Nationalrat verschenkt eine halbe Milliarde an ein Land im Schmiergeldstrudel

148 zu 9 Stimmen, 38 Enthaltungen — so klingt es, wenn der Schweizer Nationalrat beschliesst, eine halbe Milliarde Steuerfranken in ein Land zu schicken, das soeben seinen grössten Korruptionsskandal seit Kriegsbeginn ausgegraben hat. Nicht-rückzahlbar, versteht sich. Geschenkt, im wahrsten Sinne. Und damit das Geld auch garantiert nicht versickert, hat man sich eine Konstruktion ausgedacht, bei der vorwiegend eine Klientel profitiert: Nicht die Ukraine, sondern die richtigen Schweizer Firmen.

Am Montag hat die grosse Kammer das Wiederaufbau-Abkommen mit der Ukraine durchgewinkt, am Dienstag zog der Ständerat mit 24 zu 1 nach — bei sage und schreibe 17 Enthaltungen. Wenn ein Parlament einem Vertrag zustimmt und sich gleichzeitig in Scharen der Stimme enthält, ist das kein Votum, sondern eine kollektive Schutzbehauptung. Man will dafür sein, ohne dafür geradezustehen. Der Klassiker im Bundeshaus, wo Verantwortung ungefähr so beliebt ist wie ein Misstrauensvotum gegen die eigene Pensionskasse.

Nationalrat verschenkt eine halbe Milliarde an ein Land im Schmiergeldstrudel

Geschenke, die keiner zurückzahlen muss
Der Mechanismus ist von einer Dreistigkeit, die man fast bewundern müsste, käme sie nicht aus der eigenen Staatskasse. Das Abkommen sieht nicht-rückzahlbare Finanzhilfen an die Ukraine in Form von Gütern und Dienstleistungen vor. Kiew darf festlegen, was beschafft wird — aber die Schweiz beschafft bei Schweizer Unternehmen nach Schweizer Beschaffungsrecht, unter Ausschluss ausländischer Anbieter. Übersetzt: Der Steuerzahler finanziert ein Geschenk, das er nie wiedersieht und das Geschenk wird zufällig bei jenen eingekauft, die man ohnehin gerne beschenkt. Ein Kreislauf, in dem das öffentliche Geld nur kurz die Ukraine streift, bevor es bei der heimischen Industrie landet.

Die erste Tranche: 500 Millionen Franken. Das ist die Vorspeise. Insgesamt will der Bund bis 2036 fünf Milliarden Franken lockermachen, und die Seco-Chefin liess sich bereits zu der Auskunft hinreissen, dass davon möglichst eine Milliarde an Schweizer Unternehmen fliessen soll. «Switzerland first» beim Wiederaufbau eines fremden Landes — man verkauft den Steuerzahler-Selbstbedienungsladen also offen als Wirtschaftsförderung und nennt es Solidarität.

Wer den Topf verwaltet
Damit niemand auf dumme Gedanken kommt, hat man die Verwaltung dieses Geldsegens schön zentralisiert. Das gesamte Ukraine-Budget verwaltet Jacques Gerber, jurassischer FDP-Staatsrat, der als Ukraine-Delegierter direkt den Bundesräten Cassis und Parmelin unterstellt ist. Bemerkenswert dabei: Die Mittel werden fast vollständig von der Entwicklungszusammenarbeit der DEZA zum Wirtschaftssekretariat Seco verschoben. Aus Armutsbekämpfung wird Industriepolitik — ein Etikettenwechsel, der schon fast künstlerisch ist. Wer wissen will, wie das Bundeshaus generell mit fremdem Geld umgeht – teuer, selbstverständlich und folgenlos — findet das Muster bereits im Fall der Eidgenössischen Finanzkontrolle ausführlich beschrieben.

