Baby Metal World Tour 2014

Baby Metal sind japanisches Trio, bestehend aus Suzuka Nakamoto, Yui Mizuno und Moa Kikuchi, die allesamt Mitgleider beim „Heavy Music Club“ (jyu-on-bu) von Sakura Gakuin sind und demnächst auf Welttournee gehen. Da sollte man fast hin gehen…

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BABYMETAL - WORLD TOUR 2014 - Trailer

Baby Metal World Tour 2014

When the Rebel Yell – Billy Idol Konzert im Z7

Seit über 30 Jahren stehen Billy Idol und der Gitarrist Steve Stevens für ungezügelten Rock’n’Roll. Wasserstoffblond, rotzig und skandalumwittert, so hat man Billy Idol im Gedächtnis. Doch vor Jahren ist es ruhig geworden um den Rockrebellen der Achtziger. Nun ist er wieder zurück mit Sex in der Stimme und ein Sixpack, das sich sehen lassen kann. Billy Idol brachte bei seinem Konzert im Z7 in Pratteln nicht nur die Frauen ins Schwärmen, sondern bewies auch, dass Rock keine Frage des Alters ist. Eigentlich lebt die Legende Billy Idol vor allem von seinen alten Hits, die er damals auf dem Zenit seiner Karriere hatte. Deshalb war die Überraschung um so grösser, als dieser Mann am Donnerstagabend die Bühne betrat: Man hätte eher einen alternden, abgerockten Sänger erwartet, der sein Gnadenbrot mit Greatest-Hits-Konzerten verdient. Doch mitnichten. Da stand ein Mann, den man auf den ersten Blick fast auf Mitte 30 schätzen würde!

When the Rebel Yells: Wie Billy Idol das Z7 rockte

Schlank, durchtrainiert, ganz in Schwarz gekleidet. Es scheint, dass er inzwischen lieber seinen Fitnesstrainer konsultiert, als Drogen konsumiert. In den 80ern einer der Heroen meiner Jugend, mit rotzigen Auftritten und grandioser Musik im Gepäck, war es nach dem gefloppten „Cyberpunk“ Album (1993) still um den blondierten Bürgerschreck geworden. Lediglich mit Drogenexzessen konnte der gute Mann noch in den Boulevardblättern auftauchen, umso erstaunlicher war seine famose Rückkehr im Jahre 2005 mit dem Album „Devil’s Playground“, welches allerorten abgefeiert wurde. Nun will er dieses Jahr sein neustes Werk „BFI“ veröffentlichen und ist der Zeit auch live unterwegs und beweist damit, keineswegs zum alten Eisen zu gehören, trotz der 59 Lenze.

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Billy Idol @ Z7 Pratteln - Rebel Yell - 12 June 2014

Bei traumhaftem Wetter gewährte die Freilichtbühne des Z7 praktisch jedem der knapp 2800 Besucher optimale Sicht auf das Geschehen und es fanden sich viele Menschen im besten, sprich meist mittleren Alter ein, die dem guten Billy sicher schon länger die Treue halten, sprich die Show war Ausverkauft. Dabei befanden sich kaum „szenige“ Leute auf dem Gelände, die allermeisten waren einfach Menschen in „normalen“ Klamotten. Vor Billy Idol wurden die Zuhörer erst einmal durch Gloria Volt, einer Band aus Winterthur, auf den Abend eingestimmt. Mit druckvollem Sound wurde ein Set von etwa 40 Minuten durchgerockt. Nach einer Umbaupause war es dann auch soweit, Billy Idol betrat die Bühne am Z7. Es war schon etwas merkwürdig: Da steht ein ein praktisch 60 jähriger Mann auf der Bühne und tut so, als wäre er immer noch der ewig jugendliche Rebell. In Lederkluft, wasserstoffblondem Strubbelkopf und mit dicker Trotz-Lippe schert er sich keinen Dreck darum, dass er inzwischen zu den Stubenältesten im Punk-Disneyland zählt. Mit den Worten „Can you hear me?“ enterte William Albert Michael Broad, wie Billy Idol mit bürgerlichem Namen heisst, die Bühne. „Once again I’m running, in times that are frightening, but I won’t let that break me. I won’t let that take me down again“, singt er im Opener „Postcards Form The Past“. Er hat nach langen ausufernden Jahren mit Sex, Drugs and Rock’n’Roll seinen Platz gefunden in der Popgeschichte, versprach alle seine Hits zu spielen, heizte den jubelnden Fans gleich so richtig ein und die Stimmung stand sofort auf Sturm.

When the Rebel Yells: Wie Billy Idol das Z7 rockte

Die Formation Billy Idol besteht vordergründig aus der Symbiose des Sängers, der den Namen gibt und dem Gitarristen Steve Stevens. Letzterer gilt als einer der versiertesten Rock-Gitarristen überhaupt. Der aus New York stammende Künstler komponierte, neben den Billy-Idol-Klassikern, unter anderem den unverwechselbaren Gitarrenpart für Michael Jacksons „Dirty Diana“ und das „Top Gun Anthem“ (mit Harold Faltermeyer), wofür er 1986 einen „Grammy“ erhielt. Mit an Bord neben Billy und Steve: Drummer Erik Eldenius, Bassist Stephen McGrath, Gitarrist Billy Morrison und Paul Trudeau an den Keyboards – alles hochkarätige Musiker, die ihr Handwerk verstehen und perfekt miteinander harmonieren. Natürlich war aber Billy Idol der absolut umjubelte Star, der seiner Rolle auch gerecht wurde und sowohl stimmlich als auch physisch völlig überzeugte. Äusserst durchtrainiert stellte er während der Show immer wieder seinen Body zur Schau. Doch er lieferte noch viel mehr als das. Wenn man Idol mit einem Wort beschreiben will, ist wohl Charisma das zutreffendste. Zu den Songs, die er mit seiner unverwechselbaren, tiefen Stimme vortrug, sprang er über die Bühne wie ein junger Derwisch.

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Billy Idol @ Z7 Pratteln 12.06.2014 - Steve Stevens Guitar

Steve (immer mit Kippe im Mundwinkel) hielt sich eher im Hintergrund auf, lief dann aber während seiner Gitarrensoli zu Höchstform auf. Verbringt der Mann seine Zeit auch noch mit etwas anderem als mit Gitarre spielen? Über Kopf, mit der Zunge – das ganze Programm! Genau das wurde von den feiernden Fans erwartet und auch genau das bekamen sie. Mit viel Druck wurde auf der Bühne gefeiert, die Menge war sofort im Bann der Musik, im Bann der guten alten 80er. Es wurde überdeutlich, dass dies hier keine Nostalgie Show ist, wie bei so manch anderem „wiederentdeckten“ Künstler. Der Mann rockt immer noch und seine Begleitmannschaft, allen voran Steve Stevens, macht es ihm nach. Unglaublich wie der Gitarrero sein Instrument beherrscht, ein ausgedehntes Solo mit einer Akustikgitarre offenbarte sein technisches Können, während er mit spanischen Klängen die Fans ganz alleine unterhielt. Hier performte eine Band, der einfach nur Spass auf der Bühne hat, was sich auch auf das Publikum übertrug. Man merkte wie in Erinnerungen geschwelgt wurde und die meisten sangen die Hits textsicher mit. Jeder Titel wurde frenetisch bejubelt – naja, die „alten“ Gassenhauer vielleicht doch ein bisschen mehr! „Rebel Yell“ beendete nach 90 Minuten standesgemäss den ersten Part des Konzerts.

