Ist der Weihnachtsmann ein Terrorist?

Wer oder was ist der Weihnachtsmann und wo kommt er eigentlich her? Wie kann es sein, dass er plötzlich aus Afghanistan kommt? Wenn dem so ist, was passiert mit den Renten der Elfen? Erfahre alles über die wahre Person hinter der harmlosen Verkleidung!

Ist der Weihnachtsmann ein Terrorist? (Re-Cut, 2016 Version)
Ist der Weihnachtsmann ein Terrorist? (Re-Cut, 2016 Version)

«La vie en rose» dargebracht von schreienden Neugeborenen

Nach ungefähr 8 Schreien kann man den Superhit von Édith Piaf in diesem Werbespot erkennen…

"La Vie en Rose" U Supermarket
"La Vie en Rose" U Supermarket

Holidays

«Holidays – Surviving Them Is Hell» umfasst acht Kurzfilme von zehn Regisseuren – und wie fast immer sind einige davon echt sehenswert, während sich andere als totale Rohrkrepierer entpuppen. Obskure Kreaturen und gestörte Serienkiller wüten selbstverständlich auch im vorliegenden Streifen durch Kino und Wohnzimmer. Eine Handvoll im Horror-Bereich erfahrener Regisseure hat sich zusammengetan, um mit einem bitterbösen Festtagsprogramm beim Publikum Eindruck zu hinterlassen. Darunter auch Comic-Nerd Kevin Smith, der sich zuletzt mit Filmen wie «Tusk» und mit «Red State» sogar im Horror- und Thrillergenre ausprobiert hat. «Holidays» ist definitiv nichts für jene, die mit Galgenhumor auf Kriegsfuss stehen. Die Horror-Anthologie ist vollgestopft mit bitterbösen Spässen, fiese aber dennoch schwer unterhaltsame Kurzgeschichten, die nacheinander erzählt werden.

Bilder von "Holidays"

Hier wird Liebe zum Detail geboten, schliesslich waren hier Filmemacher am Werk, die bereits sehenswerte Horrorfilme gedreht haben und ihr Handwerk verstehen. Alle Regisseure (u.a. Scott Stewart – Dark Skies und Nicholas McCarthy – At The Devil’s Door) waren für die Umsetzung der eigenen Episode verantwortlich und durften sogar selbst die Drehbücher ihrer bitterbösen Geschichten verfassen. Die Entscheidungsgewalt über eigene Projekte hat Kreativität gefördert, denn selten wurden Feiertage derart makaber und grotesk in Szene gesetzt, dass man nach dem Abspann unbedingt noch mehr von diesem grimmigen Horrorspass sehen möchte.

Zynisch, makaber und rabenschwarz. «Holidays» ist die wohl schwarzhumorigste Horror-Antologie, die man bisher zu sehen bekommen hat. Der Film hat definitiv Suchtpotenzial, was in erster Linie an den makabren Episoden liegt. Darin werden amerikanische Feiertage durch den Horrorfilter gesehen, die für die Hauptdarsteller der jeweiligen Segmente keinen guten Ausgang haben. Jede Kurzgeschichte in dieser schaurigen Anthologie ist konzipiert, möglichst bitterböse zu enden. Wer mit Galgenhumor nichts anfangen kann, ist hier keineswegs gut aufgehoben, denn krude Scherze im Stil eines «Tales from the Crypt» lassen einem definitiv das Lachen im Halse stecken. Qualitativ ist «Holidays» Königsliga und abwechslungsreich, von subtil bis blutig ist alles vertreten. Bis auf die unfertig und gehaltlos wirkende Oster-Episode sind alle Kurzgeschichten durch die Bank weg als gelungen zu betiteln und so abgedreht, dass «Holidays» zweifelsohne Anthologie-Pflichtprogramm ist. Wir empfehlen die Sammlung ungeliebten Verwandten zu einem Fest eurer Wahl zu schenken. Damit hinterlässt man garantiert prägenden Eindruck und hat zum nächsten Festtag mit Sicherheit einige Gäste weniger. Da bleibt dann mehr Zeit, um sich viele schaurige Gruselfilme anschauen zu können…

Saint

Nikolaus mal anders. Es ist eine Art abgefahrene Urban Legend, die uns Dick Maas in «Saint» verzapfen will, verbunden mit Motiven der klassischen Geistergeschichte und der Struktur eines Slashers. Klingt schräg, ist es auch – aber mit der harten und schnellen Gangart, die Maas gleich zu Beginn vorlegt, überfährt der Niederländer alle Zweifel an seiner Zielstrebigkeit. Irgendwo zwischen abgetrennten Gliedmassen und literweise umherspritzendem Blut findet der Regisseur auch noch reichlich Platz für Selbstironie und treffsicheren Humor. Und ist damit auf dem richtigen Weg, denn alle Härte und Spannung können den Trash- und Spasscharakter dieser Nikolaus-Story nicht verschleiern.

In Holland zelebriert man den Nikolaustag etwas ausgelassener: Dort feiert man den «Sinterklaas» (Sankt Nikolaus), der in der Nacht vom 5. auf den 6.12 vor allem die artigen Kinder mit Süssigkeiten beschenkt, mit einem rauschenden Fest. Grund genug für Regisseur und Drehbuchautor Dick Maas den vorweihnachtlichen Spiess einfach umzudrehen und den «Sinterklass» in ein mordendes und blutgieriges Etwas zu verwandeln, dass alle 23 Jahre zu Vollmond an einem 5. Dezember seinen Beutezug startet, um Kinder und Jugendliche zu meucheln. Dann werden nicht die Stiefelchen gefüllt, sondern ein Gemetzel unter den Bewohnern von Amsterdam veranstaltet, das nur die Kinder überstehen – weil die nämlich nach Spanien entführt werden, wo weiss der Geier was mit ihnen passiert.

