Stell dir vor, es ist Krieg – und alle machen mit, ausser die, die gewinnen

Es gibt eine besondere Form der Tragödie, die sich von der gewöhnlichen dadurch unterscheidet, dass sie vollständig vermeidbar gewesen wäre. Nicht durch Klugheit, nicht durch Weisheit, nicht durch historisches Lernen – die Messlatte liegt tiefer. Vermeidbar durch blosse Fähigkeit, eine Landkarte zu lesen und die letzten zwanzig Jahre eigener Militärgeschichte nicht zu verdrängen. Doch Washington hat auch das nicht geschafft. Und das Ergebnis ist das, was wir gerade beobachten: Eine Supermacht, die in Echtzeit begreift, dass sie nicht mehr die Supermacht ist, die sie zu sein glaubte.

Stell dir vor, es ist Krieg - und alle machen mit, ausser die, die gewinnen

Fangen wir mit dem Iran an. Der Irankrieg war die dümmste geostrategische Entscheidung in der Geschichte der USA – und die Konkurrenz ist brutal. Vietnam, Korea, Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen: Eine Parade von Niederlagen, die jeweils mit Luftüberlegenheit begann und mit demütigenden Abzügen endete, während die zerstörten Länder in den Händen jener verblieben, die man eigentlich besiegen wollte. Die Lektion: Keine Macht der Welt hat jemals einen Krieg ausschliesslich aus der Luft gewonnen. Jeder Krieg wurde mit Bodentruppen entschieden, denn das eroberte Gebiet muss auch gehalten werden. Das steht in jedem Militärgeschichtsbuch, das je geschrieben wurde.

Washington hat diese Bücher offenbar nicht gelesen. Oder gelesen und für irrelevant befunden, weil man ja diesmal Luftüberlegenheit hatte. Dabei hatte man die auch in Afghanistan. Und im Irak. Und in Syrien. Und in Libyen. Das Ergebnis war stets dasselbe: Keine wirkliche Kontrolle über die zerbombten Staaten, keine nachhaltige Ordnung, kein Sieg – nur Trümmer, Chaos und der nächste Krieg, der erklärt wird, während der vorherige noch nicht offiziell verloren ist.

Der Iran hat gewonnen. Nicht weil er die USA besiegt hat – sondern weil er nicht verloren hat. Das reicht. Um den Krieg zu gewinnen, braucht man bloss nicht zu verlieren. Die USA haben das Nordstream-Prinzip etabliert: Der vorsätzliche Angriff auf zivile Infrastruktur ist ab sofort eine anerkannte Kriegsoption. Was Washington dabei vergessen hatte – in einer Gedankenlosigkeit, die an Selbstmord grenzt – ist, dass die USA selbst militärische Infrastruktur und Erdölstruktur in der gesamten Golfregion besitzen. Und dass die Weltwirtschaft davon abhängig ist. Und dass sie selbst davon abhängig sind. Die strategische Logik dieser Entscheidung ist so beeindruckend leer, dass man sich fragt, ob sie überhaupt stattgefunden hat.

Parallel dazu: China. Die USA leben in dem Glauben, China sei technologisch noch nicht auf ihrem Niveau und das Zeitfenster für einen Krieg mit China schliesse sich schneller als erwartet. Das ist der grösste Irrtum, den eine Supermacht im 21. Jahrhundert begehen kann – und Washington begeht ihn täglich, mit der fröhlichen Selbstsicherheit von jemandem, der nicht weiss, was er nicht weiss. China hat seit 2014 begriffen, was gespielt wird. Der Ukrainekonflikt, der zum NATO-Krieg wurde, war der Versuch, den ersten Dominostein gegen Russland zu Fall zu bringen – und damit den engsten Verbündeten Chinas zu schwächen. Gleichzeitig sollte die Kontrolle über das Schwarze Meer erlangt werden, um die Türkei strategisch unter Druck zu setzen.

Stell dir vor, es ist Krieg - und alle machen mit, ausser die, die gewinnen

Der Dominostein Ukraine ist gefallen. In Richtung Russland. Der Druck auf die Türkei ist gescheitert. Der Iran-Krieg entwickelt sich zum geostrategischen Desaster. Und China schaut zu, lernt, rüstet und wartet. Das nennt man in der Diplomatie strategische Geduld. In Washington nennt man es vermutlich «Phase Eins».

Dann ist da noch Israel. Ein landgestützter US-Flugzeugträger, der zunehmend schwächelt und der die amerikanische politische Gesellschaft so vollständig infiltriert hat, dass Trump-Administration und demokratische Opposition in einer einzigen Frage einig sind: Israel. Immer. Ohne Bedingungen. Ohne Völkerrecht. Ohne Verhältnismässigkeit. Der Gaza-Völkermord – und es ist einer, ungeachtet der Euphemismen, die man dafür entwickelt hat – hat sprichwörtlich das Fass der Geduld mit den USA zum Überlaufen gebracht. Der gesamte islamische Kulturraum ist aufgewacht. Und das ist keine kurzfristige Stimmungslage, die sich nach einer Waffenruhe wieder beruhigt. Das ist eine historische Verschiebung.

Die Normalisierung der Gewalt läuft derweil im Hintergrund weiter, ruhig und methodisch. Staatlich angeordnete politische Morde werden geduldet. Völkermord wird zu Selbstverteidigung umdefiniert. Brutalste Zitate, in denen Menschen zu Tieren erklärt werden, finden im Feuilleton keine nennenswerte Empörung. Die EU-Charta, die Menschenrechte, das Völkerrecht: Textbausteine in Reden, Makulatur in der Praxis. Brüssel schweigt mit jener professionellen Würde, die grosses Schweigen von kleiner Feigheit zu unterscheiden versucht und damit regelmässig scheitert.

Deutschland beobachtet das Ganze mit der historischen Reflexionsfähigkeit eines Kollektivs, das aus den schwersten Verbrechen der Menschheitsgeschichte nicht das Naheliegendste gelernt hat, dass Aufrüstung, Überwachungsstaat und Einschränkung der Meinungsfreiheit keine Sicherheitsmassnahmen sind, sondern Symptome. Seit dem Patriot Act, seit Guantanamo, seit Abu Ghraib lebt die westliche Gesellschaft in einem Zustand chronischer Paranoia, in dem jeder neue Waffengang als Notwendigkeit geframed wird und jeder Kritiker als Gefahr. Das Überwachungssystem, das dagegen aufgebaut wird, richtet sich nicht gegen äussere Feinde – es richtet sich gegen die eigene Bevölkerung, die irgendwann aufhören könnte, mitzumachen.

Kriege sind das Teuerste, was ein Staat veranstalten kann. Sie fressen Ressourcen, Generationen und Gesellschaftsverträge. Die sozialen Konsequenzen kommen mit Verzögerung, aber sie kommen – und wer die Geschichte kennt, weiss, dass die Reaktion auf diese Konsequenzen nicht Reue ist, sondern Repression. Der Überwachungsstaat ist kein Begleitschaden der Sicherheitspolitik. Er ist ihre Absicht.

Israel wird am Ende von den USA fallen gelassen werden – oder der EU übergeben, so wie die Ukraine. Washington zieht sich aus dem Nahen Osten zurück, langsam und ohne es zuzugeben, Schritt für Schritt, Stützpunkt für Stützpunkt. Das Imperium retiriert. Nicht weil es bescheiden geworden wäre – sondern weil es sich verkalkuliert hat. Zu viele Dominosteine, zu wenig Geduld, zu viel Wunschdenken für Wirklichkeit gehalten.

Stell dir vor, es ist Krieg – und alle machen mit, ausser die, die gewinnen…

Stell dir vor, es ist Krieg - und alle machen mit, ausser die, die gewinnen

Ozempic ist ein Genmanipulator, er verändert die Persönlichkeit der Anwender

Medikamente, die die Genexpression verändern, wie beispielsweise Ozempic- und GLP-1-Präparate, können aufgrund ihrer Wirkung auf das Bewusstsein schwerwiegende Nebenwirkungen haben, darunter Persönlichkeitsveränderungen, emotionale Verflachung und Verlust der Lebensfreude. Aufgrund dieser Wirkung wurde der Begriff «Ozempische Persönlichkeit» geprägt.

GLP-1-Medikamente sind Teil umfangreicher Forschungsarbeiten im Bereich der Genmedizin, deren Ergebnis unter anderem die Verschlechterung der genetischen Grundlagen eines gesunden Geistes und Körpers ist, erklärt Dr. Guy Hatchard. Die Entwicklung und Verschreibung von Gen-Editing-Medikamenten, einschliesslich mRNA-Covid-Impfstoffen, ist ein wichtiger Bestandteil dieser Entwicklung.

Ozempic ist ein Genmanipulator, er verändert die Persönlichkeit der Anwender

Der Untergang des Hauses der Biotechnologie

Von Dr. Guy Hatchard, 25. April 2026

Dies ist einer der wichtigsten Artikel, die wir veröffentlicht haben, nicht nur weil er die gegenwärtige Flut an Polypharmazie, die uns aufgezwungen wird, infrage stellt, sondern auch weil er Forschungsergebnisse zitiert, die die Grenzen der gängigen Interpretationen der Genfunktion aufzeigen. DNA wurde bisher als alleinige Quelle des Lebens betrachtet.

Genetische Theorien entwerfen ein computerähnliches Modell des Lebens, in dem unsere DNA ein autarker Speicher komplexer, codierter Information ist. Dieses Modell blendet die exekutive Rolle des Bewusstseins aus, die aus alltäglicher Erfahrung jedem offensichtlich ist – unsere Entscheidungen beeinflussen die Ergebnisse . Wie das geschieht, ist eine Frage, die die Biotechnologie weitgehend vernachlässigt hat, was zu einem unvollständigen Verständnis der Rolle von Genen und ihrer Beziehung zu unserem Selbstverständnis geführt hat. Dieser Artikel untersucht Modelle, die das Bewusstsein in das Leben einbeziehen.

Wir besitzen etwa 25.000 Gene, die Millionen spezifischer Aufgaben erfüllen. Um dieses Multitasking zu ermöglichen, arbeiten die Gene zusammen. Stellen Sie sich dazu eine Klaviatur mit 88 Tasten vor. Beim Spielen können die Tasten in Kombinationen, Sequenzen, Geschwindigkeiten und mit unterschiedlichem Druck angeschlagen werden, wodurch eine unendliche Vielfalt an Musik entsteht. Einige dieser Kombinationen und Sequenzen sind in Notenblättern und Partituren festgehalten, die im Wesentlichen Baupläne für Kompositionen darstellen. Doch dies sind längst nicht alle möglichen Werke; täglich entstehen neue Werke, die dieselben 88 Tasten nutzen. Tatsächlich werden Musikstücke nicht von Klavieren erzeugt, sondern vom menschlichen Bewusstsein, das durch den gesamten Körper wirkt.

Wie Gene kooperativ funktionieren, ist noch weitgehend unerforscht. Dieser Artikel sollte in Verbindung mit unserem Substack-Artikel «Die heilige Zelle und bewusste Gene» gelesen werden, der die zugrundeliegende Quantenstruktur von Zellen auf feineren Zeit- und Raumskalen erklärt und letztlich die Existenz von Bewusstsein selbst offenbart. Zellen sind wach. Das bewusste Herz der Zellen koordiniert das Leben, so wie das Bewusstsein des Pianisten die unendliche Vielfalt und Freude der Musik erschafft.

Medikamente, die die Genexpression verändern
Ozempic und andere GLP-1-Präparate zählen derzeit zu den meistverkauften und profitabelsten Medikamenten. Innerhalb kürzester Zeit haben sie den gesamten Markt für Gewichtsreduktionsprodukte erobert. Schätzungsweise 12 % der Erwachsenen in den USA (40 Millionen) haben bereits verschiedene GLP-1-Präparate zur Gewichtsreduktion ausprobiert. Prognosen zufolge wird die weltweite Verbreitung in den 2030er-Jahren die 150-Millionen-Marke überschreiten, was einem Umsatz von 150 Milliarden US-Dollar entspricht.

Kürzlich wurde entdeckt, dass GLP-1-Medikamente den Appetit beeinflussen, indem sie die Genexpression direkt verändern. Genexpression ist der Prozess, bei dem in der DNA gespeicherte Informationen in funktionelle Produkte, vorwiegend Proteine ​​oder RNA, umgesetzt werden. Bekanntermaßen besitzt jeder Mensch eine einzigartige genetische Signatur. Daher hat jedes Medikament, das die Genexpression beeinflusst, unterschiedliche Auswirkungen auf Personengruppen mit bestimmten genetischen Merkmalen. GLP-1-Medikamente beeinflussen die Genexpression in Leber und Bauchspeicheldrüse. Bei den meisten Menschen verlangsamen diese Veränderungen die Verdauung, bei manchen mit einem bestimmten genetischen Profil können sie jedoch zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen. Beispielsweise entwickeln manche Menschen mit bestimmten Gensequenzen eine Alkoholunverträglichkeit. Eine Frau aus Suffolk berichtete der «Mail on Sunday» unter einem Pseudonym:

Schon ein paar Gläser Weisswein können sie jetzt unerwartet niedergeschlagen und emotional labil machen und Reaktionen auslösen, die sie kaum wiedererkennt. Und zu ihrer Scham führen diese nun zu den unerwartetsten und heftigsten Streitereien mit ihrem Mann, mit dem sie früher eine sehr glückliche Beziehung geführt hatte.

Beachten Sie die Auswirkungen auf ihre Persönlichkeit, ihr Bewusstsein. Die Washington Post titelt: «Was ist eine ‚ozemische Persönlichkeit‘ und warum fühlt sich das Leben dadurch so leblos an?» und berichtet: «Ärzte und Patienten berichten in den sozialen Medien von einer Art emotionaler Abstumpfung unter der Einnahme von GLP-1-Medikamenten.» Dies beinhaltet den Verlust von Freude am Leben, nicht nur beim Essen, sondern auch bei anderen Dingen wie Lesen, Musikhören, Tanzen, Gärtnern – oder sogar Sex. Eine Art lähmende Apathie breitet sich im Leben aus.

Die Ursache für diese belastenden psychischen Auswirkungen von GLP-1-Medikamenten ist bisher nicht geklärt. Sie liegt in der Art und Weise, wie die Medikamente die Genexpression verändern, welche eng mit unserem psychischen Zustand verknüpft ist. Eine in Nature veröffentlichte Studie mit dem Titel «Genetische Prädiktoren für Gewichtsverlust und Nebenwirkungen von GLP-1-Rezeptoragonisten» ergab, dass Menschen mit bestimmten genetischen Profilen spezifische Nebenwirkungen und/oder keine Gewichtsabnahme durch das Medikament erfahren können.

Tatsächlich sind GLP-1-Hemmer nur eine von vielen Arten von Gen-modifizierenden Medikamenten, die in diesem Jahrhundert entwickelt wurden. Die Veränderung der Genexpression ist mit einer Vielzahl von Nebenwirkungen verbunden, die unmittelbar oder im Laufe der Zeit sehr schwerwiegend werden können. Beispielsweise wurde 2023 eine neue Klasse von Medikamenten zur Reduzierung von Amyloid-Plaques eingeführt und für Demenzpatienten verschrieben, darunter die Wirkstoffe Lecanemab (Leqembi), Donanemab (Kisunla) und Aducanumab (Aduhelm). Diese Medikamente verändern die Genexpression, indem sie ein «Transkriptionsprogramm» in den Mikroglia-Immunzellen des Gehirns auslösen. Studien haben nun gezeigt, dass 20 % der Patienten lebensbedrohliche Hirnschwellungen und Hirnblutungen erleiden. Obwohl die Medikamente die Konzentration von Amyloid-Plaques reduzieren, verstärken sie häufig die Verwirrtheitssymptome. Die Reaktionen sind so extrem, dass die Behörden in Großbritannien und den USA einen Entzug der Zulassung erwägen. Ob diese Effekte reversibel sind, ist noch nicht bekannt.

Ozempic ist ein Genmanipulator, er verändert die Persönlichkeit der Anwender

Im Fall des Osteoporose-Medikaments Prolia (auch bekannt als Denosumab), das postmenopausalen Frauen mit Osteoporose und hohem Frakturrisiko verschrieben wird, ist dies jedoch bekannt. Denosumab wirkt, indem es die Expression von Genen verändert, die für den Knochenstoffwechsel verantwortlich sind. Das Medikament wurde 2010 eingeführt. Bereits 2011 warnte die neuseeländische Gesundheitsjournalistin Gillian Sanson, dass das Medikament wahrscheinlich ungesunde Veränderungen der Knochenstruktur verursachen und das Krebsrisiko erhöhen würde. Eine 2024 veröffentlichte Studie mit dem Titel «Analyse der Nebenwirkungen von Denosumab (Prolia) bei Osteoporose auf Grundlage des FDA-Meldesystems für unerwünschte Ereignisse (FAERS)» hat eine sehr hohe Rate an Nebenwirkungen des Medikaments in sage und schreibe 27 Organsystemen festgestellt. Zu diesen Nebenwirkungen zählen unter anderem ein abnormal niedriger Kalziumspiegel im Blut, eine abnorme Knochendichte, Bindegewebsschwäche, Ekzeme, Störungen des Nervensystems, psychiatrische Erkrankungen, Wirbelsäulenverformungen, Immobilität, Wechseljahresbeschwerden, ein erhöhtes Infektionsrisiko, Herzerkrankungen und Stoffwechselstörungen. Die große Bandbreite schwerwiegender Nebenwirkungen im gesamten Körper ist charakteristisch für Medikamente, die die Genexpression verändern. Anders ausgedrückt: Die grundlegende Koordination und Effektivität der Genexpression kann beeinträchtigt werden. Tatsächlich wissen wir heute, dass ein Absetzen von Denosumab nach Beginn der Einnahme nicht ohne Weiteres oder sicher möglich ist, da es irreversible Veränderungen der Genexpression hervorruft, die die Fähigkeit des Körpers zur Knochenbruchheilung beeinträchtigen – genau das Gegenteil der ursprünglich erwarteten Wirkung des Medikaments.

mRNA-Injektionen sind Teil des Trends
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass neue Medikamentenklassen, die die Genexpression verändern, entwickelt und weit verbreitet verschrieben werden. Diese Medikamente weisen sehr hohe Raten an kurz- und langfristigen physiologischen Nebenwirkungen auf, die oft mit schwerwiegenden psychischen Veränderungen einhergehen. Dies ist nicht nur eine besorgniserregende Entwicklung, sondern ein Trend in der Medizin, bei dem Medikamente mit ungewisser Wirksamkeit an der Öffentlichkeit „erprobt“ werden, ohne die Patienten über die hohen Gesundheitsrisiken aufzuklären. Die oben genannten Medikamente sind keine Einzelfälle; sie sind Teil eines umfassenden Forschungsfelds, das die Genmedizin vorantreibt und dessen Folgen, wie wir uns bewusst sein sollten, eine Verschlechterung der genetischen Grundlagen von Gesundheit und Leben insgesamt beinhalten.

mRNA-basierte COVID-Impfstoffe spielen eine wichtige Rolle in diesem Trend. Die in der Bevölkerung entstandene Skepsis gegenüber mRNA-Impfungen basiert auf persönlichen Erfahrungen und Forschungsergebnissen, die die mangelnde Wirksamkeit und Sicherheit dieser sogenannten «Impfstoffe» belegen. Wöchentlich werden immer mehr Studien veröffentlicht, die die Darstellung ihrer Sicherheit und Wirksamkeit infrage stellen. Beispiele hierfür sind die Studie «A Reanalysis of the FDA’s Benefit–Risk Assessment of Moderna’s mRNA-1273 COVID Vaccine Based on a Model Incorporating Benefits Derived from Prior COVID Infection» oder die Studie «Temporal patterns of all-cause mortality among US nursing home residents across COVID-19 vaccination strata, May 2022-June 2023«. Beide Studien zeigen, dass die anfänglichen Annahmen zur Sicherheit und die Analysemethoden zu deren Bewertung strukturell unzureichend waren, um die verfügbaren Datensätze zu analysieren und fundierte Schlussfolgerungen zu ziehen.

Ich kann die Bedeutung einer Überarbeitung unseres Paradigmas der Genfunktion gar nicht genug betonen. Die Vorstellung, dass die DNA das Geheimnis des Lebens vollständig kodiert, ist so tief im kollektiven Bewusstsein verankert, dass jegliche Abweichung von diesem Paradigma beinahe undenkbar geworden ist. Artikel in den großen Medienkonzernen berichten regelmäßig, dass Heilmittel für fast alle Krankheiten mit genetischer Grundlage unmittelbar bevorstehen. Dies ist realitätsfernes Denken, das nicht nur die Realität strenger wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern auch unsere eigene Alltagserfahrung ignoriert, dass Bewusstsein oder Wahrnehmung das Leben definiert. Wie die DNA die Ausdrucksfähigkeit des Bewusstseins ermöglicht, bleibt ein Rätsel, wodurch biotechnologische Experimente das größte Risiko für die Menschheit darstellen, dem sie je ausgesetzt war. In klassischen Darstellungen des Lebens wird der menschliche Körper als ein von fünf Pferden gezogener Wagen beschrieben, die unsere fünf Sinne symbolisieren. Der Geist ist der Wagenlenker. Die Veränderung der Genexpression in dieser Analogie gleicht einem Wegelagerer, der die Pferde kapert und den Körper in eine völlig unvorhersehbare Richtung lenkt, die den Zwecken des menschlichen Geistes nicht dient. Denken Sie darüber nach: Unser Geist ist das Wertvollste, was wir besitzen. Niemand will den Verstand verlieren.

Es besteht ein dringendes Bedürfnis, die grundlegenden Annahmen des genetischen Paradigmas zu hinterfragen. Wie der Dichter und Nobelpreisträger Rabindranath Tagore in seiner bewegenden Allegorie „Ankunft“ warnte ( Auszug folgt):

Einer von uns beiden sagte: «Der König der Nacht kommt.»

Wir lachten nur und sagten: «Bis morgen früh kommt niemand mehr.»

Und als die Nacht noch dunkel war, erhob sich ein lautes, nahes Trommeln.

Jemand rief allen zu: «Aufwachen, aufwachen, keine Zeit mehr verlieren!»

Wir haben einen Punkt erreicht, an dem viele hochqualifizierte Wissenschaftler begonnen haben, Daten zu sammeln, Fragen zu stellen und ihre Meinung zu äußern. Jetzt ist es an der Zeit, aufzuwachen, zuzuhören und, wie Tagore sein Gedicht beendet, „nicht länger zu zögern“.

Guy Hatchard, PhD, ist ein Neuseeländer, der früher leitender Manager bei Genetic ID war, einem globalen Unternehmen für Lebensmittelprüfung und -sicherheit (heute bekannt als FoodChain ID).

