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Pyramaze veröffentlichen am 22. Mai ihr neues Album “Disciples Of The Sun”. Hier gibts für euch das Lyrics-Video, bei welchem man sich davon überzeugen kann, wie Neo-Sänger Terje Harøy seine Sache denn so macht…

Divided by oceans, bound together by brotherhood, we must become that which divides us…. we are Pyramaze, and we are the Ocean!

“Vetten Äpärät” kommen aus Finnland und ist tief in der Skandinavischen Folk Musik verwurzelt, dies ist zumindest der erste Eindruck. Seit Ende März gibt es die Debütsingle “Sydäntalven Viha” und ich kenne Bands die daraus zwei bis drei Songs gebastelt hätten, denn der Song ist fast 8 Minuten lang. Immer wieder wechselt die Musik von ruhigeren Phasen zu wirklich aggressiven Parts mit viel Drums und hartem Gesang. Das Ganze wird aufgepeppt durch orchestrale Versatzstücke und am Ende ist man von dem Song richtig gefangen.

Die Single soll Lust auf das bald kommende Album machen und dazu hat “Vetten Äpärät” alles richtig gemacht. Der Song ist abwechslungsreich und trotzdem in sich eine stimmige und melodische Einheit. Handwerklich ist nichts auszusetzen und auch von den Emotionen kommt einiges rüber. Wenn man jetzt noch finnisch sprechen würde, wäre der Text sicherlich auch interessant. Der Homepage und der Biographie nach zu urteilen, greifen sie tief in die Mythologiekiste. Wer auf Folk Metal steht sollte sich die Single ruhig mal als Appetithäppchen für das Album zulegen.

Kauan etsin tuonen teiltä
Kauan löytämät määränpäätä
Suruni jäätynyt maailman metsiin
Korven ikiroudassa

Kauan etsin tuonen teiltä
Kauan löytämät määränpäätä
Suruni jäätynyt maailman metsiin
Tuonelan ikiroudassa 2x

Hurmet on maassa lumisessa penkassa
Kuutamo valaisee nuo tienoot ja pellot
Elämä on loukussa kinosten alla
Moni tekee kuolemaa alla kuusiston

Tunne sinä kurja saasta elämän kävelvän Tuonelaansa
Rautani pyyhin nahkoihisi ja käyvän otan taltehini
Juoskaa kowaa viel kun voitte, talven vihaa pakoon hoitte
Katkera on loppu Sydäntalven häpäisijen!

Tervetuloa Pohjolaan, Kaamoksen Valtakuntaan!

“Tuoni sulle korjahasi,
Manalainen matkoihisi!
Vilu on olla viltin alla,
Kolkko korjassa eleä.
Salot vastahan saneli,
Kankahat nuo kajahteli,
Kohennihin kuolemahan,
Heitin katoamahan!”
Kauan etsin tuonen teiltä
Kauan löytämättä määränpäätä
Suruni on jäätynyt maailman metsiin
Korven ikiroudassa

Kauan etsin tuonen teiltä
Kauan löytämättä määränpäätä
Suruni on jäätynyt maailman metsiin
Tuonelan ikiroudassa

Huumassa kauheessa rivouksia huutelmassa
Vähäiset ne parkuvat sormiensa paleltues
Viimassa huutavat henget nuo Pohjolan tuulten
Nauraen sotajoukon kuolemalle

Houkat kuolevaiset etsivät kultaa
Vaan löytävät Pohjolasta routaista multaa
Kadotkaa ja paetkaa te ikiajoiksi
Tai sielunne kirottu on kalman madoiksi

Tervetuloa Pohjolaan, Kaamoksen Valtakuntaan!

“Tuoni sulle korjahasi,
Manalainen matkoihisi!
Oisin kuollut, kurja raukka,
Oisin katkennut, katala,
Siihen surmansa sukesi,
Kuolemansa kohta eli,
Löyti turvan Tuonelassa,
Armon aaltojen seassa!”

Totgesagte leben länger. So scheint es zumindest der Fall zu sein bei “Full Devil Jacket“. Nachdem die Amerikaner doch Anfang 2000 auf diversen grossen Festivals spielten und Touren mit Grössen wie “Nickelback”, “Creed”, “Slayer” und “Slipknot” veranstalteten, stand die Band kurz vor dem grossen Durchbruch. Doch der Drogenabsturz von Sänger Josh Brown und der Krebstod von Gitarrist Michael Reaves versetzten der Band herbe Schläge und führten zu einem jahrelangen Verschwinden. Jetzt sind Brown und Kollegen wieder zurück, Schlagzeuger Keith Foster aus der Urformation, Bassist Moos Douglass und Gitarrist Paul Varnick vervollständigen das Lineup und an Energie fehlt es der Truppe nicht. Josh Brown und seine Kollegen halten sich nicht mit Kinkerlitzchen auf sondern starten gleich durch.

Album Review: Full Devil Jacket - Valley of Bones

Einst lebten “Full Devil Jacket” wie im Paradies, bis daraus ein Albtraum wurde. In ihren Anfangstagen tourte die Band mit Giganten wie Nickelback und Creed, mit Slipknot und Slayer, sie gehörte zum Billing des Woodstock 99-Festivals, hatten einen Videoclip auf MTV-Rotation und erfolgreiche Singles in den Hard Rock-Charts. Kurz um “Full Devil Jacket” standen an der Schwelle zum Universum internationaler Rockeliten. Dann nahm Leadsänger Josh Brown eine Überdosis Heroin und wäre fast gestorben. Dies ist mehr als zehn Jahre her, nun veröffentlichen im Mai 2015 “Full Devil Jacket” ihr zweites Album “Valley Of Bones”, das von Justin Rimer (12 Stones) produziert wurde. Um “Full Devil Jacket” musikalisch zu definieren muss man die geradlinigen Grooves und packenden Hooks ihres kraftstrotzenden Hard Rocks erwähnen und ihre Songs all jenen wärmstens ans Herz legen, die auf Bands wie “Alice In Chains”, “Pantera”, “White Zombie” oder “Korn” stehen.

