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Nichts bleibt für die Ewigkeit: Campino & Co. sind längst nicht mehr die anarchischen Punks, die sie früher einmal waren. Die einst zügellose Band hat sich selbst immer mehr Regeln verpasst. Begann ein Konzert früher selten nüchtern, ist Alkohol vor dem Auftritt längst verpönt. Was den Erfolg gefährden könnte, wird verbannt und obwohl ihre aktuelle Tour etwas von Rückschau auf gute alte Zeiten hat und die Punk-Attitüde schon ein bisschen zweifelhaft wirkt, bleiben die Toten Hosen lebende Legenden. Nun sind die Toten Hosen auf Jubiläums-Tour mit Titeln aus drei Jahrzehnten Bandgeschichte wird das zahlreich erschienene Publikum in der St. Jakobshalle in Basel in den Bann gezogen. Nach dreissig Jahren Punk-Karriere spielten die Toten Hosen am Dienstag im Rahmen der “Der Krach der Republik – Tour” erstmals in Basel. Frontmann Campino trat zwei Stunden lang nicht auf die Bremse und fand sofort den Draht zum Publikum.

Zum bitteren Ende! - Die Toten Hosen: Der Krach der Republik Tour 2012

Als Support war die schwedische Alternative Rock-Band Royal Republic mit am Start. Sänger Adam Grahn, Gitarrist Hannes Irengard, Bassist Jonas Almén und Schlagzeuger Per Andreasson verfügen seit ihrem ersten Album “We Are The Royal” über eine beachtliche Fangemeinde und sind eine absolute Live-Band, zumindest schafften sie es mit ihrer punkigen Rockmusik die Hosen-Fans auf Betriebsemperatur zu bringen. Der Gig an sich war etwas kurz, aber so ist das halt, wenn man als Vorband auf de Bühne steht. Nachdem Royal Republic die Bühne geräumt hatten, folgte eine recht kurze Umbaupause, deren Verstreichen grafisch dargestellt wurde, indem das Reichsadlerskelett, welches an die Leinwand projiziert wurde, langsam nach unten verlief und nach gut 30 Minuten gingen dann endlich die Lichter aus und die Toten Hosen betraten die Bühne. Mit dem Intro “Drei Kreuze (dass wir hier sind)” und dem obligaten Aufzug der “Bis zum bittern Ende” Logos bis unter die Hallendecke, begann die Show der Düsseldorfer Helden.



Die St. Jakobshalle war restlos ausverkauft, als um neun Uhr die Ikonen des Deutschpunk die Bühne stürmten. Dreissig Jahre im Geschäft und k(l)ein bisschen müde, das bewiesen sie vom ersten Ton des Openers “Ballast der Republik”, dem Titelstück ihrer aktuellen CD. Das Logo dazu ist eine Mischung von Bundesadler und Hammer und Zirkel, dem Wappen des untergegangenen Arbeiter und Bauernstaates DDR. Treffender lässt sich die Rolle der Hosen in der Deutschen Musikgeschichte kaum versinnbildlichen. Bereits fünf Minuten nachdem die fünf Musiker die Bühne betraten, sangen rund 9000 in der ausverkauften Halle mit. Viele auf den vollen Sitzplatz Rängen nahmen ihre Plätze gar nie ein: Man sang, man gröhlte, man reckte die Arme, man stampfte. Nicht nur musikalisch war die Band in Topform, auch die gigantische Multimedia-Show auf den riesigen LED Screens im Rücken der Band sorgte für Hühnerhaut.



Es war eine knappe halbe Stunde nach Konzertbeginn, als Sänger Campino auch jene begrüsste, die zum ersten Mal ein Konzert der Toten Hosen besuchten. Viele können es nicht gewesen sein, denen diese Grussworte galten: Die Show der Düsseldorfer Punkrockband, die dieses Jahr ihr dreissigjähriges Bestehen feiert, war ein Heimspiel, ein Triumphzug. Campino und seine Kapelle schmissen für 9000 Fans, ach was, für 9000 Kumpels in der ausverkauften St. Jakobshalle die steilste Punk-Party des Jahres. Campino ist auch mit 50 noch ein begnadeter Entertainer. Ein energiegeladener Punk-Dirigent, der seine Menschenchöre mit dem kleinen Finger im Griff hat, der die ausgezehrte Meute in der ersten Reihe väterlich mit Getränken versorgt und sich selber das Wasser über den nackten Oberkörper kippt. So erlebte ich wie Campino in den Neunzigern auf dem Gurten die Querstrebe des Bühnenaufbaus erklomm und dabei noch sang. Ein anderes Mal verabschiedete sich die Band von der Bühne um etwa 10 Minuten später im Scheinwerferkegel eines ganz anderen Ortes der Halle wiederloszurocken, inmitten von Fanreihen. Und genau dies ist den Toten Hosen wichtig – Fannähe.



Ein bisschen verwundert hatte mich, dass man mit einem der besten Songs des neuen Albums begonnen hat – “Altes Fieber” – ein ganz starkes Stück, welches mir einfach aus dem Herzen spricht. Aber so ist es bei vielen Songs von den Toten Hosen, man erkennt sich wieder… Die erste grosse Überraschung kam für mich dann, als beim Cover von “Schrei nach Liebe”, welches im Original ja bekanntlicherweise von den ehemaligen Rivalen “Die Ärzte” stammt, aus der eigentlichen Textstelle “Zwischen Störkraft und den Onkelz steht ne Kuschelrock-LP” von Campino gesungen wurde “Zwischen Störkraft und Bushido”. Soviel ich weiss, singen die Ärzte den Song mittlerweile auch in diesem oder ähnlichem Wortlaut, jedenfalls fand ich es gut, dass man mit dieser Textzeile dem Song etwas Aktualität einhauchte anstatt sich immer noch auf die Vergangenheit der Frankfurter Onkelz zu stürzen.

Zum bitteren Ende! - Die Toten Hosen: Der Krach der Republik Tour 2012

Meister Campino und seine treuen Gesellen Breiti, Andi, Kuddel und Vom warfen diesen Abend mit Hits nur so um sich, “Liebeslied”, “Bonnie & Clyde” oder das von Hannes Wader gekaperte “Heute hier, morgen dort”, von “Alex”, “Alles aus Liebe” und “Tage wie diese” ganz zu schweigen. Mit “Hang on Sloopy”, “The Little Drummer Boy” und “You’ll Never Walk Alone” spielten die Hosen an diesem Abend auch noch so einige weitere Coverversionen. Vor der Bühne wurden Fackeln abgebrannt und immer wieder schwenkten viele die Fahne mit dem Bundesadlerskelett. Die Revoluzzer der achtziger Jahre, die unermüdlich gegen gesellschaftliche Konventionen und die rechte Gewalt angesungen haben, die in den Neunzigern zum musikalischen Allgemeingut mutierten sind heute aktueller denn je. Mal reinrassiger Punkrock, mal beschleunigter Hardrock, mal schroffer Sixties Beat, den die Band in die Halle hinauspowerte. Frontmann Campino beschränkte sich auf kurze Überleitungen und stimmliche und körperliche Verausgabung, der Rest der Band auf herrliches Hinrotzen der Songs und das Publikum erwies sich als durch und durch textsicher.



Campino tobt zwei Stunden über die Bühne als gäbe es kein morgen. Wo sich andere Bands mühsam drei Zugaben ableiern, hauten die Hosen drei satte Zugabenblöcke raus, die ein Drittel des Konzerts ausmachten. Selbst nachdem sie mit “Schönen Gruss, auf Wiederseh’n” eigentlich klar signalisiert hatten, dass es jetzt nichts mehr gibt, jubelt das Publikum unermüdlich weiter, bis sie für “Paradies” noch einmal wiederkommen. Dazu holt Campino einen zwölfjährigen Jungen auf die Bühne und lässt ihn mitsingen. Eben doch wie beim Familienkonzert. Wenn aber eine Band, die eine so klare Botschaft von Toleranz und Freiheit vertritt, zu einem Massenphänomen wird, kann man eigentlich nur dankbar sein, dass es läuft, wie es läuft. Glücklicherweise verzichten sie grösstenteils auf die Lieder, die mehr an Schlager als an Rockmusik erinnern, erst ganz am Ende, als schon fast die ganze Herrlichkeit vorbei ist, kommt dann doch noch das unsägliche “Zehn kleine Jägermeister” und wird frenetisch bejubelt.