Und jetzt der Teil, den die 148 Begeisterten im Nationalrat geflissentlich übersahen. Das Empfängerland steckt im grössten Bestechungsskandal seiner Kriegsgeschichte. Eine Gruppe aktueller und ehemaliger Minister sowie ein Geschäftsmann sollen rund 86 Millionen Euro aus dem Energiesektor zweckentfremdet haben, indem sie Verträge des Staatskonzerns Energoatom manipulierten und Schmiergelder von 10 bis 15 Prozent kassierten. Das Geld wurde über ein geheimes Büro in Kiew gewaschen. Im Zentrum: Timur Mindich, Miteigentümer von Selenskyjs eigener Produktionsfirma Kvartal 95. Mittendrin: Andrij Jermak, langjähriger Präsidialamtschef und engster Vertrauter Selenskyjs, mittlerweile in Untersuchungshaft wegen Geldwäsche.

Nationalrat verschenkt eine halbe Milliarde an ein Land im Schmiergeldstrudel

Geld in ein Fass ohne Boden
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Die Schweiz beschliesst Hunderte Millionen für ein Land, in dem das Schmiergeld-Skelett aus genau jenem Sektor purzelt, in den der Westen seit Jahren Milliarden schaufelt — und Geld soll laut Antikorruptionsbüro ins Ausland abgeflossen sein, darunter sogar nach Russland. Der Wiederaufbau ist also bereits ein Geschäftsmodell, bevor der erste Schweizer Zementsack verbaut ist. Dass die Ukraine trotz Reformen weiterhin als einer der korruptionsanfälligsten Staaten Europas gilt, ist im Parlament offenbar als Detail durchgegangen.

Die Linke störte sich derweil nicht etwa an der Korruption, sondern daran, dass die Schweizer Privatwirtschaft mitverdient. SP-Vertreter enthielten sich fast geschlossen, weil ihnen der Einbezug einheimischer Firmen missfiel. Die Bürgerlichen wiederum wehrten erfolgreich ab, dass man wenigstens die OECD-Empfehlungen gegen gebundene Hilfe berücksichtigt — eine Minderheit aus SVP, FDP und EDU sah darin eine zu grosse Einschränkung für Schweizer Unternehmen in der Ukraine. Übersetzt: Bloss keine internationalen Standards, wenn sie das heimische Geschäft stören könnten. Einzig die SVP-Fraktion sagte konsequent Nein — der Rest übte sich in der hohen Kunst des Wegduckens.

Es bleibt das vertraute Bild eines Politbetriebs, der mit fremdem Geld grosszügig ist und mit Verantwortung knausrig. Dieselbe Klasse, die Volksentscheide so lange umarbeitet, bis vom Auftrag nichts mehr übrig bleibt, verschenkt nun eine halbe Milliarde an ein Regime im Korruptionsstrudel — und tarnt das Ganze als Wirtschaftsförderung für die heimische Klientel. Es ist dieselbe Logik, mit der man sich auch der Brüsseler Linie andient: Hauptsache, die Kasse stimmt für die Richtigen. Wer hier am Ende die Taschen voll hat, steht schon fest und es ist garantiert nicht der ukrainische Bürger, dessen Namen man als Vorwand benutzt.

500 Millionen Franken Steuergeld, nicht-rückzahlbar, in ein Land mit dokumentiertem 86-Millionen-Schmiergeldnetz — und der Nationalrat klatscht mit 148 zu 9 Beifall und nennt das Solidarität. 17 enthaltene Ständeräte, die für etwas stimmen, zu dem sie nicht stehen wollen, sind keine Volksvertreter, sondern Mitwisser mit Alibi. Aus Entwicklungshilfe wird Industriesubvention, aus Wiederaufbau ein Selbstbedienungsladen für die richtigen Firmen und die Korruption im Empfängerland gilt als Betriebskosten! Am Ende fliesst das Geld der Schweizer Steuerzahler durch ein Land, in dem es nachweislich versickert, zurück in die Taschen jener, die es nie gebraucht hätten — und genau das nennen sie dann allen Ernstes «Verantwortung gegenüber Europa»!

