obersten Führer Snoke (Andy Serkis), einem dunklen Lord der Sith, angeführt wird. Während die Erste Ordnung in Luke Skywalker, dem letzten lebenden Jedi, eine Bedrohung sehen, ist er für den Widerstand die letzte Hoffnung. Also schickt Generalin Leia Organa (Carrie Fisher) ihren besten Piloten, Poe Dameron (Oscar Isaac), auf die Suche nach dem Verbleib des legendären Jedi-Ritters, doch auch die Erste Ordnung hat seine Sturmtruppen, unter der Führung des genauso ambitionierten wie gewissenlosen Sith Lords Kylo Ren (Adam Driver), damit beauftragt, Luke Skywalker zu finden und die Jedi ein für alle Mal auszulöschen. Doch niemand hat mit dem abtrünnigen Stormtrooper Finn (John Boyega) und der resoluten Rey (Daisy Ridley) gerechnet, die mit Hilfe eines alten Bekannten die finsteren Pläne der Ersten Ordnung durchkreuzen wollen.

Metadaten
Titel Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht
Original Titel Star Wars: Episode VII - The Force Awakens
Regisseur J.J. Abrams
Laufzeit 2 h 15 min
Starttermin 17 Dezember 2015
Detail
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Schauspieler
Mit: John Boyega, Daisy Ridley, Oscar Isaac, Adam Driver, Harrison Ford, Carrie Fisher, Mark Hamill,
Trailer

38 Jahre nach dem ersten Film der Saga, „Episode IV“, 10 Jahre nach „Episode III“ und 3 Jahre nach der Ankündigung eines neuen Teils, gefolgt von jeder Menge Hype und Aufregung und tonnenweise Gerüchten nun also endlich „The Force Awakens“ im Kino, in gross und bunt und laut. Der Film ist gut. Stellenweise sogar sehr gut, manchmal tatsächlich magisch. „The Force Awakens“ ist meilenweit von dem Desaster der Prequels entfernt und erinnert auf mehreren Ebenen an die Originaltrilogie. Und es könnte der erfolgreichste Film aller Zeiten werden, Analysten rechnen mit einem Einspielergebnis von bis zu 3 Mrd. US-Dollar.

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

Der Film fühlt sich haptisch an, die Lichtschwertkämpfe sind wuchtig und physisch. Adam Driver (Kylo Ren) erwähnt in einem Interview, die Lichtschwert-Attrappen seien tatsächlich „satisfyingly heavy“ gewesen, hätten auch bei den Dreharbeiten geleuchtet und das sieht man, wenn etwa der Schein der Lichtschwerter in den Gesichtern reflektiert oder auf dem Boden schimmert. Die neuen Lichtschwerter sehen überhaupt grossartig aus, das Plasma wabert aus schweren Metalgriffen und mit behutsam erneuerten SoundFX wirken die Waffen sehr viel gleissender und bedrohlicher, als in allen vorangegangenen Star Wars Filmen. Die Kämpfe im Weltraum und die Verfolgungsjagten mit dem Falken sind extrem mitreissend und wirklich hervorragend getimed, trotzdem nimmt sich der Film ab und zu die Zeit für beinahe schwelgerische und langsame Shots über die Dünen auf Jakku, die natürlich an die Doppelsonnenuntergänge auf Tattooine erinnern.

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

Tatsächlich ist „Das Erwachen der Macht“ voll mit Reverenzen an die alte Star Wars-Trilogie. Ganze Dialogzeilen werden zitiert und Kameraeinstellungen übernommen. So bietet der Film oft einen liebevollen Fanservice, der sich in netten Gags, augenzwinkernden Anspielungen und Parallelen zum Plot von „A New Hope“ äussert. Hier geht der Film für meinen Geschmack ein ganzes Stück zu weit. Hier hätten sich die Drehbuchautoren (Lawrence Kasdan, J.J. Abrams, Michael Arndt) durchaus etwas mehr Eigenständigkeit erlauben können. Da war der Respekt vor dem Original und der Druck durch die immense Erwartungshaltung anscheinend schlichtweg zu gross, so dass Abrams hier dann doch lieber auf Nummer Sicher ging, was den Film leider recht vorhersagbar macht – wie eigentlich jedes Märchen.

