Pfad des Kriegers

Pfad des Kriegers

20182 h 41 min
Kurzinhalt

Europa, 8. Jahrhundert: Das großfriesische Reich wird von der fränkischen Armee angegriffen, die strategisch wichtige Handelssiedlung Dorestad wird eingenommen. Der friesische Königssohn Radbod, der die Stadt verteidigte, wird auf einem Floß gefesselt und seinem Schicksal auf hoher See überlassen. Allerdings überlebt Radbod den sicher geglaubten Tod und strandet an der Küste Dänemarks, wo er von einem Wikinger-Clan aufgenommen wird. Nach vielen Jahren kehrt er in seine Heimat zurück mit einem verwegenen Plan: Gemeinsam mit einer schlagkräftigen Wikinger-Truppe will der Freiheitskämpfer die Friesen einigen und eine alles entscheidende Schlacht gegen die fränkischen Besatzer anzetteln…

Metadaten
Titel Pfad des Kriegers
Original Titel RedBad
Regisseur Roel Reiné
Laufzeit 2 h 41 min
Starttermin 28 Juni 2018
Detail
Film-Details
Bewertung Schlecht
Trailer

Das bildgewaltige Action-Epos „Pfad des Kriegers“ von Regisseur Roel Reiné (Hard Target 2, Black Sails) entstand an Original-Schauplätzen in Belgien, Deutschland, Dänemark und Holland und erzählt die Geschichte des friesischen Freiheitskämpfers Radbod. Hier hatte man eine gute Geschichte, gute Schauspieler, ausreichend Komparsen, aufwändige Sets – und hat letzlich doch alle Chancen verschenkt.

Leider gelingt es Regisseur Roel Rein in sage und schreibe 154 Minuten nicht, den Zuschauer zu packen. Die Schlachtszenen sind bildgewaltig eingefangen und bieten furiose Actionszenen, doch die ruhigen Minuten – und von denen hat es viele, sind viel zu langfädig, zäh und aufgesetzt. Rein bemüht sich um pompöse Bilder, dafür ist das relative schmale Budget jedoch nicht ausreichend, für meinen Geschmack ist der Film auch ein wenig zu viel angelehnt und die Eigenständigkeit fehlt. Wenn nicht der grossartig Cast mit Soren Malling (Kommissar Wallander), Gijs Naber (Die Heineken Entführung) und „Breaking Bad“-Star Jonathan Banks den Film über Wasser halten würde, könnte man spätestens nach 10 Minuten wieder abstellen Das Movie ist zwar gut gemeint, aber doch recht schlecht ausgeführt. Da hilft es leider auch nicht, dass für die doch blutigen Schlachtszenen Hunderte von Statisten rekrutiert wurden.

Schildwall? Schlachtordnung? Taktik? Brauchen die Mannen um Radbod alles nicht! Stattdessen gibt es immer wieder wirres, völlig unrealistisches Massenkloppe. In der finalen Schlacht zum Beispiel hatte man viiiiiiel Zeit, um die Jungs mit den Strohballen oder den Typen mit dem Speer vom Pferd zu holen. Stattdessen wartet man und wartet und wartet und wartet und labert und labert und labert. Am Ende kommt dann noch pünktlich auf die letzte Minute Hilfe und eine der Damen musste ja dann doch noch unbedingt weg. Platter und umständlicher ging es ja wohl nicht. „Redbad“ wie der Film im Original heisst, sieht man die geringen Produktionskosten von rund 7 Millionen Euro überall an. Die Kämpfe verkommen zu einem pompösen, aber doch recht unterhaltsamen Drama von zwei Stunden und vierzig Minuten, das um – mindestens – eine Stunde hätte verkürzt werden sollen. Zudem gibt es historische Fehler, welche als solches nicht hätten im Film Platz finden dürfen und so ist das ambitionierte Werk von Roel Reiné höchstens etwas für Fans historischer Epen, welche sich auch nicht vor eine fast 3 stündigen Laufzeit abschrecken lassen. Fans von Vikings sollten die Finger davon lassen…

Das Zeiträtsel

Das Zeiträtsel

20181 h 49 min
Kurzinhalt

Meg will einfach nur ein ganz normaler Teenager sein, doch weil die Tochter des berühmten Wissenschaftler-Paares Kate und Alex Murry genau wie ihr Bruder Charles hochintelligent ist, wird sie in der Schule immer anders behandelt – erst recht, als ihr Vater plötzlich verschwindet. Zunächst fühlt sich Meg der Situation machtlos ausgeliefert, doch dann entdeckt sie, dass das neueste Forschungsprojekt ihrer Eltern etwas mit dem Verschwinden ihres Vaters zu tun haben könnte und geht dem Rätsel gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder und dem Nachbarsjungen Calvin auf den Grund. Bei ihrer gefährlichen Expedition, die sie durch Raum und Zeit führt, erhalten sie Hilfe von drei mysteriösen Wesen: Mrs. Soundso, Mrs. Wer und Mrs. Welche

Metadaten
Titel Das Zeiträtsel
Original Titel A Wrinkle in Time
Regisseur Ava DuVernay
Laufzeit 1 h 49 min
Starttermin 8 März 2018
Detail
Film-Details
Bewertung Müll
Schauspieler
Mit: Storm Reid, Deric McCabe, Levi Miller, Reese Witherspoon, Mindy Kaling, Oprah Winfrey, Gugu Mbatha-Raw, Chris Pine, Zach Galifianakis
Trailer

Jede Generation hat die „Unendliche Geschichte“, die sie verdient. „Das Zeiträtsel“ ist eine bonbonbunte Effektorgie mit anstrengenden Figuren und billigen Glückskeks-Lebensweisheiten. Angestrengt wird hier versucht, eine disneytaugliche Lebensweisheit der Marke „Glaub an Dich selbst, dann kannst Du alles erreichen!“ an die nächste zu reihen – und dies dermassen penetrant, dass es mit der Zeit so richtig nervt. Alles wirkt konstruiert und ohne Seele. Das einzige was mir von dem Film in Erinnerung bleiben wird, ist der im Minutentakt gerufene Name des Adoptivbruders: Charles Wallace!

Ein guter Wille macht noch keinen guten Film. Dieser Flop aus dem Maus-Haus ist ein nach Magie strebendes Fantasykino ohne Filmmagie und Rätsel. In faden CGI-Wolken der Familienfreundlichkeit schwebend, ohne erzählerischen Groove und arg platt mit den Themen Tod und Verlust umgehend, ersäuft Ava DuVernays Adaption eines Kinderbuchklassikers in matschige Selbstbejahung, die zu keinem Zeitpunkt sich emotional authentisch anfühlt. Plump-kitschig, mit marktorientierter Diversität geglättet, predigt der Streifen seine Weltverbesserungs-Glückskeks-Botschaften. Die Handlung ist ganz, ganz weit vom Buch von Madeleine L’Engle entfernt. Klar sind Buchverfilmungen meist eine Enttäuschung, aber bei „Das Zeiträtsel“ kommt so rein nichts rüber. Weit über 100 Mio $ Budget für ein Drehbuch, das Disney schon gut und gerne 50 mal als Zeichentrick-, Animations- oder Marvelfilm verfilmt hat. Die Moral von der Geschicht‘ mag gut gemeint sein, aber dass Hass mit Liebe besiegt werden kann, ist dann letztlich doch ein wenig dünn, wenn man zuvor derart bedeutungsschwanger mit diversen Scheinmetaphern daherkommt.

Die prominenten und ambitionierten Darsteller wie Chris Pine, Reese Witherspoon, Michael Peña, Oprah Winfrey, Zach Galifianakis und Gugu Mbatha-Raw werden eigentlich kaum gefordert. Anscheinend hat man nur ihre Namen zur Vermarktung gebraucht. Die afroamerikanische Regisseurin Ava DuVernay hat bislang zumeist betont afroamerikanisch-politische Werke. In „Selma“ erzählte sie von Martin Luther King sowie einer entscheidenden Phase der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, während die Regisseurin in der Netflix-Dokumentation „Der 13.“ die Geschichte von Sklaverei und Rassismus in Amerika von den historischen Anfängen aus aufrollte und einen Bogen bis hin zur Gegenwart spannte. Ungewöhnlich schien daher der nächste Schritt, für den eine Filmemacherin wie DuVernay, die sich vor allem in der Wahl ihrer Motive eine so klare Handschrift erarbeitete, von Disney ein gewaltiges Budget von 100 Millionen Dollar erhielt und einen familienfreundlichen Fantasy-Film drehen sollte.

Entstanden ist ein Film, der gerade erzählerisch von einigen Holprigkeiten geprägt ist und für den sich die Drehbuchautoren Catherine Hand und Jim Whitaker scheinbar nicht so richtig entscheiden konnten, an welche Zielgruppe die Geschichte letztendlich gerichtet sein sollte. Im Gegensatz zu Dr. Alex Murrys anfänglicher Aussage ist die Liebe zu dem Stoff, mit dem DuVernay ihre buchstäblich überdimensionierte Romanverfilmung aufgeladen hat, aber unentwegt sichtbar. „Das Zeiträtsel“ führt den Zuschauer gemeinsam mit den Figuren in fremde Welten, welche beeindruckende Schauwerte, ungeahnte Möglichkeiten, bei denen die Grenzen der Physik ausser Kraft gesetzt sind, und düstere Gefahren beherbergen. Dabei findet die recht überstürzt voranpreschende Geschichte, in der die Tonalität regelmässig zwischen kindgerechter Seichtigkeit, geradezu drogentripartigen Visualisierungen und dramatischer Ernsthaftigkeit pendelt, aber immer wieder zu ihrem ungemein intimen Kern zurück. „Das Zeiträtsel“ bleibt allen phantastischen Elementen zum Trotz eine familiäre, fast schon kleine Geschichte im denkbar grossen Rahmen.

Selten so einen schicken, aber leider aufgeblasenen und unspannenden leeren Film gesehen, der im Finale dann auch noch dreimal kurz hintereinander so gewollt auf die Tränendrüse drückt, aber das Gesehene fast keine Emotionen weckt. „Das Zeiträtsel“, der im Original den wesentlich schöneren Titel „A Wrinkle in Time“ trägt, dürfte bei kitschresistenten Zuschauern kaum einen Zugang finden und stattdessen als esoterisches Heile-Welt-Debakel dastehen. Ein extrem unausgegorenes Drehbuch, immer wieder äusserst künstlich wirkende Bilder und eine langweilige, sich über 109 Minuten schleppende Handlung sorgen dafür, dass einen das Geschehen auf der Leinwand nach spätestens 30 Minuten vollkommen kalt lässt. Immer wieder sieht man auf der Leinwand die Gesichter staunender Menschen, aber wenn dann der Schnitt hin zu dem kommt, worüber da gerade gestaunt wird, ist es für den Zuschauer in den meisten Fällen einfach nur eine ziemliche Enttäuschung. „Das Zeiträtsel“ schmeckt wie eine verkochte und mit Wasser verdünnte Suppe vom Vortag, die in einer schönen Schüssel serviert wird, da helfen auch die handverlesenen Zutaten nicht mehr viel. „Das Zeiträtsel“ ist ganz einfach todlangweilig und schlecht – und damit eine der ganz grossen Enttäuschungen dieses Kinojahres. Hollywood lässt sich von dem eingeschlagenen Kurs übrigens durch diesen einmaligen Rückschlag nicht abhalten, Ava DuVernay wurde von Warner Bros. als Regisseurin für den DC-Comic-Blockbuster „The New Gods“ engagiert – und da dürfte das Budget kaum geringer, sondern wohl eher sogar noch höher ausfallen.

Humans – Sie haben überlebt

Humans

Sie haben überlebt

20091 h 27 min
Kurzinhalt

Der französische Anthropologieprofessor Schneider begibt sich mit seinen beiden engsten Mitarbeitern in die Schweiz, um in einem abgelegenen Hochtal den Spuren einer frühzeitlichen Neandertalersiedlung nachzuspüren. Vor Ort kommt den Wissenschaftlern eine französische Urlauberfamilie in die Quere, und auch eine schwelende Beziehungskrise stört die Konzentration auf die Arbeit. Dann jedoch macht man mitten in der Wildnis die Entdeckung, dass die Neandertaler vielleicht so ausgestorben noch nicht sind, und plötzlich ist alles andere nicht mehr so wichtig.

Metadaten
Titel Humans
Original Titel Humains
Regisseur Jacques-Olivier Molon, Pierre-Olivier Thevenin
Laufzeit 1 h 27 min
Starttermin 22 April 2009
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Bilder
Trailer

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„Humans“ ist ein Backwood-Slasher aus Frankreich. Die Story ist an sich ganz gut, die Umsetzung ist leider aber nur mittelmässig gelungen. Die Location ist das Highlight in diesem Film. „Humains“ (wie der Film im Original heisst) ist sowas wie der kleine, zurückgebliebene Bruder von „The Hills Have Eyes“, der sich ins Schweizer Bergland zurückgezogen hat.

Mit dem Zug ins Lötschental? Ok, geschenkt. Nicht gut recherchiert, kann passieren. Was als Wissenschafts-/Abenteuerfilm in schöner Kulisse beginnt, endet leider etwas zu simpel in den üblichen Backwood-Klischees. Dass die beiden Regisseure vorher z. B. für die Effekte in „Inside“ verantwortlich waren, merkt man ihrem Debut leider nicht durchwegs an, der schrecklich animierte CGI-Autounfall im ersten Viertel des Films verleitet frühzeitig dazu, den Film nicht zu Ende zu schauen. Doch die düstere Atmosphäre und die aufgebaute Spannung lassen den Horror-Fan dies mit wohlwollen zu übersehen, sind wir doch von Trash-Movies durchaus schlimmeres gewohnt.

Das sozialkritische Thema hat ne Menge Wahrheitsgehalt, doch leider wird das Potenzial alles andere als ausgeschöpft und das Ende in den Sand gesetzt. Trotz zweier bekannter Gesichter (Dominique Pinon und Philippe Nahon) leidet „Humains“ vorallem in der zweiten Hälfte an Ideenlosigkeit und sorgt im direkten Vergleich zu anderen französischen Köstlichkeiten für einen eher billigen Abgang. Es gibt mittlerweile so viele Backwood-Slasher und dieser ist keiner, der besonders heraussticht, sondern vielmehr in der Masse untergeht. Wer auf dieses Genre steht und mit nicht allzu hohen Erwartungen an den Film rangeht, wird aber sicherlich gut unterhalten.

„Humans – Sie haben überlebt“ wirkt aber nicht billig. Doch leider fehlt es an Glaubwürdigkeit, da stirbt jemand und keinen scheint es wirklich grossartig zu interessieren, nicht mal wenn dieser ein enges Familienmitglied ist. Wer hier stirbt oder am Ende überlebt ist auch uns als Zuseher egal, die Charaktere sind schlecht in Szene gesetzt worden, einigen wünscht man fast den Filmtod da sie einem gehörig auf den Zeiger gehen. Die zufällig zusammengewürfelten Leute sind zwar recht schlecht charakterisiert, aber bildlich scheint, ausser dem genannten Autounfall, alles in Ordnung. Horrorfilme über mutierte Hinterwäldler sind keine Domäne mehr der an Wildnis noch so reichen USA, sondern können selbst in einer scheinbar mit Skiliften bis in den hintersten Winkeln zugetackerten Nation wie der Schweiz stattfinden. Routinierte Horrorschnitzeljagd mit hübscher Optik und mässigen Darstellern, die nicht annähernd an Filme wie „The Descent“ oder „The Hills Have Eyes“ herankommt und doch für Genre-Fans durchaus gute Unterhaltung bietet.

Star Wars: Die letzten Jedi

Star Wars: Die letzten Jedi

20172 h 32 min
Kurzinhalt

Rey, mit den Erfahrungen ihres ersten großen Abenteuers in den Knochen, geht bei Luke Skywalker auf dem Inselplaneten Ahch-To in die Lehre. Luke ist der letzte Jedi, der letzte Vertreter des Ordens, auf dem die Hoffnung ruht, dass Frieden in der Galaxis einkehrt. Doch die Schergen der Ersten Ordnung lassen Meister und Schülerin in der Insel-Idylle nicht lange in Ruhe. Und einer von Lukes ehemaligen Schützlingen, Kylo Ren, hat die finstere Mission noch längst nicht beendet, die ihm Snoke auftrug…

Metadaten
Titel Star Wars: Die letzten Jedi
Original Titel Star Wars: The Last Jedi
Regisseur Rian Johnson
Laufzeit 2 h 32 min
Starttermin 13 Dezember 2017
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Schauspieler
Mit: Daisy Ridley, John Boyega, Adam Driver, Carrie Fisher, Mark Hamill, Laura Dern, Oscar Isaac, Kelly Marie Tran
Trailer

Der Film erzählt seine Story in cleverem Arrangement und bietet dabei in seinen über 150 Minuten viele beeindruckende Schlachten. Auch das Finale liefert den wahrscheinlich unfairsten Standoff der Saga mit epischen Bildern, wie man sie so in einem Star Wars-Film noch nicht sehen durfte. Doch die Begeisterung der anderen will sich bei mir nicht so recht einstellen.