Was uns Regisseur Dick Maas hier an frisch-frivoler Horrorkost vorsetzt ist schon beachtlich und bemerkenswert, bedenkt man, dass es sich bei seinem aktuellen Werk um Horrorkost aus Holland handelt, dass den Vergleich zu diversen anderen internationalen Produktionen nicht scheuen braucht. Zumindest ist es Maas mit «Sint» gelungen eine wirklich stimmungsvolle Weihnachts-Horror-Komödie zu schaffen, die trotz geringen Budgets überaus hochwertig ausschaut. Dabei drängt sich nicht nur einmal der Gedanke auf, dass Maas scheinbar aktuellen Hochglanz-Hollywood-Produktionen nacheifern wollte. Zumindest im optischen Sinne, der Erzählweise und der Darstellung der wohldosierten Schocks ist dies deutlich spürbar. Klar wirkt das dennoch etwas arg dilettantisch-unbeholfen und irgendwie aufdringlich-aufgesetzt, macht «Saint» aber gerade deswegen irgendwie sympathisch.

Es gibt noch viel, was man loben kann, von der schick altmodischen Spannungsmusik, die vom Regisseur selbst stammt, über gelungene Reminiszenzen an einige Genre-Klassiker bis hin zu grandiosen Einzelszenen wie der irren Verfolgungsjagd, in der die Cops auf den Strassen versuchen, den Nikolaus im Auge zu behalten, während dieser mit seinem Pferd (!) den Weg über die Dächer nimmt. Und so braucht man relativ lange, bis man die wirklich störenden Baustellen wahrnimmt, die «Saint» letztlich viel von seiner Gesamtwirkung nehmen. Die unnötigen CGI-Effekte beispielsweise, die fast nur bei den Schiffszenen im Hafen vorkommen, sehen so bemitleidenswert peinlich aus, dass man der Produktion dringend aus eigener Tasche eine neue SFX-Truppe spendieren möchte. Gegen Ende verliert Maas dann auch im selbstverfassten Drehbuch den Faden, sodass man auf ein schnelles Ende hofft, bevor die positiven Eindrücke sich im Nebel der Logikfreiheit verflüchtigen können. Ob am Ende der Ärger über vertane Chancen oder doch die Freude über einige kultige Momente überwiegt, wird wohl je nach Grundstimmung und/oder Alkoholpegel variieren. Auf seine ganz spezielle Weise hat dieser zugleich alberne wie brettharte Trashgrusler durchaus das Potential, seiner Zielgruppe in der kalten Jahreszeit die Herzen zu wärmen. Ein Prequel ist, meines Erachtens, dringend von Nöten.

Die bizarrsten Monster aus dem Meer

Der russische Fischer Roman Fedortsov fängt tagtäglich bizarre Kreaturen. Seine Fänge postet er auf Twitter und lässt die Welt daran teilhaben. Vorhang auf für die bizarrsten Monsterfische.

Unter der Meeresoberfläche lauern Kreaturen, die man sich in seinen schlimmsten Albträumen nicht ausdenken könnte. Irgendwo nördlich des Polarkreises im Nordwesten von Russland, gleich an der Grenze zu Finnland, liegt die Stadt Murmansk. Zu den berühmtesten Töchtern und Söhnen der Stadt gehören vor allem Biathletinnen und Eishockeyspieler. Im Moment sorgt aber der Fischer Roman Fedortsov für die grössten Schlagzeilen. Der Fischer arbeitet auf einem Hochsee-Schlepper und in seinem Alltag ist es wohl mittlerweile normal, die unglaublichsten Meeresbewohner im Netz zu haben. Seine Entdeckungen aus Hunderten Meter Tiefe sind erschreckend. Die Kreaturen haben riesige Augen und rasiermesserscharfe Fangzähne. Das Kuriose: Einige seiner Fänge stellen ihn vor ein Rätsel. So streitet er öfter mit Kollegen darüber, was sie eigentlich gefangen haben.

Doch in seiner Sammlung befinden sich nicht nur Fische. Auch für alle Spinnenphobiker hat der Tiefsee-Fischer etwas parat. Auf einem Foto hält er eine riesige, orangene Seespinne auf der Hand. Fedortsovs Fundstücke sind wahrhaftig eine Mischung aus gruselig und total faszinierend. Dank eines Artikels der englischsprachigen Ausgabe der Moskow Times, gehen seine Fotos viral. Und auch wir sind fasziniert.

Fender Stratocaster aus Pappe

Cardboard Chaos machen allerhand Sachen aus Pappe, unter anderem Snow- und Surfboards. In folgendem Clip haben sie sich bei Fender eine Stratocaster aus Pappe schneiden lassen. Und die klingt. Keine Ahnung, wie lange, aber sie klingt. Aus Pappe! Auch Brad Delson, Gitarrist bei Linkin Park, hat das Ding getestet…

Cardboard Guitar Stratocaster Fender : Cardboard Chaos
Cardboard Guitar Stratocaster Fender : Cardboard Chaos

The Christmas Light Killer

Der Typ hier in diesem Video hat die Aufgabe, ein magisches Land voller Weihnachts-Lichter abzuschalten. Schluss mit farbenfrohen Motiven und winterwohligen Lichterspielen. Ruhe. Und leider kein Serienmörder, wie es der Titel mich hat vermuten lassen…

Every night in December people in a small suburb of Philadelphia flock to a holiday light show. They drive at a snails pace through the 2 mile stretch of beautiful light displays, listening to holiday music, soaking up the Christmas spirt. But at the end of each night one man drives the stretch alone, turning off all of the lights, ending the joy day after day. This is his story.

The Christmas Light Killer
The Christmas Light Killer

Wie die Leute reagieren, wenn man sie schön nennt

Die 18-jährige Shea Glover aus Chicago ist durch ihre High School gegangen und hat Leuten gesagt, dass sie schön sind. Die Reaktionen hat sie natürlich gefilmt und herausgekommen sind fast fünf Minuten Kitsch vom allerfeinsten. Aber von der guten Art:

I conducted an independent project, which evidently turned into a social experiment halfway through, regarding beauty at my performing arts high school in Chicago. I want to clarify that my intentions were not to get a reaction out of people. I was simply filming beauty and this is the result. Here it is.

people react to being called beautiful
people react to being called beautiful

Rare Exports – Eine Weihnachtsgeschichte

Freunde, habt ihr als Kind vielleicht die Mumins kennengelernt? Paasilina oder Niemi gelesen? Lieber Arvo Pärt oder doch Lordi? Kaurismäki oder Iron Sky? Dieser Horrorfilm aus dem hohen und sehr kalten Norden zerlegt genüsslich die Mär vom netten Weihnachtsmann. Und das macht er rundum gelungen. Ein irgendwie unkategorisierbarer Film, der unbestritten und auf alle Fälle äusserst schräg ist. Technisch wie schauspielerisch brillant und derart hervorragend zum finnischen Kultur-Oeuvre passend, dass bei grösserer Bekanntheit höchster Kult-Status-Alarm gegeben ist.