Setlist:

  1. Ballast der Republik
  2. Altes Fieber
  3. Auswärtsspiel
  4. Du lebst nur einmal (vorher)
  5. Alles was war
  6. Madelaine (aus Lüdenscheid)
  7. Heute hier, morgen dort (Hannes Wader Cover)
  8. Hang On Sloopy (The McCoys Cover)
  9. Bonnie & Clyde
  10. Call Of The Wild
  11. Das ist der Moment
  12. Niemals einer Meinung
  13. Europa
  14. Pushed Again
  15. Schrei nach Liebe (Die Ärzte Cover)
  16. Liebeslied
  17. Steh auf, wenn du am Boden bist
  18. Alles wird vorübergehen
  19. Hier kommt Alex
  20. Wünsch DIR was
  21. Tage wie diese
  22. Encore:

  23. Draussen vor der Tür
  24. Schade, wie kann das passieren?
  25. Alles aus Liebe
  26. Freunde
  27. Encore 2:

  28. The Little Drummer Boy (The Von Trapp Family Singers Cover)
  29. Still, Still, Still
  30. All die ganzen Jahre
  31. Schönen Gruss, auf Wiederseh’n
  32. Encore 3:

  33. Paradies
  34. Zehn kleine Jägermeister
  35. You’ll Never Walk Alone (Gerry & The Pacemakers Cover)



All das bei einem Repertoire, das 15 Alben umfasst. Der Mix aus alten und neuen Liedern kam beim Publikum sehr gut an, der Auftritt an und für sich war ganz grosses Kino vom Anfang bis zum Schluss und bis und mit dem andächtig gefeierten Liverpool-Heiligtum “You’ll Never Walk Alone”. Die Setlist enthielt von echt alten zu ganz neuen sowie von wilden bis romantischen Songs einfach alles. Eine perfekte Mischung aus gutverdaulichem Stoff. Mögen die neuen Lieder etwas weicher, die Texte tiefgründiger und die Gitarrenriffs ein wenig vielfältiger geworden sein – auf der Bühne strahlen die Punkrocker pure Energie aus, spielen ihre Lieder wie üblich schneller als auf der Platte und Campino hetzt über die Bühne fast wie vor zehn, zwanzig Jahren, aber eben nur fast, denn mir sind Konzerte aus früheren Tagen in Erinnerung, bei denen Campino doch noch etwas mehr Power an den Tag legte. Ob dies am Alter liegt, oder daran, dass er durch den Tag bereits Wassertreten musste und an einem Knäckebrot-Test mitmachte, lass ich mal dahingestellt, schliesslich ist auch Campino keine Zwanzig mehr und dies tat dem Auftritt der Hosen keinerlei Abbruch. Nachfolgend ein kleiner Zusammenschnitt der gerade genannten Aktivitäten. An Tagen wie diesen… wenn sich eine der besten Livebands überhaupt zu einer intensiven und schweisstreibenden Party trifft… wünscht man sich Unendlichkeit.



ie Toten Hosen

Yeeeeah, heute ist es endlich soweit, die toten Hosen machen Basel unsicher und rufen dazu auf, die Zeit mit ihnen zu verschwenden und für alle daheim gebliebenen gibts nachfolgend genau diesen Hymne aus vergangenen Tagen. Hach waren das noch Zeiten…



Ob mit oder ohne Schminke im Gesicht, Marilyn Manson und Rob Zombie haben eines gemeinsam: Beide Herren provozieren gerne und reichlich. Jeder der beiden Namen für sich wecken bereits den Drang, mit Begriffen wie “Legende”, “Titan” oder “Superstar” um sich zu werfen. Der “König der Provokation” Manson und der “Meister des Horrors” Zombie haben sich zu einer gemeinsamen Welttournee des Schreckens zusammengetan. Mit vereinten Kräften touren sie als “Twins of Evil” durch Europa, machten dabei auch in Basel halt für ein Konzert und zogen ein recht kunterbuntes Publikum in die St. Jakobshalle. Nachdem ich Rob Zombie letztes Jahr in Lausanne in dem doch recht kleinen Laden “Les Docks” gesehen hatte, bekam ich nun endlich die Gelegenheit eine seiner grossen Shows erleben zu dürfen. Ich liebe Zombie wegen seiner Horror-Roots und seinem Hang zum Genre und zum Glück spielt Rob Zombie die Hauptrolle auf dieser “Twins of Evil Tour”!

Twins of Evil - Rob Zombie

Nachdem die Beiden ihre letzten Auftritte in der Romandie hatten – Rob Zombie letztes Jahr in Lausanne und Marilyn Manson am Festi Neuch in Neuenburg, kamen sie nun in die Deutschschweiz. Für mich ist Manson eine Art Weiterentwicklung von Alice Cooper. Marilyn perfektionierte vor einiger Zeit das, was Alice vorgelegt hat: Polarisieren mit Themen, welche viele Menschen schockieren, auch in Sachen Schminke, sprich der äusseren Erscheinung. Doch kann ein Künstler noch wirklich empören, der gut und gerne rauf und runter auf MTV gespielt wird? Meiner Meinung nach nicht. Um den früheren Schützling von “Nine Inch Nails”-Frontmann Trent Reznor wurde es in der vergangenen Zeit eh etwas ruhiger. Die letzten drei Alben konnten kommerziell nicht mehr an den Erfolg der Vorgänger anknüpfen.

Twins of Evil - Marilyn Manson

Nach einer etwas Verhaltenen Metal DJ Einlage als Vorprogramm, fällt der Vorhang und auf der Bühne steht – Marilyn Manson. Den Auftakt machen “Hey, cruel world” von der aktuellen Scheibe und der alte Klopfer “Disposable Teens”. Die Leute gehen gut mit, der Sound ist laut und drückend. “mOBSCENE” ist das erste Highlight der Show. Nach jedem Song wechselt Mr. Manson seine Garderobe, das Ganze ist selbstredend ziemlich bizarr und kaputt, aber macht auch unheimlich viel Spass. So gibt es neben einigen neuen Songs einen Mix seiner Hits, aus dem vor allem “Coma White” heraussticht, bei welchem von der Decke künstlicher Schnee fällt. “The Beautiful People” beendet nach einer Stunde mit Konfetti-Regen eine erstaunlich gute Show, Licht und Sound vom Feinsten und der Frontpsycho war, trotz vorangegangener Schlägerei in Zürich und lädiertem Ohr, scheinbar gut aufgelegt.



Seine Show hat mich dann auch insofern begeistert, dass alles perfekt inszeniert war. Das Bühnenbild wechselt ebenso oft, wie der Akteur seine Kleidung. Das Programm wirkt auf mich, als arbeite man ein Programm Punkt für Punkt ab. Ohne gross Emotionen zu zeigen oder in Kontakt zu treten mit den Augenzeugen der Show. Marilyn Manson hat mich gesanglich enttäuscht. Ich habe keine Höchstleistung erwartet, aber dass er so schlecht singt hätte ich nicht erwartet, er war wohl heiser oder sonst was und das im Ricola Land. Auffallend war aber das der Sound in der St. Jakobshalle wirklich verdammt gut war, bei Metal verschmilzt ja gerne auch mal alles zu einem dröhnenden Klangbrei, nicht so bei the Twins of Evil.

Twins of Evil - Marilyn Manson

Setlist:

  1. Intro: Suspiria
  2. Hey, Cruel World…
  3. Disposable Teens
  4. The Love Song
  5. No Reflection
  6. mOBSCENE
  7. The Dope Show
  8. Slo-Mo-Tion
  9. Rock Is Dead
  10. Personal Jesus (Depeche Mode Cover)
  11. Sweet Dreams (Are Made of This) (Eurythmics Cover)
  12. Coma White
  13. King Kill 33°
  14. Antichrist Superstar
  15. The Beautiful People

Twins of Evil - Rob Zombie

Dass die Umbauphase über 30 Minuten in Anspruch nam, kann man angesichts der ganzen Bühnenaufbauten gut nachvollziehen. In dieser Zeit verdeckt ein riesiger Vorhang die Bühne, den ein Schwarz-Weiss-Bild von King Kong ziert. Was auffällt ist, dass viele Menschen offensichtlich nur wegen Marilyn Manson anwesend sind und sich nach der Show zurückziehen und die vorderen Reihen verlassen. Für mich absolut unverständlich, denn der wahre König des Horrors kommt erst noch, aber umso besser für uns und einige andere Kenner, die somit bei Rob Zombie weiter nach vorne rutschen.

Um etwa 21:30 Uhr beginnt dann das Zombie-Intro. Ein riesiger Roboter steht auf der Bühne, der Bassist Piggy D und mit Drummer Ginger Fish und Gitarrist John5 stehen zudem zwei ehemalige Mitglieder von Marilyn Manson mit Rob Zombie auf der Bühne, kommt nach und nach die Band dazu und als die ersten Takte des Openers “Jesus Frankenstein” erklingen, öffnet sich der Roboter und Mr. Zombie Himself steigt heraus. Zu bestem Sound klettert er auf eines der zahlreichen Podeste und stimmt in den Song ein – auf seinem Kopf ein Zylinder, an seinem Arm die bereits bekannte mechanische Klaue, die er immer wieder Richtung Hallendecke reckt. All meine Hoffnungen, dass er den Abend rettet, lagen auf ihm. Und ich wurde nicht enttäuscht. Er tanzt über die Bühne, fundiert seine Show mit “Jesus Frankenstein” und holt das Publikum mit “Superbeast” ab. Schafft also nach zwei Songs das, was seinem Kollegen davor nicht mal bis zum Schluss wirklich gelungen ist.