When the Rebel Yells: Wie Billy Idol das Z7 rockte

Das sollte es natürlich noch nicht gewesen sein, mit „White Wedding“ kam man noch einmal zurück auf die Bühne und den krönenden Abschluss bildete das rotzige „Mony Mony“. Das Publikum konnte sich kaum beruhigen. Die Energie, die Idol versprühte, sprang auf alle über. Da waren zum einen die erdrückenden, brachialen Momente, in denen Steve Stevens mit aller Wucht in die sechs Saiten seines Instrumentes langte und den Vorplatz des Z7 am Donnerstagabend zum Beben brachte und zum anderen die gefühlsbetonten Einschübe, in denen der Gitarrengott alles zum Schmelzen brachte. Immer wieder wechselte er in seinen zahlreich in die Show eingebetteten Soli zwischen diesen Extremen hin und her, er lag während des Spielens auf dem Boden, spielte mit dem Instrument hinter dem Kopf, spielte mit dem Mund. Um neben einem Steve Stevens auf einer Bühne bestehen zu können, braucht es mehr als nur einen gestählten Body. Und Billy Idol meisterte diese Aufgabe mit Bravour und zelebrierte Publikumsnähe in Reinkultur. Und wären alle Dämme gebrochen und hätte das Publikum nicht ohnehin schon ab den ersten Takten getobt, was das Zeug hält, hätte der Mann mit den sieben Leben seinen grössten Trumpf „Rebel Yell“ wohl einfach früher in die Setlist eingebettet und nicht erst vor der Zugabe angestimmt. Billy Idol hatte einen Riesenspass mit den Schätzen aus seinem persönlichen Popmuseum, die freilich keinen Moment lang museal erschienen. Zum Schluss war der Jubel so laut, dass man den Mann auf der Bühne kaum mehr verstand. Nach zwei Stunden war das Spektakel dann zu Ende. Seine letzten Worte, bevor er die Bühne verliess, waren: „I’m Billy ‚Fucking‘ Idol“.

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Billy Idol live in Switzerland 2014 - White Wedding

Setlist:

  1. Postcards from the Past
  2. Cradle of Love
  3. Dancing with Myself (Generation X Song)
  4. Flesh for Fantasy
  5. Love and Glory
  6. One Breath Away
  7. Ready Steady Go (Generation X Song)
  8. Sweet Sixteen
  9. Whiskey And Pills
  10. Eyes Without a Face
  11. L.A. Woman (The Doors Cover)
  12. Guitar Solo
  13. King Rocker (Generation X Song)
  14. Love Like Fire (Generation X Song)
  15. Blue Highway
  16. Rebel Yell
  17. Zugabe:

  18. White Wedding (Special Acustic Version)
  19. Mony Mony (Tommy James & the Shondells Cover)
When the Rebel Yell - Billy Idol Konzert im Z7
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Billy Idol: Super Overdrive Live – Full Concert (HD)

Heute Abend findet bekanntermassen Billy Idol den Weg in die Schweiz, um das legendere Z7 in Pratteln bei Basel zu rocken. Aus diesem Anlass für alle daheimgebliebenen und diejenigen unter euch, die nicht am Konzert teilnehmen können hier für euch „Billy Idol In Super Overdrive Live“ aus dem Jahre 2009 mit folgenden Tracks:

0:00:29 Super Overdrive
0:04:57 Dancing With Myself
0:10:42 Flesh For Fantasy
0:17:50 Touch My Love
0:22:18 White Wedding
0:27:37 Scream
0:32:35 Eyes Without A Face
0:39:39 Cry
0:45:14 Blue Highway
0:52:12 Ready Steady Go
0:55:30 Rebel Yell
1:02:28 Kiss Me Deadly

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Thats all folks! - Video not available

30 Dinge, die man nicht auf einem Festival sehen will

Freunde, hier 30 „Sehenswürdigkeiten“, die man nie an seinem Lieblings-Musik-Festival oder Open Air sehen möchte. Von urkomisch bis schrecklich ist alles dabei und teilweise definitiv nichts für schwache Nerven oder einen schwachen Magen…

Warteschlangen

Warteschlangen

Deine Eltern

Deine Eltern (peinlich)

Deine betrunken Eltern

Deine betrunken Eltern

Schlamm

Schlamm

Diese Jungs in der Getränke Warteschlange

Diese Jungs im Getränk Warteschlange

Stage Dive Fail

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!!BEST STAGE DIVE FAIL EVER!!

Menschen, die ständig Bilder schiessen..

Menschen, die ständig Bilder schiessen

..und dies mit ihrem iPad

Bilder schiessen mit dem iPad

Dein Crowdsurfing Foto macht die Runde im Internet

Dein Crowdsurfing Foto macht die Runde im Internet

Die Grimassen dieses Typs

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This Is What Molly Does To You #Mollyworld

Wirklich grosse Jungs

Wirklich grosse Jungs

Ein Mädchen, dass es mit einem Baum treibt

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Drunk Girl at Ultra Kissing Tree

Unangemessene Freizügigkeit

Unangemessene Freizügigkeit

Dein überflutetes Zelt

Dein überflutetes Zelt

Dein wegfliegendes Zelt

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Ausdruckstanz

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Kids Say No To Drugs & Raves!

Zerstörtes Dixi Klo

Zerstörtes Dixi Klo

Wirklich zerstörte Dixi Klos

Wirklich zerstörte Dixi Klos

Dieser Kerl, der von dem Klo springt, dass du gerade benutzt

Dieser Kerl, der von dem Klo springt, dass du gerade benutzt

Diese Erfindung, genannt „P-Tree“

Diese Erfindung, genannt "P-Tree"

Deine Oma, welche mehr abfeiert als du

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Raving grandmother

Trolle

Trolle

Menschen, die alle und jeden umarmen und einfach nicht damit aufhören

Menschen, die alle und jeden umarmen und einfach nicht damit aufhören

Geisteskranke Circle Pits, ausser du bist Ready to Rumble!

ARVE Fehler:
Thats all folks! - Video not available

Jungs, die Gürteltaschen tragen

Jungs, die Gürteltaschen tragen

Jungs, die Mankinis tragen

Jungs, die Mankinis tragen

Jungs, die Jungs mit Mankinis auf den Schultern tragen

Jungs, die Jungs mit Mankinis auf den Schultern tragen

Crowdsurfing nackt

Crowdsurfing nackt

Kerl, der beim Abgleiten aus dem Moshpit in den Strahl eines Mädchens beim Wasserlassen rutscht

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Man slides into girl peeing at V Festival 2012, funny and sick

Ein Löwe

Ein Löwe

Megadeth Europa Tour komplett abgesagt

Megadeth haben schon vor einem Moment bekannt gegeben, dass Auftritte bis zum 20.06.2014 abgesagt werden mussten, da der Bruder von Bassist David Ellefson seinem Krebsleiden am 19. Mai erlegen ist und die Band deswegen Rücksicht nehmen möchte. Hier wäre das Konzert vom 28. Juni mit Rob Zombie nicht betroffen gewesen. Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!

Nun hat der Veranstalter Good News bekannt gegeben, dass das Konzert in der Schweiz wider erwarten auch nicht stattfinden kann, dazu gesellen sich noch einige weitere anstehende Konzerte. Nachfolgend die vollständige Liste:

  • 04.-07.06.2014 Sweden Rock Festival 2014
  • 06.-08.06.2014 ROCK HARD Festival 2014
  • 10.06.2014 Paris, France – Le Palais Des Sports
  • 11.-13.06.2014 Copenhell 2014
  • 11.06.2014 Utrecht, Netherlands – Tivoli Vredenburg
  • 13.-15.06.2014 Nova Rock 2014
  • 20.-22.06.2014 Hellfest 2014
  • 23.06.2014 Luxembourg, Luxembourg – Rockhal
  • 27.-29.06.2014 Graspop Metal Meeting 2014
  • 28.06.2014 Winterthur, Switzerland – Eishalle Wetzikon

Voraussichtlich wird die Band ab 24.Juli ihre Europatour antreten. Über eventuelle Nachholtermine zu den restlichen Konzerten ist aktuell noch nichts bekannt. Das Konzert von Rob Zombie am 28. Juni wird jedoch durchgeführt, als weiterer Support Act konnte Avatar bestätigt werden. Als Entschädigung erhalten Personen welche bereits ein Ticket gekauft haben einen Getränkegutschein (bei Stehplatztickets) oder zwei Getränkegutscheine (bei Sitzplatz Tickets). Durch den Ausfall von Megadeth können Konzerttickets auch bis zum 28. Juni an der Vorverkaufsstelle, an welcher das Ticket erworben wurde, zurück gegeben werden.