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

Das Wiedersehen mit Han, Leia und Chewie treibt einem beinahe die Tränen in die Augen und bei all der Nostalgie ist es dann fast schon erstaunlich, wie sehr man bereits nach kurzer Zeit mit den neuen Charakteren mitfiebert und sie als eigenständige Figuren erlebt, die sich ihren eigenen Platz innerhalb der Star Wars-Mythologie erkämpfen. Von der arschtretenden Rey, dem schelmisch-zaudernden Finn bis zum neurotischen Villain Kylo – alle toll. Und BB-8 war ja nun bereits im Vorfeld der Fan-Favorite und dies völlig zurecht. Wer befürchtet hat, Disney habe aus Star Wars ein kunterbuntes Kinderabenteuer gemacht, so wie es einst George Lucas mit „Episode I“ versucht hatte, kann aufatmen: „Das Erwachen der Macht“ ist düster genug, um auch ältere Fans zu überzeugen. Doch auch der Humor kommt nicht zu kurz, im Gegenteil, der Film ist der vielleicht lustigste Teil der Star Wars-Saga, weil er sich selbst nie zu ernst nimmt. In der alten Trilogie war von dieser notwendigen Selbstironie immer etwas zu spüren, in den drei Sequel-Filmen nur sehr selten. Abrams hat erkannt, dass Star Wars auch lustig sein darf.

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

Der Film sieht toll aus, das Creature-Design ist hervorragend und es gibt einige Wiedersehen und wahrscheinlich entdeckt man bei weiteren Sichtungen noch sehr viel mehr Creatures aus den Vorgänger-Filmen. Die Effekte sind grossartig, das CGI an manchen Stellen aber zu glatt und neben den praktischen FX etwas deplatziert. Die Raumschiffe sind endlich wieder gebraucht und schmutzig. Die Macht wird in Force Awakens wieder ent-rationalisiert, sie wird erneut zum Mythos und in diesen eher ruhigen Momenten, wenn der Film sich in seiner eigenen Mystik gehen lässt, wird er beinahe traumhaft schön. Abrams lässt die galaktische Pseudo-Politik und Fake-Wissenschaft der Prequels völlig aussen vor, der Film konzentriert sich alleine auf die Konstellationen der Figuren, deren Implikationen und das Spektakel, das dann dabei herauskommt. Kein lästig-steif-bemühtes Erklärungskino mehr, sondern Märchen und Kaboom.

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

The Force Awakens ist sicherlich nicht perfekt, dazu ist er an ein paar (wenigen) Stellen doch zu plump erzählt, manche Charaktere sind leider verschwendet – auch wenn wir von ihnen in den zukünftigen Teilen sicher noch viel hören werden – und am Ende ist es eben dann doch „nur“ ein Blockbuster mit all den Oberflächlichkeiten, die ein solcher mit sich bringt. Aber es ist eben ein waschechter Star Wars-Blockbuster und zwar der erste gute seit 1983, der mir tatsächlich ein paar mal Gänsehaut verpasst hat und bei dem es mir ein wenig feucht um die Augenpartie wurde, ab und zu. Eine Verbeugung vor der Originaltrilogie, sowie auch Weichensteller für die Zukunft. Er schafft es, alte und neue Fan-Generationen zu vereinen. Die Macht ist stark in diesem hier. Danke, Mr. Abrams.

Savaged

Avenged

Sie nahmen ihren Körper - Jetzt holt sie ihre Seelen

20151 h 35 min
Kurzinhalt

Gequält, vergewaltigt und abgestochen wie ein Stück Vieh - das Leben der hübschen Zoe endet grausam. Brutale Rednecks haben sie überfallen und nachdem sie ihren Spaß mit ihr hatten, verscharren sie Zoe in der Wüste. Dort findet ein Schamane die junge Frau. Er spürt noch einen winzigen Funken Leben in dem zerschlagenen Körper und versucht, sie mit einem heiligen Ritual zurück zu holen. Aber mit Zoe erwacht der Geist eines sehr zornigen Apatschen in ihrem Körper. Der Krieger wurde einst von einem Vorfahren der Rednecks ermordet und brennt nun darauf, im Blut seiner Feinde zu baden. Das Mädchen und der Krieger verbreiten bald nackte Angst. Aber ihre Rache ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn Zoes Körper verwest schnell …