Doch was ist «Rare Exports» eigentlich? Wir sehen famose Landschaftsaufnahmen, hauptsächlich aus Norwegen – und die deprimierende Lebenssituation der im Lauf der Zeit festgefahrenen ehemaligen Nomaden und trotzdem ist es kein Dokumentarfilm. Ein süsser Fratz, der ein wenig an Lindgrens Michel erinnert und doch ist es kein wirklicher Kinderfilm. Zielgenau durch die Nacht geworfene Spitzhacken und doch ist es kein Slasher. Coole Oneliner der Lappen, aber es ist auch kein Actioner. Nein, die haben einfach nicht mehr zu sagen. Ein böses Märchen. Hmm, vielleicht. Der zumeist unnötige Subtitel für die deutschsprachige Fassung trifft es wohl am ehesten: Eine Weihnachtsgeschichte und so sollte man das wohl stehen lassen.

Keine Sekunde langweilige achtzig Minuten pure Finnen-Coolness mit einem Ensemble von kuriosen Charaktern irgendwo am Rande des Wahnsinns. Und dann noch diese Geschichte mit und um den Santa und seine Wichtel. Wenn man bedenkt, dass sich die Finnen als legitimer Heimatort des Santas sehen, könnte man fast annehmen, dass ihnen das eigentlich eher lästig ist, zumindest dem Herrn Regisseur. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Handlung dreht und wendet sich in einer Art organisierten Chaos und auch der Titel spielt noch eine gewichtige Rolle. Grosses Lob für die Auswahl von Per Christen Ellefsen als Riley, der immer irgendwie kurz im Film auftaucht und neben seinem Part so eine Art Erzähler gibt. Ah ja, und finnisch ist «Rare Exports» und dementsprechend ein wenig schräg. Und schräg ist er wirklich.

Das Cover des Films vergleicht den finnischen Regisseur Jalmari Helander mit «Gremlins»-Macher Joe Dante. Nur ist das ein bisschen weit hergeholt. Das Einzige, was dieser Streich und «Gremlins» gemein haben, ist die sarkastische Behandlung des Weihnachtsfests. Stilistisch kann ich dagegen keine Schnittmenge erkennen. Ein Vergleich mit Was-auch-immer ist aber auch gar nicht nötig, denn «Rare Exports» funktioniert auf seine eigene Weise ganz vorzüglich. Die Story ist durch und durch originell von der frischen Grundidee bis hin zum pfiffigen und verblüffend warmherzigen Schluss. Zumindest wenn wir ihn mit dem sonst eher kaltschnäuzigen Unterton ins Verhältnis setzen. Dazwischen gibt es eine Spannungskurve steiler als ein Aufstieg zum Korvatunturi. Haben wir sonst schon einige Filme nach guter Ausgangsidee erbärmlich absaufen sehen – dieser hier wird sogar mit jeder Minute besser. Fröstelnde Weihnacht und gelungene Bescherung aus dem kalten Norden.

DBD: My Bodom (I Am The Only One) – Children Of Bodom

Children Of Bodom haben einen ganz speziellen Lyric-Clip zu ihrem Song «My Bodom (I Am The Only One)» veröffentlicht: Nach einem Aufruf an die Fans, Bilder von sich mit der Band einzuschicken, wurden 300 Bilder ausgesucht und für das Video verwendet…

CHILDREN OF BODOM - "My Bodom (I Am the Only One)" (OFFICIAL LYRIC VIDEO)
CHILDREN OF BODOM - "My Bodom (I Am the Only One)" (OFFICIAL LYRIC VIDEO)

Wie man sich einfach eigenen Salat züchtet

Wer gerne Salat isst, interessiert sich vielleicht auch dafür, wie man sich das eigene Grünzeug züchtet. Und dafür musst man nicht mal ins Gartencenter, sondern findet seinen Anfang in Salatresten, aus denen man neue Pflanzen ziehen kann. Amy Poehler’s Smart Girls zeigen uns, dass es genügt, die Reste von Romana-Salat und Frühlingszwiebeln in Wasser zu stellen und eine Woche zu warten, bis sie Wurzeln schlagen. Auf so simple Weise kann man sich immer wieder neu mit Salat versorgen…

How to Regrow Your Leftovers! (Smart Life Hacks)
How to Regrow Your Leftovers! (Smart Life Hacks)

Every Jason Statham Punch. Ever.

Freunde, nur Schläge, keine Tritte! Vermutlich ist die Zahl deswegen auch so überraschend gering. Tatsächlich fällt mir hier aber auf, dass ich ja wirklich eine Menge Filme mit ihm gesehen habe…

Every Jason Statham Punch. Ever.
Every Jason Statham Punch. Ever.

Stille Nacht, Blutige Nacht

«Silent Night, Bloody Night: The Homecoming» ist ein Remake von «Silent Night, Bloody Night» aus dem Jahre 1974, damals von Theodore Gershunny. Die Fassung von 2014 basiert lose auf dem Original. Einige Charaktere wurden namentlich übernommen, wie Wildfred Butler und sein Enkel. Leider entbehrt diese neue Version um die Geschehnisse im ominösen «Butler-Anwesen» so ziemlich sämtlichen Zutaten, die einen gelungenen Slasher auszeichnen sollten. Sicherlich ist dieser Umstand auch dem äusserst schmalen Budget geschuldet, denn mit gerade einmal 20’000 $ ist die Geschichte nicht gerade üppig ausgestattet, dennoch hätte man auch mit kleinem Geld eine weitaus besser unterhaltende Umsetzung bewerkstelligen können.