Rob Zombie 2014

Slash featuring Myles Kennedy & The Conspirators live in der St. Jakobshalle Basel

Auch dieses Jahr beehrt Slash mit Myles Kennedy & The Conspirators wieder die St. Jakobshalle in Basel, Schweiz und wird sicherlich wieder einige der besten Songs von seinen Slash-Alben, Velvet Revolver und natürlich auch einige Guns N’ Roses Songs zum Besten geben. Kaum ein anderer vermag mit seinen flinken Fingern solch geniale Musik seiner E-Gitarre entlocken. Wie schon letztes Mal ist natürlich auch Myles Kennedy wieder dabei, seines Zeichens Sänger von Alter Bridge. Ab dem 30. Mai gibts die Tickets hier

Slash featuring Myles Kennedy & The Conspirators live in der St. Jakobshalle Basel

Die Eiszeit ist ausgebrochen – Eisbrecher lassen es in der Schweiz krachen!

Mitte Dezember herrschen schon langsam die Temperaturen, bei denen man einen „Eisbrecher“ benötigt und so war der „Eisbrecher“ aus dem fernen Bayern beim Basler Z7 vor Anker gegangen, denn die Herren befanden sich gerade auf grosser Jubiläumstour. Zehn Jahre ist es inzwischen her, dass sich Alexander „Alexx“ Wesselsky und Jochen „Noel Pix“ Seibert von „Megaherz“ trennten und „Eisbrecher“ ins Leben riefen. „Megaherz“ gibt es auch heute noch, doch während sich die ehemaligen Mitstreiter mit ihrem Album „Götterdämmerung“ mit einem respektablen Platz 19 begnügen mussten, konnten „Eisbrecher“ mit ihrer fast zeitgleich erschienenen fünften Studioplatte „Die Hölle muss warten“ den dritte Chartposition sichern. An diesem Freitagabend, den 13. Dezember, hatten jede Menge Fans den Weg ins Z7 gefunden, um zusammen mit der Band und dem Support „A Life Divided“ die Geburtstagsfeier steigen zu lassen und beide Bands heizten dem gut gefüllten Z7 so richtig ordentlich ein.

Eisbrecher 10 Jahre Jubiläums Tour

Angeblich standen fast zwei Stunden vor Konzertbeginn sich Hardcore-Fans in Pratteln bei eisigen Minustemperaturen die gefrorenen Beine in den Bauch, was bei mir nur bemitleidendes Kopfschütteln auslöst, da es sich hier um keine Teenie-Band handelt und wenn man es sich schon selbst aussucht, so früh dort zu sein, sollte man anschliessend nicht noch über die Kälte jammern, sondern den Eisbrecher seines Amtes walten lassen. So kam es, dass schon bei den Special Guests das Z7 gut gefüllt war. Die Münchner „A Life Divided“ überzeugten mit eingängigem Rock, welchen sie zu vielen Teilen mit elektronischen Elementen ausschmückten. Jürgen Plangger und seine Bandkollegen verstanden es, die Konzertbesucher, die ungeduldig auf die Headliner warteten, in ihren Bann zu ziehen und konnten sicherlich an diesem Abend einige neue Fans hinzugewinnen.

Eisbrecher 10 Jahre Jubiläums Tour 2013 Z7

„A Life Divided“ bewiesem direkt nach einem langen Intro mit „The Lost“ vom diesjährigen Longplayer „The Great Escaape“ in bester Feierlaune zu sein. So wurde auch „It Ain’t No Good“ kräftig mitgeklatscht und mit „Words“ folgte ein knackiger Shouter vom 2011er Longplayer „Passenger“, bevor das melodische „Feel“ poppige Versatzstücke im Rock-Gewand servierte. „Hey You“ schickte unter Lichtgewittern einen Gitarrenorkan nebst Trommeltornado über die Bühne, ehe selbige für das VNV-NATION-Cover „Perpetual“ in blaues Licht getaucht wurde. „A Life Divided“ liessen es düster-metallisch krachen und man musste schon genau hinhören, um den Ursprungssong zu erkennen, wobei die Jungs ihre Sache wahrlich nicht schlecht gemacht haben. Immerhin gibt es auch diese Formation bereits seit zehn Jahren und Kollege Plangger, der seit 2006 auch bei „Eisbrecher“ die Gitarre zupft, wusste durchaus, wie er sein Publikum zu „The Last Dance“ bewegen konnte.

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Eisbrecher, Amok, live im Z 7 Pratteln, am 13.12.13

Es gab NDH-Standards für den Dancefloor, um schliesslich mit dem abwechslungsreichen „Heart On Fire“ die Textsicherheit der Zuschauerschaft abzufragen. Hier tummelten sich ganz offensichtlich jede Menge Wiederholungstäter und so wunderte es nicht, dass es nach einer guten halben Stunde reichlich verdienten Applaus zu hören gab. Meiner Meinung nach ist der Sound der Band absolute Spitzenklasse, die Stimme von Jürgen Plangger ist aber nicht mein Fall. Nicht das diese schlecht wäre, ganz und gar nicht, mir persönlich ist sie einfach etwas zu hell, so dass sie aus meiner Sicht den Sound der Band eher stört, als ergänzt. Aber zum Glück sind die Geschmäcker verschieden. „A Life Divided“ ist ein grossartige Live Band, da gibt es nix zu meckern, mein Fall ist es jedoch nicht, aber den Jürgen sollte man nach einer kleinen Verschnaufpause ja noch einmal zu sehen und zu hören bekommen. „A Life Divided“ legte von der ersten Minute an los, als wären sie der Headliner und der abschliessende Applaus war auf jeden Fall eines Headliners würdig.

Eisbrecher 10 Jahre Jubiläums Tour 2013 Z7

Begleitet von 70er-Jahre Disko ging es in die Pause, ehe die Titelmelodie des A-Teams den Spannungsbogen wieder ansteigen liess. Die zwei an den beiden Bühnenrändern positionierten Fäuste in Übergrösse leuchteten in einem tiefen Rot auf und eine Computerstimme begrüsste das zahlreiche Publikum. Endlich fanden auch die Hauptakteure auf die Bühne und die Herren boten ein zweistündiges Auf und Ab an alten und neuen Songs, dass es nur so krachte. So ging die Party mit „Kein Mitleid“ los und man setzte im folgenden Set auf Highlights der letzten Dekade und es ging somit mit „Willkommen im Nichts“, „Adrenalin“ und „Antikörper“ weiter. Vor mit dem hymnischen „Augen unter Null“ wurde die Bühne in rotes Licht getränkt und da wurde erstmals aktuellere Kost geboten. Anschliessend konnte „Amok“ abermals durch seine Choreo mit den schon fast altgedienten Fässern ein optisches Highlight setzen und auch „Eiszeit“, bei dem dann doch noch die Polarausrüstung zum Einsatz kam, wirkte vertraut. Das sich anschliessende „Leider“ rockt immer noch, mindestens genauso euphorisch mitgeklatscht wurde bei „Prototyp“. Die Spielfreude war jedem auf der Bühne anzumerken und die Zuschauer und Band steigerten sich von Song zu Song.