Ozempic ist ein Genmanipulator, er verändert die Persönlichkeit der Anwender
(via Exposing The Darkness)

DBD: Murder Chicken – Stonewall Slim

Es gibt Haustiere. Es gibt schwierige Haustiere. Und dann gibt es Lizzie Borhen – die einzige überlebende Henne einer Herde, die sie selbst dezimiert hat. Kaltblütig. Mit Vorsatz. Ohne erkennbare Reue.

Der Künstler Stonewall Slim hat dieser Kreatur einen Delta-Blues-Rap gewidmet und ihr dabei einen angemessenen mythologischen Rahmen gegeben: Das Appalachian Folk-Genre, das sich seit Jahrhunderten an der Schnittstelle zwischen puritanischer Höllenpredigt und übernatürlichem Volksglauben bewegt. Was auf den ersten Blick wie ein skurriles Musikprojekt wirkt, ist bei näherer Betrachtung die einzig legitime künstlerische Reaktion auf ein Tier, das offenbar die Gesetze der normalen Hühnerhaltung fundamental ignoriert.

Die Fakten sprechen für sich: Lizzie überlebte jeden Mitbewohner ihres Stalls. Auf Methoden, über die der Autor mit der dezenten Formulierung «in cold blood» hinweggehe. Sie terrorisiert Kinder so konsequent, dass Gartenbesuche nur noch mit ihrer vorherigen Inhaftierung möglich sind. Sie attackiert Füsse beim Grillieren – ein Verhalten, das man als Stellungnahme zum menschlichen Freizeitverhalten interpretieren könnte. Und sie hat mehr Nächte draussen überlebt, als die örtliche Kojotenpopulation ihr zugestanden hätte. Das ist kein Huhn. Das ist eine Prüfung.

Genau darin liegt die Eleganz des gewählten Genres. Die presbyterianischen Ulster-Schotten, die Appalachia besiedelten, brachten eine calvinistische Weltsicht mit, in der die Hölle nah und das Gericht nahe war. In Geschichten wie «How Bobtail Beat the Devil» ist das Übernatürliche nie weit. Und was wäre übernatürlicher als eine Henne, die sämtliche Artgenossinnen eliminiert, Raubtiere übersteht und dabei in wohlverdienter Pension in einem Schuppen residiert, als hätte sie schlicht beschlossen, für immer zu existieren?

Stonewall Slim, der im verregneten Frühling Neuenglands filmt, während die Bäume noch kahl sind und ein seltsames blaues Licht die Morgenstunden färbt, hat offensichtlich erkannt: Manche Tiere brauchen kein Tierarzt-Zeugnis — sie brauchen ein Evangelium. Lizzie Borhen hat ihres bekommen. Und sie wird das kaum beeindrucken. Sie wird weiterhin Füsse hacken, Kinder terrorisieren und Kojoten überleben. Der Rest von uns kann das nur dokumentieren – und beten, dass sie gnädig ist… :)

DBD: Murder Chicken – Stonewall Slim
DBD: Murder Chicken – Stonewall Slim

Claude, der Gute – und die Spyware-Brücke, die niemand bestellt hat

Es war ein schönes Narrativ. Anthropic, gegründet 2021 von OpenAI-Aussteigern, die das Mutterhaus als zu kommerziell und zu sorglos im Umgang mit Risiken empfanden, galt als das Gewissen der KI-Industrie. Die Guten. Die Vorsichtigen. Die Prinzipientreuen. Während OpenAI Werbung schaltet und Militärverträge unterschreibt, lehnte Anthropic im Februar einen exklusiven Deal mit dem US-Militär ab – mit der Begründung, Claude könnte für Massenüberwachung und automatische Militärschläge eingesetzt werden. Dafür sei KI nicht bereit. Grosses Kino. Viel Applaus. Sehr überzeugende Selbstinszenierung.

Claude, der Gute - und die Spyware-Brücke, die niemand bestellt hat

Dann entdeckte Alexander Hanff auf seinem MacBook eine Datei, die er nicht installiert hatte, deren Installation er nicht zugestimmt hatte und von der er schlicht nichts wusste. In einem Blogpost auf thatprivacyguy.com beschreibt der Datenschutzberater, was er vorfand: Ein «Native Messaging Manifest», installiert durch die Claude-Desktop-App, das als Software-Brücke zwischen Anthropics Browser-Erweiterung und einem ausführbaren Hilfsprogramm namens «chrome-native-host» fungiert — das seinerseits dieselben Privilegien wie der angemeldete User besitzt.

Was kann diese Brücke, wenn sie aktiviert wird? Claude erhält durch das ausgeführte Programm umfangreiche Agentenfähigkeiten: Die KI kann auf Websites zugreifen, bei denen der User angemeldet ist, Daten aus Websites extrahieren und lokal speichern, animierte GIF-Bilder von User-Interaktionen im Browser aufzeichnen und Workflows über mehrere Websites hinweg durchführen – ohne dass Nutzerinnen und Nutzer dem zugrundeliegenden Mechanismus ausdrücklich zugestimmt haben.

Standardmässig ist die Brücke inaktiv. Das ist das Beruhigungspflaster. Aber sie ist vorkonfiguriert und wartet auf definierte Bedingungen, die sie aktivieren. Und das Besondere: Die App hinterlegt die Datei in den Anwendungsverzeichnissen von sieben Chromium-basierten Browsern – Google Chrome, Microsoft Edge, Vivaldi, Brave, Arc, Chromium und Opera. Diese Browser müssen nicht einmal installiert sein. Die App erstellt die nötigen Verzeichnisse dann einfach selbst. Sollte der User einen der Browser in Zukunft installieren, ist die Brücke für Claude schon vorhanden.

Man liest das noch einmal. Das System installiert Verzeichnisse für Browser, die noch nicht existieren. Es bereitet die Infrastruktur für zukünftige Zugriffe vor – still, ungefragt, von Apple digital signiert und durch Apples Notarisierungsprozess verifiziert. Das bedeutet, Apples Sicherheitsprüfung hat das durchgelassen. Was beruhigend wäre, wenn es nicht gleichzeitig bedeutete, dass das gesamte Ökosystem der «sicheren» Software-Distribution hier als Legitimierungsfolie dient.

Claude, der Gute - und die Spyware-Brücke, die niemand bestellt hat

Andere Datenschützer bezweifeln zwar, dass das Verhalten strafrechtlich relevant ist – bestätigen aber Hanffs Entdeckungen. Nach Hanffs eigener Einschätzung verstösst die Brücke gegen die ePrivacy-Richtlinie. Anthropic hat sich bislang nicht geäussert.

Nicht geäussert. Das Unternehmen, das im Januar seinen CEO auf dem eigenen Blog vor den Gefahren von KI warnen liess, das medienwirksam Militärverträge ablehnte, das seine neueste KI Claude Mythos zurückhielt, weil sie zu gut darin ist, gefährliche IT-Schwachstellen zu entdecken – dieses Unternehmen findet keinen Weg, auf die Entdeckung einer ungefragten Spyware-Brücke in seiner eigenen Desktop-App zu reagieren.

Die offizielle Erklärung lautet: Wahrscheinlich Fahrlässigkeit. Mangelnde Kommunikation zwischen Entwickler- und Datenschutz-Team. Möglicherweise ein internes Test-Feature, das versehentlich im Release verblieb. Geplante Agenten-Funktionalitäten, bei denen man vergass, den User nach Zustimmung zu fragen.

Das ist entweder die Wahrheit – was bedeutet, dass das Unternehmen, das sich als verantwortungsvollster KI-Entwickler der Welt vermarktet, intern so chaotisch ist, dass Spyware-Brücken versehentlich in Produktionsreleases landen. Oder es ist nicht die Wahrheit – was bedeutet, dass das gesamte Ethik-Narrativ genau das ist, was Narrativ bedeutet: Eine Geschichte, keine Beschreibung.

Beides ist beunruhigend. Das Erste für alle, die Anthropic als kompetenten Akteur einschätzen wollten. Das Zweite für alle anderen.

Was bleibt, ist die strukturelle Frage, die dieser Vorfall aufwirft: Wer überwacht die Überwacher? Das Unternehmen, das warnt, KI könnte zur Massenüberwachung eingesetzt werden, installiert ungefragt Software-Infrastruktur auf fremden Rechnern, die bei Aktivierung Browsersitzungen aufzeichnen, Daten extrahieren und Workflows über mehrere Plattformen hinweg durchführen kann. Die Brücke existiert. Die Kapazitäten existieren. Die Zustimmung existiert nicht.

Das Vertrauen ist eine Variable, die noch zu bestimmen ist. Anthropic könnte es wiederherstellen. Durch Transparenz. Durch eine Stellungnahme. Durch das Eingeständnis, dass zwischen dem Selbstbild als verantwortungsvolles KI-Unternehmen und dem Verhalten der eigenen Software eine Lücke klafft, die Erklärung verdient. Oder durch weiteres Schweigen. Das wäre die klarste Aussage von allen…

Claude, der Gute - und die Spyware-Brücke, die niemand bestellt hat

WHO, GAVI, CIA – und ein Symposium mit 700 Menschen, die nicht mehr schweigen wollen

Es gibt Veranstaltungen, über die keine Zeitung berichtet. Nicht weil nichts passiert. Sondern weil zu viel passiert – zu viel, das nicht in das Bild passt, das die Berichterstattung von sich selbst hat. Das WHO-Symposium vom 20. April 2024 in Zürich Altstätten war so eine Veranstaltung. Über 700 Gäste. Fünfzehn Referate. Ärzte, Juristen, Datenwissenschaftler, Investigativjournalisten, ehemalige Politiker, Impfgeschädigte. Und kein einziger Beitrag in den grossen Schweizer Tageszeitungen. Man könnte das Zufall nennen. Man könnte es auch System nennen.

WHO, GAVI, CIA – und ein Symposium mit 700 Menschen, die nicht mehr schweigen wollen
WHO, GAVI, CIA – und ein Symposium mit 700 Menschen, die nicht mehr schweigen wollen

Im Mittelpunkt des Abends stand Katharina König. Wer sie nicht kennt, sollte das ändern. Eine Frau, die nach ihrer zweiten Corona-Injektion einen Schlaganfall erlitt, erblindete, deren Organe versagten, die Milz und Darm verlor, die zwei Jahre lang nicht essen konnte und über eine Blutbahn ernährt wurde, die zehn Operationen überstand und heute 200 Kapseln täglich nimmt – und trotzdem auf Podien steht, redet, kämpft und anderen Impfgeschädigten kostenlos Behandlungspläne zur Verfügung stellt.

Das System hat sie zuerst als «Ungeimpfte» ausgeschlossen. Dann als «schwerkranke Patientin, die sowieso demnächst stirbt» abgetan. Freunde, die sich distanzierten. Ärzte, die schwiegen. Ein Staat, der wegschaute. Und Katharina König, die trotzdem lauter wurde. Ihr Befund über die Impfcharge, die sie erhielt – EX8679 – ist dabei von einer Präzision, die jeden nachdenklich stimmen sollte, der noch nachdenklich sein will: Dieselbe Charge wurde dokumentiert in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Hamburg verabreicht. Geografisch verteilt. Strategisch gestreut. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Zufall ist, überlässt man dem geneigten Leser.

Kein Pathologe, so König, habe bisher den Mut gehabt, die Toten aus den Krankenhäusern systematisch auf Impfschäden zu untersuchen. Nicht weil es technisch unmöglich wäre – die Einschärbung ist, wie sie erklärt, eine einfache Untersuchung. Sondern weil niemand die Konsequenzen tragen will. Wer schweigt, macht mit. Das ist ihr Satz. Er sitzt.

Dann Heiko Schöning. Investigativjournalist, der Namen nennt, wo andere Kategorien verwenden. Er beschreibt, was nach Corona als Nächstes anläuft – und es läuft bereits: CARPX, die neue Plattform für ein Bakteriennarrativ, strukturell aufgebaut wie GAVI es für Impfstoffe war. Dieselbe Architektur. Dieselben Akteure. Dieselbe Logik: Private Geldgeber spenden Millionen, Staaten legen Milliarden drauf und am Ende sitzt eine Stiftung mit Immunität vor Strafverfolgung auf dem Geld und auf den Entscheidungen.

GAVI, für alle, die sich die Mühe sparen wollen, nachzuschauen: Eine Impfallianz mit Sitz in Genf, deren Gelände Schweizer Behörden nicht betreten dürfen und deren Mitarbeiter Immunität vor Festnahme geniessen. Das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist Völkerrecht, spezifisch ausgehandelt, damit eine private Organisation staatliche Kontrolle nicht fürchten muss. Und die neue Firma «National Resilience»? Direktoren mit CIA-Hintergrund, Milliarden in der Kasse, bestehende Produktionsstätten aufgekauft, neue im Weltmassstab gebaut – für mRNA-Wirkstoffe. Noch vor dem nächsten Narrativ. Noch vor dem nächsten Ausbruch. Noch vor dem nächsten Notfallzulassungsverfahren.

Das alles, während der WHO-Pandemievertrag Ende Mai 2024 an der 77. Weltgesundheitsversammlung in Genf unterzeichnet werden sollte – ein Vertragswerk, das nationale Souveränität in Gesundheitsfragen an eine Organisation überträgt, die zu achtzig Prozent privat finanziert wird und deren grösster Einzelspender kein gewählter Repräsentant eines Landes ist, sondern eine Stiftung. Das Schweizer Parlament hatte, als Reaktion auf Druck aus der Bevölkerung und politischen Bewegungen wie dem Aktionsbündnis Freie Schweiz, immerhin beschlossen, den Vertrag zur Kenntnis nehmen zu müssen – was die Möglichkeit eines Referendums öffnete. Eine der wenigen direktdemokratischen Sicherungen, die in diesem Kontext noch funktionierten.

Professor Stefan Hockertz, Immunologe und seit Jahren unter Beschuss für seine öffentliche Kritik an der Corona-Politik, äusserte seine Wertschätzung für die Schweiz – für jene Schweiz, die noch Meinungsfreiheit ohne Berufsverbot kombinieren kann. Die Formulierung klingt nach Lob, ist aber ein stiller Befund über den Zustand anderer Länder, in denen Ärzte, die das Falsche sagen, ihre Zulassung verlieren.

Dieter Dehm, langjähriger Bundestagsabgeordneter, gab einen Ratschlag, den er aus Jahrzehnten politischer Erfahrung destilliert hatte. Laura Grazioli, ehemalige Grüne Landrätin in Basel-Landschaft, sprach unverblümt über das, was politische Arbeit von innen bedeutet und was sie nicht bedeutet. Thomas Grieder schilderte, was die Blauzungen-Impfung 2008 seinen Kühen angetan hatte – ein Vorbote, den damals niemand ernst nahm.

700 Menschen sassen in Zürich Altstätten und hörten zu. Nicht weil sie Verschwörungstheoretiker sind — ein Begriff, der inzwischen so überdehnt wurde, dass er nur noch die Unfähigkeit seines Verwenders beschreibt, mit dem Inhalt des Gesagten umzugehen. Sondern weil sie Fragen haben, die von den offiziellen Kanälen nicht beantwortet werden.

Katharina König schloss mit einem Satz, der keine Interpretation braucht: Niemand soll still sein.

700 Menschen applaudierten. Die Presse schwieg. Dieses Schweigen sagt alles…

Alle Vorträge des WHO-Symposium am 20.4.24 in Zürich-Altstetten – insgesamt 9 Stunden:
https://www.youtube.com/live/m8RpncTupAI

Einzelne Beiträge auf Youtube:
Katharina König: https://www.youtube.com/watch?v=m8RpncTupAI&t=1156s
Philipp Kruse:https://www.youtube.com/watch?v=8zF7lMKjyMA
Prof. Dr. Stefan Hockertz: https://www.youtube.com/watch?v=Pd_4tDufaEU
Dr. Heiko Schöning: https://www.youtube.com/watch?v=gWkVzfPj_NQ

Heiko Schöning: WHO Symposium Zürich Altstetten 20.04 .2024
Heiko Schöning: WHO Symposium Zürich Altstetten 20.04 .2024

Satire ist erlaubt – solange sie den Richtigen trifft

Es gibt eine ungeschriebene Regel im deutschen Medienbetrieb, die selten so offen dokumentiert wird wie in diesem Fall. Die Regel lautet: Satire ist Kunst, wenn das richtige Milieu sie produziert. Satire ist Propaganda, wenn das falsche Milieu sie produziert. Die inhaltliche Qualität, die handwerkliche Präzision, die politische Treffsicherheit – all das ist zweitrangig. Entscheidend ist der Absender.

Willy Kramer, bekannt als Snicklink, Berliner Satiriker, ehemaliger Mitarbeiter von extra 3, mitverantwortlich für die ZDFneo-Cartoonserie «Deutsches Fleisch», also durchaus systemkompatibel einsozialisiert, produzierte einen KI-generierten Clip: Donald Trump singt «Blockade, Blockade» zur Melodie von «Voyage, Voyage». Föhnfrisur, Keyboard, grosse Geste, Achtzigerjahre-Albtraum-Ästhetik. Präzise, komisch, böse. Das, was man gemeinhin als gelungene Satire bezeichnet. Was folgte, war ein Lehrstück.

Internationale Medien griffen den Clip auf. Die iranische Botschaft in Südafrika teilte ihn. Und plötzlich war aus einem deutschen Satirestück ein «globaler Deutungsfall» geworden, wie es in der höflichen Umschreibung heisst. Weniger höflich formuliert: Deutsche Redaktionen schrieben über «Propaganda», mutmassten über «Geschäftsmodelle» und stellten – ohne belastbare Belege, das sei ausdrücklich betont – implizite Nähe zu fremden Interessenräumen her. Weil ein iranisches Botschaftsprofil das Video geteilt hatte.

Halten wir diesen Moment fest. Ein Berliner Satiriker macht einen Witz über Trump. Dieser Witz wird von einer iranischen Botschaft geteilt. Daraus wird – in der Logik des deutschen Qualitätsjournalismus – eine verdächtige Nähe des Satirikers zu iranischen Interessen. Mit derselben Methodik müsste man jeden deutschen Bäcker, dessen Brot je an einen Iraner verkauft wurde, auf Staatsfeindschaft prüfen.

Aber die Logik ist natürlich eine andere. Die Logik ist: Trump darf mit Satire angegriffen werden – das ist Konsens, das ist erwünscht, das gehört zur kulturellen Selbstverständigung des progressiven Milieus. Aber Trump darf nicht auf eine Art angegriffen werden, die zu viral, zu unkontrollierbar, zu grenzüberschreitend wird. Satire, die sich nicht an die Spielregeln des Systems hält – wer darf reden, wer wird eingeladen, wer bekommt die Fördermittel, wer erscheint in den richtigen Sendungen – wird zur Gefahr. Nicht weil sie falsch ist. Sondern weil sie unkontrollierbar ist.

Das Instrument zur Kontrolle ist bekannt: Demonetarisierung. Kramer verlor nach eigenen Angaben auf YouTube die Monetarisierung. Das klingt nach einem technischen Detail. Es ist ein struktureller Übergriff. Wer nicht mehr monetarisieren kann, verliert Reichweite. Wer Reichweite verliert, verliert Produktionsmittel. Wer Produktionsmittel verliert, verschwindet. Das ist kein Zufall, das ist Design. Die Algorithmen sind nicht neutral – sie sind politisch und ihre Politik bevorzugt das Systemkonforme.

Die Frage, die Snicklinks Fall aufwirft, ist deshalb keine Frage über einen einzelnen Clip. Sie ist eine Frage über die Bedingungen, unter denen Satire heute noch existieren kann. Wer darf lachen? Wer darf über Macht spotten? Die Antwort des Systems lautet: Prinzipiell alle – aber nur innerhalb eines Rahmens, der von denselben Institutionen definiert wird, über die man spotten soll. Satire, die diesen Rahmen verlässt, wird nicht verboten. Sie wird demonetarisiert, delegitimiert und mit Andeutungen vergiftet, bis der Urheber entweder verstummt oder marginalisiert ist.

Das Perverse daran: Die lautesten Verteidiger der Satirefreiheit — öffentlich-rechtliche Redaktionen, Kabarettpreiskomitees, Feuilletonisten mit Bundesverdienstkreuz — sind dieselben, die schweigen, wenn ein unabhängiger Satiriker die Ökonomie seiner Arbeit verliert. Weil er nicht aus dem richtigen Milieu kommt. Weil er nicht die richtigen Förderanträge gestellt hat. Weil sein Witz nicht in die erwartete politische Schublade passt.

Dabei ist die Schublade die eigentliche Geschichte. Extra 3 darf Erdogan verhöhnen und bekommt dafür Staatsgelder. Snicklink verhöhnt Trump und wird demonetarisiert. Der Unterschied ist nicht die Qualität der Satire. Der Unterschied ist, wer die Verteilung kontrolliert.

Kramer reagiert auf Gegenwind, indem er weitermacht. Sein neues Filmprojekt «Dies Das Ananas» — KI-gestützt, per Crowdfunding finanziert, ausserhalb jeder Senderlogik produziert – ist die praktische Antwort auf die strukturelle Frage: Wenn das System dich nicht lässt, bau dir dein eigenes System.

Das ist die eigentliche Pointe dieser Geschichte. Nicht der Trump-Clip. Nicht die iranische Botschaft. Sondern die Tatsache, dass ein einzelner Mensch mit KI-Werkzeugen heute Dinge produzieren kann, für die früher Redaktionen, Fördergremien und Produktionsbudgets nötig waren. Das macht ihn unkontrollierbar. Und das macht ihn verdächtig.

Satire ist willkommen, solange sie kontrolliert werden kann. Sobald sie das nicht mehr ist, heisst sie Propaganda.
Das war schon immer so. Es wird nur gerade besonders sichtbar…

Satire ist erlaubt – solange sie den Richtigen trifft
Satire ist erlaubt – solange sie den Richtigen trifft

Nicht das Virus hat die Welt verändert – sondern die, die uns damit terrorisiert haben

Man muss es festhalten, bevor die Amnesie wieder einsetzt, die in diesem Land mit einer Zuverlässigkeit wiederkehrt, die jede Zugverbindung beschämt: Es war kein Virus, das zwischen 2020 und 2023 die Gesellschaft in etwas verwandelte, das ihr selbst fremd geworden ist. Viren existieren seit Jahrmillionen. Sie kommen, sie gehen, sie töten die Schwachen, sie verschonen die Starken, sie mutieren ins Harmlose. Das ist ihre Biographie und sie weicht nicht ab. Was abwich, war der Mensch. Oder genauer jene kleine Gruppe von Menschen, die entschieden, dass dieser Virus anders behandelt werden musste als alle vorherigen – anders als die Spanische Grippe, anders als HIV, anders als SARS 1.0, anders als die Schweinegrippe, die 2009 bereits einmal als Generalprobe diente und damals immerhin noch mit einem kläglichen Aufwacheffekt endete, als die bestellten Impfstoffmengen in Lagern vor sich hin schimmelten. Diesmal klappte es besser. Diesmal gab es kein Aufwachen.