Zugegebenermassen beinhaltet das Geschehen auch diverse gute Momente, die sich in erster Linie durch stellenweise recht ordentliche und handgemachte Effekte zu erkennen geben, doch insgesamt gesehen kann das eher schwache Gesamtbild dadurch auch nicht sonderlich aufgewertet werden. Das liegt eindeutig an der extrem schwachen Umsetzung des Ganzen, denn zu keiner Zeit will sich hier ein gelungener Spannungsaufbau zu erkennen geben und eine eventuell bedrohliche Grundstimmung sucht man auch vollkommen vergebens. Zu vorhersehbar gestalten sich die Abläufe, die zudem auch noch phasenweise mit einer absolut überflüssigen Split Screen Technik durchzogen sind. Hinzu kommen einige manchmal fast sinnlos erscheinende Passagen, die durch die etlichen völlig belanglosen Wortwechsel wie der pure Trash wirken, nur das dieser in vorliegendem Fall wenig unterhaltsam ist. Als wenn das noch nicht genug wäre wird man dann noch zusätzlich mit einem hölzern agierenden Darstelller-Ensemble konfrontiert, das diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient. Die deutsche Synchronisation dieses obskuren Werkes setzt allem dann die Krone auf und schon ist man bei einem trashigen Beitrag angelangt, der allerdings leider nicht zu den guten Vertretern des schlechten Geschmacks zu zählen ist. Es handelt sich also letztendlich um einen Slasher, bei dem es ganz erheblich in der Gesamt-Inszenierung mangelt und der grösstenteils sogar die pure Langeweile aufkommen lässt. Einfallslose Morde und wenig Abwechslung sind nicht unbedingt ein Gütesiegel, doch wenn auch der komplette Rest eines Filmes nicht überzeugen kann dann wird es schwierig, als eingefleischter Horror-Fan zumindest ein wenig Begeisterung für ein Remake aufzubringen das man sich besser hätte sparen sollen.

Es gibt genügend schlechte Horrorfilme, doch den meisten merkt man zumindest das Bemühen des Regisseurs an, dem Zuschauer möglichst nette Unterhaltung zu bieten. «Stille Nacht – Blutige Nacht» kommt jedoch dermassen uninspiriert und langweilig daher das man sich ganz ehrlich die Frage stellen muss, was man mit diesem Werk bezwecken wollte. Selbst im Schauspiel der Akteure vermeint man eine gewisse Unlust zu erkennen, denn anders sind die dargebotenen Leistungen nur schwerlich zu erklären. Andererseits kann man Plumb zumindest zu Gute halten, das der gute Mann ein durchgehend schlechtes Endprodukt abliefert, so das man ihm eine konstante Arbeit bescheinigen kann. Ob dies hier allerdings als Kompliment aufgefasst werden kann wage ich zu bezweifeln, denn meiner Meinung nach fehlt es ganz einfach am mangelnden Talent dafür, auch mit bescheidenen Mitteln einen ordentlichen Horrorfilm auf die Beine zu stellen, der zumindest durchgehend unterhaltsam gestaltet ist. Sorry Mr. Plumb aber das war rein gar nichts, denn «Stille Nacht – Blutige Nacht» ist lediglich ein lahmer und langweiliger Aufguss eines Filmes, der selbst im Original nicht zu den Grossen des Genres zählt. Im Endeffekt muss sich aber ein jeder selbst sein Bild von diesem Werk machen, das für mich persönlich jedoch die absolute Zeitverschwendung darstellt.

Santa’s Slay – Blutige Weihnachten

«Santas Slay» ist herrlich schrill, fies, tödlich! Man muss einfach diese Art Humor mögen und gerne hätte der Santa sich noch etwas blutiger durch die Festtage meucheln können, jedoch finde ich es auch so relativ brutal – und vorallem lustig. Denn Santa Claus ist in Wahrheit der Sohn des Teufels, der vor langer Zeit eine Wette gegen einen Engel verloren hatte und daraufhin gezwungen war, 1000 Jahre lang den Weihnachtsmann zu spielen. Doch nun, im Jahr 2005, ist dieser Zeitraum abgelaufen, und Santa zeigt sein wahres, dämonisches Gesicht – und er will Rache! Eine weitere Runde „Etwas andere Weihnachtsfilme“ ist eingeläutet.

Nur die wenigsten professionellen Wrestler schaffen es, tatsächlich zum Schauspieler zu mutieren. Pauschal ist Dwayne «The Rock» Johnson der einzige, der in meinem Gedächtnis spontan über die B-Movie-Hürde springen kann. Sein Kollege Bill Goldberg hat sich wesentlich seltener vor die Kamera gewagt und im Jahr 2005 den Weihnachtsmann in «Santa’s Slay» gegeben. Schon auf den ersten Blick kristallisiert sich vor allem eines heraus: Der Film mag vieles sein, aber er ist eindeutig kein ernstzunehmender Beitrag zum Horrorgenre. Das war dem Team um Regisseur David Steinman aber offensichtlich absolut bewusst, denn ernst nimmt sich der Film selbst ebenfalls nicht. Die Atmosphäre, die dadurch entsteht, ist dementsprechend auch angenehm selbstironisch. Es wird alles mit einem Augenzwinkern betrachtet, seien es nun die Leute, die Weihnachten durch und durch leben, die Verweigerer oder auch diejenigen, die aus Glaubensgründen ganz darauf verzichten. Auch Bräuche und nicht zuletzt auch die Kirche werden gezielt durch den Kakao gezogen.