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Eisbrecher Jubiläumstour - Verrückt (Live 2013)

Die Setlist war im Vergleich zur „Die Hölle muss warten“ Tour um- und ausgebaut worden und gespickt mit redegewandten Anmoderationen von Alexx, der sein Publikum mittlerweile völlig in der Hand hatte, ging es weiter mit „Engel“. Die grossartige, selbstbetitelte Bandhymne, die in einer 2013er Version auf der „10 Jahre Eisbrecher“ Single zu finden ist und bei der Alexx nunmehr zu Kapitänsmütze und Eispickeln griff, leitete nachfolgend den nächsten Klassiker-Abschnitt ein: Dieser wurde unter anderem ergänzt durch „Schwarze Witwe“, zu der ein wenig Hochprozentiges gereicht wurde. Weiter gings mit „Vergissmeinnicht“, „Herzdieb“ und „This is deutsch“ beendete fulminant als deutschrockendes Musikantenstadl mit Rauchsäulen den regulären Teil der Show, der nach nur kurzer Unterbrechung in „Heilig“ jedoch seine verdiente Fortsetzung fand. „Verrückt“ endete mit tosendem Applaus und war an dieser Stelle natürlich nur noch zu toppen vom „Miststück“. Doch die Herren liessen sich nicht lumpen und kamen nach einer weiteren Pause noch einmal mit „Ein Leben lang unsterblich“ zurück. Dann war aber endgültig Schluss, auch wenn ein, zwei Stücke wie zum Beispiel „Kann denn Liebe Sünde sein“ nach meinem Geschmack noch gegangen wären. Aber dann halt wieder beim nächsten Mal.

Eisbrecher 10 Jahre Jubiläums Tour 2013 Z7

Viele glückliche Gesichter und ein sichtlich geschaffter Sänger bedankten sich gegenseitig beieinander und machten sich jeweils auf ihren Heimweg. Alexx und Noel Pix haben mit ihren Musikern eine routinierte Band beisammen und lieferten eine gelungene Show, die vor allem durch ihre abwechslungsreiche Setlist überzeugte, für eine volle Halle sorgte und mächtig Laune machte. Eine klasse Bühnenshow und auf „Eisbrecher“ darf man sich immer freuen, die Jungs haben es einfach drauf! Die Mannen geben Vollgas und das Publikum frisst Sänger Alexx vom ersten Ton an aus der Hand. Der Mann ist eine Rampensau, der man jedes einzelne Klischee fast schon abkauft. Natürlich hat er neben seinem coolen Acting auch eine grosse Portion Humor und ist schlicht und einfach der geborene Entertainer. Eisbrecher rockten die Bühne vom Feinsten. Requisiten wurden zu fast jedem Song auf die Bühne getragen und Alex war eloquent wie gewohnt. Ein grossartiger Abend und eine absolut würdige Reise durch 10 Jahre „Eisbrecher“, die immer noch eine Schippe drauflegten und nicht zur Ruhe kamen. Wir hoffen und freuen uns, dass es genau so weitergeht, denn 2014 dürfen die Fans auf ein neues Album hoffen, das an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen soll. In diesem Sinne: Auf die nächsten 10!

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Eisbrecher Jubiläumstour - Miststück (Live 2013)

Setlist Eisbrecher 10 Jahre Jubiläums Tour

  1. Kein Mitleid
  2. Willkommen im Nichts
  3. Antikörper
  4. Adrenalin
  5. Augen unter Null
  6. Amok
  7. Eiszeit
  8. Leider
  9. Prototyp
  10. Die Engel
  11. Eisbrecher
  12. Schwarze Witwe
  13. Vergissmeinnicht
  14. Herzdieb
  15. This is deutsch
  16. Heilig
  17. Verrückt
  18. Miststück
  19. Ein Leben lang unsterblich

Nachfolgend für euch noch der Trailer zur Eisbrecher 10 Jahre Jubiläums Tour 2013:

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Eisbrecher 10 Jahres Tour 2013 - Trailer
Die Eiszeit ist ausgebrochen - Eisbrecher lassen es in der Schweiz krachen!
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An Acoustic Evening With Everlast – Intim, authentisch und nachhaltig

Zwei Stühle, ein Keyboard und eine Akustikgitarre, viel mehr braucht Everlast nicht, um sich auf der Bühne wohlzufühlen. Die Rap-Attitüde hat der Amerikaner seit einem Jahr in den Keller verbannt, nachdem er mit „House Of Pain“ 2012 zum 20-jährigen Bandjubiläum auf Tour war, hat er jetzt genug davon. „Hip-Hop gehört den Jungen“, erklärt er im Interview. „Ich werde zwar noch im Studio rappen, aber für so exzessive Tourneen bin ich zu alt.“ Auch heute bezeichnet er sich und seine Musik noch als „puren HipHop“, letztlich geht es doch ums Storytelling. Da spielt es keine Rolle, ob man als MC oder als Singer/Songwriter die Gefolgschaft an seinen Lebensgeschichten teilhaben lässt. Everlast hat in den vergangenen Jahren gelernt, wie er das tiefe Timbre seines Organs ausreizen kann. Seine Stimme klingt an diesem Abend jedenfalls, als hätte er in den letzten 25 Jahren nie etwas anderes gemacht. Die Stimmung im ausverkauften Kofmehl konnte besser nicht sein und der mittlerweile komplett ergraute New Yorker Mittvierziger konnte mit seiner eineinhalbstündiger Singer and Songwriter-Performance absolut begeistern.

An Acoustic Evening With Everlast

Es bedarf keiner zwei Songs um die Wohlfühlatmosphäre auf der Bühne auch in die ausverkaufte Location zu übertragen. Es gibt wahrlich nicht viele Künstler, die dermassen authentisch zwischen zwei – oberflächlich betrachtet – grundverschiedenen Musikgenres hin- und herpendeln können wie Everlast. Der ehemalige House Of Pain-Frontmann will Geschichten erzählen. Ob mit Hilfe eines kompletten DJ-Sets oder lediglich Akustisch: Everlast ist und bleibt ein Lyric-Wizard, der den musikalischen Background nur als Soundtrack für seine Erzählungen nutzt. Dem heisernen Bariton des Erik Schrody (so Everlasts bürgerlicher Name) vermag sich keiner zu entziehen und so brennt sich dieser im kollektiven Gedächtnis mit seinem Blues fest. Es braucht nicht viel für ein intimes Konzert. Nämlich einen Keyboarder und einen Mann an der Gitarre. Den Rapper sieht man ihm allerhöchstens am etwas weitgeschnittenen Kleidungsstil an. Everlast singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist und dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass er Zeilen wie „I Kill Anyone For You“ von sich geben kann, ohne, dass jemand Angst vor ihm haben müsste. Der Künstler selbst wirkt in seiner spärlichen Instrumentalisierung sehr zufrieden und die Stimmung im Kofmehl ist nicht nur heiss, sondern kochend. So schweisstreibend, dass Everlast immer wieder seine Gitarre und sein Gesicht mit einem Tuch abwischen muss und man sich wünschte, der Gig hätte in einem kleinen, verrauchten Club stattgefunden und nicht im ausverkauften Kofmehl.

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Everlast - Stone in My Hand ( Kofmehl 21.10.13 )

„Ich habe bei Shows immer auch ein paar akustische Nummern gespielt. Mit der Zeit wurden es immer mehr. Und viele gefielen mir so besser als in den ursprünglichen Rock-Arrangements, weil das die Form ist, in der ich sie schreibe.“ So hat Everlast im Frühjahr die CD „Life Acoustic“ veröffentlicht, die die Akustik-Versionen seiner bekanntesten Songs (inklusive des House-Of-Pain-Hits „Jump Around“) zusammenfasst. „Lieder und Texte zu schreiben ist mein Leben“, sagt er. „Dafür verehre ich Tom Waits und Bill Withers: Deren Songs sind ewig gültig. Der heutige Rap aber ist zu 90 Prozent Mist. Da gibt es keine Aussage mehr, die verkaufen den Kids doch nur mehr Mode oder – noch schlimmer – Drogen. Die Rapper von heute sind nur mehr Sklaven der grossen Konzerne, haben an nichts Interesse als an einem fetten Bankkonto.“ Mit Songs wie „Black Jesus“ hat Everlast selbst auch schon einige Songs geschrieben, die in ihrer Sozialkritik heute noch relevant sind. Was ihn inhaltlich aber nicht stört: „Wer sagt, dass wir uns als Gesellschaft weiterentwickeln müssen? Ich schreibe über die Natur der Menschen und die dreht sich wie alles in der Natur im Kreis. Es wird nie eine Zeit ohne Kriege, Korruption und Hunger geben – da habe ich keinerlei Illusionen. Halte ich das für falsch? Natürlich! Also werde ich nicht aufhören, über diese Dinge zu schreiben und aufzuschreien, wenn ich etwa finde, dass meine Regierung Scheisse baut.“

