Album Review: Solar Fake – Reasons To Kill

Gut Ding will Weile haben, doch nun hat das Warten ein Ende! Vor über zwei Jahren erschien das letzte Album „Frontiers“ von „Solar Fake„. Grund genug für Sven Friedrich sich ins Studio zurückzuziehen und an einem neuen Longplayer zu basteln. Die Erwartungen an den neuen Longplayer dürften gewaltig sein, nachdem das Vorgängeralbum die Tanzflächen der Szeneclubs im Sturm erobert und sich die maximal möglichen acht Wochen auf den vorderen Plätzen der DAC (Deutsche Alternative Charts) gehalten hat. Das neue Album heisst nun „Reasons To Kill“, ist mittlerweile das 3. Studioalbum und beleuchtet vor allem die Schattenseiten des menschlichen Daseins. Auf die Frage, ob es wirklich so viele Gründe gibt, um zu töten, hat Sven nur eine Antwort: „Ja“. In Wirklichkeit verbirgt sich hinter diesem einen Wort ein ausgeprägter Sinn für Ironie, denn eigentlich „hätte das Album eher ‚Reasons Not To Kill‘ heissen müssen, denn damit wäre ich schneller fertig. Aber das hätte mir zu harmonisch geklungen und so fühlt sich alles momentan nun mal nicht an“, so der Sänger. Dabei herausgekommen ist ein durchgängig hör- und tanzbares Electroalbum mit unterschiedlichen Einflüssen und der markante Stimme von Sven Friedrich.

Solar Fake - Reasons To Kill

„Reasons To Kill“ bietet 11 Tracks mit abwechslungsreichem Electro, treibenden Beats und diesen unverwechselbaren Melodien, die es eben nur aus dem Hause „Solar Fake“ gibt. Tanzbar und eingängig, ohne dabei plump zu sein. Man geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter, wobei sich das Berliner Duo weder wiederholt, noch seinem Sound untreu wird. Abwechslung war schon seit den Anfangstagen von „Solar Fake“ das bestimmende Thema und so findet man auch auf „Reasons To Kill“ neben Trance-Einflüssen einige Dubstep-, Industrial- und EBM-Anleihen, ohne dabei in Klischees abzugleiten. Und wie auch immer Sven Friedrich es anstellt, aber die einzelnen Fragmente verbinden sich fast schon magisch zu einem wohlstrukturierten Gesamtkonzept, das immer eine klare Linie verfolgt, ohne dabei jemals langweilig oder überholt zu klingen. Songs wie „I hate you more than my life“, „Face me“ und „My Spaces“ vereinen Aggressivität und Schönheit, als wäre es das normalste der Welt und werden sicher in kürzester Zeit ihren Weg finden und für volle Tanzflächen sorgen.

Solar Fake

Fast schon könnte man „Change The View“ leichte EBM Anleihen andichten, zumindest aber Future Pop. Gut ist, dass Sven Friedrich nicht immer auf den Charme seiner Stimme setzt, sondern diese auch mal angenehm rau und bedrohlich erklingen lässt. Für Liebhaber der melancholischen Ader gibt es auch ein paar ruhigere Tracks, „Rise And Fall“ begeistert durch eine wundervolle Begleitmelodie die sich Svens Gesang perfekt anschmiegt und der Schlusssong „The Pages“ ist eine anfängliche Pianoballade die sich in einen tanzbaren Electro-Track verwandelt. Auch auf diesem Album gibt es wieder eine Cover-Version. Dieses Mal nahm man sich „One Step Closer“ von Linkin Park an. Ein mehr als gelungenes, kraftvolles Cover das wirklich überzeugend ist und es ganz schön in sich hat. Im Original von Linkin Park, verpassten „Solar Fake“ dem Song mal eben so ein wesentlich elektronischeres Gewand und jede Menge Industrial-Flair. Wem der Song im Urzustand schon recht aggressiv vorkam, der wird sich verwundert umschauen wenn er merkt, dass Sven Friedrich dem Song mit seinem Gesang und dem von Gitarren-Amps aufgeputschten Song noch eine Extra-Dosis Aggressivität verliehen hat. Sven dazu: „Ich habe mit verschiedenen Synthesizern versucht, den Sound hinzubekommen, der diesem Song gerecht wird und hab am Ende einfach alles durch Gitarren-Amps gejagt und aufgenommen.“

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Solar Fake - Reset to default

„Solar Fake“ haben sich mit ihrem nunmehr dritten Studioalbum zu einer festen Institution im Elektro-Universum gemausert und können ganz sicher nicht mehr als Eintagsfliege oder „Hobby-Produktion“ abgetan werden. Sven Friedrich bewegt sich auf diesem Parkett ebenso stilsicher, wie auch auf denen seiner beiden anderen Projekte „Zeraphine“ und „Dreadful Shadows“. Selbst wenn man eigentlich nicht so auf düstere Elektrosounds steht, schaffen es „Solar Fake“ den Hörer schnell in ihren Bann zu ziehen. Die Füsse krampfhaft stillstehen zu lassen ist so gut wie unmöglich, denn irgendwann erwischt es jeden! Mit „Reasons To Kill“ haben „Solar Fake“ fast schon in gewohnter Manier eine richtig gute Electro-Scheibe am Start – ein kleiner funkelnder Electro-Diamant, der mit seinem Glanz ganz sicher die vorderen Plätze der Deutschen Alternative Charts beanspruchen wird. Alles in allem ist „Reasons to Kill“ ein mehr als gelungenes und hörenswertes Album. Es besticht mit treibenden Beats und ist so abwechslungsreich, dass es einem beim Zuhören garantiert nicht langweilig wird! Letztlich ist „Reasons To Kill“ ein richtig gutes Album das in allen Belangen rund und stimmig klingt.

Solar Fake

Tracklist:

  1. I Hate You More Than My Life
  2. Face Me
  3. Change the View
  4. When I Bite
  5. Reset to Default
  6. Rise and Fall
  7. I’d Better Break
  8. My Spaces
  9. One Step Closer
  10. My Bleeding Heart
  11. The Pages
Album Review: Solar Fake - Reasons To Kill
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Originalität8
Tempo6
Musikalische Fähigkeiten7
Gesang7
Songtexte7
Substanz8
Produktion8
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