Letzten Samstag Abend stand Gitarrengott Slash endlich wieder einmal live in der Schweiz auf der Bühne. Wilde, pechschwarze Locken, Zylinder, Sonnenbrille und die Gibson “Les Paul”-Gitarre im Anschlag – kurz: Slash! Sein Auftreten ist nicht minder legendär wie seine flinken Finger, die der E-Gitarre Klänge entlocken, wie es sonst kaum ein anderer vermag. Slash, der mit Guns N’Roses Weltruhm erlangte und laut dem “Time Magazine” der zweitgrösste E-Gitarrist aller Zeiten nach Jimi Hendrix ist, spielt ein exklusives Schweizer Konzert in der St. Jakobshalle Basel. Wie schon letztes Mal war natürlich auch Myles Kennedy (Alter Bridge) und die Conspirators (Todd Kerns, Frank Sidoris und Brent Fitz) wieder mit dabei und um es kurz zusammen zu fassen, der Gig war absolut grossartig!

Slash feat. Myles Kennedy & The Conspirators

Saul Hudson, wie Slash bürgerlich heisst, hat mit Guns N’Roses Geschichte geschrieben und Weltruhm erlangt. Über 100 Millionen Alben konnte er mit ihnen verkaufen. Insgesamt wurde Slash 7 Mal für den Grammy nominiert, wobei er sich die Trophäe auch einmal mit nach Hause nehmen konnte. Dass Slash im Gegensatz zu Hendrix noch lebt, hat mehr mit Glück als Verstand zu tun. Bereits zwei Mal klopfte der heute 49 Jährige an die Himmelspforte: 1988, als man ihn vollgepumpt mit Heroin vor der Lifttüre eines Hotels in San Francisco liegend fand – ganze acht Minuten lang hatte Slash keinen Puls. Und 2001 bekam er einen Herzschrittmacher, weil er sich “fast totgesoffen” hatte. Seither trinkt er keinen Alkohol mehr und den Drogen hat er auch abgeschworen. Das Gitarrenspiel sei für ihn heute ein viel berauschenderer Trip.

Nach dem Ausstieg 1996 als Leadgitarrist bei Guns N’Roses widmete er sich seinen Projekten wie “Slash’s Snakepit” oder “Slash’s Blues Ball”, bevor er mit dem Stone Temple Pilot Frontmann Scott Weiland und den Ex-Bandkollegen von Guns N’Roses (allen, ausser Axl Rose) die Rock-Band “Velvet Revolver” gründete. Dazwischen hielt er immer wieder Gastaudienzen bei den verschiedensten Bands und Musikern (u.a. Lenny Kravitz, Michael Jackson, Alice Cooper oder Brian May). Letztes Jahr ist Slash auch in das Film Business eingestiegen und hat den Horrorfilm “Nothing left to fear” produziert. Damit hat er sich einen alten Traum erfüllt, den Slash ist seit jeher ein grosser Fan von Horrorfilmen und Ende Jahr schon beginnt die Produktion des nächsten Streifens.

Slash feat. Myles Kennedy & The Conspirators

Slash hat Rockgeschichte geschrieben und ist damit noch lange nicht fertig. Im September erschien sein neues Album “World on Fire”, das dritte Solo-Album innerhalb der letzten vier Jahre, nach “Slash” (2010) und “Apocalyptic Love” (2012). Beide Scheiben schossen von Null auf Platz Drei in den Schweizer Charts, Den Durchbruch in seiner Solo-Karriere war das Album “Slash”, auf dem er zusammen mit vielen Rockgrössen wie Duff McKagan, Lemmy Kilmister, Dave Grohl, Fergie oder Iggy Pop musizierte, was ihm nebst dem Stern auf dem “Walk of Fame” in Hollywood vor dem Hard Rock Café am Sunset Boulevard, noch viele weitere Awards einbrachte. Vor allem seine Riffs, u.a. wie aus “Sweet Child O’ Mine”, welches als das Beste in der Rockmusik überhaupt gilt, machten ihn weltberühmt und so wurde er selbstverständlich auch in die legendäre “Rock and Roll Hall of Fame” aufgenommen.

Slash ist ein Perfektionist und ein Macher der die Liebe zur Musik in allen Facetten lebt. Seit mehr als drei Jahren ist er nun zusammen mit dem “Alter Bridge” Sänger Myles Kennedy und den Conspirators rund um den Globus auf Tour. Er gönnt sich nur kurze Pausen, welche er wiederum nutzt um ein neues Album einzuspielen oder um seit neustem Horrorfilme unter seinem Label “Slasher Films” zu drehen. Bereits Anfang der 80er Jahre spielte Slash in der Band “Tidus Sloan”, wechselte dann zu “Road Crew” wo er das erste Mal Steven Adler traf. Die beiden gründeten dann später zusammen mit Axl Rose die Band “Hollywood Rose” aus der dann später “Guns N’Roses” hervorging, mit der Slash schliesslich weltberühmt werden sollte. Doch kommen wir zurück zum Konzert.

Slash feat. Myles Kennedy & The Conspirators

Es gibt doch (fast) nichts besseres, als sich an einem verregneten Samstagabend von Gitarrenspiel in Perfektion betören zu lassen. Diesen Gedanken schienen sich auch viele andere Rockfans gemacht zu haben, denn die Halle war sehr voll, doch ich war schon etwas überrascht, dass das “Joggeli” nicht ausverkauft war. Die Vorband “Monster Truck” aus Kanada spielte eine Mischung aus Southern- und Psychedelic-Rock und erinnert mit ihrem Sound an längst vergangene Zeiten und schafften es trotzdem, frisch und groovy rüberzukommen. Ich kannte diese Band bis jetzt noch nicht und muss sagen, dass dieser Einstieg in den Abend absolut grossartig war! Genialer Sound und ich kann das aktuelle Album “Furiosity” jedem Rockfan nur wärmstens ans Herz legen!

Nach einer kurzen Umbau-Pause stand dann Slash, der seine Sonnenbrille nur im Bett auszieht, Myles Kennedy und The Conspirators auf der Bühne. Vom ersten Gitarrenriff und vom ersten Klang an wurde man in den Bann der Band gezogen und man merkte sofort, dass ausschliesslich Vollblutmusiker auf der Bühne standen, die genau wussten was sie tun. So wurde es einem schwer gemacht, das Gehör und den Blick zu fokussieren, man wusste beinahe nicht, wo man hinhören und hinschauen sollte. Dauernd hatte man das Gefühl, wenn man Augen und Ohren Myles widmet, schenkt man Gitarrengott Slash zu wenig Aufmerksamkeit und umgekehrt. Doch auch Todd Kerns, Frank Sidoris und Brent Fitz von den Conspirators lieferten eine grossartige Show und die ganze Band spielte sich die Seele aus dem Leib.

Slash feat. Myles Kennedy & The Conspirators

Wie zu erwarten war, wurden natürlich auch einige Songs von den Guns N’Roses gespielt. So fanden Songs wie “Night Train”, “Out Ta Get Me”, “Mr. Brownstone”, “Rocket Queen” und zu meiner ganz besonderen Freude “You Could Be Mine” einen wohlverdienten Platz in der Setlist. Myles Kennedy zeigte sich wie immer sehr publikumsnahe und schaffte es, nicht nur die Fans in der ersten Reihe, sondern auch das Publikum ganz hinten zum Abrocken zu animieren. Auch gesanglich zeigte der Sänger sein ganzes Können und überzeugte die Fans bis in die hinteresten Reihen. Besonders beim neuen Song “Bent To Fly” war Gänsehaut angesagt.

Slash feat. Myles Kennedy & The Conspirators

Das Gitarren-Solo von Slash, welches er zu “Rocket The Queen” zum Besten gab, mauserte sich zu einem weiteren der vielen Höhepunkte des Abends. Man kriegte durchaus das Gefühl, der Gute wolle gar nicht mehr aufhören mit dem Solo, denn es war nicht einfach irgendein Solo, nein, es war ein Slash-Solo wie es im Buche steht. Ehrfürchtig lauschte das Publikum dem Gitarren-Gott und Slash schien seinen Moment völlig zu geniessen. Ein weiteres Highlight des Abend war der Klassiker “Sweet Child O’ Mine”, hier sang die ganze Halle mit und schwenkten die Arme in der Höhe. Als Zugabe gab Slash dann noch “Paradise City” zum besten und die Halle kochte! An diesen Abend werden sich die Fans noch ein Weilchen erinnern. Es war eine über zweistündige Rockshow der Superlative. Slash, Myles Kennedy und The Conspirators haben einmal mehr bewiesen was sie drauf haben und versetzten die St. Jakobshalle in Ekstase.