Nicht das Virus hat die Welt verändert – sondern die, die uns damit terrorisiert haben

Was wir erlebten, war kein medizinisches Ereignis. Es war ein politisches Experiment mit medizinischer Kulisse. Lockdowns, die in keinem Pandemieplan je vorgesehen waren – das RKI hatte sie ausdrücklich als kontraproduktiv eingestuft, wie seine eigenen Protokolle belegen, die ein Whistleblower 2024 veröffentlichte, vier Jahre nach dem Schaden. Maskenpflicht für Kinder in Schulen, obwohl keine Evidenz für deren Wirksamkeit im Alltag existierte und internationale Studien das damals bereits zeigten. Ausgangssperren für Ehepaare nach 22 Uhr, obwohl sie die ganze Nacht nebeneinander schlafen durften. 2G, 3G, Impfpflicht für Pflegekräfte – und all das als Demokratie deklariert, als Solidarität, als Vernunft.

Wer das infrage stellte, war kein Bürger mehr. Er war ein Covidiot. Ein Schwurbler. Ein Gefährder. Und wenn er mit dem Grundgesetz auf die Strasse ging, konnte er sicher sein, dass Polizisten mit Schlagstöcken erschienen, während die Tagesthemen am selben Tag eine Anticoronademonstration als «Rechtsextremisten-Aufmarsch» rahmten — ungeachtet der Familien, Rentner und Ärzte, die dort standen.

Karl Lauterbach erklärte die Impfung für «nebenwirkungsfrei». Das war gelogen. Er wusste es, die EMA wusste es, Pfizer wusste es. Pfizer hatte nach der Zulassung, die auf Basis eines sauberen Verfahrens erteilt worden war, die Produktionsmethode geändert – billiger, schmutziger, profitabler. Die Verunreinigungen wurden intern in eigenen Studien festgestellt. Die Fehlgeburtenrate stieg um über tausend Prozent im Vergleich zur ursprünglichen Charge. Die EMA gab trotzdem den Stempel. «Notlage» war die Erklärung. In der Logik dieses Systems bedeutet Notlage: Die Spielregeln gelten nicht mehr für jene, die sie aufgestellt haben – nur noch für jene, an denen sie angewendet werden.

Nicht das Virus hat die Welt verändert – sondern die, die uns damit terrorisiert haben

Und die Gewinner? Amazon verdoppelte seinen Börsenwert. Pfizer schrieb Rekordgewinne, gleichzeitig von der Haftung freigestellt. BlackRock und Vanguard bauten ihre Positionen in allen krisenrelevanten Sektoren aus. Das Weltwirtschaftsforum sprach von einem «Great Reset» und meinte damit keine Metapher. Bill Gates wurde in den Tagesthemen als Medizinexperte gehandelt – ein Mann ohne Medizinstudium, mit Milliarden in Biontech, mit einer Stiftung, die der WHO mehr Geld gibt als die meisten Mitgliedsstaaten und mit einer Familientradition in «Family Planning», die bis zu zwangssterilisierten Amerikanern reicht und zwar legal, bis in die 1960er.

Die EMA, gegründet nach dem Contergandrama um genau diese Form von Industrie-Aufwand-Optimierung auf Kosten der Patienten zu verhindern, kannte die Geschichte. Sie kannte das Muster. Und sie winkte durch.

Die Medien? Berichteten, was ihnen gesagt wurde, synchron, ohne Abweichung. Der Ethikrat? Formulierte, was die Regierung hören wollte. Die öffentlichrechtlichen Sender? Zeigten die Grafiken der Regierung, luden die Kritiker nicht ein und wenn doch, dann vier gegen einen, mit der klaren dramaturgischen Absicht, sie zu vernichten. Der Querdenker – einst Ehrentitel für Einstein, für Alfred Herrhausen, für jeden, der ausserhalb vorgegebener Strukturen dachte – wurde zum Schimpfwort. Zur Diagnose. Zur Begründung für Berufsverbote, Strafverfahren, soziale Ächtung.

Das ist das eigentliche Vermächtnis dieser Jahre. Nicht der Virus. Der Virus war Anlass. Das Vermächtnis ist die Infrastruktur, die jetzt existiert: die Präzedenz für Grundrechtsaussetzungen, die Normalisierung digitaler Ausschlussmechanismen, die installierte Überwachungsarchitektur, die Akzeptanz staatlicher Willkür als «Fürsorge», und — am giftigsten — die kollektive Amnesie, die jetzt einsetzt, alimentiert von einer Klasse von Politikern, die keinen Untersuchungsausschuss wollen, weil sie nicht vergessen hat, was sie getan hat. Sie wollen nur, dass alle anderen vergessen.

Das Erschütterndste ist nicht, dass das passierte. Erschütternd ist, dass es so leicht ging. Dass Millionen mitmachten. Dass die Nachbarn die Nachbarn meldeten. Dass Ärzte Kollegen denunzierten. Dass Eltern ihre Kinder mit Masken in die Schule schickten und es Fürsorge nannten.

Das Virus hat die Welt nicht verändert. Der Mensch hat sich selbst verändert – und zwar in eine Richtung, die schon einmal in der Geschichte sichtbar war, mit bekanntem Ausgang. Wer das nicht sehen will, hat sich entschieden, es nicht zu sehen. Das ist eine aktive Entscheidung. Und sie hat Konsequenzen…

Nicht das Virus hat die Welt verändert – sondern die, die uns damit terrorisiert haben
Nicht das Virus hat die Welt verändert – sondern die, die uns damit terrorisiert haben

Harald Lesch: Deutschlands flexibelster Wissenschaftsgewissen – zum Marktpreis

2019 war Harald Lesch noch Aufklärer. Vor laufender Kamera, mit erhobenem Zeigefinger und professoralem Gestus, erklärte er der staunenden Öffentlichkeit, was jeder Rohstoffexperte seit Jahren wusste: Batterieautos sind eine Umweltkatastrophe. Lithiumabbau, Kobaltminen, Energiebilanz – Lesch lieferte, sachlich, korrekt, unbequem. Dann stimmte die Kohle ihn um.

Heute dreht Deutschlands beliebtester Wissenschaftspopularist eine Rolle rückwärts, die selbst geübten Zirkusakrobaten Respekt einflössen würde. 180 Grad. Vollständig. Ohne Erklärung, ohne Entschuldigung, ohne auch nur mit der Brillenfassung zu zucken. Das E-Auto? Plötzlich Zukunft. Die Batterie? Plötzlich vertretbar. Die Argumente von 2019? Offenbar im selben Schredder gelandet wie seine Unabhängigkeit.

Lesch ist damit kein Einzelfall – er ist Symptom. Der Wissenschaftsbetrieb hat längst gelernt, dass Fördergelder, Sendezeiten und Preise eine eigentümliche Wirkung auf intellektuelle Überzeugungen entfalten. Wer zahlt, schafft an. Wer anschafft, bekommt einen Professor, der erklärt, warum das alles ganz wunderbar ist. Der Zeigefinger bleibt erhoben. Er zeigt nur noch in die falsche Richtung…

Harald Lesch: Deutschlands flexibelster Wissenschaftsgewissen – zum Marktpreis
Harald Lesch: Deutschlands flexibelster Wissenschaftsgewissen – zum Marktpreis

Kein Antisemit, sondern schlimmer: Ein Jude, der die Wahrheit sagt

Es gibt eine Situation, die das gesamte Narrativ der letzten Jahre in einem einzigen Moment zusammenfasst. Ein jüdischer Student betritt eine pro-israelische Veranstaltung an der Rutgers University, an der auch israelische Soldaten teilnehmen, organisiert von «Students Supporting Israel» — und sagt laut, was er denkt. Er macht auf die Tötung von Journalisten aufmerksam. Auf die Tötung von Kindern. Auf die Tötung von Gesundheitspersonal. Durch die israelische Armee. In Gaza. Er sagt, Israel werde dafür irgendwann zur Rechenschaft gezogen.

Jetzt kommt das Problem. Dieser Student ist Jude. Das bedeutet, der zuverlässigste Reflexhammer des öffentlichen Diskurses – der Vorwurf des Antisemitismus – greift nicht. Man kann ihn nicht als Judenhasser bezeichnen. Man kann ihn nicht als Holocaustleugner einordnen. Man kann ihn nicht wegdiffamieren mit dem Vokabular, das sonst jeden zum Verstummen bringt, der die dokumentierten Opferzahlen aus Gaza laut ausspricht.

Was bleibt? Er ist ein «schlechter Jude». Ein «self-hating Jew». Ein Verräter an der Gemeinschaft. Ein nützlicher Idiot feindlicher Kräfte. Das ist das Repertoire, wenn Dissens aus den eigenen Reihen kommt und die üblichen Werkzeuge versagen.

Dabei tut dieser Student nichts anderes als das, was jeder Journalist, der seinen Beruf ernst nimmt, längst dokumentiert hat: Die israelische Armee hat mehr Journalisten getötet als jeder andere Konflikt der jüngeren Geschichte. Ärzte, Krankenpfleger, Sanitäter wurden beschossen. Kinder sterben in einer Zahl, die selbst UN-Organisationen – nicht bekannt für übermässige Israel-Kritik – als beispiellos bezeichnen.

Das sind keine Behauptungen. Das sind Zahlen. Dokumentiert, verifiziert, von internationalen Organisationen erfasst. Wer das ausspricht, ist kein Antisemit. Wer das ausspricht, ist jemand, der lesen kann. Dieser Student hat das getan, was Zivilcourage bedeutet: Er hat in einem Raum voller Gegenwind das Offensichtliche gesagt. Laut. Auf einer Veranstaltung, auf der israelische Soldaten sassen.

Er wird dafür einen Preis zahlen. Das ist sicher. Soziale Ächtung, institutioneller Druck, das volle Programm. Aber er hat gesprochen. Und das bleibt…

Kein Antisemit, sondern schlimmer: Ein Jude, der die Wahrheit sagt
Kein Antisemit, sondern schlimmer: Ein Jude, der die Wahrheit sagt

Lasst die grossen Technologiekonzerne sich nicht hinter der Regenbogenflagge verstecken

Hier ist die Botschaft, von einer Transfrau, Lennon genannt, die mit ausbeuterischen sozialen Medien aufgewachsen ist und schwer darunter gelitten hat: Lasst euch nicht von den grossen Technologiekonzernen hinter der Regenbogenflagge verstecken. Die Wahrheit ist: Queere Menschen sind diejenigen, die von diesen Plattformen als Erste im Stich gelassen und zuletzt geschützt werden.

Lasst die grossen Technologiekonzerne sich nicht hinter der Regenbogenflagge verstecken

Viele schwule, transsexuelle und queere Jugendliche haben keine unterstützenden Familien und keine Schule, die sie akzeptiert. Digitale Räume erscheinen ihnen oft wie ein Rettungsanker – ein Ort, an dem sie selbst sein können. Leider basieren diese digitalen Räume häufig auf derselben Logik, die einst mit Zigaretten auf Kinder abzielte: Maximale Nutzung, minimale Verantwortung und die Ausbeutung von Verletzlichkeit. Diese Plattformen wurden nicht entwickelt, um queere Menschen zu stärken, sondern um sie abhängig zu machen und zu halten.

Im kürzlich in Los Angeles abgeschlossenen Prozess um Social-Media-Sucht fragte der Anwalt der Kläger, Mark Lanier, den Whistleblower Arturo Béjar von Meta, wie die Facebook-Führung mit dem Problem der «Sucht» umgegangen sei. Béjar antwortete: «Sie haben den Namen geändert» – genauer gesagt, sie nannten es nicht mehr «Sucht», sondern «problematische Nutzung». Er fügte hinzu: «Man durfte nicht darüber sprechen.»

Mit 13 Jahren ist Lennon in die sozialen Medien eingestiegen, genau zu der Zeit, als das iPhone zum Mittelpunkt des Lebens von Jugendlichen wurde. Nach fünf Jahren an einer staatlichen Schule, wo sie wegen ihrer vermeintlichen Weiblichkeit gehänselt wurde, besuchte sie eine Schule für darstellende Künste. Sie wandte sich Instagram, Facebook, Snapchat und YouTube zu – Plattformen, die ihr Zugang zu einer Community ermöglichten, die sie zuvor nie gehabt hatte. Doch das hatte lebensbedrohliche Nebenwirkungen, die sie damals noch nicht absehen konnte.

Online fand Lennon Aufmerksamkeit – zuerst von Kommilitonen, dann von Fremden. Als sie anfing, professionell als Tänzerin zu arbeiten, verfolgten Hunderttausende von Followern jede ihrer Bewegungen. Was sich anfangs wie Bestätigung anfühlte, wurde schnell zum einzigen Bereich, in dem sie ihren Wert sah. Lennon war so sehr damit beschäftigt, wie sie wahrgenommen wurde, dass Authentizität keine Chance hatte.

Irgendwann war es ihr egal, ob die Kommentare lobend oder gemein waren – nur noch die Klicks zählten. Sie fing an, in Toiletten zwischen Vorlesungen und Proben die Kommentare zu aktualisieren, vor dem Schlafengehen zu scrollen und lernte, sich für Algorithmen zu tarnen, die sie nicht verstand. Das Verhalten war zwanghaft. Sie wusste nicht, dass man es «süchtig machendes Design» nennt – sie wusste nur, dass sie nicht aufhören konnte zu scrollen.

Die Jagd nach Bestätigung durch den Algorithmus war nicht das einzige Risiko. Die eigentliche Gefahr lauerte oft in ihren privaten Nachrichten. Erwachsene, die sie nicht kannte, kontaktierten sie mit anzüglichen Nachrichten und Nacktbildern. Sie war erst 13 und verstand noch nicht, was Grooming bedeutete. Ihr fehlten die Worte dafür – sie wusste nur, dass die Aufmerksamkeit, die sie offline nicht fand, online plötzlich da war.

Sie weiss jetzt, dass die Plattformen und ihre Algorithmen sie diesen räuberischen Fremden ausgeliefert und ihnen ihr Profil als Köder für Interaktionen präsentiert haben.

In der Klage in Los Angeles wurde auf interne Metadaten verwiesen, die belegen, dass die Instagram-Funktion «Konten, denen du folgen könntest» aktiv pädophile Erwachsene mit Minderjährigen in Kontakt bringt: «Im Jahr 2023 empfahl dieses Tool erwachsenen Pädophilen‚ fast 2 Millionen Minderjährige in den vergangenen 3 Monaten – und 22 Prozent dieser Empfehlungen führten zu einer Folgeanfrage.»

Lasst die grossen Technologiekonzerne sich nicht hinter der Regenbogenflagge verstecken

Die Angestellten warnten die Führungsebene. Diese lehnte eine Systemreform ab und behielt die Regelung bei, nach der Täter – einschliesslich Menschenhändler – erst nach 17 Verwarnungen ihre Konten gesperrt werden.

Die Architektur dieser Plattformen brachte Lennon in Kontakt mit Erwachsenen, die in einem einsamen queeren Kind eine Chance sahen. Da queere Kinder Online-Räume nutzen, um Identität zu finden und zu überleben, sind sie das ideale Produkt: Hoch engagiert, hoch verletzlich und hochprofitabel.

Die grossen Technologiekonzerne behaupten, die Rechte queerer Kinder und Jugendlicher zu verteidigen, indem sie sich gegen Regulierungen wie altersgerechtes Design und Beschränkungen süchtig machender Funktionen wehren. In Wirklichkeit missbrauchen sie uns als Schutzschild, um sich der Verantwortung zu entziehen. Sie instrumentalisieren unsere Abhängigkeit vom Internet, um zu behaupten, jede Schutzmassnahme sei «LGBTQ-feindlich». Sie warnen Gesetzgeber davor, dass der Schutz von Kindern queere Ausdrucksformen auslöschen würde. Das ist eine Lüge – und zwar eine strategische.

In Wirklichkeit schaffen Funktionen, die jungen Menschen schaden – endloses Scrollen, Autoplay, zwanghafte Wiedergabeschleifen, auf Überwachungsdaten basierende Empfehlungssysteme, Einstellungen, die Kinder böswilligen Erwachsenen aussetzen – keine queeren Gemeinschaften. Sie erzeugen Abhängigkeit. Sie begraben ihre Identität in Algorithmen, die auf Empörung, Objektifizierung und Profit optimiert sind.

Die grossen Technologiekonzerne behaupten, die Rechte queerer Jugendlicher zu verteidigen, indem sie sich gegen Regulierungen wie altersgerechtes Design und Beschränkungen süchtig machender Funktionen wehren. In Wirklichkeit benutzen sie uns als Schutzschild, um sich der Verantwortung zu entziehen.

Queere Jugendliche brauchen keine Online-Plattformen, die vorgeben, sie im Rahmen von Pride-Kampagnen zu feiern, sie aber gleichzeitig überproportional häufig ausbeuten und Belästigungen aussetzen. Queere Jugendliche brauchen Plattformen, die ihre Sicherheit und psychische Gesundheit an erste Stelle setzen.

Lennon weiss das, weil sie es selbst erlebt hat. Erst nach einem Jahrzehnt voller Angstzustände, Suchtverhalten, algorithmischer Schädigung, Grooming und Belästigung konnte sie sich endlich von den ausbeuterischen sozialen Medien lösen. Selbst dann schien die Entscheidung unmöglich. Ein Grossteil ihrer Kindheit spielte sich online ab. Die intimsten Momente ihres Lebens – ihre Geschlechtsangleichung, ihre geschlechtsangleichende Operation und ihr Coming-out – wurden zu Content-Quellen. Das ist die Grausamkeit dieser Plattformen: Sie lehren einen, Sichtbarkeit mit Sicherheit, Interaktion mit Zugehörigkeit und Ausbeutung mit Verbundenheit gleichzusetzen.

Regulierung ist keine Bedrohung für queere Ausdrucksformen, sondern eine Voraussetzung für queere Sicherheit. Sie wird nicht alle Probleme lösen, aber sie wird das Erste und Wichtigste bewirken: Sie wird die Unternehmen, die von der Aufmerksamkeit profitieren, dazu zwingen, endlich Verantwortung für den angerichteten Schaden zu übernehmen.

Lasst die grossen Technologiekonzerne sich nicht hinter der Regenbogenflagge verstecken
(via After Babel)

Die dreisteste Demokratie der Welt: Das grösste Umverteilungsprojekt der Geschichte – von unten nach oben, auf Beschluss des EU-Parlaments

Es gibt Momente, in denen die politische Klasse so unverhohlen auftritt, dass selbst geübte Zyniker kurz innehalten müssen. Nicht aus Empörung – Empörung setzt eine gewisse Überraschung voraus, und die ist längst verbraucht. Sondern aus einer Art fassungsloser Bewunderung für die Chuzpe, mit der Menschen, die noch nie einen Franken selbst verdient haben, über die Ausgabe von Billionen anderer Leute Geld abstimmen.

Das EU-Parlament hat soeben über den mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 abgestimmt. Ursula von der Leyen hatte 1,8 Billionen Euro vorgeschlagen. 1,8 Billionen. Eine Zahl, bei der jeder normale Mensch einen Moment braucht, um die Nullen zu zählen. Das Parlament – jene Institution, die sich als direkte Interessenvertretung der europäischen Bürger versteht und damit eine der dreistesten Selbstbeschreibungen der politischen Geschichte liefert – fand das ungenügend.

Ungenügend.

Die konservativ-sozialdemokratisch-liberal-grüne Einheitsmehrheit, also jenes muntere Kartell der scheinbaren Gegensätze, das sich bei grundlegenden Fragen stets zu einem einzigen, einheitlichen Ja zusammenfindet, votierte für 2 Billionen. Zehn Prozent mehr, als von der Leyen beantragt hatte. Zweihundert Milliarden obendrauf, weil 1,8 Billionen nun mal «die drängendsten Probleme unserer Zeit» nicht zu lösen vermögen.

Die dreisteste Demokratie der Welt: Das grösste Umverteilungsprojekt der Geschichte - von unten nach oben, auf Beschluss des EU-Parlaments

Man muss das kurz sacken lassen. Dieselben Institutionen, dieselben Personen, dieselben politischen Familien, die Europa in den vergangenen zehn Jahren systematisch deindustrialisiert, die Energiepreise ins Unbezahlbare getrieben, die Inflation befeuert, den Mittelstand ruiniert und das Vertrauen der Bevölkerung in demokratische Institutionen auf historische Tiefstände gebracht haben – diese Leute erklären, dass sie für die Behebung der Folgen ihrer eigenen Fehlentscheidungen zusätzliche 200 Milliarden Euro benötigen.

Das ist nicht Ironie. Das ist ein Geschäftsmodell.

Wohin fliesst das Geld? Klima – jene Kategorie, unter der sich alles verstecken lässt, was keiner genaueren Begründung standhält. Ukraine – womit nicht die ukrainische Bevölkerung gemeint ist, sondern die Rüstungsindustrie, die von diesem Krieg profitiert und zufällig dieselben Lobbyisten beschäftigt, die in Brüsseler Korridoren Tee trinken. Und «Wettbewerbsfähigkeit» – das Wort, das in EU-Dokumenten immer dann auftaucht, wenn Grosskonzerne Subventionen erhalten sollen, die man dem Bürger gegenüber nicht direkt als das benennen kann, was sie sind.

Von der Leyen selbst ist in diesem Kontext eine Figur von fast literarischer Konsequenz. Ihre SMS-Korrespondenz mit Pfizer-CEO Albert Bourla über Impfstoffverträge im Wert von Milliarden wurde auf Anordnung des Europäischen Gerichtshofs als transparent offenlegungspflichtig erklärt — woraufhin die Kommission erklärte, die Nachrichten seien nicht mehr auffindbar. Verschwunden. Weg. Als hätte ein Handy nicht die Funktion der Datensicherung, die inzwischen selbst Grossmütter mit Smartphones nutzen.

Das EU-Gericht nannte das «rechtswidrig». Von der Leyen wurde dennoch wiedergewählt. Wer nach einer Begründung für diesen Widerspruch sucht, findet sie in der Grundstruktur des Systems: Wer die Milliarden verteilt, wird von jenen gewählt, die an der Verteilung teilhaben. Das ist kein Fehler im System. Das ist das System.