Metadaten
Titel Avenged
Original Titel Avenged
Regisseur Michael S. Ojeda
Laufzeit 1 h 35 min
Starttermin 6 März 2015
Website
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Bilder
Schauspieler
Mit: Amanda Adrienne, Rodney Rowland, Tom Ardavany, John Charles Meyer
Trailer

Auf dem Cover wird mit „I Spit on your Grave trifft auf The Crow“ geworben, was den Nagel ziemlich genau auf den Kopf trifft. Zwar wird der Teil der Qualen leiden/Vergewaltigung erdulden erfreulicherweise auf ein Minimum reduziert. Was aber nichts an der Verachtung für die Täter mindert, die ihre Aktionen beim Zuschauer auslösen. Eben, wie bei „I Spit on your Grave“ und auch der Vergleich mit dem untoten Krähenmann ist treffend, auch wenn dieser unter leicht abgewandelten Bedingungen seine Rache ausübt.

Regisseur und Autor Michael Ojeda nimmt hier gekonnt bekannte Versatzstücke und setzt sie zu einem individuellen Mix wieder zusammen. Schön spürbar und nur schwer mit Worten zu beschreiben ist das Grundgefühl, dass es sich hier nicht um eine lieblos heruntergekurbelte Auftragsarbeit handelt, sondern um ein echtes Herzensprojekt des Hauptverantwortlichen. Der „sepia-ähnliche“ Farbfilter, mit all den kühlen Gelb- und Grüntönen gemixt, die bewegte Kamera mit den zahlreichen Perspektiven-Wechsel und den dosiert eingesetzten Unschärfen, hier wird sehr bewusst darauf geachtet, dass die alptraumhafte Geschichte wie ein grausames Märchen daher kommt.

Absolut grossartig ist die mir völlig unbekannte Amanda Adrienne, die in den wenigen Szenen vor ihrem Martyrium diese gewisse Lebensfreude ausstrahlt, die ich nur von Menschen aus dem echten Leben kenne, die aus einem offensichtlichen Handicap (in diesem konkreten Fall Gehörlosigkeit und fast keine Sprache), eine Kraftquelle und Lebensfreude gewonnen haben, die ansteckend wirkt. Um so mehr schmerzt es dann, wenn sie leiden muss und ihr alles genommen wird. Ihr Look als Untote ist irgendwie engelsgleich von der Gestik her, in den ruhigen Momenten und dämonisch vom Aussehen her, bei ihren Racheaktionen. Subtil zu sein, war hier eindeutig keines der Ziele der Filmemacher und so sind die Schurken einfach nur bösartig, sadistisch und abgestumpft, ohne die geringsten Grautöne. Rassist, Hinterwäldler und Psychopath, eine Mischung, die zwar sehr gut zusammen passt, aber ziemlich gefährlich ist. Vor allem Rodney Rowland (Space 2063) als Anführer Trey hat sichtlich seine Freude daran, die unmenschlichen Verhaltensweisen seiner Familie hochleben zu lassen. Dafür darf er schliesslich sogar seine Kettensäge in den Kampf gegen Schwert und Tomahawk führen, auch nicht etwas, dass man alle Tage zu sehen bekommt.