Setlist:

  1. You’re a Lie
  2. Nightrain (Guns N’Roses Cover)
  3. Halo
  4. Avalon
  5. Back from Cali (Slash Cover)
  6. Withered Delilah (Live Premiere)
  7. You Could Be Mine (Guns N’Roses Cover)
  8. Ghost (Slash Cover)
  9. Doctor Alibi (Slash Cover und Todd Kerns on Lead Vocals)
  10. Out Ta Get Me (Guns N’Roses Cover mit Todd Kerns on Lead Vocals)
  11. Shadow Life
  12. Beneath the Savage Sun
  13. Mr. Brownstone (Guns N’Roses Cover)
  14. Rocket Queen (Guns N’Roses Cover)
  15. Bent to Fly
  16. World on Fire
  17. Anastasia
  18. Sweet Child O’ Mine (Guns N’Roses Cover)
  19. Slither (Velvet Revolver Cover)
  20. Zugabe:

  21. Paradise City (Guns N’Roses Cover)
Slash rocked the St. Jakobspark in Basel
7.9 Total
Nutzerwertung - (0 votes)
Wie bewertest Du?
Atmosphäre 9
Performance 9
Akustik 8
Sichtverhältnisse 9
Vor-Ort-Service 6
Sanitäre Einrichtungen 7
Parkplatzsituation 7
Atmosphäre 0
Performance 0
Akustik 0
Sichtverhältnisse 0
Vor-Ort-Service 0
Sanitäre Einrichtungen 0
Parkplatzsituation 0

Warum “Amon Amarth” ihren Stil trotz starkem Bezug zu den nordischen Kriegern nicht einfach Viking Death Metal nennen, ist nicht wirklich klar, aber spielt eigentlich auch kein Rolle. Hauptsache, die Mannen um Überwikinger Johan Hegg liefern weiterhin verdammt geilen Sound und grossartige Shows. Das Programm versprach Brutal Death, Thrash, Black und Melodic Death Metal und daher verwunderte es nicht, dass sich viele Metalheads schon früh einfanden. Dass es voll werden würde war auch an einem Dienstag nicht überraschend. Unterstützung erhielten die Wikinger aus den USA: Skeletonwitch, Havok und Suffocation waren dafür besorgt, die Stimmung anzuheizen. Ein absolut grossartiges Line-Up, welches Anfang August das Metal-Walhalla der Schweiz, das Z7 in Pratteln, bis in die Grundfesten erschüttern liess!

Amon Amarth im Metal-Walhalla

Amon Amarth” sind die Speerspitze des Melodic Death Metal basierend auf Wikinger-Mythen und Legenden und mit dieser Band kam einer der ganz Grossen des Genres nach Pratteln. Spätestens seit dem 2003 veröffentlichten Album “Versus the World” sind die Schweden ein Dauerbrenner und haben sich mit zahlreichen Tourneen und Festival-Auftritten unter den besten Livebands etabliert. Den Abend eröffneten “Skeletonwitch” aus Ohio und zu diesem Zeitpunkt genossen viele noch ihr Feierabendbier bei schönem Wetter auf dem Vorplatz und warteten auf die ersten Klänge. Von Beginn weg gingen “Skeletonwitch” so richtig zur Sache, doch vor die Bühne locken liessen sich aber vorerst nur wenige. Musikalisch sorgten Elemente aus Thrash, Death und Heavy Metal zusammen mit dem Gesang, welcher eher dem Black Metal zuzuordnen ist, für eine interessante Kombination. Titel wie “I am of Death (Hell Has Arrived)” wurden von den Amerikanern trocken und präzise präsentiert. Einen Bezug zum Publikum herzustellen gelang den Jungs während ihres ganzen Auftrittes zwar nicht, was bei rund 30 Minuten Bühnenzeit auch nicht wirklich das Ziel war. Vielmehr sorgten “Skeletonwitch” mit ihrem schnellen und aggressiven Sound für einen gelungenen Start in den Abend.

Seit 2004 widmen sich “Havok” aus Denver dem Thrash Metal und veröffentlichten bisher drei Studioalben und zwei EPs. Auch sie erhielten rund eine halbe Stunde Spielzeit und diese nutzten sie sehr aktiv und zeigten sich auf der Bühne sehr präsent. Kritik an Gesellschaft und Politik gehört bei ihnen zum Standard, verpackt in einer schnellen und intensiven Interpretation des Bay Area Thrash Metals, wobei Havok eher eine junge Band dieses Genres ist und auch moderne Einflüsse zu nutzen weiss. So waren durchaus auch Crossover-Elemente herauszuhören, mit welchen sie die Lyrics in Songs wie “Give Me Liberty… Or Give Me Death” schonungslos untermauerten. Ohne Umschweife legten dann die New Yorker “Suffocation” los, der letzte Supportact an diesem Abend. Die Band wurde vor fast 25 Jahren gegründet und gilt als Urgesteine des Brutal Death. Die Herren boten von durchwegs düster-aggressiven Growls über schnelle Drums bis zu tiefen, einfach gestrickten Riffs das, was man von ihnen erwarten konnte. Akustisch gelang dies leider nicht so ganz, die Drums übertönten in den eigentlich ruhigeren Parts die Gitarren, der ganze Auftritt wirkte daher insgesamt etwas langatmig und eintönig.

Amon Amarth im Metal-Walhalla

Während dem Bühnenumbau konnte man einen ersten Blick auf das imposante Bühnenbild werfen und mit den beiden riesigen Drachenköpfen auf der Bühne erreichte die Anspannung dann ihren Höhepunkt. Nur wenige Minuten trennten die Anwesenden Fans von den Wikingern und dann kurz nach 22:00 Uhr ging es endlich los! Als ersten Song spielten “Amon Amarth” “Father of the Wolf” und dies so wie man es von ihnen kennt: Von Anfang an passte jeder Ton, alle Hände schnellten in die Höhe und vor der Bühne ging es von Beginn an zur Sache! Mit “Deceiver of the Gods” folgte der Titelsong des aktuellen Albums. Kurzatmige und prägnante Riffs, ein aggressiv gehaltener Refrain, kombiniert mit langen melodischen Parts und einem eingängigen, rein instrumentellen Übergang, welcher die ganze Halle zum Mitsingen einlud. Ein grossartiger Auftakt! So kam es auch, dass Johan Hegg die Anwesenden erst begrüssen konnte, als das erste Highlight des Abends bereits Geschichte war: “Metal Mekka Z7 – ready for some Metal? I fucking knew you were!”. Erste Rufe nach einer Wall of Death hallten durch das Z7, was der Sänger trocken mit “well, make sure nobody gets hurt” beantwortete und zugleich ein herrlich ironischer Übergang zum nächsten Titel war, “Death In Fire”. Im vorderen Teil der Halle herrschte viel Bewegung und zur Bridge zur Mitte des Songs gingen bereits wieder alle Hände nach oben. Der Frontmann wusste mit dem Publikum zu spielen, nahm gut gelaunt einen Schluck aus seinem Horn während die Gitarristen mit präzise gespielten Riffs zum zweiten, wesentlich melodischeren Teil des Songs übergingen. Spätestens als die beiden gleich anschliessend die ersten Klänge von “For Victory or Death” spielten, klatschte ausnahmslos jeder in der Menge.

Amon Amarth im Metal-Walhalla

Insgesamt langsamer als die meisten Titel, sorgten die sirenenartigen Riffs von Johan Söderberg für eine mystische Stimmung im Song ” As Loke Falls”. Während Olavi neben ihm und Frederik dahinter an den Drums ihre Parts präzise performten, grüssten Frontmann und Bassist von den Drachenköpfen. Das spärliche grüne Licht trug seinen Teil dazu bei, dass die imposante Bühnendekoration auch ohne Feuer seine optische Wirkung nicht verfehlte. Dennoch war diese nur eine schöne Nebensache, denn der Auftritt von “Amon Amarth” lebte von ihren unglaublich stimmungsvollen und abwechslungsreichen Songs und natürlich von Johan Hegg: Abseits der Bühne ein unscheinbar ruhiger, bodenständiger Typ, verwandelt er sich bei seinen Auftritten in einen unglaublich charismatischen, energischen Krieger, der mit seinem stimmungsvollen, authentischen Gesang überzeugt. Herr Hegg beweist, dass er sein Organ auch live genauso eindrucksvoll zur Geltung bringen kann wie auf Platte. Dem Mann könnte man tatsächlich abnehmen, der letzte Nachfahre der Wikinger zu sein. Die ganze Band präsentierte sich in guter Form, die Jungs hatten scheinbar Bock auf die Show und spielten absolut fehlerfrei und mit viel Elan.

Amon Amarth im Metal-Walhalla

“Guardians of Asgaard” sorgte für Bewegung im Moshpit wie kaum ein anderer Song und “Shape Shifter” war dann der letzte Song in der Halbzeit, welche fast ausschliesslich Titel der aktuelleren Alben beinhaltete. Während einer kurzen Verschnaufpause starrten nur die beiden Drachen mit gespenstisch leuchtenden Augen in die Dunkelheit. Der anhaltende Applaus des Publikums erstarrte, als die Rufe von Vögeln aus der Ferne den zweiten Konzertteil einleiteten. “Cry of the Black Birds” war der Auftakt zu einer Abfolge von Hits der früheren Platten. “Asator”, “Valhall Awaits Me” oder “War of the Gods”, dass sind Amon Amarth aus alten Tagen! Mit “Embrace of the Endless Ocean” wurde es episch, der Song erzählt die atemberaubende Geschichte eines Kriegers, welcher auf der Heimfahrt von den heimischen Winterlandschaften träumt, aber von den eisigen Wellen des weiten Ozeans verschlungen wird. Einmal mehr bewiesen “Amon Amarth” wie melodisch und emotional Death Metal sein kann. Und jeder Song wird vom Publikum frenetisch gefeiert.