Woher kommen die 2 Billionen? Von den Steuerzahlern – direkt, durch Beiträge der Mitgliedsstaaten. Indirekt, durch Inflation, die das Geld entwertet, das der Bürger spart. Und durch Verzicht, wie es im Ausgangstext korrekt formuliert wird – denn jeder Euro, der in Brüssel ausgegeben wird, ist ein Euro, der für Schulen, Spitäler, Infrastruktur, Renten oder schlicht für das eigene Leben nicht zur Verfügung steht.

Das Politico-Magazin, Sprachrohr des transatlantischen Grosskapitals und von Axel Springer mitfinanziert, feierte das Votum in einem Podcast mit dem Satz: «We’re going to be spending those trillies, baby.» Auf Deutsch: Wir geben diese Billionen aus, Baby. Mit dem enthusiastischen Tonfall eines Influencers, der gerade auf Firmenkosten eine Reise nach Bali antritt.

Dieser Satz ist das ehrlichste Statement, das aus dem Brüsseler Milieu je über das EU-Budget gemacht wurde. Nicht weil er zynisch ist – Zynismus setzt eine gewisse Selbstwahrnehmung voraus. Sondern weil er vollständig authentisch ist. Diese Leute empfinden es tatsächlich als Freude, Billionen auszugeben. Und warum auch nicht? Es ist nicht ihr Geld. Es ist Deines.

Man könnte an dieser Stelle auf die Kontrollmechanismen hinweisen, die sicherstellen sollen, dass EU-Gelder zweckgemäss eingesetzt werden. Der Europäische Rechnungshof – jene Behörde, die seit Jahrzehnten jährlich Berichte vorlegt, in denen sie Milliardenmissbrauch dokumentiert, ohne dass irgendeine Konsequenz folgt. Die Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF, die Verfahren eröffnet, die sich über Jahre hinziehen, während die Beschuldigten weiter im Amt sind. Die Transparenzregister, in die Lobbyisten sich eintragen müssen und die so gestaltet sind, dass die Einträge so wenig aussagen wie möglich.

Das ist das Kontrollsystem. 2 Billionen Euro, überwacht von Institutionen, die strukturell nicht in der Lage oder nicht willens sind, wirksame Kontrolle auszuüben – und die von denselben politischen Mehrheiten mit Personal bestückt werden, die auch den Haushalt beschliessen.

Was tun? Die Frage stellt sich jedes Mal neu und die Antwort darauf ist jeweils unbefriedigender als die vorige. Nationalstaaten, die aus dem Mechanismus aussteigen wollen, werden unter wirtschaftlichen Druck gesetzt. Parteien, die das Modell grundsätzlich infrage stellen, werden als Populisten, Extremisten oder Putinversteher eingeordnet. Bürger, die protestieren, werden registriert.

Die spinnen, die EU-ler. Aber sie spinnen mit System, mit Kontinuität und mit deinem Geld.
Das Einzige, was sie wirklich fürchten, ist das Aufhören des Zahlens. Dafür gibt es noch keine Abstimmung…

Die dreisteste Demokratie der Welt: Das grösste Umverteilungsprojekt der Geschichte - von unten nach oben, auf Beschluss des EU-Parlaments
(via Martin Sonneborn)

Die Heldin ohne Namen: Sie übersetzte Selenskyj – und sagte dabei die Wahrheit

Es gibt Momente, die keine Erklärung brauchen. Einen davon lieferte eine namenlose Gebärdensprachdolmetscherin im ukrainischen Fernsehen, während Wolodymyr Selenskyj gerade wieder einmal über die wirtschaftlichen Erfolge seines Landes sprach. Wirtschaftliche Erfolge. Der Ukraine. Unter Selenskyj.

Während der Mann im olivgrünen Pullover also seine Erfolgsbilanz vortrug – in einem Land, in dem laut Transparency International die Korruption seit Jahren auf Weltklasseniveau operiert, in dem Oligarchenstrukturen unter Kriegsrecht munter weiter gedeihen, in dem Milliarden an westlicher Hilfe in Kanäle fliessen, die niemand so genau benennen möchte – formten sich die Hände der Dolmetscherin zu einem einzigen, klaren Begriff.

Lügner.
Dann hielt sie ein Blatt Papier in die Kamera. «Sie werden belogen.»

Nach wenigen Sekunden war sie aus dem Bild verschwunden. Schnitt. Weg. Als hätte sie nie existiert. Das ist, in seiner komprimierten Form, das vollständige politische Programm des Systems Selenskyj: Reden über Erfolge, Schweigen über Realitäten, Entfernen von Störenfrieden. Wiederholen.

Das Bemerkenswerte ist nicht, dass eine Frau den Mut hatte, das Offensichtliche zu sagen. Das Bemerkenswerte ist, dass sie es auf einem staatlichen Sender tat, in Echtzeit und die Reaktion des Systems – sofortiges Entfernen, kein weiterer Kommentar – so reflexhaft und geübt wirkte, als wäre das ein eingeübter Ablauf. Wer weiss, vielleicht ist er das.

Selenskyj, der Mann, dem der Westen Milliarden überweist, dem NATO-Generäle die Hand schütteln und für den Staatschefs Sondersitzungen einberufen, wird von einer Gebärdensprachdolmetscherin in drei Sekunden präziser charakterisiert als durch drei Jahre investigativen Journalismus westlicher Leitmedien.

Die Dolmetscherin hat ihren Job verloren. Selenskyj hat seinen behalten.
Das ist die Zusammenfassung des Zustands, in dem wir uns befinden: Die Ehrlichen verschwinden aus dem Bild. Die Lügner bleiben drin.
Und der Westen applaudiert weiter…

Die Heldin ohne Namen: Sie übersetzte Selenskyj – und sagte dabei die Wahrheit
Die Heldin ohne Namen: Sie übersetzte Selenskyj – und sagte dabei die Wahrheit

In der Fedpol sass ein Maulwurf – und er hatte Zugriff auf alles, was die e-ID braucht

Man muss der Fedpol-Direktorin Eva Wildi-Cortés eines lassen, sie hat das Video-Statement mit bemerkenswerter Beherrschung aufgenommen. «Das macht ganz Fedpol und mich persönlich betroffen», erklärte sie in die Kamera, während im Hintergrund die Frage brannte, wie lange ein Beamter ihrer Behörde vertrauliche Daten an die organisierte Kriminalität verkauft hat, ohne dass irgendjemand es bemerkte. Betroffen. Das Wort der Stunde. Das Wort, das immer dann kommt, wenn jemand keine Antworten hat, aber trotzdem etwas sagen muss.

In der Fedpol sass ein Maulwurf – und er hatte Zugriff auf alles, was die e-ID braucht

Die Fakten sind präzise und deshalb umso beunruhigender: Im Bundessicherheitsdienst des Bundesamts für Polizei – also in jener Abteilung, die sich um die Sicherheit von Bundesräten, Botschaften und sensiblen staatlichen Einrichtungen kümmert – sass ein Maulwurf. Nicht in der Poststelle. Nicht in der IT-Supportabteilung. Im Bundessicherheitsdienst. Er verkaufte vertrauliche Informationen. An die organisierte Kriminalität. Sechs Festnahmen total, zwölf Hausdurchsuchungen in Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Frankreich und Deutschland. Ein internationales Netzwerk, versorgt aus der Mitte des Schweizer Sicherheitsapparats.

«Erste Erkenntnisse deuten auf eine Zusammenarbeit mit der Organisierten Kriminalität hin», musste die Direktorin feststellen. Erste Erkenntnisse. Man fragt sich unwillkürlich, auf welche späteren Erkenntnisse man sich noch gefasst machen darf. Nun wäre das alles schon schlimm genug, wenn Fedpol eine Behörde wie jede andere wäre – zuständig für Jagdlizenzen oder Gewerbeanmeldungen. Ist es aber nicht. Fedpol verwaltet unter anderem Passdaten. Reiseausweise. Biometrische Informationen. Und – man erlaube an dieser Stelle einen kurzen Moment der stillen Betrachtung – Fedpol ist eine der Schlüsselbehörden für die Einführung der e-ID, jener digitalen Identität, die die Schweiz ihren Bürgerinnen und Bürgern als sicheres, modernes und vertrauenswürdiges Instrument der Zukunft verkauft.

Sicher. Modern. Vertrauenswürdig.
Ein Beamter, der Daten an die organisierte Kriminalität verkauft, hat in einer Behörde gesessen, der man in absehbarer Zeit die digitale Identität der gesamten Bevölkerung anvertrauen will. Das ist keine Pointe. Das ist der Sachverhalt.

Man kann sich vorstellen, welche Daten für organisierte Kriminelle besonders wertvoll sind: Reisepassnummern, die für gefälschte Dokumente gebraucht werden. Personendaten, die Identitätsdiebstahl ermöglichen. Bewegungsprofile, Sicherheitsprotokoll, Informationen über Schutzmassnahmen. All das liegt in jenem System, in das ein Mann mit Kriminellen im Rücken jahrelang – oder wochenlang, oder monatelang, das weiss man noch nicht – Einblick hatte.

Die offizielle Reaktion ist ein Lehrstück in institutioneller Schadensbegrenzung. Man ist betroffen. Man arbeitet eng mit der Bundesanwaltschaft zusammen. Man hat interne Massnahmen eingeleitet. Man wird Schlüsse ziehen. Man nimmt das sehr ernst. Das ist der Standardablauf. Er funktioniert in dem Sinne, dass die Schlagzeilen nach einigen Wochen verschwinden und das institutionelle Selbstbild unbeschädigt weiter existiert. Die Behörde macht weiter, der nächste Bericht wird veröffentlicht, die Parlamentsdebatte bleibt moderat und irgendwann wird die e-ID eingeführt – weil sie ja ohnehin kommen soll und weil ein einzelner Maulwurf kein Grund ist, das grosse Digitalisierungsprojekt zu hinterfragen.

Doch genau das ist die eigentliche Frage, die gestellt werden müsste, aber nicht gestellt wird: Wie kann eine Behörde, die sich als Hüterin sensibelster staatlicher Sicherheitsinfrastruktur versteht, einen Mitarbeiter im Bundessicherheitsdienst nicht bemerken, der für die organisierte Kriminalität arbeitet? Welche internen Kontrollmechanismen existieren und warum haben sie versagt? Wer führte die Sicherheitsüberprüfungen durch – und mit welchem Resultat? Und wie lange lief dieses Arrangement, bevor es auffiel?

Diese Fragen sind unbequem. Sie stellen nicht nur einen Einzeltäter infrage, sondern die Struktur, in der er tätig war. Und Strukturfragen sind in der Schweizer Behördenlogik traditionell unerwünschter als Personenfragen – denn eine Person kann man verhaften, eine Struktur muss man reformieren und Reformen sind mühsam, teuer und politisch unangenehm.

Währenddessen macht die Beamtenkorruption in der Schweiz Fortschritte, die man im internationalen Vergleich mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und düsterer Anerkennung betrachten muss. Die EU gilt seit Jahrzehnten als Mahnbild für bürokratische Selbstbedienung und institutionelle Porösität. Dass die Schweiz – das Land der stabilen Verhältnisse, des beamteten Anstands, des guten Haushalts und des geordneten Gemeinwesens – im Eilzugstempo aufzuholen scheint, ist nicht nur ein Nachrichtendetail. Es ist eine Zustandsbeschreibung.

Der gute Dorfpolizist, der mit Hausverstand und persönlicher Integrität seinen Dienst tat und dabei die Menschen kannte, deren Sicherheit er schützte – er ist nicht plötzlich verschwunden. Er wurde ersetzt. Durch Strukturen, die gross genug sind, dass der Einzelne darin unsichtbar wird. Durch Systeme, in denen Loyalität zur Institution nicht durch persönliche Bindung, sondern durch bürokratische Prozesse sichergestellt werden soll. Durch Apparate, die so komplex sind, dass niemand mehr den Überblick hat – und Komplexität bekanntlich der beste Freund jener ist, die im Verborgenen agieren.

Das Vertrauen in die Behörde ist weg. Nicht beschädigt – weg. Und Vertrauen ist wie Porzellan: Man kann es reparieren, aber die Bruchstellen bleiben sichtbar. Der Maulwurf hat nicht nur Daten verkauft. Er hat die Grundlage verkauft, auf der ein Rechtsstaat steht: Die Überzeugung, dass jene, denen man Macht und Zugang übergibt, dieses Vertrauen nicht missbrauchen.

Nun soll dieselbe Institution die e-ID verwalten. Die digitale Identität. Den Schlüssel zu allem. Betroffen. Das Wort reicht nicht…

In der Fedpol sass ein Maulwurf – und er hatte Zugriff auf alles, was die e-ID braucht
(via Philipp Burkhardt)

Die digitale Identität ist die Zukunft – Eurail zeigt, wie sie gestohlen wird

Es war der 26. Dezember 2025. Während der Rest Europas das Weihnachtsessen verdaute und sich fragte, ob man wirklich noch ein Stück Zimtsterne braucht, war jemand anderes fleissiger. Ein unbefugter Akteur griff auf Eurails Netzwerk zu und transferierte Dateien aus den Systemen – zwei volle Monate, bis das Unternehmen überhaupt verstand, was in diesen Dateien steckte.k

Zwei Monate. Sechzig Tage. In dieser Zeit wurden die Daten analysiert, ausgewertet und zum Kauf angeboten. Und die betroffenen Kunden? Die sassen nichts ahnend zu Hause, buchten vielleicht den nächsten Interrail-Trip, freuten sich auf Europa – während ihre Passnummern, Geburtsdaten, Telefonnummern und Wohnsitzadressen im Darknet zum Verkauf standen und auf Telegram als Kostprobe zirkulierten. Eurail begann erst am 27. März 2026 damit, Betroffene zu informieren – drei Monate nach dem Einbruch, einen Monat nachdem die Daten bereits im Darknet aufgetaucht waren.

Die DSGVO schreibt eine Benachrichtigung innerhalb von 72 Stunden vor. Eurail benötigte 90 Tage. Man darf annehmen, dass die Rechtslage studiert, die Kommunikationsstrategie optimiert und der Schaden für das Unternehmensimage sorgfältig kalkuliert wurde. Die 308’777 betroffenen Personen kamen in dieser Rechnung offenbar etwas später dran.

Die digitale Identität ist die Zukunft - Eurail zeigt, wie sie gestohlen wird

Die Liste der gestohlenen Datentypen liest sich wie der Wunschzettel eines Identitätsbetrügers: Name, Geburtsdatum, Passnummer, Telefonnummer, Wohnsitzland – und in manchen Fällen auch Gesundheitsdaten, wobei Eurail bislang nicht erklärt hat, warum ein Zugticket-Anbieter überhaupt Gesundheitsdaten benötigt. Eine interessante Frage, auf die bisher keine befriedigende Antwort erfolgt ist.

Besonders pikant ist die Beteiligung des DiscoverEU-Programms der Europäischen Kommission – jenes Projekts, das 18-jährigen Europäern kostenlose Interrail-Pässe zum Kennenlernen des Kontinents schenkt. Seit 2018 wurden über 800’000 solcher Pässe verteilt und die Daten der Teilnehmer laufen durch Eurails Systeme. Junge Menschen, die der EU vertrauten, ihre Daten hinterlegt haben, Europa entdecken wollten – und deren Passnummern nun möglicherweise in kriminellen Kreisen kursieren. Ein schönes Willkommensgeschenk zum Erwachsenwerden.

Und hier beginnt die eigentliche Geschichte, die über einen Bahnticket-Anbieter weit hinausgeht.

Die Schweiz hat die e-ID eingeführt. Die digitale Identität, das elektronische Pendant zum physischen Pass, das grosse Versprechen der modernen Verwaltung: alles einfacher, alles schneller, alles vernetzt. Bankkonto, Steuererklärung, Arzttermin, Behördengänge – mit einem einzigen digitalen Schlüssel. Praktisch. Fortschrittlich. Unvermeidlich, wie man uns erklärt.

Der Eurail-Hack demonstriert mit der Eleganz eines Vorschlaghammers, was das bedeutet: Wer die digitale Identität zentralisiert, schafft einen singulären Angriffspunkt. Wer alle Schlüssel auf einem Schlüsselbund vereint, riskiert, dass beim Diebstahl dieses Schlüsselbunds alle Türen gleichzeitig offenstehen. Ein gestohlener physischer Pass ist ein ernstes Problem – aber er öffnet eine Tür. Eine kompromittierte e-ID öffnet potenziell alle.

Der Angreifer hatte Zugriff auf AWS S3-Speicherbereiche, das Zendesk-Supportsystem und GitLab-Repositories — also nicht nur Kundendaten, sondern Quellcode, Infrastruktur-Zugangsdaten und interne Kommunikation. Das ist nicht der Hack einer einzelnen Datenbank. Das ist der Totalzugriff auf eine Infrastruktur. Genau das, was bei einer e-ID-Infrastruktur auf staatlicher Ebene noch ungleich verheerendere Konsequenzen hätte – weil dort nicht Zugtickets, sondern Existenzen hängen.

Der digitale Mensch der Zukunft hat keine Identität mehr in dem Sinne, den wir kennen. Er hat einen Datensatz. Dieser Datensatz existiert auf Servern, die von Unternehmen oder Behörden betrieben werden, die ihrerseits Dienstleister beauftragen, die wiederum Infrastruktur mieten. Jede dieser Schnittstellen ist ein potenzieller Eurail-Moment. Jedes Update, jede Migration, jede ungeschlossene Sicherheitslücke ist eine offene Flanke. Eurail ist kein Startup, das Ecken abschneidet – es ist kritische EU-gestützte Infrastruktur, die Passnummern neben Quellcode auf demselben Netzwerk gespeichert hatte, das ein Angreifer in einer einzigen Session plündern konnte.

Man stelle sich dieselbe Sorgfalt auf e-ID-Ebene vor. Passnummer, Steuernummer, Krankengeschichte, Bankverbindung, Wohnadresse, biometrische Daten – auf einem Schlüsselbund, verwaltet von einem Konsortium, entdeckt nach zwei Monaten, kommuniziert nach drei, während die Daten längst verkauft sind. Das ist keine Dystopie. Das ist die logische Extrapolation dessen, was bei Eurail bereits stattgefunden hat.

Die Antwort der Behörden auf solche Vorfälle ist stets dieselbe: Passwort ändern, Konten überwachen, vorsichtig bei verdächtigen E-Mails sein. Als ob die 308’777 betroffenen Interrail-Kunden ihre Passnummer zurückbekämen, wenn sie das Passwort ihrer Rail-Planner-App erneuern. Als ob Identitätsbetrug sich durch erhöhte Wachsamkeit beim E-Mail-Lesen verhindern liesse, wenn die eigene Passnummer bereits auf einem Darknet-Marktplatz für einige hundert Dollar angeboten wird.

Die eigentliche Frage, die niemand laut stellt, lautet: Warum sammeln digitale Systeme systematisch mehr Daten, als sie für ihre Kernfunktion benötigen? Warum benötigt ein Zugticket-Anbieter Gesundheitsdaten? Warum werden Passnummern von 18-Jährigen gespeichert, die lediglich ein Gratisticket bekommen haben? Und warum akzeptieren wir als Gesellschaft, dass die Antwort auf jeden Datendiebstahl lautet, man solle künftig noch mehr Daten an noch mehr zentrale Stellen übermitteln – weil die digitale Identität nun mal der Weg der Zukunft sei?

Der Weg der Zukunft. Eurails Kunden sind bereits angekommen.
Sie wurden nur leider nicht gefragt, ob sie mitfahren wollten…

Pandemie unter Grippewellenniveau: Ziviler Ungehorsam war nicht das Problem – er war die Pflicht

Es braucht manchmal einen Eishockeytrainer, damit ein Land merkt, was es verloren hat. Patrick Fischer, Nationaltrainer der Schweizer Eishockeymannschaft, hat den Bannstrahl des Verbandes zu spüren bekommen. Sein Vergehen: Er hatte während der Pandemie nicht mitgemacht. Er hatte Nein gesagt. Er hatte, in der präzisen Sprache des zivilisierten Diskurses, zivilen Ungehorsam geübt. Und dafür wird er bis heute verfolgt – während jene, die den Druck aufgebaut haben, weiter vorgeben, als sei alles richtig gewesen.

Verhältnismässigkeit unter Grippewellenniveau: Ziviler Ungehorsam war nicht das Problem - er war die Pflicht

BAG-Direktorin Levy meldete sich in unangemessener Schärfe zu dem Fall. Unangemessen ist das richtige Wort. Denn die Schärfe, mit der das Establishment auf Abweichler reagiert – damals wie heute – steht in einem grotesken Missverhältnis zur wissenschaftlichen Grundlage, auf die man sich dabei beruft.

Kommen wir zu den Fakten. Die mRNA-Präparate von Pfizer und Moderna wurden in einem stark verkürzten Notfallverfahren zugelassen. Ihre Wirksamkeit, Infektionen und Ausbrüche zu verhindern, haben sie weitgehend verfehlt. Das ist keine Randmeinung von Schwurblern – das ist die nüchterne Bilanz, die sich aus den Daten ergibt, die mittlerweile vorliegen. Wer das heute noch bestreitet, hat entweder keine Zeit gehabt, die RKI-Protokolle zu lesen oder er hat sich entschieden, sie nicht zu lesen, weil das Ergebnis unbequem wäre.

Stattdessen traten die Risiken ein, vor denen Kritiker gewarnt hatten: Ungeklärte Todesfälle nach der Injektion, teils schwere Nebenwirkungen, offene Fragen zu Langzeitfolgen. Und die Gesamtmortalität von Covid? Lag über alle Altersgruppen hinweg unter jener schwerer Grippewellen. Man darf das ruhig noch einmal langsam lesen. Die Massnahmen, die das gesellschaftliche Leben für Jahre zum Erliegen brachten, richteten sich gegen eine Erkrankung, deren Gesamtmortalität unter jener schwerer Grippewellen lag.

Pandemie unter Grippewellenniveau: Ziviler Ungehorsam war nicht das Problem - er war die Pflicht

Auf dieser Grundlage wurde eine faktische Impfpflicht eingeführt. Lockdowns. Maskenpflicht. Die systematische Diskriminierung Ungeimpfter aus dem öffentlichen Leben – aus Restaurants, Kulturveranstaltungen, Arbeitsplätzen, sozialen Strukturen. Für junge, gesunde Menschen war all das nicht nur unverhältnismässig. Es war übergriffig. Es war ein politischer Eingriff ohne wissenschaftliche Evidenz, verkleidet als Bevölkerungsschutz.

Das moralische Erpressungsinstrument der Wahl lautete: «Du tötest Oma.» Ein Satz, der in seiner schlichten Brutalität seinesgleichen sucht. Junge Menschen, für die das Virus statistisch kaum eine Gefahr darstellte, wurden mit kollektiver Schuld beladen für den Tod von Risikogruppen – die man gleichzeitig isolierte, in Pflegeheimen einsperrte und von ihren Familien fernhielt. Die Logik dieser Konstruktion kann nicht verteidigt werden. Sie lässt sich nur wiederholen, laut und oft genug, bis die Wiederholung für Wahrheit gehalten wird.