Full Devil Jacket

Auf auf “Valley Of Bones” findet man wahre Geschichten, starke Statements und brutal-ehrliche Beobachtungen vom Leben, von Glauben, Familie und globalen Machtstrukturen. Frontmann Josh Brown kommentiert wichtige und zeitlose Fragen zum Zustand unserer Welt aus seiner ganz persönlichen Perspektive und mit all seiner Erfahrung. “Wenn wir Songs schreiben müssen sie absolut authentisch sein”, erklärt er, “denn ich kann nur über etwas singen, woran ich glaube. Bei heutigen Rock’n’Roll-Bands hört man zwar die gleichen Texte wie bei den Vorbildern meiner Jugend, aber ich kann keine echte Überzeugung darin entdecken. Alle Themen dagegen, die ich anfasse, habe ich selbst er- und gelebt.” Mit Browns Heroin-Überdosis endete 2002 abrupt der Bilderbuchstart einer Rockgruppe, die Hitsingles wie “Where Did You Go?” and “Now You Know” platzieren konnte. Nach einer langen Phase der Rekonvaleszenz kehrte der genesene Brown als Sänger/Songschreiber der Band “Day Of Fire” ins Scheinwerferlicht zurück. Das Debütalbum der Gruppe wurde für einen Grammy nominiert und gewann 2005 den Preis “Album Of The Year” des GMA Dove Awards, bei dem “Day Of Fire” auch in den Sparten “New Artist Of The Year” und “Rock Song Of The Year” nominiert waren. Nach insgesamt drei erfolgreichen Scheiben zogen sich “Day Of Fire” im Jahr 2010 für unbestimmte Zeit aus der Öffentlichkeit zurück.

Somit war der Weg frei für eine Rückkehr von “Full Devil Jacket”. Die erste Reunion diente dazu, um Geld für Gitarrist Michael Reaves zu sammeln, der an Krebs erkrankt war. Als Reaves dennoch starb entschieden Brown und Schlagzeuger Keith Foster, die Band in Gedenken an ihren verstorbenen Freund wieder zu formieren. “Mike war der Grund, weshalb ich heute Musik mache”, sagt Brown, “er hat mich aufgebaut, er kannte alle Spielregeln. Als wir nach sechs Jahren Pause zum ersten Mal auf die Bühne zurückkehrten, um für ihn Geld zu sammeln, spürte man wieder den Funken überspringen.” Dieser glüht auch in Shredding-Gitarrist Paul Varnick und Bassist Moose Douglass, die zur 2015er Besetzung der Gruppe zählen. “Full Devil Jacket” sind also zurück. Und sie präsentieren sich stärker als jemals zuvor. Mit “Valley Of Bones” kommt ein Album in den Handel, das gleichermassen die Coolness von Down, die mächtig-dunklen Melodien von Alice In Chains und die Modern-Rock-Attitüde von Stone Sour in sich vereinigt.

Full Devil Jacket

Was das Album sicherlich auszeichnet ist die Variabilität, die Dynamik der Tracks. Da gibt es wie gesagt das Metal-Stück mit Hardcore-Inlet ebenso wie die Rockballade, die fadengerade Rocknummer oder den Midtempo-Burner. Insgesamt dreiviertel Stunden solider und spielfreudiger Rock! Josh Brown klingt ein wenig wie der Kanadier Chad Kroeger, nur spielt seine Truppe den Sound, den Nickelback machen müssten, damit ich die Band auch heute noch hören könnte, den Balladen können nämlich auch wie “Paper Crown” klingen. Doch gibt es auf dem Album noch einige gute Tracks mehr. Der Song “Picturebox Voodoo” rechnet scharfzüngig mit Mainstream-Medien und der heutigen Popkultur ab, während sich “Seven Times Down” als aggressives Riff-Monster erweist und “Paper Crown” all jene entlarvt, hinter deren offen zur Schau gestellter Grossmäuligkeit sich in Wirklichkeit Minderwertigkeitskomplexe verstecken. Auch den Titeltrack “Valley Of Bones” sollte man sich zu Gemüte führen oder auch die zwei Balladen “The Moment” und “August”. Ebenso hebt sich “7xDown” etwas hervor, genau so wie “Blood of the Innocent”, was mein ganz persönlicher Favorit ist.

Full Devil Jacket

“Valley of Bones” ist ein echt gelungenes Comeback. “Full Devil Jacket” machen das, was sie schon vor 15 Jahren verdammt gut konnten: Harten, facettenreichen Rock. Oft klingt “Valley Of Bones” wie eine Zeitreise, doch es ist in keiner Weise überholt oder langweilig. Grade der Mix aus harten Rocknummern und doch eher ruhigeren Tönen wie im Song “What If I Say” machen intensive und energiegeladene Album aus. Es legt Zeugnis ab von einer Band, welche sich nach einem fulminanten Start, einem desaströsen Absturz und Schickalsschlägen wieder aufrappelt und mit noch mehr Energie und Power zurückmeldet. Wenn “Full Devil Jacket” live nur halb soviel bieten wie auf dieser Scheibe, dann gute Nacht. Bühnen dieser Welt, seit gewarnt! “Valley Of Bones” von “Full Devil Jacket” ist ein überraschendes sowie gelungenes Comeback, ein so richtig gutes. Hoffen wir, dass wir nun keine 15 Jahre mehr auf das nächste Album warten müssen.