Spannend ist die Geschichte dabei allerdings nur bedingt, denn die Story ist ganz offensichtlich auf dem Reissbrett entstanden. Natürlich ist die Hetzjagd des teuflichen Weihnachtsmannes ziemlich temporeich ausgefallen, aber trotzdem fällt es nicht sonderlich schwer, die Entwicklung schon recht früh vorauszusagen. Man beschränkt sich also grundsätzlich mehr auf die visuellen Unterhaltungswerte, was auch ganz gut funktioniert. Die Darsteller passen zum B-Moviecharme, den der Film von Anfang an versprüht. Bill Goldberg ist, schon bedingt durch seine Statur, ein sehr ungewöhnlicher Santa Claus. Er mordet sich durch die Gegend und haut dabei Oneliner raus, die stellenweise sogar recht gut funktionieren. Das erfordert nun nicht unbedingt übermässig viel darstellerisches Talent, macht aber trotzdem Spass. Auch die anderen Hauptfiguren, Mac und Nicholas, sind nicht übermässig tiefgründig ausgefallen, sondern erfüllen in erster Linie ihren Zweck. Sie treiben die Geschichte voran, sind in ihren Gedankengängen aber nicht immer besonders logisch aufgebaut. Die Darsteller Douglas Smith und Emelie de Ravin sind zwar offensichtlich mit Spass bei der Sache, aber man merkt ihnen doch deutlich an, dass es eben «nur» ein B-Movie ist. Macht aber nichts, denn das passt ja ins Unterhaltungskonzept.

Von den Effekten sollte man nicht zu viel erwarten. Die Kills unseres unfreundlichen Weihnachtsmannes sind nicht übermässig ausgefallen, auch wenn die Eröffnungssequenz zunächst darauf hindeutet. Gorehounds werden also mit «Santa’s Slay» definitiv nicht glücklich werden. Was zu sehen ist, ist aber technisch ganz ansprechend umgesetzt und man verzichtet komplett auf CGI-Spielereien, was ich nur mit einem dankbaren Kopfnicken zur Kenntnis nehmen kann. Obwohl das vielleicht speziell den vor dem BlueScreen gedrehten Flugszenen mit Santas diabolischem Rentierschlitten vielleicht noch einen gewissen Pepp hätte geben können. «Santa’s Slay» ist kein Film für die breite Masse. Man merkt an allen Ecken und Enden, dass es sich nicht um einen hochbudgetierten Hollywood-Blockbuster handelt. Vielmehr gibt es einen Film mit einer Menge B-Moviecharme, auf den konsequent gesetzt wird. Das fängt bei den Darstellern an, geht über die Geschichte und hört bei den Effekten auf. Ich mag B-Movies und habe mich in den knapp 82 Minuten gut unterhalten gefühlt. Wer allerdings nicht auf diese Art von Film steht, sollte lieber die Finger davon lassen. Meinetwegen könnte es mehr solcher Filme geben. Diesen werde ich mir auf jeden Fall noch öfter reinziehen…

Jack Frost – Der eiskalte Killer

«Jack Frost» ist perfekter Trash in Reinkultur. Ein Film, bei dessen trägen Storyaufbau man ständig das Gefühl hat, als hätten die Macher ernsthaft geplant, eine gute Weihnachts-Horrorkomödie zu drehen, wobei niemand bemerkt hat, wie schlecht und billig das alles geworden ist. Allein der bewegungslose Schaumstoff-Schneemann ist schon ein Highlight für sich. Wie erwähnt braucht «Jack Frost» ziemlich lange, um an Fahrt aufzunehmen, aber die zweite Hälfte ist wirklich ein Fest für alle Trashfans. Die Todesszenen sind unfassbar lustig, auch wenn man sich mit expliziter Gewalt für so einen Genrefilm fast etwas zu sehr zurückhält.

Jack Frost nimmt sich selbst wenig ernst, deshalb macht der Film, obwohl es sich hier um riesengrosse Schneescheisse handelt, auch riesengrossen Spass. Man kann dem Regisseur Michael Cooney ja Vieles vorwerfen, zwei Dinge allerdings nicht: Erstens hat er mit Jack Frost nicht versucht einen Pseudohorrorschocker zu drehen, sondern besinnt sich auf alle Tugenden des guten alten Trashfilms und zweitens weicht er ausstattungstechnisch keinen Zentimeter von seiner Thematik ab: Schneemänner! Schneemänner! Schneemänner! Überall Schneemänner! Ich habe noch nie so viele Schneemänner gesehen! Schneemänner im Garten, Schneemänner in den Fenstern, Schneemänner auf dem Sims, Schneemänner in der Küche, Schneemänner an der Schublade, Schneemänner auf der Kleidung und ein Schneemannwettbewerb. Klingt nach Overdose, aber ich hab sie lieb gewonnen die Schneemännlein, allen voran natürlich den guten Jack. Man muss ihn einfach mögen.

Unschuldig dreinblickend, immer einen coolen Spruch auf den eisigen Lippen habend und das realistischste Schneemannkostüm ever tragend, streift er, mordend, durch das kleine Örtchen Snowmonton und schafft etwas, was Jim Levenstein nie geschafft hat. Die bösen SnowmontonerInnen mögen den Schneemann unverständlicherweise aber nicht und versuchen ihn mit amerikanisch-provinzieller Waffengewalt – gekämpft wird mit so ziemlich allem was man gegen Schnee einsetzen könnte – zur Strecke zu bringen. Jack aber er wehrt sich – das kann ich euch sagen! Daraus resultieren ein Schusswechsel mit einer Pfütze, der Tod per Christbaumschmuck oder die Badewannenszene, bei der Hitchcock wohl rückwärts vom Stuhl gefallen wäre… Viele irre Szenen prägen diesen Weihnachts-Ulk und werden mir definitiv im Gedächtnis bleiben. Dementgegen sollte sich der filmaffine Zuschauer lieber nicht gegen die schlechte Kameraführung, gegen die schlechten Schauspieler, gegen die schlechten Requisiten, gegen die schlechte Tonmischung, gegen den schlechten Schnitt und gegen all die anderen schlecht gemachten Dinge wehren. Vielmehr sollte er sich auf das Schlechte in «Jack Frost – Der eiskalte Killer», auf das Schlechte im Trash einlassen. Dann können die witzigen Momente, die kreativen Einfälle, einige erzählerische Kniffe und massenhaft filmische Referenzen so richtig genossen werden – ganz grosses Ehrenwort! Und wer unbedingt will, kann sogar ein wenig Sozialkritik erkennen… Übrigens gibt es im gesamten Film keinen echten Schnee! Teilweise wurden sogar Federn verwendet, um Schnee vorzutäuschen. Mit Jack Frost wurde eine echte Legende geschaffen!