Wer nicht mitmachte, wurde «Covidiot» genannt. «Schwurbler». «Querdenker». Die Diffamierung ersetzte die Auseinandersetzung. Das Etikett ersetzte das Argument. Und wer die Verhältnismässigkeit einforderte – Ärzte, Juristen, Epidemiologen, Wissenschaftler – wurde aus dem öffentlichen Diskurs gedrängt, aus Talkshows ausgeladen, auf Wikipedia zum Randphänomen umgeschrieben. Die Maschinerie der sozialen Kontrolle lief reibungslos. Sie lief im Namen der Wissenschaft.

Die staatlichen Übergriffe, moralische Diffamierung Andersdenkender, selektiver Konformitätsdruck – alles im Namen der Wissenschaft, der Sicherheit, des Gemeinwohls. Das Muster ist bekannt. Es ist nicht neu. Die Geschichte liefert genug Beispiele dafür, wie gutmeinende Funktionäre im Namen schützenswerter Ziele die Verhältnismässigkeit aus dem Blick verlieren – und wie lange es dauert, bis eine Gesellschaft bereit ist, das zuzugeben.

Ziviler Ungehorsam war in dieser Situation nicht nur legitim. Er war moralisch geboten. Das ist kein nachträgliches Heldennarrativ – es ist die logische Schlussfolgerung aus dem, was damals geschah. Wenn der Staat Druck ausübt, der über das wissenschaftlich Begründbare hinausgeht, wenn er Bürger moralisch erpresst, sozial isoliert und beruflich bestraft – dann ist der Widerstand keine Pflichtwidrigkeit. Er ist Pflicht.

Dass Fischer dafür bis heute berufliche Konsequenzen trägt, ist kein Einzelfall. Es ist Symptom. Symptom einer Klasse von Funktionären und Institutionen, die unwillig sind, die Geschehnisse zu revidieren – weil Revision Eingeständnis bedeutet, und Eingeständnis Verantwortung. Und Verantwortung, das haben diese Jahre gezeigt, ist die seltenste aller institutionellen Ressourcen.

Die wirklich peinlichen Figuren dieser Geschichte sind nicht jene, die Nein sagten. Sie sind jene, die heute noch so tun, als sei alles richtig gewesen. Die weiter nach Bestrafung der Abweichler rufen. Die aus dieser Zeit die Lektion gezogen haben, man müsse es «nächstes Mal konsequenter machen.»

Das ist die eigentliche Gefahr. Nicht der Virus. Nicht die Ungeimpften. Nicht die Schwurbler. Sondern der vermeintlich gutmeinende Funktionär, der im Namen der Sicherheit die Verhältnismässigkeit verliert – und der aus einer Niederlage nicht Demut zieht, sondern Entschlossenheit zur Wiederholung.

Patrick Fischer hat Nein gesagt. Er trägt die Konsequenzen. Die Frage, die bleibt, lautet nicht, ob er falsch lag. Die Frage lautet: Wer zieht die Konsequenzen für die anderen? Bisher niemand…

Verhältnismässigkeit unter Grippewellenniveau: Ziviler Ungehorsam war nicht das Problem - er war die Pflicht

Neues Bewusstseinsfeld, alte Architektur: Der Kult, der sich selbst für keinen hält

Wir erinnern uns: Im vorangegangenen Artikel ging es um eine Theorie, die jeden Widerspruch als Beweis ihrer eigenen Richtigkeit umdeutet. Wer zustimmt, sieht. Wer zweifelt, schläft noch. Das Deutungssystem, das sich selbst immunisiert. Die neue Gnosis im Jungschen Gewand. Schön analysiert, befand man allgemein. Präzise seziert. Gut geschrieben. Jetzt kommt der nächste Text. Und man möchte kurz innehalten. Denn was hier vorliegt, ist nicht die Kritik an jenem geschlossenen Deutungssystem. Es ist seine Vollendung.

Wir erfahren: Vor sechs Jahren wurde der Menschheit ein Angebot gemacht. Ein mächtiges Bewusstseinsfeld der Kontrolle wollte die Menschheit in eine transhumanistische Richtung bewegen. Die richtigen Leute wurden in die richtigen Positionen gebracht. Es gab Planspiele, Generalproben, eine globale Inszenierung. Das Hauptziel war, Zugang zum menschlichen Körper zu bekommen. Die mRNA-Therapie war nicht Mittel, sondern Zweck. Und – hier erreicht der Text seine spirituelle Klimax – die Entscheidung für oder gegen das Experiment habe jeder bereits vor dieser Inkarnation getroffen. Man lese das noch einmal. Vor dieser Inkarnation.Die Zeitlinien hätten sich getrennt. Aufklärung mit Fakten sei deshalb sinnlos. Beide Wege seien in Ordnung. Das Ganze sei letztlich ein Katalysator des Erwachens gewesen.

Nun gut. Wo fängt man an? Fangen wir mit dem Handwerk an, denn das ist tadellos. Die Manipulation-Taxonomie, die der Text aufstellt, ist nicht falsch. Es stimmt, dass Angst ein bewährtes Werkzeug politischer Steuerung ist. Es stimmt, dass PCR-Tests methodisch umstritten waren. Es stimmt, dass Massnahmen teils ohne ausreichende Evidenzbasis eingeführt wurden. Es stimmt, dass enorme wirtschaftliche Verwerfungen stattfanden, die wenigen nützten und vielen schadeten. Diese Kritikpunkte sind legitim, dokumentiert und wichtig. Man hätte sie aufgearbeitet verdient.
Aber dieser Text hat anderes vor.

Er beginnt mit einem Bewusstseinsfeld der Kontrolle – eine Formulierung, die präzise genug klingt, um seriös zu wirken und vage genug, um nie falsifizierbar zu sein. Wer ist dieses Bewusstseinsfeld? Keine Namen. Keine Strukturen. Keine verifizierbaren Entscheidungsketten. Nur ein diffuses Machtzentrum, das plant, inszeniert und steuert – und dabei so geschickt vorgeht, dass es sechs Jahre nach dem Ereignis immer noch kein Gericht der Welt identifizieren konnte. Das ist nicht Analyse. Das ist Mythologie. Und Mythologie ist mächtiger als Analyse, weil sie das Bedürfnis nach Bedeutung befriedigt, das Fakten allein nie stillen können.

Dann die Struktur. Der Text erklärt uns, wie Massenmanipulation funktioniert: Gefahr benennen, Werte bedrohen, Angst erzeugen, die eigene Agenda als Rettung anbieten. Vier Schritte. Klar. Präzise. Man nickt. Und bemerkt dabei nicht, dass der Text selbst exakt diesen vier Schritten folgt. Die Gefahr: Ein Bewusstseinsfeld mit transhumanistischer Agenda. Das bedrohte Wertvolle: Die menschliche Freiheit, der Körper, die Seele. Die Angst: mRNA als Zweck, potenzielle Toxizität je nach Charge, dauerhafte Pharmakundschaft. Die Rettung: Das Erwachen, die getrennte Zeitlinie, die Gemeinschaft der Sehenden. Vier Schritte. Lehrbuchhaft.

Was im vorigen Text als geschlossenes Deutungssystem kritisiert wurde, erreicht hier seine elaborierteste Form. Dort war der Einwand noch durch psychologische Abwehrmechanismen erklärbar. Hier ist er bereits vorinkarnatorisch verankert. Wer der Theorie widerspricht, hat das bereits vor seiner Geburt so entschieden. Es gibt buchstäblich keine Ebene mehr, auf der ein Argument greifen könnte. Das ist nicht Offenheit des Geistes. Das ist seine hermetischste Schliessung, nur von innen tapeziert mit Erleuchtungsrhetorik. Und dann die abschliessende Grosszügigkeit: Beide Wege seien in Ordnung. Wer sich hat impfen lassen, hat eben eine andere Vorentscheidung getroffen. Man hegt keinen Groll. Man will nicht retten. Man ist drüber hinaus. Was für eine spirituelle Reife. Was für eine buddhistische Gelassenheit gegenüber den Milliarden, die nun – je nach Toxizität ihrer Charge – potenziell ertragreichere Pharma-Kunden seien.

Das ist die zynischste Formulierung im gesamten Text, verkleidet als seine mildeste. Denn entweder ist die Impfung das, was der Text behauptet – ein geplanter Zugriff auf den menschlichen Körper mit potenziell toxischen Folgen – dann ist Gleichmut gegenüber den Betroffenen keine spirituelle Reife, sondern Gleichgültigkeit von bemerkenswerter Kälte. Oder der Text übertreibt – dann ist die ganze Konstruktion eine Bedeutungsmaschine, die reale Missstände in eine Weltformel presst, die zufällig den Erzähler ins Zentrum der Sehenden stellt. Beides gleichzeitig geht nicht. Der Text wählt beides gleichzeitig.

Das eigentliche Lehrstück liegt nicht in dem, was über COVID gesagt wird. Es liegt in der Architektur des Denkens. Eine Analyse, die mit Transhumanismus-Bewusstseinsfeldern beginnt und mit vorinkarnatorischen Entscheidungen endet, hat den Bereich der Politik längst verlassen. Sie ist Theologie. Und Theologie ist immun gegen Widerspruch – das ist ihre Stärke und ihre grösste Gefahr. Der Katalysator des Erwachens, zu dem COVID erklärt wird, hat offenbar nicht alle gleich aufgeweckt. Manche hat er in einen Traum geführt, der sich nur wacher anfühlt als der vorherige.
Das ist die subtilste Form des Schlafs: Wenn man in ihm überzeugt ist, endlich zu sehen…

Neues Bewusstseinsfeld, alte Architektur: Der Kult, der sich selbst für keinen hält

Bill Gates: Das Genie, das sich an nichts erinnert – und trotzdem die Welt retten will

Es gibt einen Moment, den man sich merken sollte. 27. August 1998, irgendwo in einem Konferenzraum, sitzt William Henry Gates III vor Anwälten des amerikanischen Justizministeriums. Auf dem Tisch die Monopolklage gegen Microsoft. In der Luft die Erwartung, dass der angeblich intelligenteste Unternehmer seiner Generation zumindest erklären kann, wie seine eigene Software funktioniert und welche Entscheidungen er in seinem eigenen Unternehmen getroffen hat. Was folgt, ist kein Verhör eines Verdächtigen. Es ist eine Performance.

Bill Gates: Das Genie, das sich an nichts erinnert – und trotzdem die Welt retten will

Gates wurde von einem Augenzeugen als «ausweichend und nicht kooperativ» beschrieben. Er stritt über die Definition von Wörtern wie «Wettbewerb», «besorgt» und «wir». Frühe Teile seiner Aussage provozierten Gelächter beim Richter, als sie im Gericht gezeigt wurden – und das «Ich erinnere mich nicht» kam so oft, dass sogar der Richter schmunzeln musste. Ein Mann, der mit angeblich fotografischem Gedächtnis gesegnet ist. Der Harvard-Codebücher auswendig lernte. Der ein globales Softwareimperium aufbaute. Und der sich vor Gericht, unter Eid, an praktisch nichts erinnern konnte, was in seinem eigenen Unternehmen vorgefallen war. Nicht an E-Mails, die er selbst geschrieben hatte. Nicht an Strategiemeetings, an denen er teilgenommen hatte. Nicht an Entscheidungen, die seinen Namen trugen.

Man könnte das Inkompetenz nennen. Man könnte es auch etwas anderes nennen. Das Faszinierende ist nicht die Aussage selbst — Wirtschaftsbosse, die unter Eid plötzlich an kollektivem Gedächtnisschwund leiden, sind ein amerikanisches Grundnahrungsmittel. Das Faszinierende ist, was danach kam. Denn dieser Mann, der sich 1998 nicht erinnern konnte, was Microsoft tat, verwandelte sich in den folgenden zwanzig Jahren in den selbsternannten Retter der Menschheit. Impfungen. Landwirtschaft. Klima. Pandemievorsorge. Sonne. Alles. Überall. Gleichzeitig. Ungefragt.

Die Gates Foundation sitzt heute auf einem Stiftungskapital von 86 Milliarden Dollar und ist der grösste private Geldgeber der Weltgesundheitsorganisation WHO. Das bedeutet: Ein einzelner Privatmann, demokratisch nicht legitimiert, keiner Wahl unterworfen, keiner institutionellen Kontrolle verpflichtet, finanziert massgeblich jene Organisation, die globale Gesundheitspolitik definiert. Das nennt sich Philanthropie. In anderen Kontexten nennt man sowas strukturellen Einfluss ohne Gegenkontrolle. Aber weiter.

Am 18. Oktober 2019 fand in New York eine Übung statt. Event 201 — eine Pandemiesimulation, mitorganisiert von der Gates Foundation, dem Johns Hopkins Center for Health Security und dem Weltwirtschaftsforum. Auf der Tagesordnung ein neuartiges Coronavirus. Geübt wurden Koordination, Kommunikation, Eindämmung. Zwei Monate später meldete China die ersten Fälle eines neuartigen Coronavirus. Dass das eine Simulation war und das andere Realität, ist korrekt. Dass die zeitliche Koinzidenz mindestens eine Augenbraue hochziehen darf, ist ebenfalls korrekt. Den Rest überlässt man gerne dem Leser.

Dann ist da noch Jeffrey Epstein. Alle dokumentierten Interaktionen zwischen Gates und Epstein fanden nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 statt. Nicht davor. Danach. Die DOJ-Unterlagen zeigen mehrere Treffen: Ein Abendessen im Dezember 2010, Begegnungen im April und Oktober 2011, ein Treffen in Norwegen im August 2012 und weitere Kontakte bis 2013. Gates selbst bezeichnete diese Kontakte als «schwerwiegenden Fehler im Urteilsvermögen» – eine Formulierung, die zumindest anerkennt, dass es einen Fehler gab.

Die DOJ-Unterlagen enthalten E-Mail-Korrespondenz zwischen Gates und Epstein über philanthropische Projekte, Kalendereinträge mit dokumentierten Treffen und Fotos von Gates bei Veranstaltungen, an denen auch Epstein teilnahm. Philanthropie also. Unter Philanthropen trifft man sich gerne bei Tee und Törtchen, auch wenn einer von beiden gerade wegen Sexualstraftaten verurteilt wurde. Man redet über globale Gesundheit. Das ist der Lauf der Dinge in diesen Kreisen. Die Gates Foundation hat mittlerweile eine externe Überprüfung der Verbindungen zu Epstein eingeleitet. Warren Buffett, langjähriger Unterstützer der Foundation, hat seinen Standpunkt auf «abwarten» gesetzt. Das sagt einiges.

Nun zu dem, was der Mann mit dem vergesslichen Gedächtnis heute tut: Gates ist der grösste private Landwirtschaftslandbesitzer der USA — über 270’000 Acres Ackerland, erworben über Scheinfirmen, jahrelang verschwiegen. Er finanziert Experimente zur Verdunkelung der Sonne, genannt Stratosphärisches Aerosol-Einspritzen, mit dem erklärten Ziel, die Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Wer das für übertrieben hält, möge das SCoPEx-Projekt der Harvard University nachschlagen, mitfinanziert von – man ahnt es – Gates.

Kontrolle über globale Gesundheitspolitik. Kontrolle über Nahrungsmittelproduktion. Einfluss auf das Klima. Alles gleichzeitig. Alles unter dem Label Philanthropie. Alles von einem Mann, der 1998 unter Eid nicht erklären konnte, was in seiner eigenen Firma vorging.

Die wohltätigste Deutung: Bill Gates ist tatsächlich das, was er vorgibt zu sein – ein idealistischer Nerd, der zu viel Geld hat und die Welt verbessern will, dabei aber strukturell blind ist für die Macht, die er akkumuliert. Ein naiver Riese, der in Epstein einen Philanthropen sah, in der Sonne ein Problem und in Impfkampagnen die Lösung. Die weniger wohltätige Deutung überlässt man besser dem Leser. Der kann sich schliesslich selbst erinnern – auch ohne Eid.

Bill Gates: Das Genie, das sich an nichts erinnert – und trotzdem die Welt retten will

«Mein Geld hat euer Land aufgebaut» – Wie israelische Touristen Thailand zur Kolonie umbauen

Es gibt einen Satz, der alles erklärt. Eine israelische Touristin auf Koh Phangan wird gebeten, ihre Schuhe auszuziehen, bevor sie ein thailändisches Restaurant betritt – eine Selbstverständlichkeit, eine grundlegende Respektgeste gegenüber einer Jahrtausende alten Kultur. Ihre Antwort, die viral ging und seitdem auf Tausenden Bildschirmen in Thailand und weltweit zu sehen war: «My money built your country.» Kein Kommentar nötig. Der Satz kommentiert sich selbst.

«Save Koh Phangan» – wenn Einheimische um ihre Insel kämpfen
Was auf Koh Phangan geschieht, ist kein Missverständnis zwischen Kulturen. Es ist das Ergebnis eines jahrelangen, systematischen Prozesses, der inzwischen offizielle Untersuchungen ausgelöst hat. Der Tourismus auf Koh Phangan ist in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 200 Prozent gewachsen. 4030 israelische Staatsbürger befinden sich derzeit allein in der Provinz Surat Thani – 2548 auf Koh Phangan, 1279 auf Koh Samui.

Das wäre an sich kein Problem. Touristen kommen, Touristen gehen. Aber diese hier kommen und bleiben. Etwa 2000 israelische Staatsbürger leben derzeit auf Koh Phangan, rund 500 davon dauerhaft, viele im Immobilien-, Fahrzeugvermietungs- und Unternehmenssektor tätig. Lokale Einwohner haben eine Facebook-Seite namens «Save Koh Phangan» gegründet, weil sie befürchten, dass ihre Insel zu einem «zweiten Tel Aviv» wird. Das ist nicht Fremdenfeindlichkeit. Das ist die Verzweiflung von Menschen, die beobachten, wie ihr Lebensraum systematisch übernommen wird.

Die Methode ist dabei so simpel wie effektiv: Einige Israelis auf Koh Phangan betreiben Villen, Restaurants, Reiseunternehmen und andere Geschäfte, die überwiegend israelische Gäste bedienen – über thailändische Strohmänner, da Ausländer in Thailand kein Land besitzen dürfen. Man kauft Land, das man nicht kaufen darf. Man betreibt Firmen, die man nicht betreiben darf. Man beschäftigt burmesische Arbeiter ohne Genehmigung. Und man baut Luxusvillen im Nationalpark, begleitet von Berichten über illegale Bautätigkeiten, Abholzung und sogar Bestechung lokaler Beamter.

"Mein Geld hat euer Land aufgebaut" - Wie israelische Touristen Thailand zur Kolonie umbauen

Kriegsstress als Freibrief
Nach dem 7. Oktober 2023 strömten israelische Touristen in Rekordzahlen nach Thailand. Zwischen Januar und September 2025 besuchten rund 300’000 israelische Touristen Thailand – ein Anstieg von 57 Prozent. Viele davon sind Militärreservisten, die nach dem Dienst im Gazastreifen Erholung suchen. Auf Koh Phangan entstanden «Heilungszentren», sechs Chabad-Häuser wurden eingerichtet, exklusive Gemeinschaften für Israelis, bei denen der Zugang für Nichtisraelis verweigert wird, angeblich aus Sicherheitsgründen.

Das klingt verständlich – PTBS ist real, Kriegserfahrungen sind traumatisch. Weniger verständlich ist, was gleichzeitig geschieht. Eine viral gegangene Aufnahme zeigt eine ausschliesslich israelische Party, die angeblich dem Stressabbau vom Krieg dienen sollte – und dabei erhebliche Schäden am Gebäude verursachte, die den Eigentümer zu Renovierungsarbeiten zwangen. Und dann gab es jene Gruppen, die öffentlich das Militärgeschehen in Gaza feierten – was bei Einheimischen und anderen Touristen auf Unverständnis und Abscheu stiess.

Kriegsstress als Freifahrtschein für Sachbeschädigung, Visaverstösse und Nichtbezahlen von Restaurantrechnungen: Das ist eine bemerkenswert elastische Definition von Erholung.

Die Strafverfolgung antwortet
Die thailändischen Behörden haben reagiert – mit der Entschlossenheit von Leuten, die zu lange zugeschaut haben. Zwischen 2023 und 2025 wurden 20 Fälle auf Koh Phangan registriert, darunter Arbeiten ohne Genehmigung, Visaverstösse, unerlaubter Geschäftsbetrieb, Diebstahl, Drogendelikte, Körperverletzung, Falschgeldnutzung und Amtsmissachtung.

In den vergangenen Monaten wurden mehr als 23 Israelis wegen illegaler Aktivitäten festgenommen. Eine Sonderkommission unter dem Gouverneur von Surat Thani untersucht Landbesitz, Geschäftstätigkeiten und Gesetzeseinhaltung. Die Polizei führte koordinierte Razzien durch, bei denen Strohmänner-Konstruktionen aufgedeckt wurden. Allein im Jahr 2025 wurden 3249 Visa von Ausländern widerrufen, die Straftaten begangen oder öffentliche Unruhe verursacht hatten.

In einem besonders surrealen Kapitel dieser Geschichte wandte sich der Koh-Phangan-Hotelverband an den lokalen Chabad-Rabbiner und bat ihn, Bekanntmachungen auf Hebräisch zu veröffentlichen, die israelische Besucher daran erinnern, sich respektvoll zu verhalten und die Gesetze einzuhalten.

Man ruft einen Rabbi, damit er seinen Leuten erklärt, dass man in fremden Ländern keine Schuhe in Restaurants trägt und Rechnungen bezahlt. Das ist der Punkt, an dem Deeskalation beginnt.

Das Muster, das sich wiederholt
Was in Thailand geschieht, ist kein Einzelfall. Israelische Touristen haben weltweit einen zweifelhaften Ruf, der sich über Jahrzehnte aufgebaut hat. In Indien, besonders in Goa und Pushkar, sind Berichte über respektloses Verhalten, Drogenkonsum und Konflikte mit Einheimischen seit den 1990ern dokumentiert. In Nepal, in Südostasien, auf den griechischen Inseln – überall dasselbe Muster: Massenanwesenheit, Parallelstrukturen für die eigene Community, minimale Integration in lokale Gepflogenheiten.

Erstaunlich ist, dass man in Thailand Israelis und ihr Verhalten offen kritisieren darf. Das wäre in Europa vollkommen unmöglich. Damit ist ein strukturelles Problem benannt, das über Thailand hinausgeht. In Europa schützt die Antisemitismus-Keule jede Verhaltensweise vor Kritik. In Thailand, wo dieses Instrument nicht existiert, kann man einfach feststellen: Manche Gäste benehmen sich miserabel. Unabhängig von ihrer Nationalität, ihrer Religion, ihrem Trauma.

