Album Review: Megora – Burning Empire

Gut Ding will Weile haben. Nach langer Abwesenheit kehren Megora mit ihrem zweiten Full-Length Album „Burning Empire“ zurück, um an die Erfolge früherer Tage anzuknüpfen. Seit 1990 brachten die Schweizer ein Album und zwei EPs raus und waren bereits mehrfach auf Tour mit namhaften Acts wie Overkill und Metal Church, doch trotz der Tourneen ist es aber nie was richtig Grosses geworden. Nach 25 Jahren Band-Geschichte verstehen Megora ihr Handwerk besser, als je zuvor. Mit unbeirrbaren Enthusiasmus wird nun „Burning Empire“ auf den Markt geschmissen und gerne würde ich das Teil abfeiern und so ein wenig zum Erfolg beitragen, doch leider reisst der Silberling mich nicht vom Hocker.

Megora - Burning Empire

In den ersten Jahren nach der Bandgründung konnten die Jungs sich einen exzellenten Ruf erspielen und durften bereits mit einigen Szenegrössen die Bühne teilen. Ein Höhepunkt dabei war sicherlich auch der Gig auf der „70.000 Tons of Metal Cruise“. So verwundert es auch nicht, dass dem neuen Album von Beginn an eine gewisse Routine und spielerische Sicherheit anzuhören ist. Die Basis klingt zunächst vielversprechend, zwischen Heavy und Thrash angesiedelt mit einer dazu passenden Stimme. Der Opener „These Are The Things We Hate“ beweist eindrucksvoll, dass die Schnittmenge von Heavy und Thrash Metal funktionieren kann. Mit „New Approach“ wird dem Sound eine gewaltige Ladung Groove hinzugefügt, bevor der Titeltrack als Mitgröhl-Granate um die Ecke kommt.

Megora_Band

Was die Mannen um Sänger und Gitarrist Peter „Piotr“ Sommer fabrizieren ist handwerklich solide und weiss stellenweise auch zu gefallen. So geht der Track mit dem denkwürdigen Namen „=“ steil nach vorne, aber auch „Countdown To Black“ hat mit seinen Hard Rock Einflüssen seine guten Momente. Soundtechnisch sind Megora sehr breit aufgestellt und vereinen Hard Rock, akustische Intermezzos („Born To Pay“) und puren Thrash („Felskinn“). Hier und da wünscht man sich eine Schippe mehr Experimtierfreude im Songwriting, jedoch kommt zu keinem Zeitpunkt wirklich Langeweile auf, sondern jeder Song weiss auf seine Art zu unterhalten.

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MEGORA Burning Empire

Am besten gefallen mir Megora wenn sie schnell und ohne Schnörkel auf den Punkt kommen. Die treibenden Riffs sind direkt und ziemlich fett, dazu gute Soli, zwischendurch Akustikpassagen und die kräftige Stimme von Sänger Piotr runden die Sache ab. Mir persönlich wäre etwas mehr Experimentierfreude und Mut zur wirklichen Abwechslung willkommen gewesen, so wie es mit dem thrashigen „Felskinn“ durchaus gelungen ist. Die Songs im mittleren Tempobereich sind zu ausdruckslos und verblassen dadurch recht schnell. „Burning Empires“ krankt auf Dauer an einer allgegenwärtigen, unterschwelligen Grunge-Trübseligkeit, der mehr Variation in Tempo und Heaviness gut getan hätte. Auch in Sachen Produktion gibt es leider Abzüge. Der Gesang und die Saitenfraktion sind durchaus gut abgemischt, aber die Drums klingen teilweise zu blechern und sind etwas zu dominant. Neue Akzente können die Schweizer leider nicht setzen. Insgesamt liefern Megora ein ordentliches Album ab. Fans von klassischem Heavy/Thrash Metal werden definitiv Gefallen an „Burning Empire“ finden und wenn an den Schwächen gearbeitet wird ist beim nächsten Album (das hoffentlich nicht so lange auf sich warten lässt) einiges drin!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. These Are The Things We Hate
  2. New Approach
  3. Burning Empire
  4. Countdown To Black
  5. Lost Children
  6. Mirrored Eyes
  7. =
  8. Born To Pay
  9. Felskinn
  10. Broken Wings
  11. Modern Nation
  12. Bad Karma
Album Review: Megora - Burning Empire
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Originalität6
Tempo7
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang9
Songtexte7
Substanz6
Produktion5
Langlebigkeit4
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