An Epic Night with Machine *Fucking* Head!

Über 20 Jahre ist es her, seit „Machine Head“ an der Seite von „Slayer“ erstmals im Z7 auftraten. Unter dem Motto „An Evening with Machine Head“ feierten die Bay-Area-Metal-Titanen am 5. Oktober in Pratteln ihr Band-Jubiläum. Was in den US&A bereits mehr als erfolgreich lief, brachte die Band nun auch auf den alten Kontinent – ohne Supportbands, dafür mit einer ausgedehnten, Karriere umfassenden Setlist. Wie Frontmann Robb Flynn auf der Bühne verkündete, nahmen sie bewusst keine Vorband mit und was die Fans geboten bekamen war Metal allererster Sahne, denn die Jungs aus Oakland liessen es über zwei Stunden so richtig krachen und das altehrwürdige Z7 bis in die Grundmauern beben! Je verrückter die Crowd, desto länger der Evening! Rob Flynn dazu: „Wir hätten die ganze Nacht durchspielen können, so verrückt war die Menge!“

An Epic Night with Machine Fucking Head!

Im November 1994 traten Machine Head an der Seite von Slayer erstmals im Z7 auf, was etwa gleichbedeutend war mit dem ersten Metalkonzert überhaupt in den heiligen Wänden der Konzertfabrik! Seither hat die 1991 gegründete Band aus dem kalifornischen Oakland so manche Veränderung erfahren, ohne dabei jedoch an Qualität einzubüssen, im Gegenteil, je länger es die Band gibt, umso besser wird sie! Frontmann Robert Flynn und seiner Truppe ist es gelungen, ihrer Linie treu zu bleiben und den bandeigenen Musikstil mit Einflüssen aus Thrash- und Groove-Metal stets weiterzuentwickeln und zu perfektionieren! Im November 2014 präsentierten Machine Head ihr achtes Studioalbum „Bloodstone & Diamonds“ im Zürcher Komplex 457 ihren Schweizer Fans. Nicht einmal ein Jahr später sind sie zurück und übertreffen die grandiose Show vom Vorjahr noch! Im Rahmen ihrer „An Evening with“-Tour verzichten die Amerikaner vollständig auf Supporting Acts. Stattdessen kamen ihre hartgesottenen Fans am 5. Oktober 2015 im ausverkauften Z7 in den Genuss eines umfangreichen, auf alle Epochen ausgedehntes Set, dass absolut keinen Wunsch offen liess!

An Epic Night with Machine Fucking Head!

Vor ein paar Jahren schrieb der „Guardian“, dass Machine Head Mainstream-Metal sei, doch ausgelöst hat den Begriff wohl weniger die musikalische Ausrichtung der Band als – ganz basal – die Anzahl Fans und verkaufter Alben. Stilistisch waren Machine Head nie experimentierfreudiger, abwechslungsreicher und – man beachte den dramatischen Aufbau der neuen Stücke – ehrgeiziger. Das Konzert war wie eine Zeitreise durch die dunklen Höhlen des MH-Repertoires. Natürlich fanden alte Klassiker wie „Beautiful Mourning“, „Davidian“, „Old“, „Ten Ton Hammer“ oder „Aesthetics of Hate“ ihren Platz, sowie auch Songs ihres aktuellen Album „Bloodstone & Diamonds“ oder aus dem absoluten Hammer-Albums „Locust“. Neue Songs wie „Now We Die“, „Killers And Kings“, „Game Over“ oder „Darkness Within“ schienen auch bei alteingesessenen Fans auf grosse Begeisterung zu stossen. Verständlich, wie ich finde, denn diese Band kriegt etwas zustande, was nur sehr wenigen gelingt: Sie werden mit jedem Album besser!

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Machine Head - Live @ Ray Just Arena, Moscow 01.09.2015 (Full Show)

Machine Head sind ja ohnehin dafür bekannt, lange Sets für ihre Fans zu spielen – mit Betonung auf „für ihre Fans“. Flynn und Co. haben offensichtlich die Schnauze voll davon, vor „Fremdpublikum“ zu spielen: „Wir werden nicht länger versuchen, eine gute Zeit mit Leuten zu haben, die nicht wissen, wer wir sind. Wenn Machine Head eine Party schmeissen, wollen wie dort keine „Fremden“ haben. Hier geht es um uns und um euch da draussen, die Die-Hard-Fans, die Verrückten, die verdammten „Unerwünschten“! Die anderen interessieren uns nicht. Wir sind hier und gehen nicht weg. Wer daran teilhaben will, weiss, wo er uns finden kann. Vorerst, oder vielleicht sogar für immer, haben wir damit abgeschlossen, diese anderen Leute erreichen zu wollen“, heisst es weiter in einem epischen Facebook-Post der Band. Wer Machine Head kennt, weiss genau, was eine Live-Show à la Machine Head heisst: KILLER!!! Unzählige „Headbang Motherfucker“, verzerrte Gitarrenklänge ohne Ende, ein Robb Flynn in Ekstase und eine gnadenlose Wand aus bestem Metal lassen keinen Nacken ruhen. Bei der Einführung von „Darkness Within“ sprach der unverwüstliche Mr. Flynn davon, was Musik ihm bedeutet. Wie viel Macht die Musik auf ihn hat und davon, dass er sich, vor allem in jüngeren Jahren, oft von der Musik seiner Idole verstanden fühlte. Solche Momente an Konzerten wie diesem seien sein Lebenselixier und der Grund, warum er jeden Tag aufstehe. Die Musik schaffe es, jede einzelne Zelle mit Leidenschaft zu füllen, und erzähle viel mehr als 1000 leere Worte. Auch erinnerte sich Rob an das erste Konzert zusammen mit Slayer und wie er in der damals noch neuen Konzertfabrik Z7 in Pratteln auf Jeff Hanneman traf:

Slayer Jeff Hanneman Machine Head Robb Flynn

I can remember some good hangs with him though. The first was in Basel, Switzerland back in November, 1994 when Machine Head was main support to Slayer on the Divine Intervention tour. It was one of those shows were something so random happens it just never leaves you, in this case, the show was sponsored by Chesterfield cigarettes and every kid entering the show got 2 free packs of smokes. I’ve never seen so much smoke in a venue in my life. I remember walking onstage and yelling at our roadie/everything-guy Mike Scum, „Dude, turn off the fuckin‘ smoke machine“, he said „Yooooo, it’s not the smoke machine bro, it’s the cigarettes!“ It was damn near impossible to breath onstage. After the show we were hanging backstage and Jeff walked back, we started bitching about the crazy cigarette show, and he invited me back to the dressing room to grab a beer, we sat down and chatted for a while, and then I went all Slayer-nerd on him and started grilling him on what songs he wrote.