Mit “Victorious March” gewinnen wieder energischere Klänge Oberhand und wurden zum regelrechten Triumphzug durch Pratteln. Das Publikum hatte noch lange nicht genug und so verwunderte es nicht, dass die Jungs auf der Bühne noch nicht einmal so taten, als ob der letzte Song des regulären Sets wirklich der Abschluss des Abends gewesen wäre. Ohne lange zu Zögern packte Johan den Hammer aus, um den absoluten Übersong einzuläuten: “Twilight of the Thunder God”! Nochmals gingen alle Hände nach oben, langen Haare flogen wild durch die Luft und die ganze Halle sang den Refrain mit. Als Johan “if you’re loud enough” als Bedingung für einen letzten Song stellte, erreichte die Anzeige der Halle satte 115.7 Dezibel! Keine Instrumente, keine Mikrofone, es waren alleine die Stimmen des begeisterten Publikums, welche diesen rekordverdächtigen Wert erreichten! Mit dem letzten Kracher “The Pursuit of Vikings” setzten Amon Amarth dann einen grandiosen Schlusspunkt. Über 1500 Kehlen brüllten den Refrain – von Herrn Hegg angestachelt – immer lauter mit, was schon für kurze Gänsehaut sorgte. Das ganze war schlicht eine unvergessliche Show: Klasse Stimmung, qualitativ einwandfreier Sound, ein ausgewogenes und hochstehendes Set, zu Recht durften sich die Schweden an diesem Abend feiern lassen! Nach dem letzten Song segelten die Mannen umjubelt wieder gen Norden und man kann abschliessend festhalten, dass man heute Abend schon eine Menge für sein Geld bekommen hat. Ein stimmungsvoller Abend an dem “Amon Amarth” mit ihrem Auftritt, wie bereits 3 Jahre zuvor, einmal mehr wieder vollends zu überzeugen vermochten und das Z7 in ein Tollhaus verwandelten.

Amon Amarth im Metal-Walhalla

Trackliste:

  1. Father of the Wolf
  2. Deceiver of the Gods
  3. Death in Fire
  4. For Victory or Death
  5. As Loke Falls
  6. We Shall Destroy
  7. Guardians of Asgaard
  8. Shape Shifter
  9. Cry of the Black Birds
  10. Asator
  11. Embrace of the Endless Ocean
  12. Valhall awaits me
  13. War of the Gods
  14. Victorious March
  15. Twilight of the Thunder God
  16. The Pursuit of Vikings
Amon Amarth im Metal-Walhalla
8.7 Total
Nutzerwertung - (0 votes)
Wie bewertest Du?
Atmosphäre 10
Performance 10
Akustik 10
Sichtverhältnisse 10
Vor-Ort-Service 10
Sanitäre Einrichtungen 3
Parkplatzsituation 8
Atmosphäre 0
Performance 0
Akustik 0
Sichtverhältnisse 0
Vor-Ort-Service 0
Sanitäre Einrichtungen 0
Parkplatzsituation 0

Der erste Trailer zur Doku “Wacken 3D” ist veröffentlicht worden. Seit nunmehr 25 Jahren strömen jedes Jahr aufs Neue an die 75’000 Metal-Fans in das kleine Dorf in Schleswig-Holstein. Zu diesem Jubiläum hat Norbert Heitker seinen Film in 3D gemacht, der neben Konzert-Mitschnitten und Backstage-Aufnahmen, auch Eindrücke abseits der Bühnen zeigt, das Festival von seiner familiären Seite beleuchtet. Am 24. Juli 2014 kommt die Doku in die Kinos und Heitker will dem legendären Festival zu dessen 25-jährigen Jubiläum damit ein filmisches Denkmal in 3D setzen.

Im August 1991 beehrte die Elite der harten Gitarrenklänge Basel im Rahmen des “Monsters of Rock” und der Name wurde für 50’000 Metal-Jünger zum Programm! Metallica fegten damals mit (heute verbotenen) 110 Dezibel durchs Joggeli, so dass der Hauptact AC/DC trotz wild umher hampelnden Angus Young und einer grossartigen Show wie ein laues Lüftchen wirkten. Legenden besagen, dass Metallica noch im 20 Kilometer entfernten Rodersdorf zu hören waren. Nach über 20 Jahren kehrten Metallica am Freitag nach Basel in den ausverkauften Basler St. Jakob-Park zurück und versetzten 40’000 Fans in Euphorie – und beschwor einen dramatischen Wetterwechsel herauf. So begann die Show bei strahlendem Sonnenschein und endete im wahrsten Sinn des Wortes in einem kleinen Sturm. Die Zuschauer schien das Gewitter jedoch nicht im Geringsten zu stören, im Gegenteil: Es war, als setzten sie Blitz und Donner noch mehr unter Strom!

Ride the Lightning: Blitz, Donner und Metallica im Basler St.Jakob-Park, das Konzert Review

Nach der absoluten Schlammschlacht am Sonisphere 2010 in Jonschwil, dem organisatorischen Chaos, dass schlussendlich den Veranstalter in den Konkurs trieb am Sonisphere 2011, ebenfalls im Basler Joggeli, und dem Sonisphere 2012 in Yverdon-les-Bains, endlich einem rundum gelungenen Anlass mit Metallica, Motörhead und Slayer, fand letzten Freitag also das Sonisphere 2014 im Basler FCB St. Jakobs Park, mit Kvelertak, Airbourne, Alice in Chains und Metallica statt. Metallica im Sankt Jakob, das ist ein Anlass mit Geschichte. Das letzte Mal trat das amerikanische Quartett im Jahre 1993 hier auf, die Tour nach dem sogenannten schwarzen Album, das die Band von der Spitze der Heavy-Metal-Szene in die Riege der Stadionbands katapultierte und dort halten sie sich seither hartnäckig – trotz schwacher Alben, Besetzungswechseln, Alkoholproblemen und einem Dokfilm, der die Band mit einem Therapeuten beim Sezieren der eigenen Psyche zeigte. Nachdem Schwarzen Album war für mich persönlich Metallica tot und ausverkauft und die Napster-Affäre bestätigte mich in diesem Denken. Doch es gab nichts, was die Band-Fan-Beziehung nachhaltig beschädigen konnte und auch ich konnte den Herren verzeihen und kam mit St. Anger wieder auf den Geschmack.

Im Publikum dominierte am Freitag ganz klar Schwarz, wie es sich für ein Metal(lica)-Konzert auch gehört. Doch schnell wurde klar, hier ist auch viel Mainstream unterwegs: Besucher mit karierten Hemden und beigen Shorts, Menschen mit Föhnfrisuren und Damen und Herren in Deutschlandtrikots – was gar nicht geht an einem Metal-Konzert. Sei’s drum, Hauptsache die Technik stimmt und hier wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt und dass so richtig: Die Bühne ist 110 Tonnen schwer, rund 14 Kilometer Kabel wurden verlegt, 1200 Menschen sind am Tourtag im Einsatz und 55 40-Tonnen LKW’s karrten das Material heran. Zwei Kranwagen à 60 Tonnen und sieben Gabelstapler waren im Dauereinsatz, 312 Meter Traversen wurden montiert und elf Nightliner brachten Musiker und Crew an den Ort des Geschehens. Wie konnte eine Band, die derart harte Musik spielt, zu einer der grössten Rockbands überhaupt werden? Nur so zum Vergleich: Slayer und Anthrax, die seit den Achtzigerjahren zusammen mit Megadeth und Metallica die “Big Four” des Thrash Metal bilden, traten vor einem Monat gemeinsam im Z7 in Pratteln vor 1500 Leuten auf. Im Gegensatz zu ihren Weggefährten schrieben Metallica schon früh auch melodiöse und balladeske Stücke, doch das allein kann nicht erklären, wieso Zehntausende an Metallica Konzerte strömen. Dafür muss es noch einen anderen Grund geben und der heisst James Hetfield. Er gehört zu den wenigen Frontmännern, die mit ihrer Aura ein Stadion füllen können. Breitbeinig steht er da, präsent und lässt mit kumpelhafter Autorität keine Zweifel aufkommen, wer hier das Sagen hat.

Ride the Lightning: Blitz und Metallica im Basler St.Jakob-Park, das Konzert Review

Die Vorbands Kvelertak, Airbourne und Alice in Chains konnten sich noch so ins Zeug legen: Die Metal-Könige waren in der Stadt und liessen alles andere verblassen! Bis Metallica war der Sound im kompletten Stadion völlige Grütze und wurde den Bands nicht gerecht. Schade! Doch als Metallica dann nach kurzer Umbauphase loslegten war der Sound äusserst fett! Bereits das altbewährte Intro von “The Good, the Bad und the Ugly” brachte die Meute mehr zum Toben, als jeder bis zu diesem Zeitpunkt dargebotene Song. Die grosse Stadion-Uhr war mit einem schwarzen Tuch verhängt und von der Bühne her erschallte der Hochgeschwindigkeitsangriff “Battery” aus dem Jahre 1986. Es schien, als wollten Metallica die Zeit anhalten. Spätestens beim nahtlos angehängten “Master of Puppets” aus dem gleichen Jahr klangen Metallica deutlich besser als noch vor sechs Jahren in Jonschwil. Die Hände gingen bis in die hintersten Reihen hoch und die Band holzte weiter ein Brett nach dem anderen raus. Seit zehn Jahren “neu dabei” ist Bassist Robert Trujillo, der sich sofort seinen Platz im dichten Frequenzspektrum der Band erkämpft hatte und das metallische Grollen seines Fünfsaiters blieb selbst dann hörbar, wenn Hetfield und Lead-Gitarrist Kirk Hammett schwere Riffs pumpten, wie etwa im erbarmungslosen “Ride the Lightning”.