Twins of Evil - Rob Zombie

Ich muss nochmals erwähnen, der Sound klingt dermassen gut, dass es wirklich richtig Laune macht. Die Riffs dröhnen in amtlicher Lautstärke aus der PA und dieses Mal hat der gute Rob seine komplette Show dabei (letztes Jahr in Lausanne gab es nur die abgespeckte Variante, da wohl kaum der Platz vorhanden gewesen wäre) und das bedeutet einen Haufen LED-Leinwände, Pyros, Konfetti, Feuersäulen und allerlei Roboter, Monster und Getier auf der Bühne. Die LED-Leinwände zeigen optisch hervorragend zu den jeweiligen Songs passende Sequenzen, dazu wirbelt der Oberzombie immer wieder wie ein Derwisch über die Bretter oder nimmt direkt Kontakt zu den ersten Reihen auf.

“Living dead girl” taucht schon relativ früh im Set auf, es folgt der alte White-Zombie-Klassiker “More human than human” – Hits am Fliessband also. Und zu jedem Song gibt es ein neues Gimmick – sei es ein Roboter oder ein überdimensionaler Teufel, der von der Bühne grüsst. Das Drum-Solo kommt bei diesem Sound richtig gut – die Doublebass wummert schön in der Magengegend. Bei “Mars needs Women” fährt Rob mit einem Monster Mondmobil auf der Bühne hin und her und bei “Sick Bubble-Gum” tanzen bunte grosse Ballons über die Zuschauerköpfe hinweg. Alles mit einem Augenzwinkern und nie ganz ernst gemeint. Zombie und John5 rockten die Bude und besonders Rob wirbelte von einer Seite zur anderen. Während eines Gitarren Solos macht er sogar einen Ausflug quer durch die Halle. Nach einem ausschweifenden Gitarren-Solo covert die Truppe noch “School’s out” von Alice Cooper, Robs grossem Vorbild und verabschiedet sich anschliessend von der Bühne. Die Fans erreichten mit langem und vor allem lauten “Zombie, Zombie!!” Rufen jedoch noch eine Zugabe. Doch nach “Dragula” war dann definitiv Schluss.



Nach etwas mehr als einer Stunde war also auch Zombie mit seinem Gig durch und ich um eine weitere grossartige Live-Erfahrung reicher! Rob Zombies Show war als ganzes gesehen verdammt grosses Kino, der Mann weiss wie man das Publikum bei Laune hält. Danke Rob, du hast mich einmal mehr echt überzeugt! Bleibt zu hoffen, dass Rob Zombie uns nun an alle 1 – 2 Jahre besucht! Das grösste Manko an dem Abend war allerdings, dass eigentlich beide Konzerte viel zu kurz waren. Denn bei den vielen Songs, die beide Band geschrieben haben, wären mehr als je knappe 80 Minuten angemessen gewesen. Aber das scheint bei amerikanischen Bands immer mehr Usus zu werden. Nichtsdestotrotz ein äusserst lohnenswerter, wenn auch kurzer Konzertabend.

Setlist:

  1. Intro: Sawdust In The Blood / Sinners Inc.
  2. Jesus Frankenstein
  3. Superbeast
  4. Meet the Creeper
  5. Living Dead Girl
  6. More Human Than Human (White Zombie Song)
  7. Theme for an Angry Red Planet
  8. Mars Needs Women
  9. Drum Solo

  10. Never Gonna Stop (The Red, Red Kroovy)
  11. Sick Bubble-Gum
  12. Scum of the Earth
  13. Lords of Salem
  14. Thunder Kiss ’65 (White Zombie Song)
  15. Guitar Solo

  16. School’s Out (Alice Cooper Cover)
  17. Zugabe:

  18. Dragula

Twins of Evil - Rob Zombie

Nach der Show in Basel gab es nur noch ein Konzert in Bologna, Italien und dann war die Tour, mit 33 Auftritten in 10 Ländern zu Ende, so wie auch dieser kleine Bericht und passend dazu, möchte ich mit dem Zitat zum Tour Ende der Band schliessen. Lets do this again soon!

So that’s all folks as a certain Porky Pig would say at the end of a certain series of famous cartoons. The Twins of Evil tour has come to a close. The tour gear is being packed, robots are going back to storage, tired and weary souls return to the comforts of their beds. 10 countries were visited with 33 shows played. Every city welcomed the show with raucous cheer and invigorating energy. Even when Rob apologized to the Birmingham UK crowd for his croaky voice, the crowd still bayed for Zombie and left the show with smiles from ear to ear.

Thank you to everyone that came out; to those who flew across countries, travelled for hundreds of miles on the road, came out night after night through snow storms and cold, wind and rain. To those who came not once nor twice but many many times, to the fans met on meet and greets, or who hung around before and after shows to say hi.

Thank you. Lets do this again soon!

Es gibts Menschen, die sollten definitiv nicht an einem Open Air teilnehmen, wenn diese schon mit den Örtlichkeiten überfordert sind und nicht wissen, wo sie sich die Hände waschen sollen… im Pissoir werden sie zumindest nicht sauber und umgekehrt wär weniger tragisch :)



Am letzten Mittwoch standen zwei Grössen aus vergangenen Zeiten auf der Bühne, einerseits Slash feat. Myles Kennedy & The Conspirators und anderseits “Mötley Crüe” beglückten die St. Jakobshalle Basel. Während die notorischsten, wildesten Glam-Rocker der Achtziger den Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart schafften, vermochte Slash nicht weniger zu überzeugen und brachte die Halle mit Hilfe der Stimme von Myles Kennedy zum kochen. Da kamen Erinnerung ans Joggeli – wenn auch ans alte Stadion – auf, wo ich vor 21 Jahren zusammen mit 50000 anderen “Mötley Crüe” kurz vor ihrem Abstieg in die orientierungslosen Neunziger erlebte. Sie waren zusammen mit Metallica und AC/DC die Monsters of Rock. Geil und unvergesslich war’s, ob dies der letzte Donnerstag auch war, könnt ihr im nachfolgend Bericht erfahren.

Angeblich pilgerten 4000 Fans zur St. Jakobshalle, um den Helden vergangener Tage zu huldigen, dabei handelte es sich vorwiegend um solche, die die glorreichste Epoche der Bands noch miterlebt haben, doch auch jüngere Metalheads waren anwesend. Aufgrund eines Trauerfalls in der Familie konnte die Vorband “Black Veil Brides” leider nicht auftreten, was ich sehr schade fand, da mich der Sound doch neugierig auf einen Live Auftritt der Band gemacht hat. Nun denn, ein ander mal… – und so liessen wir die Vorband für ein paar Bierchen mehr sausen, man muss sich ja nicht alles zu Gemüte führen, wobei die Winterthurer Hard-Rock Band “Gloria Volt” sicherlich ihr bestes gab, für mich aber leider kein würdiger Ersatz für die Black Veil Brides war, da der Sound hier doch nicht wirklich zu vergleichen ist. Aber wie man auch vom Earshaker Day weiss, muss man mit Veränderungen im Programm rechnen.



Einer, der sich praktisch gar nicht verändert hat, ist Slash himself. Seit 30 Jahren trägt der Ex-Guns’n'Roses Gitarrist das gleiche Outfit, bestehend aus schwarzem Zylinder, Sonnenbrille, krause Wuschelfrisur, abgeschnittenem Shirt und Lederhosen. Für die aktuelle Tour hat er sich “The Conspirators” und den Sänger von “Alter Bridge”, Myles Kennedy and die Seite geholt. Die Stimmung ist ab der ersten Minute grossartig und nicht nur Slash sondern auch Myles Kennedy & The Conspirators können durch eine hervorragende Performance überzeugen. Der Fokus der Show liegt dabei ganz klar auf der Musik. Ein einfaches Backdrop mit dem Cover des aktuellen Albums “Apocalyptic Love” ziert den Bühnenhintergrund und die Lichtshow hat offenkundig den Zweck, dass man die fünf Musiker gut sehen kann.

