Album Review: Mekong Delta – In A Mirror Darkly

Mekong Delta leben sich seit 1985 in der Progressive-Thrash-Szene aus, doch von Einfallslosigkeit ist keine Spur: Die deutsche Truppe um Bandkopf Ralf Hubert verkündet feierlich, dass am 25. April ihr neuer Silberling „In A Mirror Darkly“ erscheinen wird. Wer puren Mainstream oder niveaulose Hintergrundberieselung möchte, muss woanders suchen – Mekong Delta punkten erneut mit Intelligenz, Kompromisslosigkeit und Mut. Ihre neue Scheibe heisst „In A Mirror Darkly“ und setzt thematisch die Direktiven des 2010er Vorgängers „Wanderer On The Edge Of Time“ fort.

Album Review: Mekong Delta - In A Mirror Darkly

Hubert verrät zur neuen Langrille: „Für mich fängt Musik nicht bei A an und endet bei Z, sondern ist ein fortschreitender Prozess. Insofern kann man „In A Mirror Darkly“ zwar als Weiterführung der Wanderer-Geschichte bezeichnen, allerdings ist es keine Kopie, sondern ein eigenständiges Werk. Jede Mekong-Scheibe klingt einzigartig, und in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes fortschrittlich. Als Komponist lasse ich mich bewusst treiben, um immer wieder neue künstlerische Horizonte zu erforschen.“ Ihrem Stil bleibt die Truppe treu: „Die neuen Songs sind, typisch Mekong Delta, allesamt zwischen fünf und sieben Minuten lang. Meines Erachtens genau der richtige Zeitnahmen, um stilistisch ausreichend in die Tiefe gehen zu können, ohne jedoch Längen oder künstlerische Unklarheiten zu erzeugen. Ich denke, wir haben erneut die richtige Mischung aus Komplexität und durchgehendem roten Faden gefunden.“

Album Review: Mekong Delta - In A Mirror Darkly

Es ist ein komplexes und anspruchsvolles Album geworden. Die deutsche Progressive Thrash Metal-Band um Kopf und Bassist Ralf Hubert steht wie kaum eine andere zeitgenössische Gruppe auch anno 2014 für Innovation und Eigenständigkeit. Insgesamt acht Songs haben die Musiker Martin LeMar (Gesang), Ralf Hubert (Bass, Gitarre), Erik Adam H. Grösch (Gitarre) und Alex Landenburg (Schlagzeug) für „In A Mirror Darkly“ eingespielt, darunter drei reine Instrumentalnummern inklusive eines Konzertgitarren-Intro. Hubert spricht von temporeichen Stücken wie „Hindsight Bias“ mit seinem brachialen Thema im Mittelteil und der raffinierten Verwendung eines Tritonus. Ebenso rasant und durchgehend komplex geht die Band in „The Armageddon Machine“ zu Werke, in dem Frontmann Martin LeMar im Refrain eine eingängige Melodie über einen im Hintergrund laufenden spanischen Schreitanz anstimmt und dem Song an dieser Stelle eine erstaunliche Pop-Affinität beschert. Packende Uptempo-Klasse präsentieren Mekong Delta beispielsweise auch in den Instrumentaltracks „Ouverture“ und „Inside The Outside Of The Inside“ mit ihren abwechslungsreichen Arrangements.

Album Review: Mekong Delta - In A Mirror Darkly

Den schnellen Nummern stehen mit „The Sliver in Gods Eye“ und „Janus“ zwei betont langsame Tracks gegenüber. In „Janus“ erzählen Hubert & Co. die Geschichte des gleichnamigen römischen Gottes, einem doppelgesichtigen Geschöpf und Symbol für Anfang und Ende, für Ein- und Ausgänge. Mekong Delta greifen hier die unterschiedlichen Charaktermerkmale von Kreaturen und ihre damit verbundene Unberechenbarkeit auf. „The Sliver in Gods Eye“ wiederum erinnert in Ausrichtung und Atmosphäre an den Song „A Certain Fool (Le Fou)“ von „Wanderer On The Edge Of Time“ und hinterfragt kritisch die offenkundige Borniertheit der Menschheit. Hubert: „Man könnte einfach auch nur fragen: Warum eigentlich sind Menschen so blöde?“ Aufgenommen haben Mekong Delta die aktuellen Stücke in den jeweiligen Studios ihrer Bandmitglieder, das erneut sehenswerte Cover-Artwork ist einer für das Album erstellten Animation entnommen.

Album Review: Mekong Delta - In A Mirror Darkly

Der hohe künstlerische Anspruch, den Hubert an sich und seine Band stellt, spiegelt sich auch diesmal in Thematik und stilistischer Ausrichtung seiner Musik wider. Seit fast 30 Jahren geniessen Mekong Delta in der Welt progressiver Metal-Klänge einen glänzenden Ruf als eigenständige und besonders innovative Band. Alben wie „The Music Of Eric Zann“ (1988) oder auch „Pictures At An Exhibition“ (1997) sind Klassiker des Genres und gelten mit ihrer Mischung aus Prog Metal, Klassik und Thrash als Wegbereiter einer Stilmixtur, die mittlerweile eine ganze Reihe ähnlich ausgerichteter Nachahmer gefunden hat. In diese Liste einflussreicher Scheiben reiht sich nun zweifelsohne auch „In A Mirror Darkly“ ein. Die Jungs können was, aber der Sound ist nicht ganz meins. Wer jedoch Spass an Progressive Thrash Metal hat sollte sich die Scheibe unbedingt anhören!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Trackliste:

  1. Introduction
  2. Ouverture
  3. The Armageddon Machine
  4. The Sliver in Gods Eye
  5. Janus
  6. Inside the Outside of the Inside
  7. Hindsight Bias
  8. Mutant Messiah
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Originalität7
Tempo7
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang4
Songtexte7
Substanz6
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