An Acoustic Evening With Everlast

Zwischen den Songs nimmt sich der New Yorker immer wieder Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen. Everlast hat in seinem Leben viel erlebt und er lässt seine Anhängerschaft gerne daran teilhaben. Erik Schrody nimmt kein Blatt vor den Mund. Seine Anhängerschaft bedankt sich wahlweise andächtig lauschend oder frenetisch jubelnd. Die Bodenständigkeit, die der Sänger ausstrahlt ist beeindruckend. Er widmet den Song „Stone in my Hand“ den inhaftierten Frauen von „Pussy Riot“ und wirkt sehr ehrlich dabei. Als bei der langsamen, akustischen Version des „House of Pain“-Klassikers „Jump Around“ einige Zuschauer der lyrischen Aufforderung folgen, ist er sichtlich überrascht. „Ich dachte nicht, dass man zu dieser Version tatsächlich hüpfen kann“, sagt er. „Ihr habt mir das Gegenteil bewiesen.“ Das Duo fährt so ziemlich alles auf, was der Everlast-Katalog zu bieten hat und bleiben dem Kofmehl keinen Hit schuldig. Von „Black Jesus“ über „White Trash Beautiful“ bis zu „What It’s Like“ fehlte nichts. Leise und aufbrausende Passagen sowie das Spiel mit der Dynamik beherrschen Everlast und sein Keyboarder äusserst gut, dadurch wird die minimal instrumentalisierte Musik nie langweilig.

An Acoustic Evening With Everlast

Everlast sah auf dem Balkon das Transparent einer jungen Frau, auf dem stand „Please Play Maybe“. „Ich habe dein Schild gesehen“, sagt der stämmige Amerikaner und erfüllt ihren Wunsch, obwohl er den Song offensichtlich länger nicht mehr gespielt hatte, „Ich versuche mich gerade an den Song zu erinnern.“ Los gehts mit viel Improvisation und kurzen Pausen, um nach den richtigen Akkorden zu suchen. „Sorry, aber ich glaube nicht, dass wir das Lied je live gespielt haben.“ und als er sich vergriff, blickte er die junge Frau mit schuldbewusstem Hundeblick an und zuckte entschuldigend mit den Schultern. Das Publikum ist ausser sich. Besser kann ein Konzert wohl kaum laufen und das war der Moment des Abends und unterstrich die Authentizität des Mannes auf der Bühne. Der Amerikaner verfügt über eine Ausstrahlung, die dafür sorgt, dass die Menschen ihm aus der Hand fressen, was spätestens bei den nicht enden wollenden „NaNaNa“-Gesängen von „Put Your Lights On“ gut zu sehen war. Everlast sorgte im Kofmehl für Gänsehaut und der Sound von ihm erzeugt stets Bilder im Kopf. Nach knapp eineinhalb Stunden ist endgültig Schluss, auch wenn viele noch hoffen, dass sich der „White Devil“ noch einmal blicken lässt, doch daraus wurde nichts. Ein grossartiger Abend mit einem noch viel grossartigeren Künstler, bei dem man sich einzig der Performance entsprechend den Auftritt in einer kleinen Bar, mit viel weniger Leuten, bei Whiskey und Zigarre gewünscht hätte.

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Everlast - Black Jesus ( Kofmehl 21.10.13 )
An Acoustic Evening With Everlast - Intim, authentisch und nachhaltig
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Heidenfest 2013 – Auf in die Schlacht mit Ensiferum, Turisas, Equilibrium, Suidakra und Frosttide

Das Heidenfest zieht plündernd durchs Land und ist wohl die grösste Viking- und Pagan Metal-Sause dieses Spätsommers. Daher haben sich wohl alle Wikinger, Horntrinker und Schwertträger den letzten Sonntag rot im Kalender angestrichen um sich unter eiserner finnischer Doppelspitzenführung von „Ensiferum“ und „Turisas“ auf das Schlachtfeld zu stürzen. Mit dabei waren auch zwei deutsche Folk Metal-Instanzen, nämlich „Equilibrium“ und „Suidakra“ und als Special Guests heizten die finnischen Melodic/Folk Metaller „Frosttide“ im legendären Z-7 in Pratteln, Basel so richtig ein. Das Z-7 war praktisch ausverkauft und nicht nur schwermetallischen Trinkhorn-Stemmer waren zugegen, nein, auch die holde Weiblichkeit war erstaunlich gut im Publikum vertreten. Das Heidenfest hat sich in den letzten Jahren zur absoluten Tour-Instanz gemausert und hat auch letzten Sonntag das Z-7 in Schutt und Asche gelegt!

Heidenfest 2013 - Auf in die Schlacht!

Man sollte meinen, dass es den Metalfans hierzulande so langsam reicht mit kleinen Festivals heidnischer Prägung, aber weit gefehlt; das Z-7 ist brechend voll, als an diesem Sonntag Abend das Heidenfest 2013 zum Abfeiern einlädt. Und besagtes Abfeiern ist wohl einer der Hauptgründe dafür, dass das geneigte langhaarige Volk so zahlreich erschienen ist. Ein Bier nach dem anderen wandert über den Tresen und es wird allerorten immer lauter und lustiger. Pünktlich um 18:30 Uhr gehen die Lichter aus und die Bühne gehört „Frosttide„, welche gleich richtig heftig loslegen. Die 5-köpfige Band ist seit 2009 musikalisch aktiv und vermag das Publikum vom ersten Ton an zu begeistern, obwohl die Band auf dem europäischen Festland noch nicht so bekannt ist. Dieser Umstand scheint die Band aber eher zu motivieren und so nutzen die Jungs die halbe Stunde ihres Auftritts um einen ausserordentlich guten Eindruck zu hinterlassen. Die Bühnenpräsenz von Sänger Joni Snoro und Keyboarder Felipe Munoz ist absolut grandios und die ganze Band ist eine absolute Offenbarung an diesem Abend. „Frosttide“ lassen keinen Stein auf dem anderen, heizen dem Publikum so richtig ein und es lohnt sich sicherlich, die Herren einmal bei einer anderen Gelegenheit wieder zu sehen.

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Suidakra - Wartunes (live 2013-09-29 - Z7 - Pratteln - Heidenfest)

Kurz nach sieben betraten die fünf Ruhrpottler von „Suidakra“ die Bühne. Für mich war es hier auch das erste Mal, die Herren live zu sehen und was man zu sehen bekam, war absolut stark! Grossartige 40 Minuten mit Songs wie „Inner Sanctum“, „Isle of Skye“, „Dead Man’s Reel“, „Pendragon’s Fall“, „March of Conquest“ und „Wartunes“ aus ihren letzten Studio-Album liessen einem kaum Luft holen. Sänger Arkadius Antonik hat eine grossartige Bühnenpräsenz und es gelingt ihm, alle Anwesenden völlig in seinen Bann zu ziehen. Das Publikum tobt und bangt was das Zeug hält und falls es jemand gegeben hat, bei dem noch nicht bei „Frosttide“ der Funken übergesprungen ist, war spätestens bei „Suidakra“ Feuer und Flamme. Eine solche Begeisterung sieht man nicht alle Tage und es wäre zu erwarten gewesen, dass es erst bei „Ensiferum“ und „Turisas“ so abgeht, doch weit gefehlt, das Quartett aus Düsseldorf brennt das Z-7 bereits jetzt völlig nieder. Insgesamt war dies ein absolut überzeugender Auftritt und die Band hatte mit ihrem fetzigen Sound das Publikum innert kürzester Zeit buchstäblich völlig erobert.