Da diese nicht nur bester Laune sind sondern auch auf aufgesetztes Gepose verzichten, besticht die Show von Slash, Myles Kennedy, Brent Fizz, Todd Kerns und dem für die Tour zusätzlich angeheuerten Gitarristen Frank Sidoris durch ihre Bodenständigkeit. Egal, ob sie Songs von “Apocalyptic Love”, die aktuelle Single “You’re A Lie” oder Guns’n'Roses Hits wie “Sweet Child O’ Mine” spielen, das Publikum singt begeistert mit und bejubelt nicht nur Gitarrenheld Slash sondern auch den hervorragenden Sänger Myles Kennedy. Slash spielt nach Herzenslust und lässt seine LesPaul jaulen und singen. Bei “Anastasia” darf Myles sogar seine Gitarre während Slashs Solo zur Hand nehmen. Slash, der wie ein kleiner pummeliger gutmütiger Knuddelbär wirkt, hetzt auf der Bühne ständig auf und ab. Er ist eindeutig der Star. Selbst der sehr gute Myles Kennedy kann ihm nicht das Wasser reichen, schon gar nicht, als er selbst zur Gitarre greift.



Der Auftritt wusste zu begeistern. Slash spielte gewohnt cool und es war eine wahre Freude, ihn live zupfen zu sehen. Meinetwegen hätten sie auch gerne mehr als nur eine Stunde spielen dürfen! Diese 60 Minuten Spielzeit erlaubten der Band immerhin eine gelungene Mischung von Songs der beiden Alben, den bereits erwähnten Guns’n'Roses Klassikern und mit “Slither” auch einen Song von Velvet Revolver zu spielen. Unnötig ist wahrscheinlich zu erwähnen, dass die Reaktionen bei “Sweet Child O’ Mine” und dem gefeiertem Abschluss “Paradise City” am euphorischsten waren. Es dürfte auch kaum einen an Rockmusik interessierten Menschen geben, der nicht stante pede diesen Song lauthals mitgröhlen könnte. Selbst bei der Abschiedsverbeugung fällt Slash der Zylinder nicht vom Kopf. Vermutlich ist der Deckel schon mit den lockigen Haaren verwachsen.

Setlist Slash:

  1. One Last Thrill
  2. Nightrain (Guns N’ Roses Song)
  3. Ghost
  4. Standing in the Sun
  5. Back From Cali
  6. Shots Fired
  7. Halo
  8. My Michelle (Guns N’ Roses Song)
  9. Anastasia
  10. Sweet Child O’ Mine (Guns N’ Roses Song)
  11. You’re a Lie
  12. Slither (Velvet Revolver Song)
  13. Paradise City (Guns N’ Roses Song)

Pünktlich um 21.00 Uhr startete das Intro und schon bald schlürfen zwei alte Herren auf die Bühne. Vor allem bei einem hat man das Gefühl er suche noch seinen Gehwagen. Mick Mars. Viel hat man schon über seine gesundheitlichen Probleme gelesen, er hat eine seltene Knochenkrankheit, aber dass der Mann sich kaum bewegen kann, ist schon heftig. Seine hohen Plateau-Schuhen mit riesigen Absätzen verbergen nicht, wie klein und schmächtig der Gitarrist ist. Er wirkt wie eine Marionettenpuppe. Mit seinem unter dem typischen Hut weiss-schwarz geschminkten Gesicht, sah er zwar aus, als hätte man Michael Jackson wieder ausgegraben, aber sein Instrument beherrscht er nach wie vor. Mit “Wild Side” geben die vier Amis gleich zu Beginn den Tarif des heutigen Abends für alle unmissverständlich durch. Das Mötley Crüe Theater hat begonnen! Imposant ist Tommys ca. 8 Meter hohe Rollercoaster-Drum, doch mehr dazu später. Natürlich dürfen zwei tanzende Girls, die jeder Playboy-Titelseite gut zu Gesicht gestanden hätten, als Backstage Unterhaltung nicht fehlen. Sie wirkten wie aus dem “Girls, Girls, Girls”-Video entsprungen. Die anwesenden männlichen Fans werden diese Einlage der Band wohl kaum übel genommen haben.



Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass die beiden wohlgenährten Nikki Sixx und Vince Neil den beiden anderen Spargeln Tommy Lee und Mick Mars Backstage das ganze Essen wegfuttern, aber lassen wir solche Mutmassungen mal im Raum stehen. Weiter geht es mit dem wohl schnellsten Crüe-Song: “Live Wire” gefolgt von “Too Fast For Love”. Vince wendet sich das erste Mal mit einer Ansage direkt an die Fans in der knapp zu drei Vierteln gefüllten Halle. Er macht es uns allen einfach, in dem er uns erklärt, dass wir einfach immer mit “Fuck yeah” auf seine glorreichen Fragen wie “lebt ihr noch” antworten sollen. Das F-Wort bleibt uns auch bei jedem Satz der Jungs ein treuer Begleiter des heutigen Abends. Weiter erzählt er uns, dass sie zu Hause in Los Angeles als “The Saints” bekannt sind und somit folgt mit “Saints Of Los Angeles” auch der einzige Song, der nicht mindestens zwanzig Jahre auf dem Buckel hat.

Nikki sieht mit seinem toupierten, schwarzen Haar und breitem Stirnband irgendwie aus wie japanischer Glam-Rock-Fan im besten Teenie-Alter. Mit einem kleinen Unterschied: ER ist das Original. Trotzdem sind auch seine Bewegungen ein bisschen langsamer und entsprechen nicht ganz seinem jugendlichen Look. Und auch ein bisschen vorsichtiger – beim Rückwärtslaufen schaut man auch ab und zu rückwärts. In anderen Worten es wird nicht mehr alles gnadenlos plattgewalzt. Dass er aber immer noch der wilde, rücksichtslose Rocker ist, beweist er, als er einem Security heimlich auf den Nacken spuckt. Nach diesem Abstecher ins 21. Jahrhundert geht es zurück in die glorreiche Glam-Rock-Zeit der Achtziger Jahre mit “Shout At The Devil”. Vince meint danach, dass es heute Abend ein paar heisse Bräute im Publikum hat und wir uns glücklich schätzen dürften. Recht hat er. Und die eine oder andere lüpft auch artig das Shirt, wenn er sie mit seinem Blick anvisiert. Vince sagt so gleich, dass sie auch auf der Bühne zwei nette Girls hätten.

Es folgen mit “Don’t Go Away Mad (Just Go Away)” und “Same Ol’ Situation” zwei weitere Songs vom Höhepunkt ihres Schaffens – vom Dr. Feelgood Album. Bei beiden Songs hängt sich Vince eine Gitarre um und vergisst noch mehr als sonst die eine oder andere Textzeile fertig zu singen. Seine Stimme ist vom Klang her einzigartig. Und sie ist auch eine Gratwanderung zwischen eben dieser Einzigartigkeit und Micky Maus. Er schafft es jedoch knapp, dass sie nie ganz nach Entenhausen kippt. Wenn es mit der Musik nicht geklappt hätte, wäre er wohl als Micky Maus im Disneyland unterwegs. Alle vier sind Paradebeispiele für Selbstdarstellung und wechseln sich ständig dabei ab, im Vordergrund zu stehen. Die Songauswahl konnte nicht besser sein. So folgen weitere Songs aus den Anfangstagen – “Looks That Kill” und «”Piece Of Your Action”. Beim letzteren Song durften ein paar Fans auf die Bühne – acht Mädels und ein Quotenjunge – und während der Hälfte des Songs vor Tommys Drumkit tanzen.



Die Stimmung im Publikum ist gut, wenn auch nicht berauschend. Viele wollten wohl einfach wieder mal ihre Idole aus deren Teeniezeit sehen. Das fällt auch Tommy auf, der den anderen mitteilt, dass die Leute auf den Rängen wie zu Hause auf dem Sofa sitzen. Nikki fordert diese dann auch aufzustehen, schliesslich sei man an einem Crüe-Konzert… doch bleiben trotz Aufforderung die meisten gemütlich sitzen. Nach “Primal Scream” folgt mit “Smokin’ In The Boys Room” eine Zeitreise in die Schulzeit der Jungs. Die Stimmung erreicht ihren bisherigen Höhepunkt und der runde Screen hinter Tommys Rollercoaster beleuchtet die Show ziemlich cool. Und nun endlich darf Tommy auch seine riesige Konstruktion vorführen. Er schwebt zwar nicht mehr über den Köpfen der Fans, aber nicht viel weniger eindrücklich dreht er sich vertikal im Kreis und bleibt auch mehrere Male kopfüber stehen. Dass er als Untermalung Musik wählt, die eher an die Love Parade als ein Rock Konzert erinnert, ist merkwürdig, aber die Showeinlage ist insgesamt stimmig und auch optisch hervorragend untermalt. In Gang gesetzt wird sein Drumcoaster durch eine Hand, die ihn zunächst von links nach rechts schiebt bis er endlich genug Schwung für den kompletten Kreis hat. Nachdem er unter lautem Jubel ein paar Runden gedreht und selbst kopfüber erstaunlich tight gespielt hat, darf dann auch ein glücklicher Fan Namens Timo neben Tommy im Rollercoaster Platz nehmen und Tommys Show aus nächster Nähe und teilweise ebenfalls kopfüber erleben.

