Album Review: Teufelskreis – Spuren der Vergangenheit

Die Band „Teufelskreis“ aus Wien treiben seit dem Jahre 2008 hauptsächlich im österreichischen Raum ihr Unwesen und veröffentlichten drei Alben in Eigenregie. Die Band dürfte einigen bereits von gemeinsamen Auftritten mit „Megaherz“ oder „Eisregen“ bekannt sein. Mit „Spuren der Vergangenheit“ legen die Heavy-Rocker ihr im Jahr 2009 im Eigenvertrieb erschienenes Debütalbum neu auf. An sich auch eine gute Idee, da man hier quasi „jungfräulich“ an eine Band herangehen kann, die bereits seit einiger Zeit existiert. 2009 kam das Album auf den Markt und war inzwischen natürlich längst vergriffen. Über das Label NRT Records kommt die Scheibe nun abermals auf den Markt und wenn man die Platte mit dem ebenfalls neu aufgelegten Album „Lust Frust“ vergleicht, merkt man sehr schnell, dass „Spuren der Vergangenheit“ deutlich metallischer ist als der Nachfolger.

Teufelskreis – Spuren der Vergangenheit

Irgendwann im Jahr 2008 gründete der von „Sunterra“ bekannte Friedl Schütz eine neue Band mit dem Namen „Teufelskreis„. 2009 erschien dann im Eigenvertrieb dieses erste Opus, welches wie erwähnt nun neu aufgelegt wurde. Das Album der Düsterrocker bietet eine geballte Mischung aus Neuer Deutscher Härte, Heavy-Rock und Metal und legte den Grundstein für all das, was die Band in den nächsten Jahren ausmachen sollte. Der Silberling umfasst insgesamt 10 Songs plus Bonusmaterial, wie eine Radio Version und einen Remix mit harten Beats. „Spuren der Vergangenheit“ hat zwar wenig Höhepunkte, bringt jedoch durchweg eine ordentliche Leistung mit sich. Hier hat man ganz auf aufwendige Schnörkel verzichtet und es scheint, als hätte man die sehr textlastige Basis ausgebaut, um die Hard Rock-Songs teils rhythmisch und teils melodiös darum zu bauen. Die deutschsprachigen Texte sind teils sozialkritisch und teils mitten aus dem Leben gegriffen und so zeigen die Wiener ganz klar auch mal Gefühl ohne dabei kitschig zu werden.

Teufelskreis Band

Der erste Song des Albums „Zerrissen“ wirkt auf mich genau so, wie es der Titel schon offeriert. Das Gefühl dahinter wird gut transportiert und mit Ronny Platzer, haben „Teufelskreis“ die Rockröhre schlecht hin am Mikro. Sein Gesang geht in Mark und Bein. Selbst die Gitarrensolos von Friedl Schütz reissen den Hörer mit und der Song wird durch die satten Drums förmlich ins Gehirn geprügelt. „Leben“ ist nicht minder leise und kommt ohne eine Einleitung daher, denn hier drückt die Band sofort wieder aufs Gas. Der Song überzeugt durch einen geilen Refrain der Mitsing-Charakter besitzt. Die eingesetzten Keyboards lassen das ganze düster erscheinen und der Song besitzt einen gewissen Groove und hämmernde Beats. Der Song „Verloren“ kommt zu Anfang etwas schwächer rüber und will zunächst nicht so ganz zünden. Irgendwie wirkt die Nummer unfertig. Macht aber nix, denn im Refrain fängt die Band sich wieder und in der Mitte, wird wieder richtig aufs Gas gedrückt. Immer mehr, muss ich bei der Band an „Oomph!“ oder „Rammstein“ denken. Dies heisst nicht, dass „Teufelskreis“ eine billige Kopie dieser Grössen sind, „Teufelskreis“ besitzen zwar durchaus Ähnlichkeit mit diesen Bands, ihre eigene Identität ist ihnen jedoch unabdingbar.

Video Thumbnail
Teufelskreis - Eifersucht (High Quality)

Der Track „Eifersucht“ ist aus meiner Sicht die beste Nummer auf diesem Album. Musikalisch wurde ganze Arbeit geleistet. Ein Song, wie er sein soll. Melodien, Riffs und Umsetzung passen einfach grossartig zusammen und auch der Text erzählt eine Geschichte, wie sie vielen Menschen tatsächlich passiert. Mit „Gefangen“ kriegen wir einen ordentlichen Heavy-Groove und der Refrain ist einfach stark. Die Hook hingegen wirkt etwas krampfhaft, leitet aber den breitbeinigen Refrain ein und so kann auch „Gefangen“ sich retten, hinkt aber im Vergleich zu „Eifersucht“ ein wenig hinter her. Mit „Ein Leben lang“ geht es beinhart weiter und „Verlorenes Spiel“ verströmt einen gewissen Flair, ist aber etwas zu lange auf demselben Riff aufgebaut. Der Sound wirkt ein wenig langatmig und kann hinsichtlich des Arrangements nicht ganz punkten, im Anbetracht des Textes jedoch schon. Die obligate Ballade gibt es mit „Im Angesicht“, hier wird körperliche Gewalt an Kindern, Kriege und Not anprangert. Dies aber nicht auf eine peinliche Art und Weise, sondern es wird schlichtweg die Wahrheit ausgesprochen. Die seichte Seite des Tracks weicht ab Mitte des Songs der gewohnten Heavyness und wird so zur Powerballade mit Ohrwurmcharakter.