Blade Runner 2049 – Trailer

Bisher hatte ich noch gar nicht auf Schirm, dass im Sommer 2017 ein neuer Blade Runner in die Kinos kommt. Mit dieser Besetzung und Ridley Scott als Regisseur könnte das ziemlich interessant werden. Der erste Trailer verrät nicht viel, aber macht Lust auf mehr. Gosling spielt den LAPD Officer K, der eine Entdeckung macht, die alles zerstören könnte, was von der Gesellschaft heute noch übrig ist. Sein Fund lässt ihn bald nach Rick Deckard (Harrison Ford) fahnden, einen ehemaligen Blade Runner, der seit 30 Jahren vermisst wird. Ridley Scott führte hierbei zwar nicht selbst Regie, übergab die Leitung aber in die fähigen Hände von Enemy-Schöpfer Denis Villeneuve, der sich zuletzt mit Hits wie Arrival oder Sicario viele Freunde machen konnte. Release-Datum: 10.06.2017…

Blade Runner 2049 Announcement
Blade Runner 2049 Announcement

Die Erde, gefilmt aus dem Weltraum in 4K

Das folgende Video stammt natürlich von der NASA und so hochauflösend sieht man die Erde selten, ausser halt, wenn man vielleicht mal selber schaut. Dies wird wohl aber den wenigsten von uns vergönnt sein, weil kaum einer von uns gerade im Weltraum abhängt…

Ultra High Definition (4K) View of Planet Earth
Ultra High Definition (4K) View of Planet Earth

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel: Die Sendetermine für 2016

Der Märchenfilm «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» gehört für viele zur schönsten Zeit des Jahres dazu und ich weiss Freunde, ihr steht auch drauf! Über 40 Jahre ist der Film bereits alt, doch noch immer total beliebt. Auch 2016 zeigen zahlreiche Sender in der Vorweihnachtszeit und an den Feiertagen wieder «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel», hier die Termine:

Freitag, 23.12.2017 23:30 Uhr WDR
Samstag, 24.12.2017 12:10 Uhr ARD
Samstag, 24.12.2017 16:05 Uhr WDR
Samstag, 24.12.2017 20:15 Uhr ONE
Sonntag, 25.12.2017 08:45 Uhr BR
Sonntag, 25.12.2017 10:30 Uhr NDR
Montag, 26.12.2017 09:00 Uhr rbb
Montag, 26.12.2017 16:00 Uhr MDR

Alle Angaben wie immer ohne Gewähr. Die Ausstrahlungstermine können von den Sendern kurzfristig gestrichen oder geändert werden.

Rocky IV by Jason Edmiston

«Creed» war gut, aber ich warte immer noch auf ein Drago Remake! Und ich mag Rocky IV! Jason Edmiston hat für den Streifen ein fantastisches Poster kreiert. Ein kleines Meisterstück, trotz oder gerade wegen dem Felsnippel, gab es 2014 hier zu kaufen, leider habe ich keine aktuelle Bezugsquelle gefunden, falls also jemand mehr weiss, bitte in den Kommentaren melden!

Rocky IV by Jason Edmiston

Special Delivery: Interaktiver 360° Kurzfilm

Der experimentelle Kurzfilm «Special Delivery» bietet in weihnachtlichen Rahmen die Möglichkeit des «Sich-umgucken-Könnens». Interessant, weil man der Story quasi aktiv folgen kann. Oder auch nicht, wenn man nicht will. Kreativ sehr schön umgesetzt von den Machern von Wallace und Gromit und Shaun das Schaf. Anschauen könnt ihr es euch mobil in der YouTube-App, oder am Rechner, solange ihr Chrome oder Firefox als Browser benutzt. Wenn jetzt noch der Linsen-Effekt wegfiele, wäre das richtig nice…

Find yourself following the adventures of a humble caretaker, who is disturbed by a mysterious stranger on the roof. Who’s there? And the chase begins… room to room… up and down… somehow, mysteriously, just out of sight. But the elusive stranger is always one step ahead, leaving behind only a trail of gifts…

360 Google Spotlight Stories: Special Delivery
360 Google Spotlight Stories: Special Delivery

Atemberaubende Polarlichter, aus dem Weltraum in Ultra HD gefilmt

Dieses Video wurde von der Internationalen Raumstation aufgenommen und zeigt uns die Aurora Borealis im Zeitraffer vom Weltall aus. Beim Phänomen der Polarlichtern oder eben Aurora Borealis im Norden oder als Südlicht am Südpol Aurora Australis handelt es sich um eine Leuchterscheinung, die durch angeregte Stickstoff- und Sauerstoffatome der Hochatmosphäre in Polargebieten beim Auftreffen beschleunigter geladener Teilchen aus der Erdmagnetosphäre auf die Atmosphäre hervorgerufen wird. Wie auch immer, die Bilder sind beeindruckend anzusehen…

Stunning Aurora Borealis from Space in Ultra-High Definition (4K)
Stunning Aurora Borealis from Space in Ultra-High Definition (4K)

DBD: Gods Of Violence – Kreator

Kreator präsentieren uns ihr Video zum Titeltrack des kommenden Albums «Gods Of Violence», dass ab dem 27. Januar in die Plattenläden steht…

KREATOR - Gods Of Violence (OFFICIAL VIDEO)
KREATOR - Gods Of Violence (OFFICIAL VIDEO)

Nightmare Before Christmas

Unter der Regie von Henry Selik erschien im Jahre 1993 mit «Nightmare Before Christmas» der erste abendfüllende Stop-Motion-Kinofilm. Beim Stop-Motion-Verfahren werden modellierte Puppen vor einem starren Hintergrund mit enormem Aufwand millimeterweise bewegt und abfotografiert. Dieses Verfahren, welches seinen filmischen Durchbruch bereits im Jahre 1932 mit dem Film «King Kong und die weisse Frau» feierte, wurde lange Zeit für Spezialeffekte genutzt. So fand die Technik in den 80er Jahren und auch Anfang der 90er noch ihren Einsatz in Filmen wie «The Terminator» und «Jurassic Park», bevor der Computer jegliche Spezialeffekterzeugung übernahm. Mit «Nightmare Before Christmas», einem skurrilen Grusical über ein Skelett, welches das Weihnachtsfest an sich reißen möchte, wurde bewiesen, zu was für erstaunlich flüssigen und natürlichen Bewegungsabläufen die Stop-Motion-Technik eingesetzt werden kann.