„The Last Jedi“ ist unstimmig und das liegt auch an der von Rian Johnson bei frühen Teamsitzungen verkündeten Idee, „Lebenswelten zu zeigen, die es im Star-Wars-Universum noch nicht gab“. Neu ist meist gut, aber der Regisseur zeigt neue Dinge, die nicht zum „Krieg der Sterne“ passen. Er präsentiert eine Stadt der obszönen Superreichen, mit Männern und Frauen und Ausserirdischen in Gala-Kleidung, ein Monaco im All, samt Rennbahn, Casino, verweichlichter Cantina-Band-Musik, einem Jean-Dujardin-Lookalike und Soldaten, gekleidet wie Feuerwehrleute. Es sieht alles aus wie eine Werbung für Städteurlaube, Taschenuhren, Parfum und Autos, wie die ersten 20 Seiten der „Vogue“. Der Film gibt den Charakteren genug Raum und nimmt sich Zeit auch für Nebenfiguren, während die Porgs dankenswerterweise Non-Character bleiben und mal als halbes Hähnchen, mal als Fliehkraft-Fellflummi einen exakt lokalisierbaren, visuellen Cute-Fun-Punkt erzeugen und genau deshalb funktionieren, natürlich auch als Toy.

Die Höhepunkte des Films ist das erneute Aufeinandertreffen von Rey und Kylo, ihre Macht-Spielchen, die Entwicklung von Kylo zum ernstzunehmenden Bösewicht, General Hux als Comedic-Relief from the dark side, die CGI-Fresse von Snoke und die Duelle im Thronsaal mit seinen galaktischen Red-Plastic-Ninjas und auch Reys Training liefert, wenn schon nicht dagobahsche Fremdartigkeit, so doch immerhin ausreichend Mythos und Rätsel. Wo „The Force Awakens“ vor zwei Jahren nun vor allem ein Remix von „A New Hope“ darstellte, ist „The Last Jedi“ eine invertierte Version von „Empire strikes back“ und auch sonst erstarrt der Film beinahe an seiner Formelhaftigkeit. Auf jedem Planeten existieren Cute Beasts, auf jedem Planeten ein Rennen, ein bisschen Kapitalismus-Kritik an Waffenhandel und den 1% im Montecarlo der Galaxis und jede Sequenz bietet mindestens einen Gag, was „The Last Jedi“ wohl auch zum lustigsten aller Star Wars-Filme macht und das meine ich nicht als Kompliment.

Glücklicherweise erreicht man an keiner Stelle einen Jar Jar-Level, nicht einmal mit bügelnden Robotern. Noch dazu gibt es mehrere Stellen im Script, die mich aus dem Film herausnehmen, ein paar Creature-Designs finde ich eher so mittel und der Film führt gleich mehrere neue Force-Kräfte ein, die zumindest diskussionswürdig sind. Auch wirkte der Film optisch oft wie ein metaphorischer „Tunnel“, die Kamera zeigt jede Menge Spaceship-Ports und Tore, der Blick immer auf das Äussere gerichtet – auf das Ziel der Flucht. Auch das zerstörerischste Bild der Saga lässt sich in diesem Bild interpretieren und auch die tatsächlich nur minimale Fortbewegung im Raum während des gesamten Films lässt sich als Blockade lesen, durch die sich die Resistance „durchgraben“ muss, um am Ende die helle Seite der Macht am Ende des „Tunnels“ zu sehen, oder wie es der Film formuliert: „If you only believe in Light when you see it, you never make it through the night“. Durchaus ein clever geschriebener Hinweis auf die Funktion von „The Last Jedi“ als mittlerer Film einer Trilogie. Für mich ein guter bis stellenweise sehr guter Star Wars-Film, der in Epik und FX, Narration und Actionsequenzen in der Saga Massstäbe setzt – und ob seiner sichtbaren Innovationsformel trotzdem nicht so richtig überzeugen kann.

Es (2017)

Es

Wovor hast du Angst?

2017
Kurzinhalt

Die Freunde Stanley Uris, Richie Tozier, Mike Hanlon, Bill Denbrough Beverly Marsh, Eddie Kaspbrak und Ben Hanscom leben in einer Stadt namens Derry, in der immer wieder Menschen verschwinden – sowohl Erwachsene als auch vor allem Minderjährige. Schließlich erfahren die Kinder, die sich selbst auch den „Klub der Verlierer“ nennen, von einer interdimensionalen Kreatur, die Jagd auf Menschen macht und sich in die schlimmsten Alpträume ihrer Opfer verwandeln kann. Meistens tritt das Biest jedoch in Form des sadistischen Clowns Pennywise auf. Die Kinder schwören die Kreatur zu vernichten und kehren als Erwachsene in ihre Heimatstadt zurück, in der Pennywise erneut aufgetaucht ist.

Metadaten
Titel Es
Original Titel It
Regisseur Andy Muschietti
Laufzeit
Starttermin 5 September 2017
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Trailer

Wenn der Horrormeister Stephen King persönlich zugibt, dass er in einem Film Angst verspürte, der auf einem seiner eigenen Romane basiert, dann lässt das nicht nur uns aufhorchen. Dass die Neuverfilmung von „Es“ gruselig geworden ist, ging durch alle Medien und ich muss zugeben, das die Neuverfilmung um ein vielfaches besser ist als das Original, dass mich grösstenteils nur gelangweilt hat. Ein sehr gelungenes Remake, dass die Stimmung des Buches gut einfängt. So muss eine Buchverfilmung aussehen.

Wer einen reinen Horrorfilm erwartet ist definitiv falsch, der ist generell bei Stephen King falsch, denn dieser Film ist kein blutiger Horrorschocker, wie es in Medienberichten ständig behauptet wird, sondern genau wie im Buch ist es hauptsächlich eine Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt. Der gesamte Look des Films wirkt wie aus den 80ern. Die Musik, die Kamera und die Effekte sind absichtlich etwas auf alt getrimmt. Den Losersclub schliesst man, ebenfalls genau wie im Buch, sofort ins Herz. Es gibt interessante Horror Elemente, wirklich lustige Passagen der derberen Art und Drama. Die jungen Schauspieler machen ihre Sache wirklich gut, es macht richtig Spass ihnen zuzusehen und Bill Skarsgard als Pennywise ist eine Wucht. Er lässt dem Wahnsinn Raum zum entfalten und unterzeichnet dies mit einer Mimik, die absolut grandios ist. Doch sollte man nicht den Fehler begehen, ihn mit Tim Curry vergleichen zu wollen. Beide spielen den Clown auf Ihre eigene Art und in meinen Augen wissen beide zu überzeugen. Bei Skarsgard sehe ich für den zweiten Teil sogar noch potenzial nach oben, wenn sich der zweite Teil mehr im düsteren Erwachsenen und Horror Bereich positioniert. Das schwedische Fotomodell Skarsgård, kurzfristig für Will Poulter (The Revenant, The Maze Runner) eingesprungen, dominiert mit seiner verspielt sadistischen Art den Film nach Belieben.

Nachdem Cary Fukunaga (True Detective) aufgrund Terminüberschneidungen den Stuhl räumen musste, kam mit dem argentinischen Filmregisseur Andy Muschietti (bürgerlicher Name Andrés Muschietti) einen Drahtzieher, welcher bisher nur einen einzigen Langspielfilm realisierte. Man darf dem Filmstudios auch feines Gespür attestieren, denn wer bei Muschiettis Filmdebüt genau hinschaut, erkennt darin das perfekte Bewerbungsschreiben für „It“. Bereits beim spanisch sprachigen „Mama“ spielte der Argentinier gekonnt auf der übernatürlichen Klaviatur, ohne dabei ins generische Horror-Geplänkel abzudriften. Kommt hinzu, dass Muschietti eine Horde talentierter Filmemacher zur Seite gestellt wurde. Besonders hervorzuheben sind Benjamin Wallfisch, der Golden Globe and Emmy nominierte Komponist, welcher „It“ abwechselnd in melancholische, verstörende, brutal abgefuckte oder wenn nötig auch mal optimistische Klangfarben taucht oder der für die Cinematography verantwortliche Koreaner Chung-hoon Chung. Chung ist sowas wie der Hauscinematograph Chan-wook Parks (Oldboy, Thrist, Stoker) und wer die Filme Parks kennt weiss, was für cineastische Leckerbissen hier ins Auge getröpfelt werden. Das R-Rating hätte für meinen Geschmack noch mehr ausgekostet werden dürfen. Ein paar abgetrennt Gliedmassen und Blutfontänen müssen hier reichen, um den Blutdurst von Gore-Hounds zu befriedigen. Dafür sind die Special Effects brilliant. Ein paar Szenen werden sich mit Sicherheit auf Lebzeiten in dein Gedächtnis einbrennen…

Der Losers-Club, bestehend aus jedem erdenkliche Klischées eines Coming-Out-Of-Age-Filmes, der Dicke, der Nerd, der Schwarze, das Mädchen, der Stotterer, der Hypochonder, verleiht dem Film etwas, was in einem Horror-Film leider selten vorhanden ist: Herz. Wie schon bei Stephen Kings „Stand By Me“, schöpft „It“ die Kraft des Films aus der Gruppendynamik der Losers. Wie sie gemeinsam oder in der Gruppe ihre eigenen, realen und fiktiven Dämonen gegenüber treten, ist auch ohne dem nach Blut und Angst geifernden Pennywise fesselnd. Wenn ich mich richtig erinnere, ernährt sich der von Tim Curry dargestellte Pennywise in erster Linie von der Angst, die die Kinder vor ihm empfinden. In der neuen Version profitiert der Clown aber auch – und besonders – von der Angst, die aus dem gesellschaftlichen Umfeld der Kinder und Jugendlichen generiert wird. Resultierend aus sozialer Ausgrenzung wegen (vermeintlicher) Nonkonformität, familiärem Druck, der hier teils exzessive Züge annimmt und immer wieder befeuert durch den allgegenwärtigen Pedobear, lässt sich Pennywise hier auch durchaus als Manifestation sozialer Phobien und eines gesellschaftlich tolerierten Grauens begreifen. Auf dieser Ebene ist die neue Verfilmung deutlich wirkungsvoller, gruseliger und grimmiger als auf der plakativen Oberfläche. Die Laufzeit von 135 Minuten geht runter wie Butter, trotzdem schafft es „It“ gegen den Schluss hin nicht, die Spannung aufrecht zu erhalten und driftet in den letzten 20 Minuten immer mehr in Richtung Deja-Vu-Horror. Auch die immer gleichen Jump-Scares ermüden mit der Zeit und lassen Pennywise gegen Ende recht lächerlich erscheinen. Schade. Trotzdem ist „It“ ein Highlight des Kinojahres – und des Horror-Genres.

„It“ ist stellt seinen Vorgänger locker in den Schatten. Ein brillanter Pennywise, sattelfeste Filmemacher und ein durchs Band weg sympathischer Cast heben den Film locker in die Top 5 aller Stephen-King-Verfilmungen. Und eins sollte man bedenken: ES hat mit diesem Teil gerade mal angefangen und ist bei der Hälfte angekommen, kein Film feuert all sein Pulver in der ersten Hälfte ab. Andrés Muschietti hat hier gute Arbeit geleistet, der angekündigte Directors Cut wird uns ca. 15 Minuten mehr an Film bescheren und Teil 2 im Jahr 2019 wird die Geschichte zu Ende erzählen. Das wir dabei sicher mehr Horror und Grusel zu sehen bekommen, daran zweifle ich nicht. Im Grossen und Ganzen ist „Es“ in meinen Augen kein perfekter, aber doch sehr unterhaltsamer Film. Wenn man über einige Probleme hinwegschauen kann, wird man seine Freude mit dem Film haben. Ich hatte bei dem Film bis zum Ende das Gefühl, eine Zeitreise gemacht zu haben, es war wie ein Nostalgietrip, der mich erinnerte, wer ich war und wer ich jetzt bin. Auch wenn ich offen für eine Fortsetzung bin, werden mir die jungen Schauspieler fehlen. Ein Film bei dem man sich gruselt, lachen kann und vielleicht auch zum Nachdenken anregt. Sich den Film anzuschauen um sich ein eigenes Bild zu machen lohnt auf jeden Fall – dabei sollte man die TV Adaption von damals aber ausser acht lassen…

Die Mumie

Die Mumie

20171 h 51 min
Kurzinhalt

Vor 2.000 Jahren wurde Ahmanet tief unter der Erde weggesperrt – aus gutem Grund! Denn wie Expertin Jenny Halsey aus Hieroglyphen entziffert, war Ahmanet als Anwärterin auf den Königsthron zu machtgierig und böse. Durch Mumifizierung und eine meterdicke Sandschicht sollte die Welt vor der Macht der Geschassten geschützt werden, doch nun ist die Mumie erwacht. Ahmanet bahnt sich den Weg aus ihrem düsteren Grab hinein in unsere Gegenwart, in der es am Abenteurer Nick Morton ist, Unheil von der gesamten Menschheit fernzuhalten. Die Tipps von Dr. Henry Jekyll im Ohr nimmt Nick den Kampf auf. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich in der Mumie unermessliche Wut und Bosheit angestaut – jetzt hat sie Durst nach Rache…

Metadaten
Titel Die Mumie
Original Titel The Mummy
Regisseur Alex Kurtzman
Laufzeit 1 h 51 min
Starttermin 6 Juni 2017
Detail
Film-Details
Bewertung Müll
Schauspieler
Mit: Tom Cruise, Russell Crowe, Annabelle Wallis, Sofia Boutella, Jake Johnson, Courtney B. Vance
Trailer

Ein Tom Cruise macht noch lange keinen guten Film. Die Neuauflage des Klassikers wirkt farblos, die Story selbst ist zu Beginn stark an den Klassiker angelehnt, wodurch man noch einiges an Hoffnung hegt. Leider sind aber auch schon zu diesem Zeitpunkt die Dialoge so platt wie eine Flunder. Die Schauspieler sind durchweg mies, egal ob es dabei die bezaubernde Blondine, der angeblich lustige Begleiter, der Wissenschaftler oder Tom selbst ist, lediglich die Mumie wird gut gemimt. Doch wie die Story sich weiter im Film entwickelt kann sie auch nicht verhindern. So wird spätestens ab Mitte des Films die Story zu einem Abklatsch allen Mumien-Verfilmungen gleichzeitig.

Ähnlich wie Marvel will Universal mit seinem „Dark Universe“ ein eigenes Filmuniversum erschaffen. Dies auf Basis ihrer grossen, alten Horrorklassiker (Frankenstein, Dracula, Die Mumie usw). Den Auftakt bildet nun „The Mummy“ mit Tom Cruise, doch leider verfehlt der Film sein Ziel und wirkt gleich auf mehreren Ebenen unausgegoren und nicht wie aus einem Guss. Während die letzte Neuauflage – „The Mummy“ mit Brendan Fraser – rundum gelungenes Popcornkino lieferte, welches der Geschichte mit reichlich Augenzwinkern und gelungenen Humoreinlagen einen in sich konsistenten, eigenen Stil verpasste, wird das aktuelle Remake schnell vergessen sein. Ihm fehlt schlicht die eigene Handschrift, genauso wie eine klare Entscheidung, was für ein Film es eigentlich sein will. So wirken beispielsweise plumpe Humoreinlagen im düsteren Setting völlig fehl am Platz. Das sichtbar teure Productiondesign glänzt, während gleichzeitig Charaktertiefe, und damit auch deren Glaubwürdigkeit ein echtes Manko darstellen. So ist die Hauptfigur Nick Morton über Strecken einfach nur nervig und gewinnt kaum Sympathiepunkte, da sie in erster Linie als egoistischer Ignorant auftritt. Die spätere Charakterwendung erscheint dadurch kaum glaubwürdig. Was soll Morton denn nun sein? Ein frecher Abenteurer mit Klasse à la Indiana Jones oder einfach nur ein gewissenloser Dieb? Auch seine Begleiterin, die Archäologin Halsey, bleibt blass, klischeehaft und austauschbar – die Dialoge zwischen den beiden Hauptfiguren erzeugen weder Humor, noch Emotionen – auch hier zeigten die Protagonisten der humorvollen Mummy-Variante von 1999 deutlich mehr Chemie und Authentizität miteinander. Einzig Russell Crowe als Dr. Jekyll (ja, der Dr. Jekyll…) zeigt sich als vielschichtigere Figur, verfügt aber leider nicht über die nötige Screentime um weiter ausgebaut werden zu können.

Einzelne Settings sind durchaus in sich stimmig und gut inszeniert: der Flugzeugabsturz, die Gräber, London… doch sie fügen sich nicht zu einem Fluss zusammen. Man ist mal hier, mal dort, es gibt viele grosse Sprünge, Übergänge fehlen. Auch gewisse logische Mankos entstehen durch diese holprige Erzählweise. „Die Mumie“ ist aufwendig produziert, gut besetzt und durchaus kurzweilig. Letzteres hauptsächlich aufgrund der vielen Actionsequenzen. Ruhige Momente jedoch verpuffen in emotionaler Gleichgültigkeit, gruselige Szenen langweilen mit ausgekauten Jumpscares. Einleitend heisst es, dass der Tod nur die Schwelle zu neuem Leben sei. Und in kurzen Momenten zeigt Sofia Boutellas Prinzessin/Mumie eine Macht- und Lebensgier, die erahnen lässt, welche Verheissung und welche Anmassung in diesem Satz stecken. Ansonsten wird das dramatische Potenzial – vom philosophischen ganz zu schweigen – dieser Prämisse allerdings kaum genutzt, vielmehr scheint sie der Vorwand für einen recht nonchalanten erzählerischen Umgang mit Leben und Tod zu sein. Ein fataler Flugzeugcrash ist nichts Endgültiges, man kann jemanden drei Mal erschiessen und bei jeder Gelegenheit blutrünstige Untote ins Feld schicken, als seien wir hier bei „The Walking Dead“ – ganz egal, ob es sich um Kreuzritter, altägyptische Wachen oder heutige Polizisten handelt. Diese Zombie-Attacken mögen genauso wie die Vogelangriffe, sowie die ganzen Ratten und Spinnen, die über Cruise und Co. herfallen, oft ein wenig willkürlich daherkommen, aber sie gehören neben einem „Scherbenregen“ im Museum zu den visuellen Höhepunkten dieses Films, dem man sein 125-Millionen-Dollar-Budget durchaus ansieht.