Tracklist

  1. Killers
  2. Valley of Bones
  3. 7X Down
  4. The Moment
  5. We Got The Love
  6. What If I Say
  7. Blood of the Innocent
  8. Picturebox Voodoo
  9. Paper Crown
  10. August
  11. Time in The Flames
Album Review: Full Devil Jacket - Valley of Bones
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Nachdem wir bereits die komplette Megadeth-Diskografie von einem jungen Gitarristen in ein chronologisches, 19-minütiges Megadeth-Medley verpackt wurde, ist nun auch Metalfan Paschalis Theotokis zur Tat geschritten. Das Ergebnis ist ein ebenfalls chronologisches Gesangs-Medley aus 99 Metallica-Songs in 10 Minuten. Zur Unterstützung des sichtlich nicht bierernst gemeinten Vorhabens hat sich Theotokis noch eine Guitar Hero-Gitarre gegriffen und sich in zeitgeistig passende James Hetfield-Outfits geworfen.

Seit mehr als 40 Jahren sind John und Mark Gallagher für den Metal unterwegs, die meiste Zeit davon mit Drummer Joe Hasselvander. Auch wenn die Veröffentlichungsfrequenz seit Mitte der 90er Jahre deutlich abgenommen hat, legt “Raven” mit “ExtermiNation” so viel Qualität vor, das man mit Fug und Recht als richtiges Brett bezeichnen kann. Nach ihrem gelungenen Comeback mit “Walk Through Fire” kommt die NWoBHM-Legende jetzt mit einem neuem Album um die Ecke, das (fast) pünktlich zum 40-jährigen Bandjubiläum erscheint. “Raven” offerieren auch auf ihrem neuesten Werk die perfekte Mixtur aus Metalhymne, NWoBHM-Spirit, Speed Metal und absolutem Chaos. “Raven” klingen wie keine zweite Band und keine Band klingt wie “Raven”.

Album Review: Raven - ExtermiNation

Ähnlich wie ihre kanadischen Kollegen von “Anvil” standen die Briten zu Beginn der 80er in den Startlöchern des metallischen Rennens um Ruhm und Ehre, um dann am Ende Metallica oder Megadeth vorbeiziehen zu sehen und selbst blieb man mit Anvil irgendwo stecken. Weder kommerzielle, noch gesundheitliche Rückschläge konnten “Raven” bis dato aufhalten. Tapfer schleppte sich die Band weiter und heute sieht es eigentlich wieder ganz gut aus. “ExtermiNation” ist insgesamt ein druckvolles, spielfreudiges Album geworden. “Raven” galten schon immer als Inspiration für zig andere Bands, ohne “Raven” gäbe es heute wahrscheinlich weder Thrash- noch Speed Metal. Und irgendwie sind die Gallagher-Brothers samt ihrem “Weird”-Drummer Joe Hasselvander unkaputtbar. Die in die USA immigrierten Engländer haben mit “Rock Until You Drop” und “Wiped Out” Klassiker für die Ewigkeit veröffentlicht und auch das letzte Studioalbum “Walk Through Fire” war wirklich gut.

Raven Band

Der vorliegende Output “ExtermiNation” wurde kurzerhand über eine Kickstarter-Crowdfunding-Kampagne, bei der man satte 27’000 $ sammeln konnte, finanziert, was zur Folge hatte, dass man gleich ein Kickstarter-Only-Cover-Album namens “Party Killers” drauflegte. Das satte Aufnahmebudget spiegelt sich vor allem im wirklich knackigen, aber keinesfalls überdrehten Sound wieder, für den Toningenieur Kevin 131, mit dem die Band schon beim Vorgänger “Walk Through Fire” gearbeitet hatte, verantwortlich zeichnet. Die positive Energie ihrer legendären Liveshows findet sich auch auf “ExtermiNation” wieder. Mark Gallagher liefert seine bis dato aggressivste Gesangsperformance ab und die charakteristischen Screams werden seltener eingesetzt als in der Vergangenheit. Wie gehabt regiert schnörkelloser Heavy Metal zwischen stampfender Schlichtheit und rasanter Dynamik. Dass John Gallagher die ganz hohen Töne nicht mehr so ganz hundertprozentig trifft, kann man verschmerzen, solange schmissige Uptempo-Klopfer wie “Destroy All Monsters” oder “Feeding The Monster” – ja was denn jetzt, zerstören oder füttern? – in klassischer Frühzeit-Metal-Manier direkt ins Schwarze treffen.

Vom Start weg wird mit einer Spielfreude und Energie drauflosgeholzt, dass dem Hörer gar nichts anderes übrig bleibt, als breit grinsend durch die Wohnung zu springen, wahlweise die Luftklampfe oder das Haupthaar zu schwingen und bei jedem der zahlreichen Hitrefrains mit einzustimmen. Einfachste Riffs werden hier mit solcher Inbrunst vorgetragen und gleich im Dutzend verbraten, dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, sich darüber zu beschweren, dass hier Innovationen eher klein geschrieben wird. Was bei anderen Bands hüftsteif oder angestaubt klingt, tönt bei “Raven” frisch und druckvoll, mal von der leicht schlappen Bassdrum abgesehen. Mit “Fight” und “Feeding The Monster” haben “Raven” zwei echte Anwärter auf den Titel “Heavy-Metal-Song des Jahres” am Start. Die Abrissbirne “Battle March Tank Treads” fordert mit ihrer knochentrockenen Aggressivität dem geneigten Fan alles an Kopfnick-Kondition ab, was die Rübe hergibt. Mit “Fire Burns Within” nimmt man den Fuss vom Gaspedal, um es dann mit “Scream” wieder voll durchzudrücken. Allerdings zu sehr, denn der Rest des Albums beinhaltet keine Heavy-Kracher mehr. “One More Day” hätte sich im Repertoire von “The Answer” besser gemacht und “Thunder Down Under” ist eher eine Hommage an AC/DC als an Iron Maiden oder Def Leppard. “Golden Dawn” ist das perfekte Intro zu “Silver Bullet”, denn beides ist nicht mehr als Füllmaterial. Das Album wird abgeschlossen von der Ballade “River Of No Return” und der Bonus-Track “Malice In Geordieland” beweist einiges an Humor gepaart mit mächtig Dampf im Kessel.

