Berkshire County

Berkshire County

20141 h 23 min
Kurzinhalt

Schülerin Kylie hat's nicht leicht. Schulplayboy Marcus nötigte sie zum Oralverkehr, seine Kumpels stellten ein Video davon ins Netz, und ihre Mitschülerinnen hassen sie deswegen. Zur Ablenkung geht's zum Babysitten hinaus aufs Land, wo zwei kleine Kinder der Betreuung bedürfen. Doch kaum sind die Kinder zu Bett gebracht, begehren maskierte Fremdlinge gewaltsam Einlass. Kylie gelingt es zunächst, sie von der Schwelle zu halten und Notrufe zu tätigem, doch weder die Cops noch der herbei geeilte Marcus entpuppen sich als wirkliche Hilfe.

Metadaten
Titel Berkshire County
Original Titel Berkshire County
Regisseur Audrey Cummings
Laufzeit 1 h 23 min
Starttermin 5 Oktober 2014
Detail
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Bilder
Trailer

„Berkshire County“ ist ein recht spannender Home Invasion Horrorfilm, der noch ein bisschen Coming of Age dazurührt. Darstellerisch ist das nicht ganz so dolle und Geld für ne vernünftige deutsche Synchronisation war auch nicht vorhanden. Der Film ist sehr vorhersehbar und wer „You are next“ mochte, ist hier auch gut bedient. Ich hab mich zumindest nicht gelangweilt und das ist schon ein paar Punkte wert.

Psychopathen mit Schweinemasken sind im Genre mittlerweile ziemlich häufig anzutreffen, um ahnungslosen Menschen Angst einzujagen. Auch der kanadische „Berkshire County“ macht von bekannter Terrorpraktik Gebrauch. Seit einigen Jahren lassen sich regelmässig Psychopathen im Horrorkino blicken, die unschuldige Familien zu Hause besuchen, um sie dort zu terrorisieren und zu quälen. „Berkshire County“ macht da keine Ausnahme und dürfte bei vielen Zuschauern – gerade der Maskierung wegen – so manch Déjà-vu-Erlebnis auslösen. Der ruft nämlich Filme wie „Madison County“, „Torment“ Und „You’re Next“ ins Gedächtnis, weil dort ebenfalls Tiermasken-Killer eine perverse Lust am Töten hilfloser Menschen entwickelt haben.

Der Kanadier Audrey Cummings liefert in seinem Regiedebüt ganz passable Arbeit ab. Doch leider bietet „Berkshire County“ nichts, was man nicht bereits in vielen Ablegern dieser Art zu sehen bekommen hat. Die scheint Macher Cummings immerhin penibel studiert zu haben, so dass trotz vorhersehbarem Handlungsverlauf ab und an etwas Spannung aufkommt. So folgt der Zuschauer einem aufgebrachten Babysitter, der unentwegt damit beschäftigt ist, sich zusammen mit zwei Schützlingen in einem riesigen Anwesen zu verstecken und auf Hilfe zu hoffen. Unterstützt wird das Versteckspiel von pumpenden Synthesizer-Klängen, die nicht selten Werke von Altmeister John Carpenter Revue passieren lassen. Leider gerät der kontinuierlich aufgebaute Spannungsbogen durch teils nicht sonderlich gelungene Synchronisation ins Wanken. Für die wurden nicht immer professionelle Sprecher besetzt, so dass der Film des Öfteren Probleme mit der Ernsthaftigkeit erhält. Die sucht man übrigens im Finale vergebens, denn je mehr sich „Berkshire County“ der Zielgerade nähert, umso haarsträubender und unglaubwürdiger gestaltet sich der Überlebenskampf. Der wird ins Absurdum getrieben und versucht erst gar nicht wesentliche Fragen zu beantworten.

Letztendlich kommt „Berkshire County“ einfach einige Jahre zu spät, nach „Funny Games“ wurden einfach zu viele dieser Filme in die Wohnzimmer gebracht. Wer Home-Invasion-Thriller mag, wird es wohl kaum kümmern und dürfte auch mit „Berkshire County“ ein paar pulstreibende Minuten erleben – auch wenn dieses Subgenre dringend neue Ideen nötig hat. Das offene und reichlich konstruiert wirkende Ende will dem Zuschauer klarmachen, dass man diesen Streifen in Serien schicken möchte. Damit stapft man in Spuren bekannter Fortsetzungsware, die so lange fortgeführt wurde, bis sie keiner mehr sehen wollte.