Wir nähern uns mit “Dr. Feelgood” dem sicheren Ende des heutigen Abends. Doch bevor die vier Bilderbuch-Rockstars die Bühne ohne Zugabe verlassen, spielen sie einen Höhepunkt des Abends: “Girls, Girls, Girls”. Anschliessend wird ein Flügel auf die Bühne gerollt, der über und über mit Spiegelpailletten besetzt ist und Tommy nimmt Platz und beginnt “Home Sweet Home” anzustimmen. Während dem Song platzieren alle vier für einen kurzen Moment ihre Fäuste buddymässig übereinander, als wären sie die besten Freunde… – gibt es da nicht das eine oder andere Gerücht zu diesem Thema von wegen getrennten Hotels und so… – aber lassen wir das. Und weiter zum nächsten stimmungsmässigen Höhepunkt “Kickstart My Heart»”. Auf dem Screen fahren wir Achterbahn in endlosen Tunnels – und das optisch mit Tommys Schlagzeug. Am Ende schlägt dann nicht nur das riesige Herz auf dem selbigen Screen mit 180.

Nun, das war’s. Es fehlt kein Song. Vince sagt es uns nochmals, was wir ja alle schon lange wissen: “We are Mötley Crüe”. Mit einem “30 Years of Crüe. Danke Basel” auf dem Screen verabschieden sich die vier Überrocker definitiv. Es war ein guter jedoch kein überragender Konzertabend. Ohne grosse Überraschungen. Mit der perfekten Songauswahl zerrt auch Mötley Crüe von ihrer glorreichen Vergangenheit. Und genau wegen dieser Vergangenheit und diesen Songs sind wohl heute auch die meisten ins Joggeli gepilgert. Die Show, die die vier bieten ist von vorne bis hinten durchgeplant und lässt die Natürlichkeit vermissen, die Slash und seine Band ausstrahlen und so richtig will der Funke nicht überspringen. “Mötley Crüe” scheinen Wert auf Theater zu legen. Zum Abschluss bekommen die ersten Reihen noch ein Geschenk von der Band: Nachdem Tommy Lee seine Drumsticks ins Publikum gekickt hat, wird ein Eimer mit roter Farbe ins Publikum geschüttet und noch einer und… sechs insgesamt werden es schon gewesen sein. “Mötley Crüe” konnten mich als Headliner nicht wirklich überzeugen. Slash feat. Myles Kennedy & The Conspirators haben dagegen eine rundum überzeugende Show gespielt, die gerade im Kontrast zu “Mötley Crüe” zeigt, dass eine gute Rockshow auch ohne grosses Tamtam auskommt.



Setlist Mötley Crüe:

  1. Wild Side
  2. Live Wire
  3. Too Fast For Love
  4. Saints Of Los Angeles
  5. Shout At The Devil
  6. Don’t Go Away Mad (Just Go Away)
  7. Same Ol’ Situation (S.O.S.)
  8. Looks That Kill
  9. Piece Of Your Action
  10. Primal Scream
  11. Smokin’ In The Boys’ Room (Brownsville Station Cover)
  12. Drum Solo (Tommy Lee with his 360° Rollercoster)
  13. Dr. Feelgood
  14. Girls, Girls, Girls
  15. Home Sweet Home
  16. Kickstart My Heart

Irgendwie erinnert mich der heutige Wechsel von ursprünglich 3 auf heute bekannt gegebene 2 Bühnen an das Chaos des letztjährigen Sonisphere, welches am gleiche Ort ausgetragen und der Running Order noch bis zum letzten Tag umgestellt wurde…
Dieser Wechsel auf nur 2 Bühnen verkürzt selbstverständlich die Spielzeit der Bands recht massiv, z.B. spielen Amon Amarth statt ursprünglich einer Stunde (16:30 – 17:30), neu 45 Minuten und Machine Head haben anstelle 90 Minuten (22:30 – 24:00) nur noch eine Stunde erhalten. Da diese Änderung vermutlich nicht die Letzte sein wird, muss ich mir doch ernsthaft überlegen, ob ich mir das (nochmals) antun will, denn die Preise für Getränke und Food waren bereits letztes Jahr unflätig hoch und ich gehe davon aus, dass dies am Samstag nicht anders sein wird. Zudem findet der Spass in Hallen statt, in denen man nicht Rauchen kann… Naja, wie auch immer, hier der neue Running Order des Earshakerday:

Mainstage:
12h30 – 13h50 The Treatment
13h10 – 13h40 Unearth
14h00 – 14h30 Sebastian Bach
14h50 – 15h30 Black Stone Cherry
15h50 – 16h30 August Burns Red
16h50 – 17h30 Devil Driver
18h00 – 18h45 Black Label Society
19h15 – 20h00 Amon Amarth
20h30 – 21h20 Children Of Bodom
21h50 – 22h40 Killswitch Engage
23h10 – 24h00 Lamb Of God
00h30 – 01h30 Machine Head

Stage 2:
12h30 – 13h00 I Killed The Promqueen
13h20 – 13h50 Your Demise
14h10 – 14h40 Cancer Bats
15h00 – 15h30 Vale Tudo
15h50 – 16h20 Eyes Set To Kill
16h40 – 17h15 Axe Wound
17h40 – 18h15 Lacuna Coil
18h40 – 19h20 Sick Of It All
19h45 – 20h25 Ugly Kid Joe
20h50 – 21h35 Soulfly
22h00 – 22h45 Paradise Lost
23h10 – 23h55 Skeletonwitch
00h20 – 01h20 Napalm Death

Die erste Ausgabe in Jonschwil versank im Schlamm, die zweite in Basel brach Veranstalter Free and Virgin das Genick. Das Sonisphere Festival stand bisher unter einem schlechten Stern. Letzten Mittwoch folgte der dritte Anlauf in neuer Umgebung und mit neuem Veranstalter. 32’000 Metalheads – mehr als erwartet – strömten auf das Gelände Parc Rives Du Lac in Yverdon-Les-Bains am Neuenburgersee mit den Headlinern Motörhead, Slayer und Metallica. Der Neustart ist geglückt, ist jedoch weit weg von perfekt. Der Sound war, wenn er denn kam – bei Mastodon lief zum Beispiel die PA die halbe Zeit nicht und fiel immer wieder aus – doch erstaunlich gut. Der Golden Circle war zu gross ausgelegt und man musste wieder einmal, Jonschwil lässt grüssen, über 30 Minuten für Getränke anstehen. Nichts desto trotz war mein Eindruck dass dies das beste Sonisphere Festival bis jetzt war, das sonnige Wetter und die geniale Location machten so einiges wett.

Rund 32’000 Musikfans haben Metallica auf das ehemalige Expo.02 Gelände in Yverdon-les-Bains, welches selbst 28’000 Einwohner hat, gelockt, wo am Mittwoch die dritte Ausgabe des Sonisphere Festivals über die Bühne ging. Dies war das erste Mal, dass in dieser Stadt ein Festival in dieser Grössenordnung organisiert wurde. Das Festival begann um 15 Uhr bei schönstem Wetter, die Atmosphäre war ok und die Dezibel hoch, so hoch, dass die Konzerte bis ins 13 km entfernte Cheyres (FR) zu hören waren. Rund 1’200 Helfer waren am Gelingen des Festivals beteiligt, die Montage dauerte eine Woche und es hatte rund 50 Imbissbuden, 5.5 km Barrieren und 300 mobile Toiletten. Lustigerweise war keine Bar im Golden-Circle-Bereich aufgestellt, was mir jedoch ziemlich egal war, da ich eh nicht zu den Weichspülmetalern mit zu viel Kohle im Sack gehöre, doch organisatorisch hätte dies sicherlich besser gelöst werden können, aber so musste halt the Rich-People zum Fussvolk Getränke holen, was die Wartezeiten nicht gerade verkürzte.



Mit den Headlinern Metallica, Motörhead und Slayer konnte wahrhaftig geballte Metal-Macht präsentiert werden. Eluveitie, Gojira und Mastodon waren ebenfalls mit von der Partie, die Drei mussten aber quasi in den sauren Apfel beissen und dem sonnengeschwängerten Publikum – nachmittags bei 30 Grad – ihre Musik schmackhaft machen. Bei Eluveitie war leider noch komplett tote Hose, was vielleicht aber am Sound lag, der vermutlich im Vergleich zum restlichen Programm etwas aus dem Rahmen fiel und so nicht den Erwartungen der Besucher entsprochen hat und die Band bereits eine halbe Stunde nach Türöffnung spielen musste. Doch auch Gojira mussten das Publikum daran erinnern, dass dies ne Metalshow war und forderte zu Pits auf, welche aber nicht stattfanden. Und so konnten erst Mastodon, sie boten vor allem ihr neustes Album “The Hunter” feil, für gute Stimmung sorgen. Leider stieg während 45 Minuten ohne zu übertrieben 15 mal der Sound aus und dies war wirklich unterstes Niveau, da kann ich nur ein grosses Lob an Mastodon ausprechen, welche sich davon nicht beirren liessen und immer wieder souverän und ohne mit der Wimpern zu zucken weiter machten.