Raven Band

Von den Songs her ist sich “Raven” natürlich treu geblieben, besonders die Gitarrenarbeit von Mark Gallagher kann Akzente setzen und so richtig schlechte Songs werden auf der vorliegenden guten Stunde eigentlich keine verbraten. Dennoch ist “ExtermiNation” nach meinem Dafürhalten eine Spur zu lang(atmig) ausgefallen, denn hie und da schleicht sich doch eine gewisse Ermüdung ein. Diese wird zwar durch die schnelleren Tracks wie z.B. “Fight” oder “Feeding The Monster” irgendwie weggebröselt, aber ein, zwei Tracks weniger hätte der Scheibe sicherlich gut getan. Musste man wirklich eine Doppel-LP füllen, bloss weil man es kann? Wie auch immer sind die Melodien stets unaufdringlich, aber meist doch mitreissend. “ExtermiNation” lässt zwar die hektische Verrücktheit und den Wahnsinn der frühen Alben ein gutes Stückchen hinter sich, doch schmälert das die Qualität der Band nicht im Geringsten. Stilistisch als auch qualitativ kann man den Silberling irgendwo zwischen dem 88er Album “Nothing Exceeds Like Excess” und dem 97er “Everything Louder” einordnen und wer auf knackig natürlich NWoBHM-angehauchte Tunes steht, macht mit der Anschaffung von “ExtermiNation” absolut keinen Fehler. Ein absolutes Muss für Raven-Fans und ein lohnender Einstieg in den Kosmos dieser sympathischen, chaotischen Truppe. Das allerwichtigste ist jedoch, dass “ExtermiNation” der perfekte Grund für eine neue Tour der Band ist und live sind die Herren bekanntermassen eine wahre Macht.

Raven Band Logo

Tracklist:

  1. Destroy All Monsters
  2. Tomorrow
  3. It’s Not What You Got
  4. Fight
  5. Battle March/Tank Treads (The Blood Runs Red)
  6. Feeding The Monster
  7. Fire Burns Within
  8. Scream
  9. One More Day
  10. Thunder Down Under
  11. No Surrender
  12. Golden Dawn
  13. Silver Bullet
  14. River Of No Return
  15. Malice In Geordieland (Bonus Track)
Album Review: Raven - ExtermiNation
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Samstag, 16. Mai 2015, 23:57
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Fernab von Mozart, volkstümlichen Tönen, Falco oder der E.A.V. gibt es in Sachen facettenreicher Musik aus Österreich noch jede Menge mehr musikalische Perlen zu entdecken. Seit 2011 bestehen “Luna Rise“, eine Dark Melodic Rock Band aus Oberösterreich. Diese fand kürzlich bei NRT-Records ein neues musikalisches Zuhause und so wurde kurzerhand die Debüt-EP “Smoking Kills But Love Can Break A Heart” neu aufgelegt. Ein gutes und empfehlenswertes Stück Musik, auf dem sich die Band sehr abgeklärt präsentiert.

Album Review: Luna Rise - Smoking Kills, But Love Can Break A Heart

Luna Rise” sind musikalisch dem finnischen melancholischen Dark- und Melodic Rock zu zuordnen und haben eine gewisse Nähe zu HIM. Allerdings beweisen “Luna Rise” auf “Smoking Kills, But Love Can Break A Heart” nicht nur eine erstaunliche Reife und Souveränität, sondern auch künstlerische Eigenständigkeit. Die Band wurde wie bereits erwähnt 2011 gründet und veröffentlichte noch im Gründungsjahr die Debüt-EP unter gleichem Titel wie bei der hier vorliegenden EP. Nachdem “Luna Rise” in diesem Jahr (2015) zu NRT-Records gewechselt sind, entschied man sich die EP erneut aufzulegen, bevor deren erstes Full Length Album “Dark Days & Bright Nights” an den Start gehen soll. Gegründet wurde das zielstrebige Quintett von Sänger Christian Lindner, der sich auf der Bühne Chris Divine nennt, sowie von Bassist Rob Rocket. Mitstreiter für das Projekt wurden schnell gefunden und waren mit dem Gitarristen Luke Vegas, Drummer Loup Garou und Tastenhexer L.X. alias Alex Dorfmayer somit komplett. 2014 holt sich die Band mit Gitarrenwunderkind Andy Earth – Gewinner des Robert Johnson Guitar Awards 2012 in Hamburg – Verstärkung. Warum der Mond so wichtig für das Gespann ist, bringt Chris Divine gekonnt auf den Punkt: “Den ‘Sunrise’, also den Sonnenaufgang, gibt es zu Dutzenden. Für mich hat der Mond immer schon etwas Mystisches gehabt.” Und diese Mystik überträgt sich 1:1 auf ihre Songs, die immer etwas Geheimnisvolles oder gar Tragisches mit sich bringen, das mit einer gehörigen Portion Pop nicht mehr aus dem Ohren zu bekommen ist.