Hungrig fieberte die Menge den Titeln entgegen, die im Vorfeld via Online-Voting gewählt werden konnten. “Metallica by Request” lautet das Motto der aktuellen Tour, was bedeutet, dass die Setlist im Vorfeld eines jeden Gigs durch Stimmabgabe der Fans über das Internet festgelegt und veröffentlicht wird. Dienst am zahlenden Kunden, denn wer derartige Massen vor sich hat, darf sich keine künstlerische Freiheit herausnehmen, sondern hat für Unterhaltung zu sorgen. Der Fan will Hits hören, denn dafür gibt er Geld aus und nimmt für die Anreise völlig überfüllte Extrazüge, in denen es viel zu wenig Toiletten gibt, in Kauf. Doch leider wurde nicht die gesamte Setlist per Online Voting bestimmt: Während des Konzerts wurde das Publikum wiederholt aufgefordert zwischen drei noch offenen Songs via SMS abzustimmen. Selbstverständlich für 80 Rappen pro Stimmabgabe, was die Veranstaltung zeitweise in eine richtig schmierige Verkaufsshow abdriften liess.

Ride the Lightning: Blitz und Metallica im Basler St.Jakob-Park, das Konzert Review

Somit bewegte sich der Auftritt von Metallica zwischen einem routiniertem Konzert und einer absolut grenzwertigen Verkaufsshow. Ein Wunder konnte man nicht noch an einem SMS Gewinnspiel teilnehmen, mit dümmlichen Fragen im Stile moderner TV-Shows. Diese überflüssige Zuschauerinteraktion zum Voting nervte ungemein, so richteten sich bereits vor dem eigentlichen Gig die Bandmitglieder via Videoeinspieler an die Fans, um sie zum “Voten” aufzufordern. Doch dem nicht genug, so liess es sich James Hetfield nicht nehmen, sogar während des Auftritts immer wieder auf diese Votingmöglichkeit hinzuweisen, wobei er immer wieder mittels eines schicken Balkendiagramms den sehr knappen Zwischenstand präsentierte und die Fans aufforderte, ihr “Bestes zu geben” – gemeint war wohl: Ihr Geld. Und auch wenn Metallica in Basel satt spielten, so dürfte nicht jeder Fan wunschlos glücklich geworden sein bei diesem Wunschkonzert. Angesichts der anbiedernden Ausverkaufsshow wünschte man sich die böse Truppe aus den Zeiten vor dem schwarzen Album zurück, die hatte immerhin eine tiefschwarze Seele.

Abgesehen von diesen störenden Unterbrechungen zeigten sich Metallica im Rahmen der zweieinhalbstündigen Show gewohnt routiniert. Untermalt von gelungenen Visuals und Video-Clips, die über die LED-Wand liefen, ballerte die Band aus der kalifornischen Bay Area die Wunsch-Setliste nahezu fehlerfrei bis ins letzte Eck des Stadions. Metallica spielten, was sich das Publikum wünschte und lieferten solide Arbeit ohne Getue. Die vier Jungs aus San Francisco spielten die 16 meistgefragten Songs und lieferten so “Metallica auf Bestellung”. Der Klang war überragend, setzen doch insbesondere die Stücke aus den frühen Jahren vorrangig auf überwältigende Soundwände. Über die gesamte Breite der Bühne hing eine mehr als 360 Quadratmeter grosse LED-Wand, auf der nicht nur Aufnahmen der Musiker aus vier verschiedenen Kameraperspektiven zu sehen waren, da marschierten Soldaten und Skelette auf, es tropfte Blut und es wurde einem eine perfekt abgestimmte Inszenierung geboten. Die Lightshow war atemberaubend, zeichnete aberwitzige Muster auf die Ränge, zersägte die Bühne mit grellen Laserstrahlen und verwandelte die Menschenmenge in ein blutrotes Meer, aus dem lediglich James Hetfield weiss herausragte. Er suchte immer wieder den Kontakt zu den Fans, dazwischen sein dreckiges Lachen – auch wenn das etwas zu einstudiert rüberkam, der Meister liess die Puppen tanzen und immer wieder ging es von der 56 Meter breiten Bühne aus auf den Laufsteg in die Massen.

Ride the Lightning: Blitz und Metallica im Basler St.Jakob-Park, das Konzert Review

Als Metallica den einzigen neuen Song des Abends spielten, ging es los: Im Schutze der Dunkelheit hatte sich eine Gewitterfront übers Joggeli geschoben, welche nun die Schleusen öffnete. Die Erstaufführung des Songs, der möglicherweise auf dem neuen Album erscheinen wird, fiel somit komplett ins Wasser. Dabei ist “Lords Of Summer” nicht mal sooo übel. Mit Galopp-Rhythmus und den Wechseln ins schwere Halftime befinden sich Metallica zwar nahe dem Eigen-Plagiat. Egal, Zeit, um Biernachschub zu holen, für dessen Gewährleistung im Laufe der Woche einige Anstrengungen unternommen wurden. Drei Sattelschlepper mit insgesamt 400 Paletten Flüssigkeit standen im Stadion bereit. Fünf Kühlwagen und weitere fünf Kühlzellen kühlten die Getränke auf fünf Grad, zu den bestehenden Ständen im Stadion wurden zusätzliche 50 Durchlaufkühler – wie die mobilen Stände im Fachjargon heissen – installiert. Zudem entbehrte es nicht einer gewissen Ironie, dass sich ausgerechnet nach diesem Schlachtruf für den Sommer ein Regenschauer vom Himmel ergoss. Immerhin wusste Hetfield den plötzlichen Wetterumschwung zu nutzen und stellt sich für die Gesamtdauer von “Sad but True” auf die Rampe in den strömenden Regen. Das ist Solidarität zu den Fans, welche die eingängigen Strophen des wuchtigen Shuffles aus voller Kehle mitsangen. Und es stand nicht nur Hetfield, sondern auch Gitarrist Kirk Hammet und Bassist Robert Trujillo regelmässig auf dem Steg und liessen die Fans nicht alleine im Regen stehen, sondern standen mit ihnen im Regen und gaben dermassen Gas, dass selbst die Blitze, die über dem St. Jakob Park zuckten, zum Teil der Inszenierung wurden.

Während ihres Auftrittes unterstrichen Metallica immer wieder ihre Nähe zu den Fans, die sie als Teil der “Metallica-Family” bzw. fünftes Bandmitglied betrachten. Dies wurde auch dadurch zum Ausdruck gebracht, dass einige Fans während der gesamten Show am Bühnenrand stehen durften. Irgendwie fehlt mir das Rotzige, alles “Love, Peace and Happiness”, der Frontmann wirkt gezähmt. Es lässt sich nicht verleugnen, dass da ein anderer Mann auf der Bühne steht als vor zwei Jahrzehnten. Ging von ihm damals eine eher bedrohliche, dunkle Aura aus, so wirkt Hetfield jetzt kumpelhaft. Ansatzweise so oft wie er in den Songs “Die!” oder “Kill!” schreit – und das ist beileibe nicht gerade selten, so oft verkündet Hetfield in seinen Ansagen “Metallica loves you, Basel”. Es fällt mir schwer, darin keinen Widerspruch zu sehen. Da kann sich Hetfield noch so lange demonstrativ in den Regen stellen. Blitze zuckten während des gesamten Auftritts über den Himmel und Hetfield, Hammet und vorallem Trujillo prügeln unbeirrt auf ihre Instrumente ein. Darum heisst dieses Genre Thrash Metal. Thrash mit H. Nicht Trash, denn das ist kein Müll sondern ein Shredder, der den ganzen Müll, der einem das Leben versaut, zerkleinert und zermalmt, bis nur noch ein Gefühl von Taubheit und Erlösung übrigbleibt. Guter Thrash Metal wirkt wie Meditation, oder so ähnlich…

Ride the Lightning: Blitz und Metallica im Basler St.Jakob-Park, das Konzert Review

Erst gegen Ende kam “Nothing else Matters” und gleich hinterher “Enter Sandman”. Das Publikum wurde nie abgehängt und zu diesen Songs hing es sich noch mal voll rein. Hetfield hätte sich das “Sing it!” vor dem Refrain sparen können, die Metallica-Meute machte von sich aus mit und das mit einem Enthusiasmus, den selbst das endorphin-gewöhnte FCB-Stadion nur selten erlebt. “St. Anger” eröffnete die Zugaben, ein vergleichsweise neues Stück, dass wohl zu den härteren der Bandgeschichte zählt. Anschliessend spielten die Herren den per SMS gewählten Song, in Basel entschied sich das Publikum für “Orion” bis dann “Seek & Destroy” losgelassen wurde. Noch einmal blitzte es heftig am Himmel, dann verabschiedete sich die Band. Das letzte Stück spielten Metallica kurz nach elf, während im Stadion schon jede verfügbare Lampe brannte. Das lag wahrscheinlich nicht daran, dass man den Musikern ihr pflotschnasses Publikum zeigen wollte, sondern am Umstand, dass in Basel die Sperrstunde auch für Rockgötter gilt.