Me: „Who wrote Angel Of Death?“
Jeff: „I did“
Me: „Lyrics too?“
Jeff: „Yep“
Me: „Reign In Blood?“
Jeff: „Me“
Me: „Dead Skin Mask?“
Jeff: „Yep“
Me: „South Of Heaven?“
Jeff: „Me“
Me: „Black Magic?“
Jeff: „You know it“
Me: „Hell Awaits?“
Jeff: „Yep“

On and on it went, that man wrote both the music and lyrics to a large goddamn portion of my favorite Slayer songs. He was a huge influence on my songwriting growing up in particular with arrangements and the bold use of key changes. The one thing Slayer band always had over so many other bands is they were all over the guitar neck when it came to key changes. Leads would be in some of the most random keys ever, but somehow it made it all that much more frantic, and when the chorus kicked back in, Boom! Set up perfectly. He was one of the few metal heads I met who never really got into Pantera, he told me he „liked some stuff“, but thought they we’re „too bluesy at times“, and that he „liked more evil notes or sad riffs“

An Epic Night with Machine Fucking Head!

Neben solchen sympatischen Ansagen und Erinnerungen aus alten Tagen der Band zeigten Machine Head vom ersten Song an, dass sie die aktuellen Könige des Trash Metals sind. Seit nun 21 Jahre gibt es die Band schon, welche sich mit Hits wie „Imperium“, „Helo“ oder „Old“ in die Herzen der Fans gespielt haben. Und was die Metal-Titanen in einer fast zweieinhalbstündigen Show boten, war schlicht grossartig! Dass das keine leeren Worte sind, weiss jeder, welcher Machine Head schon einmal auf der Bühne erlebt hat. Besser, ehrlicher und kraftvoller gehts einfach nicht! Wie es sich gehört, wurde die Hymne „Halo“ für den Schluss aufgespart. Das gab dem feierwütigen Publikum noch einmal den Rest. Über 2 1/2 Stunden voller schädelspaltender Metal-Hymnen, Singalongs und atmosphärischen Stücken! Einfach genial! Einfach nur MACHINE *FUCKING* HEAD! Die Bay-Area-Metal-Titanen haben mit ihrer „An Evening with“-Tour etwas gewagt, wozu keine Band vor ihnen den Mut dazu hatte, sie spielten einen ganzen Abend lang völlig ohne Support. Die Bedenken des Managments, dass kein Mensch einen ganzen Abend lang einer einzigen Metal-Band zuhören möchte, konnte Machine Head locker zerstreuen.

An Epic Night with Machine Fucking Head!

Die Jungs stehen nicht zuletzt für Härte, Tempo, Groove, musikalische Kompromisslosigkeit mit zum Teil nahezu brutalen Sounds und vermögen genau damit locker einen ganzen Abend die Nacken der Fans zur Ekstase zu bringen – es hätte auch noch mehr als die 2 1/2 Stunden sein dürfen! Was den Fans um die Ohren geschmettert wurde war schlichtweg grandios und wird nicht so leicht zu toppen sein! Offenbar haben Rob und seine Mannen gefallen am Format „Ein Abend mit…“ gefunden und kehren daher Februar/März des kommenden Jahres zurück auf Europas Bühnen und wenn möglich werde ich mir diese absolut grossartige Show nochmals geben! „Wir sind echt begeistert davon, längere Sets zu spielen, ein paar tiefe Parts reinzuwerfen und alles zu unserer Welt zu machen“, erklärt Sänger Robb Flynn. Eine ganz schön coole Entscheidung – schliesslich kann eine Band wie Machine Head, die inzwischen Headliner-Status hat, auf Festivals mit vergleichsweise kurzen Auftritten ziemlich viel Geld verdienen. Stattdessen nun also Zweistunden-Konzerte für die Hardcore-Fans in eher überschaubaren Hallen? Respekt, Jungs! Und danke dafür! Ihr seit grossartig! Just two hours of Fucking Machine Head! Besser gehts nicht!

Setlist:

  1. Imperium
  2. Beautiful Mourning
  3. Now We Die
  4. Bite the Bullet
  5. Locust
  6. From This Day
  7. Ten Ton Hammer
  8. This Is the End
  9. In Comes the Flood
  10. The Blood, the Sweat, the Tears
  11. Crashing Around You
  12. Darkness Within
  13. Declaration
  14. Bulldozer
  15. Killers & Kings
  16. Davidian
  17. A Farewell to Arms (First time played live since 2010)
  18. Take Me Through the Fire
  19. Aesthetics of Hate
  20. Game Over
  21. Old
  22. Halo
An Epic Night with Machine Fucking Head!
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Metallica: Komplettes Video zum „Rock In Rio“-Auftritt

Metallicas Show beim „Rock In Rio“ Festival vom 19. September könnt ihr euch nun in voller Länge als Video-Mitschnitt anschauen. Folgende Songs spielten James Hetfield und Co. in Brasilien:

  1. Fuel

  2. For Whom The Bell Tolls
  3. Battery
  4. King Nothing

  5. Ride The Lightning

  6. The Unforgiven

  7. Cyanide

  8. Wherever I May Roam

  9. Sad But True

  10. Turn The Page

  11. The Frayed Ends Of Sanity

  12. One

  13. Master of Puppets

  14. Fade To Black

  15. Seek And Destroy
  16. Zugabe:

  17. Whiskey In the Jar

  18. Nothing Else Matters

  19. Enter Sandman

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Evolution auf Konzerten

Zu grossen Teilen ist dies eine Tatsache und ob dass mit der Drohne wirklich umgesetzt wird, liegt sicherlich in den Händen der Veranstalter, die Idee alleine ist aber witzig…

Evolution auf Konzerten

Live at Hellfest: Slash feat. Myles Kennedy and the Conspirators

Am 20. Juni brachten Slash feat. Myles Kennedy And The Conspirators das Hellfest zum Brodeln, das Konzert könnt ihr euch nun in voller Länge im folgenden Video ansehen.