Beim hören der EP schiessen einem unvermeidlich HIM als Vergleich in den Kopf. Mit der professionellen Produktion solcher Szenegrössen kann “Smoking Kills But Love Can Break A Heart” von “Luna Rise” jedoch noch nicht ganz mithalten. Zwar ist der Sound klar, dicht und sauber, wirkt zudem sehr modern, er hätte aber insgesamt noch druckvoller und direkter ausfallen können. Mit dem Aufdrehen der Lautstärke schwindet dieser Eindruck aber von Hördurchgang zu Hördurchgang. Alle Tracks sind auf die Refrains ausgerichtet, aber dazwischen hat ebenfalls alles Hand und Fuss, wobei die Keyboards ein wenig Richtung Artrock schielen. Die Vielfalt, mit der die Goth Rocker hier das Ganze umgesetzt haben geht ordentlich ins Gemüt. Nicht auf die melancholische Art und Weise, sondern vielmehr bieten die Oberösterreicher eine sehr mitreissende Runde. Doch nur auf die Tube drücken die Jungs auch nicht und so gibt es auch authentisches Klangmaterial, welches durchaus trauriger rüber kommt. Dennoch wird es bei ihnen niemals zu Wankelmütig. Gesanglich scheint es, als ob Mann am Mikro Chris Divine für diese Art Musik geboren wurde. Sowohl den Rock-Faktor als auch die Melancholie in der Musik von “Luna Rise” weiss er stimmlich auszudrücken, ohne sich zu sehr an anderen Künstlern zu orientieren. Jung, wenn es nötig ist ausreichend rotzig und auch mal gefühlvoll setzt Chris Divine seine Stimmbänder ein. Für das Level, auf dem sich “Luna Rise” bis dato befinden, eine solide Leistung!

Luna Rise

“Luna Rise” mögen sich auf “Smoking Kills, But Love Can Break A Heart” dem Schmerz, der Hoffnung und der Liebe widmen, aber Kuschelrock wird woanders gespielt. Das machen sie bereits mit dem ersten Song “When You Fall” deutlich. “I’ll catch you if you fall” singt Chris Lindner im eingängigen Refrain und lässt dabei nicht nur jeglichen kitschigen Pathos vermissen, im Gegenteil, “Luna Rise” färben den Song zunehmend dunkler. Schön, wenn Songs mit überraschenden Momenten aufwarten. Dass man hier gerade eine mitreissende Ohrwurm-Nummer hört, wird einem sofort klar. Auch wenn die erste Strophe zunächst aus simplen Gitarren-Riffs und Bass-Tönen besteht, baut sich das Lied immer weiter auf und offenbart grundsolide Lyrics und einen facettenreichen Songaufbau. Ein gelungener und direkter Einstieg in diese Re-Issue. Das Intro von “Dead Alley” klingt herrlich nach John Carpenter und mit diesem Song beweisen “Luna Rise”, das sie durchaus auch emotionale Melodic Rock-Songs schreiben können. Ein beeindruckendes Wechselspiel aus Licht und Schatten wird dem Hörer in akustischer Form offenbart. Das Ganze untermalt von einem zerbrechlichen Klavier, harten Gitarren-Riffs und einer gefühlvollen Stimme. Die gesamte Komposition nimmt einen sofort gefangen und entführt in eine Welt aus Herzschmerz. Sehr emotional, hoch melodiös und mitreissend, dieser Song steht berühmten Hits des Genres um nichts nach. Die Melodie geht gnadenlos ins Ohr und nistet sich dauerhaft ein. Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

Bei “616” schwingt etwas HIM in den Tönen und man fühlt sich nicht nur vom Titel her etwas an HIMs “666” erinnert. Ein von Melancholie geprägter Rock-Lovesong, mit düsteren Keyboards und verzerrtem Bass, die schlagartig von den geilen Gitarren und Drums begleitet werden. Was die Einleitung darstellt, weicht kurzzeitig einer minimalistischen musikalischen Songstruktur, bei der Sänger Chris durch einen Megaphone-Effekt auffällt. Der Wechsel zwischen ruhigeren Passagen und Heavyness kommt sehr cool. “Glory Nightmare” übertreibt das ganze Melancholie-Gehabe dann zu sehr und wirkt daher ein wenig überzogen. Eindeutig der schwächste Track auf der Scheibe. Dafür stimmt einem “Beautiful Monster” wieder versöhnlich, das locker aus Ville Valo’s Feder hätte stammen können. Zugegebenermassen bin ich kein grosser Fan der Finnen, dennoch gefällt mir das eine oder andere Stück und man muss ihren Erfolg anerkennen. Der rote Faden verliert sich zwar doch dann und wann noch, vermutlich wegen der verschiedenen Einflüsse der Fünf, aber im Laufe der nächsten Jahren werden sie diese wohl alle unter einen Hut bekommen und ein kompaktes Album dabei herausschauen. Ihr Hang zu den Achtziger-Jahren ist auf jeden Fall nicht zu überhören. Angekommen bei der puren Essenz von “When You Fall”, die reduziert leider nicht einmal ansatzweise an die Tiefe des Originals heranreicht, aber gut veranschaulicht, wie der Song entstanden ist. Beendet wird das Spektakel mit einem Remix, der zwar seine Berechtigung haben mag, aber aus meiner Sicht nicht auf dieses Album passt. Der letzte Song einer CD ist für mich von derselben Bedeutung, wie der letzte Song eines Konzertes, der nicht umsonst als Zugabe meistens ein Hit ist. Daher hätte ich mir für die EP eher einen Song à la “616” oder “Beautiful Monster” als Abschluss gewünscht. Das wäre adäquater und passender gewesen.