Mit dem altmodischen Grusel von Karl Freunds 1932er-Klassiker mit Boris Karloff hat diese neue „Mumie“ rein gar nichts mehr zu tun, aber auch von dem augenzwinkernden Humor der Neuauflage mit Brendan Fraser von 1999 ist Alex Kurtzmans Film meilenweit entfernt. Zwar gibt es immer wieder Versuche, das ernste Geschehen etwas aufzulockern, aber diese verpuffen im nichts. In „Die Mumie“ geht es letztlich einmal mehr um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, einem Kampf, dem sich auch Dr. Jekylls Geheimorganisation Prodigium verschrieben hat (und die eine der Konstanten im Dark Universe werden könnte). Hoffen wir, dass das „Dark Universe“ mit der Neuauflage von „Frankensteins Braut“ geben (mit Javier Bardem als das Monster) und einen „Jekyll And Hyde“-Film (immerhin wird dessen von Russell Crowe gespielte Titelfigur schon in „Die Mumie“ eingeführt“), dazu sind Kino-Comebacks des Unsichtbaren, des Wolfsmenschen, des Phantoms der Oper, des Schreckens vom Amazonas, des Glöckners von Notre Dame und von Van Helsing besser wird, als der hier vorliegende Film. Das von Alex Kurtzman (als Autor auch schon am „Star Trek“-Reboot beteiligt) handwerklich solide, aber ohne jeden Anflug von Inspiration inszenierte Monster-Horror-Action-Abenteuer liefert nur wenige Hinweise darauf, wie es weitergehen könnte. Mit dem halbgaren Todesfluch-Hokuspokus stolpert sich Universal eher ins Dark Universe, als dass es direkt ein neugierig machendes Ausrufezeichen setzen würde. Schade!

Guardians of the Galaxy 2

Guardians of the Galaxy 2

20172 h 17 min
Kurzinhalt

Gerade erst sind in Guardians of the Galaxy aus Feinden Freunde geworden und schon machen die fünf Verbündeten gemeinsam das All unsicher. Peter Quill, Gamora, Rocket Raccoon, Groot und Drax the Destroyer bereisen als Weltraum-Abenteurer diesmal nicht nur bereits bekannte Orte, sondern stoßen auch in neue Winkel der Galaxie vor. Nachdem die vergangenen Erlebnisse ihnen einige Rätsel aufgegeben haben, machen sie sich nun daran, diese zu lösen. ‘Star-Lord’ Peter Quill hat beispielsweise gerade entdeckt, dass er nicht rein menschlicher Herkunft ist, und - auch wenn er es noch nicht weiß - rückt ein Zusammentreffen mit seinem Vater nun in greifbare Nähe.

Metadaten
Titel Guardians of the Galaxy 2
Original Titel Guardians of the Galaxy Vol. 2
Regisseur James Gunn
Laufzeit 2 h 17 min
Starttermin 24 April 2017
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Schauspieler
Mit: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Bradley Cooper, Vin Diesel, Karen Gillan, Michael Rooker, Pom Klementieff, Kurt Russell, Sylvester Stallone, Sean Gunn
Trailer

We are Groot! Eigentlich kann man den ersten Teil gar nicht toppen und trotzdem ist „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ schlicht fantastisch. Die Wartezeit hat sich gelohnt, denn wenn man als Zuschauer bereits beim Vorspann ein fettes Grinsen im Gesicht hat, dann macht ein Film schon mal vieles richtig. Während die Dramaturgie zwar über weite Strecken schwächelt, wird dies durch Witz, ganz viel Familie und für Marvel sogar ungewöhnlich emotionale Momente wieder wettgemacht. Das neue Abenteuer beschert uns eine verdammt gute Zeit. Vol. 3 kann kommen!

Drei Jahre ist „Guardians of the Galaxy“ nun schon her und endlich erleben wir die bunt gemischte Truppe wieder in Aktion. Dabei fühlt man sich bereits nach wenigen Minuten heimisch, wenn im lustigen Intro, welches vor allem durch die Musik und Tanzeinlagen von Baby Groot überzeugt, die Guardians zu Höchstform auflaufen. Gerade das Zusammenspiel der Figuren ist ausgezeichnet gelungen und Regisseur James Gunn weiss, wann er mit dieser abgedrehten Truppe plattgetretene Pfade verlassen kann. Besonders viel Wert legt Gunn dieses Mal auf das Thema Familie, welches nicht nur bereits durch den Kontakt zwischen Peter und seinem Vater an Bedeutung gewinnt, sondern weil es sich durch jede Faser dieses Films zieht und jede Figur betrifft. Jede(r) muss auf ihre bzw. seine Art mit der Vergangenheit aufräumen, sich Fehler und Versäumnisse eingestehen und erkennen, was wirklich wichtig ist. Daraus resultiert eine ungewöhnliche Stärke für einen Marvel-Film, denn „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ schafft es an einigen Stellen wirklich, Emotionalität zu erzeugen.

Gerade erst haben die „Guardians of the Galaxy“ den Planeten Sovereign vor einem interdimensionalen Monster gerettet, da ziehen sie sich durch Rockets unbedachtes Verhalten auch schon wieder den Zorn der gesamten Bevölkerung auf sich. Bei der halsbrecherischen Flucht geht nicht nur das Schiff, sondern beinahe auch der Zusammenhalt der Truppe flöten. Doch dann taucht wie aus dem Nichts Peters (Chris Pratt) lange verschollener Vater Ego (Kurt Russell) auf und offenbart seinem Sohn eine unglaubliche Wahrheit. Während Star-Lord nun endlich die Freuden väterlicher Zuwendung entdeckt, wird schnell deutlich, dass er auf seiner langen Suche nach einer Familie diese eigentlich schon längst gefunden hat. Leider wars dass dann auch schon und so ist leider die Story weniger gelungen. Erst im letzten Drittel kommt Spannung auf und hat man als Zuschauer das Gefühl zu wissen, wohin die Reise überhaupt geht und um was sich alles dreht. So sind die Figuren die ganze Zeit so sehr mit sich und Nebengeschichten beschäftigt, dass für die eigentliche Hauptstory wenig Platz bleibt und auf dieser nur ein geringer Fokus liegt. Sobald dann alles klar ist, geht es auch schon wieder in einer grossen und nett gemachten Actionsequenz unter.

Auch ist der Soundtrack oder besser gesagt die Musikauswahl in „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ ein wenig unausgewogener als beim Vorgänger, doch über diese Schwächen kann man gut hinwegsehen, weil der Rest wirklich gelungen ist und vor allem die Witze dieses Mal noch deutlich besser zünden. Neben dem unglaublich süssen Baby Groot, den man einfach nur liebhaben muss, überrascht vor allem Dave Bautista als Drax als neuer Witzlieferant. War jener im Vorgänger noch recht blass, ist sein Zusammenspiel mit dem Alien Mantis (Pom Klementieff) einfach grossartig und liefert eine ganze Reihe von richtig guten Gags. Abgerundet wird das alles durch eine ganze Reihe an Gastauftritten, die wir hier nicht spoilern wollen. So menschlich wie diese Bande – voll Schadenfreude und Sarkasmus – war wohl noch kein Haufen Superhelden, egal ob auf der Erde oder im All. Die ca. 135 Minuten sind voller Action, die von grandios unterhaltsam bis ein bisschen zu viel des Guten reicht. Letzteres gilt auch für die neuen Welten. Man merkt, dass Gunn ein grösseres Budget zur Verfügung hatte und das prompt in CGI Landschaften gesteckt hat. Das Ergebnis ist sehr, sehr bunt. Zwar passen leuchtende Farben zur Welt der Guardians, aber man sieht sich doch recht schnell satt dran. Trotzdem ist das alles ein Spass, bisschen trippy, aber cool. Bei allem opulenten CGI zeigt sich übrigens wieder, dass das Herz der Guardians eben die Guardians selbst sind.

Dass man bei Marvel Filmen auch beim Abspann sitzen bleiben sollte, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Aber so viele Post-Credits-Szenen wie hier gab es wohl noch nicht. Und wenn wir schon bei mehr ist mehr sind: auch Stan Lee bekommt mehr als nur eine Cameo! „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ fehlt zwar der Überraschungseffekt, aber er ist trotzdem ein riesengrosser Spass. Ein bisschen zu viel CGI und zu bunt an mancher Stelle, aber dafür mit tollen Neuzugängen wie Mantis, flotten Sprüche und auch emotional sitzt er. Mit den Big Bads tut sich Marvel aber weiterhin schwer. Vol 2. ist nicht besser als der erste Film, aber es ist ein rundum unterhaltsamer, abgefahrener und vor allem durchaus würdiger Nachfolger. Das absolute Highlight an diesem Streifen ist Baby Groot! Er war ja schon als grosser Baum zuckersüss und liebenswert, doch die Miniatur-Version mit grossen Augen und kleinem Verstand kann man nur ins Herz schliessen und darauf hoffen, dass dieses Baumwesen auf ewig ein Bonsai bleibt… :)

The Great Wall

The Great Wall

20161 h 43 min
Kurzinhalt

Der Film schildert die Geschichte hinter der Entstehung eines der eindrucksvollsten Bauwerke der Menschheit, der Chinesischen Mauer. Im Mittelpunkt steht eine Truppe britischer Krieger, die zufällig über den Bau der Mauer stolpert. Bald finden sie heraus, dass diese nicht nur dazu dienen soll, die Mongolen abzuwehren, sondern eine viel gefährlichere, unmenschliche Kraft.

Metadaten
Titel The Great Wall
Original Titel The Great Wall
Regisseur Zhang Yimou
Laufzeit 1 h 43 min
Starttermin 16 Dezember 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht so schlecht
Schauspieler
Mit: Matt Damon, Willem Dafoe, Pedro Pascal, Andy Lau, Jing Tian, Zhang Hanyu
Trailer

„The Great Wall“ bekommt das Kunststück fertig zwar ziemlich aufwendig, aber gleichzeitig auch ganz schön billig auszusehen. Besonders das CGI vermag nicht imer zu überzeugen, doch auch die sonstige Ausstattung erinnert oft eher an die 80er, als an einen modernen Blockbuster. Da gingen Anspruch und technische bzw. finanzielle Möglichkeiten arg auseinander. Es ist ein Film, der den Anschein erweckt, als wollte er ursprünglich ein ganz grosses Epos werden. Gereicht hat es am Ende aber nur zu mittelprächtigem Fantasytrash.

Thomas Tull ist wohl einer der aktuell schillerndsten Produzenten Hollywoods – auch weil er zwei Gesichter hat. Da ist einmal der kluge Geschäftsmann, der Beteiligungen an Hits wie „Jurassic World“ herausschlägt, wo er für wenig Arbeit viel Geld bekommt. Und da ist zum anderen der riesige Filmfan, der auch riskantere Projekte durchzieht, weil er sie selbst gerne im Kino sehen will – so gab er Guillermo del Toro freie Hand beim extravaganten Horror-Romantikdrama „Crimson Peak“. Die chinesisch-amerikanische Co-Produktion „The Great Wall“, eine von Tull selbst erdachte Herzensangelegenheit, erscheint auf dem Papier nun als die perfekte Kombination aus Geschäftssinn und Leidenschaft: ein durchaus origineller epischer Stoff, der gleichermassen auf die zwei aktuell bedeutendsten Filmmärkte der Welt, Nordamerika und China, ausgerichtet ist – umgesetzt mit einem Meisterregisseur aus dem Reich der Mitte und einem Schauspielsuperstar aus Hollywood. Die Hoffnungen auf Einspielrekorde in China haben sich beim dortigen Start zwar nicht ganz erfüllt, aber finanziell dürfte die Rechnung bei der 150-Millionen-Dollar-Produktion am Ende trotzdem aufgehen. Und das obwohl Tull, seine Autoren und Regisseur Zhang Yimou (Hero) zuweilen wenig Rücksicht auf westliche Sehgewohnheiten nehmen, was aus hiesiger Perspektive für einige verquere und irritierende Momente sorgt. Aber abgesehen davon – und vorausgesetzt, man kann über ein paar unterdurchschnittliche CGI-Effekte hinwegsehen – bereitet der Fantasy-Actioner dank vieler grossartig-epischer 3D-Massen- und Schlachtszenen jede Menge Spass.

Action und visuelle Reize stehen hier im Vordergrund, entsprechend schnell geht es wie erwähnt gleich zu Beginn schon zur Sache. Die titelgebende Grosse Mauer wird mit ein paar Sätzen und einer illustrierenden Einstellung vorgestellt und nach einer kurzen Einführung trifft auch schon das Söldner-Duo aus fernen Landen an dem imposanten Bauwerk ein, wo sie sogleich der erste Sturmangriff der Taotie erwartet. Wenn dabei mit Speeren bewaffnete Soldatinnen wie an Bungee-Seilen die Mauer herabstürzen, Monster aufspiessen, wieder nach oben geschleudert werden und mit zwei neuen Speeren das Spiel von vorne beginnen, sorgt das schon nach wenigen Minuten für ein frühes Highlight, das nur dadurch beeinträchtigt wird, dass die Taotie (in Deutsch etwa „Fresser“) leider zum Teil nicht sehr überzeugend animiert sind. So gut die Menschenszenen sind, so schwach sind viele der Momente mit den Tausenden Computer-Monstern, die übrigens nicht der Fantasie der Filmemacher entstammen, sondern nach 4000 Jahre alten Darstellungen auf Bronzegefäßen gestaltet wurden. Für den knapp skizzierten erzählerischen Hintergrund der Taotie haben die Macher übrigens auf chinesische Legenden zurückgegriffen, die bereits „Game Of Thrones“ inspiriert haben (auch dort gibt es eine gigantische Mauer, die eine mysteriöse Bedrohung vom Reich fernhalten soll, sowie Wächter, die sich dort für ihr ganzes Leben verpflichten).

Hintergründe und Erklärungen werden generell knapp gehalten, das Setting ist nicht nur zeitlich recht unbestimmt und so bleibt der Fantasy-Weltentwurf in vielen Belangen rudimentär. Es geht immer in hohem Tempo voran und wenn der Regisseur dann doch einmal auf die Bremse tritt, dann sorgt das eher für Irritationen. So ist eine mutwillig hereingequetscht wirkende „Beerdigungsszene“ in diesem erzählerischen Umfeld ein Hemmschuh, der den Rhythmus stört. Und da sie gleichsam aus dem Nichts zu kommen scheint, fehlt ihr auch die emotionale Kraft. Missen möchte man dieses Einsprengsel trotzdem nicht, denn die Szene bietet mit zahlreichen gen Himmel aufsteigenden Lampen den nächsten grandiosen Schauwert. Auch die Darsteller müssen sich dabei dem Spektakel unterordnen. So wird Matt Damon, der für die internationale Vermarktbarkeit sorgen soll, schauspielerisch wenig gefordert. Allerdings ist es eindrucksvoll, wenn er in bester „Tiger & Dragon“-Manier durch die Luft wirbelt und die Monster mit seinen Pfeilen oder einem Speer durchbohrt. Neben dem für ein paar launige Sprüche zuständigen „Game Of Thrones“-Star Pedro Pascal und dem sehr blassen Willem Dafoe („Platoon“), der hauptsächlich die Moral („Gier führt ins Verderben“) der Geschichte verkörpert, sticht vor allem die in ihrer Heimat wegen ihrer angeblichen Beziehung mit einem mächtigen Unternehmer und daraus resultierenden Nepotismus-Vorwürfen sehr kritisch betrachtete Tian Jing („Police Story 2013“) als Lin Mae heraus. Allerdings interessieren sich die Macher insgesamt zu wenig für die Figuren, damit wir wirklich ganzen Herzens mit ihrer mutig in den finalen Kampf ziehenden Anführerin mitfiebern können.

Sechs Autoren werden im Abspann von „The Great Wall“ gelistet, doch weder die simple, dafür aber auch effektiv-geradlinige Story, an der auch „Last Samurai“-Regisseur Edward Zwick mitgewirkt hat, noch Willem Dafoes auf Schlagworte reduzierte Dialogzeilen, die unter anderem von Tony Gilroy (Michael Clayton) stammen, bieten einen wirklichen Grund den Film sehen zu müssen. Die wahren Attraktionen von „The Great Wall“ liegen woanders. Was Regisseur Zhang Yimou hier an epischen Schlachten auffährt, ist beeindruckend und teilweise sogar herausragend. In Hollywood ist es aus Kostengründen längst Usus, dass Massenszenen aus dem Computer stammen. Das hat man zwar immer weiter perfektioniert, doch es ist immer noch eindrucksvoller, wenn wie hier Tausende Statisten aufgeboten werden und echte Menschen die Leinwand füllen. Zhang weiss, was er an diesen Massen an Mitwirkenden hat und wie er sie am besten zur Geltung bringt. Mal lässt er die Kamera genüsslich über das riesige Heer auf der Mauer gleiten, mal ist im gesamten Bildausschnitt nichts anderes zu sehen als unzählige gegen Monster kämpfende Soldaten. Sehr clever ist auch, dass die verschiedenen Wächter-Einheiten – je nach ihren Waffen und Fähigkeiten – farblich voneinander abgehoben sind – das sorgt nicht nur für bessere Übersicht, sondern lässt einzelne Bilder zusätzlich wie 3D-Gemälde wirken.

Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück

Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück

Einmal Wildnis und zurück

20161 h 59 min
Kurzinhalt

Der hochgebildete Ben lebt aus Überzeugung mit seinen sechs Kindern in der Einsamkeit der Berge im Nordwesten Amerikas. Er unterrichtet sie selbst und bringt ihnen nicht nur ein überdurchschnittliches Wissen bei, sondern auch wie man jagt und in der Wildnis überlebt. Als seine Frau stirbt, ist er gezwungen mitsamt der Sprösslinge seine selbst geschaffene Aussteigeridylle zu verlassen und der realen Welt entgegenzutreten. In ihrem alten, klapprigen Bus macht sich die Familie auf den Weg quer durch die USA zur Beerdigung, die bei den Großeltern stattfinden soll. Ihre Reise ist voller komischer wie berührender Momente, die Bens Freiheitsideale und seine Vorstellungen von Erziehung nachhaltig infrage stellen…

Metadaten
Titel Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück
Original Titel Captain Fantastic
Regisseur Matt Ross
Laufzeit 1 h 59 min
Starttermin 2 Juli 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Grandios
Trailer

Regisseur Matt Ross, das muss man ihm lassen, hat die Filme aufmerksam geschaut, die er mit „Captain Fantastic“ imitieren will. Eine Familie, die sich erst seltsam benimmt und ein Kleinbus, in den sie sich alsbald quetschen lässt – die Grundpfeiler eines amerikanischen Independent-Dramas, das auf dem Sundance-Festival, der wichtigsten Plattform für unabhängige Produktionen, grossen Erfolg feierte. Vor zehn Jahren ging „Little Miss Sunshine“ so bei Kritik und Publikum durch die Decke.

Matt Ross, bislang bekannter als Schauspieler (Silicon Valley, American Horror Story), versieht in „Captain Fantastic“ die hinlänglich bekannten Motive der dysfunktionalen Familie einen politischen Dreh. So lässt er seine Aussteigerfamilie beispielsweise auf Weihnachten pfeifen. Statt Jesus‘ Geburtstag wird Noam-Chomsky-Day begangen. Die Kinder tragen Gasmasken und Tierkostüme im Alltag, lassen sich vom Vater schon im zartesten Alter sexuell aufklären und gehen mit Pfeil und Bogen am Strassenrand auf die Jagd. Schon 14-jährig liest der Sohn Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“. Vater Ben geht es um eine protoaufklärerische Heimerziehung. Wenn der Tochter ein Buch gefällt, genügt es ihm nicht, dass die Erzählung sie berührt. Sie soll sich erklären, soll begründen. Ben fordert analytisches, kritisches Denken und will seine Kinder zur Mündigkeit erziehen.

In dieser Konstellation gibt es die Familie – und es gibt den Rest der Welt. Und damit gibt es auch den erzählerischen Grundriss, mit dem sich tragikomisch planen lässt. Der Anlass, aus dem die Familie ihre Enklave verlässt, ist zunächst ein trauriger: Die psychisch kranke Mutter hat sich umgebracht. Nun richten die steinreichen und überaus spiessigen Grosseltern eine Beerdigung in New Mexico aus, die die Verstorbene stets abgelehnt hatte. Wieder dieses Schreckgespenst, die christlich-bürgerliche Zeremonie an sich. In ihrem Testament hatte sie angeordnet, verbrannt und in der nächstliegenden Toilette hinuntergespült zu werden. Um diesem letzten Willen zu entsprechen machen sich Ben die Kinder mitsamt ihrer skurrilen Kostüme auf den weiten Weg. „Hier spricht euer Captain“, so tut es der Vater über die Sprechanlage des Busses kund, bevor er den Motor anlässt.

Nicht umsonst klärt sich der Titel dieses Films genau in jenem Moment, in dem die Reise startet. Der Motor des Kleinbusses ist der Motor der Erzählung. Diese interessiert sich wiederum nicht im Geringsten für den tragischen Anlass der Reise, sondern nur dafür, den klapperigen Kleinbus durch die Staaten tuckern und damit effektvolle Reibungen entlang der kapitalistisch verhärteten amerikanischen Wirklichkeit entstehen zu lassen. Es ist ein weiter Weg bis nach New Mexico und der Omnibus ist selbstverständlich auch nicht der schnellste. Zeit und Okkasionen gibt es also genug, um den ganz besonders herzgewinnenden Eigensinn der Familie auf den Prüfstein zu stellen und entsprechend triumphieren zu lassen. Es ist eine verlogene Welt, die hier passiert wird. Sie präsentiert sich in den McDonald’s-Filialen an den Rändern der durchfahrenden Städte, in den Familiengesprächen am Esstisch der Schwägerin und schliesslich in der scheinheilig weihevollen Aussegnungshalle. Das Problem von „Captain Fantastic“ ist aber weniger das Formelhafte, mit dem die Klischees des amerikanischen Independent-Kinos miteinander multipliziert werden, sondern der unsichere Gebrauch der Formeln selbst. Gleich zu Beginn des Films stellt man sich unweigerlich die Frage, was bei allem Beharren auf den freisinnigen Menschenverstand an der zeremoniellen Feier einer naturgegebenen Mannesgenese aufgeklärter sein soll als an der Geburtstagsfeier des Heilands. Von solchen motivischen Rechenfehlern strotzt der Film: In einem Moment soll man darüber staunen, wie unverblümt der Captain seine Kinder schon im Vorschulalter aufgeklärt hat. Im nächsten soll man darüber lachen, dass der älteste Sohn naiv denkt, nach seinem ersten Kuss dem Mädchen einen Heiratsantrag machen zu müssen.

Viggo Mortensen ist eine gute Wahl für die Rolle des Ben Cash, weil seine Attraktivität etwas Introvertiertes hat. Er spielt einen hochattraktiven Sonderling und bald wird klar, dass vielleicht nicht so sehr die Kinder es sind, die erlöst werden müssen. Es ist der Vater, der aus der Verstockung herausfinden muss. Dass die Reise zu den Eltern von Leslie geht und dass das Ziel ist, den Leichnam der Mutter vor einer Erdbestattung zu retten, lässt erkennen, dass „Captain Fantastic“ auch eine Komödie hätte sein können. Die Alternative zur Komödie wäre ein Ernst, der gerade bei diesen Themen leicht in Kitsch umschlagen könnte. Doch auch das vermeidet Ross. „Captain Fantastic“ kommt am Ende bei einer Haltung an, mit der man zur Not auch Weihnachten feiern könnte. Was auch immer Ross miteinander verrechnet: Das Ergebnis muss immer ein Schmunzeln über die Skurrilitäten der Familie erzeugen. So donnert letztlich auch jeder gesellschaftskritische Impuls, mit dem sich „Captain Fantastic“ abzuheben versucht, ins Leere. Am Ende wünscht man den Kindern einfach nur den Ketchup getränkten Hotdog, den ihnen der Öko-Papa verbietet.

Kubo – Der tapfere Samurai

Kubo - Der tapfere Samurai

20161 h 42 min
Kurzinhalt

Die Geschichte spielt in Japan vor unserer Zeit. Der junge gutherzige Held Kubo lebt in einer Stadt am Meer und kümmert sich um seine Mutter, seit sein Vater verstorben ist. Er lebt ein bescheidenes Dasein als Geschichtenerzähler, zu dessen Zuhörern auch Hosato, Akihiro und Kameyo gehören. Doch Kubos recht ruhige Existenz zerbricht mit einem Schlag, als er versehentlich einen Geist aus seiner Vergangenheit beschwört und dieser voller Zorn auf die Erde hinab stürmt, um eine uralte Blutrache zu vollstrecken.

Metadaten
Titel Kubo - Der tapfere Samurai
Original Titel Kubo and the Two Strings
Regisseur Travis Knight
Laufzeit 1 h 42 min
Starttermin 18 August 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Meisterwerk
Trailer

Bei „Kubo – Der tapfere Samurai“ (OT: Kubo and the Two Strings) handelt es sich um den vierten Animationsfilm der Laika Studios, jener Filmschmiede, die zuvor die ebenfalls als Stop-Motion-Abenteuer konzipierten „Coraline“ (2009), „ParaNorman“ (2012) und „Die Boxtrolls“ (2014) herausgebracht hatte. Das wahllose Zusammenrühren einzelner asiatischer Elemente aus Mythologie und vor allem Videospielen mag vielleicht für den gemeinen Westler japanisch rüberkommen, ist aber noch lange nicht authentisch. Was herausragt ist die Animation, hier speziell die Origami-Geschichten, die schlicht grossartig gemacht sind. Ansonsten muss Laika aufpassen die Eigenständigkeit nicht zu verlieren. Die noch sichtbare Stop-Motion-Grundlage wird zunehmend mit CGI-Überkleisterung verwässert und dennoch ist „Kubo – Der tapfere Samurai“ ein Film mit viel Charme und Herz, den man nur weiter empfehlen kann.

Als amerikanische Antwort auf Aardman Animations („Wallace & Gromit“, „Chicken Run“, „Shaun das Schaf“) haben die Stop-Motion-Spezialisten von Leika schon öfters ihr Händchen für herausfordernde Genrestoffe bewiesen, die von ihnen – im Gegensatz zu den meisten anderen Animations-Produktionen aus Hollywood – ganz bewusst nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner heruntergebrochen werden. Und das ist nun auch beim inzwischen vierten Film des Studios nicht anders: „Kubo – Der tapfere Samurai“ von Leika-CEO und Regiedebütant Travis Knight ist ein traumhaft-schön animiertes Fernost-Märchen, das mit einer einzigartig meditativen Atmosphäre, einer ungewöhnlich komplexen Erzählung und atemberaubenden Martial-Arts-Choreographien begeistert. Beim japanisch inspirierten Samurai-Abenteuer gaben sich als Sprecher Hollywood-Stars wie Matthew McConaughey, Charlize Theron, Rooney Mara und Ralph Fiennes die Klinke in die Hand. Der junge Protagonist Kubo wird im Englischen von Art Parkinson (dem Rickon Stark aus Game of Thrones) gesprochen.

Stop-Motion-Filme sind etwas ganz Eigenes und im Prinzip eine Art der Animation, bei der selbst das komplett ungeschulte Auge den absurd gigantischen Aufwand dahinter erkennen kann. Kubo ist ohne Zweifel einer der besten Filme des letzten Jahres, obwohl der Film bei der breiten Masse nur schwer ankommen dürfte, was einfach am Ton der Geschichte liegt, denn Kubo ist weit davon entfernt, ein unterhaltsamer Familienfilm zu sein. Zwar ist vor allem der Humor im zweiten Teil des Filmes sehr kindgerecht, doch die Geschichte darum herum ist sehr ernst, unglaublich düster, gruselig und es wird auch nicht vor Mord zurückgeschreckt. Es wird erwartet, dass der Zuschauer von der ersten Sekunde an voll im Film ist und genau aufpasst (Kubo sagt es sogar förmlich selbst am Anfang). Es wird nicht gross erklärt, wer Kubo oder seine Mutter ist oder was es mit der Magie auf sich hat, die die Handlung bestimmt, es wird einfach alles als gegeben hingenommen, was die Geschichte ziemlich authentisch macht. Dabei lebt der Film auch vor allem von den wunderbar tiefgehend geschriebenen Charakteren, um die man sich wirklich kümmert und die einem auch wirklich durch ihre Taten sympathisch werden. Jeder Charakter hat nachvollziehbare Beweggründe und Geheimnisse, die einem im Film immer wieder überraschen. Dabei ist Kubo auch wirklich wunderbar kreativ, nicht nur was das optische Design der Charaktere betrifft, sondern auch in ihren Fähigkeiten und ihrer Geschichte.

Wo ich aber wirklich alle, zur Verfügung stehenden, Hüte ziehen muss, ist natürlich die technische Seite. Hier werden mitunter die schönsten Bilder des Jahres auf die Leinwand gebracht und die zahlreichen Action-Szenen sind etwas vom Aufwändigsten, was ich je gesehen habe. Der Film ist von vorne bis hinten ein optischer Gaumenschmaus und sprüht in praktisch jedem Bild beinahe vor Kreativität, Einfallsreichtum und Liebe zum Detail. Genau wie die „gefaltete“ Optik eckt auch die Geschichte mit ihren vielen der japanischen Mythologie entliehenen Elementen immer wieder bei unseren westlichen Sehgewohnheiten an. „Kubo – Der tapfere Samurai“ erinnert erzählerisch tatsächlich mehr an Miyazaki-Klassiker wie „Chihiros Reise ins Zauberland“ als an die Konkurrenz von Disney und Pixar. Trotzdem basiert der Film nicht, wie man nach dem Sehen leicht erwarten könnte, auf einer alten japanischen Sage, sondern ist tatsächlich ein Original des amerikanisch-britischen Drehbuch-Duos Marc Haimes und Chris Butler. Das macht es allerdings nur noch erstaunlicher, dass die mythische Schiene um rachsüchtige Geister, verwunschene Krieger und magische Rüstungen mit keinerlei Zugeständnissen an ein Mainstream-Kost gewöhntes westliches Publikum verwässert wird. Ganz im Gegenteil: Gerade beim Kampf mit den Tanten auf einem sinkenden Schiff (aus Origami-Papier) sowie beim Duell mit einem Riesenskelett mit feuerrot leuchtenden Augen sind die Martial-Arts-Einlagen konsequent intensiv geraten.

Vor der abenteuerlichen Reise verbringt Kubo die Tage damit, den Bewohnern eines kleinen Dorfs Geschichten zu erzählen. Während er auf einer Shamisen, einem dreisaitigen Lauteninstrument, spielt, flattern Papiere durch die Luft und falten sich zu Figuren, die seine Erzählungen illustrieren. Die Momente, in denen sich diese Origami-Figuren selbst zusammenfalten, über den Dorfplatz wirbeln und gegeneinander kämpfen, sich wieder ausfalten und umfalten, einander zerstückeln und zerreissen, gehören zu den besten Szenen des Films. Nicht nur, weil hier präzise Martial-Arts-Kampfchoreografien kindgerecht inszeniert sind, sondern weil sich hier die Feinheit der Animation am besten zeigt: Die filigrane Struktur des Papiers, die Art, wie es Schatten wirft, wie es Falten wirft, wie es rissig wird, wie es geknüllt wird, wie es raschelt. Ganz am Ende – der Abspann ist schon eine Weile am laufen – stülpt sich der Film nach aussen. Die Kamera gleitet eine grüne Wand entlang und der Raum gibt sich als Studioset zu erkennen, in dem eine gigantische Skelett-Puppe an einer noch gigantischeren, beweglichen Konstruktion eingehängt ist. Zwei Computerbildschirme stehen daneben, sie zeigen ein Gemisch aus fliehenden Zahlen, 3D-Grafiken und Symbolleisten. Ein Techniker steht zwischen Puppe und Computer, er hantiert mit dem Modell, operiert an dem Gerät. Das Bild ist nicht nur deshalb spannend, weil sich hier die anfängliche Laborsituation offenbart, in der noch nichts von der Lebendigkeit spürbar ist, die später im Film auf bedrohliche Art und Weise in dem Skelett wütet. Das Bild ist vor allem interessant, weil es die technische Überbrückungsleistung deutlich macht, die nötig ist, um vom reglosen Modell zur Illusion seiner Lebendigkeit zu kommen – und die erst dann erfolgreich ist, wenn sie sich selbst vertuscht.

„Kubo – Der tapfere Samurai“ hat einen aus der glattgebügelten Masse an 3D-Animations-Blockbustern absolut herausragenden, erstaunlich griffigen Look, wobei in einem Hollywood-Animationsfilm die Erzählung und die Optik wohl eh noch nie so perfekt ineinander gegriffen haben. Die düstere Geschichte wechselt sich immer sehr gut mit dem liebevollen Humor und der wahnsinnig faszinierenden, fesselnden und spassigen Abenteuerreise unserer Charaktere durch eine wundersame Welt ab. Exzellent gut ausgewogen, vor allem, da der Film sich wirklich mit extrem schweren und erwachsenen Themen (Tod/Angst vor dem Tod/Leben auf der Erde etc.) auseinandersetzt. Das Ganze mündet dann in dem denkbar schönsten Filmende, das der Film nur hätte haben können. Für „Kubo“ betrug der Produktionszeitraum 94 Wochen, die ungefähre Arbeitszeit 1’149’015 Stunden. Das erwähnte Skelett ist, nach Auskunft des Studios, das grösste jemals gebaute Monster dieser Art und für die Kubo-Puppe standen 11’007 Mund-Ausdrücke sowie 4429 Brauen-Ausdrücke zur Verfügung; in Summe macht das über 48 Millionen mögliche Gesichtsausdrücke. Dazu der Materialaufwand: 111’195 seltene Erdmagnete, 40’000 Paare Nitrilhandschuhe, 1050 Blätter Sandpapier und so weiter. Und doch ist all das, in der Bewegtheit des fertigen Films, unsichtbar und, ja, in gewisser Weise belanglos.