Nationalrat verschenkt eine halbe Milliarde an ein Land im Schmiergeldstrudel

Ein Film entlarvt, wovor Politik und Presse wirklich zittern

Felix Straumann hat den Dokumentarfilm «Der Hype» gesehen – und prompt setzt die Schnappatmung ein. Der stellvertretende Ressortleiter Wissenschaft und Medizin bei der TX Group liefert keine Filmkritik, sondern ein klinisch reines Anschauungsstück dafür, wie Presse und Politik auf das eine Wort reagieren, das sie mehr fürchten als jede neue Corona-Variante – Aufarbeitung.

Das ist die eigentliche Pointe seines Textes. Wer derart gereizt, dünnhäutig und hyperventilierend auf einen kritischen Dokumentarfilm reagiert, beweist nicht, dass der Film schlecht ist. Er beweist, dass der Film einen wunden Punkt getroffen hat. Und der wunde Punkt heisst nicht Faktenlage. Er heisst Verantwortung.

Ein Film entlarvt, wovor Politik und Presse wirklich zittern

Die üblichen Verdächtigen genügen nie
Straumann listet brav die bekannten Kritiker auf – Beda Stadler, Pietro Vernazza, Konstantin Beck, Wolfgang Wodarg, John Ioannidis – und schiebt sie mit einer einzigen Handbewegung in die Ecke des Unseriösen. Widersprüchliche Maskenempfehlungen, systematisch falsch-positive PCR-Tests, dramatisch danebenliegende Prognosen, peinliche Falschaussagen einzelner Akteure: Alles angeblich tendenziös und verkürzt. Dass es exakt dieselben Punkte sind, die kritische Stimmen während der ganzen Pandemie vorbrachten – nur um damals als Verschwörungsdenken abgestempelt zu werden – fällt ihm nicht auf. Oder soll nicht auffallen. Für Straumann existiert nur eine korrekte Aufarbeitung der Pandemie – nämlich gar keine. Aufarbeitung erkennt er nur an, wenn sie zum selben Ergebnis kommt wie das Dogma, das aufgearbeitet werden soll. Wie eine Auseinandersetzung mit dem Film aussieht, die seinen Inhalt ernst nimmt, habe ich im Beitrag zum Film bereits beschrieben.

Der heilige akademische Segen
Besonders genüsslich zieht er über die Journalistinnen Catherine Riva und Serena Tinari her. Skurril findet er es, dass eine Sprachwissenschaftlerin und eine Frau ohne abgeschlossenes Studium es wagen, Modellrechnungen und Epidemiologen zu kritisieren. Als wäre ein Medizindiplom die einzige Eintrittskarte für kritisches Denken. Ob jemand recht hat, hängt nicht vom Studienabschluss ab, sondern vom Argument – das begreift jeder Erstsemestrige, nur ein Wissenschaftsjournalist offenbar nicht. Offenbar zählt ein Titel mehr als ein Argument, jedenfalls für jene, denen die Argumente ausgegangen sind. Die Bigotterie ist atemberaubend: Derselbe Autor, der seit Jahren mit der Moralkeule über andere richtet, echauffiert sich nun darüber, dass jemand ohne heiligen akademischen Segen eine fundierte Haltung einnimmt. Wer hier skurril argumentiert, klärt sich von selbst.

Eine Kritik ohne einen einzigen Beleg
Das eigentlich Bemerkenswerte ist, was in Straumanns Verdikt fehlt. Er erklärt den Film für nicht faktenbasiert – und führt dafür praktisch keinen einzigen Fakt an. Er zeigt nicht, welche Aussage im Film nachweislich falsch ist. Er nennt keine Quelle, die ihr widerspricht. Er benennt keine unterschlagene Information. Stattdessen kritisiert er die Auswahl der Protagonisten und die Perspektive – also exakt das, was der Regisseur erklärtermassen wollte: Jenen Stimmen Raum geben, die während der Pandemie zu wenig Gehör fanden. Den schweren Vorwurf, die Epidemiologen Christian Althaus und Richard Neher würden «regelrecht diffamiert», lässt er gänzlich unbelegt im Raum stehen. Ein konkretes Beispiel dafür? Fehlanzeige.