Luna Rise Logo

“Luna Rise” haben etwas an sich, was man heutzutage vergeblich sucht. Man merkt der Band von der ersten bis zur letzten Sekunde die Spielfreude und das Herzblut an. “Smoking Kills, But Love Can Break A Heart” ist mir persönlich über weite Strecken zu sehr und zuviel H.I.M., ich für meinen Fall bevorzuge da doch eher das Original. Musikalisch können “Luna Rise” was, so viel ist sicher. Am Besten einfach die Zutaten und dabei vor allem die eigene Würze, noch einmal neu in den Becher, ordentlich schütteln und sehen bzw. hören was dabei rauskommt. “Luna Rise” kreieren und transportieren dunkle, aber nicht hoffnungslose Emotionen. Stilistisch im Melodic Rock beheimatet, findet man zahlreiche Einflüsse wie Hardrock und eine unaufdringliche Prise Pop. “Luna Rise” spannen einen Bogen vom Love- oder Romantik-Rock – oder wie immer man das dann bezeichnen möchte – bis hin zum progressiven Metal, wobei Schubladendenken in der heutigen Zeit eigentlich längst passé ist. Einziger Schwachpunkt des Albums ist “Glory Nightmare”, das etwas hinter die restlichen Stücke zurückfällt. Der Rest zeigt die Geburtsstunde einer Band, die es in den nächsten Jahren vermutlich noch weit bringen wird. “Luna Rise” laden zu einer euphorischen Reise auf die dunkle Seite des Mondes ein und rocken sich selbstbewusst, mit der nötigen Portion “Schmerz” in die Herzen der Fans, ohne jemals kitschig oder gar schmalzig zu klingen. Der mondsüchtige Fünfer setzt sich hohe Ziele und man kann ihnen nur wünschen, dass sie diese auch erreichen. Denn wer mit soviel Liebe zur Musik und auch zum Detail arbeitet, dem seien seine fünf Minuten Ruhm – natürlich gerne auch mehr – vergönnt. Fans von HIM und Melodic Rock-Fans kommen bei dieser Scheibe voll und ganz auf ihre Kosten!

Tracklist:

  1. When You Fall
  2. Dead Alley
  3. 616
  4. Glory Nightmare
  5. Beautiful Monster
  6. Bonus Tracks:

  7. When You Fall (bedroom tape)
  8. Dead Alley (glitchremix by Redkay)
Album Review: Luna Rise - Smoking Kills, But Love Can Break A Heart
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Originalität7
Tempo6
Musikalische Fähigkeiten8.5
Gesang8.5
Songtexte8.5
Substanz8
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Langlebigkeit6.5
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Heute Samstag strahlt ARTE um 23:25 Uhr im Rahmen der Reihe “Berlin-Live” erstmals ein Apocalyptica Konzert mit dem Sänger Franky Perez aus und zeigt damit gleich mehrere Weltpremieren: Einige Songs aus ihrem neuen Album spielen sie bei diesem Konzert zum ersten Mal live.

Apocalyptica

Seit Mitte der Neunziger zeigen die Absolventen der Sibelius Akademie, dass Cello spielen und Headbanging kein Widerspruch in sich darstellen. Mit drei Celli und einem Schlagzeug wurden Apocalyptica mit ihren Metallica-Covern zu einem absoluten Exportschlager. In einer neuen Folge von “Berlin Live” erleben wir die Finnen mit einer ungewöhnlichen Ergänzung, nämlich dem Sänger Franky Perez, welcher auch auf dem nagelneue Album “Shadowmaker” mitwirkte. “Killer-Refrains, köstlich dunkle Untertöne und guter alter Speedmetal” verspricht die Ankündigung und die intime Berlin Live-Atmosphäre ist wie geschaffen dafür, den Saal in einen Hexenkessel zu verwandeln. Zugleich können Eicca Toppinen, Paavo Lötjönen und Perttu Kivilaakso sowie Drummer Mikko Sirén ihre ganze Virtuosität ausspielen und einmal mehr beweisen, warum sie auch nach 22 Jahren Bandgeschichte weder Durchschnitt noch langweilig sind und mit Recht der Inbegriff von “Cello-Metal” und Crossover der ganz besonderen Art.

Wiederholungen der Ausstrahlung können Frühaufsteher sowohl am 4.5. als auch am 14.5. jeweils um 5 Uhr erleben.

Die Brasilianer “Blackning” aus Sao Paolo spielen Thrash Metal der alten Schule. Und wenn eine Band aus Brasilien Thrash Metal spielt, ist der Vergleich zu Sepultura nicht weit. Das Trio kloppt auf dem Debütalbum “Order Of Chaos” munter und fetzig Thrash aus den Boxen und schon das erste Stück klingt nach guten, alten “Arise” Zeiten.

Album Review: Blackning - Order Of Chaos

Nicht alle Bands mit rumpeligen Drums setzen auf einfache Produktionen. Die Brasilianer “Blackning” trumpfen mit einer breiten und klaren Produktion auf und spielen richtig geilen Old School Thrash Metal. Schon der Opener “Thy Will Be Done” lässt es richtig krachen und “Terrorzone” ist noch einen Zacken flotter und fegt wie ein Orkan mit brachialem Solo in die Gehörgänge. Gefolgt von “Unleash Your Hell” wird dem Mid bis Up Tempo Thrash gehuldigt und “Against All” walzt an machen Stellen so richtig herrlich ungestüm alles platt und doch wird auch mit coolem Groove nicht gegeizt. “Death Row” bleibt bis auf ein paar Break lastige Parts im oberen Tempo Bereich und auch danach halten die Brasilianer den hämmernden Thrash mit „Devouring the Weak“ hoch. Das Cover “Children Of War” von ihren aufgelösten Landsleuten “Overdose” schliesst die Scheibe ab.