Alles in Allem bleibt festzuhalten: Metallica halt. Zweieinhalb Stunden Weltklasse. Die vier Ausnahmemusiker sind nach mittlerweile mehr als 30 Jahren Bühnenpräsenz nicht nur technisch unschlagbar, sondern schienen in Basel einen echt guten Tag zu haben. Zumindest vermittelten sie den Eindruck, dass sie Bock auf jeden Song hatten, den sie spielten. Und wie sie diese spielten: Hetfield wechselte seine Gitarren öfter, als andere Leute ihre Unterhosen in der Woche. Hinzu kam ein einfach überragender Sound, wuchtig, schneidend, glasklar, absolut rein bei den Balladen, welche die Band geschickt zwischen die thrashigen Songs mischte und so mal die Luft raus nahm, um sofort wieder Gas zu geben. Dass die Fans die Songauswahl jeden Abend der “By Request”-Tour neu bestimmen dürfen, ist schliesslich auch nicht viel mehr als ein Werbegag. Schliesslich setzt sich bei diesem Online-Voting stets der Massengeschmack gegenüber den Insider-Wünschen durch. Angesichts der Abstimmungsergebnisse titelte ein grosses deutsches Metal-Magazin unlängst “Ihr Langweiler!” und meinte damit die Fans. Man darf jedoch gespannt sein, was sich die Marketingabteilung der Band um James Hetfield noch alles einfallen lässt. Nachdem Metallica vor kurzem bereits medienwirksam einen Gig in der Antarktis spielten (Antarctica), scheint im Sinne der Vermarktung alles möglich zu sein. Hier einige Vorschläge: “Titanica – Drown’em all” oder “Desertica – Meet the Sandman”. Es darf gevoted werden.

Setlist:

  1. Battery
  2. Master of Puppets
  3. Welcome home (Sanitarium)
  4. Ride the Lightning
  5. The Unforgiven
  6. Creeping Death
  7. Lords of Summer
  8. Sad but true
  9. Fade to Black
  10. …And Justice for all
  11. One
  12. For whom the Bell tolls
  13. Whiskey in the Jar
  14. Nothing else matters
  15. Enter Sandman
  16. Zugabe:

  17. St. Anger
  18. Orion
  19. Seek & Destroy

Ride the Lightning: Blitz und Metallica im Basler St.Jakob-Park, das Konzert Review

Ride the Lightning: Blitz und Metallica im Basler St.Jakob-Park, das Konzert Review
9.0 Total
Nutzerwertung - (0 votes)
Wie bewertest Du?
Atmosphäre 10
Performance 10
Akustik 10
Sichtverhältnisse 10
Vor-Ort-Service 10
Sanitäre Einrichtungen 10
Parkplatzsituation 3
Atmosphäre 0
Performance 0
Akustik 0
Sichtverhältnisse 0
Vor-Ort-Service 0
Sanitäre Einrichtungen 0
Parkplatzsituation 0

Heute Abend findet ja bekanntermassen das Sonisphere in Basel statt mit Bands wie Alice in Chains, Airbourne, Kvelertak und natürlich Metallica. Letztere haben ihre Fans die Songs zum Konzert wählen lassen, dass sogenannte “Metallica by Request” und das haben die Jungs dieses Jahr schon bei einigen Konzerten den Anhängern angedeihen lassen. Leider werden uns in Basel die besteen Songs wie Whiplash und XXX nicht dargeboten, doch sind Metallica Live immer wieder ein Erlebnis.

Für alle die zuhause bleiben mussten gibts nachfolgend zwei “Metallica by Request”-Konzerte: Das erst aus Chile mit den Songs wie Battery, Master Of Puppets, Welcome Home (Sanitarium), Ride The Lightning, The Unforgiven, Lords Of Summer, …And Justice For all, Sad But True, Fade to Black, Orion, One, For Whom the Bell Tolls, Blackened, Nothing Else Matters, Enter Sandman, Creeping Death, Whiplash und Seek And Destroy.

Das zweite stammt aus Südamerika allgemein und enthält die Songs: Battery, Blackened, Master Of Puppets, Welcome Home (Sanitarium), The Unforgiven, Sad But True, Fade To Black, …And Justice For All, Lords of Summer, Orion, For Whom the Bell Tolls, One, The Four Horsemen, Whiplash, Ride the Lightning und Whiskey In The Jar. Have fun with Bullit Belt Thrash at Neck breaking speed!!!

Metallica Sonisphere Basel Running Order

*** UPDATE: Hier findet ihr das Konzert Review dazu ***

Morgen findet das Metallica Sonisphere mit den Bands Alice in Chains, Airbourne und Kvelertak statt, heute ist nun der Running Order dazu veröffentlicht worden, die Bands spielen wie folgt:

15.00 Uhr – Türöffnung
17.00 Uhr – Kvelertak
18.05 Uhr – Airbourne
19.15 Uhr – Alice in Chains
20.40 Uhr – Metallica
23.00 Uhr – Konzertende

Falls ihr wissen möchtet, welche Songs die Fans nun gewählt haben, sieht es aktuell heute Abend wie folgt aus:

  • Master of Puppets
  • Enter Sandman
  • One
  • Nothing Else Matters
  • The Unforgiven
  • Seek and Destroy
  • Sad But True
  • For Whom the Bell Tolls
  • Fade to Black
  • Battery
  • Whiskey in the Jar
  • Welcome Home (Sanitarium)
  • …And Justice for All
  • Ride the Lightning
  • Creeping Death
  • St. Anger

Naja, da hätte man aus meiner Sicht besser den einen oder anderen Song aus alten Zeit wählen dürfen. Aber henu, es ist nun wie es ist und trotzdem wird das ganze sicherlich ein riesen Fest werden! Also Freunde, man sieht sich und denkt daran: Die, BANG YOUR HEAD!!! :rock: :rock: :rock:

metallica.jpg" rel="lightbox[gallery-RhyH]">So gut werden Metallica beim Sonisphere in Basel

*** UPDATE: Hier findet ihr das Konzert Review dazu ***

Metallica By Request“, die Fans haben entschieden! Diese Songs spielen Metallica bei ihrem Konzert in Basel! Die Wahl der Masse wird wohl kaum jeden Metallica-Fan glücklich machen, doch seht selbst: Das sind die Songs, die Metallica, neben ihrem neuen Song “The Lords Of Summer”, bei ihrem Konzert am Sonisphere in Basel spielen werden!

  • Master of Puppets
  • Enter Sandman
  • One
  • Nothing Else Matters
  • The Unforgiven
  • Seek and Destroy
  • Sad But True
  • For Whom the Bell Tolls
  • Fade to Black
  • Battery
  • Whiskey in the Jar
  • Welcome Home (Sanitarium)
  • …And Justice for All
  • Ride the Lightning
  • Creeping Death
  • St. Anger

Baby Metal sind japanisches Trio, bestehend aus Suzuka Nakamoto, Yui Mizuno und Moa Kikuchi, die allesamt Mitgleider beim “Heavy Music Club” (jyu-on-bu) von Sakura Gakuin sind und demnächst auf Welttournee gehen. Da sollte man fast hin gehen…

Baby Metal World Tour 2014

Seit über 30 Jahren stehen Billy Idol und der Gitarrist Steve Stevens für ungezügelten Rock’n’Roll. Wasserstoffblond, rotzig und skandalumwittert, so hat man Billy Idol im Gedächtnis. Doch vor Jahren ist es ruhig geworden um den Rockrebellen der Achtziger. Nun ist er wieder zurück mit Sex in der Stimme und ein Sixpack, das sich sehen lassen kann. Billy Idol brachte bei seinem Konzert im Z7 in Pratteln nicht nur die Frauen ins Schwärmen, sondern bewies auch, dass Rock keine Frage des Alters ist. Eigentlich lebt die Legende Billy Idol vor allem von seinen alten Hits, die er damals auf dem Zenit seiner Karriere hatte. Deshalb war die Überraschung um so grösser, als dieser Mann am Donnerstagabend die Bühne betrat: Man hätte eher einen alternden, abgerockten Sänger erwartet, der sein Gnadenbrot mit Greatest-Hits-Konzerten verdient. Doch mitnichten. Da stand ein Mann, den man auf den ersten Blick fast auf Mitte 30 schätzen würde!

When the Rebel Yells: Wie Billy Idol das Z7 rockte

Schlank, durchtrainiert, ganz in Schwarz gekleidet. Es scheint, dass er inzwischen lieber seinen Fitnesstrainer konsultiert, als Drogen konsumiert. In den 80ern einer der Heroen meiner Jugend, mit rotzigen Auftritten und grandioser Musik im Gepäck, war es nach dem gefloppten „Cyberpunk“ Album (1993) still um den blondierten Bürgerschreck geworden. Lediglich mit Drogenexzessen konnte der gute Mann noch in den Boulevardblättern auftauchen, umso erstaunlicher war seine famose Rückkehr im Jahre 2005 mit dem Album “Devil’s Playground”, welches allerorten abgefeiert wurde. Nun will er dieses Jahr sein neustes Werk “BFI” veröffentlichen und ist der Zeit auch live unterwegs und beweist damit, keineswegs zum alten Eisen zu gehören, trotz der 59 Lenze.

