Album Review: Supersuckers – Get The Hell

Die „grösste Rock’n’Roll-Band der Welt“ veröffentlicht ihr neuntes Studioalbum und kehrt damit wütend zu den eigenen Punkrock-Wurzeln zurück! Die Supersuckers präsentieren sich als perfekt geölte Rock’n’Roll-Maschine in Bestform und eins ist sicher: Die dreizehn neuen Songs werden schon bald zu den grossen Klassikern der Supersuckers-Bandgeschichte zählen. Denn „Get The Hell“ ist eine einzige geballte Schallwellen-Attacke, bestehend aus rüden Riffs, harmonischen Hooks und dickem Rock’n’Roll mit noch dickeren Klöten. Hier regiert der Rock und Eddie Spaghetti und Konsorten rocken sich breitbeinig durch ein mächtig eingängiges Album. Supersuckers und ihr neues Album „Get The Hell“ muss man einfach mögen, weil man sonst keinen Rock’n’Roll mag!

Supersuckers - Get The Hell

Aufgenommen wurde die Scheibe in Willie Nelsons berühmtem Arlyn Studio in Austin, Texas und das Mixen übernahmen Dwarves-Fronter Blag Dahlia und der Soundtüftler Andy Carpenter. Dabei zeigt das Album eine Band, die sich auf der Höhe ihres Schaffens befindet – mit hymnischen Refrains und absolut headbangingtauglichen Akkordfolgen. Nach einem kurzen Intro gibt der straighte Rocker „Get The Hell“ die generelle Marschrichtung unmissverständlich vor. Die Band nutzt dabei jeden Funken ihrer langjährigen Erfahrung und bieten einen umfassenden Querschnitt durch die Geschichte der amerikanischen Rockmusik. Die Band folgt einer einfachen Formel und kombiniert rockige Riffs, eingängige Melodien sowie griffige Refrains mit einer Prise Punk und trifft mit jedem Song ins Schwarze.

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The Supersuckers "Get The Hell" (Available in HD)

Die anderen Songs auf „“Get The Hell“ erzählen Geschichten von romantischen Ausschweifungen („High Tonight“), Exzessen biblischen Ausmasses („Gluttonous“), boshafter Besessenheit („Something About You“) sowie den Leiden eines kompletten Verlierers („Fuck Up“). Und da die Supersuckers sich nie zu schade sind, auch mal einen – vollkommen unerwarteten – Coversong zu spielen, demonstrieren sie ihre musikalische Klasse, indem sie die Tracks „Rock On“ von Gary Glitter und „Never Let Me Down Again“ von Depeche Mode gehörig durch den Fleischwolf drehen. Seit ihrem 1992 erschienenen Debüt waren die Supersuckers nahezu unaufhörlich auf Tour und haben sich dabei die Bühne mit solch illustren Kollegen wie Social Distortion, Bad Religion, den Ramones, Motörhead, Flogging Molly, den Butthole Surfers, Reverend Horton Heat, den New York Dolls, den Dwarves, White Zombie oder Nashville Pussy geteilt.

Supersuckers Band

Wer auf der Suche nach einer unkomplizierten Rock’n’Roll-Vollbedienung ist, die einfach mächtig Spaß macht und sich mit den wesentlichen Themen wie Frauen, Alkohol und Party beschäftigt, muss hier zugreifen. So einfach und schnörkellos kann es gehen – egal ob beim Social Distortion lastigen „Pushin’ Thru“ oder dem trockenen Boogie-Groove von „Bein‘ Bad“. Da zischt Rock’n’Roll pur durch die Gehörgänge und krallt sich darin fest. Eddie Spaghetti muss schon lange niemandes Freund mehr sein – und ich bezweifle, dass das jemals der Fall war. Die Supersuckers sind auch nach einem Vierteljahrhundert noch explizit und starten eine poetische Offensive zwischen dreist-lässiger Anzüglichkeit, dunkel blitzender Sonnenbrille, Mittelfinger mit Schlagring und illegaler Substanz, die sich gewaschen hat, dabei aber so dreckig ist, dass Menschen unter 21 Jahren und vor 23 Uhr vom Konsum absehen sollten. Neben dem genannten „Pushin‘ Thru“ beeindrucken auf „Get The Hell“ am meisten die griffigen „Something About You“ und „High Tonight“. Die Coolness tropft dieser Scheibe eiskalt aus jeder Rille und dabei sieht man vor dem inneren Auge ständig irgendwelche tätowierten Typen unter der staubigen Sonne am Rande der Wüste. Dafür bedarf es nicht mal der Mundharmonika, wie sie in „Fuck Up“ zum Einsatz kommt.

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SUPERSUCKERS - "Pushin' Thru" (OFFICIAL VIDEO)

Das im Januar 2014 erscheinene „Get The Hell“ ist das erste Studioalbum nach einer fünfjährigen Veröffentlichungspause. Insgesamt 13 Tracks in gut 35 Minuten, das sagt viel darüber aus, wo die Kadenz liegt, dass es sich um kurze – aber heftige – Nummern handelt. Da ist kein Platz für Weichspülerei und Balladengehampel. Da könnt ihr die Frauen getrost zuhause lassen Männer. Und bestellt präventiv schon mal ein Taxi, bei dem Sound gehen sowohl Bier als auch Whiskey ungehindert und weich den Hals runter. Die Instrumentierung ist klassisch, zwei Gitarren, Bass, Drums und jede Menge auch mehrstimmigen Gesang. Mir persönlich gefällt natürlich der Dreck an der Geschichte, wimmernde Gitarrenriffs, klassische Distortion-Effekte, alle Songs wirken so, als wären sie ausschliesslich für die Live Performance geschrieben. CD oder Vinyl quasi als Nebenprodukt. Die Supersuckers sind nicht nur eine Band, sie sind eine Rock’n’Roll Institution und nennen sich berechtigterweise „The Greatest Rock n Roll Band In The World“.

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Supersuckers Logo

Trackliste:

  1. Intro
  2. Get The Hell
  3. Something About You
  4. Fuck Up
  5. High Tonight
  6. Pushin‘ Thru
  7. Never Let Me Down Again
  8. Gluttonous
  9. Disaster Bastard
  10. Bein‘ Bad
  11. That’s What You Get For Thinkin‘
  12. Shut Your Face
  13. Rock On
Album Review: Supersuckers - Get The Hell
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