Die anschliessend auftretenden lebenden Legenden, Slayer, hatten zwar keine Ungereimtheiten mit der Technik, irgendwie aber erweckten sie den Eindruck, Probleme mit dem Bewegungsapparat zu haben. Ähnlich dynamisch wie eine Terrakotta-Armee spulten sie ihre Setlist ab. Vielleicht lag dies aber auch am Publikum und Slayer liessen sich von der bewegungslosen Menge anstecken – oder es war schlicht das Alter, denn Tom wirkte in meinen Augen optisch als nicht mehr ganz der Frischeste. Slayer bestachen mit ihrem kompromisslosen, rasend schnellen und knüppelharten Sound. In dieser unglaublichen Präzision konnte das von Slayer aber nicht unbedingt erwartet werden, denn Gitarrist Jeff Hannemann hat sich immer noch nicht von seiner Spinnenbiss-Infektion erholt und musste durch Gary Holt ersetzt werden. Ein paar Moshpits gab es aber dennoch, zwar nicht direkt vor der Bühne (Golden Circle Problem), aber beim Fussvolk ging es doch ab, obwohl diese Pits grösstenteils mehr wie Kindergeburtstag wirkten.



Motörhead zeigte sich wiederum von ihrer schmutzig guten Seite und versprühten niemals Langweile. Doch auch hier fehlte die Stimmung direkt vor der Bühne und Lemmy stand oft fraglos da und wartete auf Reaktionen seitens des Publikums, wenn er einen Song ankündigte. Neues war von den Altmeistern der harten Töne freilich aber nicht zu hören. Kult-Rocker Lemmy Kilmister bot seinen gewohnten, schnörkellosen, ehrlichen Rock. Zeitgleich zog sich die Sonne zurück und übergab ihren Platz der passenden Abenddämmerung. Je mehr Zeit verstrich und je dunkler es wurde, desto mehr suchten ihren Platz mit direkter Sicht zur Bühne. Die gesamte Fanschar wartete auf Metallica und erwartete ein schwarzes Spektakel. Übrigens erstaunt es mich nicht, dass Free and Virgin beim Sonisphere Basel Konkurs gegangen ist, wenn ich an die Schlangensteherei in Yverdon denke und wie viel Umsatz in Yverdon durch das Warten verloren ging, kann ich nur sagen: Schade, Schade, Schade.

Äusserst pünktlich und voller Spielfreude trumpften Metallica auf, jedes songtechnische Register wurde gezogen. Die Kalifornier spielten das “Black Album” – ihr legendäres Meilenstein-Werk von 1991 – in voller Länge. Doch das Album einfach nur von Song 1 bis 12 runterzunudeln, das wäre für die Metal-Heroen zu einfach, stattdessen drehten Metallica die Reihenfolge der Songs um und starteten mit “The Struggle Within”, dem eigentlichen Abschlusssong des Albums. Die zwölf Songs der Scheibe gelten heute als Hymnen der Rockmusik. Wie sehr, das zeigte sich am Sonisphere-Festival, als tausende Fans in den Gesang von Frontmann James Hetfield einstimmten oder den Takt von Schlagzeuger Lars Ulrich mitklatschten. Und zwar nicht nur bei der radiotauglichen Ballade “Nothing Else Matters”, sondern bei fast jedem einzelnen Song. Metallica überzeugte, bis auf Kirk Hammett, den dieser versemmelte jeweils laufend einfachste Passagen.



Erfreulich war bei Metallica, dass die musikalische Verirrung mit Lulu und der verunglückten Zusammenarbeit mit Lou Reed schadlos überstanden und mit der Interpretationen des “Black Album” zwar nichts Neues geboten wurde, doch signalisierten die Jungs mit ihrem langen, beherzten Auftritt, dass sie immer noch die Alten sind. “Blackened” liess bei jedem kleinen Pyromanen das Herz aufgehen mit grossen Flammen-Säulen und “One” überzeugte mit oberfetten Lasern. Das “Black Album” war aus meiner Sicht etwas langfädig und für mich vor Jahren der Tod der Band, doch man wird älter und so kam der Sound insgesamt sehr gut rüber und zu (meinem) Glück bleib es nicht bei den Songs aus diesem Album, sondern es wurde dem geneigten Fan auch älter Kost geboten.

Insgesamt war es ein geiler, entspannender Event in stimmiger Umgebung. Das Sonisphere in Yverdon stand unter dem Zeichen von Mässigung: weniger Bands, weniger Zuschauer, weniger Gigantomanie, weniger Gedränge bei gleichbleibender musikalischer Qualität. Die Bandwechsel verliefen reibungslos und der Sound war von erstaunlicher Transparenz und kam echt fett rüber. Ärgerlich war nur das Gedränge vor den Bierständen und vermutlich für die Bands der viel zu gross angelegte Golden Circle Bereich for the Rich-People, die sich zu fein oder zu faul waren, ihren Arsch zu bewegen. Hauptsache, man geht danach an den Merch-Stand, kauft ein teures Shirt und lässt dann den grossen Fan raushängen. Und dass sich die Golden Circler zu schade waren Begeisterung zu zeigen, war ja eigentlich mehr als absehbar und folglich habe ich dafür keinerlei Mitleid – ausser den Bands gegenüber. Nichts desto trotz, Metallica, Motörhead, Slayer, Mastodon, Gojira und Eluveitie waren einfach Klasse. Offensichtlich braucht es die Romandie um ein gelungenes Festival hinzubekommen. Wirklich tolle Location und wohl das beste Sonisphere bis jetzt…



Eins vorweg, ich war nie ein Fan der Möchtegern Opern Diva Tarja Turunen und ein Die-Hard Nightwish Fan wird aus mir auch nicht mehr werden, doch die finnische Referenz, was bombastischen Orchester-Metal angeht, die Symphonic Metal Band um Keyboarder Tuomas Holopainen sind bekannt für ihre ausgefallenen Special Effects und fulminanten Bühnen- und Lichtshows. Das Schaffen von Nightwish ist bombastisch, ihre Sounds episch, leidenschaftlich und atemberaubend. Wie ihr neues Werk klingt und visuell umgesetzt wird, durfte ich am 24. April auf der “Imaginaerum” World Tour im Hallenstadion Zürich erleben. Und was soll ich sagen? Die Show war einfach grossartig und sowohl Sound wie Effekte perfekt auf einander abgestimmt, so dass selbst ein alter Thrasher gefallen am Auftritt der Finnen fand. Wie kann sowas passieren? Lest selbst…

Ein Nightwish-Konzert ohne das Bratpfannen Gesicht Tarja? Dies war wohl gleich meine erste Frage, als es darum ging, ob man denn an das Nightwish Konzert mitkommen möchte. Ja, ich mag Tarja nicht und zwar überhaupt nicht und es war für mich mehr als nur wichtig sicher zu sein, dass sie zwischenzeitlich nicht ein Comeback in der Band hatte, denn dies wäre für mich definitiv ein Grund, der Veranstaltung fern zu bleiben wie der Teufel dem Weihwasser. Doch an diesem Abend waren auch einige Hardcore-Tarja-Fans anzutreffen, die keine Göttinnen neben ihr dulden und diese wären gescheiter zu Hause geblieben, denn mit Anette haben Tuomas und seine Mannen eine weit bessere Wahl getroffen als mit jeder drittklassigen Möchtegern-Operndiva, die die Metalbühnen dieser Welt bevölkern und den Leuten die Ohren voll jammern. Somit war der Weg geebnet für eine kleine Horizont Erweiterung und Freunde ich bin froh, dass ich es gewagt habe. Nightwish haben im Hallenstadion Zürich eine tolle Show geliefert!



Als Anheizer hatten die Battle Beast geladen, doch da wir etwas zu lange bei Bier und Freunden rumlummelten, haben wir ihren Auftritt vollständig verpasst. Battle Beast spielte aber Heavy Fuckin’ Metal, was man so draussen noch mitbekommen hat. Notiz: Lohnt sich eventuell mal reinzuhören. “Imaginaerum” der lang erwartete Nachfolger zu “Dark Passion Play” von Nightwish ist der Anlass der Tour und das Album ist zugleich Soundtrack zu einem Film, dessen Protagonist ein alter Liedermacher mit einer unglaublichen Vorstellungskraft ist. “Imaginaerum” appelliert an unsere Fantasie und längst vergessenen Sehnsüchte aus einer Zauberwelt.