Bei den CGI-Effekten sieht man zwar das geringe Budget, doch irgendwie schaffen es der Schnitt und die Farbgebung dann doch, dass sogar diese Szenen besser wegkommen, als es hätte sein können. Die Oldschool Gore-Effekte hingegen sind teilweise echt überzeugend, auf der anderen Seite manchmal den völligen Over the Top Aktionen angepasst. Seilziehen mit den eigenen Darmschlingen spielen? Kopf abhacken, Pfeil in den Hals, Herz heraus schneiden, der Indianer in Zoe leistet ganze Arbeit und macht ihre Rache zu einem blutigen und vor allem spassigen Spektakel für Genre-Fans. Insgesamt ein Film der sehr schön zeigt, dass Liebe zum Material nie schaden kann und der Regisseur hier wirklich sein Herz reingepackt hat. Die eigenwillige Inszenierung und die beiden tollen Hauptdarsteller trösten dann auch über die paar Szenen hinweg, in denen der Geister-Indianer erscheint und ein paar Waffen aus dem Boden schweben. Für mich waren diese Sequenzen noch in Ordnung, doch könnten sie dem einen oder anderen Zuschauer, durchaus auch unpassend vorkommen. Bin auf jeden Fall gespannt, was Ojeda und Adrienne in Zukunft für Projekte planen.

Sabotage

Sabotage

Die Jäger werden zu gejagten.

20141 h 50 min
Kurzinhalt

Der Drogenfahnder Breacher und seine Sondereinheit des DEA gehören zu den besten Drogenfahndern ihres Bezirks. Spezialisiert auf Kartells, haben sie schon vielen Drogennetzwerken das Handwerk gelegt. Auch bei ihrer neuesten Mission scheint alles glatt zu laufen. Doch als die riesige Summe Geld, die sie ihren Zielen abnehmen konnten, plötzlich verschwindet, geraten Breacher und seine Jungs in den engeren Kreis der Verdächtigen. Auch die Drogenbarone selbst haben noch eine Rechnung offen: Nach und nach verschwindet eines der Team-Mitglieder Breachers. Doch anstatt ihn selbst ins Zielvisier zu nehmen, wird seine Familie entführt und festgehalten. Während er sich bisher noch unter Kontrolle halten konnte, durstet es den Veteranen nach Rache und er macht sich mit einigen seiner Kollegen auf den Weg, seine Frau und sein Kind zu befreien.

Metadaten
Titel Sabotage
Original Titel Sabotage
Regisseur David Ayer
Laufzeit 1 h 50 min
Starttermin 28 März 2014
Website
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Nicht so schlecht
Trailer

Wie möchte man von seinen Fans in Erinnerung behalten werden? Die letzte Karrierephase ist zugleich ein Charaktertest: Siegt die Vernunft über das Ego? Und wie viel Selbstironie verträgt sich mit dem Image des Actionstars? Bei Arnold Schwarzenegger steht ein abschliessendes Urteil derzeit noch aus, ob das Altern in Würde seine letzte grosse Rolle werden wird. Einerseits ist es ja grundsympathisch, dass es ihn nach seinem Ausflug in die Politik noch einmal zurück zum Film gezogen hat (egal ob mit echtem Herzblut oder doch nur für das gesalzene Schmerzensgeld an seine Ex-Frau). Es irritiert allerdings, dass Schwarzenegger seine Karriere genau dort wieder aufnimmt, wo er sie knapp zehn Jahre zuvor mit Terminator 3 aussetzte.
Clint Eastwood hatte in Schwarzeneggers Alter mit „Erbarmungslos“ und „In the Line of Fire“ bereits sein seriöses Spätwerk eingeleitet. Und was die ironische Demontage seines eigenen Images angeht, ist Schwarzenegger 1993 mit „Last Action Hero“ schon weiter gewesen.

Die drei Filme seit Schwarzeneggers Amtszeit als Gouverneur (plus einem Cameo-Auftritt in Expendables 2) sind ganz in der Vergangenheit verhaftet, der jüngste, Sabotage, irgendwo zwischen Phantom Kommando und Predator aus seinen formativen Jahre als Actionstar. In denen hiessen Schwarzeneggers Figuren noch John Matrix oder Dutch. Diesmal heisst sie Breacher, „der Brecher“, und seine Kollegen haben so klingende Spitznamen wie Monster, Grinder und Pyro. Die einzige Frau in diesem Männerbund, gespielt von der zierlichen Mireille Enos, hört auf den schlichten Namen Lizzy, ist aber durchgeknallter als alle ihre stiernackigen und ganzkörpertätowierten Kollegen zusammen. Es gehört wohl zum Berufsethos professioneller Tough Guys, dass der Name wie eine Visitenkarte ausweisen muss, wie wenig Spass man in diesem Metier versteht. Es sei denn, es handelt sich um Witze über Männerfürze und Fäkalien, von denen es in Sabotage reichlich gibt.

