Album Review: Suborned – From Space

In thrash we trust! Und „Suborned“ stehen für Thrash Metal aus der Schweiz. Mit ihrer Debüt-EP „Hazardous Substances“ traten sie 2011 zum ersten Mal in das Licht der Öffentlichkeit und am 21. November dieses Jahres erschien ihr erstes Full Length Album „From Space“. Die Truppe wird angeführt von einer Dame namens Lucie Werlen, Raymond Weibel zupft den Bass, Valentin Mössinger die Gitarre und Stefan Häberli hämmert auf die Felle. Der Sound kann ohne Weiteres in Richtung „Destruction“, „Overkill“ oder „Legion of the Damned“ eingeordnet werden, doch „Suborned“ kopieren nicht einfach plump, sondern bringen sehr viele eigene Ideen und Arrangements in ihren Sound ein.

Suborned – From Space

Suborned“ wurden 2010 ins Leben gerufen und schnell fand man sich nach einigen erfolgreichen lokalen Liveshows im „Little Creek Studio“ (u.a. „Destruction“, „Fear My Thoughts“, „Pro-Pain“) wieder, um die Debut-EP „Hazardous Substances“ einzuspielen, welche in der Szene äusserst positiv aufgenommen wurde. Auf diesen ersten Schritt folgten weitere Erfolge im Livesektor und so konnte die Band heimische und ausländische Bühnen mit Bands wie „Destruction“, „Municipal Waste“ oder „Vader“ teilen. Im Anschluss begannen 2013 die Vorbereitungen für ihr erstes Full-Length Album „From Space“, welches wieder im „Little Creek Studio“ aufgenommen wurde. Nach dem Ausstieg ihres damaligen Drummers Remo wurde die Platte vom mehrmaligen Schweizer Drum-Champion Alain Ackermann eingespielt.

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Suborned - Sexolence

Mit „From Space“ knallen uns „Suborned“ ein Album mit viel Potential um die Ohren. Die junge Band hat sich dem Thrash Metal verschrieben, viel Innovatives kann man hier sicherlich nicht erwarten, aber das Kleeblatt um Frontfrau Lucie macht mächtig Druck und kann sich auf seine handwerklichen Fähigkeiten voll und ganz verlassen. Die Breaks werden von einer gut harmonierenden Rhythmusfraktion perfekt in Szene gesetzt und die Riffs haben absolut internationales Niveau. Auch die Vocals von Lucie fallen positiv auf und sind stimmlich irgendwo in der Gegend von Overkill’s Bobby und Destruction’s Schmier angesiedelt. Schön aggressiv, trotzdem dem Gesamt-Sound dienlich und gut in Szene gesetzt. Musikalisch haben sich die Vier dem Thrash Metal der alten Schule verschrieben und legen mit „Hit It“ auch gleich ordentlich los. Die Riffs klingen dabei angenehm räudig und auch die Produktion ist ganz im Sinne der musikalischen Ausrichtung. Erbarmungslos wird nach vorne geprescht, gitarrentechnisch adäquat geschreddert von Valentin Mössinger.

Suborned – Band

Der anschliessende Titeltrack „From Space“ setzt diesen Weg konstant fort und ergänzt das Klangbild mit einem typischen Speed Metal Riffs der 80er Jahre. Starker Einstieg und das Geschoss schlecht hin! Eingeleitet mit einer genialen Leadgitarre, einer Melodie, die ein paarmal im Song regelrecht zelebriert wird, entpuppt sich dieser Song ganz automatisch zum Highlight des Albums. Bei den Tracks „Sexolence“ und „My Steps“ gibt sich sogar kein Geringerer als Meister Schmier persönlich die Ehre. Erst genannter Song ist absolut super und tönt schon richtig ausgereift, während er in machen Passagen gar virtuos erscheint. Was für eine Komposition! Mit „Under the Yoke“ haben Suborned gleich noch einen fetten Thrasher auf dem Album, mit dem man dieses Langeisen wohl jedem Genre-Liebhaber schmackhaft machen kann. Man höre auch den Midtempo-Stampfer „Bitch“ mit herrlich gossenartigem Refrain. Schmutzig und anrüchig – Mensch Lucie, wie kannst du nur?! Bei „My Step“ fehlen etwas die Ideen. Diese scheinen „Suborned“ leider zum Ende hin etwas ausgegangen zu sein.

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Suborned - From Space

Die Quintessenz liegt bei diesem Album eindeutig auf Schnelligkeit und „Voll auf die Fresse“, doch zwischendurch wird auch mal etwas der Fuss vom Gas genommen und mit Slo-Mo Riffs gearbeitet. „Suborned“ haben mit „From Space“ eine flotte Sohle aufs Parkett gelegt. Der Mix aus netten musikalischen Ideen und Kompromisslosigkeit kann voll und ganz überzeugen, Anleihen an Overkill, Destruction und ab und an auch Slayer sind den Schweizern dienlich und fallen absolut nicht negativ ins Gewicht. Im Vergleich zur EP hat man stark an den Ohrwurmqualitäten der Songs gefeilt und beispielsweise mit „Bitch“ und „Under The Yoke“ zwei echte Live Granaten im Repertoire. Ansonsten sind die Songstrukturen glücklicherweise weiterhin keinesfalls einfallslos, sondern mit vielen Details gespickt. Leider kann der Gesang nicht immer mit der starken Instrumentalfraktion mithalten. In den Refrains mag dieser Aspekt aufgrund des Einsatzes von Gangshouts nicht auffallen, aber in den Strophen ist es ganz deutlich zu merken. Speziell in „Simply Darwin“ und „My Step“ fällt auf, dass Shouterin Lucie sich enorm anstrengen muss um mit dem Rest mithalten zu können und ihr teilweise etwas die Puste ausgeht.

Suborned – Band

Fazit zu „From Space“: Fabelhaftes Gewitter – die Ausserirdischen sind gelandet! Die Weichen sind gestellt, das Konzept passt und die Hausaufgaben sind ebenfalls erledigt. Durch etwas mehr Abwechslung und eine solide Live-Performance sollte in Zukunft noch einiges mehr von „Suborned“ zu Hören sein. Eine interessante Scheibe, die auch noch Luft nach oben lässt, wenn man zum Beispiel an den Vocals arbeitet, ist noch Einiges drin! Produzent V.O. Pulver (manchem vielleicht noch von Poltergeist oder GurD bekannt) hat in seinen Little Creek Studios einen angemessenen Sound geschmiedet, der für Thrash-Verhältnisse absolut keine Wünsche offen lässt. Thrasher sollten die Band unbedingt mal checken. Wer Thrash Metal im Blut hat, wird hier anständig die Rübe trashen.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Hit It
  2. From Space
  3. Sexolence
  4. Bitch
  5. Under The Yoke
  6. Hazardous Substance
  7. Simply Darwin
  8. Demon
  9. My Step

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