Setlist beim Hellfest:

  1. 0You’re A Lie
  2. Nightrain (Guns’n’Roses-Cover)
  3. Avalon
  4. Back From Cali
  5. You Could Be Mine (Guns’n’Roses-Cover)
  6. The Dissident
  7. World On Fire
  8. Anastasia
  9. Sweet Child O‘ Mine (Guns’n’Roses-Cover)
  10. Slither (VELVET Revolver-Cover)
  11. Paradise City (Guns’n’Roses-Cover)

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Thats all folks! - Video not available

Neulich auf dem Open Air: Police Dance

Wer wissen will, wie souveränes Verhalten im Ausnahmezustand aussieht, der muss sich an die britischen Ordnungshüter halten. Dieser 35 Sekunden Clip bewiest: Hier sind Profis am Werk, die wissen was zu tun ist, wenn es Alarm gibt. Ob sie vorher auf Drogensuche waren, wissen wir leider nicht, könnte aber sein…

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Police Dance

Rockstar fängt Bierbecher im Flug

Es gibt ja etliche coole Typen auf den Bühnen dieser Welt. Der Sänger David Achter de Molen von der niederländischen Punkband John Coffey hat auf dem Pinkpop Festival 2015 in Holland seine Fans mit einer unglaublichen Aktion zum Jubeln gebracht. Beim Crowdsurfen im Publikum machte er kurz Halt und während er auf den Schultern der Leute stand, flog aus der Ferne ein Becher Bier in seine Richtung. Diesen fing er cool mit der Hand auf, trank den Becher leer und warf ihn ganz lässig weg. Als ob es das Normalste auf der Welt wäre.

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John Coffey singer catches beer while crowdwalking, and drinks it! (the original)

Polizei scannt das Gesicht jedes einzelnen von 90’000 Festivalbesuchern

Das sich in den Reihen von Metalheads zuhauf Terroristen tummeln, scheint sich nun auch bei der englischen Polizei rumgesprochen zu haben. Wie anders lässt es sich erklären, dass am englischen Download-Festival im Donnington-Park die Polizei das Gesicht jedes einzelnen von 90’000 Festivalbesuchern gescannt und mit einer Liste gesuchter Krimineller aus ganz Europa abgeglichen hat.

Polizei scannt das Gesicht jedes einzelnen von 90'000 Festivalbesuchern

Die Beamten sprechen von „strategisch platzierten“ Kameras, die am Wochenende die rund 90’000 Besucher überwacht haben. Dies war das erste Mal, dass Gesichtserkennung in England im Freien angewendet wurde, berichten englische Medien. Dabei muss die Polizei selber zugeben, dass die Zahl der Straftaten während des Festivals stark rückläufig ist: Wurden im Jahr 2013 noch 301 Verstösse verzeichnet, sank die Zahl im Jahr 2014 auf 91 – ein Rückgang von rund 70 Prozent. „Für die definitiven Zahlen aus dem laufenden Jahr ist es noch zu früh. Aber einiges deutet darauf hin, dass die Zahl tief geblieben ist“, sagt ein Polizeivertreter der BBC.

Der Fall könnte Schule machen. Die Technologie ist eine effiziente Massnahme gegen Kriminelle. Zudem werde mit den Daten sorgfältig umgegangen, diese seien bereits wieder gelöscht worden. Der „Independent“ berichtet, dass sich bereits diverse weitere Organisatoren nach der Technologie erkundigt hätten. Weniger Verständnis haben Englands Datenschützer für die Massnahme. Renate Samson von der Initiative „Big Brother Watch“ sagte, sie sei in „grosser Sorge“. Sie sei auch der Meinung, dass Kriminelle geschnappt werden müssten. „Ich finde aber, dass Unschuldige an Festivals, für die sie viel Geld bezahlt haben, eine gute Zeit haben sollten, ohne sich ständig von der Polizei überwacht fühlen zu müssen“, zitiert die BBC Samson.

Somit kann man dies als einen der ersten Versuche verbuchen, grossflächig Teile der Bevölkerung via Gesichtserkennung zu überwachen. Da ist das Argument mit den Kriminellen nur vorgeschoben. Die ganze Show dient hauptsächlich dazu, die Zuverlässigkeit der Technik zu testen.
(via Vice)

Creatures of the Night: The KISS 40th Anniversary World Tour in Zürich

Ein Grundschullehrer namens Demon und ein Taxifahrer namens Starchild machen zusammen mit Spaceman und Catman seit 40 Jahren die Bühnen dieser Welt unsicher. Demon, Starchild, Spaceman und Catman sind nicht etwa Marvels neuste Superhelden, sondern Rockstars – und zwar die mit dem wohl bekanntesten Make-Up der Musikgeschichte. Feuerfontänen, Donnerschläge, Laser, Stroboskopblitze, Kunstblut und Konfetti: Wenn Kiss auftreten, wird alles aufgefahren, was der Entertainment-Fundus hergibt. So war es auch auf der Jubiläums-Show vom letzten Mittwoch, den 10. Juni und die maskierte Band führte ihre herrlich anachronistische Show im Zürcher Hallenstadion auf.

Creatures of the Night: The KISS 40th Anniversary World Tour in Zürich

Das ich nochmals Kiss sehe, hätte ich mir bis vor kurzem nicht mal träumen lassen. Einmal im Leben sollte man Kiss gesehen haben, schon nur wegen der grossartigen Show und das war 2010 der Grund, dass ich damals einer Veranstaltung der Herren beiwohnte. Kiss, die kannte ich noch aus frühester Jugend, aber eigentlich waren das doch immer nur die Poster und Patches von den anderen, ich selbst hielt ich es mit Black Sabbath, Jimy Hendrix, AC/DC und Punkrock. Das waren damals noch Zeiten, in denen man sich entscheiden musste zwischen Bands, zwischen Musikrichtungen, zwischen Lebenseinstellungen und Image. Kiss, das waren die geschminkten Herren in Leggings, das waren die Poser und wenn ich ehrlich bin, war ich nie viel weiter in diese Band vorgedrungen als bis zu „Detroit Rock City“, „I was made for loving you“ und „Lick it up“. Nun aber hat man mich wieder ins Hallenstadion gebracht und vorne stehen wirklich und wahrhaftig Kiss, eine Stimme kündigt die Best Ager in ihren Comic-Kostümierungen als die heissteste Band der Welt an. Schon vor dem Konzert konnte man zahllose Kiss-T-Shirts und diverse kissig angemalte Menschen zwischen fünf und achtzig ausmachen.