Der Regisseur und Drehbuchautor David Ayer (Training Day, End of Watch) ist ein Experte für dreckige Polizeifilme. Er bringt durchaus die Erfahrung mit, um Schwarzenegger eine anständige Rolle zu schreiben. Doch der Respekt vor der Action-Ikone Arnie scheint in Hollywood hemmende Wirkung zu haben. Dem Debütanten Kim Jee-woon, dem Regisseur seines Comebacks „The Last Stand“, mochte man das noch durchgehen lassen. Aber auch Ayer setzt statt auf altersweise Selbstreflexion, die einem Actionstar in Schwarzeneggers Alter gut stünde, auf enthemmte Selbstparodie. Das ist nicht nur unter Schwarzeneggers Würde, es diskreditiert auch Ayers gelungenere Beiträge zum Genre des Polizeifilms. Dabei kann man dem Regisseur Ambitionen, dem neuesten Schwarzenegger-Vehikel eine eigene Handschrift zu verpassen, nicht absprechen. Die unruhige Handkamera, die im Verité-Copdrama End of Watch noch als erzählerisches Stilmittel fungierte, verleiht den Actionszenen in Sabotage physische Wucht.

Manchmal geht die Kamera allerdings durch. Dann blickt der Zuschauer vom Ende eines Waffenlaufs in das Gesicht des Schützen (eine Art invertierte Egoshooter-Perspektive) oder während einer Autoverfolgungsjagd von der Ladefläche eines Pick-up-Trucks auf die getönte Heckscheibe. Innerhalb eines ansonsten wenig innovationsfreudigen Formats wirken solche form-avantgardistischen Spielereien schon beinahe wie kreative Befreiungsschläge. Das gilt ebenso für die mit viel Liebe zum Detail ausgeschmückten Bilder von menschlichen Verstümmelungen. Einer der korrupten Cops wird mitsamt seinem Wohnmobil von einem Zug fein säuberlich über einen längeren Streckenabschnitt verteilt. Schwarzenegger darf später am Tatort Fähnchen in die dampfenden Überreste stecken. Ein anderer Kollege wird an die Decke genagelt, sodass aus seinem aufgeschlitzten Bauch die Eingeweide wie Girlanden in den Raum hängen.

Diese Ausflüge in das Genre des Torture-Porn verfolgen keine Programmatik. Sie sind nur Teil einer Matthew-Barney-artigen Strategie, dem Mythos eines Auslaufmodells ein paar letzte starke Bilder zu verpassen: knirschendes Metall, blutiges Gedärm, gerötete, poröse Haut, die sich papyrusähnlich über muskulöse Körperpartien spannt. Auch Arnold Schwarzenegger wird sich am Ende als Normalsterblicher erweisen. In Sabotage darf er jedoch, allen äusseren Umständen zum Trotz, noch einmal den ganz Starken spielen.

Terminator: Genisys

Terminator Genisys

2015Länge unbekannt
Kurzinhalt

Arnold Schwarzenegger wird als Terminator zurückkehren. Beim fünften Teil der Reihe handelt es sich um ein Reboot, welches außerdem den Anfang einer neuen Trilogie markiert: Im Gegensatz zur Handlung von „Terminator“ trifft hier Sarah Connor schon als Kind auf den T-800. Nachdem Sarahs Eltern von einem durch die Zeit gereisten Terminator ermordet wurden, nimmt sich der T-800 des 9-jährigen Mädchens an und zieht es groß. Dabei erklärt er Sarah, was in der Zukunft geschehen soll, doch sie wehrt sich entschieden gegen die Vorstellung, dass ihre Geschichte schon vorherbestimmt ist und trifft eine andere Wahl…

Metadaten
Titel Terminator Genisys
Original Titel Terminator Genisys
Regisseur Alan Taylor
Laufzeit Länge unbekannt
Starttermin 1 Juli 2015
Website
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung In Ordnung
Bilder
Schauspieler
Mit: Arnold Schwarzenegger, Emilia Clarke, Jason Clarke, Jai Courtney, J.K. Simmons, Dayo Okeniyi, Lee Byung-hun
Trailer