Heidenfest 2013 - Auf in die Schlacht mit Turisas

Nach dem grossartigen Auftritt von „Suidakra“, ist der Moment gekommen für „Equilibrium“ mit ihrem epischen Folk/Viking Metal. Und hier begann der Bär erst so richtig steppen. Die Dame und Herren um Rampensau Robse und Songwriter-Mastermind René hatten so manch neuen Song im Gepäck, wie „Waldschrein“, „Zwergenhammer“ und „Himmelsrand“, dem Skyrim Theme, welches wohl auch den letzten Nerd in der Halle packte und alle auf der letzten EP „Waldschrein“ zu finden sind. Munich’s Finest versprühen eine chaotische Atmosphäre, sowohl auf der Bühne sowie davor: Der Moshpit tobt und Pogo ist angesagt! Met-Flaschen finden den Weg ins Publikum, genau wie Trinkhörner und gereckte Fäuste den Weg in die Luft. Die fünfköpfige Band bietet insgesamt ein äusserst überzeugendes Konzert mit viel Spielfreude und ner Menge Energie schmeisst man dem hungrigen Publikum Hits wie „Blut im Auge“, „Der Sturm“, „Unter der Eiche“, „Met“ und „Unbesiegt“ entgegen. Die Meute dankt es, indem sie das Z-7 zum Überkochen bringt. „Equilibrium“ waren zugegebenermassen erfrischend sympathisch und härter als gedacht. Wirklich exorbitant spielfreudig vermittelten die Münchner dem Publikum jedenfalls, dass nicht nur die Zuhörer Spass an der Show hatten, sondern auch die Musiker selbst. Aus meiner Sicht hätte die Band den Titel der besten Band des Abends verdient.

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Equilibrium - Unbesiegt (final) - Live Heidenfest 2013 - Paris

Ob nach geschlagener „Equilibrium“-Schlacht wohl noch Kraft für die Headliner bleib? Für „Turisas“ wohl in jedem Fall, denn selbst wenn man der Musik künstlerisch nicht unbedingt was abgewinnen kann – ausser viel triumphales Tataa – so muss man doch anerkennen, dass die Band auf der Bühne richtig was hermacht, sowohl visuell als auch actionmässig. Die Nordmänner wissen, was Spass auf der Bühne bedeutet und so wurde es Zeit für die angemalte Mannen. „Turisas“ konnten sich ebenfalls sehr schnell in die Herzen der Fans spielen. Der Sound ist gewaltig, auch wenn die Stimme von Sänger Mathias „Warlord“ Nygård manchmal etwas leise ist. Der Song „For Your Own Good“ liess die Hände in die Höhe steigen und ludt zum Feiern ein. Auch für die Epikfans gibt es mit „To Holmgard And Beyond“ Kost zum Abfeiern. Allgemein lassen „Turisas“ kaum etwas anbrennen und zeigen sehr viel Professionalität auf der Bühne. Immer wieder wird das Publikum animiert alles zu geben, und dies wird auch mit grossem Einsatz der Fans belohnt. Obwohl „Turisas“ sehr viele lange Lieder in ihren Laufbahn geschrieben haben und inzwischen nun genug Material da ist, um die Massen sehr lange zu begeistern, gibt es gerade einmal 60 Minuten Aktion auf der Bühne. Am Ende wurde mit „Stand Up and Fight“ ein Schlussstrich gezogen und zurück bleibt eine tobende Meute, die eine gute Show mit sehr gutem Licht, Sound und Bühnenpräsenz bekommen hat.

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Turisas - To Holmgard And Beyond (live 2013-09-29 - Z7 - Pratteln - Heidenfest)

Setlist Turisas:

  1. The Bosphorus Freezes Over
  2. For Your Own Good
  3. A Portage to the Unknown
  4. Ten More Miles
  5. Piece By Piece
  6. To Holmgard and Beyond
  7. Greek Fire
  8. As Torches Rise
  9. Battle Metal
  10. We Ride Together
  11. Stand Up and Fight
  12. Toreador Song (Georges Bizet Song)

Heidenfest 2013 - Auf in die Schlacht mit Ensiferum

Da möchte man meinen, dass „Ensiferum“ es im Anschluss schwer haben, die Spannung aufrecht zu erhalten, aber sie haben wirklich unglaublich viele treue Fans, die auch beim x-ten Gig wieder und wieder ausflippen. So wurde es (endlich) Zeit, für die epischen „Ensiferum“, dem zweiten Headliner an diesem Abend, welche man des öfteren bei Veranstaltungen heidnischer Prägung antrifft. „Ensiferum“ aus Finnland spielen eine recht eingängige Mischung aus Folk und Metal, auf genau diese Mischung fährt das Publikum des heutigen Abends offenbar völlig ab und so wurde das Ende des Abends mehr als energisch. Wie gewohnt mit nacktem Oberkörper, mit Schottenröcken bekleidet und mit der typischen Kriegsbemalung im Gesicht, die sich auch der ein oder andere Fan verpasst hat, kommen die vier Jungs aus dem hohen Norden zu „Ensiferum, Ensiferum“-Chören auf die Bühne, das Mädel trägt eine fetzige Lederkluft. In der folgenden Stunde passiert nicht viel Ungewöhnliches und darüber würden sich die Fans wohl auch eher ärgern, doch der Schluss sollte dennoch eine Überraschung bieten. Den Anfang macht die Truppe mit „Into Battle“ vom Album „Iron“, doch gibt es auch neueres Material in Form von „In My Sword I Trust“ sowie „Unsung Heroes“ vom aktuellen, gleichnamigen Album. Zwei Drittel des Gigs werden mit älterem Material bestritten, darunter obligatorische Stücke wie „From Afar“, „Ahti“ und „Twilight Tavern“.

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Ensiferum - Ahti - @Heidenfest/Z7, Pratteln, 29/09/2013

Dem Publikum sind keine Ermüdungserscheinungen anzumerken und routiniert und energiegeladen zieht das Quartett sein Set durch, die Songs hauen dank ordentlichem Sound auch total rein, Haare und Crowdsurfer fliegen in Massen durch die Gegend. Erstaunlich ist immer wieder das technische Können der Musiker, tadellos und makellos. Zum Schluss greifen die Dame und Herren hinter die Bühne, zaubern riesige Sombreros hervor, um diese gleich aufzusetzen und mit dem Cover Song „Bamboleo“ die Menschenmenge auf eine ziemlich kuriose Art und Weise zu unterhalten. Wir sehen einen Petri Lindroos als Entertainer, begleitet von seinen treuen Kumpanen Sami Hinkka und Markus Toivonen, welche die Meute anstacheln zu diesem Song zu tanzen. Ein grossartiges Ende, mit einem herrlichen Zwinkern! Wieder einmal mehr bestätigt „Ensiferum“, dass sie eine der wenigen Bands sind, die wirklich in der Lage sind, die Zügel zu führen und zeigen, dass sie der perfekte Headliner für ein Festival sind. So waren „Ensiferum“ ein würdiger Headliner, denen man ruhig etwas mehr Zeit hätte geben dürfen, aus ihrem grossen Repertoir zu schöpfen. Zugleich war es ein spassiger und fetziger Abschluss eines rundum gelungenen Festivals, das wirklich nur positive Eindrücke hinterliess. Neben der souveränen und höflichen Security, dem schnellen Service an den Getränkeausgaben, den friedlichen und fröhlichen Festivalbesuchern gilt es abschliessend nochmals die gelungene Organisation hervorzuheben. Das war einfach perfekt!