Vorschaubild

Das Schöne an „Kubo“ ist nämlich – und daran erinnert uns auch die sonderbare Einstellung aus dem Abspann -, dass ihm die Stiftung und Gestaltung von Lebendigkeit wichtiger ist als die Attraktion, das Spektakel oder der Klamauk. Das ist nicht zuletzt auch deshalb elegant, weil dieser Film, wie viele andere Kinderfilme auch, im Stillen an die heikle und für Kinder fraglos ganz besonders diffizile Frage nach dem Tod heranführt. „Kubo – Der tapfere Samurai“ ist ein visuell herausragendes Animations-Abenteuer, dem man nur ganz fest wünschen kann, dass sich der Mut der Macher auch an der Kinokasse und bei der kommenden Oscarverleihung auszahlen wird.

Elliot, der Drache

Elliot, der Drache

2016Länge unbekannt
Kurzinhalt

Seit Jahren erfreut Holzschnitzer Mr. Meacham die Kinder aus der Nachbarschaft mit Geschichten über einen wilden Drachen, der in den tiefen Wäldern des Pazifischen Nordwestens lebt. Für seine Tochter Grace, Försterin in der Umgebung, waren diese Geschichten nie mehr als Legenden, bis sie den Jungen Pete kennenlernt... Der mysteriöse Zehnjährige hat weder Familie noch ein Zuhause und behauptet, zusammen mit einem gigantischen grünen Drachen namens Elliot in den Wäldern zu leben. Auf wundersame Weise hat das Wesen aus Petes Beschreibungen große Ähnlichkeit mit dem Drachen aus Mr. Meachams Geschichten. Zusammen mit der elfjährigen Natalie, der Tochter von Sägewerkbesitzer Jack, macht es sich Grace zur Aufgabe, Petes Herkunft und das Geheimnis seines Drachens zu lüften..

Metadaten
Titel Elliot, der Drache
Original Titel Pete's Dragon
Regisseur David Lowery
Laufzeit Länge unbekannt
Starttermin 10 August 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Schauspieler
Mit: Bryce Dallas Howard, Oakes Fegley, Wes Bentley, Karl Urban, Oona Laurence, Robert Redford
Trailer

Für mich ist das Original „Elliott, das Schmunzelmonster“ eine der schönsten Disneyfilmklassiker überhaupt und eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen. Umso skeptischer war ich, als ich von dem Remake hörte, welches Kritiker weltweit einhellig als „schönsten“ oder „besten“ Film des Jahres feierten und als bislang gelungenstes Remake eines Disneyfilms lobten. Obwohl Remake und Original im Englischen beide den Titel „Pete’s Dragon“ tragen, ist es sinnvoll das David Lowerys Neuverfilmung in unseren Breiten nicht auch wieder „Elliot – Das Schmunzelmonster“ heisst, sondern ganz nüchtern „Elliot, der Drache“. Denn während sich der Disney-Klassiker von 1977 noch als ausgelassen-märchenhaftes Musical im Zeichentrick-Realfilm-Mix präsentierte, ist die 2016er-Version eine echte Neuerfindung des Stoffes, die nur den Originaltitel sowie einige ganz wenige Story-Details mit der Vorlage gemein hat. Ganz ohne Gesang und ohne buntgezeichnetes Fabeltier erinnert der Film viel eher an 80er Jahre Familien-Klassiker wie „E.T. – Der Ausserirdische“ oder „Die Goonies“.

Elliot, der Drache

Trotz der Lobeshymnen erwartete ich wirklich nicht viel, als mir diesen Film anschaute. Und diese Neuverfilmung ist tatsächlich ganz anders, als das fröhlichere, ausgelassenere, humorvollere Original und hatte mit diesem auch nur noch die Grundidee gemein. Beim Schauen des Films fühlte ich mich mit meinen 44 Jahren aufs angenehmste in die Zeit der grossen Disneyrealfilmklassiker zurückversetzt und wurde selbst für anderthalb Stunden wieder zum Kind. Dieser Film bietet eine mitreissende, zuweilen traurige, mitunter spannende und auch heitere Geschichte, welche den Zuschauer durch ein Wechselbad der Gefühle schickt, ein schöner Soundtrack, tolle Aufnahmen, ein jungen Regisseur mit einer offensichtlichen Gabe fürs Geschichtenerzählen und nicht zuletzt ein hervorragend besetzter Cast, aus dem der junge Oakes Fegley als Pete ganz besonders hervorsticht. Der ungemein sympathische Junge spielt absolut natürlich und glaubhaft, ihm nimmt man zu jeder Zeit das „wilde Kind“ ab, man fiebert jederzeit mit ihm – wenn er sich freut, dann freut man sich mit, wenn er leidet dann ist es buchstäblich herzzerreissend.

Elliot, der Drache

Wenn Pete ziemlich zu Beginn des Films mit Elliot durch den Wald tobt und in Bächen plantscht, lässt die neuseeländische Effektschmiede Weta Digital (Der Herr der Ringe, Der Hobbit) kurz die CGI-Muskeln spielen. Der flauschige Drache schüttelt nach der nassen Abkühlung wie ein Hund sein Fell aus – jeder informierte Zuschauer weiss, was für eine unglaubliche Rechenleistung in diese nur wenige Sekunden lange, ungeheuer plastisch und lebendig wirkende Szene geflossen sein muss. Aber hier wird abgesehen vom etwas actionlastigeren Showdown nicht einfach nur ein weiteres Computereffekt-Feuerwerk abgebrannt – von denen gibt es wahrlich schon genug. Stattdessen ist der Film so bodenständig, wie ein Film über einen Jungen und seinen magischen Drachen nur sein kann. Endlich taugen in einem Film mit Blockbuster-Budget auch mal wieder selbst die kleinen Dinge zum grossen Abenteuer – etwa das Herumklettern von Pete in seinem eindrucksvollen, mit der Hilfe von Elliot errichteten Baumhaus. Nur als Elliot sich nach Verlassen des Waldes plötzlich in der Welt der Menschen zurechtfinden muss, ergeben sich einige Längen, auch weil von hier an exakt die Handlungspfade eingeschlagen werden, die man in dieser Geschichte erwartet.

Elliot, der Drache

Um diese nicht ganz taufrische Story aufzupeppen, hätte man etwa den klassischen Erzählton auf die heutige Lebenswirklichkeit der Kids prallen lassen können. So wirkt der in einer unbestimmten Zeit, die eher wie die 80er Jahre wirkt als wie die Gegenwart, angesiedelte Film mitunter wie eine nostalgische Erinnerung an eine unschuldigere, naivere Vergangenheit, die wohl eher die erwachsenen Begleiter als das kindliche Zielpublikum anspricht. Dabei dürfte Elliott der wohl liebenswerteste, knuffigste und treuherzigste Drachen seit dem Glücksdrachen Fuchur aus der „Unendlichen Geschichte“ (1984) sein und ist somit der absolute Kinderliebling. In weiteren Rollen sind übrigens Karl Urban (Herr der Ringe, Star Trek) und Hollywood-Urgestein Robert Redford zu sehen, der zwar nicht all zuviel zu tun hat, in seiner Darstellung als sympathischer Grossvater aber voll überzeugt und auch nicht störend wirkt. Die Idee der Disneystudios ihre alten Klassiker in (Realfilm-) Neuauflagen rauszubringen zeugt zwar nicht gerade von überbordender Originalität, doch muss ich zugeben, dass sie sich zunehmend als überraschend gut erweist. Ich bin daher schon sehr gespannt auf die geplanten kommenden Realfilmversionen der Disneyklassiker „Die Schöne und das Biest“, „König der Löwen“, „Peter Pan“ und „Aladdin“. Im Moment scheint Disney jedenfalls ein gutes Händchen für diese Art Realfilme zu haben, die etwas bieten, was ich in dieser Form sehr lange im Kino vermisste: Tolle Unterhaltung für die ganze Familie und die Rückkehr der längst erloschen geglaubten Disney-Magie.

Idiocracy

Idiocracy

20061 h 24 min
Kurzinhalt

Der Bibliothekar Joe Bauers und die Prostituierte Rita werden für ein streng geheimes Projekt des Pentagon als Versuchskaninchen ausgewählt. Das Ziel des Projektes ist es, brillante Persönlichkeiten in einen Winterschlaf zu versetzen und sie wieder unter die Lebenden zu holen, sobald ihre Dienste von Nöten sind. Der Test mit Joe und Rita geht jedoch vollkommen in die Hose und so erwachen die beiden im Jahre 2505 in einer von Blödheit regierten Welt. Schnell erkennt Joe, dass er der restlichen Bevölkerung im punkto Intelligenz haushoch überleben ist...

Metadaten
Titel Idiocracy
Original Titel Idiocracy
Regisseur Mike Judge
Laufzeit 1 h 24 min
Starttermin 1 September 2006
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Trailer

Mike Judge wirft einen Blick in eine wenig verheissungsvolle Zukunft. Im beliebtesten TV-Sender namens „Masturbation Channel“ laufen Sendungen wie „Ow my Balls!“, wer mehr als drei Wörter fehlerfrei lesen kann, gilt als „Faggot“, und Gerichtsverhandlungen gleichen der „Jerry Springer-Show“. Wie jede gute Satire, entpuppt sich auch „Idiocracy“ als Übersteigerung real existierender Zustände. Ganz von einem klassischen Aufklärer-Geist beseelt, versucht der Beavis and Butthead-Erfinder seinem Publikum einen Spiegel vorzuhalten. Judge will ein dummes Publikum intelligenter machen, indem er ihm einen nur auf den ersten Blick dummen Film vorsetzt. Das kann natürlich nicht klappen…

Idiocracy

Wer also schon immer dachte die Zukunft der Menschheit würde so wie in Star Trek ablaufen von der Eroberung des Weltraums, einem grenzenlosen Utopia von Wissen, Fortschritt, Gleichberechtigung aller Rassen und dem Einsatz von Technik zum Nutzen der gesamten Menschheit unter der Führung der klügsten, besten und geschicktesten Köpfe unserer Zeit hat sich schwer geirrt. Die Menschheit verblödet dank der Technik die sie eigentlich klüger, stärker und fortschrittlicher machen sollte immer stärker zu einer an Niveaulosigkeit kaum zu unterbietenden Masse die ihre Lebenszeit nur noch mit absoluten Müll verschwendet. Den während die Klugen Menschen die die Welt zum Positiven hätten verändern können keine Kinder mehr zeugen ist der Prolet, Vollpfosten und der dumme Pöbel der die Menschheit in zu grosser Masse in die Knie zwingt weiter fleissig dabei. Und wenn es mit unserer Gesellschaft so weitergeht, wird unsere Zukunft wohl genau so aussehen. Sehr tiefgründig, verpackt in Idiotie.

Idiocracy

Den 20th-Century-Bossen missfiel die subversive Idee, das selbe Publikum, das von der konzerneigenen TV-Sparte „Fox New“ systematisch verblödet wird, im Kino wach zu rütteln. Fast hätte ich „Zum Denken anregen“ geschrieben, das wäre dann doch zu hoch gegriffen. Jedenfalls wurde der Kinostart nicht beworben. „Idiocracy“ floppte folglich gnadenlos in den Kinos. Um eine Zielgruppe zu erreichen, muss man ihre Sprache sprechen. Das klingt hier so: „Hey Mann, warum versuchst du dieses Wort lesen? Bist du eine Schwuchtel oder was?“ Im Klartext: Menschen mit Allergie gegen Brachialhumor und wenig sorgfältiger Ausdrucksweise könnten bei diesem Film Probleme bekommen. Mike Judge geht jedenfalls erfreulich unsubtil vor und lässt seinem heiligen Zorn über die Dummheit der Menschheit freien Lauf. Das garantiert gute Gags in recht hoher Frequenz, allein die Vorstellung, mit welcher Flüssigkeit die Starbucks-Filialen des Jahres 2500 ihr Geld verdienen, ist die DVD wert.

Idiocracy

„Idiocracy“ ist eine erfreulich niveaulose und gar nicht mal so blöde US-Brachialkomödie, der man leichte Plot-Schwächen gerne verzeiht. Terry Crews als President Camacho ist aber auch echt der Hammer. Ein Blick in die Zukunft der Generation RTL und wenn der Film nicht so witzig wäre, wär es ein Drama. Ich empfand den Film in manchen Momenten zum brüllen, war phasenweise angesteckt von dieser Dummheit, die sich wirklich permanent wie ein roter Faden durch den Film zieht. Aber vieles fehlt auch in diesem Film, vieles war nicht durchdacht und nur einige Momente haben wirklich gezündet. Inhaltlich waren auch einige Dinge wenig logisch, wobei der Plan bei dem wahrscheinlich Film war, logikfrei zu sein. Ebenso ist die angepeilte Geschellschaftskritik anfangs präsent, flacht jedoch schnell ab. Schaut ihn euch an. Ganz spassfrei werden Ihr nicht durchkommen! Temporeiche Unterhaltung wird garantiert, „Borat“-Qualitäten werden allerdings nicht erreicht. In diesem Sinne: „Wasser? Das Zeug aus der Toilette?“

Pets

Pets

Weißt du eigentlich was deine Haustiere machen, wenn du nicht zu Hause bist?

20161 h 27 min
Kurzinhalt

Was machen eigentlich unsere geliebten Haustiere, wenn wir nicht zuhause sind? Die nächste Zusammenarbeit zwischen Illumination Entertainment und Universal Pictures knüpft an die bisherigen Grosserfolge an (Despicable Me, Despicable Me 2) und erzählt vom geheimen Leben der Haustiere, wenn deren Herrchen ausser Haus sind.

Metadaten
Titel Pets
Original Titel The Secret Life of Pets
Regisseur Chris Renaud, Yarrow Cheney
Laufzeit 1 h 27 min
Starttermin 24 Juni 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Schauspieler
Mit: Louis C.K., Eric Stonestreet, Kevin Hart, Jenny Slate, Lake Bell, Bobby Moynihan, Albert Brooks
Trailer

In dem neusten Animationsfilm von Illumination stehen Haustiere im Vordergrund. Da sind Hunde, Katzen, Vögel und Meerschweinchen. Sie alle leben in einem Block in Manhattan. Für sie beginnt der Spass, wenn Frauchen und Herrchen zur Arbeit gehen. Dann legt der gepflegte Pudel schon mal eine fette Heavy Metal Platte auf und die Katze räumt den Kühlschrank leer. Der neuste Animationsfilm von den Machern der „Minions“ blickt in die Gedankenwelt der Tiere hinein. Dabei nutzen sie auf eine grandiose Art und Weise die Eigenheiten der Tiere wie das Zeitgedächtnis von Hunden oder die Schreckhaftigkeit von Katzen.

Pets

„The Secret Life of Pets“ wie der Film im Original heisst, ist grundsätzlich nicht für Erwachsene ausgelegt, erzählt also eine einfache und plumpe Geschichte. Die Story ist so flach, dass ich zu Beginn des Films Probleme hatte, diese überhaupt zu erkennen. Aber bedenken wir noch einmal, dass „Pets“ für ein junges Publikum gemacht wurde, entschuldigt das eine nicht ganz so tiefsinnige Story. Dafür besitzt „Pets“ jede Menge Humor und kommt mit vielen kleinen Witzen daher. Technisch gesehen ist der Film allererste Sahne. Die Animationen, die Szenerie, die Kamera, die Bilder, das alles ist einfach wunderschön umgesetzt. Die Haustiere haben natürlich einen besonders hohen Cute-Factor, so ist das eben bei Animationsfilmen für Kinder und das funktioniert dann auch bei uns Älteren.

Pets

Für die deutsche Fassung konnte man bekannten Schauspielern wie Jan Josef Liefers, Dietmar Bär, Dieter Hallervorden, Ralf Richter und Uwe Ochsenknecht für die Synchronisation gewinnen. Vieles ist tatsächlich witzig und entlockte immer wieder ein Lachen oder Schmunzeln. Dafür verantwortlich ist hauptsächlich die hervorragende und liebevolle Animation der Tiere. Die Mimik und Gestik ist oftmals zum Schreien komisch, einige der Sprüche sind es ebenso. Der Soundtrack ist durchwegs gelungen und bringt immer wieder Schwung in die Story. Kindern wird der Film gefallen, was ich absolut nachvollziehen kann. Erwachsene sollten entweder ihre Erwartungen herunterschrauben oder wirklich ein Fan von amerikanischen Animationsfilmen sein, um grossen Gefallen an „The Secret Life of Pets“ zu finden. Für alle anderen bleibt ein zwar schnörkelloser und unterhaltsamer, aber zu einfach gestrickter Streifen übrig.

Hardcore

Hardcore

Hart.. Harter

20161 h 30 min
Kurzinhalt

Eben noch auf der Schwelle zwischen Leben und Tod, im nächsten Moment als kybernetisch aufgemotzte Kampfmaschine auf der Suche nach der eigenen Identität und den Entführern seiner Frau Estelle: Für Henry kommt es im futuristischen Moskau hammerhart. Lediglich unterstützt durch den schrägen Jimmy, muss er es nicht nur mit Heerscharen namenloser Söldner aufnehmen, sondern auch deren psychopathischen Boss Akan in die Schranken weisen, der eine Armee biotechnisch aufgerüsteter Soldaten produzieren will. Getreu dem Motto „Blut schlucken und schlucken lassen“ bleibt Stehaufmännchen Henry nichts anderes übrig, als bis zum finalen „Game Over“ auch den letzten der „Scheißkerle“ endgültig plattzumachen.