He is back! „Terminator: Genisys“ ist der fünfte Teil der Saga, in den Hauptrollen sind Schauspiel-Legende Arnold Schwarzenegger als Terminator T-800 und „Game of Thrones“-Star Emilia Clarke als Sarah Connor zu sehen. Was dürfen wir in diesem fünften Teil der Terminator-Reihe erwarten? Ist er besser als die Teile 3 und 4? Oder geht es gleich belanglos weiter mit den Fortsetzungen? Fragen über Fragen, welche wir euch nachfolgend versuchen zu beantworten.

Endlich ist Arnold Schwarzenegger wieder in seiner Paraderolle als Terminator zu sehen – er sollte das jedoch nicht wiederholen, denn die Art, wie er hier noch einmal die Augen zusammenkneift, weil er das an seinem Schauspieler-Idol Eastwood so liebt, ist derart nah am versöhnlichen Zwinkern, dass man darin nur ein schönes Abschiedsgeschenk der Rolle an den Darsteller sehen kann, das Schwarzenegger dankbar annehmen sollte: So gut, so liebenswert wie hier, als standhaft treuer Schrotthaufen, wird er wohl nie mehr aussehen. Im fünften Teil der Saga begibt sich Arnie alias T-800 erneut auf Zeitreise, um die Welt vor dem gefährlichen Maschinen-Imperium Skynet zu beschützen. Begleitet wird er dabei von der aus den ersten beiden Teilen bekannten Sarah Connor – dieses Mal gespielt von Emilia Clarke, die vielen wahrscheinlich als Daenerys Targaryen aus der HBO-Erfolgsserie „Game of Thrones“ bekannt sein dürfte. An der Seite von „Arnie“ sind auch Jason Clarke (John Connor) und Jay Courtney (Kyle Reese) unterwegs in abenteuerlicher Mission.

Für alle Fans von actionreichen und bildgewaltigen Kampfszenen und atemberaubenden Spezialeffekten ist dieser Film also sicherlich eine wahre Freude. Anders sieht es aber leider bei der Story des Films aus, denn über die fehlende Logik kann auch die schönste Action und der trockenste Arnie-Spruch nicht hinwegtäuschen. Ja, natürlich ist es schön, immer wieder kleine Easter Eggs und versteckte Hinweise auf die zurückliegenden Terminator-Filme zu entdecken, doch wenn einem am Ende des Filmes gefühlt hunderttausend Fragezeichen im Kopf herumschwirren, dann lief da irgendwas wohl falsch. Regisseur Alan Taylor selbst hatte unlängst in einem Interview zugegeben, dass das Skript zu „Terminator: Genisys“ nur Durchschnitt sei und dass dem Film schlicht und ergreifend die Logik fehle – doch sei ihm das, auf Gutdeutsch, offenbar ziemlich „wurscht“, wie er gegenüber „The Daily Beast“ zugab. So gebe es auf die zahlreichen Fragezeichen im Kopf der Zuschauer zwar in der Tat Antworten. Doch seien die nicht im Film enthalten, da sie – so der Meister – zum Genuss dieses Action-Blockbusters nicht relevant seien. Euhm ja,… Schade! Tröstlich ist hingegen, dass trotz der diversen Fragezeichen einer auf ganzer Linie überzeugt: Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger, dessen Revival mit immerhin 67 Jahren doch zu gefallen weiss. Man merkt, er hat immer noch riesig Spass an seiner Paraderolle, was sich vor allem in der unterhaltsamen Vater-Tochter-gleichen Beziehung mit Emilia Clarkes Sarah Connor zeigt.

„Terminator: Genisys“ ist kein Muss-man-gesehen-haben-Werk, aber wer schon die ersten vier Terminator-Filme mochte, dürfte hier zwei schöne Stunden verbringen. Dabei kommt der Film nicht an die ersten beiden Teil ran, die werden wahrscheinlich für immer unerreicht bleiben. Aber gegenüber Teil 3 und 4 hat T5 doch wieder zugelegt. Einige Dinge finde ich absolut unpassend, so zum Beispiel den Terminator als Paps zu bezeichnen, der Bösewicht gleicht in seinen Eigenschaften prinzipiell dem Terminator aus Teil 2, wenn auch dessen Genialität nicht erreicht wird. Die Geschichte um John Connor ist harter Tobak, das war so nicht zu erwarten.