Creatures of the Night: The KISS 40th Anniversary World Tour in Zürich

Ein Konzert von Kiss ist immer auch ein Defilée der Fans. Manche vor dem Hallenstadion hatten am Mittwoch die Buchstaben K, I, S und S auf die nackten Oberkörper gemalt. Andere, der jüngste davon war geschätzte fünf Jahre alt, trugen die gleichen Gesichter wie ihre Idole. Dutzende Spacemans und Catmans standen da rum und bei verliebten Paaren konnte es gar geschehen, dass Starchild Demon innig küsste. Es gab aber auch eine Zeit in der über vierzigjährigen Karriere von Kiss, in der die vier Charaktere dieser Band keine fantastischen Rock’n’Roll-Wesen mehr sein wollten. Es war die Zeit der Neunzigerjahre, als sie sich ihrer Schminkmasken entledigten, ein „MTV Unplugged“-Konzert spielten und mit dieser Demaskierung kurzzeitig alles verrieten, was ihre Band zur Weltmarke machte. Eine Weltmarke, die im Herbst 2014 in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen wurde und zu der neben zahllosen Merchandise-Artikeln mittlerweile auch das Indoor-Profifootballteam LA Kiss gehört. Zwanzig Studioalben haben sie in ihrer Karriere veröffentlicht und mehr als 100 Millionen Platten verkauft. In den US&A sind sie die Band mit den meisten goldenen Schallplatten. Weltweit stehen sie auf Platz drei, hinter den Beatles und den Rolling Stones.

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KISS live in Zürich 2015 Hallenstadion - Detroit Rock City

Als der schwarze Vorhang mit dem vierbuchstabigen Band-Logo fällt, bricht am Mittwochabend die Hölle los. Laserblitze greifen zuckend durch die Halle. Flammenwerfer züngeln hitzig im Takt. Böller detonieren und gleissende Feuerwerkskörper zischen über die Bühne. Man sieht den Bandmitgliedern hinter all der Schminke ihr Alter nicht an. Gene Simmons ist 66 Jahre alt, Paul Stanley 63, die anderen beiden sind in den Fünfzigern. In gespieltem jugendlichem Übermut staksen die routinierten Musiker über die Bühne. Man hört freilich, wie sie sich bei manchen Stücken stimmlich etwas schwer tun, vorallem Paul Stanley. Ihm merkt man die Spuren des Alters nicht nur stimmlich an, auf der Bühne hilft ein Teleprompter bei möglichen Texthängern. Aber egal. Der Stimmung tut das keinen Abbruch und die ist von Anfang an bombastisch! In diesem überbordenden Feuerzauber stehen die vier Musiker mit ihren schwarz-weiss geschminkten Horror-Clownsfratzen, in schwarzledernen, nietenbesetzten Phantasiekostümen samt gefährlich hoher Plateausohlen und hämmern den rund 7000 Besuchern ihren Song „Detroit Rock City“ um die Ohren.

Creatures of the Night: The KISS 40th Anniversary World Tour in Zürich

Nichts ist nachvollziehbarer, als sich in durchgeknallte Kostüme zu kleiden, wenn man sich schon auf eine Bühne vor ein paar tausend Menschen hinstellen will, die Spass begehren. Kiss regieren die Halle, es ist, als ob ihre Superkostüme ihnen Superkräfte verleihen und mit grosser Hochachtung sieht man ihnen bei ihrer Arbeit zu. In regelmässigen Abständen, wenn er seine Projektion auf den Riesenscreens weiss, fährt Gene Simmons die berühmte Zunge aus, welche nichts an Länge und Elastizität eingebüsst zu haben scheint, rollt mit den Augen, schleckt unter beeindruckendem Speichelfluss die Saiten seiner Gitarre ab, lässt sich an einer Stelle auch das klassische, nie verstandene und nie erklärte Kunstblut martialisch aus den gut geblähten Backen fliessen und während er auf diese Weise wieder das unkaputtbare Schwarzweissmonster aus den siebziger Jahren ist, so ist er doch immer auch ein augenzwinkernder Herr in den besten Jahren, der der Welt gibt, was die Welt ganz offensichtlich verlangt: Rockmusik, die Partymusik sein will und daher vor allem Nonsens sein muss. Herrlich anachronistische Unterhaltung zu durchaus auch sehr dumpfem Hardrock. Aber es ist nun mal so: Kiss, das bedeutet auch im Jahr 2015 Entertainment, das dem heiligen Ernst und der heiligen Echtheit des landläufigen Rockhelden mit Schminke begegnet.

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KISS - Lick it up - Live Zürich 10.06.2015 - Hallenstadion FULL HD

Kiss ist Kult. Kiss ist Party. Kiss sorgen eineinhalb Stunden lang für ausgelassenes Staunen. „Deuce“ spielen sie und „Psycho Circus“. Der Sound ist bestens, die Lautstärke enorm, der pyrotechnische Einsatz von verschwenderischem Ausmass. Die imposante Bühne mit ihren gestochen scharfen LED-Bildwänden, Scheinwerferbatterien und hydraulischen Podesten nimmt die ganze Hallenbreite ein. Während des wunderbar selbstironischen Bandschlagers „Do You Love Me“ wird auf der Videowand die Geschichte dieser Rock’n’Roll-Institution im Bildschnelldurchlauf erzählt: Die Anfänge in New York, die goldenen Jahre mitsamt den bahnbrechenden Pyroshows, den Groupies und der Privatjet mit dem Kiss-Schriftzug und nach den ungeschminkten Jahren glücklicherweise der Weg zurück zum tollen Mummenschanz der klassischen Bandvergangenheit. Kiss machen aus der Rockbühne einen Rummelplatz samt Geisterbahn und Kuriositätenkabinett. Gemeinsam inszenieren sie eine Rock’n’Roll-Revue, bei der an nichts gespart wurde. Nun ja, ein wenig vielleicht bei der Musik. Der Auftritt der US-Legenden bietet mächtig Futter für die Augen und der Pyrotechniker ist genau genommen das fünfte Bandmitglied.