Respekt ist keine westliche Spezialität. Er ist auch keine Schwäche. Er ist die Grundvoraussetzung dafür, dass man in einem fremden Land willkommen ist.
«My money built your country.» Nein. Euer Geld hat Hotelzimmer bezahlt. Den Rest haben die Thais selbst gebaut. Seit Jahrtausenden…

"Mein Geld hat euer Land aufgebaut" - Wie israelische Touristen Thailand zur Kolonie umbauen

Der Irankrieg zerstört Wettermanipulationsanlagen – und prompt regnet es wieder. Wem gehört der Himmel?

Es regnet wieder im Iran. Nach jahrelanger historischer Dürre füllen sich Stauseen, Tigris und Euphrat führen wieder Wasser, Dämme in der Türkei und im Irak quellen über, Saudi-Arabien verzeichnet Starkregen. Die Klimatologen sprechen von einem «natürlichen Shift» durch veränderte Drucksysteme. Schön. Beruhigend. Die Natur macht einfach mal so einen Schwenk, mitten im laufenden Irankrieg, just in dem Moment, in dem iranische Vergeltungsschläge milliardenteure US-«Radaranlagen» in Westasien zerstört haben. Welch ein Zufall. Die Natur hat wirklich ein ausgeprägtes Gespür für Timing.

Der Irankrieg zerstört Wettermanipulationsanlagen - und prompt regnet es wieder. Wem gehört der Himmel?

In sozialen Medien kursiert seit Tagen eine brisante These: Die starken Niederschläge, die Dämme in der Türkei, im Iran und Irak füllen und die Flüsse Tigris und Euphrat nach jahrelanger Dürre wieder zum Strömen bringen, sollen nicht natürlichen Ursprungs sein – sondern die Folge der Zerstörung eines angeblichen US-israelischen Wettermanipulationssystems in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Und während man das reflexartig als Verschwörungstheorie abtun möchte, stolpert man über die unbehaglich konkreten Fakten darunter.

In der Türkei führten schwere Frühjahrsregen zu einem Anstieg der Wasserkrafterzeugung um 96 Prozent. Im Irak meldete das Wasserressourcen-Ministerium erhöhte Zuflüsse in Tigris, Euphrat und Diyala. Im Iran, der jahrelang unter historischer Dürre litt, füllen sich Stauseen plötzlich wieder, Teheran und andere Provinzen verzeichnen Rekordniederschläge und Schnee. Alles gleichzeitig. Alle auf einmal. Alle in einer Region, in der gerade Krieg geführt wird.

Fangen wir mit dem an, was unbestreitbar ist. HAARP — High-frequency Active Auroral Research Program — ist ein reales US-Projekt in Alaska zur Untersuchung und Beeinflussung der Ionosphäre. Es wurde Jahrzehnte von der US Air Force betrieben. Keine Erfindung, kein Phantom, kein Spinnerei aus dem Keller. Ein offizielles staatliches Programm, finanziert vom Militär, mit dem erklärten Ziel, die Ionosphäre zu beeinflussen. In einem Bericht der US Air Force von 1996 heisst es: «Die Modifizierung der Ionosphäre ist ein Bereich mit vielen potenziellen Anwendungen, und es gibt wahrscheinlich auch Nebenanwendungen, die bisher nicht absehbar sind.» Nebenanwendungen, die bisher nicht absehbar sind. Was für eine charmante Formulierung für ein Militärprogramm zur atmosphärischen Manipulation.

In den VAE ist Cloud Seeding offizielle Politik. Die Emirate betreiben seit Jahren ein staatliches Programm mit Flugzeugen und bodengestützten Ionisierern. 2026 wurden allein 80 Einsätze gemeldet, um Grundwasser aufzufüllen. Studien aus 2010 bis 2014 belegen, dass Ionisierer Niederschlag um bis zu 30 bis 35 Prozent steigern können – unter geeigneten Bedingungen. Dreissig bis fünfunddreissig Prozent mehr Regen durch technische Eingriffe. In einer Region, in der Regen über Ernte, Trinkwasser und Überleben entscheidet. Und Saudi-Arabien hält dafür Patente. Man beachte: Patente. Auf Regen.

Die Frage, die sich aufdrängt und die niemand im Mainstream laut stellen möchte, lautet schlicht: Wem gehört der Himmel? Wer hat die Hoheit über Wetter und Niederschlag – und wer entscheidet darüber, welches Land Regen bekommt und welches verdorrt?

Der Irankrieg zerstört Wettermanipulationsanlagen - und prompt regnet es wieder. Wem gehört der Himmel?

Iranische und arabische Quellen behaupten, die VAE hätten im Auftrag der USA und Israels solche Anlagen betrieben, um Regenwolken vom Iran «abzuziehen». Nach iranischen Vergeltungsschlägen während des laufenden Angriffskrieges seien diese Systeme beschädigt worden – und prompt kehrte der Regen zurück. Von allen Seiten wird bestätigt, dass die milliardenteuren Radaranlagen in den US-Stützpunkten in Westasien zerstört wurden. Korrelation ist keine Kausalität – das stimmt. Aber die zeitliche Übereinstimmung ist von jener Qualität, die einen vernünftigen Menschen zumindest innehalten lässt. Jahrelange Dürre. Krieg. Zerstörung der Anlagen. Regen.

Das ENMOD-Übereinkommen der UN verbietet militärische Wetterkriegsführung – aber was ist «zivil» und was «militärisch»? Das ist die eigentliche Frage. Wenn ein Staat im Auftrag eines anderen Staates Ionisierer betreibt, die nachweislich Niederschlag beeinflussen, und diese Beeinflussung anderen Staaten das Wasser entzieht – ist das Meteorologie oder ist das Kriegsführung? Wenn Dürre eingesetzt wird, um einen Staat zu destabilisieren, seine Landwirtschaft zu ruinieren, seine Bevölkerung zu zermürben – ist das Geopolitik oder ist das ein Verbrechen?

Der Iran klagte übrigens seit 2011 über «gestohlene Wolken». Fünfzehn Jahre lang. Man kann sich vorstellen, wie diese Klagen in westlichen Hauptstädten aufgenommen wurden. Mit jenem milden Lächeln, das man für Leute reserviert, die Dinge sehen, die offiziell nicht existieren.

Hier liegt das fundamentale Problem des Zeitalters, in dem wir leben: Technologien, die real sind und reale Auswirkungen auf Millionen Menschen haben, werden so lange als Fantasiegebilde behandelt, bis ein Krieg die Anlagen zerstört und prompt das Wetter umschwenkt. Dann spricht man von «natürlichem Shift». Die Klimatologen haben eine Erklärung. Sie haben immer eine Erklärung. Das ist ihr Beruf.

Dabei liegt die Frage offen vor aller Augen: Wenn die VAE offiziell 80 Cloud-Seeding-Einsätze pro Jahr fliegen und Ionisierer betreiben, die Niederschlag um ein Drittel steigern können – was macht dieselbe Technologie im grossen Massstab, mit militärischem Budget und strategischem Interesse? Wenn Saudi-Arabien Patente auf Regenproduktion hält – wer hält die Patente auf Regenentzug?

Das ENMOD-Abkommen existiert seit 1977. Es verbietet Wetterkriegsführung. Es hat – wie alle Abkommen, die mächtige Staaten beim Nichtstun erwischen würden – die Wirksamkeit eines gut gemeinten Briefes.

Der Himmel ist das letzte grosse Gemeingut. Das Letzte, das man noch nicht vollständig privatisiert, militarisiert und als Machtinstrument eingesetzt hat – zumindest offiziell. Inoffiziell läuft seit Jahrzehnten eine Debatte über Geoengineering, Chemtrails, Cloud Seeding und ionosphärische Manipulation, die von der Mehrheit der Medien mit demselben überlegenen Lächeln abgetan wird, mit dem man früher die Abhörprogramme der NSA abgetan hat. Bis Edward Snowden kam.

Es regnet wieder im Iran. Die Dämme füllen sich. Tigris und Euphrat fliessen. Die Klimatologen erklären es mit Drucksystemen. Vielleicht haben sie recht. Vielleicht ist es wirklich Natur. Vielleicht ist die Übereinstimmung tatsächlich Zufall… aber wer die Patente auf den Regen hält, interessiert sich nicht für Zufall!

Der Irankrieg zerstört Wettermanipulationsanlagen - und prompt regnet es wieder. Wem gehört der Himmel?

Chabad Lubawitch: Die unsichtbare Hand, die Weltführer am Ärmel zieht

Man muss es ihnen lassen: Für eine Organisation, über die kaum jemand spricht, haben sie einen erstaunlich langen Arm. Chabad Lubawitch, eine chassidische Bewegung, gegründet im 18. Jahrhundert in Weissrussland, heute in über 900 Städten weltweit präsent, ist keine Synagogengemeinde, der man gelegentlich begegnet. Es ist ein globales Netzwerk mit einer Reichweite, die jeden PR-Strategen neidisch machen würde: Diplomatisch, finanziell, theologisch und politisch, dabei offiziell «apolitisch.» Dieses Bekenntnis zur Apolitizität ist eine der grossen Performance-Künste der Neuzeit.

Rabbi Levi Shemtov, Chabads Repräsentant in Washington, kennt nach Aussagen der Autorin Sue Fishkoff «praktisch jeden Kongressabgeordneten, Senator und ausländischen Botschafter in der Hauptstadt — sowie ihre Assistenten, Sekretärinnen und die Reinigungskräfte.» Das ist keine Übertreibung als Vorwurf, das ist ein Eigenlob. Chabad sagt das über sich selbst, stolz, weil Netzwerk in ihrer Welt ein Sakrament ist.

Die Kushner-Familie spendete zwischen 2003 und 2013 insgesamt 342’500 Dollar an verschiedene Chabad-Einrichtungen, darunter 150’000 Dollar an Harvards Chabad-Zentrum – die grösste Einzelspende der Kushner-Stiftung an eine Lubawitch-Institution. Jared Kushner, Schwiegersohn Trumps und zeitweise mächtigster Mann im Weissen Haus ohne Amtseid, ist ein bekennender Chabad-Anhänger. Das ist keine Verschwörungstheorie. Das steht in Steuerunterlagen.

Am 7. Oktober 2024 — dem Jahrestag des Hamas-Angriffs – besuchte Donald Trump das Grab des verstorbenen Chabad-Führers Rabbi Menachem Mendel Schneerson in New York, trug eine Kippa und hinterliess ein schriftliches Gebet. Das war kein zufälliger Abstecher. Das war Symbolpolitik mit Adresse.

Und dann war da noch der Staatsbesuch. Als Netanyahu im Juli 2025 das Weisse Haus besuchte, überreichte er Trump einen Dollar-Schein vom Rebbe Schneerson als Staatsgeschenk – plus eine Mesusa aus den Trümmern einer iranischen Rakete. Ein Dollar vom Rebbe. Als Staatsgeschenk. Von einem amtierenden Premierminister an einen amtierenden US-Präsidenten. Das Weisse Haus meldete keine Bedenken hinsichtlich des Protokolls.

Chabad Lubawitch: Die unsichtbare Hand, die Weltführer am Ärmel zieht

Netanyahu selbst beschreibt seine erste Begegnung mit Schneerson 1984 mit den Worten: «Er sagte, du wirst in der Halle der Dunkelheit eine Kerze der Wahrheit anzünden.» Er bewahrt bis heute ein Foto von sich mit dem Rebbe in seinem Büro auf. Das ist kein Randdetail. Das ist das persönliche Koordinatensystem des israelischen Premierministers.

Ein Chabad-Vertreter erklärte 2025 öffentlich: «Wir sehen Weltführer – darunter Nicht-Juden – die öffentlich erklären, dass der Rebbe ihre Entscheidungen und ihr Leben beeinflusst.» Gesagt mit unverhohlenem Stolz. Bemerkt von praktisch niemandem.

Zum politischen Drift: Jahrelang pflegte Chabad das Image einer apolitischen Bewegung – dann begann eine zunehmende Allianz mit Itamar Ben-Gvir und seiner rechtsextremen Partei. Chabads messianische und rechtsgerichtete Ideologie trat dabei immer deutlicher in den Vordergrund. Israels Oppositionsführer Yair Lapid kritisierte das offen: «Man kann nicht das ganze Jahr behaupten, alle Juden zu vertreten, und dann zur Wahl zur politischen Bewegung werden.»

Das ist das Kernproblem. Nicht Theologie. Nicht Tradition. Sondern die Inkongruenz zwischen dem offiziellen Selbstbild – apolitische Gemeinschaft, Outreach-Bewegung, spirituelle Heimat für jeden Juden weltweit – und der dokumentierten Realität: Ein hochpolitisches Netzwerk mit Direktdraht in die weltweit mächtigsten Büros, das seine Einflusssphäre systematisch ausbaut und dabei religiöse Autorität als Deckmantel nutzt.

Hier muss eine Unterscheidung getroffen werden, die in der öffentlichen Debatte regelmässig kollabiert: Chabad Lubawitch ist nicht «die Juden.» Es ist eine spezifische ultraorthodoxe Bewegung mit einer spezifischen Ideologie – der messianischen Überzeugung, dass Schneerson der Moshiach war oder sein wird, und einer Weltsicht, in der das jüdische Volk eine besondere kosmische Rolle zu erfüllen hat. Diese Überzeugung prägt politische Positionen. Das zu benennen ist keine Feindseligkeit gegenüber Juden, so wie die Kritik an der Pius-Bruderschaft keine Feindseligkeit gegenüber Katholiken ist.

Was legitim zu fragen ist: Wie kommt es, dass eine religiöse Organisation mit einigen zehntausend Mitgliedern Zugang zu US-Präsidenten, israelischen Premierministern, argentinischen Staatschefs und russischen Oligarchen hat – und das alles weitgehend ausserhalb demokratischer Kontrolle, Rechenschaftspflicht oder öffentlicher Debatte?

Der Bewegungsanalytiker fasste es so zusammen: Die bescheidene Mitgliederzahl Chabads verbirgt eine Organisationsstruktur, die eine aussergewöhnliche Durchdringung der höchsten Ebenen internationaler Macht erreicht hat – durch dezentrale Netzwerke statt zentralisierter Institutionen, was es ihr erlaubt, Ereignisse zu beeinflussen und dabei weitgehend im Verborgenen zu bleiben.

Weitgehend im Verborgenen. Das ist die operative Zusammenfassung.

Die Frage ist nicht, ob Chabad existiert und Einfluss hat. Die Frage ist, warum dieser Einfluss so selten Gegenstand kritischer Berichterstattung wird – und wer sich daran gewöhnt hat, dass das so bleibt…

Chabad Lubawitch: Die unsichtbare Hand, die Weltführer am Ärmel zieht

+19,5 % Gehirntumore, +19,4 % Darmkrebs bei unter 50-Jährigen – aber bitte frag nicht warum

Es gibt Zahlen, die man nicht ignorieren kann. Und es gibt Institutionen, die es trotzdem versuchen. Das National Cancer Institute der USA – keine Telegram-Gruppe, keine Verschwörungsseite, sondern die offizielle US-Krebsstatistikbehörde – hat seine neuesten SEER-Daten veröffentlicht. Und die lesen sich wie das Drehbuch eines Horrorfilms, den niemand sehen will. Krebserkrankungen bei Amerikanern unter 50 Jahren stiegen zwischen 2021 und 2023 um 6,4 Prozent – von 109,45 auf 116,42 Fälle pro 100’000 Menschen. Zwei Jahre. 6,4 Prozent. Das ist keine statistische Delle, das ist ein Trendbruch. Aber der Gesamtwert ist noch das Harmloseste an dieser Datenveröffentlichung.

Die Einzelzahlen, die niemand erklären will
Gehirntumore bei unter 50-Jährigen: +19,5 Prozent. Kolon- und Rektumkrebs: +19,4 Prozent. Dünndarmkrebs: +15,5 Prozent. Eierstockkrebs: +12,8 Prozent. Magenkrebs: +7,3 Prozent. Brustkrebs: +3,6 Prozent.

Fast 20 Prozent mehr Gehirntumore in zwei Jahren. Fast 20 Prozent mehr Darmkrebs. Bei Menschen, die noch nicht 50 Jahre alt sind. In einem Land, das gerade die grösste Massenimpfkampagne seiner Geschichte durchgeführt hat. Und der Mainstream-Journalismus fragt: Hat das vielleicht mit Ernährungsgewohnheiten zu tun? Mit Stress? Mit dem Klimawandel?

Natürlich. Mit dem Klimawandel.

Frühonset-Krebserkrankungen stiegen bereits vor 2021 langsam an – das ist dokumentiert, das ist real, das hat multiple Ursachen. Aber die Post-2021-Beschleunigung ist unübersehbar – und sie fällt zeitlich exakt mit dem Rollout der mRNA-Massenimpfungen zusammen, der Ende 2020 und Anfang 2021 begann.

Korrelation ist keine Kausalität. Das ist richtig. Aber Korrelation, die man nicht untersucht, wird auch keine Kausalität. Und genau dort liegt das Problem.

+19,5 % Gehirntumore, +19,4 % Darmkrebs bei unter 50-Jährigen – aber bitte frag nicht warum

Drei unabhängige Studien, ein Signal
Die SEER-Daten stehen nicht allein. In einer 30-monatigen bevölkerungsweiten Analyse von 296’015 Einwohnern in der Provinz Pescara, Italien, zeigten Personen, die mindestens eine Dosis eines Covid-19-Impfstoffs erhalten hatten, eine um 23 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für eine Krebshospitalisierung – verglichen mit Ungeimpften. Besonders erhöht waren die Risiken für Darmkrebs (HR 1,34), Brustkrebs (HR 1,54) und Blasenkrebs (HR 1,62).

Eine HR von 1,54 bedeutet: Geimpfte hatten ein 54 Prozent höheres Risiko, wegen Brustkrebs hospitalisiert zu werden. Das ist keine Randnotiz. Das ist ein Signal, das in einer anderen Zeit sofortige Behördenreaktionen ausgelöst hätte.

Eine separate, grossangelegte südkoreanische Studie mit über 8,4 Millionen Personen fand, dass Covid-19-Impfungen mit erhöhten Einjahresrisiken für sechs Hauptkrebsarten assoziiert waren: Schilddrüse (HR 1,35), Magen (HR 1,34), Kolorektal (HR 1,28), Lunge (HR 1,53), Brust (HR 1,20) und Prostata (HR 1,69).

Südkorea ist nicht irgendein Land. Die Gesundheitsdaten dort sind unter den präzisesten der Welt. 8,4 Millionen Personen sind keine Stichprobe – das ist eine Bevölkerungsstudie. Und Prostatakrebs mit einem HR von 1,69 – also 69 Prozent erhöhtes Risiko – ist eine Zahl, die in einem ordentlichen Wissenschaftsbetrieb sofortige Folgeuntersuchungen auslösen würde.

Eine unabhängige Analyse der CDC WONDER-Daten zeigt zudem über 138’000 Übersterbefälle durch Krebs in den USA seit Beginn der mRNA-Massenimpfung, mit einem klaren Inflektionspunkt in der Krebssterblichkeit ab Frühjahr 2021.

US-Inzidenzdaten. Italienische Hospitalisierungsdaten. Koreanische Risikodaten. CDC-basierte Übersterblichkeit. Vier unabhängige Datenquellen, alle konvergierend auf dasselbe beunruhigende Signal.

Was die Wissenschaft tut: Schweigen mit Würde
Die Reaktion der medizinischen Establishment-Institutionen auf diese Datenlage ist von bemerkenswerter Konsistenz: Man erklärt den Anstieg mit besserer Früherkennung, mit veränderten Lebensstilen, mit Long-Covid-Effekten, mit dem Einfluss von Übergewicht, verarbeiteten Lebensmitteln und pandemischem Stress. Jede dieser Erklärungen hat eine gewisse Plausibilität. Keine erklärt, warum der Anstieg exakt im Jahr 2021 beginnt, nachdem er jahrelang moderat war.

Und keine dieser Erklärungen wird mit derselben Energie verfolgt, mit der man 2020 und 2021 jeden alternativen Erklärungsversuch pathologisiert hat.

Die Impfung ist sicher. Nebenwirkungsfrei. Das hat man damals gesagt. Heute liegen Studien aus drei Kontinenten auf dem Tisch, die das infrage stellen – und die Behörden, die diese Sicherheit garantiert haben, verlangen einfach mehr Zeit, mehr Studien, mehr Daten. Dieselben Behörden, die 2021 keine Zeit für Sicherheitsstudien hatten.

Was 2024 zeigen wird
Die aktuellen SEER-Daten enden mit 2023. Das nächste Update wird entscheidend sein. Wenn der Aufwärtstrend in den 2024er Daten anhält oder sich verstärkt, wird die Evidenz für eine mRNA-induzierte Krebsbeschleunigung unübersehbar.

Das ist das eigentliche Problem mit diesen Zahlen. Nicht nur, dass sie beunruhigend sind. Sondern dass sie eine Vorhersage machen, die in wenigen Monaten überprüfbar sein wird. Wenn die 2024er Daten ebenfalls nach oben zeigen, ist die Erklärung «besser Früherkennung» nicht mehr haltbar. Dann gibt es eine Kurve, die an einem bestimmten Datum abbricht und eine andere Richtung nimmt.

Und dann stellen sich Fragen, auf die es keine bequemen Antworten gibt.
Nicht +6,4 Prozent gesamt. Nicht +19,5 Prozent Gehirntumore. Sondern: Wer hat gewusst, was diese Zahlen bedeuten – und wann?

+19,5 % Gehirntumore, +19,4 % Darmkrebs bei unter 50-Jährigen – aber bitte frag nicht warum
(via The Focal Points)

Virenschleuder, Ungeziefer, Schädling – herzlichen Glückwunsch, du hast mitgemacht

Es gibt einen Satz, der sich durch die gesamte Geschichte der organisierten Gewalt zieht wie ein roter Faden, der nach Blut riecht. Er lautet nicht: «Tötet sie.» Er lautet: «Sie sind nicht wie wir.» Was danach kommt, folgt einem Drehbuch, das so alt ist wie die Fähigkeit des Menschen zur Sprache – und so aktuell wie der letzte Corona-Sommer, in dem Andersdenkende als «Virenschleudern», «Nazis» und «Covidioten» bezeichnet wurden, während das Innenministerium Strategiepapiere verfasste, die explizit «Schockwirkung» in der Bevölkerung als Kommunikationsziel definierten.