Bei traumhaftem Wetter gewährte die Freilichtbühne des Z7 praktisch jedem der knapp 2800 Besucher optimale Sicht auf das Geschehen und es fanden sich viele Menschen im besten, sprich meist mittleren Alter ein, die dem guten Billy sicher schon länger die Treue halten, sprich die Show war Ausverkauft. Dabei befanden sich kaum “szenige” Leute auf dem Gelände, die allermeisten waren einfach Menschen in “normalen” Klamotten. Vor Billy Idol wurden die Zuhörer erst einmal durch Gloria Volt, einer Band aus Winterthur, auf den Abend eingestimmt. Mit druckvollem Sound wurde ein Set von etwa 40 Minuten durchgerockt. Nach einer Umbaupause war es dann auch soweit, Billy Idol betrat die Bühne am Z7. Es war schon etwas merkwürdig: Da steht ein ein praktisch 60 jähriger Mann auf der Bühne und tut so, als wäre er immer noch der ewig jugendliche Rebell. In Lederkluft, wasserstoffblondem Strubbelkopf und mit dicker Trotz-Lippe schert er sich keinen Dreck darum, dass er inzwischen zu den Stubenältesten im Punk-Disneyland zählt. Mit den Worten “Can you hear me?” enterte William Albert Michael Broad, wie Billy Idol mit bürgerlichem Namen heisst, die Bühne. “Once again I’m running, in times that are frightening, but I won’t let that break me. I won’t let that take me down again”, singt er im Opener “Postcards Form The Past”. Er hat nach langen ausufernden Jahren mit Sex, Drugs and Rock’n’Roll seinen Platz gefunden in der Popgeschichte, versprach alle seine Hits zu spielen, heizte den jubelnden Fans gleich so richtig ein und die Stimmung stand sofort auf Sturm.

When the Rebel Yells: Wie Billy Idol das Z7 rockte

Die Formation Billy Idol besteht vordergründig aus der Symbiose des Sängers, der den Namen gibt und dem Gitarristen Steve Stevens. Letzterer gilt als einer der versiertesten Rock-Gitarristen überhaupt. Der aus New York stammende Künstler komponierte, neben den Billy-Idol-Klassikern, unter anderem den unverwechselbaren Gitarrenpart für Michael Jacksons “Dirty Diana” und das “Top Gun Anthem” (mit Harold Faltermeyer), wofür er 1986 einen “Grammy” erhielt. Mit an Bord neben Billy und Steve: Drummer Erik Eldenius, Bassist Stephen McGrath, Gitarrist Billy Morrison und Paul Trudeau an den Keyboards – alles hochkarätige Musiker, die ihr Handwerk verstehen und perfekt miteinander harmonieren. Natürlich war aber Billy Idol der absolut umjubelte Star, der seiner Rolle auch gerecht wurde und sowohl stimmlich als auch physisch völlig überzeugte. Äusserst durchtrainiert stellte er während der Show immer wieder seinen Body zur Schau. Doch er lieferte noch viel mehr als das. Wenn man Idol mit einem Wort beschreiben will, ist wohl Charisma das zutreffendste. Zu den Songs, die er mit seiner unverwechselbaren, tiefen Stimme vortrug, sprang er über die Bühne wie ein junger Derwisch.

Steve (immer mit Kippe im Mundwinkel) hielt sich eher im Hintergrund auf, lief dann aber während seiner Gitarrensoli zu Höchstform auf. Verbringt der Mann seine Zeit auch noch mit etwas anderem als mit Gitarre spielen? Über Kopf, mit der Zunge – das ganze Programm! Genau das wurde von den feiernden Fans erwartet und auch genau das bekamen sie. Mit viel Druck wurde auf der Bühne gefeiert, die Menge war sofort im Bann der Musik, im Bann der guten alten 80er. Es wurde überdeutlich, dass dies hier keine Nostalgie Show ist, wie bei so manch anderem “wiederentdeckten” Künstler. Der Mann rockt immer noch und seine Begleitmannschaft, allen voran Steve Stevens, macht es ihm nach. Unglaublich wie der Gitarrero sein Instrument beherrscht, ein ausgedehntes Solo mit einer Akustikgitarre offenbarte sein technisches Können, während er mit spanischen Klängen die Fans ganz alleine unterhielt. Hier performte eine Band, der einfach nur Spass auf der Bühne hat, was sich auch auf das Publikum übertrug. Man merkte wie in Erinnerungen geschwelgt wurde und die meisten sangen die Hits textsicher mit. Jeder Titel wurde frenetisch bejubelt – naja, die “alten” Gassenhauer vielleicht doch ein bisschen mehr! “Rebel Yell” beendete nach 90 Minuten standesgemäss den ersten Part des Konzerts.

When the Rebel Yells: Wie Billy Idol das Z7 rockte

Das sollte es natürlich noch nicht gewesen sein, mit “White Wedding” kam man noch einmal zurück auf die Bühne und den krönenden Abschluss bildete das rotzige “Mony Mony”. Das Publikum konnte sich kaum beruhigen. Die Energie, die Idol versprühte, sprang auf alle über. Da waren zum einen die erdrückenden, brachialen Momente, in denen Steve Stevens mit aller Wucht in die sechs Saiten seines Instrumentes langte und den Vorplatz des Z7 am Donnerstagabend zum Beben brachte und zum anderen die gefühlsbetonten Einschübe, in denen der Gitarrengott alles zum Schmelzen brachte. Immer wieder wechselte er in seinen zahlreich in die Show eingebetteten Soli zwischen diesen Extremen hin und her, er lag während des Spielens auf dem Boden, spielte mit dem Instrument hinter dem Kopf, spielte mit dem Mund. Um neben einem Steve Stevens auf einer Bühne bestehen zu können, braucht es mehr als nur einen gestählten Body. Und Billy Idol meisterte diese Aufgabe mit Bravour und zelebrierte Publikumsnähe in Reinkultur. Und wären alle Dämme gebrochen und hätte das Publikum nicht ohnehin schon ab den ersten Takten getobt, was das Zeug hält, hätte der Mann mit den sieben Leben seinen grössten Trumpf “Rebel Yell” wohl einfach früher in die Setlist eingebettet und nicht erst vor der Zugabe angestimmt. Billy Idol hatte einen Riesenspass mit den Schätzen aus seinem persönlichen Popmuseum, die freilich keinen Moment lang museal erschienen. Zum Schluss war der Jubel so laut, dass man den Mann auf der Bühne kaum mehr verstand. Nach zwei Stunden war das Spektakel dann zu Ende. Seine letzten Worte, bevor er die Bühne verliess, waren: “I’m Billy ‘Fucking’ Idol”.

Setlist:

  1. Postcards from the Past
  2. Cradle of Love
  3. Dancing with Myself (Generation X Song)
  4. Flesh for Fantasy
  5. Love and Glory
  6. One Breath Away
  7. Ready Steady Go (Generation X Song)
  8. Sweet Sixteen
  9. Whiskey And Pills
  10. Eyes Without a Face
  11. L.A. Woman (The Doors Cover)
  12. Guitar Solo
  13. King Rocker (Generation X Song)
  14. Love Like Fire (Generation X Song)
  15. Blue Highway
  16. Rebel Yell
  17. Zugabe:

  18. White Wedding (Special Acustic Version)
  19. Mony Mony (Tommy James & the Shondells Cover)
When the Rebel Yell - Billy Idol Konzert im Z7
9.0 Total
Nutzerwertung - (0 votes)
Wie bewertest Du?
Atmosphäre 10
Performance 10
Akustik 10
Sichtverhältnisse 10
Vor-Ort-Service 10
Sanitäre Einrichtungen 5
Parkplatzsituation 8
Atmosphäre 0
Performance 0
Akustik 0
Sichtverhältnisse 0
Vor-Ort-Service 0
Sanitäre Einrichtungen 0
Parkplatzsituation 0

Heute Abend findet bekanntermassen Billy Idol den Weg in die Schweiz, um das legendere Z7 in Pratteln bei Basel zu rocken. Aus diesem Anlass für alle daheimgebliebenen und diejenigen unter euch, die nicht am Konzert teilnehmen können hier für euch “Billy Idol In Super Overdrive Live” aus dem Jahre 2009 mit folgenden Tracks:

0:00:29 Super Overdrive
0:04:57 Dancing With Myself
0:10:42 Flesh For Fantasy
0:17:50 Touch My Love
0:22:18 White Wedding
0:27:37 Scream
0:32:35 Eyes Without A Face
0:39:39 Cry
0:45:14 Blue Highway
0:52:12 Ready Steady Go
0:55:30 Rebel Yell
1:02:28 Kiss Me Deadly

Freunde, hier 30 “Sehenswürdigkeiten”, die man nie an seinem Lieblings-Musik-Festival oder Open Air sehen möchte. Von urkomisch bis schrecklich ist alles dabei und teilweise definitiv nichts für schwache Nerven oder einen schwachen Magen…

Warteschlangen

Warteschlangen

Deine Eltern

Deine Eltern (peinlich)

Deine betrunken Eltern

Deine betrunken Eltern

Schlamm

Schlamm

Diese Jungs in der Getränke Warteschlange

Diese Jungs im Getränk Warteschlange

Stage Dive Fail

Menschen, die ständig Bilder schiessen..