Creatures of the Night: The KISS 40th Anniversary World Tour in Zürich

Im Vergleich zu manchen Kollegen haben Kiss einen grossen Vorteil. Kiss-Lieder sind eigentlich Popsongs, sie stehen – zugespitzt gesagt – Abba näher als Led Zeppelin. Klar, es geht etwas härter zu in den knackigen Riff-Songs, aber die schlitzohrig kalkulierte Wirkung ist durchaus ähnlich. Und Kiss haben das, was sie tun, völlig im Griff, die Fans im Hallenstadion waren jedenfalls hochzufrieden. Für sein Bass-Solo vor „God of Thunder“ hängt sich Simmons, der Mann mit der längsten Zunge des Rock’n’Rolls, ein Instrument in Form eines Schlächterbeils um. Er hämmert kurz und knackig in die Saiten. Er blickt in seinem Kabuki-Comic-Gesicht grimmig in die Ferne. Und spuckt im giftgrünen Scheinwerferlicht, alle haben darauf gewartet, mit Kunstblut um sich. Bisschen eklig, aber kommt immer wieder gut an – so wie auch die Arschwackler und Tanzschritte seines Komplizen Paul Stanley. Bei „I Love It Loud“ skandiert alles und irgendwann schwebt Paul Stanley bei „Love Gun“ tatsächlich über die Köpfe des Publikums Richtung Hallenmitte, wo er auf einem Podest einfach weiterspielt. Ein kleines bisschen „Rocky Horror Show“ mit Monstern zum Knuddeln und einer bewegungsintensiven Musik, die in ihrer klassischen Einfachheit vertraut und eingängig daherkommt.

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Kiss - Rock and Roll all Nite - Zürich - 10.06.2015

Kiss bieten sich und uns einen schönen, sinnlosen Abend und lassen es nicht nur blitzen und nebeln, sondern auch arhythmisch böllern auf der Bühne, sie fahren immer noch mitsamt ihren Instrumenten auf absurden Hebebühnen in die Höhe, um dort weiter zu musizieren, Funkenpracht schiesst ihnen aus den Gitarrenhälsen, Konfetti flattert in weissen Wirbeln auf die Menschen hernieder, Stösse heisser Luft erreichen einen im selben Moment, da man die Feuersalven auf der Bühne hochschiessen sieht, der Bierbecher zittert von den Bässen, Charmeur Paul Stanley an der Gitarre wirft im Sekundentakt Plektrons in die Menge. So gut ist die Laune, die Kiss verbreiten, dass einem nicht einmal die eigene vorgeprägte Unterbildung zum Problem wird. Immer kann man problemlos einstimmen in die Songs und irgendwas mit Party, Rock’n’Roll und Liebe rausgrölen. Ein prima Abend, an den man noch gerne lange denken wird. Klar, Zürich hat „die besten Fans“ oder jedenfalls „die lautesten“, und natürlich rollt die Showmaschine Kiss so gut geölt wie routiniert ab, aber äusserst unterhaltsam ist das trotzdem. Die Mutter aller Poser-Rockbands zählt seit 40 Jahren zu den beliebtesten Live-Bands der Welt und dass mit gutem Grund, denn Kiss setzen alles in Bewegung, um der treuesten Fangemeinden des Showgeschäfts „The Kiss Army“, die ihnen über Höhen und Tiefen bis heute die Treue hält, dass zu bieten, was sie verrdienen: „You wanted the best, you got the best. The hottest band in the world!“

Creatures of the Night: The KISS 40th Anniversary World Tour in Zürich

Setlist:

  1. Intro: Good Times Bad Times (Led Zeppelin Song)
  2. Detroit Rock City
  3. Deuce
  4. Psycho Circus
  5. Creatures of the Night
  6. I Love It Loud
  7. War Machine (Gene spits Fire)
  8. Do You Love Me
  9. Hell or Hallelujah
  10. Calling Dr. Love
  11. Lick It Up (with „Won’t Get Fooled Again“)
  12. Bass Solo (Gene spits Blood and flies)
  13. God of Thunder
  14. Cold Gin
  15. Love Gun (Paul flies out to the Crowd)
  16. Black Diamond
  17. Zugabe:

  18. Shout It Out Loud
  19. I Was Made for Lovin‘ You
  20. Rock and Roll All Nite
  21. God Gave Rock’n’Roll to You II

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Dark Roots of Trash: Testament und Exodus lassen das Z7 beben

Im beliebtesten Metal-Schuppen der Schweiz, dem Z7 in Pratteln, gaben sich Ende Mai 2015 die Thrash-Metal-Urgesteine Exodus und Testament die Ehre. Obwohl sie in der Szene genauso respektiert sind wie Metallica, Megadeth, Slayer und Anthrax, haben sie nie den grossen Erfolg erleben dürfen und das obwohl die von Kirk Hammett und Schlagzeuger Tom Hunting gegründeten Exodus für viele als die eigentlichen Erfinder des Metal-Subgenres gelten, das Anfang der 80er Jahre in der Bay-Area an US-Westküste ihren Anfang nahm und bald zu einem weltweiten Siegeszug antrat. „Exodus“ wurden von Kirk Hammett mitgegründet, der dann nach dem Rauswurf eines gewissen Dave Mustaine (der bekanntlich Megedeth gründete) zu Metallica ging. Ein paar Jahre später stiess Steve Souza von Testament (die damals noch Legacy hiessen) zu Exodus, sein Nachfolger war ein gewisser Chuck Billy. Und Exodus Gitarrist Gary Holt ist inzwischen festes Mitglied bei Slayer und tritt dort in die grossen Fussstapfen des 2013 verstorbenen Jeff Hannemann. Also alles in allem an diesem Abend ein grosses Klassentreffen und die zwei Pioniere des Thrash-Metals liessen das Z7 bis in die Grundmauern beben!