Virenschleuder, Ungeziefer, Schädling - herzlichen Glückwunsch, du hast mitgemacht

Forscher der Stanford Graduate School of Business haben die nationalsozialistische Propaganda von 1927 bis 1945 linguistisch analysiert und belegt: Im Vorfeld der Massenvernichtungen häuften sich Begriffe, die den Juden menschliche Regungen und Emotionen absprachen. «Dieses zunehmende Absprechen von menschentypischen Empfindungen und Erfahrungen passt zur Annahme, dass eine solche Dehumanisierung moralische Bedenken im Vorfeld einer Gewalttat verringert und diese so erleichtert.»

Moralische Bedenken verringern. Das ist der Kern. Das ist das Ziel. Das war es immer. Hier ist die Liste, die sich jeder einrahmen sollte, der sich heute noch für einen Gutmenschen hält:

– Während Corona wurden Andersdenkende als Virenschleudern, Nazis und Idioten dargestellt, und es wurde behauptet, dass es ihnen egal ist, wenn alte und schwache Menschen sterben.
– In Burma/Myanmar bezeichnete das Regime die Rohingya als illegale Bengalen und Parasiten.
– Im Iran unter Ayatollah Khomeini wurden die Bahai als Feinde Allahs und als Spione diffamiert.
– In Nordkorea werden Andersdenkende bis heute als Hunde und Schädlinge bezeichnet.
– Auf Kuba unter Fidel Castro nannte man Oppositionelle verächtlich Würmer.
– Im Chile unter dem Pinochet-Regime wurden Linke als Krebsgeschwür des Landes hingestellt.
– In der argentinischen Militärdiktatur bezeichnete man die Opposition als Subversive und als Krebs.
– In Indonesien wurden im Jahr 1965 Kommunisten als blutrünstige Dämonen dargestellt.
– Während des Ruanda-Genozids 1994 bezeichneten Hutu-Extremisten die Tutsis im Radio permanent als Kakerlaken.
– Unter Pol Pot und den Khmer Rouge in Kambodscha wurden Intellektuelle und Brillenträger als verfaulte Elemente und bourgeoise Parasiten entmenschlicht.
– In der Sowjetunion unter Leonid Breschnew diffamierte man Dissidenten als Schmarotzer.
– Während der Mao-Zeit in China brandmarkte man Klassenfeinde als Schädlinge und Verräter.
– In den lateinamerikanischen Diktaturen der 1970er Jahre wurden Oppositionelle systematisch als Krebs oder subversive Elemente dargestellt.
– Im Franco-Spanien nach dem Bürgerkrieg galten Republikaner als gottlose Teufel.
– In Mussolinis Italien wurden Oppositionelle als Krankheit am Volkskörper bezeichnet.
– Während der Nazi-Besatzung in Polen sah man die Polen als Untermenschen.
– Im Nazi-Deutschland stellte die Propaganda Juden als Ratten, Ungeziefer und Giftpilze dar.
– In der Sowjetunion unter Stalin diffamierte man Kulaken als Parasiten und Feinde des Volkes.
– Während der sowjetischen Schauprozesse wurden unschuldige Genossen als Spione und Saboteure hingestellt.
– In der sowjetischen Hungersnot von 1932/33 bezeichnete man hungernde Ukrainer als Saboteure.
– In der Türkei 1915 wurden Armenier als innere Feinde und gefährliche Mikroben bezeichnet.
– In der Jim-Crow-Ära der südlichen USA galten Schwarze als Rassenschänder.
– In den Südstaaten der USA vor dem Bürgerkrieg wurden Schwarze als tierische Unterrasse dargestellt.
– In der frühen Kolonialzeit bezeichnete man indigene Völker als kannibalische Wilde.
– Während der mittelalterlichen Hexenverfolgungen in Europa sah man Frauen als Satansbräute und Kindermörderinnen.
– In der Spanischen Inquisition behauptete man, Hexen und Ketzer würden mit dem Teufel schlafen.
– Während der Spanischen Reconquista galten Muslime und Juden als unreine Ungläubige.
– In der Französischen Revolution wurden Adlige als Blutsauger des Volkes diffamiert.
– Im Guatemala-Bürgerkrieg bezeichnete man die Maya als subversive Tiere.

Diese Liste ist kein Geschichtsbuch. Sie ist ein Spiegel.

Das Muster hat einen Namen
Dehumanisierung ist die ex- oder implizite Wahrnehmung oder Bezeichnung von Personen oder Gruppen als nicht- oder untermenschlich. Sie führt dazu, dass moralische Grundsätze für die Betroffenen nicht mehr gelten – und zur Duldung und zum Zuspruch von vergangener sowie zukünftiger Gewalt. Das ist nicht Philosophie. Das ist Psychologie. Und sie ist reproduzierbar, abrufbar, einsetzbar – in jedem Jahrhundert, auf jedem Kontinent, mit jedem Vorwand. Gesundheit. Klasse. Rasse. Religion. Immunstatus.

Die Dehumanisierung der Opfergruppen ist eine der letzten Stufen, die den Genozid vorbereiten und die Massengewalt begleiten. Die Fremdgruppe wird als Sündenbock herangezogen, eine destruktive Ideologie wird verbreitet, und die Auslöschung dieser Gruppe wird als einfache Lösung für komplexe gesellschaftliche Probleme dargestellt. Einfache Lösung für komplexe Probleme. Genau das wurde 2020 angeboten. Die Ungeimpften sind das Problem. Die Maskenverweigerer sind das Problem. Die Querdenker sind das Problem. Sperrt sie aus Restaurants, Zügen, Konzerten. Nennt sie Virenschleudern. Fragt öffentlich, ob sie auf einen Intensivplatz verzichten sollten.

Das eigentliche Problem liegt nicht in der Herabwürdigung selbst, sondern in ihrer Normalisierung. Was früher als Ausrutscher galt, wird heute als «klare Haltung» verkauft. Wer die obige Liste liest und danach noch sagen kann, das sei etwas anderes gewesen – weil es ja dieses Mal Wissenschaft, Demokratie und Fürsorge war – hat das Prinzip nicht verstanden. Oder will es nicht verstehen.

Das Muster benötigt keine Uniform. Es braucht nur ein Wort, das aus einem Menschen etwas anderes macht. Danach beginnt die Mechanik von selbst…

Virenschleuder, Ungeziefer, Schädling - herzlichen Glückwunsch, du hast mitgemacht
(via Daniel Stricker)

Gesetzgebung für Dummies: Die sieben Schritte zur demokratischen Volksverachtung

Demokratie ist ein wunderbares System. Besonders dann, wenn man weiss, wie man es bedient. Nicht für das Volk – das wäre naiv. Sondern gegen es. Effizient, medial abgesichert, parlamentarisch legitimiert und mit dem warmen Gefühl, das Richtige getan zu haben.

Es gibt eine Blaupause. Sie wird seit Jahrzehnten angewendet. Jedes Mal leicht aufgefrischtes Make-up, gleiche Knochen darunter. Und das Beste daran: Das Volk fällt jedes Mal wieder darauf herein, weil es jedes Mal glaubt, dieses Mal sei es anders. Dieses Mal sei es wirklich wichtig. Dieses Mal seien es wirklich sie, die entscheiden. Sie entscheiden nichts. Gar nichts. Aber der Reihe nach.

1) Der Skandalfall – massgeschneidert oder importiert

Zuerst braucht man ein Gesicht. Einen Fall, der empört. Idealerweise etwas Visuelles, etwas Emotionales, etwas, das sich in drei Sekunden erfassen lässt und sechs Wochen lang brennt. Entweder man greift auf einen bereits vorhandenen Prominenten zurück – Opfer oder Täter, je nach Bedarf – oder man produziert die Prominenz selbst. Die Mechanismen dafür sind wohlbekannt und werden nicht erklärt, weil sie nicht erklärt werden müssen. Wer Reichweite kontrolliert, kontrolliert, wer prominent ist. Der Rest ist Casting.

2) Die Experten – Wächter der vorbestimmten Meinung

Jetzt kommen die Fachleute. Juristen, Psychologen, Soziologen, Menschen mit Titel hinter dem Namen, die das sagen, was gesagt werden muss. Entweder ist der Fall noch nicht strafbar – dann braucht es ein neues Gesetz. Oder er ist bereits strafbar, aber nicht scharf genug – dann braucht es eine Verschärfung. Eine dritte Option gibt es nicht. Experten, die eine andere Einschätzung liefern, werden nicht eingeladen. Das nennt man Expertenkonsens.

3) Die Strassenumfrage – der kuratierte Volkswille-Simulator

Fünf Stimmen. Vier empören sich. Eine zögert leicht, wird aber sofort vom Schnitt erledigt. Das Volk hat gesprochen. Dass für jede eingefangene Empörung drei Menschen achselzuckend weitergegangen sind, ist für die Montage irrelevant. Die Strassenumfrage ist kein Meinungsforschungsinstrument. Sie ist Theaterdekoration. Aber sie sieht nach Realität aus und das ist alles, was zählt.

4) Der Aufmarsch – die inszenierte Mehrheit

Jetzt wird es aufwendig. Menschen auf der Strasse. Kerzen, Plakate, gelegentlich Tränen. Die Bilder gehen durch alle Kanäle. Was nicht gezeigt wird: Wer die Veranstaltung organisiert hat, wer die Logistik finanziert hat, wer die Claqueure mitgebracht hat, die sicherstellen, dass die Stimmung nicht kippt und die Botschaft einheitlich bleibt. Der Aufmarsch suggeriert: Die Mehrheit ist hier. Wer nicht hier ist, ist die Minderheit. Wer zweifelt, steht gegen das Volk. Gegen die Opfer. Gegen die Menschlichkeit selbst. Schöner Schachzug.

5) Das Versprechen – Rettung in Rekordzeit

Normalerweise dauert Gesetzgebung Monate. Jahre. Manchmal Jahrzehnte. Ausschüsse, Anhörungen, Debatten, Rückmeldungen, Überarbeitungen. Das alles kostet Zeit und produziert gelegentlich unerwünschte Einwände. Im Ausnahmezustand – und der wird hiermit erklärt – geht es schneller. Innerhalb von Tagen wird Rettung versprochen. Das erzeugt zwei Dinge gleichzeitig: Das Gefühl von Handlungsfähigkeit und das Gefühl von Dringlichkeit. Wer jetzt noch Fragen stellt, verzögert die Rettung. Wer verzögert, trägt Mitverantwortung. Die Logik ist wasserdicht – und vollkommen hohl.

6) Die Medienvorstellung – der Einheitschor

Das Gesetz wird vorgestellt. Gemeinsam mit Menschen, die ausnahmslos gleichreden. Gleiche Sprache, gleiche Empörung, gleiche Schlussfolgerung. Kein Dissens, keine abweichende Einschätzung, kein unbequemes «Aber». Das Studio ist eine Echokammer und die Echokammer ist die Demokratie. Wer in diesem Moment eine andere Meinung hat, schaltet ab und fragt sich, ob mit ihm etwas nicht stimmt. Das ist die gewünschte Wirkung.

7) Die Abstimmung – bevor die Vernunft zurückkommt

Zügig. Das ist das Schlüsselwort. Zügig beschlossen, bevor die Stimmung kippt. Bevor jemand nachfragt. Bevor Juristen, die nicht eingeladen wurden, ihre Einschätzungen veröffentlichen. Bevor das Volk merkt, dass das neue Gesetz nicht den Täter trifft, sondern es selbst. Bevor die Empörung sich gegen die Empörungsmaschine richtet.

Das Parlament beschliesst. Die Demokratie hat gesprochen. Der Rechtsstaat lebt.

Und irgendwo in einem Büro, das keine Kameras kennt, wird der nächste Fall vorbereitet. Das nächste Gesicht. Die nächste Empörung. Der nächste Schritt.
Sieben Schritte. Jedes Mal. Überall. Und das Volk schaut zu – und glaubt, es habe mitentschieden…

Gesetzgebung für Dummies: Die sieben Schritte zur demokratischen Volksverachtung

Street Fighter – Trailer

Manchmal braucht die Welt einen dritten Anlauf. 1994 bekam sie Jean-Claude Van Damme als Guile, einem Charakter, der in der Spielegeschichte für seinen ikonischen Flattop-Haarschnitt und amerikanischen Patriotismus bekannt ist und nun von einem Belgier mit Akzent gespielt wurde. Das war weniger Fanservice als mehr ein Beweis dafür, dass Hollywood die Spielereihe ungefähr so gut verstanden hatte wie ein Karate-Anfänger den Shoryuken.

2009 versuchte man es mit «The Legend of Chun-Li». Das Ergebnis landete auf diversen Worst-of-Listen und wurde von Time Magazine zu einem der schlechtesten Videospielfilme überhaupt gekürt. Kristen Kreuk als Chun-Li, keine Hadoukens, kein Turnier – man hatte einfach den Kern des Spiels vollständig ignoriert und einen generischen Actionfilm hingestellt, dem man nachträglich den Namen Street Fighter aufgeklebt hatte.

Und jetzt: Versuch Nummer drei. Directed by Kitao Sakurai, produziert von Legendary Entertainment gemeinsam mit Capcom, verteilt von Paramount Pictures. Starttermin: 16. Oktober 2026.

Das Casting-Sheet als Ereignis für sich
Der Film spielt im Jahr 1993 – eine Entscheidung, die unmissverständlich sagt: Wir wollen das Arcade-Core-Feeling, nicht das Gritty-Reboot-Feeling. Das ist klug. Street Fighter II war 1993 das Mass aller Dinge, der Masstab für ein ganzes Genre. Das Arcadeautomat-Zeitalter auf der Leinwand einzufangen ist ambitioniert – und für einmal die richtige Ambition.

Jason Momoa als Blanka. Curtis Jackson alias 50 Cent als Balrog. Roman Reigns als Akuma. Cody Rhodes als Guile. Niemand scheint sich zu schämen, dabei zu sein – und jedes merkwürdige Kostüm, jedes Knurren, jede absurde Haarpracht wird vollkommen ernst genommen. Was genau der richtige Ansatz für dieses Material ist.

Dazu kommen Andrew Koji als Ryu, Noah Centineo als Ken – die eigentlichen Hauptfiguren, die im Gegensatz zu früheren Adaptionen nun spielgetreu im Mittelpunkt stehen – Callina Liang als Chun-Li, David Dastmalchian als M. Bison und Vidyut Jammwal als Dhalsim. Andrew Schulz spielt Dan Hibiki, den wohl schlechtesten Kämpfer der gesamten Spielreihe, was entweder Selbstironie oder Grausamkeit ist. Wahrscheinlich beides.

Der Cast ist so divers und abgefahren wie das Roster des Spiels selbst – und das ist eigentlich das erste Mal in der Geschichte dieser Filmreihe, dass man das sagen kann.

Was der Trailer verspricht
Der Trailer zeigt Ken, der in der klassischen Autozertrümmer-Bonusrunde aus Street Fighter II ein Auto zerschmettert. Ryu lädt einen Hadouken auf. Chun-Li rekrutiert Kämpfer aus aller Welt für das World Warrior Tournament. Und M. Bison tut im Hintergrund sehr M.-Bison-hafte Dinge.

Das ist Fanservice. Echter, liebevoller, unentschuldigter Fanservice. Und nach dreissig Jahren Wartens darf man das ruhig zelebrieren.

Für Jahre haben Videospielfilme versucht, die merkwürdigen Teile abzuschleifen. Sie wollten dunkler sein, erdiger, glaubwürdiger. Was schwierig ist, wenn das Ausgangsmaterial grüne elektrische Bestien, Yoga-Feuerbälle und einen Mann enthält, dessen Haar von Natur aus in militärischer Aufmerksamkeitsstellung steht.

Sakurai – bekannt für «Bad Trip», einer absurden Actionkomödie – scheint begriffen zu haben, was seine Vorgänger nicht begreifen wollten: Street Fighter muss nicht realistisch sein. Es muss Street Fighter sein.

Ob es funktioniert, steht noch aus
Die Philippou-Brüder hätten wohl einen dunkleren, intensiveren Film gemacht – ihr Horrorfilm «Talk to Me» war eines der überzeugendsten Debüts der letzten Jahre. Dass sie ausgestiegen sind und Sakurai übernommen hat, verschiebt den Ton eindeutig Richtung Komödie und Spektakel. Ob das die richtige Entscheidung war, wird Oktober 2026 entscheiden.

Was sicher ist: Die Messlatte liegt auf dem Boden. 1994 Van Damme. 2009 Namenloser Actionfilm. Alles, was Ryu einen Hadouken werfen lässt und dabei nicht lächerlich aussieht, ist bereits ein Schritt nach vorne. Und wenn Jason Momoa als grünes Muskelmonster Blanka die erste Szene bestreitet, in der er jemanden mit Elektrizität traktiert – dann ist das Ziel bereits halb erreicht :)

Street Fighter – Trailer
Street Fighter – Trailer

Demokratieschützer, die Angst vor der Demokratie haben

Man muss ihnen wirklich Respekt zollen. Es ist keine leichte Aufgabe, gleichzeitig Demokratie zu predigen und sie zu demontieren, Aufarbeitung zu versprechen und zu verhindern, Transparenz zu fordern und Daten wegzusperren – und das alles mit einem so vollkommen unbeirrbaren Selbstbild des aufrechten Volksvertreters. Diese Leistung verdient Anerkennung. Nicht Applaus, aber Anerkennung.

Professor Dr. Stefan Homburg sitzt in der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags. Jener Kommission, die der Bevölkerung mit ernster Miene verkauft wurde als Ort der Aufarbeitung, der Wundheilung, der gesellschaftlichen Versöhnung nach Corona. Man wollte, so die offizielle Erzählung, verstehen, was vorgefallen ist. Transparenz. Verantwortung. Lehren ziehen. Was Homburg dort erlebt, ist eine Meisterklasse in institutioneller Selbstimmunisierung.

Zunächst: Grafiken. In einer Kommission, die Daten auswerten soll – dürfen Grafiken nicht gezeigt werden. Mehrheitsbeschluss. Begründung zunächst: Urheberrecht. Das Bundesinstitut RKI könnte den Deutschen Bundestag wegen Urheberrechtsverletzung verklagen. Als dieser juristische Blödsinn selbst den Wohlwollendsten nicht mehr überzeugte, kam die Abstimmung – und Union, SPD, Grüne und Linke stimmten gemeinsam: Keine Grafiken. In einem Land, in dem jede achte Schulklasse einen Beamer hat, entscheidet die parlamentarische Mehrheit, dass im Deutschen Bundestag keine Grafiken gezeigt werden dürfen. Über das grösste gesundheitspolitische Ereignis der Nachkriegszeit.

Dann: Daten. Das Paul-Ehrlich-Institut hatte damals eine App eingeführt – die SafeVac-App – mit der 700’000 Menschen ihren Impfstatus und Nebenwirkungen dokumentierten. Eine Vollerhebung, wie sie Forscher sonst nur in Träumen sehen. Homburg beantragt in der Kommission, diese Daten zu erhalten. Der Bundestag, höchstes Verfassungsorgan der Republik, bittet also seine eigenen Bundesbehörden um Herausgabe von Daten, die eigens zu Forschungszwecken erhoben wurden. Die Mehrheit der Kommission entscheidet: Man will diese Daten nicht sehen.

Nicht: Wir können sie nicht bekommen. Nicht: Die Datenschutzlage ist kompliziert. Man will sie nicht sehen. Das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied. Es ist der Unterschied zwischen einer Kommission, die aufklären will, und einer Kommission, die aufklären soll, ohne etwas herauszufinden. 80 Prozent der Kommissionsmitglieder, sagt Homburg, haben sich selbst mit Impfpflicht und Lockdown profiliert. Sie sitzen nun in einem Gremium, das theoretisch nachweisen könnte, dass sie damals falsch lagen. Man staune nicht über ihr mangelndes Interesse an der Wahrheit. Man staune darüber, dass irgendjemand ernsthaft geglaubt hatte, es könnte anders sein.

Demokratieschützer, die Angst vor der Demokratie haben

Es kommt noch besser. Anträge werden nicht mehr mündlich begründet. Es gibt keine Aussprache. Der Antrag erscheint, die vier Blockparteien stimmen dagegen, fertig. Die Form der Demokratie ist gewahrt. Ihr Inhalt liegt irgendwo auf dem Boden zwischen den Stühlen.

4000 Seiten RKI-Protokolle, die ein Whistleblower 2024 herausgab, zeichnen ein Bild, das diese parlamentarische Verweigerungshaltung in ein noch bemerkenswerteres Licht rückt. Am 24. März 2020 – einen Tag nach Beginn des ersten Lockdowns in der Geschichte der Bundesrepublik – notierte das RKI intern sinngemäss: Die Grippewelle ist ohnehin zu Ende. Kliniken meldeten leere Stationen, während die Tagesschau täglich Triage-Szenarien beschwor. Die Robert-Koch-Protokolle zeigen, dass man intern wusste, was man extern bestritt. Und der damalige Bundesgesundheitsminister redete öffentlich von der «Pandemie der Ungeimpften» — einer Formulierung, die, wie das RKI intern festhielt, schlicht nicht stimmte. Man traute sich aber nicht, es ihm zu sagen. Er benutze sie in jeder Rede.

Demokratie, erklärte Homburg, und er weiss, wovon er spricht – er hat drei Bundesregierungen beraten, sass in Verfassungskommissionen, fuhr in Politikerlimousinen – Demokratie war das also nicht. Das war das Gegenteil. Totalitäre Systeme, sagt er, zeichnen sich dadurch aus, dass der Staat massiv in das Leben jedes Einzelnen eingreift. Irgendwann interessiert sich dann jeder für Politik – nicht weil er es will, sondern weil er muss.

Genau das ist passiert. Und die Leute, die das angerichtet haben, sitzen jetzt in einer Aufarbeitungskommission und verhindern die Aufarbeitung. Mit Mehrheitsbeschluss. Demokratisch legitimiert. Vollkommen überzeugt, die Guten zu sein. Das Muster ist nicht neu. Es ist die ewige Logik derer, die ihre eigene Machtausübung für Gemeinwohl halten und jede Frage danach für Angriff. Wer damals eine Grafik zeigte, die den Lockdown infrage stellte, wurde zum Staatsfeind. Wer heute in einer Kommission Grafiken zeigen will, wird überstimmt. Das Mittel wechselt. Das Ziel bleibt gleich: Keine unbequemen Daten, keine unbequemen Fragen, keine Verantwortung.

Vor der Bundestagswahl 2021 sagten 100 Prozent aller Spitzenpolitiker, sie seien gegen eine allgemeine Impfpflicht. Danach waren fast alle dafür. Scholz erklärte im Bundestag, er sei «wie schon immer» dafür gewesen. Eiskalt. Ohne Schamröte. Mit der ruhigen Selbstsicherheit von jemandem, der weiss, dass ihn niemand zur Rechenschaft zieht – schon gar nicht eine Enquete-Kommission, die keine Grafiken zeigen darf.