Skin Trade

Skin Trade

Zwei Cops. Eine Mission. Keine Gnade.

20141 h 36 min
Kurzinhalt

Der harte New Yorker Polizist Nick (Dolph Lundgren) ist einem russischen Mob auf den Fersen, der im großen Stil Menschenhandel betreibt. Doch seine Nachforschungen bleiben nicht unbemerkt, was für seine Familie verheerende Folgen hat: Der brutale Gangsterboss Viktor Dragovic (Ron Perlman) ermordet auf entsetzliche Weise seine Frau und seine Tochter. Nick entkommt gerade so dem Tod, doch dieses Versäumnis wird den Gangstern noch teuer zu stehen kommen: Getrieben von Rache folgt er dem Anführer der Kriminellen bis nach Bangkok, wo er unerwartet Hilfe von dem einheimischen Cop Tony Vitayakui (Tony Jaa) bekommt. Zusammen wollen sie den Gangstern das Handwerk legen. Als es zum großen Showdown kommt, muss Nick entscheiden, wer Freund und Feind ist. Währenddessen wird der FBI-Agent Eddie Reed (Michael Jai White) auf Nick angesetzt.

Metadaten
Titel Skin Trade
Original Titel Skin Trade
Laufzeit 1 h 36 min
Starttermin 7 November 2014
Website
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Bilder
Schauspieler
Mit: Dolph Lundgren, Tony Jaa, Ron Perlman, Celina Jade, Michael Jai White, Peter Weller
Trailer

Als Dolph Lundgren 2007 einen Artikel über Menschenhandel gelesen hatte, begann der Schwede mit dem Schreiben des Drehbuchs zu einem in diesem Millieu angesiedelten Actionthriller. Lundgren beschäftigte sich mehr und mehr mit der Materie dieses hässlichen Verbrechens und suchte eine Organisation, welche sich der Opfer dessen annimmt. Er fand die in Los Angeles ansässige Institution CAST (The Coalition to Abolish Slavery & Trafficking) und begann Geld für diese zu sammeln. In dieser Zeit ging auch Skin Trade in Produktion und was dabei rausgekommen ist, könnt ihr hier lesen.

Skin Trade war lange im Entwicklungsprozess gefangen. Das Skript hatte Lundgren bereits 2010 fertig gestellt. Regie wollte er selbst führen und plante für sich nur eine kleine Nebenrolle ein. Diese Pläne änderte er 2013 und so übernahm er die Hauptrolle und der etwas in der Versenkung verschwundene Tony Jaa erhielt die zweite Hauptrolle, Regie führt der Thailänder Ekachai Uekrongtham. In Nebenrollen fungieren Ron Perlman, Michael Jai White, Peter Weller, Celina Jade und Cary-Hiroyuki Tagawa.

Die Story wirkt nicht sonderlich originell. Cops Familie wird ausgelöscht, dieser überlebt knapp und geht auf Rachefeldzug – haben wir schon in zig anderen Filmen gesehen. Jedoch gibt es diverse Punkte, die Skin Trade vom durchschnittlichen Actionbrei abheben: Die Crew benötigte über fünfzig Drehtage bis der Streifen im Kasten war. Gedreht wurde in Kanada und Thailand. Actionszenen wurden sorgfältig vorbereitet und entsprechend gefilmt. Dies sieht man speziell beim intensiven Kampf zwischen Dolph Lundgren und Tony Jaa, eine Szene, welche laut Lundgren ein bis zwei Monate Vorbereitung und Training benötigte. So liefert Lundgren eine absolut solide Leistung ab. Tony Jaa meldet sich wieder zurück und Ron Perlman ist böse wie eh und je. Die Castingabteilung hat sich wirklich eine Bestnote verdient.