Teufelskreis Logo

Mit „Schein Tod“ geben „Teufelskreis“ wieder richtig Gas und dass mit einer in Mark und Bein gehenden Energie. Mal wieder sind die Lyrics wirklich gut und bringen alles einfach glaubwürdig rüber. Der Song „Vorbei“ beschreibt das Ende einer Beziehung zwischen zwei Menschen. Dieser Song ist eine Heavy Nummer vom feinsten und auch am Text gibt es nichts zu nörgeln. Der Track rockt und ist ein guter Ausstieg aus dem Erstlingswerk der Wiener Combo. Die Bonustracks „Eifersucht“ als Radio Edit ist eine etwas gekürzte Fassung des oben genannten Titels und der Dance Remix von „Ein Leben lang“ lassen wir mal so stehen und ist sicher eher was für Clubs. „Spuren der Vergangenheit“ tritt einfach in den Arsch, auch wenn hier nicht alle Songs den gleichen hohen Standard erreichen, kann man schon von einem mitreissenden Album sprechen, denn spätestens jede zweite Nummer zieht die Aufmerksamkeit wieder auf sich. Manchmal packt einen der Text, manchmal ein Riff. „Teufelskreis“ sind 2009 bei weitem weniger eingefahren als bei der nächsten Platte. Klar bedeutet das auch eine weniger ausgeprägte Identität, aber das Markenzeichen der Band ist ja hauptsächlich der Gesang und der drückt seinen Stempel mächtig auf.

Video Thumbnail
TEUFELSKREIS - Leben

„Spuren der Vergangenheit“ ist aus meiner Sicht das beste Album der Band. Hier wollte man noch einfach Musik machen, die einen gewissen künstlerischen Anspruch hat und dass ist auch gelungen. Schnörkel hat man sich erspart und auch zu viele Stilexperimente braucht hier niemand zu fürchten. Themen, wie das Hinterfragen des eigenen Schicksals und die Aussichtslosigkeit der Situation, schwingen spürbar durch das gesamte Album. Jeder Song für sich schafft es, das jeweilige Gefühl zu transportieren, doch wirken die Songs trotz der eingehenden Refrains und Texte – oder gerade deswegen, ein wenig zu einheitlich. Mir hätte etwas mehr Abwechslung beim Songaufbau gefallen, obwohl ich zugeben muss, dass durchaus etwas hängen bleibt. „Teufelskreis“ liefern mit „Spuren der Vergangenheit“ eine solide deutschsprachige Scheibe ab, die sowohl für Metalfans, Deutschrock Fans, Heavy Fans im allgemeinen und auch Fans der Neuen Deutschen Härte zu empfehlen ist. Besonders Freunde von Bands wie „Rammstein“, „Megaherz“, „Oomph!“ und in gewisserweise auch „Eisbrecher“ werden ihre Freude haben. Die wenigen schwachen Momente sind verzeihlich und selbst traditionelle Metalfans sollten sich die Jungs ruhig mal anhören!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Zerrissen
  2. Leben
  3. Verloren
  4. Eifersucht
  5. Gefangen
  6. Ein Leben lang
  7. Verlorenes Spiel
  8. Im Angesicht
  9. Schein Tod
  10. Vorbei
  11. Eifersucht (Radio Edit)
  12. Ein Leben lang (Dance Remix)

No review found! Insert a valid review ID.

DBD: Verdammt – Teufelskreis

Teufelskreis

Die Heavy Rocker „Teufelskreis“ präsentiert ihr brandneues Video „Verdammt“. Der Clip wurde in Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma Bildstörung verwirklicht und die packende Performance von Hauptdarstellerin Anjeli verschafft dem Song den nötigen Ausdruck. Die Sticks bei Teufelskreis wird fortan Christian Platschek (Esseker) schwingen. Platschek ist passionierter Drummer und wird fortan als festes Mitglied bei „Teufelskreis“ zu sehen und zu hören sein

Video Thumbnail
Teufelskreis - Verdammt (Music Video)

Mehr zu „Teufelskreis“ findet ihr auf Spotify, Deezer und Facebook.