Das ist das eigentliche Ergebnis dieser Kommission. Nicht ein Bericht. Nicht eine Erkenntnis. Doch wie präsentiert sich eine Demokratie, wenn jene, die sie beschützen sollten, vor ihr erzittern? Wer sich als Verfechter der Demokratie ausgibt, jedoch Daten versteckt wie ein Eichhörnchen Nüsse im Herbst, der hat wohl eher eine Vorliebe für Geheimniskrämerei als für demokratische Prinzipien. Wer Aufarbeitung verspricht und Grafiken verbietet, will keine Aufarbeitung. Und wer sich dabei noch als Hüter der Wahrheit fühlt, hat entweder ein aussergewöhnliches Talent zur Selbsttäuschung – oder er hofft schlicht darauf, dass die Leute vergessen.

Erfahrungsgemäss haben sie damit recht…

Demokratieschützer, die Angst vor der Demokratie haben
Demokratieschützer, die Angst vor der Demokratie haben

Die Stunde der Wende: «Ich wusste es nicht» – Dieser Satz ist ab sofort strafbar

Es war ein bequemer Satz. Praktisch. Allwettertauglich. Universell einsetzbar in jeder Situation, in der Verantwortung droht, die eigene Tür zu finden. «Ich wusste es nicht.» Drei Wörter. Null Konsequenzen. Tadelloser Service seit Jahrzehnten – für Politiker, Behörden, Ärzte, Journalisten und alle, die es vorzogen, nicht hinzuschauen, weil Hinschauen unbequem ist und Wegschauen so schön warm. Professor Dr. Sucharit Bhakdi hat diesem Satz soeben den Totenschein ausgestellt.

Zusammen mit dem Ex-Cheftoxikologen von Pfizer Europa, Dr. Helmut Sterz, sowie weiteren Autoren hat Bhakdi ein Kompendium vorgelegt – 120 Seiten, sieben Kapitel, für jeden verständlich, für jeden zugänglich, für jeden ohne Ausrede. Der Titel des Gesamtwerks: «mRNA-Impfungen — das grösste organisierte Verbrechen gegen die Menschheit.» Kein Konjunktiv. Kein «möglicherweise». Kein «aus heutiger Sicht könnte man kritisch anmerken.»

Ein Verbrechen. Organisiert. Gegen die Menschheit. Willkommen in der Stunde der Wahrheit — die, wie bei allen wirklich wichtigen Stunden, niemand im Mainstream-Kalender eingetragen hat.

Die Stunde der Wende: "Ich wusste es nicht" - Dieser Satz ist ab sofort strafbar

Was liegt auf dem Tisch? Fangen wir beim Herstellungsverfahren an, weil es so wunderbar exemplarisch für das Gesamtprojekt ist. Biontech hatte für die Zulassung ein teures, sauberes Verfahren angegeben – Prozess 1. Schön dokumentiert, abgesegnet, unterschrieben. Als es dann in die Massenproduktion ging, war Prozess 1 plötzlich zu teuer. Also nahm man Prozess 2. Nicht zugelassen. Nicht kommuniziert. Einfach gemacht.

Prozess 2 hinterliess DNA-Fragmente im Endprodukt – Überreste von Plasmiden, also Minichromosomen aus Bakterien. Darunter ein Element des Simian Virus 40, eines Affenvirus, das die bekannte Eigenschaft besitzt, DNA direkt in den Zellkern zu transportieren. Also genau dorthin, wo sie das Potenzial hat, Insertionsmutagenesen auszulösen – sprich: Krebs. Als Forscher Kevin McKernan das entdeckte und meldete, lautete die offizielle Antwort der Behörden sinngemäss: Wir sind eigentlich nicht zuständig und ausserdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, praktisch null.

Praktisch null. Bis jemand in einem Turbokrebs-Patienten exakt jene 20-Basen-Sequenz des Spike-Proteins in der chromosomalen DNA nachwies – eine Sequenz, die statistisch mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als eins zu 1’000’000’000’000 durch natürliche Punktmutationen entstehen kann. Für alle, die mit grossen Zahlen Mühe haben: Das ist unmöglich. Das ist ein Beweis.

Dann die Lipid-Nanopartikel — die Verpackung. Auch nicht zugelassen in der verwendeten Form. Und, wie Bhakdi darlegt, selbst ohne Inhalt hochwirksam: Sie imitieren in ihrer Wirkung das Endotoxin von Bakterien, jenen legendären Giftstoff, der septischen Schock auslöst, weil er im gesamten Körper Entzündungsreaktionen zündet – im Herzen, in der Niere, in der Leber. Und im Gehirn. Wo entstehende Schäden, anders als in anderen Organen, nicht repariert werden können. Niemand weiss, wohin sich diese Partikel verteilen. Milliarden davon. Pro Injektion. In jeden Körper.

Wer als Arzt behauptet, das sei unbedenklich, dem, so Bhakdi, sei die Approbation sofort zu entziehen. Sofort.

Dazu der Nachweis, dass das Spike-Gen noch Jahre nach der letzten Impfung aktiv im Körper vorhanden ist. Dass die Impfstoffe die Plazenta passieren und funktionsfähige Gene im ungeborenen Kind hinterlassen. Dass, wie ein deutscher Professor dazu anmerkte: «Es hätte mich nicht gewundert, wenn das nicht der Fall wäre.» Was – man muss das langsam lesen – bedeutet, er ist nicht verwundert. Es macht nichts, sagt er. Ein Schweizer, so hofft Bhakdi, wird das nicht sagen. Wir dürfen gespannt sein.

Das Gesamtbild: Ein Impfstoff, dessen Zulassungsunterlagen ein anderes Herstellungsverfahren beschreiben als das verwendete. Mit einer Verpackung, die nicht zugelassen war. Mit DNA-Kontaminationen, die nicht hätten sein dürfen. Mit einem Virus-Genelement ohne erklärbaren Herstellungsgrund, das Krebspotential besitzt. Mit einer Wirkdauer, die alle Versprechungen der Hersteller weit übersteigt. Und mit dem Nachweis, dass all das nicht im Muskel bleibt, wie man uns versicherte, sondern sich ungehindert durch jeden Körper verteilt.

Das liegt alles auf dem Tisch. Dokumentiert. Publiziert. Peer-reviewed. Kompiliert in einem Buch, das, so Bhakdi, nun ins Englische übersetzt wird – damit auch jene Länder, die auf Deutsch keine Ausrede hatten, auf Englisch keine mehr haben.

Und die Justiz? Die Staatsanwaltschaften? Bhakdis Botschaft ist klar: Wer jetzt nicht aktiv wird, macht sich selbst strafbar. Wer jetzt die Augen schliesst, kann nicht mehr auf Unwissen plädieren. Das Kompendium existiert. Die Beweise liegen auf der Strasse. Man muss sie nur aufheben.

Währenddessen sitzt Dr. Bianca Wöltje, die aufgestanden ist und Nein gesagt hat, nach eineinhalb Jahren Untersuchungshaft nun in regulärer Haft. Eineinhalb Jahre. Für das Verbrechen, Patienten schützen zu wollen. «Ich wusste es nicht» war gestern. Heute ist der Satz gestrichen. Was danach kommt, entscheidet, wer wir sind…

Professor Bhakdi eskaliert – «Niemand kann mehr sagen: Ich wusste es nicht»
Professor Bhakdi eskaliert – «Niemand kann mehr sagen: Ich wusste es nicht»

«Keine Russen im Raum» oder: Wie die EUdSSR ihre Werte auf eine Formel brachte

Man muss Donald Tusk wirklich dankbar sein. Nicht für seine Politik – aber für seine seltene Begabung, in einem einzigen Satz das gesamte Selbstverständnis eines politischen Systems zu offenbaren. «Das erste Mal seit Jahren waren keine Russen im Raum, wenn Sie wissen, was ich meine», sagte der polnische Ministerpräsident am zweiten Tag des EU-Gipfels in Nikosia zu Journalisten. Man weiss, was er meint. Und genau das ist das Problem.

Mit «Russen» meinte Tusk natürlich Viktor Orbán, den ungarischen Ministerpräsidenten, der nach dem Sieg der Tisza-Partei sein Amt verliert und dem Gipfel auf Zypern fernblieb. Orbán – der Mann, der in Brüssel seit Jahren als Persona non grata gilt. Nicht weil er korrupt wäre – das wäre in der EUdSSR kein Ausschlusskriterium, sondern eher eine Zugangsvoraussetzung. Sondern weil er die dreiste Angewohnheit hatte, bei Entscheidungen über Ukraine-Milliarden nicht einfach die Hand zu heben, sondern Fragen zu stellen. Unbequeme Fragen. Die schlimmste aller Sünden im Konsenstheater Brüssel.

Jetzt ist er weg. Orbán hatte beim EU-Gipfel im März einen 90-Milliarden-Euro-Kredit blockiert. Dieser Kredit floss nun. Und der Jubel in den Hauptstädten hatte jene besondere Qualität, die man sonst nur aus totalitären Systemen kennt: Die Erleichterung darüber, dass der Störenfried endlich verstummt ist. Endlich Einigkeit. Endlich kein Widerspruch mehr. Endlich Demokratie – richtig funktionierend, wie man in Brüssel sagt.

"Keine Russen im Raum" oder: Wie die EUdSSR ihre Werte auf eine Formel brachte

Der belgische Premierminister Bart De Wever immerhin behielt einen Rest Beisshemmung. Er sagte, es gebe «ein bisschen zu viel Euphorie» über Orbáns Abschied, und Orbán sei «natürlich ein schwieriger Partner» gewesen, «aber niemals ein unmöglicher Partner». Ein einsamer Einwand in einer Runde, die gerade dabei war, sich kollektiv auf die Schulter zu klopfen, weil das Quorum endlich störungsfreier funktioniert. Den Hinweis notiert man sich. Er wird keine Konsequenzen haben.

90 Milliarden Euro für Kiew. Ein «grossartiger historischer Beschluss», wie das Empfängerland wissen liess. Historisch – das Wort ist gut gewählt. Denn die Geschichte dieses Geldes wird noch eine Weile andauern und zwar für die Steuerzahler jener 24 EU-Staaten, die bei einem Zahlungsausfall der Ukraine einspringen. Ungarn, Slowakei und Tschechien sind raus – sie hatten offensichtlich einen hinreichend ausgeprägten Selbsterhaltungsinstinkt, um diesem Beschluss fernzubleiben. Der Rest steht gerade: Deutschland für 22,5 Milliarden, Frankreich für 17 Milliarden, die übrigen Staaten aufgeteilt nach Schlüssel.

Und die Kontrollmechanismen? Der luxemburgische Premierminister betonte, dass die Ukraine zunächst die Bedingungen für eine EUdSSR-Mitgliedschaft erfüllen müsse: «Es gibt keine Abkürzungen» – was bei 90 Milliarden frischem Kredit ohne wirksames Kontrollverfahren eine bemerkenswerte Aussage ist. Denn laut EUdSSR-Auskunft «sollte» die Ukraine Unregelmässigkeiten selbsttätig der Kommission melden. Sollte. Selenski. Von selbst. Der Mann, dessen Land regelmässig in Korruptionsindizes zu den auffälligsten Europas zählt, soll die zweckgemässe Verwendung von 90 Milliarden Euro eigenverantwortlich überwachen. Diese Konstruktion ist entweder naiv bis zur Groteske oder berechnet bis zur Dreistigkeit. Eine dritte Möglichkeit ist schwer vorstellbar.

Aber zurück zu Orbán, dem «Russen im Raum». Der Begriff ist instruktiv. In der Brüsseler Taxonomie der Gegenwart bedeutet «russisch» nicht: Russischer Staatsbürger, russischer Geheimagent, Träger eines russischen Passes. «Russisch» bedeutet: Skeptisch gegenüber der Ukraine-Politik, nicht bereit zur bedingungslosen Finanzierung, abweichend von der Mehrheitsmeinung. Es ist ein politisches Adjektiv, das denjenigen trifft, der anderer Ansicht ist. Wer nicht mitzieht, ist ein Russe. Wer bremst, ist Putins verlängerter Arm. Wer fragt, verrät Europa.

Das ist keine neue Rhetorik. Es ist die älteste Rhetorik der Welt: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Wer zweifelt, ist Feind. Und wenn der Feind schliesslich aus dem Raum entfernt ist – durch Wahlen, politischen Druck oder schlichten Ausschluss – dann nennt man das Demokratie. Dann atmet man auf. Dann macht man Fotos und gibt Statements über die wiedergefundene Einheit Europas.

Mit wieder ernsterem Gesichtsausdruck sagte Tusk, die Wahl in Ungarn sei «ein sehr deutliches Zeichen dafür, dass Demokraten keine Verlierer sind». Das ist ein bemerkenswerter Satz. Er setzt voraus, dass der Demokrat per Definition der ist, der die EUdSSR-Mehrheitslinie stützt. Wer dagegen ist, ist kein Demokrat – sondern eben ein Russe. Der Kreis schliesst sich. Die Logik ist wasserdicht, weil sie tautologisch ist: Demokratie ist, wenn die Richtigen gewinnen. Wenn die Richtigen verlieren, war es keine richtige Demokratie.

Selenski sitzt inzwischen auf Zypern und lehnt eine Teil-Mitgliedschaft der Ukraine in der EUdSSR ab. «Die Ukraine verteidigt gemeinsame europäische Werte», sagte er und verdiene daher eine Vollmitgliedschaft. Welche Werte genau das sind, lässt sich inzwischen hervorragend an Tusks Satz ablesen: Keine unbequemen Fragen, keine abweichenden Stimmen, keine Russen im Raum. Das sind die Werte. Knapp formuliert, ehrlich gemeint und so entwaffnend offen, dass man fast Respekt hätte – wenn einem dabei nicht so kalt den Rücken runterliefe.

Die EUdSSR hat ihre Identität gefunden. Nicht in Charta, nicht in Vertrag, nicht in mühsam ausgehandeltem Kompromiss. Sondern in einem Nebensatz an Journalisten auf Zypern, gesprochen von einem polnischen Premierminister, der gerade dabei war, die Abwesenheit eines demokratisch gewählten Amtskollegen zu feiern. So ehrlich war Brüssel selten. So beunruhigend ehrlich…

«Keine Russen im Raum» oder: Wie die EUdSSR ihre Werte auf eine Formel brachte
«Keine Russen im Raum» oder: Wie die EUdSSR ihre Werte auf eine Formel brachte

Signal-Affäre: Deutschlands Internetwächter fallen auf Erstklässler-Phishing rein

Es gibt Neuigkeiten aus dem Berliner Kompetenzzentrum. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner – protokollarisch die Nummer zwei im Staat – hat auf eine Nachricht eines angeblichen «Signal-Supports» reagiert, ihre PIN eingegeben und damit ihr Konto an Unbekannte übergeben. Bildungsministerin Karin Prien hat dasselbe getan. Bauministerin Verena Hubertz ebenfalls. Drei Spitzenpolitikerinnen, drei PINs, eine Methode, die so alt ist wie das Internet selbst und so simpel, dass man sie in jedem Aufklärungsvideo für Senioren erklärt findet. Willkommen im digitalen Deutschland.

Signal-Affäre: Deutschlands Internetwächter fallen auf Erstklässler-Phishing rein

Zunächst zur technischen Klarstellung, die die meisten Medien verschämt umgehen: Signal selbst wurde nicht geknackt — die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist weiterhin intakt. Was hier stattfand, war kein Hack. Es war Phishing. Das ist der Unterschied zwischen einem Einbrecher, der das Schloss knackt, und jemandem, der einfach klingelt, sagt «Ich bin von der Schlüsselgilde, bitte den Schlüssel kurz reingeben» — und dem man den Schlüssel gibt. Freiwillig. Mit beiden Händen.

Die Angreifer schicken eine Nachricht, in der sie den Nutzer auffordern, eine PIN einzugeben. Als Absender erscheint dabei etwa «Signal-Support». Das war es. Das war der gesamte Angriff. Kein Exploit, keine Zero-Day-Lücke, keine ausgefeilte Schadsoftware. Eine gefälschte Nachricht mit der Aufforderung, die PIN einzugeben. Klassischstes Social Engineering, das bereits in den 1990ern als Angriffsmethode beschrieben wurde – damals noch per Fax.

Der Vorgang ist ein klassischer Layer-8-Angriff: Der Mensch ist das Ziel. Weshalb fast jede Firma, die mehr als zwei Mitarbeiter hat, inzwischen auch Phishingangriffe simulieren lässt. Fast jede Firma. Nicht der Deutsche Bundestag. Nicht das Bundesbildungsministerium. Nicht das Bundesbauministerium. Denn dort herrscht, wie Heise online trocken feststellt, kein gesteigertes Problembewusstsein. Das ist eine höfliche Umschreibung für einen Befund, der sich in einer Zeile zusammenfassen lässt: Die Leute, die über Cybersicherheit in Deutschland mitentscheiden, können einen Phishing-Versuch nicht erkennen.

Nach bisherigem Kenntnisstand sind mindestens 300 Fälle in Deutschland bekannt – darunter Abgeordnete aller Fraktionen, NATO-Militärs, Beamte, Diplomaten und Investigativjournalisten. Dreihundert. Das Bundesamt für Verfassungsschutz geht von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Dreihundert Menschen in Schlüsselpositionen des deutschen Staates, die auf eine gefälschte «Hallo, bitte PIN eingeben»-Nachricht hereingefallen sind. Das ist keine Panne. Das ist ein Zustand.

Signal-Affäre: Deutschlands Internetwächter fallen auf Erstklässler-Phishing rein

Die Reaktion der Betroffenen auf Anfragen der Presse ist dabei von jener Würde, die man von Menschen erwartet, die gerade beim digitalen Erstsemesterfehler ertappt wurden. Eine Sprecherin von Prien erklärte: «Zu Kommunikationsmitteln der Bundesregierung können wir keine Auskunft geben.» Ein Sprecher von Hubertz verwies auf die geltenden Grundsätze für die Kommunikation des Ministeriums und erklärte, man äussere sich grundsätzlich nicht zu möglichen oder tatsächlichen Sicherheitsvorfällen. Klare Grundsätze. Man äussert sich nicht. Das ist die institutionelle Version von «ich sage nichts dazu, und wenn doch, dann auch nicht».

Nun aber zum eigentlichen Kern der Angelegenheit, dem Widerspruch, der so gross ist, dass man ihn eigentlich nicht übersehen kann – und der trotzdem von der Mehrheit der Berichterstattung so behandelt wird, als wäre er nicht vorhanden. Diese Klasse von Politikern – Klöckner, Prien und ihre Gesinnungsgenossen quer durch die Fraktionen – ist dieselbe, die mit ernstem Gesicht über die Regulierung des digitalen Raums redet. Über Plattformverbote. Über Netzsperren. Über die Notwendigkeit, soziale Medien zu kontrollieren, zu überwachen, einzuschränken. Die EUdSSR hat den Digital Services Act verabschiedet. Deutschland bastelt fleissig an Zensurgesetzen. Das Schlagwort «Hass im Netz» dient als Universalschlüssel für jeden Eingriff in die freie Kommunikation.

Und die Architekten dieser Regulierungsvorhaben können eine Phishing-Nachricht nicht von einer echten Support-Meldung unterscheiden. Sie geben ihre PIN ein, wenn eine gefälschte Nachricht es verlangt. Sie vertrauen einem «Signal-Support», der kein Signal-Support ist. Sie sind, in der präzisen Sprache der IT-Sicherheit, die schwächste Stelle im System – der Mensch als Einfallstor.
Zugespitzt gefragt: Wer würde Julia Klöckner als Admin für seine IT-Sicherheitsinfrastruktur einstellen? Niemand. Absolut niemand. Und trotzdem erklärt sie als Bundestagspräsidentin – zweithöchstes Staatsamt der Republik – Millionen Deutschen, wie sie das Internet zu nutzen haben. Welche Inhalte zulässig sind. Welche Plattformen reguliert werden müssen. Was Desinformation ist und was nicht.

CDU-Abgeordneter Marc Henrichmann, Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums, erklärte: «Der jüngste Phishingversuch aus Russland gegen deutsche Politiker und Journalisten ist ein Weckruf für uns alle.» Ein Weckruf. Für uns alle. Wonach die Lösung, man ahnt es, nicht in mehr Medienkompetenz der eigenen Fraktion bestehen wird, sondern in mehr Befugnissen für Behörden, mehr Überwachung, mehr Kontrolle – über das Netz, über Plattformen, über Kommunikation. Der Phishing-Vorfall als Begründung für den nächsten Regulierungsschub. Das Versagen der Nutzer als Argument für die Einschränkung aller anderen.

Das ist das eigentliche Muster. Nicht die Dummheit – die ist menschlich und verzeihlich. Das eigentliche Muster ist die Unverfrorenheit, mit der Menschen, die auf «PIN eingeben»-Nachrichten hereinfallen, anderen erklären, wie das Internet zu funktionieren hat. Man sollte meinen, das erzeugt wenigstens ein Minimum an Scham. Aber Scham setzt Selbstwahrnehmung voraus…

Signal-Affäre: Deutschlands Internetwächter fallen auf Erstklässler-Phishing rein

Der Ruf des Wandels – Wenn das Alte vergeht und das Wahre geboren wird

Etwas Grosses bewegt sich. Du spürst es – im Wind, im Flackern, im unruhigen Puls der Erde. Der Wandel hat begonnen. Nicht als lautes Spektakel, sondern als stilles, tiefes Zittern im Innersten der Welt. Und kaum jemand versteht, dass dies kein Chaos ist, sondern eine Geburtswehe.

Die alten Systeme bröckeln – die Machtstrukturen, die Sicherheiten, die Definitionen von «richtig» und «falsch». Sie lösen sich auf wie Nebel im Morgenlicht. Und während draussen die Stürme toben, beginnt in uns etwas Neues zu erwachen: Ein Bewusstsein, das erinnert, wer wir wirklich sind.

Viele suchen Halt im Aussen, doch die wahre Stabilität entsteht im Inneren. Nicht Mauern, nicht Konten, nicht Systeme schützen dich – sondern die Klarheit deines Geistes, die Weite deines Herzens. Wer in sich verwurzelt ist, wird selbst im Sturm zu einem ruhenden Pol.

Vielleicht ist das, was wir für den Untergang halten, in Wahrheit nur der Übergang – das Ende einer Epoche, die im Materiellen gefangen war. Jetzt ruft das Leben uns auf, tiefer zu sehen, stiller zu werden, bewusster zu handeln.

Bereite dich vor – nicht mit Angst, sondern mit Liebe. Denn der Wandel braucht keine Helden. Er braucht Erwachte. Und vielleicht bist du einer von ihnen…

Der Ruf des Wandels - Wenn das Alte vergeht und das Wahre geboren wird

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