Ein Film entlarvt, wovor Politik und Presse wirklich zittern

Und die Kernfrage, um die es eigentlich geht, rührt er mit keinem Wort an: War die gesellschaftliche, mediale und politische Reaktion auf Covid-19 übersteigert? Übersterblichkeit, Hospitalisierungen, Risikogruppen, Kollateralschäden der Massnahmen, das Kosten-Nutzen-Verhältnis einzelner Eingriffe, internationale Vergleiche – nichts davon kommt vor. Wer die Bilanz der Modell-Propheten noch einmal nachrechnen will, findet sie an anderer Stelle. Bei Straumann findet er nichts davon. Er belegt, dass er den Film für einseitig hält. Dass dessen zentrale Thesen falsch wären, belegt er nirgends. Das ist keine Filmkritik. Das ist eine Beweisaufnahme – gegen den Kritiker.

Die Aufarbeitung, die niemand will
Genau hier liegt der Kern, den Straumanns Schnappatmung so schön freilegt. Eine echte Aufarbeitung würde nicht bei ein paar fehlgeleiteten Modellrechnungen haltmachen. Sie würde fragen, warum Kritiker pauschal als Spinner abgestempelt wurden, warum abweichende Studien verschwanden, warum Maskenpflicht, Schulschliessungen und Impfdruck nie ergebnisoffen evaluiert wurden. Sie würde die Redaktionen treffen, die jeden Zweifel als Gefahr für die öffentliche Gesundheit brandmarkten. Und sie würde jene Politiker treffen, die Grundrechte mit dem Federstrich kassierten und sich heute lieber an gar nichts erinnern. Kein Wunder also, dass ausgerechnet ein Wissenschaftsredaktor in Schnappatmung verfällt, sobald jemand die Kamera auf diese Jahre richtet. Wer mitgespielt hat, will kein Endspiel. Er will Vergessen.

Warum die Schnappatmung
Der ganze Text folgt dem altbekannten Muster: Statt sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen, soll süffisante Herabsetzung den Film und seine Protagonisten lächerlich machen. Keine Gegenargumente, keine neue Erkenntnis, keine Tiefe – nur die abgedroschenen Phrasen von damals, dieses Mal als mediale Panikmache von jemandem, der eben diese Panikmache anderen vorwirft. Der Grund dafür ist banal. Eine ehrliche Aufarbeitung wäre das Einzige, was Presse und Politik nicht überleben, denn sie sassen nicht daneben, sie sassen mittendrin. Wer das Narrativ jahrelang mitgetragen hat, kann unmöglich eine Untersuchung wollen, die fragt, wer wann was wusste und warum niemand widersprach. Also wird nicht der Film widerlegt, sondern der Bote entsorgt.

Was bleibt, ist ein aufrichtiger Dank an Felix Straumann für die beste Gratis-Werbung, die «Der Hype» bekommen konnte – sein dünnhäutiger Bericht macht mehr Menschen neugierig auf den Film als jedes Plakat. Was wir daraus lernen? Dass eine Filmkritik ohne einen einzigen widerlegten Fakt mehr über die Angst ihres Autors verrät als über den Film. Dass die Aufarbeitung der Pandemie für Presse und Politik kein offenes Kapitel ist, sondern ein zugenagelter Sarg. Dass man unbequeme Stimmen nicht mehr widerlegt, sondern entsorgt – und dies «seriösen Journalismus» nennt! Wer einen Dokumentarfilm derart fürchtet, hat das Urteil über sich selbst längst gesprochen!