Menschen, die ständig Bilder schiessen

..und dies mit ihrem iPad

Bilder schiessen mit dem iPad

Dein Crowdsurfing Foto macht die Runde im Internet

Dein Crowdsurfing Foto macht die Runde im Internet

Die Grimassen dieses Typs

Wirklich grosse Jungs

Wirklich grosse Jungs

Ein Mädchen, dass es mit einem Baum treibt

Unangemessene Freizügigkeit

Unangemessene Freizügigkeit

Dein überflutetes Zelt

Dein überflutetes Zelt

Dein wegfliegendes Zelt

Ausdruckstanz

Zerstörtes Dixi Klo

Zerstörtes Dixi Klo

Wirklich zerstörte Dixi Klos

Wirklich zerstörte Dixi Klos

Dieser Kerl, der von dem Klo springt, dass du gerade benutzt

Dieser Kerl, der von dem Klo springt, dass du gerade benutzt

Diese Erfindung, genannt “P-Tree”

Diese Erfindung, genannt "P-Tree"

Deine Oma, welche mehr abfeiert als du

Trolle

Trolle

Menschen, die alle und jeden umarmen und einfach nicht damit aufhören

Menschen, die alle und jeden umarmen und einfach nicht damit aufhören

Geisteskranke Circle Pits, ausser du bist Ready to Rumble!

Jungs, die Gürteltaschen tragen

Jungs, die Gürteltaschen tragen

Jungs, die Mankinis tragen

Jungs, die Mankinis tragen

Jungs, die Jungs mit Mankinis auf den Schultern tragen

Jungs, die Jungs mit Mankinis auf den Schultern tragen

Crowdsurfing nackt

Crowdsurfing nackt

Kerl, der beim Abgleiten aus dem Moshpit in den Strahl eines Mädchens beim Wasserlassen rutscht

Ein Löwe

Ein Löwe

Megadeth haben schon vor einem Moment bekannt gegeben, dass Auftritte bis zum 20.06.2014 abgesagt werden mussten, da der Bruder von Bassist David Ellefson seinem Krebsleiden am 19. Mai erlegen ist und die Band deswegen Rücksicht nehmen möchte. Hier wäre das Konzert vom 28. Juni mit Rob Zombie nicht betroffen gewesen. Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!

Nun hat der Veranstalter Good News bekannt gegeben, dass das Konzert in der Schweiz wider erwarten auch nicht stattfinden kann, dazu gesellen sich noch einige weitere anstehende Konzerte. Nachfolgend die vollständige Liste:

  • 04.-07.06.2014 Sweden Rock Festival 2014
  • 06.-08.06.2014 ROCK HARD Festival 2014
  • 10.06.2014 Paris, France – Le Palais Des Sports
  • 11.-13.06.2014 Copenhell 2014
  • 11.06.2014 Utrecht, Netherlands – Tivoli Vredenburg
  • 13.-15.06.2014 Nova Rock 2014
  • 20.-22.06.2014 Hellfest 2014
  • 23.06.2014 Luxembourg, Luxembourg – Rockhal
  • 27.-29.06.2014 Graspop Metal Meeting 2014
  • 28.06.2014 Winterthur, Switzerland – Eishalle Wetzikon

Voraussichtlich wird die Band ab 24.Juli ihre Europatour antreten. Über eventuelle Nachholtermine zu den restlichen Konzerten ist aktuell noch nichts bekannt. Das Konzert von Rob Zombie am 28. Juni wird jedoch durchgeführt, als weiterer Support Act konnte Avatar bestätigt werden. Als Entschädigung erhalten Personen welche bereits ein Ticket gekauft haben einen Getränkegutschein (bei Stehplatztickets) oder zwei Getränkegutscheine (bei Sitzplatz Tickets). Durch den Ausfall von Megadeth können Konzerttickets auch bis zum 28. Juni an der Vorverkaufsstelle, an welcher das Ticket erworben wurde, zurück gegeben werden.

Rob Zombie 2014

Auch dieses Jahr beehrt Slash mit Myles Kennedy & The Conspirators wieder die St. Jakobshalle in Basel, Schweiz und wird sicherlich wieder einige der besten Songs von seinen Slash-Alben, Velvet Revolver und natürlich auch einige Guns N’ Roses Songs zum Besten geben. Kaum ein anderer vermag mit seinen flinken Fingern solch geniale Musik seiner E-Gitarre entlocken. Wie schon letztes Mal ist natürlich auch Myles Kennedy wieder dabei, seines Zeichens Sänger von Alter Bridge. Ab dem 30. Mai gibts die Tickets slash-tickets.html?affiliate=TFM&doc=artistPages/tickets&fun=artist&action=tickets&kuid=429359&language=de&xtor=AL-6002-[slash]-20140527">hier…

Slash featuring Myles Kennedy & The Conspirators live in der St. Jakobshalle Basel

Mitte Dezember herrschen schon langsam die Temperaturen, bei denen man einen “Eisbrecher” benötigt und so war der “Eisbrecher” aus dem fernen Bayern beim Basler Z7 vor Anker gegangen, denn die Herren befanden sich gerade auf grosser Jubiläumstour. Zehn Jahre ist es inzwischen her, dass sich Alexander “Alexx” Wesselsky und Jochen “Noel Pix” Seibert von “Megaherz” trennten und “Eisbrecher” ins Leben riefen. “Megaherz” gibt es auch heute noch, doch während sich die ehemaligen Mitstreiter mit ihrem Album “Götterdämmerung” mit einem respektablen Platz 19 begnügen mussten, konnten “Eisbrecher” mit ihrer fast zeitgleich erschienenen fünften Studioplatte “Die Hölle muss warten” den dritte Chartposition sichern. An diesem Freitagabend, den 13. Dezember, hatten jede Menge Fans den Weg ins Z7 gefunden, um zusammen mit der Band und dem Support “A Life Divided” die Geburtstagsfeier steigen zu lassen und beide Bands heizten dem gut gefüllten Z7 so richtig ordentlich ein.

eisbrecher-tour.jpg" rel="lightbox[gallery-hq9Z]">Eisbrecher 10 Jahre Jubiläums Tour

Angeblich standen fast zwei Stunden vor Konzertbeginn sich Hardcore-Fans in Pratteln bei eisigen Minustemperaturen die gefrorenen Beine in den Bauch, was bei mir nur bemitleidendes Kopfschütteln auslöst, da es sich hier um keine Teenie-Band handelt und wenn man es sich schon selbst aussucht, so früh dort zu sein, sollte man anschliessend nicht noch über die Kälte jammern, sondern den Eisbrecher seines Amtes walten lassen. So kam es, dass schon bei den Special Guests das Z7 gut gefüllt war. Die Münchner “A Life Divided” überzeugten mit eingängigem Rock, welchen sie zu vielen Teilen mit elektronischen Elementen ausschmückten. Jürgen Plangger und seine Bandkollegen verstanden es, die Konzertbesucher, die ungeduldig auf die Headliner warteten, in ihren Bann zu ziehen und konnten sicherlich an diesem Abend einige neue Fans hinzugewinnen.

eisbrecher-2013-z7_03.jpg" rel="lightbox[gallery-hq9Z]">Eisbrecher 10 Jahre Jubiläums Tour 2013 Z7

“A Life Divided” bewiesem direkt nach einem langen Intro mit “The Lost” vom diesjährigen Longplayer “The Great Escaape” in bester Feierlaune zu sein. So wurde auch “It Ain’t No Good” kräftig mitgeklatscht und mit “Words” folgte ein knackiger Shouter vom 2011er Longplayer “Passenger”, bevor das melodische “Feel” poppige Versatzstücke im Rock-Gewand servierte. “Hey You” schickte unter Lichtgewittern einen Gitarrenorkan nebst Trommeltornado über die Bühne, ehe selbige für das VNV-NATION-Cover “Perpetual” in blaues Licht getaucht wurde. “A Life Divided” liessen es düster-metallisch krachen und man musste schon genau hinhören, um den Ursprungssong zu erkennen, wobei die Jungs ihre Sache wahrlich nicht schlecht gemacht haben. Immerhin gibt es auch diese Formation bereits seit zehn Jahren und Kollege Plangger, der seit 2006 auch bei “Eisbrecher” die Gitarre zupft, wusste durchaus, wie er sein Publikum zu “The Last Dance” bewegen konnte.

Es gab NDH-Standards für den Dancefloor, um schliesslich mit dem abwechslungsreichen “Heart On Fire” die Textsicherheit der Zuschauerschaft abzufragen. Hier tummelten sich ganz offensichtlich jede Menge Wiederholungstäter und so wunderte es nicht, dass es nach einer guten halben Stunde reichlich verdienten Applaus zu hören gab. Meiner Meinung nach ist der Sound der Band absolute Spitzenklasse, die Stimme von Jürgen Plangger ist aber nicht mein Fall. Nicht das diese schlecht wäre, ganz und gar nicht, mir persönlich ist sie einfach etwas zu hell, so dass sie aus meiner Sicht den Sound der Band eher stört, als ergänzt. Aber zum Glück sind die Geschmäcker verschieden. “A Life Divided” ist ein grossartige Live Band, da gibt es nix zu meckern, mein Fall ist es jedoch nicht, aber den Jürgen sollte man nach einer kleinen Verschnaufpause ja noch einmal zu sehen und zu hören bekommen. “A Life Divided” legte von der ersten Minute an los, als wären sie der Headliner und der abschliessende Applaus war auf jeden Fall eines Headliners würdig.