Metadaten
Titel Hardcore
Original Titel Hardcore Henry
Regisseur Ilya Naishuller
Laufzeit 1 h 30 min
Starttermin 7 April 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Trailer

Wie im 2014 erschienenen deutschen Horrorfilm „First Person Shooter“ sieht der Zuschauer Hardcore ausschliesslich aus der Perspektive von Cyborg Henry. So fühlt sich der Film wie ein Ego-Shooter an. Wem bei Cloverfield schon schlecht wurde, sollte einen grossen Bogen um „Harcore“-Henry hier machen. Man fliegt durch die Luft, sprintet durch Strassen, hüpft über Dächer wie ein Parkour-Weltmeister, wühlt sich durch Innereien, ballert mit sämtlichen Kalibern auf so ziemlich alles, was einem über den Weg läuft. Was wohl bisher kein anderer Film schaffen konnte, ist „Hardcore“ gelungen, nämlich „Predator“ nach fast 30 Jahren vom „Thron für die spärlichsten Dialoge in einem Actionfilm“ zu stossen.

Hardcore

Wie erwähnt ist die Ego-Perspektive in der Filmbranche kein gänzlich neues Stilmittel, es bei einem rasanten Actionfilm derart konsequent durchzuziehen, ist allerdings Neuland – und verdammt cool. Der Film legt ein beeindruckendes Tempo vor und geht allenfalls mal für zwei, drei Minuten vom Gas. Ein brutales und adrenalingeladenes Spektakel, das technisch einwandfrei ungesetzt wurde. Dass die Kamera dabei herumwirbelt und extrem wackelt ist nur logisch. Auch der Soundtrack erweist sich als sehr passend. Wenn der Streifen jetzt noch eine gute Story präsentieren würde, wäre alles perfekt, aber wie so oft ist nichts auf dieser Welt vollkommen. Die Handlung ist derart dämlich, dass sie durch ihre unfreiwillige Komik fast schon wieder gerettet wird. Ein paar Witze werden auch absichtlich gerissen, allerdings wirken die mitunter ziemlich aufgesetzt.

Hardcore

Ein Grossteil der Szenen wurde mit GoPro-Kameras gedreht. Um die Post-Produktion von Hardcore finanzieren zu können, wurde ein Crowdfunding in die Wege geleitet. Der Film entfaltet sich im Zeitraum eines einziges Tages in Moskau. Bevor er Hardcore drehte, der in den USA unter dem Titel Hardcore Henry vermarktet wurde, schuf Regisseur Ilya Naishuller vor allem Musikvideos. Bereits diese Videos filmte er im selben Stil, also schnell, actionreich und aus der ersten Perspektive gesehen. Hardcore wurde sein erster inszenierter Spielfilm. Schauspieler Sharlto Copley (District 9) bezeichnete Hardcore im Nachhinein als den herausforderndsten Dreh seiner Karriere und zeigte sich von der Arbeit der Stuntmänner beindruckt, die das Set mit insgesamt nur fünf Stichen bei zu nähenden Verletzungen und einem abgebrochenen Zahn verliessen. Seine Premiere feierte Hardcore 2015 auf dem Toronto Film Festival, wo der Actionfilm sich zu einem der populärsten gezeigten Werke entwickelte. Die Verleih-Firmen Lionsgate, Universal und STX Entertainment lieferten sich daraufhin einen harten Kampf um die Rechte für den Vertrieb des Films, wobei STX schliesslich mit einem Gebot von 10 Millionen Dollar als Sieger aus dem Bieterkrieg hervorging.

Hardcore

Ich habe auch Sharlto Copley schon wesentlich besser erlebt. Und was es mit den telekinetischen Fähigkeiten des Widersachers auf sich hat, hält auch niemend für nötig zu beantworten. Die Beteiligten waren wohl derart elektrisiert von der Idee das wirklich durchzuziehen, dass keiner das Drehbuch mit Verstand gelesen hat. Trotz erheblicher inhaltlicher Schwächen, die in einem Spiel wahrscheinlich so hinnehmbar wäre, ist „Hardcore“ ein Fest für jeden Actionfan. Wer sich gerne mal auf etwas Neues einlässt und dabei über die eine oder andere Unzulänglichkeit hinwegsehen kann, sollte ruhig mal einen Versuch wagen und dem Film eine Chance geben.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Batman v Superman: Dawn of Justice

20162 h 33 min
Kurzinhalt

Zwei Wesen des zerstörten Planeten Krypton brachten im Finale von „Man Of Steel“ Zerstörung auf die Erde: Die Kontrahenten Superman und General Zod. Der böse Zod wurde geschlagen und der Mann aus Stahl wird fortan entweder als Gott verehrt oder – ob seiner Macht – als Bedrohung für die Menschheit verdammt. Ein gewichtiger Wortführer im globalen Shitstorm gegen Superman ist Bruce Wayne alias Batman. Der sorgt – moralisch unterstützt von Butler Alfred – für Ordnung in Gotham City und ist von den tödlichen Auswirkungen des Gigantenkampfes in der Nachbarstadt Metropolis auch persönlich betroffen. Er stellt sich gegen seinen rot bemäntelten Kollegen, verbal und mit Körpereinsatz. Doch während Batman und Superman kämpfen, taucht eine neue Bedrohung auf, die beide zusammenschweißen könnte und an der das junge Unternehmer-Genie Lex Luthor alles andere als unschuldig ist. Zeit, dass sich die Mitglieder der Heldengruppe Justice League formieren…

Metadaten
Titel Batman v Superman: Dawn of Justice
Original Titel Batman v Superman: Dawn of Justice
Regisseur Zack Snyder
Laufzeit 2 h 33 min
Starttermin 23 März 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Schlecht
Schauspieler
Mit: Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Jesse Eisenberg, Diane Lane, Laurence Fishburne, Jeremy Irons, Holly Hunter
Trailer

Das historische Aufeinandertreffen der beiden Comic-Helden ist ein freudloses Spektakel versäumter Chancen. „Batman v Superman“ ist so dünn, dass ich mich nur daran erinnern kann ihn gesehen zu haben, weil ich gerade dieses Review schreibe. Entschuldigt. Ich muss in den zweieinhalb Stunden eingeschlafen sein – und dass muss daran liegen, dass selbst nach einer Stunde die Geschichte einfach nicht vom Fleck kommt. Der Film kommt ohne Geschmack, ohne Farbe (und das liegt nicht nur an dem beschissenen Filter), so egal, so harmlos und versucht dabei so dermassen relevant und voller Action zu sein, dass man sich am Ende schon fast schämen müsste, nicht so zu empfinden, wenn der Film einem vorher nicht schon alle Gefühle betäubt hätte.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Als bekannt wurde, dass Ben Affleck in dem Film den Batman geben wird, musste ich nur müde Lächeln, doch lasst euch gleich an dieser Stelle eines gesagt sein Freunde: Afflecks Batman ist mindestens so unterhaltsam anzuschauen wie zuvor Christian Bales endlos dahinröchelnder Abschied von der Rolle. Ohnehin ist das gesamte Unterfangen „Batman v Superman“ passabler geraten als die Vorläufer – Christopher Nolans bleischwere Fledermausoper „The Dark Night Rises“ oder Zack Snyders eigener, eklatant inspirationsfreier „Man of Steel“. Was, zugegeben, erst mal nicht viel heissen will. Aber immerhin versucht sich der Film zu Höherem aufzuschwingen, nachdem er zunächst schnell die vertraute Herkunft von Bruce Wayne abgehakt hat. Aber natürlich geht es um noch viel mehr beim Aufeinandertreffen der populärsten Helden des DC-Universums. Schliesslich will man es endlich der Konkurrenz von Marvel gleichtun, die ihre Figuren in immer neuen Konstellationen auf der Leinwand zusammenführt. Die DC-Stars hingegen waren im Kino bislang Einzelkämpfer, doch nun soll unter der Regie von Zack Snyder gelingen, was in den Heftreihen schon jahrzehntelang Superheldenalltag ist.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Wer gesehen hat, wie klug und spannend „Captain America: Winter Soldier“, vielleicht der derzeitige Goldstandard der Comic-Adaptionen, eine wirklich politische Dimension ins Handeln seiner Helden gebracht hat, trauert umso mehr um die hier vergebenen Chancen. Gleiches gilt für die Regie von Zack Snyder, der immer noch nicht zu szenischem Erzählen fähig ist, sondern lediglich eine pompöse Exposition an die nächste reiht. Wenn es besonders gewichtig daherkommen soll, gerne in Zeitlupe, weshalb „Batman V Superman“ über weite Strecken wie eine Kette von Trailern für Filme wirkt, die man nicht zu sehen bekommt. Dazu passt, dass Snyder letztlich überflüssige Traumsequenzen seiner Protagonisten in epischer Breite ausmalt, für das eigentlich interessante, persönliche Drama zwischen ihnen jedoch keine Bilder findet. So hängen die Darsteller zumeist (durchaus wörtlich gemeint) in der Luft und müssen schrecklich papierne Sätze deklamieren. Dabei kann man ihnen nicht mangelndes Bemühen vorwerfen, Ben Affleck gibt dem Dark Knight eine ansprechende Gestalt, und Henry Cavill macht das Bestmögliche aus Snyders fehlgeleiteter Interpretation des Superman-Mythos.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Die aufgesetzte Grimmigkeit von „Batman v Superman“ nervt ebenfalls gewaltig und gleitet nicht selten ins Lächerliche ab: Selbst die Stirn des neuen Batman-Anzugs liegt da schon prophylaktisch in Sorgenfalten. Zwanghafte Humorfreiheit mit Ernsthaftigkeit zu verwechseln, ist folglich das tragische Missverständnis dieses Films, doch wenigstens ein bereits vorab angekündigter Gastauftritt macht Hoffnung auf eine bessere Zukunft in DCs Filmuniversum: Diana Prince alias Wonder Woman, souverän verkörpert von der israelischen Schauspielerin Gal Gadot, ist trotz weniger Leinwandminuten ein Lichtblick unter lauter düster vor sich hin brütenden Männern mit Mutterkomplex. Mit einem Look, der an True-Metal-Plattencover und Motorhauben mit Airbrush-Motiv erinnert, hat sie Spass am Superheldindasein. Der fehlt sonst in einem Film, der zwar weit mehr als einen Mann mit Cape aufbietet – aber dennoch nicht zu den Guten gehört.

Deadpool

Deadpool

20161 h 44 min
Kurzinhalt

Basierend auf Marvels unkonventionellstem Anti-Helden, erzählt Deadpool die Geschichte des ehemaligen Special Forces Soldaten und Söldners Wade Wilson, der - nachdem er sich einem skrupellosen Experiment unterzieht - unglaubliche Selbstheilungskräfte erlangt und sein Alter Ego Deadpool annimmt. Mit schwarzem, schrägen Sinn für Humor und ausgestattet mit neuen Fähigkeiten begibt sich Deadpool auf die unerbittliche Jagd nach seinen Peinigern, die beinahe sein Leben zerstörten.

Metadaten
Titel Deadpool
Original Titel Deadpool
Regisseur Tim Miller
Laufzeit 1 h 44 min
Starttermin 9 Februar 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Gut
Schauspieler
Mit: Ryan Reynolds, Morena Baccarin, T.J. Miller, Ed Skrein, Stefan Kapičić
Trailer

Deadpool ist ein spassiger Comicfilm, dessen dynamische Hauptfigur darüber hinwegrettet, dass die Story eigentlich nicht sehr interessant ist. Der Charakter ist in seinem Dauerlabermodus ganz gut getroffen und man merkt deutlich, wie sehr sich Ryan Reynolds die Seele aus dem Leib spielt. An beinahe jeder Ecke finden sich Anspielungen und Seitenhiebe zu Comics und Filmen und die Witze und Sprüche an sich sind herrlich derb und verschonen niemanden. Deadpool ist ein sympathisches Arschloch und auch die beiden X-Men Colossus und Emo-Explosionsgirl sind coole Figuren. Aber warum gibt man diesen im Grunde netten Figuren nicht irgendwas zu tun?

Deadpool

Kaum ein Superheld oder Supersöldner in diesem Fall, ist so beliebt wie Wade Wilson, schliesslich ist Deadpool mit seinem Meta-Humor und seinem Bewusstsein für das Medium in dem er sich bewegt einzigartig. Umso mehr erstaunt es, dass 20th Century Fox so lange gebraucht hat, um einen Film mit dem Söldner mit der grossen Klappe durchzuwinken. Mir hat Deadpool gefallen und es ist lange her, dass mich ein Blockbuster so sehr zum Lachen gebracht hat. Für den stark aufspielenden Ryan Reynolds dürfte Deadpool die Rolle seines Lebens sein. Man mag ihm den Erfolg nach seiner Bauchlandung mit „Green Lantern“ gönnen. Mit dem humorlosen Hünen Colossus hat Deadpool zudem den coolsten Sidekick im Superheldenuniversum. Doch warum bleibt Deadpool bei all dem Blut und Sprüchen trotzdem irgendwie so handzahm und knuddelig? Weder erreicht er je echte moralische Ambivalenz in comichafter Überhöhung, wie sie z.B. Lobo auszeichnet, der schonmal ganze Planeten auslöscht, noch wird er auf menschlicher Ebene so richtig greifbar.

Deadpool

Für einen Film, der sich auf die Fahne geschrieben hat, das Superheldenuniversum aufzumischen, ist Deadpool erschreckend konventionell gestrickt. Es ist, als ob sich die Macher nicht sicher gewesen wäre, ob das Publikum auf das Konzept anspricht. Nur so ist zu erklären, dass uns eine überlange Origin Story erklärt, warum Deadpool so ist, wie er ist. Doch statt Empathie weckt diese nach klassischem Schema gestrickte Einführung nur Langeweile – wie können wir mit einem Charakter mitfühlen, wenn sich die Macher in nahezu sämtlichen Szenen des Films über diesen mokieren? Was ist der Anreiz, diesem Charakter, der in jeder Szene als unberechenbarer Kindskopf und notorischer Eigenbrötler dargestellt wird, auch noch eine Liebesgeschichte anzudichten? Eine Love Story, die obendrein darin gipfelt, dass der Held seine Geliebte aus den Klauen des Bösewichtes retten muss? Wäre es doch um einiges interessanter gewesen, wenn Deadpool auf all diese Klischees geschissen und damit bewiesen hätte, dass er nicht nur auf dem Papier anders ist?

Deadpool

Was für den Film spricht ist aber die unübersehbare Leidenschaft der Macher, die diese Figur angemessen zum Leben erwecken wollten. Denn trotz der fehlenden Story, wirkt der Film nie, als wäre er am Reissbrett der Werbeabteilung entworfen wurden, wie die beiden grauenvollen Wolverine-Streifen oder alles was je zu Fantastic 4 gedreht wurde. Wie sehr Deadpool zu begeistern vermag, liegt wohl vor allem daran, wie originell man das Konzept empfindet und ob man mit der Figur warm wird und natürlich in wieweit eine Figur die etwas karikiert auf Strecke erträglich ist. Ich bin durchaus gespannt auf den zweiten Teil, hoffe aber, dass ihnen das nächste mal auch eine Geschichte einfällt, damit Deadpool sich nicht ausschliesslich auf seine Metaebene verlassen muss. Die funktioniert nämlich dann am Besten, wenn es auch eine Hauptebene gibt.

Asterix im Land der Götter

Asterix im Land der Götter

20141 h 25 min
Kurzinhalt

Schon lange sind die unnachgiebigen Gallier den Römern, allen voran Julius Caesar, ein Dorn im Auge. Da es bislang nicht möglich war, das gallische Völkchen mit militärischen Mitteln zu vertreiben, haben sich Caesar und seine Berater eine neue Idee einfallen lassen, mit der sie den widerspenstigen Galliern endlich beikommen wollen: Sie errichten eine Luxussiedlung unter dem Namen "Land der Götter" rund um das Dorf der Gallier und gliedern sie damit unfreiwillig in das Römische Imperium ein. Doch mal wieder haben die Römer die Rechnung ohne Asterix und Obelix gemacht. Wie gewohnt wissen die Gallier sich zu wehren und sabotieren die Bauarbeiten: Zuerst mit zaubertrankgetränkten, schnellwachsenden Eicheln und später mit Hilfe von Troubadix' Gesangskünsten...

Metadaten
Titel Asterix im Land der Götter
Original Titel Astérix: Le domaine des dieux
Regisseur Alexandre Astier, Louis Clichy
Laufzeit 1 h 25 min
Starttermin 26 November 2014
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Meisterwerk
Trailer

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Die Zeit der peinlichen Realverfilmungen ist definitiv vorbei – die liebevolle 3D-Umsetzung beweist, dass es viel besser geht. „Asterix im Land der Götter“ (Astérix: Le Domaine des Dieux) ist ein äusserst witziger und kurzweiliger Spass ganz im Geiste der Comicvorlage.