Diesem Stop-Motion-Film von Touchstone Pictures liegt eine Geschichte von Tim Burton zugrunde und er war auch als Produzent mit an der Entwicklung des Filmes beteiligt. egie führte aber Henry Selick. Genau genommen, reden wir hier von einem ziemlich kruden Haufen von Künstlern, Schriftstellern und Filmemachern, deren künstlerische Basis wohl die fast ausschliessliche Beschäftigung mit Unkonformitäten und zudem äusserst, (unpolitisch), schwarz gefärbten Ansichten von Humor ist. Autor und Regisseur, liegen also hier nicht unbedingt weit auseinander. Aber wenn es jemanden gegeben hat, der es bis heute geschafft hat, nicht nur eine geradezu grandiose Gratwanderung zwischen Bildelementen aller möglichen Grenzgebiete dieses Metiers auf ein einziges filmisches Werk zu konzentrieren, – und dies selbst noch bis in die doch eher biederen Disney-Studios zu tragen, dann war es wohl er. Was andere Macher von Animationsfilmen normalerweise in publikumsspezifische Verharmlosungen und Klischees aufteilen müssen, fällt bei ihm einer ungeheuren Sensibilität zum Opfer, die ihm ermöglicht alles zusammen in einen Topf zu werfen, ohne dabei Schwierigkeiten zu bekommen, die Suppe gleichermassen süss wie sauer schmecken zu lassen. Er ist der ungeschlagene Meister des Zwischenraumes. Zwischen Jung und Alt. Zwischen liebevollem Horror und kettensägender Romantik. Zwischen krudem Witz und feinfühligem Schmunzeln.

Die Ästhetik der Hässlichkeit, beherrscht er genauso, wie die Verunglimpfung der Ästhetik, die Profanisierung von Niveau ebenso, wie die niveauvolle Verarbeitung von Klischees. Er dreht die Dinge um, ordnet sie neu und lässt den Betrachter damit irritiert mit den Augen rollend alleine. Wo andere nur genremässig Klamauk auf Klamauk folgen lassen um sinnlos Zwerchfelle zu malträtieren, macht er den Klamauk zur sensiblen Mixtur seiner selbst, greift mit gnadenloser Unverschämtheit in die vollgefüllte Kiste sensibler Unsensibilitäten – und spielt geradezu mit der ganzen Bandbreite von bildlich symbolischen Kombinationen zwischen fein ziselierten Ängsten, Komik und Horror genauso, wie mit Comic-, Zeichentrick- und surrealistischen Sequenzen, deren absolut abgestimmter Wechsel dem möglichen Lachen immer ein zähneklapperndes Schlucken beimischt. «Christmas before Nightmare» ist der Beweis, dass die niveauvolle Geschmacklosigkeit, einen bestechend wohlriechend ranzigen Geschmack vermitteln kann, welcher einen die Dinge mitunter selber vertauschen lässt.

In Filme von Henry Selick, geht man nicht mehr mit dem üblichen Gefühl, sich über einen Animationsfilm Unterhaltung oder Spaß zu besorgen. Hier geht der Genuss tiefer. Viel tiefer. Und man muss sich von gewohnten Bewertungen befreien können. Man lässt Bilder auf sich wirken, die man ruhig mehrmals ansehen kann, um dabei immer neue Feinheiten entdecken zu können. Selik macht es relativ leicht, den Unterschied zwischen kreativer gestalterischer Liebe und einfacher Produktion von rein abfragebedingtem Füttern von Morbiditäten sichten zu können. Und im Zweifelsfalle, macht er auch da noch aus einer Fliegenpizza ein vielleicht gruseliges, aber immer noch Sahnetörtchen. Und was die anfangs erwähnten Schwierigkeiten im vielleicht interpretationsbedingtem Raum betrifft, werden die Dinge speziell beim Film, «Nightmare before Christmas», mitunter recht schwierig. Man muss schon das Schlitzohr Selick und auch Burton an ihren sensiblen Möglichkeiten messen, Dinge dort zu verstecken, wo sie niemand vermutet. Immerhin, beschäftigen wir uns hier mit Leuten, die das Herumspielen mit Skurrilitäten in der Psyche bildverarbeitender Menschen für Klavierspielen halten. Und darin, einfach verdammt gut sind.

Die scheinbar lebendig werdenden Puppen versprühen ihren eigenen Charme und sorgen dafür, dass der Film seinen unverwechselbaren, innovativen Look erhält. «Nightmare Before Christmas» gefällt als etwas anderer Weihnachtsfilm, der durch schaurig-schöne Melodien und eine in sich geschlossenen, bizarren Festtagswelt begeistert. Generell, kann ich nur empfehlen sich den Film zu besorgen, die Salzstangen und Cräcker durch Fischgräten, Zwiebelringe und Knoblauchzehen zu ersetzen und bei einem frischen Bier mit Ketchup, sich auch den Feinheiten genüsslich zu ergeben…

Das Hamsterrad fürs Büro

Bewegung muss sein und sich zwischendurch von seiner Arbeit zu trennen, tut gut, wird aber vielen nicht so leicht fallen. Hier kommt die Lösung: Hamster Wheel Standing Desk. Den etwas anderen Schreibtisch gibt es leider nicht zu kaufen, er lässt sich aber dank Robb Godshaw und Will Doenlen einfach nachbauen. Nackenverspannungen oder Rückenschmerzen werden von nun an der Vergangenheit angehören… ;)

Hamster Wheel Standing Desk
Hamster Wheel Standing Desk

Weltliche Weihnachtslieder

Mitchell Moffit und Gregory Brown von AsapSCIENCE haben bekannten Weihnachtsliedern einen wissenschaflichen Touch verliehen und diese mit neuen, dem Zustand des aktuellen Weltgeschehens angepassten Texten versehen. Happy Holidays!