Skin Trade ist unterhaltsames und hartes Actionkino mit ernstzunehmenden Hintergrund und wohl einer der besten Filme in Lundgrens Karriere.

Mad Max: Fury Road

Mad Max: Fury Road

Was für ein schöner Tag

2015Länge unbekannt
Kurzinhalt

An den äußersten Grenzen unseres Planeten, in einer trüben Wüstenlandschaft, wo die Menschheit verkommen und fast jeder bereit ist, für das Überlebensnotwendige bis an die Grenzen zu gehen, leben zwei Rebellen. Sie sind auf der Flucht und könnten der Schlüssel dazu sein, die zerfallene Ordnung wiederaufzurichten. Auf der einen Seite ist da Max ein Mann der Tat und weniger Worte, der nach dem Verlust seiner Frau und seines Kindes Seelenfrieden sucht. Auf der anderen Seite ist da Furiosa eine Frau der Tat, die glaubt, dass sie ihr Überleben sichern kann, wenn sie es aus der Wüste bis in die Heimat ihrer Kindheit schafft. Als Max gerade beschlossen hat, dass er alleine eigentlich besser dran ist, trifft er auf eine Gruppe in einem Kampfwagen, an dessen Steuer sich die elitäre Herrscherin befindet. Die Rebellen sind dem Warlord Immortan Joe entkommen, der ihnen nun nachstellt.

Metadaten
Titel Mad Max: Fury Road
Original Titel Mad Max: Fury Road
Regisseur George Miller
Laufzeit Länge unbekannt
Starttermin 15 Mai 2015
Website
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Meisterwerk
Schauspieler
Mit: Tom Hardy, Charlize Theron, Hugh Keays-Byrne, Nicholas Hoult, Josh Helman, Rosie Huntington-Whiteley,
Trailer

„Mad Max: Fury Road“ ist in Film, den man so schnell nicht vergisst! George Miller erzählt in diesem Film von einer dystopischen Welt, in der Wasser und Benzin knapp sind – und wer diese Ressourcen besitzt, der hat folglich die Oberhand. Als sich Imperator Furiosa gegen ihren Anführer Immortan Joe auflehnt, entbrennt ein Bandenkrieg, zwischen dessen Fronten sich Mad Max wiederfindet. So einfach diese Geschichte erzählt ist, so simpel ist sie auch gestrickt. Regisseur George Miller hat Wert darauf gelegt, so viel wie möglich mit echten Stunts zu arbeiten und das sieht man dem Film auch deutlich an. So kommt es zwischen Flammenwerfern, Explosionen und Schüssen zu harter physischer Action neben, auf und unter den kuriosesten Endzeitfahrzeugen. Das alles im Umfeld einer nicht minder verrückten Welt, sorgt für das nicht nur grösste, sondern auch beste Actionspektakel dieses Sommers. Mad Max is back!

Wer nun meint, dass „Mad Max: Fury Road“ deswegen lockere Unterhaltung biete, irrt gewaltig! Dieser in rostrot und stahlblau getauchte Fiebertraum ist alles andere als leichte Kost. Miller zaubert ein bombastisches und akribisch durchorchestriertes Actionfeuerwerk. Die Flucht quer durch die Wüste, zum dröhnenden Sound von E-Gitarren, lässt kaum Atempausen und wartet mit abgefahrenen Stunts auf. Untermalt wird das Ganze vom pumpenden Score des Holländers Tom Holkenborg aka Junkie XL, der nach „300: Rise of an Empire“ erneut eindrücklich beweist, dass er der Mann für opulenten Bombast ist. Am meisten fasziniert an diesem Film, dass der von Tom Hardy verkörperte Max gar nicht der eigentliche Held ist. Die von Charlize Theron brilliant gespielte Furiosa sowie eine Handvoll weiterer Frauen stehlen ihm locker die Show und treten mindestens soviele Ärsche wie Max, womit sie diesen Film wohl zum feministischsten Action-Streifen der letzten Monate machen. „Mad Max: Fury Road“ ist ein bildgewaltiger Trip in eine Welt der heulenden Motoren und durchgeknallten Gestalten. Der Action-Film des Jahres!