Asterix im Land der Götter

Die Asterix-Comics haben sich, wenn es um Verfilmungen geht, in den letzten zehn Jahren ein bisschen vom Wunder- zum Sorgenkind gemausert. Die Reihe, die 1999 ganz vernünftig mit der international produzierten Realverfilmung „Asterix und Obelix gegen Caesar“ (Astérix et Obélix Contre César) mit Christian Clavier und Gérard Dépardieu in den Hauptrollen begann, gipfelte irgendwann im schrecklich lustlosen vierten Realfilmabenteuer „Asterix und Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät“, den auch gar niemand mehr sehen wollte. Gleichzeitig zur Produktion des bis dato letzten Spielfilms sass ein kleines Studio namens Mikros Image an einer 3D-animierten Verfilmung, die damit an die Tradition der animierten Abenteuer der mutigen Gallier anknüpft. „Asterix im Land der Götter“ erzählt die Geschichte des gleichnamigen Comics, bei uns „Die Trabantenstadt“, in dem Cäsar versucht, die Gallier zu besiegen, indem er ihnen eine Stadt direkt vor ihrer Nase baut, in der Hoffnung, den Unbeugsamen so die Zivilisation aufzuzwingen.

Asterix im Land der Götter

Technisch leisten die Macher dieses Filmes solide Arbeit, auch wenn die Animationen nicht immer gleich flüssig und dynamisch daherkommen. Man merkt dem Film an, dass das zuständige Studio noch sehr jung ist – Mikros Image hat bisher erst an drei Animationsfilmen gearbeitet, darunter auch „Le Petit Prince“. Dennoch kann „Asterix im Land der Götter“ überzeugen. Der Film fängt mit seiner Fülle an visuellen Gags geschickt den Witz der alten Zeichentrickfilme ein und wird auch dem Charme der Comicvorlage gerecht. Regisseur Alexandre Astier lässt es sich nicht nehmen, den Film zudem mit einer gewissen Aktualität zu versehen – den Einzug der Römer in die Nähe des Gallierdorfes spiegelt er geschickt mit den aktuellen Flüchtlingsströmen, wobei er den Galliern den Part der Ewiggestrigen, die sich über die Verfremdung empören, zugesteht. Goscinny wäre stolz! Eine schöne und vorallem äusserst unterhaltsamer Film, den man Gross und Klein empfehlen kann.

Kingsman: The Secret Service

Kingsman: The Secret Service

Holen Sie den König zurück zu Kingsman!

20152 h 09 min
Kurzinhalt

Harry Hart ist ein britischer Geheimagent der alten Schule – cool, charmant und abgebrüht. Er arbeitet für einen der geheimsten Nachrichtendienste überhaupt: die Kingsmen. die Agenten, die sich selbst als moderne Ritter verstehen, sind ständig auf der Suche nach neuen Rekruten. Harry wird auf den Straßenjungen Gary aufmerksam, der, wie er findet, einiges an Potenzial zeigt. allerdings liebäugelt dieser mit der Welt jenseits des Gesetzes und kennt keine Disziplin. Dennoch bewahrt ihn Harry vor dem Gefängnis und schleust ihn in das Rekrutierungsprogramm der Kingsmen ein. Dies ist das wohl härteste seiner Art und an vielen Stellen wirklich lebensgefährlich. Zu allem Überfluss bahnt sich noch während der Ausbildung eine weltweite Bedrohung an. Ein unglaublich gut organisiertes Verbrechersyndikat erscheint auf dem Plan und bedroht den internationalen Frieden und die Sicherheit. Gary muss sich nun beeilen, die Torturen der Ausbildung überstehen und, am aller Wichtigsten, erwachsen werden.

Metadaten
Titel Kingsman: The Secret Service
Original Titel Kingsman: The Secret Service
Regisseur Matthew Vaughn
Laufzeit 2 h 09 min
Starttermin 13 Januar 2015
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Gut
Bilder
Trailer

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Kingsman ist das willkommene Gegengift zum langweilig gewordenen James Bond. Weg von Rumgejammer und Midlife-Crisis, zurück zu Spass und überlebensgrosser Agenten-Action. Collin Firth ist der perfekte Gentleman-Spion und Taron Egerton macht sich überraschend gut, als Teenie der für den coolsten Geheimdienst der Welt rekrutiert wird.

Regisseur Matthew Vaughn hat seit „Kick Ass“ nochmal dazu gelernt und schafft es jetzt die hyperstylishen Gewaltszenen in einen runderen Kontext zu setzen. Man merkt ihm deutlich die Liebe zum Sixties Style, zu den ganzen Agenten der Gentleman-Ära an und dennoch wirkt der Film nicht wie ein Rückfall in die alte Zeit. „Kingsman“ ist nicht so albern wie „Austin Powers“ oder die „Spy Kids“-Filme, aber trotzdem in allem auf 11 gedreht. Der Style ist britischer als britisch, die Gadgets ebenfalls und der Oberschurke könnte karikierter kaum sein. Vaughn und sein Autor Mark Millar kennen ihre Vorbilder und haben dennoch einen diebischen Spass daran, sie umzukrempeln.

Samuel L. Jackson ist einerseits ein megalomanischer Blofeld-Verschnitt, aber durchaus ein vernünftig argumentierender Zeitgenosse, dessen böser Plan zumindest theoretisch sinnvoll erscheint. Und er karikiert seine diabolische Ausstrahlung durch Sprachfehler die Unfähigkeit Gewalt und Blut zu ertragen. Bei aller Übertreibung sind die Figuren immer noch so menschlich, dass sie nicht austauschbar und langweilig werden. In einer der besten Szenen des Films, reflektiert Vaughn sogar die eigene cinematische Glorifizierung von Gewalt, wenn Firth ein unbeschreibliches Massaker anrichtet, das alle Register der Gewaltpornographie zückt nur um den gehypten Kingsman und den Zuschauern danach die eigene Begeisterung vorzuführen, wenn allen Beteiligten klar wird, das unser Held gerade unschuldige Menschen abgeschlachtet hat.

Das bedeutet nicht, dass der Regisseur seine überzeichnete Gewalt nicht liebt, aber es zeigt das er sich zumindest der Problematik bewusst ist und sehr genau die Mechanismen kennt, mit denen er sein Publikum verführt. Trotz aller Metzelszenen meidet er stets die selbstgerechte, mobfütternde und unangenehme Aura die Selbstjustiz-Action-Filme wie Taken durchdringt. Dazu ist Kingsman dann einfach zu sehr in einem schwerelosen Comic-Universum verankert, in dem alles mit einer Prise Roger Moorschem Augenbrauen heben serviert wird. Als Popcorn-Kino ist Kingsman auf jeden Fall mit das Beste was es in diesem Bereich in den letzten Jahren zu sehen gab. Was optische Ideen, Eleganz und stimmungsvolle Musik angeht. Kein Meilenstein, aber ein rundherum unterhaltsamer, rasanter Beweis dafür, dass britische Agenten-Action auch heutzutage noch ihre Berechtigung hat.

Die Peanuts – Der Film

Die Peanuts - Der Film

20151 h 29 min
Kurzinhalt

Charlie Brown, Snoopy, Lucy, Linus und der Rest der beliebten PEANUTS-Bande geben ihr Leinwanddebüt. Und das auf eine Art, wie man sie noch nie gesehen hat: in modernster 3D-Animation. Charlie Brown, der populärste Underdog der Welt, begibt sich dabei auf eine großartige, heldenhafte Mission, während sein bester Freund, der liebenswerte Beagle Snoopy, hoch oben am Himmel die Konfrontation mit seinem Erzfeind, dem Roten Baron, sucht.

Metadaten
Titel Die Peanuts - Der Film
Original Titel The Peanuts Movie
Regisseur Steve Martino
Laufzeit 1 h 29 min
Starttermin 6 November 2015
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Meisterwerk
Schauspieler
Mit: Noah Schnapp, Bill Melendez, Venus Schultheis, Hadley Belle Miller
Trailer

„Die Peanuts – Der Film“ ist ein berührender Film, der eine einfache Story erzählt und dafür umso mehr visuell zu überzeugen weiss. Anders als etwa hyperrealistische Animationen nutzt dieser Film die Freiheiten des Trickfilms und spielt ganz bewusst mit ihnen.

Die Peanuts - Der Film

Als ich zum ersten Mal gehört habe, dass eine Verfilmung von „The Peanuts“ plant, war ich mehr als nur skeptisch. Snoopy und Charlie Brown – in 3D? Die unsäglich grässlichen CGI-Schlümpfe waren noch allzu präsent und so blieb meine Vorfreude eher zurückhaltend. Doch das änderte sich schlagartig als ich die ersten Bilder sah. Die Macher hatten den ruckligen Look sowie die knallige Farbpalette der Vorlage beibehalten und das ganze mit einer weichen, handgemachten Technik kombiniert. Und tatsächlich ist es Regisseur Steve Martino gelungen, mit „The Peanuts Movie“ eine liebevolle und würdige Umsetzung der Comic-Strips von Charles M. Schulz zu schaffen. Die Story, die der Film erzählt ist einfach und kommt ohne viel Theater aus: Als ein neues Mädchen in sein Viertel zieht, ist der notorische Versager Charlie Brown hin und weg – er hofft, dass er ihr beweisen kann, was wirklich in ihm steckt.

Die Peanuts - Der Film

Damit trifft Martino den Ton der Vorlage, die sich selber nie zu ernst nahm. Es ist eine berührende Geschichte über die Schwierigkeit, sich selber treu zu bleiben. Die konventionelle Story ist aber nicht der Trumpf dieses herzigen Filmes, vielmehr sind es die eindrücklichen Animationen, mit denen die Macher die Animationslandschaft gehörig aufmischen. „Die Peanuts – Der Film“ bietet eine Gegenbewegung zum immer realistischer werdenden Zeichentrick – geschickt lotet Steve Martinos Film die Grenzen des Mediums aus. Das 3D-Abenteuer von Snoopy und Co. strotzt nur so vor visuellen Gags und kuriosen Einfällen. Mit seiner hohen Gag-Dichte ist dieser Film der wohl witzigste Animationsfilm, den ich seit seeeehr langer Zeit gesehen habe.

Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

20152 h 15 min
Kurzinhalt

Rund dreissig Jahre nachdem die Rebellen mit der Hilfe der Macht den zweiten Todesstern zerstören und gegen das Imperium triumphiert konnten, ist Luke Skywalker (Mark Hamill) von der Bildfläche verschwunden. In der Zwischenzeit ist aus den Aschen des Imperiums die Erste Ordnung entstanden, welche vom Obersten Führer Snoke (Andy Serkis), einem dunklen Lord der Sith, angeführt wird. Während die Erste Ordnung in Luke Skywalker, dem letzten lebenden Jedi, eine Bedrohung sehen, ist er für den Widerstand die letzte Hoffnung. Also schickt Generalin Leia Organa (Carrie Fisher) ihren besten Piloten, Poe Dameron (Oscar Isaac), auf die Suche nach dem Verbleib des legendären Jedi-Ritters, doch auch die Erste Ordnung hat seine Sturmtruppen, unter der Führung des genauso ambitionierten wie gewissenlosen Sith Lords Kylo Ren (Adam Driver), damit beauftragt, Luke Skywalker zu finden und die Jedi ein für alle Mal auszulöschen. Doch niemand hat mit dem abtrünnigen Stormtrooper Finn (John Boyega) und der resoluten Rey (Daisy Ridley) gerechnet, die mit Hilfe eines alten Bekannten die finsteren Pläne der Ersten Ordnung durchkreuzen wollen.

Metadaten
Titel Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht
Original Titel Star Wars: Episode VII - The Force Awakens
Regisseur J.J. Abrams
Laufzeit 2 h 15 min
Starttermin 17 Dezember 2015
Detail
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Schauspieler
Mit: John Boyega, Daisy Ridley, Oscar Isaac, Adam Driver, Harrison Ford, Carrie Fisher, Mark Hamill,
Trailer

38 Jahre nach dem ersten Film der Saga, „Episode IV“, 10 Jahre nach „Episode III“ und 3 Jahre nach der Ankündigung eines neuen Teils, gefolgt von jeder Menge Hype und Aufregung und tonnenweise Gerüchten nun also endlich „The Force Awakens“ im Kino, in gross und bunt und laut. Der Film ist gut. Stellenweise sogar sehr gut, manchmal tatsächlich magisch. „The Force Awakens“ ist meilenweit von dem Desaster der Prequels entfernt und erinnert auf mehreren Ebenen an die Originaltrilogie. Und es könnte der erfolgreichste Film aller Zeiten werden, Analysten rechnen mit einem Einspielergebnis von bis zu 3 Mrd. US-Dollar.

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

Der Film fühlt sich haptisch an, die Lichtschwertkämpfe sind wuchtig und physisch. Adam Driver (Kylo Ren) erwähnt in einem Interview, die Lichtschwert-Attrappen seien tatsächlich „satisfyingly heavy“ gewesen, hätten auch bei den Dreharbeiten geleuchtet und das sieht man, wenn etwa der Schein der Lichtschwerter in den Gesichtern reflektiert oder auf dem Boden schimmert. Die neuen Lichtschwerter sehen überhaupt grossartig aus, das Plasma wabert aus schweren Metalgriffen und mit behutsam erneuerten SoundFX wirken die Waffen sehr viel gleissender und bedrohlicher, als in allen vorangegangenen Star Wars Filmen. Die Kämpfe im Weltraum und die Verfolgungsjagten mit dem Falken sind extrem mitreissend und wirklich hervorragend getimed, trotzdem nimmt sich der Film ab und zu die Zeit für beinahe schwelgerische und langsame Shots über die Dünen auf Jakku, die natürlich an die Doppelsonnenuntergänge auf Tattooine erinnern.

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

Tatsächlich ist „Das Erwachen der Macht“ voll mit Reverenzen an die alte Star Wars-Trilogie. Ganze Dialogzeilen werden zitiert und Kameraeinstellungen übernommen. So bietet der Film oft einen liebevollen Fanservice, der sich in netten Gags, augenzwinkernden Anspielungen und Parallelen zum Plot von „A New Hope“ äussert. Hier geht der Film für meinen Geschmack ein ganzes Stück zu weit. Hier hätten sich die Drehbuchautoren (Lawrence Kasdan, J.J. Abrams, Michael Arndt) durchaus etwas mehr Eigenständigkeit erlauben können. Da war der Respekt vor dem Original und der Druck durch die immense Erwartungshaltung anscheinend schlichtweg zu gross, so dass Abrams hier dann doch lieber auf Nummer Sicher ging, was den Film leider recht vorhersagbar macht – wie eigentlich jedes Märchen.

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

Das Wiedersehen mit Han, Leia und Chewie treibt einem beinahe die Tränen in die Augen und bei all der Nostalgie ist es dann fast schon erstaunlich, wie sehr man bereits nach kurzer Zeit mit den neuen Charakteren mitfiebert und sie als eigenständige Figuren erlebt, die sich ihren eigenen Platz innerhalb der Star Wars-Mythologie erkämpfen. Von der arschtretenden Rey, dem schelmisch-zaudernden Finn bis zum neurotischen Villain Kylo – alle toll. Und BB-8 war ja nun bereits im Vorfeld der Fan-Favorite und dies völlig zurecht. Wer befürchtet hat, Disney habe aus Star Wars ein kunterbuntes Kinderabenteuer gemacht, so wie es einst George Lucas mit „Episode I“ versucht hatte, kann aufatmen: „Das Erwachen der Macht“ ist düster genug, um auch ältere Fans zu überzeugen. Doch auch der Humor kommt nicht zu kurz, im Gegenteil, der Film ist der vielleicht lustigste Teil der Star Wars-Saga, weil er sich selbst nie zu ernst nimmt. In der alten Trilogie war von dieser notwendigen Selbstironie immer etwas zu spüren, in den drei Sequel-Filmen nur sehr selten. Abrams hat erkannt, dass Star Wars auch lustig sein darf.

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

Der Film sieht toll aus, das Creature-Design ist hervorragend und es gibt einige Wiedersehen und wahrscheinlich entdeckt man bei weiteren Sichtungen noch sehr viel mehr Creatures aus den Vorgänger-Filmen. Die Effekte sind grossartig, das CGI an manchen Stellen aber zu glatt und neben den praktischen FX etwas deplatziert. Die Raumschiffe sind endlich wieder gebraucht und schmutzig. Die Macht wird in Force Awakens wieder ent-rationalisiert, sie wird erneut zum Mythos und in diesen eher ruhigen Momenten, wenn der Film sich in seiner eigenen Mystik gehen lässt, wird er beinahe traumhaft schön. Abrams lässt die galaktische Pseudo-Politik und Fake-Wissenschaft der Prequels völlig aussen vor, der Film konzentriert sich alleine auf die Konstellationen der Figuren, deren Implikationen und das Spektakel, das dann dabei herauskommt. Kein lästig-steif-bemühtes Erklärungskino mehr, sondern Märchen und Kaboom.

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

The Force Awakens ist sicherlich nicht perfekt, dazu ist er an ein paar (wenigen) Stellen doch zu plump erzählt, manche Charaktere sind leider verschwendet – auch wenn wir von ihnen in den zukünftigen Teilen sicher noch viel hören werden – und am Ende ist es eben dann doch „nur“ ein Blockbuster mit all den Oberflächlichkeiten, die ein solcher mit sich bringt. Aber es ist eben ein waschechter Star Wars-Blockbuster und zwar der erste gute seit 1983, der mir tatsächlich ein paar mal Gänsehaut verpasst hat und bei dem es mir ein wenig feucht um die Augenpartie wurde, ab und zu. Eine Verbeugung vor der Originaltrilogie, sowie auch Weichensteller für die Zukunft. Er schafft es, alte und neue Fan-Generationen zu vereinen. Die Macht ist stark in diesem hier. Danke, Mr. Abrams.