Ein Film entlarvt, wovor Politik und Presse wirklich zittern

DBD: Back To Me – Black Label Society

«Back To Me» von Black Label Society – eine Ballade, kein Brett. Zakk Wylde, der sonst Verstärker zum Glühen bringt, nimmt hier die Hand vom Verzerrer und lässt die Stimme allein im Raum stehen. Was bleibt, ist nackt: Eine Melodie, die nicht laut sein muss, um wehzutun. Denn es geht nicht bloss um Distanz. Es geht um das Gewicht von allem Ungesagten – um die Sätze, die nie gefallen sind, die Dinge, die unfertig liegenblieben, den ganzen stummen Ballast, den man weiterträgt, auch wenn sich die Wege längst getrennt haben. Das ist das eigentliche Thema. Die Entfernung ist nur die Bühne, auf der das Ungesagte sein Gewicht entfaltet.

Für alle, die an einem Versprechen festhalten, das vor Ewigkeiten leise gegeben wurde. Für jene, die noch glauben, dass manche Herzen durch etwas Tieferes verknüpft sind als durch Zeit. Es liegt eine stille Schönheit im Warten. Eine Stärke in der Hoffnung, die sich weigert, zu sterben. Und eine Wahrheit darin, zu wissen: Falls sie je zurückfinden, steht die Tür in deiner Brust noch immer offen. Wo immer sie auch sind. Irgendein Teil von dir ruft sie noch nach Hause…

Black Label Society - Back To Me (Lyric Video)
Black Label Society - Back To Me (Lyric Video)

Ein letzter Blick, was gesagt ist, ist gesagt, was getan ist, ist getan
One last look, what’s said is said, what’s done is done

Ein letzter Blick auf diesen Tag, von dem ich wusste, dass er kommen würde
One last look upon this day I knew would come

Wo auch immer du umherziehst
Wherever you may roam

Wo auch immer du bist
Wherever you may be

Versprich, dass du finden wirst
Promise that you’ll find

Dass du deinen Weg zurück zu mir finden wirst
You’ll find your way back to me

Zurück zu mir
Back to me

Diese leere Leere, die über diese öden Felder wandert
This empty void which walks these barren fields

Ein dankbares Lächeln zwischen den Spuren meiner Tränen
A grateful smile amongst the tracks of my tears

Wo auch immer du umherziehst
Wherever you may roam

Wo auch immer du bist
Wherever you may be

Versprich, dass du finden wirst
Promise that you’ll find

Dass du deinen Weg zurück zu mir finden wirst
You’ll find your way back to me

Zurück zu mir
Back to me

Wo auch immer du umherziehst
Wherever you may roam

Wo auch immer du bist
Wherever you may be

Versprich, dass du finden wirst
Promise that you’ll find

Dass du deinen Weg zurück zu mir finden wirst
You’ll find your way back to me

Zurück zu mir
Back to me

Zurück zu mir
Back to me

5 Denkstörungen, eine Diagnose: Der Staat ist krank

Wenn ein Psychiater im Jahr 2026 öffentlich erklären muss, dass zwei biologische Geschlechter existieren, dann ist nicht der Psychiater verrückt geworden. Verrückt geworden ist der Apparat, der die Gegenthese zur Pflichtmeinung erhoben hat – und jeden, der die Augen offenhält, ins Register «rechtsradikal» einsortiert.

5 Denkstörungen, eine Diagnose: Der Staat ist krank

Raphael Bonelli hat ein Buch geschrieben. «Kopflos. Warum wir den Verstand verloren haben.» Fünf Denkstörungen diagnostiziert der Wiener Psychiater. Eine davon trägt den Titel «kollektive Denkstörung» und beschreibt jene Konstellation, in der das Denken nicht mehr erlernt, sondern dekretiert wird. Bonelli formuliert das im sanften Diagnoseton der Ordination. Dieser Blog formuliert das anders.

Wenn der Patient der Staat ist
Bonelli weist auf etwas hin, das vor zwanzig Jahren noch als Geschichtsunterricht galt und mittlerweile als Bestandsaufnahme durchgeht. Verordnetes Denken sei eine Spezialität totalitärer Staaten gewesen. Gewesen. Das Imperfekt darf gestrichen werden. Wer heute öffentlich behauptet, ein Mann, der eine Frau ins Krankenhaus boxt, sei ein Mann, der eine Frau ins Krankenhaus boxt, riskiert in der EUdSSR eine Anzeige wegen Hassrede. Wer dagegen behauptet, derselbe Mann sei eine Frau und seine Faust ein Empowerment-Statement, wird mit Forschungsförderung überschüttet. Das nennt sich Fortschritt. Tatsächlich ist es Indoktrination.