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Ensiferum - Bamboleo (final) - Live Heidenfest 2013 - Paris

Setlist Ensiferum:

  1. Into Battle
  2. In My Sword I Trust
  3. Windrider
  4. Unsung Heroes
  5. Burning Leaves
  6. From Afar
  7. Twilight Tavern
  8. Ahti
  9. Tumman virran taa
  10. The Longest Journey (Heathen Throne, Part II)
  11. Zugabe:

  12. Wanderer
  13. Bamboleo (Gipsy Kings Cover)

Heidenfest 2013 - Auf in die Schlacht mit Ensiferum

Heidenfest 2013 - Auf in die Schlacht mit Ensiferum, Turisas, Equilibrium, Suidakra und Frosttide
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Heidenfest 2013 Youtube Playlist

Um sich auf das heute Abend statt findende Fest einzustimmen, hier eine kleine Youtube Playlist mit über 175 Songs der Bands, die diese Sause veranstalten…

Grave Digger am Boom Openair

Am Samstag, den 31. August, machte das Boom Open Air seinem Namen alle Ehre, denn es gab Metal von Eluveitie und Grave Digger. Das Boom Openair ist ein sehr junges Festival im Oberbaselbiet, genauer Diegten, welches vermutlich durch seine frische auf dem Veranstaltungsmarkt des verwöhnten Schweizer Publikums schlicht zu wenig bekannt ist, die Werbung alleine nicht die nötige Aufmerksamkeit erregte und an diesem Wochenende schlicht zu viele andere Events angesagt waren. So zogen diese zwei grossen Namen alleine nicht allzu viele Metalheads an, denn leider waren geschätzt an diesem Abend vielleicht 150 bis 200 Leute anwesend, um die zwei grossartigen Bands abzufeiern. Dies war aber für die Zuschauer kein Grund Trübsal zu blasen und die Konzerte waren alle erste Sahne!

Grave Digger

Mir persönlich war dieser familiäre Rahmen mehr als nur recht, da ich die grossen Konzert-Open-Airs eh nicht sooo mag, für die Veranstalter werden die spärlichen Zuschauer aber eher ein Desaster gewesen sein. Schade, denn das Boom Open Air war wirklich bestens organisiert, den Besuchern fehlte es weder an Speis und Trank, noch an den Sanitären Anlagen und wo andere Festivals mit teueren Cashless Systemen dieses Jahr so ihre Probleme hatten, zeigte das kleine Open Air den grossen Veranstaltern, dass auch mit einer einfachen Streichkarte gearbeitet werden kann, welche man für 50 Franken kaufen konnte, um den Rest des Abends bargeldlos zu bezahlen. Die Location war absolut genial und das Personal äusserst hilfsbereit und freundlich. Da ist es schon sehr bedauerlich, dass die Veranstalter nicht mit mehr Zuschauern beglückt wurden, denn anhand der vorhandenen Besucher werden sich die zwei Tage kaum ausgezahlt haben und die Durchführung eines weiteres Boom Open Air steht damit wohl mehr als nur in den Sternen…

Boom Openair

Den Abend eröffnete um 19:30 Uhr eine Schweizer Premiere, die Frankfurter Quietschboys, welche mit ihrem auf den Punkt gespielten Rock und mit hessischen Mundart gedichteten Texten auf internationale Hits wie „Nothing else matters“ von Metallica (Ich werd fetter), „Angie“ der Rolling Stones (Hähnche), „Have a nice day“ von Bon Jovi (Die sauf ich mir schee) oder „Thunderstruck“ von AC/DC (Günther Strack) dem Publikum ordentlich einheizte. Die Jungs machten ihren Job ganz gut, obwohl mir persönlich solche Coverversionen und Comedy- oder Fun-Metal à la J.B.O. weniger zusagen. Der leicht einsetzende Regen, der glücklicherweise nach kurzer Zeit wieder aufhörte, liess uns dann doch unter das Zelt wechseln und den kulinarischen Angeboten frönen. Um ca. 21:30 Uhr legte dann die Schweizer Celtic Metal-Band Eluveitie los und vermochte wie üblich gleich von Anbeginn die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Da der grösste Teil der vorhandenen Besucher wegen genau dieser Band da waren, wurde dieses Konzert zu einem absoluten Heimspiel und die Band war sichtlich motiviert. Ein sauberes Konzert, bei dem der Funke sofort auf das Publikum übersprang und für die nächsten fast 2 Stunden das Feuer so richtig zum lodern brachte. Wie immer bot Eluveitie eine absolut geniale Show!

Grave Digger

Um ca. 23:30 Uhr wurde es schaurig düster auf der Bühne als der Reaper die Bühne betrat. Mit einem Dudelsack-Intro stimmte uns der Sensenmann auf den Auftritt von Grave Digger ein. Der maskierte Keyboarder Hans-Peter Katzenburg schritt dabei bedächtig über die Bühne und bereitete das Publikum mit dem Intro auf den Titeltrack des aktuellen Albums „Clash of the Gods“ vor. Was dann kam, war wirklich mehr als beeindruckend, wenn man sich vor Augen hält, dass Grave Digger seit über 30 Jahren aktiv sind und die Herrschaften allesamt keine 20 mehr sind. Von Beginn an überrollten die Totengräber mit Frontmann Chris Boltendahl das noch vorhandene Publikum, leider waren bereits wieder einige nach dem Auftritt von Eluveitie gegangen. Grave Digger knüppelte sich mit glasklarem Sound und viel Druck durch ihre zahlreichen Klassiker. Auf dem höchst präzisen Rhythmusgerüst von Bassist Jens Becker und Stefan Arnold konnte sich Gitarrist Axel Ritt virtuos austoben. Es war schon erstaunlich, wie blitzsauber Axel die anspruchsvollsten Passagen spielen konnte und dabei keine Minute ruhig hielt, sondern wie ein Derwisch bangte und tobte. Nicht zu vergessen Chris Boltendahl, dessen Reibeisenstimme frischer denn je klang und der körperlich topfit wirkte. Es war eine rundum grandiose Show mit grossem Unterhaltungswert. Die Herren haben Songs quer durch ihre Alben gespielt und zum Schluss gab es noch drei Zugaben. Was die Fans an diesem Abend zu sehen bekamen, war phänomenal. Frontmann und Gründungsmitglied Chris Boltendahl sowie seine Mannen haben die Bühne par excellence gerockt und es wäre den Künstlern sowie dem Veranstalter zu gönnen, wenn das Publikum zahlreicher vorhanden gewesen wäre…

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Grave Digger - Intro + Clash of the Gods, Masters of Rock 2013
Grave Digger am Boom Openair
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Ist das noch Punkrock? Ich glaube nicht! – Die Toten Hosen am Gurtenfestival

„Ist das noch Punkrock, wenn euer Lieblingslied in den Charts ist?“, fragen Die Ärzte in einem ihrer neuesten Songs und die Antwort wird gleich mit dazu geliefert: „Ich glaube nicht!“ Dieser Meinung bin ich auch, doch Die Toten Hosen vermochten dennoch zu überzeugen. Gut möglich, dass Die Ärzte beim Dichten dieser Zeilen an die Fans der Truppe aus Düsseldorf gedacht haben. Und die Frage ist berechtigt! So erfolgreich wie die Band aus Düsseldorf ist derzeit im deutschsprachigen Raum nur noch der Schlager-Graf von Unheilig. Punk lehnte sich vor Urzeiten mal gegen den gesellschaftlichen Konsens auf, doch diese deutschrockige Bierseligkeit, welche die Hosen auf dem Gurten zelebrieren, ist wohl eher eine Art Antithese zum Punk. Ich habe die Hosen schon in den Jahren 1996 und 2002 auf dem Gurten genossen und vielleicht liegt es auch daran, dass die Hosen und ich alt geworden sind, wie singt Campino schon wieder? „Ich bin noch keine sechzig und ich bin auch nicht nah dran.“ Tja, von wegen nah dran, bei Campino dauert es noch neun Jahre… bei mir zum Glück noch einiges mehr :)

Die Toten Hosen am Gurtenfestival

„No future – das war gestern, seit dem ist viel passiert“, um nochmals den Eingangs erwähnten Song zu zitieren und „das hat so den Coolnessfaktor von einem Gartentraktor“ passt auch wieder wie Arsch auf Eimer. Doch kommen wir erst zum zweiten Tag des 30. Gurtenfestivals, dass mit über 20’000 Besuchern ausverkauft war. Auch hier wieder eine kleine parallele zu den Toten Hosen, welche letztes Jahr ihr 30 jähriges bestehen Feiern konnten. Zurück zum Festival, den Tag eröffneten Hoffmaestro aus Schweden mit einer geballten Ladung Ska. Gebändigten Indiepop präsentierten auf der Zeltbühne die Landsmänner von Friska Viljor und ähnlich wechselhaft wie das Konzertprogramm war das Wetter, welches nicht wusste, ob es sich zwischen brütender Wüstenhitze und Regenschauer entscheiden sollte.