Dark Roots of Trash: Testament und Exodus lassen das Z7 beben

Old-School-Thrash-Enthusiasten kamen an diesem Abend völlig auf ihre Kosten. An der Garderobe manches Fans konnte man durchaus meinen, zurück ins Jahr 1986 versetzt worden zu sein. Die Melodic-Metal-Band „Lotrify“ aus Baden hatte bereits früher als angekündigt gespielt und so haben leider etlichen Besucher, einschliesslich des Autors dieser Zeilen, den Auftritt verpasst. Nach einer Umbaupause wurde es dann um einiges härter und um 20:15 Uhr nahm unter grossem Jubel Exodus-Drummer John Hunting hinter seinem Kit Platz und los gings! Dies leider ohne den langjährigen Gitarristen Gary Holt, der wegen Verpflichtungen bei „Slayer“ von Kragen Lum von „Heathen“ ersetzt wurde. Der deutlich gealterte und verbraucht wirkende Steve Souza, der vor rund einem Jahr in die Band zurückkehrte, eröffnete mit „Black 13“ vom aktuellen Album „Blood in, Blood out“ den Abend. Die fünf Herren sind richtig laut, aber weder der Sound noch das Licht setzt die Band zu Beginn gekonnt in Szene. Dumpf ist der Klang und das Licht ist kaum wahrnehmbar. Die meisten Fans liessen sich davon aber nicht irritieren und feierten eine Metal-Party, die aber noch ordentlich Luft nach oben hatte. Auch bei den Thrash-Krachern „Iconoclasm“ und „Children Of A Worthless God“ sitzen die Riffs zwar punktgenau und die Band wirkt bemüht, selbst Souza, der gestenreich versucht, die Stimmung weiter anzuheizen, doch irgendwie springt der Funken nicht über.

Dark Roots of Trash: Testament und Exodus lassen das Z7 beben

Bei „Salt In The Wound“ wurde stolz erwähnt, dass Kirk Hammett eine Solo mit eingespielt hat, beim groovigen „Blacklist“ aus dem 2004er-Comeback-Album „Tempo Of The Damned“ schien das Eis dann endlich im beinahe gefüllten Z7 zu brechen. Die Tontechniker hatten auch an einigen Reglern gedreht und die Band lief nun erfreulicherweise, wenn auch etwas spät, richtig warm und drückte gegen Ende mit „Body Harvest“ nochmal richtig aufs Gaspedal. Das Publikum dankt es nach einer guten Stunde Thrash-Party mit leidenschaftlichem Applaus. Ein schöner Mix über alle Schaffenswerke, was das Publikum mit „Circle Pits“ und einer „Wall of Death“ verdankte. Die Zeit mit den dienstältesten und einflussreichsten Vertretern des Thrash-Metals war hart und verging wie im Fluge. Die Umbaupause verspach Grosses für den Auftritt von Testament. Man sah ein metallisches Bühnenbild mit riesigem Banner, Stroboskop-Scheinwerfern und zwei beleuchteten Testament-Skulls im Hintergrund. Alle dies sorgte gleich von Anfang an für die passende Atomsphäre. Das Licht ging aus, Sirenengeheul erklang, rote Spotlights huschten durch die Halle und nach und nach betraten Gene Hoglan (Drums), Steve di Giorgio (Bass), Alex Skolnick (Guitars), Eric Peterson (Guitars) und zu guter Letzt auch Chuck Billy (Vocals) unter frenetischem Jubel die Bühne.

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Testament - Live - Z7 Pratteln (CH)

Die Band war von Beginn an voll da, schon die freudig-entspannte Mimik der Musiker sprach eine gänzlich andere Sprache als bei Exodus und der Sound war gut gemischt und ging voll auf die Zwölf. Chuck Billy hatte wie immer seinen Mikro-Tomahawk in der Hand und ein richtig fettes Grinsen im Gesicht. Den ganzen Auftritt über hielt er sich an seiner eigenwilligen Mikro-Halterung fest und seine euphorische Imitation des Gitarrenspiels zeigt, dass Chuck voll in seinem Element ist. Auch die anderen Musiker stehen Billy in nichts nach, Langzeit-Bandmitglied und Hauptsongwriter Eric Peterson schreddert seine Signature-Dean-Z-Gitarre lässig an der Hüfte, während sein Kollege Alex Skolnick seine fast klassisch anmutende ESP oft und mit gelassener Geste in die Luft reckte, während seine Finger über die Saiten rasten. Die coolste Sau des Abends war aber ohne Zweifel Bassist Steve DiGiorgio mit seinem fast exzentrisch geformten, bundlosen Thor-Bass, mit der er wie einer Waffe herumfuchtelte und auf dem er schonungslos herumhämmerte. Seine Posen sind die coolsten und das nicht, weil er es nötig hätte, um mangelndes Können zu kompensieren. Im Gegenteil, hier stehen mit DiGiorgio, Schlagzeuger Gene Hoglan, Skolnick und Peterson einige der derzeit besten Metal-Musiker gemeinsam auf der Bühne. Und das merkt man!

Dark Roots of Trash: Testament und Exodus lassen das Z7 beben

Die Chemie der Bandmitglieder und das Zusammenspiel stimmt und die fünf Herren haben sichtlichen Spass an ihrem Auftritt – was das Publikum so richtig mitreisst. Schon nach wenigen Minuten bei „Rise Up“ gröhlten die Fans ausgelassen den Refrain mit und der Schallmesser an der Wand zeigte teilweise über 100 Dezibel an. So muss das sein bei einem guten Metal-Konzert! Testament hatte für die „Dark Roots of Earth Tour II“ angekündigt, Material von ihren drei ersten Alben „The Legacy“ (1987), „The New Order“ (1988) und „Practice What You Preach“ (1989) zu spielen. Leider wurden es aufgrund der knappen Zeit dann nicht soviele Tracks und so war die Setliste ähnlich wie die des Livealbums „Dark Roots Of Thrash“. Viele Thrash-Metal-Höhepunkte aus den Anfangstagen der Band gab es neben einiger Perlen vom aktuellen Album dennoch zu feiern. Die Titelsongs von „The New Order“ und „Practice What You Preach“ zelebrierte das Quintett genauso wie das atmosphärische, aber nicht weniger harte „Trial By Fire“. Abgerundet wurde das rund 85-minütige Set mit weiteren Thrash-Krachern wie „First Strike Is Deadly“ oder „Souls Of Black“ vom gleichnamigen Album.