Fünf Denkstörungen, fünf staatlich subventionierte Branchen
Die individuelle Denkstörung ist der Selbstbetrug – seit Jahrzehnten gepflegt durch jene Wellness-Industrie, in der «Selbstverwirklichung» das Lossagen vom Realitätsabgleich bedeutet. Die kollektive Denkstörung ist das Wokedenken – ausschliesslich erkennbar daran, dass sich Behörden, Konzerne und Universitäten in seltener Einmütigkeit auf dieselben Phrasen einigen, die noch vor wenigen Jahren als Witz durchgegangen wären. Die digitale Denkstörung ist die Auslagerung – Navi statt Stadtplan, ChatGPT statt Aufsatz, Algorithmus statt Auswahl.

5 Denkstörungen, eine Diagnose: Der Staat ist krank

Am Ende ist das Hirn entlastet wie eine Festplatte mit gelöschtem Inhalt. Die pädagogische Denkstörung ist die Indoktrination – an Schulen wird Kindern keine Methode beigebracht, mit der sie Wahrheit von Behauptung trennen könnten, sondern eine Sammlung von Behauptungen, die als Wahrheit gehandelt werden müssen. Die generative Denkstörung schliesslich ist das Aussterben mit Anstand – die «Letzte Generation» hat ihren Namen mit verstörender Ehrlichkeit gewählt, bevor sie sich auflöste, und der demografische Pflichtsuizid wird mittlerweile als Klimabeitrag etikettiert.

Der Mann am Pranger heisst Vernunft
Wer es wagt, Bonellis Diagnose im Klartext zu wiederholen, bekommt vorgeführt, wie kollektive Denkstörungen funktionieren. Cancel Culture ist nicht das Symptom einer überhitzten Debatte, sondern das Werkzeug der Verordnung. Sie sortiert nicht Aussagen nach Falschheit, sondern Personen nach Abweichung. Bonelli erinnert an das Märchen vom Kaiser und seinen Kleidern. Damals war das Kind die Pointe. Heute wäre das Kind das Problem. Es würde fotografiert, abgeführt und in einem Re-Education-Workshop befragt, warum es die Vielfalt textiler Identitäten nicht respektiere. Der Kaiser bliebe nackt. Die Wirklichkeit bliebe Wirklichkeit. Aber das Kind hätte gelernt, dass Sehen eine Straftat sein kann.

Aristoteles gegen den Massenwahn
Bonellis Therapieansatz ist keine Erfindung. Er greift auf die dianoetischen Tugenden des Aristoteles zurück, also auf jene Geistesdisziplinen, die das Denken an die Wirklichkeit binden. Wahrheit ist die Übereinstimmung der Vernunft mit dem Realen. Wer diesen Satz heute formuliert, klingt wie ein Ketzer im siebzehnten Jahrhundert. Genau das ist die Bestandsaufnahme. Eine Zivilisation, die zweitausend Jahre Philosophiegeschichte gegen ein Pronomenverzeichnis eingetauscht hat, benötigt keinen Therapeuten mehr, sondern einen Trauerredner. Bonellis Verdienst besteht darin, das Faktische als Faktum zu benennen, ohne zu zittern. Sein Buch wird im Mainstream genau jene Reaktion auslösen, die seine Diagnose belegt – das Schweigen der gekauften Schreiber und das Hohngebrüll der woken Influencer-Innung. Die kollektive Denkstörung wehrt sich gegen ihre Diagnose, indem sie den Diagnostiker für gestört erklärt.

