DBD: Battle March/Tank Treads (The Blood Runs Red) – Raven

Raven stellen ihr Video zum neuen Song „Battle March/Tank Treads (The Blood Runs Red)“ vor und rühren damit die Werbetrommel für ihre aktuelle Platte „ExtermiNation“ (das Album Review gibts hier), welches die britischen Metaller teilweise durch eine Crowdfunding-Aktion finanzierten, um ihre Plattenfirma SPV/Steamhammer zu entlasten…

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RAVEN: "Battle March/Tanks Treads (The Blood Runs Red) - (official video)

Album Review: Raven – ExtermiNation

Seit mehr als 40 Jahren sind John und Mark Gallagher für den Metal unterwegs, die meiste Zeit davon mit Drummer Joe Hasselvander. Auch wenn die Veröffentlichungsfrequenz seit Mitte der 90er Jahre deutlich abgenommen hat, legt „Raven“ mit „ExtermiNation“ so viel Qualität vor, das man mit Fug und Recht als richtiges Brett bezeichnen kann. Nach ihrem gelungenen Comeback mit „Walk Through Fire“ kommt die NWoBHM-Legende jetzt mit einem neuem Album um die Ecke, das (fast) pünktlich zum 40-jährigen Bandjubiläum erscheint. „Raven“ offerieren auch auf ihrem neuesten Werk die perfekte Mixtur aus Metalhymne, NWoBHM-Spirit, Speed Metal und absolutem Chaos. „Raven“ klingen wie keine zweite Band und keine Band klingt wie „Raven“.

Album Review: Raven - ExtermiNation

Ähnlich wie ihre kanadischen Kollegen von „Anvil“ standen die Briten zu Beginn der 80er in den Startlöchern des metallischen Rennens um Ruhm und Ehre, um dann am Ende Metallica oder Megadeth vorbeiziehen zu sehen und selbst blieb man mit Anvil irgendwo stecken. Weder kommerzielle, noch gesundheitliche Rückschläge konnten „Raven“ bis dato aufhalten. Tapfer schleppte sich die Band weiter und heute sieht es eigentlich wieder ganz gut aus. „ExtermiNation“ ist insgesamt ein druckvolles, spielfreudiges Album geworden. „Raven“ galten schon immer als Inspiration für zig andere Bands, ohne „Raven“ gäbe es heute wahrscheinlich weder Thrash- noch Speed Metal. Und irgendwie sind die Gallagher-Brothers samt ihrem „Weird“-Drummer Joe Hasselvander unkaputtbar. Die in die USA immigrierten Engländer haben mit „Rock Until You Drop“ und „Wiped Out“ Klassiker für die Ewigkeit veröffentlicht und auch das letzte Studioalbum „Walk Through Fire“ war wirklich gut.

Raven Band

Der vorliegende Output „ExtermiNation“ wurde kurzerhand über eine Kickstarter-Crowdfunding-Kampagne, bei der man satte 27’000 $ sammeln konnte, finanziert, was zur Folge hatte, dass man gleich ein Kickstarter-Only-Cover-Album namens „Party Killers“ drauflegte. Das satte Aufnahmebudget spiegelt sich vor allem im wirklich knackigen, aber keinesfalls überdrehten Sound wieder, für den Toningenieur Kevin 131, mit dem die Band schon beim Vorgänger „Walk Through Fire“ gearbeitet hatte, verantwortlich zeichnet. Die positive Energie ihrer legendären Liveshows findet sich auch auf „ExtermiNation“ wieder. Mark Gallagher liefert seine bis dato aggressivste Gesangsperformance ab und die charakteristischen Screams werden seltener eingesetzt als in der Vergangenheit. Wie gehabt regiert schnörkelloser Heavy Metal zwischen stampfender Schlichtheit und rasanter Dynamik. Dass John Gallagher die ganz hohen Töne nicht mehr so ganz hundertprozentig trifft, kann man verschmerzen, solange schmissige Uptempo-Klopfer wie „Destroy All Monsters“ oder „Feeding The Monster“ – ja was denn jetzt, zerstören oder füttern? – in klassischer Frühzeit-Metal-Manier direkt ins Schwarze treffen.