Dark Roots of Trash: Testament und Exodus lassen das Z7 beben

Auch Testament bot einen tollen Mix aus allen Epochen der Band. Die Performance auf der Bühne war im Gegensatz zu Exodus gigantisch und die Spielfreude jedem einzelnen anzumerken. Die Zeit war viel zu schnell vorüber und der Abend wird bei jedem einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Beide Bands verstanden es schliesslich, ihre Fans gelungen und professionell mit einer guten Show zu unterhalten. Die Gesten und Posen wirkten bei Testament echter und weniger routiniert, die Energie kam nicht nur durch die Lautstärke, sondern vor allem durch den glaubwürdigen und energiegeladenen Spass am Auftritt von Billy, Peterson, DiGiorgio und Co zustande. Bei der Thrash-Urgewalt aus San Francisco hatte man zu Anfang den Eindruck, dass die Herren ihr Set möglichst schnell hinter sich bringen wollten, damit man sich Backstage anderem widmen konnten. Dennoch überzeugten Exodus mit ultrahartem und dennoch groovenden Midtempo-Thrash mit irrem Tempo und brachiale Riffs. Auch „Neu-Alt“-Shouter „Zetro“ Souza hat sich wieder hervorragend in die Band integriert.

Vorschaubild
Testament - Live - Z7 Pratteln (CH)

Setlist Exodus:

  1. Black 13
  2. Blood In, Blood Out
  3. Iconoclasm
  4. Children of a Worthless God
  5. Body Harvest
  6. Blacklist
  7. Bonded by Blood
  8. Strike of the Beast
  9. The Toxic Waltz

Setlist Testament:

  1. Rise Up
  2. Native Blood
  3. More Than Meets the Eye
  4. The Preacher
  5. First Strike Is Deadly
  6. Souls of Black
  7. Eerie Inhabitants
  8. The New Order
  9. Trial by Fire
  10. Into the Pit
  11. Practice What You Preach
  12. Zugabe:

  13. D.N.R. (Do Not Resuscitate)
  14. 3 Days in Darkness
  15. Disciples of the Watch
Dark Roots of Trash: Testament und Exodus lassen das Z7 beben
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Atmosphäre10
Performance9.5
Akustik9.5
Sichtverhältnisse9
Vor-Ort-Service8
Sanitäre Einrichtungen8
Parkplatzsituation7.5
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Es besteht keine Gefahr für die Öffentlichkeit – Farin Urlaub Racing Team on Tour

Als „Die Ärzte“ rockte Farin Urlaub zusammen mit seinen Kollegen Bela B. und Rodrigo González letztmals im Sommer 2013 eine Schweizer Bühne. Während den letzten Monaten kümmerte sich der Gitarrist, Sänger, Songschreiber, Publikumsdompteur und Weltenbummler aber wieder intensiv um sein Nebenprojekt Farin Urlaub Racing Team. Das Ergebnis war seine vierte Soloplatte, welche auf den Namen „Faszination Weltraum“ hört und die aktuelle Tour „Es besteht keine Gefahr für die Öffentlichkeit“, welche Farin zusammen mit seinem Racing Team am 20. Mai in den ausverkauften Zürcher Komplex 457 führte. Die Band bot mit über 2 1/2 Stunden eine mit 31 (!) Songs prall gefüllte Show, welche das Publikum bis in die letzten Reihen zu begeistern vermochte.

Farin Urlaub Racing Team on Tour

Sänger Farin Urlaub dürfte eigentlich jedem als Frontmann der Spass-Punk-Rock-Pop-Band „Die Ärzte“ bekannt sein. Die Ärzte sind cool, waren immer cool und werden vermutlich auch im hohen Alter noch cool bleiben. Denn die Ärzte verkörpern das kompromisslose Lustprinzip: Bedingungslos das tun, was man tun will! Früher war es eine zentrale Entscheidung: Entweder man stand im Lager der humorlosen, proletarischen, dumpfen, simplen, Altbier und gradlinigen Toten Hosen oder eben bei den humorvollen, twisted, komplexen, verspielten und spassigen Ärzten. Genau die Attribute, welche für die Ärzte genannt wurden, gelten selbstverständlich auch für Farin und da sich die Ärzte immer rarer machen, ist Jan Ulrich Max Vetter – so der bürgerliche Name des Oberblondi – immer häufiger in Gesellschaft des Farin Urlaub Racing Teams, kurz FURT, anzutreffen. Seit 2008 ist die als reine Konzertband gestartete, derzeit elf Musiker umfassende Combo auch an den eigentlichen Albumaufnahmen von Farins Soloausflügen beteiligt. Die aktuelle Tour zum Nummer 1-Album „Faszination Weltraum“ führte das Racing Team nun also auch in die Schweiz.

Farin Urlaub Racing Team on Tour

Keine Vorband, kein Geplänkel, es ist Zeit für Rock’n’Roll! Ein schwarzer Vorhang versperrt die Sicht auf die Bühne, gegen 20:15 Uhr hörte man dann wie die Gitarre eingestöpselt wurde und eine Minute später begann dann das Konzert. Mit einem Knall fiel der schwarze Vorhang hinunter und dahinter stand Farin auch schon und legte direkt mit einem Kracher Song von seinem aktuellen Album „Faszination Weltraum“ los. Das Zürcher Publikum war von Anfang an sehr textsicher und brachte die Halle leider nur zeitweise richtig zum kochen. Im Vergleich zu dem, was man von Farin Urlaub oder den Ärzte-Konzerten normalerweise gewohnt war/ist, war es doch ein eher ruhigeres Konzert, was eindeutig am Publikum lag, dass erstaunlich durchmischt war. Viel junges Volk war zu sehen, so dass man hätte denken können, dass es am Konzert ab geht wie Schmitz Katze, doch irgendwie scheint das Ritalin seine Wirkung hinterlassen zu haben – dies passt aber zum Tourtitel „Es besteht keine Gefahr für die Öffentlichkeit“, da darf es ruhig mal bodenständig zugehen. Herrscht bei einem Ärzte-Konzert eher clowneske Anarchie, lässt sich der Auftritt von FURT im Komplex 457 ganz gut mit dem Bild eines Big-Band-Orchesters voller Dynamit beschreiben: Eine druckvolle Bläser-Riege zur Linken, tolle Background-Sängerinnen zur Rechten und in der Mitte Farin Urlaub samt Amazonen-Hofstaat, bestehend aus Gitarristin Nesrin „Nessie“ Sirinoglu, Bassistin Cindia Krüger und Drummerin Rachel Rep.