Ein Staat, der seinen Bürgern dekretiert, was sie zu denken haben, ist kein Rechtsstaat mehr, sondern ein Erziehungsbetrieb mit Stimmzettel-Folklore! Wer kollektive Wahrheiten verordnet und Abweichler ins Register «Hass & Hetze» einsortiert, hat das Etikett «frei» längst nur noch aus Werbegründen am Hals. Wer ein Buch benötigt, um zu erfahren, dass zwei biologische Geschlechter existieren, hat sein Denken bereits an der Garderobe abgegeben – und nennt diese Garderobe «Demokratie»! Am Ende wird der Psychiater zur seltensten Berufsgruppe der EUdSSR werden, denn die letzten Geistesgesunden gelten dann selbst als Symptom!

5 Denkstörungen, eine Diagnose: Der Staat ist krank
5 Denkstörungen, eine Diagnose: Der Staat ist krank

Great Reset, Phase 2: Willkommen im Sturm

Die Ruhe war kurz. Wer zwischen 2020 und 2025 gehofft hatte, das Schlimmste sei vorbei, darf sich jetzt entspannt zurücklehnen und zusehen, wie die Rechnung präsentiert wird. James Corbett hat die vergangenen fünf Jahre treffend «die Ruhe vor dem Sturm» genannt. Ab 2026, so seine Einschätzung, ist der Sturm. Und wer gerade aus dem Fenster schaut, der sieht: Es zieht auf.

Great Reset, Phase 2: Willkommen im Sturm

Die Mechanik ist vertraut, nur die Kulisse wechselt. Einmal ist es das Virus, einmal der Migrant, einmal der böse Iraner. Das Narrativ spielt keine Rolle, solange es funktioniert. Und es funktioniert, weil die Bevölkerung längst damit beschäftigt ist, überhaupt noch mitzukommen, was gerade die aktuelle Sau ist, die durchs Dorf getrieben wird. Morgens Krieg gewonnen, mittags noch nicht genug gewonnen, abends mehr Bomben. Dreimal täglich wechselt das Narrativ, dreimal täglich wechselt der Newsfeed, und irgendwo dazwischen verliert der menschliche Geist die Fähigkeit, irgendetwas davon noch einzuordnen. Genau das ist Programm.

Kognitive Kriegsführung nennt das die NATO auf ihrer hauseigenen Innovation-Hub-Seite, ganz offen, ganz unverhüllt. Der dritte Weltkrieg findet im Kopf statt. Die Waffe ist nicht der Inhalt der Information, sondern die schiere Masse und Geschwindigkeit davon. Dafür ist der menschliche Geist nicht gemacht. Das Ergebnis: Apathie, Agonie, Rückzug ins Private und der tägliche Betäubungsfeldzug via Netflix. Genau da, wo das System die Menschen haben möchte.

Phase 2 läuft – und niemand schaut hin
Der Irankonflikt ist nicht das, was er vorgibt zu sein. Wer glaubt, es gehe um Sicherheit, Demokratie oder den Schutz irgendwelcher westlicher Werte, der hat die letzten zwanzig Jahre konsequent nicht aufgepasst. Was gerade passiert, ist ein wirtschaftlicher Krieg mit klar definierten Zielen: Energieengpässe, Lieferkettenkrisen, Nahrungsmittelknappheit. Nicht als Kollateralschaden, sondern als Ergebnis. Die IAEA hat bereits einen Zehn-Punkte-Plan in der Schublade, der sich liest wie COVID-Massnahmen mit Energieetikett. Rationierung, Mangelwirtschaft, Einschränkung der Individualmobilität. Überraschung: Die Massnahmen sind dieselben wie beim Klima-Apokalypse-Narrativ, dieselben wie bei Corona. Nur die Begründung variiert. Das Ziel bleibt konstant.