Auch wenn der Old School Thrash von “Blackning” gar nicht übel ist, klingt er doch zu sehr nach der “anderen, grossen Thrash Band” aus dem Land und so gehen hier schon ein paar Punkte flöten. Das Trio erscheint stellenweise etwas sehr ungestüm, was aber letztlich die Sache ausmacht, zumal einige ziemlich geile Parts, vor allem die mit Ripp-Offs, Garanten zum Mitbangen sind. Immer wieder wird das Tempo gewechselt, so dass auf “Order Of Chaos” immer eine gewisse Spannung vorhanden ist. Das Album ist durchaus gelungen und die Leads und Soli schneiden sich direkt ins Trommelfell. Auch die Speedparts ohne Doublebass sind immer wieder ein Hinhörer und so vermögen die Jungs durchaus zu überzeugen, auch wenn “Blackning” das Rad nicht neu erfinden, ist das Album durchaus wert, gekauft zu werden, denn jeder Old School Thrasher wird seine Freude daran haben.

Blackning Band

Tracklist:

  1. Thy Will Be Done
  2. Terrorzone
  3. Unleash Your Hell
  4. Against All
  5. Death Row
  6. Silence Of The Defeat
  7. Devouring The Weak
  8. Censored Season
  9. Killing Or Being Killed
  10. Children Of War (Overdose Cover)
Album Review: Blackning - Order Of Chaos
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Ich kann ja grundsätzlich nix anfangen mit Metalund christliche Texten, so wie es “Tourniquet” eigentlich ansonsten praktiziert. Das folgende Video zum Song “The Slave Ring” möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten, da dieser musikalisch wirklich gut ist und Ex-Megadeth Gitarrist Chris Poland mit von der Partie ist, was dem ganzen eine etwas spezielle Note verpasst. Der Song stammt vom Album “Onward To Freedom” und wer sich wirklich christlichen Metal antun will, sollte dem Album ein Ohr schenken, denn darauf spiele einige bekannte Metalgrössen wie Marty Friedman (Megadeth), Bruce Franklin (Trouble), Michael Sweet (Stryper), Dug Pinnick (King’s X), Mattie Montgomery (For Today) und eben Chris Poland…

Es gibt wieder etwas Neues von “Darkhaus“! Nachdem im November 2013 der grossartige Erstling “My Only Shelter” erschienen ist, hat das Album am 27. März eine EP namens “Providence” zur Seite gestellt bekommen. Härter als auf dem Erstling geht es hier zur Sache, druckvolle Riffs bestimmen den Grundton. Während “My Only Shelter” im sonnigen Florida entstand und man dieser Scheibe den “Sommer” anmerkte, ist “Providence” zu grossen Teilen in Deutschland entstanden. Rauer, ursprünglicher, härter!

Album Review: Darkhaus – Providence

EPs sind ja immer so eine Sache. Findet man auf den einen nur wenige Titel oder gar Remixversionen, sind andere prall gefüllt und kommen in Albumlänge daher. Manchmal dienen sie als Appetizer für Kommendes, manchmal als Lückenfüller zwischen vergangenen und neuen Alben, vorallem veröffentlicht aus kommerziellen Gründen. Nichts davon trifft auf “Providence” zu! “Darkhaus” tourten in jüngster Vergangenheit zur Genüge durch zahlreiche Städte und Dörfer und trotz des Touralltags und -stresses fanden sie Zeit, neue Songs zu komponieren. Da die Band ihre Fans jedoch nicht erst auf genügend Material für ein Vollwerk warten lassen wollte, werden kurzerhand sechs Titel schon jetzt als EP präsentiert. Und obwohl der Rundling von “Darkhaus” vielleicht nicht unbedingt durch Quantität auffällt, so doch durch Qualität, die jener ihres Debüts “My Only Shelter” (hier gehts zum Review Herrschaften) in nichts nachsteht, dafür aber etwas rauer zur Sache geht. Die Songs von “Providence” bewegen sich in einer Schnittmenge aus New-Wave-Gothic-Elektrosound, groovigem Metal, Hardcore und Nu-Metal, also einer durchaus interessanten Mischung. Bereits das erste Lied macht diesen Eindruck von ihrer Musik mehr als deutlich und zeigt den Fans und potenziellen Neuankömmlingen, wo der Hammer hängt.

Darkhaus

Der Silberling enthält zwar nur vier neue Songs, dafür aber auch einen Live-Mitschnitt aus Köln und eine Akustik-Version. “Drive” live in Cologne überzeugt auch den Hörer zu Hause, wie mitreissend Darkhaus auf der Bühne sind. “Life Worth Living” in der akustischen Version hingegen wirkt etwas zu weich für Kennys ausdrucksstarken Gesang, die Rockversion gefällt mir persönlich besser. Die vier neuen Tracks haben es, wie schon die Songs auf “My Only Shelter” ordentlich in sich. Bei den ersten Tönen von “The Fire Within” fühlt man sich kurzzeitig, ob der harten Riffs, an Eisbrecher erinnert. Aber nein, da gibt es ja auch noch Pro-Pain: Gary Meskil hat sich beim neuesten Werk anscheinend ordentlich ausgetobt. Sobald aber Kennys unverwechselbare Stimme einsetzt, klingt es 100% nach Darkhaus! Mit faszinierender Leichtigkeit verleiht er den harten Riffs ein harmonisches Gewand, gibt dem Song Melodie und Tiefe. Die mehrstimmigen “Fire”-Rufe zwischendurch verleihen dem Lied noch eine Prise mehr Power. “Side Effect Of Love” ist die aktuelle Single, die gleich ähnlich druckvoll startet. Hier zeigt sich das meisterhafte Arrangement, welches der Truppe zu Eigen ist. In einem Moment noch druckvoll daherkommend, fühlt man sich im nächsten durch einen sehr geschickten Tempowechsel fast in eine Ballade versetzt. Das Video zum Stück wurde nachts in LA gedreht.