Pan

Pan

2015Länge unbekannt
Kurzinhalt

Der aufgeweckte 12-jährige Waisenjunge Peter lässt sich nur selten etwas gefallen. Doch in dem trostlosen Heim, in dem er aufwächst, wird jedes noch so kleine Anzeichen von Rebellion im Keim erstickt. Eines Nachts verschwindet Peter wie von Zauberhand aus dem Waisenhaus und findet sich plötzlich im magischen Nimmerland wieder, das von Feen, Kriegern und Piraten bewohnt wird. Während er versucht, sich an dem fremden und faszinierenden Ort zurechtzufinden, macht er Bekanntschaft mit der kämpferischen Tiger Lily und dem charmanten James Hook. Das alles ist erst der Beginn eines ebenso gefährlichen wie aufregenden Abenteuers, bei dem Peter nicht nur etwas über seine verschwundene Mutter erfährt, sondern es auch mit dem finsteren und erbarmungslosen Piraten Blackbeard zu tun bekommt, dem er sich gemeinsam mit seinen neuen Freunden in den Weg stellt, um Nimmerland zu retten…

Metadaten
Titel Pan
Original Titel Pan
Regisseur Joe Wright
Laufzeit Länge unbekannt
Starttermin 9 Oktober 2015
Website
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Schlecht
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Trailer

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Die Geschichte vom Jungen, der nicht altert, begeistert seit über hundert Jahren Kinder jeden Alters überall auf der Welt. Die neueste Verfilmung „Pan“ will die Digital Natives mit einer zeitgemäss verpackten Ursprungsgeschichte ins Kino locken, doch reichen alleine starke 3D-Effekte nicht wirklich aus, um das Publikum zu verzaubern. Der schottische Schriftsteller James Matthew Barrie schrieb im Jahre 1902 die Geschichte um „Peter Pan“ und seither wurden immer wieder die Abenteuer auf der Insel Nimmerland erzählt: in unzähligen Büchern, Theaterstücken und Filmen.

Joe Wright ist bekannt für Romanverfilmungen schwerer, tiefgründiger Dramen wie „Atonement“, „Pride and Prejudice“ oder „Anna Karenina“. Eine Kindergeschichte wie „Pan“ passt deshalb auf den ersten Blick überhaupt nicht in sein Schema. Andererseits weiss man spätestens seit „Anna Karenina“, dass der Brite bei der Gestaltung seiner Filme kein Risiko scheut. Die Tolstoi-Adaption liess er auf einer surrealen Theaterbühne spielen. Beflügelt vom hohen Fantasy-Potenzial, verpasste er dem Kinderbuch-Klassiker einen neuen, modernen Look. So tragen die Eingeborenen einen kunterbunten Ethno-Mix aus südamerikanischen und asiatischen Einflüsse zur Schau. Etwas wirkt in diesem indigenen Ambiente allerdings völlig fehl am Platz: Die in jeder Hinsicht blasse Rooney Mara als Indianer-Prinzessin Tiger Lily. In den USA löste die Besetzung von Tiger Lily mit der hellhäutigen Schauspielerin Rooney Mara grosse Proteste aus. Über 94‘000 Menschen setzten mit ihrer Unterschrift ein Zeichen gegen „Hollywoods Präferenz für Weisse“. Ihre Forderung an Warner Brothers: „Hört auf, farbige Charaktere mit weissen Schauspielern zu besetzen!“ Regisseur Joe Wright verteidigte seine Wahl so: Rooney Mara habe in der Vergangenheit oft starke Frauenfiguren verkörpert. Weil Tiger Lily Frauenpower ausstrahlen müsse, sei Mara darum perfekt für die Rolle. Das klingt fast so, als ob farbige Schauspieler dasselbe nicht leisten könnten. Maras Performance ist keine Katastrophe – und doch wirkt sie als Indianer-Prinzessin völlig unauthentisch. Da hilft nicht mal ihr übertrieben grosser Ethno-Kopfschmuck!

Als Peter in die Tiefe gestossen wird, offenbaren sich seine übernatürlichen Fähigkeiten. Vor dem Aufprall schwebt er das erste Mal in der Luft und allen ist klar: Er ist der Auserwählte, der Befreier von Nimmerland. Welch grosse Verantwortung! Der Film ist diesem Druck nicht gewachsen. Statt sich durch ein kindliches Abenteuer zu schlagen, muss Peter in Windeseile erwachsen werden. Er muss anfangen, an sich und seine Fähigkeiten zu glauben. Das Grundmotiv des Originals, ewig ein Kind zu bleiben, geht in „Pan“ leider völlig unter. Wie schade, schliesslich lebt Peter Pans Geschichte genau von dieser kindlichen Magie. Mit seinem visuellen Ideenreichtum zaubert Joe Wright zwar ein prachtvolles Nimmerland auf die Leinwand. Doch auch mit den schönsten Effekten gelingt es dem Regisseur nicht, den schwachen Inhalt zu kaschieren. Das Erzähltempo ist lahm und die Dialoge wirken einfallslos..

Der Marsianer – Rettet Mark Watney

Der Marsianer - Rettet Mark Watney

Hilfe ist nur 140 Millionen Meilen entfernt

20152 h 21 min
Kurzinhalt

Nach einem verheerenden Sturm auf dem Mars holt die NASA seine Forscher vor Ort zurück auf die Erde. Astronaut Mark Watney wird für tot gehalten und zurückgelassen. Doch er lebt - für den Moment zumindest. Denn mit schneller Hilfe ist nicht zu rechnen. Also muss er selbst sehen, wie er ganz alleine für Vorräte für die nächsten Jahre sorgt, wie er einen Weg findet, Kontakt zur Nasa aufzunehmen und ein Lebenssignal zu senden. Parallel versuchen seine Kollegen einen Rettungsplan auszuarbeiten.

Metadaten
Titel Der Marsianer - Rettet Mark Watney
Original Titel The Martian
Regisseur Ridley Scott
Laufzeit 2 h 21 min
Starttermin 2 Oktober 2015
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Nicht so schlecht
Bilder
Schauspieler
Mit: Matt Damon, Jessica Chastain, Kate Mara, Jeff Daniels
Trailer

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Ridley Scott verzichtet in „Der Marsianer“ auf bedeutungschwangere Symbolik und existenzialistische Schwere und inszeniert Mark Watneys spannenden Überlebenskampf im Weltraum mit leichter Hand. Der Film beinhaltet viele gelungene Gags, grossartige Szenen, die besonders Tüftler und Technik-Nerds begeistern werden, sowie teilweise spektakuläre Kameraarbeit von Dariusz Wolski – auch wenn die 3D-Technik weiterhin ein Ärgernis bleibt und zumindest in dieser Form hoffentlich bald für immer verschwindet. „Der Marsianer“ entstand jedoch ganz offensichtlich in enger Zusammenarbeit mit der amerikanischen Weltraumbehörde NASA und dies ist durchaus problematisch. Scott zeichnet ein ausschliesslich positives Bild des internationalen Weltraumprogramms und spricht ihm geradezu das Potential zu, den Weltfrieden herbeizuführen und rivalisierende Wirtschaftsmächte wie die USA und China friedlich zu vereinen. In diesen Momenten fühlt man sich dann leider manchmal wie in einem Werbefilm der NASA und beginnt sogar kurzzeitig Ridley Scotts Motivation zu hinterfragen, diesen für ihn eher ungewöhnlichen Stoff zu übernehmen. Doch hier sollen gar keine Verschwörungstheorien in die Welt gesetzt werden, denn „Der Marsianer“ ist mit Sicherheit Ridley Scotts gelungenster Film seit vielen Jahren und besticht gerade dadurch, dass sich hier ein Hollywood-Schwergewicht mit ungeahnter Leichtigkeit auf neues Terrain wagt.

Terminator: Genisys

Terminator Genisys

2015Länge unbekannt
Kurzinhalt

Arnold Schwarzenegger wird als Terminator zurückkehren. Beim fünften Teil der Reihe handelt es sich um ein Reboot, welches außerdem den Anfang einer neuen Trilogie markiert: Im Gegensatz zur Handlung von „Terminator“ trifft hier Sarah Connor schon als Kind auf den T-800. Nachdem Sarahs Eltern von einem durch die Zeit gereisten Terminator ermordet wurden, nimmt sich der T-800 des 9-jährigen Mädchens an und zieht es groß. Dabei erklärt er Sarah, was in der Zukunft geschehen soll, doch sie wehrt sich entschieden gegen die Vorstellung, dass ihre Geschichte schon vorherbestimmt ist und trifft eine andere Wahl…

Metadaten
Titel Terminator Genisys
Original Titel Terminator Genisys
Regisseur Alan Taylor
Laufzeit Länge unbekannt
Starttermin 1 Juli 2015
Website
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung In Ordnung
Bilder
Schauspieler
Mit: Arnold Schwarzenegger, Emilia Clarke, Jason Clarke, Jai Courtney, J.K. Simmons, Dayo Okeniyi, Lee Byung-hun
Trailer

He is back! „Terminator: Genisys“ ist der fünfte Teil der Saga, in den Hauptrollen sind Schauspiel-Legende Arnold Schwarzenegger als Terminator T-800 und „Game of Thrones“-Star Emilia Clarke als Sarah Connor zu sehen. Was dürfen wir in diesem fünften Teil der Terminator-Reihe erwarten? Ist er besser als die Teile 3 und 4? Oder geht es gleich belanglos weiter mit den Fortsetzungen? Fragen über Fragen, welche wir euch nachfolgend versuchen zu beantworten.

Endlich ist Arnold Schwarzenegger wieder in seiner Paraderolle als Terminator zu sehen – er sollte das jedoch nicht wiederholen, denn die Art, wie er hier noch einmal die Augen zusammenkneift, weil er das an seinem Schauspieler-Idol Eastwood so liebt, ist derart nah am versöhnlichen Zwinkern, dass man darin nur ein schönes Abschiedsgeschenk der Rolle an den Darsteller sehen kann, das Schwarzenegger dankbar annehmen sollte: So gut, so liebenswert wie hier, als standhaft treuer Schrotthaufen, wird er wohl nie mehr aussehen. Im fünften Teil der Saga begibt sich Arnie alias T-800 erneut auf Zeitreise, um die Welt vor dem gefährlichen Maschinen-Imperium Skynet zu beschützen. Begleitet wird er dabei von der aus den ersten beiden Teilen bekannten Sarah Connor – dieses Mal gespielt von Emilia Clarke, die vielen wahrscheinlich als Daenerys Targaryen aus der HBO-Erfolgsserie „Game of Thrones“ bekannt sein dürfte. An der Seite von „Arnie“ sind auch Jason Clarke (John Connor) und Jay Courtney (Kyle Reese) unterwegs in abenteuerlicher Mission.

Für alle Fans von actionreichen und bildgewaltigen Kampfszenen und atemberaubenden Spezialeffekten ist dieser Film also sicherlich eine wahre Freude. Anders sieht es aber leider bei der Story des Films aus, denn über die fehlende Logik kann auch die schönste Action und der trockenste Arnie-Spruch nicht hinwegtäuschen. Ja, natürlich ist es schön, immer wieder kleine Easter Eggs und versteckte Hinweise auf die zurückliegenden Terminator-Filme zu entdecken, doch wenn einem am Ende des Filmes gefühlt hunderttausend Fragezeichen im Kopf herumschwirren, dann lief da irgendwas wohl falsch. Regisseur Alan Taylor selbst hatte unlängst in einem Interview zugegeben, dass das Skript zu „Terminator: Genisys“ nur Durchschnitt sei und dass dem Film schlicht und ergreifend die Logik fehle – doch sei ihm das, auf Gutdeutsch, offenbar ziemlich „wurscht“, wie er gegenüber „The Daily Beast“ zugab. So gebe es auf die zahlreichen Fragezeichen im Kopf der Zuschauer zwar in der Tat Antworten. Doch seien die nicht im Film enthalten, da sie – so der Meister – zum Genuss dieses Action-Blockbusters nicht relevant seien. Euhm ja,… Schade! Tröstlich ist hingegen, dass trotz der diversen Fragezeichen einer auf ganzer Linie überzeugt: Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger, dessen Revival mit immerhin 67 Jahren doch zu gefallen weiss. Man merkt, er hat immer noch riesig Spass an seiner Paraderolle, was sich vor allem in der unterhaltsamen Vater-Tochter-gleichen Beziehung mit Emilia Clarkes Sarah Connor zeigt.

„Terminator: Genisys“ ist kein Muss-man-gesehen-haben-Werk, aber wer schon die ersten vier Terminator-Filme mochte, dürfte hier zwei schöne Stunden verbringen. Dabei kommt der Film nicht an die ersten beiden Teil ran, die werden wahrscheinlich für immer unerreicht bleiben. Aber gegenüber Teil 3 und 4 hat T5 doch wieder zugelegt. Einige Dinge finde ich absolut unpassend, so zum Beispiel den Terminator als Paps zu bezeichnen, der Bösewicht gleicht in seinen Eigenschaften prinzipiell dem Terminator aus Teil 2, wenn auch dessen Genialität nicht erreicht wird. Die Geschichte um John Connor ist harter Tobak, das war so nicht zu erwarten.

Mad Max: Fury Road

Mad Max: Fury Road

Was für ein schöner Tag

2015Länge unbekannt
Kurzinhalt

An den äußersten Grenzen unseres Planeten, in einer trüben Wüstenlandschaft, wo die Menschheit verkommen und fast jeder bereit ist, für das Überlebensnotwendige bis an die Grenzen zu gehen, leben zwei Rebellen. Sie sind auf der Flucht und könnten der Schlüssel dazu sein, die zerfallene Ordnung wiederaufzurichten. Auf der einen Seite ist da Max ein Mann der Tat und weniger Worte, der nach dem Verlust seiner Frau und seines Kindes Seelenfrieden sucht. Auf der anderen Seite ist da Furiosa eine Frau der Tat, die glaubt, dass sie ihr Überleben sichern kann, wenn sie es aus der Wüste bis in die Heimat ihrer Kindheit schafft. Als Max gerade beschlossen hat, dass er alleine eigentlich besser dran ist, trifft er auf eine Gruppe in einem Kampfwagen, an dessen Steuer sich die elitäre Herrscherin befindet. Die Rebellen sind dem Warlord Immortan Joe entkommen, der ihnen nun nachstellt.

Metadaten
Titel Mad Max: Fury Road
Original Titel Mad Max: Fury Road
Regisseur George Miller
Laufzeit Länge unbekannt
Starttermin 15 Mai 2015
Website
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Meisterwerk
Schauspieler
Mit: Tom Hardy, Charlize Theron, Hugh Keays-Byrne, Nicholas Hoult, Josh Helman, Rosie Huntington-Whiteley,
Trailer

„Mad Max: Fury Road“ ist in Film, den man so schnell nicht vergisst! George Miller erzählt in diesem Film von einer dystopischen Welt, in der Wasser und Benzin knapp sind – und wer diese Ressourcen besitzt, der hat folglich die Oberhand. Als sich Imperator Furiosa gegen ihren Anführer Immortan Joe auflehnt, entbrennt ein Bandenkrieg, zwischen dessen Fronten sich Mad Max wiederfindet. So einfach diese Geschichte erzählt ist, so simpel ist sie auch gestrickt. Regisseur George Miller hat Wert darauf gelegt, so viel wie möglich mit echten Stunts zu arbeiten und das sieht man dem Film auch deutlich an. So kommt es zwischen Flammenwerfern, Explosionen und Schüssen zu harter physischer Action neben, auf und unter den kuriosesten Endzeitfahrzeugen. Das alles im Umfeld einer nicht minder verrückten Welt, sorgt für das nicht nur grösste, sondern auch beste Actionspektakel dieses Sommers. Mad Max is back!

Wer nun meint, dass „Mad Max: Fury Road“ deswegen lockere Unterhaltung biete, irrt gewaltig! Dieser in rostrot und stahlblau getauchte Fiebertraum ist alles andere als leichte Kost. Miller zaubert ein bombastisches und akribisch durchorchestriertes Actionfeuerwerk. Die Flucht quer durch die Wüste, zum dröhnenden Sound von E-Gitarren, lässt kaum Atempausen und wartet mit abgefahrenen Stunts auf. Untermalt wird das Ganze vom pumpenden Score des Holländers Tom Holkenborg aka Junkie XL, der nach „300: Rise of an Empire“ erneut eindrücklich beweist, dass er der Mann für opulenten Bombast ist. Am meisten fasziniert an diesem Film, dass der von Tom Hardy verkörperte Max gar nicht der eigentliche Held ist. Die von Charlize Theron brilliant gespielte Furiosa sowie eine Handvoll weiterer Frauen stehlen ihm locker die Show und treten mindestens soviele Ärsche wie Max, womit sie diesen Film wohl zum feministischsten Action-Streifen der letzten Monate machen. „Mad Max: Fury Road“ ist ein bildgewaltiger Trip in eine Welt der heulenden Motoren und durchgeknallten Gestalten. Der Action-Film des Jahres!