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RAVEN "Destroy All Monsters" (Official Lyric Video)

Vom Start weg wird mit einer Spielfreude und Energie drauflosgeholzt, dass dem Hörer gar nichts anderes übrig bleibt, als breit grinsend durch die Wohnung zu springen, wahlweise die Luftklampfe oder das Haupthaar zu schwingen und bei jedem der zahlreichen Hitrefrains mit einzustimmen. Einfachste Riffs werden hier mit solcher Inbrunst vorgetragen und gleich im Dutzend verbraten, dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, sich darüber zu beschweren, dass hier Innovationen eher klein geschrieben wird. Was bei anderen Bands hüftsteif oder angestaubt klingt, tönt bei „Raven“ frisch und druckvoll, mal von der leicht schlappen Bassdrum abgesehen. Mit „Fight“ und „Feeding The Monster“ haben „Raven“ zwei echte Anwärter auf den Titel „Heavy-Metal-Song des Jahres“ am Start. Die Abrissbirne „Battle March Tank Treads“ fordert mit ihrer knochentrockenen Aggressivität dem geneigten Fan alles an Kopfnick-Kondition ab, was die Rübe hergibt. Mit „Fire Burns Within“ nimmt man den Fuss vom Gaspedal, um es dann mit „Scream“ wieder voll durchzudrücken. Allerdings zu sehr, denn der Rest des Albums beinhaltet keine Heavy-Kracher mehr. „One More Day“ hätte sich im Repertoire von „The Answer“ besser gemacht und „Thunder Down Under“ ist eher eine Hommage an AC/DC als an Iron Maiden oder Def Leppard. „Golden Dawn“ ist das perfekte Intro zu „Silver Bullet“, denn beides ist nicht mehr als Füllmaterial. Das Album wird abgeschlossen von der Ballade „River Of No Return“ und der Bonus-Track „Malice In Geordieland“ beweist einiges an Humor gepaart mit mächtig Dampf im Kessel.

Raven Band

Von den Songs her ist sich „Raven“ natürlich treu geblieben, besonders die Gitarrenarbeit von Mark Gallagher kann Akzente setzen und so richtig schlechte Songs werden auf der vorliegenden guten Stunde eigentlich keine verbraten. Dennoch ist „ExtermiNation“ nach meinem Dafürhalten eine Spur zu lang(atmig) ausgefallen, denn hie und da schleicht sich doch eine gewisse Ermüdung ein. Diese wird zwar durch die schnelleren Tracks wie z.B. „Fight“ oder „Feeding The Monster“ irgendwie weggebröselt, aber ein, zwei Tracks weniger hätte der Scheibe sicherlich gut getan. Musste man wirklich eine Doppel-LP füllen, bloss weil man es kann? Wie auch immer sind die Melodien stets unaufdringlich, aber meist doch mitreissend. „ExtermiNation“ lässt zwar die hektische Verrücktheit und den Wahnsinn der frühen Alben ein gutes Stückchen hinter sich, doch schmälert das die Qualität der Band nicht im Geringsten. Stilistisch als auch qualitativ kann man den Silberling irgendwo zwischen dem 88er Album „Nothing Exceeds Like Excess“ und dem 97er „Everything Louder“ einordnen und wer auf knackig natürlich NWoBHM-angehauchte Tunes steht, macht mit der Anschaffung von „ExtermiNation“ absolut keinen Fehler. Ein absolutes Muss für Raven-Fans und ein lohnender Einstieg in den Kosmos dieser sympathischen, chaotischen Truppe. Das allerwichtigste ist jedoch, dass „ExtermiNation“ der perfekte Grund für eine neue Tour der Band ist und live sind die Herren bekanntermassen eine wahre Macht.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

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Tracklist:

  1. Destroy All Monsters
  2. Tomorrow
  3. It’s Not What You Got
  4. Fight
  5. Battle March/Tank Treads (The Blood Runs Red)
  6. Feeding The Monster
  7. Fire Burns Within
  8. Scream
  9. One More Day
  10. Thunder Down Under
  11. No Surrender
  12. Golden Dawn
  13. Silver Bullet
  14. River Of No Return
  15. Malice In Geordieland (Bonus Track)
Album Review: Raven - ExtermiNation
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Originalität7.5
Tempo8
Musikalische Fähigkeiten9.5
Gesang8.5
Songtexte8
Substanz8
Produktion8
Langlebigkeit7
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