Aufzeichnung von Lemmy Kilmisters Gedenkfeier

Wer gestern Nacht, aus welchen Gründen auch immer, nicht an Lemmys emotionaler Gedenkfeier teilnehmen konnte, kann sich nachfolgend die komplette Aufzeichnung des YouTube-Live-Streams anschauen. Es war geplant die Feierlichkeiten im „Rainbow Bar and Grill“ durchzuführen, die Bar, in welcher man Lemmy antreffen konnte, wenn er nicht auf Tour war. Stattdessen fand der Anlass in einer Kirche oder Bestattungskapelle statt und gemäss inoffiziellen Angaben nahmen bis zu 250’000 Menschen per Streaming Abschied.

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Mikkey Dee Speaks at Lemmy's Memorial Service and Celebration

Redner waren Motörhead Drummer Mikkey Dee, Rob Halford von Judas Priest, Lars Ulrich und Roberto Trujillo von Metallica, Slash und Matt Sorum von Guns N’Roses und Velvet Revolver und auch Dave Grohl. Weiter erinnerten sich Scott Ian von Anthrax, Wrestler Triple H, für den Motörhead die Intromusik geschrieben haben, Mike Inez von Alice in Chains, Bob Kulick, der Co-Produzent von Motörheads Grammy-Cover von Metallica’s „Whiplash“, Lemmy Kilmisters Sohn Paul, Todd Singerman, Manager von Motörhead und einige Trinkfreunde, Crew und Band-Assistenten sowie andere enge Freunde der Rock-Legende.

„I miss you already, Lemmy,“ sagte Drummer Mikkey Dee. „I miss our arguments and our hard work in the studio and on the road. It was so much fun, and I will miss it forever. Try to take it a little easier on the other side. Rest in peace. See you soon.“ Mikkey Dee fügte hinzu, dass Motörhead Gitarrist Phil Campbell leider nicht teilnehmen konnte, aber sein aufrichtiges Beileid ausrichten soll und Ugly Kid Joe Whitfield Crane verlas eine Erklärung von Campbell.

Jeder Gast würdigte Kilmister mit viel Humor, Ehrlichkeit und einwenig Obszönitäten, vor einem Turm aus Lemmy’s Signature Marshall Amps und unzähligen Blumen, darunter ein Arrangement, in der Form des „Ace of Spades“! Ein klassisches Foto von Motorhead stand im Zentrum und in der Nähe stand die handgefertigte Urne mit der Asche von Lemmy. Auch seine Stiefel fanden ein Plätzchen auf dem Schrein. Die Gedenkfeier endete, wie jedes Konzert von Motörhead endete: Eine ordentliche Rückkopplung und dann wurde Lemmy’s vibrierender Bass gegen den Marshall-Turm gelehnt. „Lemmy“, so Singerman, „has left the building.“

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Funeral Lemmy Kilmister Motörhead Completo

Ende eines Exzesses: Scott Weiland tot im Tourbus aufgefunden

Er war ein Querulant, der niemals die Finger von den Drogen lassen konnte. Der ehemalige Frontmann der Stone Temple Pilots und Velvet Revolver, Scott Weiland, ist im Alter von nur 48 Jahren gestorben. Offenbar wurde Weiland kurz vor einem Auftritt mit seiner aktuellen Band im Tourbus tot aufgefunden. Die Ursache ist bislang ungeklärt.

Scott Weiland tot

Scott Weiland? Stone Temple Pilots? Velvet Revolver? Wer oder was ist das werden sich viele fragen. Ende der Achtzigerjahre wurde die Band „Stone Temple Pilots“ in San Diego gegründet und richtig berühmt wurden sie in der Grunge-Hochphase in der ersten Hälfte der Neunziger. Für ihren grössten Hit „Plush“ bekamen sie 1994 sogar den Grammy für die beste Hardrock-Performance. Ihre ersten beiden Alben „Core“ und „Purple“ wurden ihrer Verkaufserfolge wegen in den US&A mehrfach mit Platin ausgezeichnet. Nachdem sich die Stone Temple Pilots 2002 aufgelöst hatten, schloss sich Weiland der Band Velvet Revolver an, der auch ehemalige Mitglieder von Guns N’Roses angehörten. Sechs Jahre später trennte sich die Band von dem Sänger, dem sie sein „zunehmend unberechenbares Verhalten auf der Bühne“ vorwarfen. Ein Comeback mit den Stone Temple Pilots endete 2013 erneut mit einer Trennung.

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Velvet Revolver - Slither

Mit einer aktuellen Band „Scott Weiland & The Wildabouts“ war er im US-Bundesstaat Minnesota auf Tour unterwegs, hiess es. Offenbar wurde Weiland kurz vor einem Auftritt tot im Tourbus aufgefunden. Manager Tom Vitorino bestätigte dem Sender CNN Weilands Tod, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Todesursache ist zunächst unbekannt. Weiland hatte mehrmals mit Drogenexzessen für Schlagzeilen gesorgt und sass wegen Drogenbesitzes sowie wegen Trunkenheit am Steuer im Gefängnis. Ich bin sicher, es wird nicht lange dauern, bis feststeht, dass er mal wieder dicht bis unter die Haarwurzeln war. Damit steht er in einer gewissen Tradition mit Leuten wie Lane Staley und Konsorten, die alle viel zu früh gestorben sind.

Scott Weiland war ein charismatischer, begnadeter Sänger, was in ihm vorging konnte wahrscheinlich keiner erahnen. Weiland war ein kaputtes Genie, das an seinen Dämonen zerbrach. Schade für seine Frau und die zwei Kids, Schade für Scott und besonders Schade für uns alle: Ein Genie ist tot. Menschen, die durch ihre künstlerische Fähigkeit andere Menschen bereichern können, verdienen Respekt. So habe ich doch teilweise mehr Respekt vor Menschen, die Drogen nehmen, als vor Menschen, deren Eitelkeit und Machtgeilheit im Vordergrund ihres Denkens stehen. R.I.P. Scott, Ruhe in Frieden!

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Stone Temple Pilots - Plush (Video)