Die Vorfreude im Publikum ist riesig und um Viertel vor neun beginnt unter tosendem Jubel der Hauptact mit seinem Auftritt, Nightwish kamen auf die Bühne. Zumindest klang es danach, denn ein riesiger Fetzen-Vorhang versperrte die Sicht, dies zu “Taikatalvi”, das Marco auf einem Schaukelstuhl singt, auch während der ersten Hälfte von “Storytime” verdeckt ein Vorhang die Bühne, bevor er fallen gelassen wird und den Blick freigibt. Über Tuomas mit Zylinder und Frack, Marco mit noch längerem Bart, Anette im eleganten Kleid und mit schwarzen Haaren sowie Blondschopf Emppu thront Jukka auf einem hohen Drumpodest. Ein schmaler, breiter Videoscreen, der während der gesamten Show farbenprächtige Animationen von Karussells, Waldlandschaften und Dark-Kitsch-Montagen zeigte. Eine gigantische und stimmungsvolle Lightshow und massig Effekte wie Flammensäulen, Rauch und rotfarbenes Feuer, das sogar aus den Orgelpfeifen von Tuomas’ Keyboard empor schlägt, bieten eine spektakuläre Show fürs Auge.



Mit “Wish I Had An Angel” und “Amaranth” ziehen die Finnen Zürich schnell in ihren Bann, bevor Anette in “Scaretale” ihre Art zu Singen so überzeugend vermittelt, dass man definitiv nur fragen kann: “Who the fuck is Tarja?”. Das erotisch knisternde “Slow, Love, Slow” singt sie nicht weniger überzeugend. Für “I Want My Tears Back” und die folgenden Nummern steht der irische Musiker Troy Donockley auf der Bühne, der die Band die gesamte Tour begleitet. Durch seine Uilleann Pipes (irischer Dudelsack) sorgt er live nicht nur bei dem eifrig mitgeklatschten Instrumental “Last Of The Wilds” und “The Islander”, bei dem die Zuschauer für ein Lichtermeer sorgen, sondern auch bei “Come Cover Me” für Folk-Feeling. Nicht nur die “Wishmaster”-Nummer, auch die erstmals seit 2005 live gespielten “Planet Hell” und “Over The Hills And Far Away”, die sorgsam für Anettes und Marcos Stimme umarrangiert wurden, sowie “Dead To The World” beweisen einmal mehr, dass Anette ehemalige Tarja-Standards auf ihre ganz eigene Weise singen kann.

Zwischendurch dürfen sich die Zuschauer über eine träumerische Akustikversion von “Nemo”, die aktuelle Single “The Crow, The Owl And The Dove” und das bedrohliche “Ghost River” freuen, bevor das Instrumental “Finlandia” von Jean Sibelius den Zugabenblock einleitet. Der macht erneut klar, dass Nightwish voll auf ihr aktuelles Album setzen. Auch die beiden Zugaben “Song Of Myself” und das passende “Last Ride Of The Day” mit Feuerwerk stammen von der neuen Scheibe; den orchestralen Titelsong als Outro mitgezählt, kommen rund zehn neue Songs zum Zuge. Die funktionieren live übrigens sehr gut, auch wenn die “Dark Passion Play”-Songs und ältere Nummern natürlich am meisten abgefeiert werden. Auch an Pyroeffekten wurde nicht gespart.



Mein Fazit des Abends: Nightwish verstehen es, eine tolle Show zu liefern! Die Jungs beherrschen ihr Handwerk und auch die Kunst der Inszenierung. Der heimliche Frontmann war Marco – nicht nur bei den Stücken, in denen er einen Vocalpart hatte. Der herumwirbelnde Emppu, Jukka und Tuomas, der an seinem Keyboard immer wieder zur Flasche Wein greift, bieten einen sehr überzeugenden Auftritt und wirken mit einer dauergrinsenden, tanzenden und fantastisch singenden Anette homogen. Der Spass ist den Musikern auf der Bühne jedenfalls deutlich anzusehen, Donockleys Einsätze machen den Sound noch facettenreicher. Die Spielfreude, eine gelungene Setlist und die opulente Show sind es definitiv Wert, sich Nightwish zu Gemüte zu führen!

Setlist:

  1. Taikatalvi
  2. Storytime
  3. Wish I Had an Angel
  4. Amaranth
  5. Scaretale
  6. Slow, Love, Slow
  7. I Want My Tears Back
  8. Come Cover Me
  9. The Crow, the Owl and the Dove
  10. The Islander
  11. Nemo
  12. Last of the Wilds
  13. Planet Hell
  14. Ghost River
  15. Dead to the World
  16. Over the Hills and Far Away (Gary Moore cover)
  17. Encore:

  18. Finlandia (Jean Sibelius cover)
  19. Song of Myself
  20. Last Ride of the Day



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Metallica sind die Headliner der dritten Ausgabe des Metal-Festivals Sonisphere, das dieses Jahr zum dritten Mal in der Schweiz durchgeführt wird. Metallica spielen dabei ihr “Black Album” in voller Länge. Weitere bestätige Acts sind: Slayer, Motörhead, Mastadon, Gojira und Eluveitie. Sonisphere findet am Mittwoch, 30. Mai 2012 in Yverdon-les-Bain statt. Das Openair-Festgelände im Parc des Rives du Lac bildet die einmalige Kulisse für das Festival der Metalfreunde. Das Gelände am Ufer des Neuenburgersees wurde während der Expo.02 als Ausstellungsgelände genutzt und fasst 45’000 Besucherinnen und Besucher. Aber nun zu den Spielzeiten der Herren…

Playtime:

Türöffnung 15.00 Uhr
Eluveitie: 15.45 – 16.15 Uhr, Stage II
Gojira: 16.20 – 16.50 Uhr, Stage I
Mastodon: 17.00 – 17.40 Uhr, Stage II
Motörhead: 17.50 – 19.00 Uhr, Stage I
Slayer: 19.10 – 20.10 Uhr, Stage II
Metallica: 20.30 – 22.30 Uhr, Stage I

Somit sind Metallica fertig, bevor die letzten Züge fahren:

Yverdon Les Bains – Zürich: 23.07 Uhr
Yverdon Les Bains – Bern: 23.07 Uhr
Yverdon Les Bains – Basel: 23.07 Uhr
Yverdon Les Bains – Luzern: 23.07 Uhr
Yverdon Les Bains – St. Gallen: 22.07 Uhr
Yverdon Les Bains – Lausanne: 00.00 Uhr
Yverdon Les Bains – Genf: 23.53 Uhr

Wo Eisbrecher drauf steht, sind auch Eisbrecher drin: Nachdem es Rammstein und Oomph! zunehmend an Ideen mangelt und der unheilige Graf den Wechsel ins Schlagerfach endgültig vollzogen hat, befinden sich Eisbrecher plötzlich auf dem Gipfel der “Neue Deutsche Härte”. Mit dem aktuellen Album “Die Hölle muss warten” wurde musikalisch und inhaltlich das Rad nicht neu erfunden oder infrage gestellt, vielmehr hat man den guten Unterhaltungswert im Blick. Der Eisbrecher bahnte sich unbeirrt und umjubelt seinen Weg durch mittlerweile knapp 10 Jahre Bandgeschichte, und man musste keineswegs “Verrückt” sein, um diese Reise in guter Erinnerung zu behalten. Pratteln war dabei letzten Samstag auch Teil der aktuellen Kreuzfahrt des NDH-Flaggschiffs und seiner “Höllentour” und bescherte den Fans eine durchwegs grossartigen Abend.

Die Hamburger “Lord of the Lost” eröffneten den Abend. Leider haben wir uns ein wenig verspätet, so dass wir nicht mehr allzu viel von den Dark Rockern mitbekommen haben. Doch das was wir sehen durften war dafür aber eine sehr solide Show mit Publikumsnähe und viel nackter Haut. “Lord of the Lost” verstanden es insgesamt bestens, sich selbst (und ihre Körper) zu inszenieren. Musikalisch überzeugt haben auch “Break Your Heart” und der Song “Eure Siege”. Nach Aussage von Chris Harms zählt dieser zu einigen Lord of the Lost/Eisbrecher-Cokompositionen, die es nach und nach zu hören geben wird. Zwar klang die Stimme seiner Lordschaft auf Deutsch etwas ungewohnt, doch an der Melodieführung und Ausgestaltung des Songs wurde der Einfluss der Szenegrössen deutlich.



Nach einer kurzen Umbaupause, gespickt mit 80er-Klassikern, merkte man dann schon, dass es bald ernst werden soll. Die Titelmelodie des A-Teams läutete dann den Showbeginn von Eisbrecher ein. Nach und nach betraten die Bandmitglieder die Bühne und stimmten “Exzess Express”, von der neuen Platte, ein. Sofort setzte Sänger Alex Wesselsky mit seinen Mannen den rockigen Grundstein für die kommenden rund zwei Stunden und präsentierte sich dabei ebenso selbstironisch wie charismatisch. Zu “Willkommen im Nichts” vom 2004er Debutalbum sollte sich die Stimmung dann gleich noch steigern. Direkt bohrte sich der Eisbrecherisch satte Sound durch Mark und Bein und lies den Stimmungspegel in der Halle schlagartig steigen, ehe es unter einem lauten Knall, lange Papierbänder und -schnipsel von der Hallendecke regnete.