Der Namensgeber “Providence” beginnt mit einem kratzig eingesprochenen Intro und setzt sich nicht minder rockig fort. Hier zeigen die Jungs, dass sich harte Riffs und sanftere Klänge nicht ausschliessen, sondern gemeinsam eins werden können. Der Refrain beispielsweise ist vergleichsweise ruhig, aber deshalb nicht weniger kraftvoll. Nach ein paar Hördurchläufen kristallisiert sich dann aus dem coolen Refrain auch noch ein richtiger Ohrwurm heraus und live dürfte der Titel richtig einschlagen! Zu guter Letzt schliessen die vier neuen Songs mit der Ballade “Throwing Away” ab. Hier erinnert nichts mehr an harte Riffs. Zu gefühlvollen Klavier-Klängen und einer Akustik-Gitarre entfaltet sich Kennys Stimme noch einmal ganz anders. Nach dem Intro setzt sich der Song zwar recht poppig fort, aber der Darkhaus-Stempel ist unverkennbar. Eine einfühlsame Melodie die zum Träumen einlädt, sich in den Hörgängen windet und dort einen wunderbaren Nachhall hinterlässt.

Darkhaus

Die Live-Version von “Drive” weist deutlich mehr Druck und Biss auf als der Titel auf dem Album. Vor allem die richtig sägenden Gitarren geben dem Alternative-lastigen Titel den richtigen Pep. Der Song wurde bei einem Live-Konzert in Köln mitgeschnitten und gibt einen kleinen Einblick in die Live-Qualitäten der Formation. Wo andere Sänger oftmals live nicht zu überzeugen wissen, zeigt sich bei Kenny die Stimmigkeit bis in die kleinsten Facetten. Jeder Musiker zeigt hier, dass er Profi ist und sein Instrument beherrscht. Zu guter letzt kommt man in den Genuss der ursprünglichen Version von “Life Worth Living”, dem Opener des Debütalbums, die vom Gesang von Kenny Hanlon lebt. Die Entwicklung von der soften Ballade zum rockigen Song des Albums ist hier sehr schön nachvollziehbar. Hier kann man bestens hören, dass die Jungs einen Rohdiamanten zu einem wunderbaren Stück Musik wachsen lassen können, ohne den ursprünglichen Spirit zu zerstören.

Darkhaus

Die Entscheidung mit den auf der Tour geschriebenen neuen Titeln in Form der EP “Providence” gleich an die Öffentlichkeit zu gehen, anstatt sie für das nächste Album aufzuheben, geht voll auf. Man kann die Energie und Spirit der Tour auf der die Stücke entstanden sind aus den Songs richtig heraushören und auch die etwas kernigere Produktion tut sein Übriges dazu, den Titeln einen prägnanten Stempel aufzudrücken. Die deutschen Wetterverhältnisse haben hier anscheinend, neben dem Tour(er)leben ihren Niederschlag gefunden. “Darkhaus” zeigen mit diesem Album, dass EPs auch heute noch durchaus ihre Berechtigung haben. Mit “My Only Shelter” legten sie 2013 die Newcomer-Messlatte schon ordentlich weit nach oben und mit “Providence” legen sie noch mal ordentlich nach. Die Mühe und die Leidenschaft hört man in jedem einzelnen Song und das macht diese Truppe unglaublich symphatisch und hörenswert! Darkhaus bleibt eine aussergewöhnliche Konstellation. Dieses interkontinentale Konglomerat um Songwriter Rupert Keplinger, der u.a. mit Eisbrecher, Peter Maffay, Laith Al Deen immer wieder ganz vorne in den Charts landet, wird durch Gary Meskil – dem NYHC-Urgestein von Pro-Pain und durch die charismatische Stimme des Schotten Ken Hanlon sowie Marshall Stephens (ebenfalls Pro-Pain) und Paul Keller komplettiert. Da darf man auf das zweite Album mehr als gespannt sein, zumal gerüchtweise zu vernehmen ist, dass es wieder in Florida entstehen könnte. Bis dahin kann man sich die Zeit kurzweilig mit “Providence” vertreiben. Die EP ist mit ihren sechs Songs zwar viel zu schnell am Ende, die gelungenen Tracks laden aber zum umgehenden Wiederhören ein und bleiben lange interessant. “Darkhaus” ist eine Band, die sich jedes Mal aufs Neue lohnt.

Darkhaus Logo

Tracklist:

  1. The Fire Within
  2. Side Effect Of Love
  3. Providence
  4. Throwing Away
  5. Drive (Live In Cologne)
  6. Life Worth Living (Acoustic Version)
Album Review: Darkhaus – Providence
8.8 Total
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Originalität8.5
Tempo7
Musikalische Fähigkeiten10
Gesang10
Songtexte9
Substanz7.5
Produktion10
Langlebigkeit8.5
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Montag, 4. Mai 2015, 14:43
Originalität10
Tempo9.1
Musikalische Fähigkeiten10
Gesang10
Songtexte10
Substanz10
Produktion9.6
Langlebigkeit10
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