Science Christmas Carols ft. Jon Cozart | SCIENCE SONGS
Science Christmas Carols ft. Jon Cozart | SCIENCE SONGS

Lemur will gestreichelt werden

Dieser Lemur aus der Gruppe der Feuchtnasenaffen weiss offenbar genau, was es mag und will nicht, dass man aufhört mit Streicheln… :)

Lemur will gestreichelt werden
Lemur will gestreichelt werden

Gremlins – Kleine Monster

Die Überlieferung von Geschichten über Fabelwesen und übernatürliche Phänomene regt die kollektive Phantasie an. Jede Kultur hat dabei ihre eigenen Mythen und Legenden. So haben im Zweiten Weltkrieg die Bomberpiloten der britischen Royal Air Force technische Probleme mit ihren Maschinen gern der Sabotage durch kleine Gremlins zugeschrieben. Sehr schnell haben die koboldartigen Plagegeister dann auch Eingang in die Filmgeschichte gefunden: Heute sind sie als die kleinen Monster aus Joe Dantes 1984 entstandener Horror-Komödie «Gremlins» allgemein bekannt. Als eine der ersten Produktionen von Steven Spielbergs neu gegründeter Firma Amblin sollte der Film das dunkle Gegenstück zu E.T. sein. Diese Rechnung ging bei dem auch heute noch vergnüglichen Spektakel nicht nur an den Kinokassen auf.

Nach dem bis dahin beispiellosen Erfolg seines Ausserirdischen-Märchens «E.T.» konnte Steven Spielberg so ziemlich tun oder lassen, was er wollte. Und so gründete er mit seinen alten Weggefährten Frank Marshall und Kathleen Kennedy (Der seltsame Fall des Benjamin Button) eine Produktionsfirma, die in Reminiszenz an einen frühen Kurzfilm Spielbergs den Namen Amblin erhielt. Hier sollten junge Regisseure die Möglichkeit haben, mit grossen Mitteln für ein grosses Publikum zu arbeiten. Mitte der Achtziger hatte Amblin dann schon vier Hitfilme auf dem Konto, neben «Gremlins» das Kinderabenteuer «Die Goonies» von Richard Donner, die Zeitreisekomödie «Zurück in die Zukunft» von Robert Zemeckis und «Das Geheimnis des verborgenen Tempels», Barry Levinsons Schilderung der Erlebnisse des jungen Sherlock Holmes.

Bei «Gremlins» wurde das ursprüngliche Drehbuch von Amblin-Stammautor Chris Columbus, der später selber zum Regiestar (Kevin – Allein zu Haus, Harry Potter) aufstieg, in einem ausführlichen Umschreibeprozess von Autor, Regisseur und Produzent gemeinsam in die endgültige Form gebracht. So finden sich die Vorlieben aller drei in «Gremlins», aber Joe Dante hat ihn sicher am nachhaltigsten geprägt. Der Regisseur wurde wegen seiner anarchischen Ader von einem Kritiker als Steven Spielbergs böser Bruder bezeichnet und mehr als eine Kritik zu seinen Filmen trägt den naheliegenden Titel „»Dantes Inferno». Die heile Welt der Vor- und Kleinstädte erweist sich bei ihm tatsächlich als Hölle, sei es in «Meine teuflischen Nachbarn», in «Small Soldiers», bei seinem Segment des «Twilight Zone»-Kinofilms oder eben bei den «Gremlins». Dazu verweist er häufig auf die liebste Freizeitbeschäftigung der Vorstadtbewohner und setzt ständig laufende Fernseher kommentierend ein. So begleitet etwa ein Ausschnitt aus Don Siegels «Die Dämonischen» den Verwandlungsprozess der Gremlins.

So ist «Gremlins» gespickt mit Verweisen, Hommagen und Selbstreflexion, die meisten dieser Bezüge sind für Dante und für Spielberg wichtig. Immer wieder wird auf «E.T.» angespielt – von der berühmten Zeile «Phone Home» bis zum Versteck von Stripes, dem bösen Obergremlin, im Puppenregal neben einer Figur des Gnoms aus dem All. Während es Zufall sein könnte, dass der Gesang Gizmos wie die «Chipmunks» klingt, ist der Verweis auf die Verständigung per musikalischer Tonfolge in «Unheimliche Begegnung der dritten Art» an anderer Stelle klare Absicht. Ein Höhepunkt ist die Sequenz, in der die Kobolde ihr zerstörerisches Treiben unterbrechen, um im Kino Disneys «Schneewittchen» zu schauen. Begeistert singen sie beim Lied der Zwerge mit, aber das Filmtheater geht am Ende trotzdem in die Luft. Die wichtigste Referenz in «Gremlins» ist der Weihnachtsklassiker Ist das Leben nicht schön?.

Dante verweigert sich den narrativen Konventionen auch, indem er seinen Figuren keine besondere Tiefe oder Glaubwürdigkeit zugesteht. Insbesondere Billy ist nicht mehr als ein Abziehbild. Trotz aller Sabotage wird in *Gremlins* ein ausreichend tragfestes erzählerisches Gerüst errichtet, dieses bringt der Regisseur erst 1990 in der Fortsetzung *Gremlins II – Die Rückkehr der kleinen Monster* zum Einsturz. Dante huldigt mit vielen visuellen Gags und Überspitzungen auch seiner ersten filmischen Liebe, dem Zeichentrick, der er sich später im lustvoll überdrehten «Looney Tunes: Back In Action» ganz unverblümt widmen konnte. Trotz des insgesamt leichten, oft fast satirischen Tons von «Gremlins» lässt Dante gelegentlich der bösen Fantasie mit cartoonesker Überspitzung freien Lauf. Da werden auch mal Gremlins durch den Mixer gejagt oder in der Mikrowelle gegrillt. Was bei «Tom & Jerry» akzeptabel zu sein scheint, wird hier zur Provokation. Regisseur Joe Dante verschreibt sich in seinen Filmen der Auflösung jeglicher Ordnung und frönt der Lust am Regelbruch.

RISE

Schönes Konzept eines Roboter-Aufstands von David Karlak. Leider ist die Story etwas abgeltscht und schon tausendmal erzählt. Ein paar der Visuals hat man auch schon in «Animatrix» oder «A.I.» gesehen, aber trotzdem nett…

RISE
RISE

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