Nach diesem impulsiven Opening wurde mit “Angst” nachgelegt und ordentlich Dampf abgelassen, ehe man sich anschliessend in den “Abgrund” stürzte. Mit dem Klassiker “Angst” traf man natürlich direkt das Gehör des Publikums, bevor man sich dann doch mehr auf das neue Album konzentrierte. So kommen Songs wie “Abgrund” und “Verrückt” deutlich melodischer daher als viele älteren Sachen. Nun zog Kapitän Alex Zwischenbilanz und witzelte mit dem Publikum rum, dabei scheinen dem geborenen Entertainer nie die passenden Sprüche und zynischen Anspielungen auszugehen.

Überraschend wenig bekommt man auf der aktuellen Tour das neueste Erfolgsalbum “Die Hölle muss warten” zu hören. Zwar läutete “Exzess Express” den Auftritt mit neuem Material und im bekannten Rammstein-Stil ein, doch bereits danach entführten das ironische “Willkommen im Nichts” und das eindringliche “Angst” in ältere Zeiten. Insgesamt haben sich Eisbrecher trotz wachsenden Erfolgs erfreulich wenig verändert. Alle Musiker zeigten sich bei allerbester Stimmung und präsentierten sich ungemein homogen. Von Starallüren und sonstigen Auswirkungen des Sony-Deals keine Spur. Alex fragte das Publikum, ob es Jim Bean Trinker in der Halle habe, was auch lauthals durch einen Fan bestätigt wurde, damit dieser dann von Alex zurecht geweisen wurde, dass anständiger Whiskey aus Tennessee kommt und wenn der werte Herr Jim Bean Trinker das wüsste, er wohl auch nicht so klein geraten wäre… Nach dieser Feststellung war es an der Zeit eine Flasche Good Old Uncle Jack zu öffnen, welche Alex persönlicher Bediensteter “Dodo”, in Erfüllung seiner Pflichten, dem Sänger überreichte. Entsprechend feierten die Rocker nicht nur die neue Single “Verrückt”, sondern wahrten auch liebgewonnene Traditionen wie die kreisende Whiskey-Flasche bei “Leider”, die jedoch (erwartungsgemäss) nicht ihren Weg zurück auf die Bühne fand.

Erstaunlich fliessend wurde “Amok” nebst Auf- und Abbau von vier Tonnen in die Hauptsetliste integriert. Ausgestattet mit Neondrumsticks prügelten die Musiker synchron im dunklen Scheinwerferlicht auf ihre Unterlagen ein, ehe im darauf folgenden Schlagerblock sowohl die Bühne als auch die Zuschauermenge in die buntesten Farben gehüllt wurde. Ein Paradebeispiel dafür wie fähige Lichttechniker ein ganzes Konzert aufwerten können. Selbiges gilt für den exzellenten Sound, sowohl im Rock- als auch im Akustikblock. Bevor anschliessend Alex und Jürgen auf ihren Hockern “Tränen lügen nicht” und eine eigenwillige Interpretation von “In der Schweiz” von Vico Torriani anstimmten. Zur Belohnung gab es für Jürgen an der Akustikgitarre noch ein Küsschen auf den Mund, bevor es mit “Engel” weiterging. Dabei bewies der Frontmann seine Qualitäten als Schützenkönig als er mit imaginären Waffen gestikulierend Engel vom Himmel schoss.



Anschliessend wurde aus den besten Bestandteilen aller Anwesenden der “Prototyp” gebaut, um nach “Vergissmeinnicht” eine kleine Pause einzuläuten, welche aber nicht lange dauern sollte, um mit “Schwarze Witwe” und “Heilig” dem Publikum gleich wieder ordentlich einzuheizen. Auch bayrische Trachtenfans sollten auf ihre Kosten kommen, nach einer Minutenlangen stilechten Jodeleinlage zu traditionellen Schuhplattler Verrenkungen, wurde das allseits beliebte “This is Deutsch” angestimmt. Womit gleich erneut bewiesen wurde, dass sie nichts von ihrer ironisch-zynischen Art verloren haben.

Schnell stand man zu “Kann denn Liebe Sünde sein” und “Ohne Dich” wieder auf der Bühne und holte noch mal die restlichen Reserven raus. Folgte doch der Megaherz-Klassiker “Miststück”, der die Halle noch mal komplett zum kochen bringen sollte. “Die kommen doch von hier, oder?!” schrie der Frontmann dem Publikum entgegen während er die Schweizer-Flagge schwang. Mit Publikumsgesang, einer Einlage von Clawfinger (Nigger) und Gitarrensoli wurde das “Miststück” ordentlich abgefeiert und die Band verliess unter tosendem Jubel die Bühne. Das war pure Energie. “Wow! Was für ein Konzertabschluss.” ging mir durch den Kopf. Doch sollten die Jungs die Bühne ein letztes Mal für diesen Abend betreten um den Titelsong der neuen Platte “Die Hölle muss warten” rauszuhauen.

Eisbrecher überzeugten auf ganzer Linie durch musikalische Härte, eingängige Melodien und überraschend viel Abwechslung. Langeweile kam zu keiner Sekunde auf. Kapitän Alex hatte das Ruder den ganzen Abend fest im Griff, die Flasche zur Hand, den Spruch auf Lager. Sein Team war ihm an Körpergrösse zwar deutlich unterlegen, handwerklich jedoch über jeden Zweifel erhaben. Der Abend endete schliesslich zu Bonny Tylors “It’s a heartache”, welches plötzlich nach dem letzten Song über die Hallenlautsprecher erklang. Die Band verabschiedete sich lang und breit beim Publikum, verbeugte sich mehrmals und warf Rosen und Plüsch Eisbären in die verschwitzte Masse. Eine spassige Idee für eine düstere Band.

Freunde, dies war ein Konzert, welches in allerbester Erinnerung bleiben wird. Eisbrecher zählen definitiv zu den derzeit besten Live-Bands im deutschsprachigen Sektor und verstehen es, Eingängigkeit mit kraftvoller Härte zu verschmelzen. Auch der Humor hat voll meinen Geschmack getroffen und die ganze Show war einfach schlicht und ergreifend grossartig! Locker könnte man den Herren noch weitere Stunden zuhören, denn die rund 2 Stunden wären äusserst kurzweilig und gelungen, so dass sicherlich keinerlei Gründe gab zu meckern. Eisbrecher sind eine grossartige Live-Band, haben immer etwas den Schalk im Nacken und ich kann nur jedem Freund guter Musik die Herren empfehlen. Falls die Jungs also bei euch in der Nähe spielen sollten, unbedingt Tickets kaufen, es lohnt sich wirklich!

Setlist:

  1. Exzess Express
  2. Willkommen im Nichts
  3. Angst
  4. Abgrund
  5. Verrückt
  6. Antikörper
  7. Leider
  8. Herz aus Eis
  9. Amok
  10. Tränen lügen nicht
    (Michael Holm Cover)
  11. Engel
  12. Prototyp
  13. Vergissmeinnicht
  14. Zugabe:

  15. Schwarze Witwe
  16. Heilig
  17. This Is Deutsch
  18. Zugabe 2:

  19. Kann denn Liebe Sünde sein
  20. Ohne Dich
  21. Miststück
    (Megaherz Cover)
  22. Zugabe 3:

  23. Die Hölle muss warten

Der Swisscom Talk mit Eisbrecher vom Januar 2012 hat zwar nicht direkt etwas mit dem Konzert zu tun, aber ich muss dieses Interview einfach noch dazu pappen, da es doch wieder einiges zu Erfahren und zu Lachen gibt :)


Im Moment scheint es Konzert Ankündigungen zu hageln: Die Rolling Stones sollen angeblich Konzerte in den folgenden Städten geben:

01.09.2012 – Berlin, Olympiastadion
10.09.2012 – Paris, Stade de France
15.09.2012 – Zürich, Letzigrundstadion
20.09.2012 – London, Emirates Stadium
30.09.2012 – Wien, Ernst -Happel-Stadion

Ich hoffe, dieses Mal gibts Tickets zu normalen Preisen und nicht jenseits jeglicher Phantasie. Die Stone’s wären durchaus eine der Bands, die man einmal in seinem Leben live gesehen haben muss, sprich reizen würde es mich durchaus. Wird aber wohl eher nix draus werden, aus dem phantasievollen Grunde. Die Show sieht aber durchaus sehenswert aus, wie der nachfolgende Clip mit “Sympathy for the Devil” beweist:



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