Die Ernteausfälle kommen nicht unerwartet. Bereits 2025 wurde systematisch eine künstliche Knappheit bei Düngemitteln herbeigeführt. Es ist Frühling, die Felder warten, der Dünger fehlt. Afrika wird Hungersnöte erleben, Europa wird staunend vor leeren Supermarktregalen stehen und fragen, wie das möglich ist. Der Benzinpreis kratzt in Teilen Süddeutschlands bereits an der Drei-Euro-Marke. Interne Kommunikation von Airlines wie American Airlines rechnet langfristig mit einem Barrel-Preis von 180 Dollar bis Ende 2027. Wer das durch die Zapfsäule dividiert, kommt auf Zahlen, die das bisherige Jammern über hohe Energiekosten wie nostalgische Reminiszenz wirken lassen.

Great Reset, Phase 2: Willkommen im Sturm

Handlanger und Darsteller
Wer in diesem Theater nach Verantwortlichen sucht, schaut an der falschen Stelle. Die Leute, die wirklich entscheiden, kommen nicht ins Fernsehen. Nie. Merz entscheidet nichts. Trump entscheidet nichts. Die sind Darsteller in einer Produktion, deren Drehbuch längst geschrieben wurde. Frank Zappa hatte es auf den Punkt gebracht: Politik ist die Unterhaltungsabteilung des militärisch-industriellen Komplexes. Was im Weissen Haus residiert, ist kein Regierungsbüro, sondern ein Trading Desk. Insider-Handel rund um den Irankonflikt, Millionen auf Polymarkets gewettet kurz vor der Pressekonferenz, Kabinettsmitglieder mit Council-on-Foreign-Relations-Vergangenheit, Peter Thiel als Hintergrunddramaturg. Alter Wein in neuen Schläuchen, diesmal mit Akzelerationisten-Label und dem intellektuellen Segen von Curtis Yarvin, der in der New York Times dazu aufgerufen hat, Amerika möge endlich seine «Diktatorenphobie» ablegen. Dass es dafür immer noch ergebene Anhänger gibt, ist das eigentliche Rätsel dieser Epoche.

Das Fundament des digitalen Käfigs
Parallel zur Krisendramaturgie läuft der Aufbau der Infrastruktur. Die eID kommt, das Bürgerwallet kommt, der digitale Führerschein kommt, die digitale Patientenakte kommt. Nicht durch Zwang, zumindest nicht sofort. Erst muss der Bedarf hergestellt werden. Und der wird hergestellt, indem die Wirtschaft so weit an die Wand gefahren wird, bis der Staat mit der helfenden Hand erscheinen kann: Universelles Grundeinkommen, 2000 digitale Euro auf das Bürgerwallet, gültig für sechs Monate beim zugelassenen Händler. Der Honigtopf öffnet sich. Wer hungert, fragt nicht nach den Bedingungen. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Logik.

Das Social-Media-Verbot für Jugendliche? Natürlich direkt mit der digitalen Identitätspflicht verknüpft. Wie soll man das Alter verifizieren, ohne alle zu verifizieren? Griechenland hat es bereits vorgemacht: Steuernummer gekoppelt an Social-Media-Account. In Grossbritannien macht Apple ein Update und plötzlich muss man sich ausweisen, bevor das Telefon seine volle Funktionalität freigibt. Niemand wurde gefragt. Niemand hat abgestimmt. Es passiert einfach.

Vorbereitung ist keine Paranoia
Was bleibt? Nüchterne Vorbereitung, ohne in Agonie zu verfallen. Bargeld von der Bank, Vorräte anlegen, Sozialkapital aufbauen, digitale Souveränität zurückgewinnen. Nicht weil Panik angebracht ist, sondern weil die Zeichen lesbar sind für jeden, der noch liest statt scrollt. Die Macht liegt, wie immer, bei den vielen. Nicht bei den wenigen Tausend, die sich die Welt eingeteilt haben. Aber diese Vielen müssen aufhören, sich betäuben zu lassen und anfangen, Prinzipien über Parolen zu stellen.

Der Sturm hat begonnen. Wer noch schläft, wird nass…

Great Reset, Phase 2: Willkommen im Sturm
Great Reset, Phase 2: Willkommen im Sturm

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