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Farin Urlaub Racing Team - Porzellan - live 20. Mai 2015 - Komplex 457 Zürich Schweiz

Der blonde Riese, sein weibliches Racing Team sowie die männlichen Bläser lieferten alle zusammen ein erstklassiges Konzert ab. Die weit über 30 Jahre Bühnenerfahrung merkte man dem mittlerweile 51 jährigen Protagonisten schliesslich an: Knapp über 2 1/2 Stunden Spielzeit sind mit Musik und Publikumsdialogen komplett durchgeplant, selbst die witzigen Sprüche oder spontane Antworten auf Zuschauerreaktionen sitzen sicher und sind gestählt durch jahrzehntelange Übung. Es ist das Zusammenspiel aus augenzwinkernder Absurdität und Alltagsgeschichten, mit der Farin Urlaub das Publikum in seinen Bann zieht. Aus allen vier Alben wurden an diesem Abend Songs gespielt und die Setlist ist hier und da noch mit B-Seiten seiner Singles gespickt. Wenn man bedenkt, dass andere Bands mit mehr Alben weitaus kürzer spielen, dann kann man nur den Hut vor Herrn Urlaub ziehen. Hier bekommt der Fan noch etwas für sein Geld. Und das nicht nur wegen der Länge der Show, sondern auch wegen der Stimmung sowie Farins Gags, Sprüchen und Albereien. Am stärksten war der Abend an jenen Momenten, an denen Farin die Hits der ersten beiden Soloalben „Endlich Urlaub“ und „Am Ende der Sonne“ herauskramte. Textsicher gaben sich die Zuschauer des ausverkauften Saals auch bei den Hits „Glücklich“, „OK“ und „Porzellan“ über das sinnlose Streben nach Mehr, wo doch das Glück meist direkt vor der eigenen Nase liegt. „Ihr habt sicher bemerkt, dass ich älter geworden bin. Diese Ratschläge in Sachen Lebenshilfe muss ich einfach loswerden“, sagte der Mittfünfziger.

Farin Urlaub Racing Team on Tour

Das 11-köpfige Racing Team rockte, rollte, säuselte und donnerte, während Farin Urlaub das machte, was er am zweitbesten kann: Gitarre spielen und singen. Das Publikum verdankt dies an diesem ausverkauften Konzert in dem es nahezu Wort für Wort mitsingt und so Farin Urlaub nicht nur einmal ein breites Grinsen der Zufriedenheit entlockt. Wie üblich gab es keine besondere Show, die grössten Showeinlagen waren wohl längere Bläsersoli und doch wurde jede Menge Rockmusik, Freude, Wut, Herzschmerz, Vorschläge zur Verschönerung von Innenstädten und bisher unterschätzte quasiphysikalische Gesetze geboten. FURT versetzte das Publikum an diesem Abend mehrfach in Extase. Das Farin Urlaub Racing Team rockte den Komplex, selbst wenn die etwas langsameren Lieder des aktuellen Albums in Sachen Euphorie noch Aufholbedarf haben, stieg die Stimmung erwartungsgemäss umso stärker an, wenn die Bläser einsetzen und Ska-Rhythmen oder schnelle Gitarrenriffs ausgepackt wurden. Dann gab es kaum noch ein Halten im vorderen Teil des Saals.

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Farin Urlaub Racing Team - Abschiedslied - Zehn 2 - live 20. Mai 2015 - Komplex 457 Zürich Schweiz

Nach über zwei Stunden war das Publikum geschafft, Farin auch. Somit verabschiedete er sich – nicht mit Abschiedslied, das hatte er schon gespielt – indem er noch einmal „Zehn“ spielte. Wer Farin Urlaub kennt, weiss, was das für die müden Zuschauer bedeutete: Noch mal Power bis zur absoluten Erschöpfung. Farin kennt da kein Erbarmen. Er zählte bis zehn, dann wollte er uns springen sehn. Und wir sprangen. Souverän beendet der Berliner samt seinem Rennteam des Rocks nach zwei Zugabeblöcken von je drei Songs das Konzert, welches für jede Menge verschwitzte Körper sorgte. Den Fans im Komplex wurde ein kurzweiliges, knackiges Rockkonzert mit reichlich Interaktion und guter Laune auf allen Seiten geboten. Aber nicht nur beim Hauptakteur scheinen die Punkattitüden bedingt durch das zunehmend Alter allmählich zu schwinden. Auch das Publikum ist zahmer geworden. Ein Konzert, das bestimmt allen in sehr guter Erinnerung bleiben wird. Die Band war in bester Laune, die klassische Rockinstrumentierung ist bei den Damen – Nessie, Rachel und Cindia – in besten Händen und die Herren „Bläser“ sorgen für die Ska-Komponente. Eine schweisstreibende Show, die – sage und schreibe – dreissig Songs umfasste und einem kaum Zeit zum Atemholen liess. Direkt vor der Tür parkte der Tourbus, der die Band anschliessend nach Saarbrücken brachte. Ich selbst freute mich während der Heimfahrt auf eine angenehme Nacht im eigenen Bett. So an einem Konzert rumstehen, Gas geben und sich an der Musik erfreuen, kann nach einem Tag Arbeit und mit Arbeit für den kommenden Tag in Aussicht, in meinem Alter anstrengend sein… ;)

Setlist:

  1. Was die Welt jetzt braucht
  2. Glücklich
  3. Heute tanzen
  4. Klasse
  5. Am Strand
  6. Herz? Verloren
  7. Porzellan
  8. Augenblick
  9. 1000 Jahre schlechten Sex
  10. 3000
  11. iDisco
  12. Unscharf
  13. Sommer
  14. Der ziemlich okaye Popsong
  15. Newton hatte Recht
  16. Das Traurigste
  17. Niemals
  18. OK
  19. Immer dabei
  20. Dynamit
  21. Die Leiche
  22. Zehn
  23. Alle dasselbe
  24. Petze
  25. Trotzdem
  26. Encore:

  27. Unter Wasser
  28. Keine Angst
  29. Karten
  30. Encore 2:

  31. Wo ist das Problem?
  32. Abschiedslied
  33. Zehn²

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