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Die Toten Hosen - Hier Kommt Alex ( Gurtenfestival 2013 )

Wer dem anbahnenden Regen entgehen wollte, verzog sich unter das Zelt der Zeltbühne, wo die Schweizer Celtic Metal-Band Eluveitie sich mit ihrem Sound deutlich von den bisherigen Acts auf dem Gurten positiv abhebte. Keltische Klänge, Dudelsäcke und urhelvetische Ikonografie lockten eingefleischte Metalheads an, schienen aber den Durchschnitts-Besucher eher zu verwirren. Letztere setzten sich daher doch lieber zu den braven Lunik auf der Waldbühne ab. Sophie Hunger schlägt sich derweil tapfer auf der Hauptbühne und ist sichtlich motiviert. Ein sauberes Konzert, doch der Funke will einfach nicht so recht auf das Publikum überspringen. Vereinzelte Zuschauer schunkeln zu den Big Band-Rythmen mit, aber Hunger kann sie auch mit grössten Anstrengung nicht zu mehr bewegen, denn alles wartet auf Die Toten Hosen.

Die Toten Hosen am Gurtenfestival

Dann, endlich, pünktlich wie angesagt um 21:45 Uhr, hissen die Hosen die Flagge auf der Hauptbühne. Frontmann Campino lässt nichts anbrennen und liefert gleich du Beginn eine Riesenshow ab. Bereits beim zweiten Song lässt er sich von seiner „Security“ zu den Fans tragen. Das hungrige Publikum grölt begeistert Hits wie „Ballast der Republik“, „Bonnie & Clyde“ und „Alles aus Liebe“ mit. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung und der Frontsänger Campino erzählt uns aus einer Welt, die sich hauptsächlich um Fussball, Gerstensaft, Party und Passivsport zu drehen scheint. Campino, der sich in letzter Zeit ganz gerne auch als Komponist etwas gar plakativer Zusammengehörigkeits-Hymnen („An Tagen wie diesen“, „Steh auf, wenn du am Boden bist“) hervortut, ist ein geborener Entertainer.

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Paradies - Pasci & Die Toten Hosen, Gurtenfestival 2013 HQ

Der Sänger erwähnt, dass er schon in den Jahren 1996 und 2002 auf dem Gurten war und er sich nach eigenen Angaben gut erinnern kann. Auch erinnerte er sich an den April 2012 anlässlich die Band auf der „Magical-Mystery-Tour“ ein privates Hosen-Konzert auf einem Berner Dachboden, der zu einer Privatwohnung gehört, spielte und gemäss Campino eine der besten Parties überhaupt feierten. Ich selbst erinnerte mich daran, als „Die Goldenen Zitronen“ ein Konzert in der Reithalle gaben und Campino, Kuddel und Wölli als Freunde mit auf Tour waren. An diesem Abend war es möglich, mit den Jungs ein paar Bierchen zu kippen, zu plaudern und einigen Unsinn anzustellen. Schön wars, doch das ist ewige Zeiten her, kaum mehr wahr und darum zurück zum Konzert. „Paradies“ brach die Band plötzlich ab, denn einer (Pasci) im Publikum hielt ein Transparent hoch mit „Campino, das kann ich besser“. Campino bat Pasci aus dem Aargau mit den Worten „Hier ist die Bühne der Verlierer“ auf die Bretter die die Welt bedeuten und der Aargauer macht seine Sache gar nicht schlecht und nutzte die einmalig grosse Bühne, um sich in Szene zu setzen und die 15 Minuten Ruhm zu geniessen.

Die Toten Hosen am Gurtenfestival

Weiter gings und spätesten bei „Alles aus Liebe“ lagen sich die Menschen hüpfend in den Armen und Pyros werden gezündet, was die grimmigen Broncos in helle Aufregung versetzte. Bald war nicht mehr klar, was Schweiss, was verschüttetes Bier und was Freudentränen waren. Der grosse Headliner am Freitagabend brachte das textsichere Bern an den Rande des Kreislaufzusammenbruchs und bot ein gigantisches und energiegeladenes Konzert. Doch irgendwie war es vor vielen Jahren besser auf dem Güsche und dass machten nicht nur die teilweise fein rausgeputzten über 20’000 Zuschauer aus. Nein, irgendwie ist der Gurten Charme dem absoluten Kommerz gewichen, Freundschaften dem Sehen und Gesehen werden und irgendwie sehen sowieso alle gleich aus und das selbst an diesem Abend. Sie sind sauber, gesund, gutriechend, enthaart, leistungsfähig und unauffällig. Wie langweilig und irgendwie ekelhaft. Wo sind all die Freaks geblieben? Wo sind die Gruftis und Punks? All die „Spinner“ kann man an einer Hand abzählen. Nix mehr los, überall gepflegte Menschen, die alle aussehen, als seien sie Mitte 30. Schon wenn sie 20 sind, sehen sie so aus. Wenn sie crazy sind, tragen sie Bärte und Hüte und ein Hosen Shirt.

Ist das noch Punkrock? Ich glaube nicht! - Die Toten Hosen am Gurtenfestival

Doch was solls, auch hier eine parallele zu der Band – und irgendwie macht es ja trotzdem Spass. Fast zwei Stunden rockte die Band und der stimmungsmässige Höhepunkt der diesjährigen Jubiläumsausgabe erwies sich einmal mehr als Idealbesetzung für ein Festival in diesen Breitengraden. Die gewohnte Spielfreude und Interaktion mit dem Publikum fehlte ebensowenig wie der crowdsurfende Ausflug Campinos zum Mischturm – inklusive bengalischer Fackel auf dessen Dach – und zurück. Der Gurten befindet sich beim Konzert der Toten Hosen im Sing-Along-Rausch, „Hier kommt Alex“, „Wünsch Dir was“, das Ärzte-Cover „Schrei nach Liebe“, „Tage wie diese“ und als erste Zugabe den „eisgekühlten Bommerlunder“. Den Rest geben die müden Rebellen dem Gurten mit dem Abzählvers „Zehn kleine Jägermeister“ und der amtlichen Verabschiedungshymne „Auf Wiedersehen“. Ganz viel Spektakel, doch was die Toten Hosen bieten hat mit Punk nicht mehr viel am Hut, ist wohl eher zum Schunkelpunk geworden. Macht ja nix, Heino covert mittlerweile auch nen Song von „Die Ärzte“, wird schon alles passen, ansonsten wird es passend „gemacht“… Bist du noch Punkrock?

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Campino zündet Pyro, Die Toten Hosen, Gurtenfestival 2013 HQ

Setlist der Toten Hosen am Gurtenfestival:

  1. Ballast der Republik
  2. Altes Fieber
  3. Auswärtsspiel
  4. Das ist der Moment
  5. Alles was war
  6. Heute hier, morgen dort
    (Hannes Wader Cover)
  7. Bonnie & Clyde
  8. Paradies
    (Kann es Pasci besser?)
  9. Niemals einer Meinung
  10. Alles aus Liebe
  11. Pushed Again
  12. Schrei nach Liebe
    (Die Ärzte Cover)
  13. Liebeslied
  14. Steh auf, wenn du am Boden bist
  15. Hier kommt Alex
  16. Wünsch dir was
  17. Tage wie diese
  18. Encore:

  19. Eisgekühlter Bommerlunder
  20. Alles wird vorübergehen
  21. Far Far Away
    (Slade Cover)
  22. Zehn kleine Jägermeister
  23. Schönen Gruss, auf Wiederseh’n
  24. Encore 2:

  25. Draußen vor der Tür
  26. Wort zum Sonntag
    (Campino Croudsurfing)
  27. Bis zum bitteren Ende
    (Campino Surfing Back)
  28. You’ll Never Walk Alone
    (Gerry & The Pacemakers cover)
Ist das noch Punkrock? Ich glaube nicht! - Die Toten Hosen am Gurtenfestival
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