Eisbrecher 10 Jahre Jubiläums Tour 2013 Z7

Begleitet von 70er-Jahre Disko ging es in die Pause, ehe die Titelmelodie des A-Teams den Spannungsbogen wieder ansteigen liess. Die zwei an den beiden Bühnenrändern positionierten Fäuste in Übergrösse leuchteten in einem tiefen Rot auf und eine Computerstimme begrüsste das zahlreiche Publikum. Endlich fanden auch die Hauptakteure auf die Bühne und die Herren boten ein zweistündiges Auf und Ab an alten und neuen Songs, dass es nur so krachte. So ging die Party mit “Kein Mitleid” los und man setzte im folgenden Set auf Highlights der letzten Dekade und es ging somit mit “Willkommen im Nichts”, “Adrenalin” und “Antikörper” weiter. Vor mit dem hymnischen “Augen unter Null” wurde die Bühne in rotes Licht getränkt und da wurde erstmals aktuellere Kost geboten. Anschliessend konnte “Amok” abermals durch seine Choreo mit den schon fast altgedienten Fässern ein optisches Highlight setzen und auch “Eiszeit”, bei dem dann doch noch die Polarausrüstung zum Einsatz kam, wirkte vertraut. Das sich anschliessende “Leider” rockt immer noch, mindestens genauso euphorisch mitgeklatscht wurde bei “Prototyp”. Die Spielfreude war jedem auf der Bühne anzumerken und die Zuschauer und Band steigerten sich von Song zu Song.

Die Setlist war im Vergleich zur “Die Hölle muss warten” Tour um- und ausgebaut worden und gespickt mit redegewandten Anmoderationen von Alexx, der sein Publikum mittlerweile völlig in der Hand hatte, ging es weiter mit “Engel”. Die grossartige, selbstbetitelte Bandhymne, die in einer 2013er Version auf der “10 Jahre Eisbrecher” Single zu finden ist und bei der Alexx nunmehr zu Kapitänsmütze und Eispickeln griff, leitete nachfolgend den nächsten Klassiker-Abschnitt ein: Dieser wurde unter anderem ergänzt durch “Schwarze Witwe”, zu der ein wenig Hochprozentiges gereicht wurde. Weiter gings mit “Vergissmeinnicht”, “Herzdieb” und “This is deutsch” beendete fulminant als deutschrockendes Musikantenstadl mit Rauchsäulen den regulären Teil der Show, der nach nur kurzer Unterbrechung in “Heilig” jedoch seine verdiente Fortsetzung fand. “Verrückt” endete mit tosendem Applaus und war an dieser Stelle natürlich nur noch zu toppen vom “Miststück”. Doch die Herren liessen sich nicht lumpen und kamen nach einer weiteren Pause noch einmal mit “Ein Leben lang unsterblich” zurück. Dann war aber endgültig Schluss, auch wenn ein, zwei Stücke wie zum Beispiel “Kann denn Liebe Sünde sein” nach meinem Geschmack noch gegangen wären. Aber dann halt wieder beim nächsten Mal.

Eisbrecher 10 Jahre Jubiläums Tour 2013 Z7

Viele glückliche Gesichter und ein sichtlich geschaffter Sänger bedankten sich gegenseitig beieinander und machten sich jeweils auf ihren Heimweg. Alexx und Noel Pix haben mit ihren Musikern eine routinierte Band beisammen und lieferten eine gelungene Show, die vor allem durch ihre abwechslungsreiche Setlist überzeugte, für eine volle Halle sorgte und mächtig Laune machte. Eine klasse Bühnenshow und auf “Eisbrecher” darf man sich immer freuen, die Jungs haben es einfach drauf! Die Mannen geben Vollgas und das Publikum frisst Sänger Alexx vom ersten Ton an aus der Hand. Der Mann ist eine Rampensau, der man jedes einzelne Klischee fast schon abkauft. Natürlich hat er neben seinem coolen Acting auch eine grosse Portion Humor und ist schlicht und einfach der geborene Entertainer. Eisbrecher rockten die Bühne vom Feinsten. Requisiten wurden zu fast jedem Song auf die Bühne getragen und Alex war eloquent wie gewohnt. Ein grossartiger Abend und eine absolut würdige Reise durch 10 Jahre “Eisbrecher”, die immer noch eine Schippe drauflegten und nicht zur Ruhe kamen. Wir hoffen und freuen uns, dass es genau so weitergeht, denn 2014 dürfen die Fans auf ein neues Album hoffen, das an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen soll. In diesem Sinne: Auf die nächsten 10!

Setlist Eisbrecher 10 Jahre Jubiläums Tour

  1. Kein Mitleid
  2. Willkommen im Nichts
  3. Antikörper
  4. Adrenalin
  5. Augen unter Null
  6. Amok
  7. Eiszeit
  8. Leider
  9. Prototyp
  10. Die Engel
  11. Eisbrecher
  12. Schwarze Witwe
  13. Vergissmeinnicht
  14. Herzdieb
  15. This is deutsch
  16. Heilig
  17. Verrückt
  18. Miststück
  19. Ein Leben lang unsterblich

Nachfolgend für euch noch der Trailer zur Eisbrecher 10 Jahre Jubiläums Tour 2013:

Die Eiszeit ist ausgebrochen - Eisbrecher lassen es in der Schweiz krachen!
8.7 Total
Nutzerwertung - (0 votes)
Wie bewertest Du?
Atmosphäre 10
Performance 10
Akustik 10
Sichtverhältnisse 10
Vor-Ort-Service 10
Sanitäre Einrichtungen 3
Parkplatzsituation 8
Atmosphäre 0
Performance 0
Akustik 0
Sichtverhältnisse 0
Vor-Ort-Service 0
Sanitäre Einrichtungen 0
Parkplatzsituation 0

Zwei Stühle, ein Keyboard und eine Akustikgitarre, viel mehr braucht Everlast nicht, um sich auf der Bühne wohlzufühlen. Die Rap-Attitüde hat der Amerikaner seit einem Jahr in den Keller verbannt, nachdem er mit “House Of Pain” 2012 zum 20-jährigen Bandjubiläum auf Tour war, hat er jetzt genug davon. “Hip-Hop gehört den Jungen”, erklärt er im Interview. “Ich werde zwar noch im Studio rappen, aber für so exzessive Tourneen bin ich zu alt.” Auch heute bezeichnet er sich und seine Musik noch als “puren HipHop”, letztlich geht es doch ums Storytelling. Da spielt es keine Rolle, ob man als MC oder als Singer/Songwriter die Gefolgschaft an seinen Lebensgeschichten teilhaben lässt. Everlast hat in den vergangenen Jahren gelernt, wie er das tiefe Timbre seines Organs ausreizen kann. Seine Stimme klingt an diesem Abend jedenfalls, als hätte er in den letzten 25 Jahren nie etwas anderes gemacht. Die Stimmung im ausverkauften Kofmehl konnte besser nicht sein und der mittlerweile komplett ergraute New Yorker Mittvierziger konnte mit seiner eineinhalbstündiger Singer and Songwriter-Performance absolut begeistern.

An Acoustic Evening With Everlast

Es bedarf keiner zwei Songs um die Wohlfühlatmosphäre auf der Bühne auch in die ausverkaufte Location zu übertragen. Es gibt wahrlich nicht viele Künstler, die dermassen authentisch zwischen zwei – oberflächlich betrachtet – grundverschiedenen Musikgenres hin- und herpendeln können wie Everlast. Der ehemalige House Of Pain-Frontmann will Geschichten erzählen. Ob mit Hilfe eines kompletten DJ-Sets oder lediglich Akustisch: Everlast ist und bleibt ein Lyric-Wizard, der den musikalischen Background nur als Soundtrack für seine Erzählungen nutzt. Dem heisernen Bariton des Erik Schrody (so Everlasts bürgerlicher Name) vermag sich keiner zu entziehen und so brennt sich dieser im kollektiven Gedächtnis mit seinem Blues fest. Es braucht nicht viel für ein intimes Konzert. Nämlich einen Keyboarder und einen Mann an der Gitarre. Den Rapper sieht man ihm allerhöchstens am etwas weitgeschnittenen Kleidungsstil an. Everlast singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist und dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass er Zeilen wie “I Kill Anyone For You” von sich geben kann, ohne, dass jemand Angst vor ihm haben müsste. Der Künstler selbst wirkt in seiner spärlichen Instrumentalisierung sehr zufrieden und die Stimmung im Kofmehl ist nicht nur heiss, sondern kochend. So schweisstreibend, dass Everlast immer wieder seine Gitarre und sein Gesicht mit einem Tuch abwischen muss und man sich wünschte, der Gig hätte in einem kleinen, verrauchten Club stattgefunden und nicht im ausverkauften Kofmehl.

“Ich habe bei Shows immer auch ein paar akustische Nummern gespielt. Mit der Zeit wurden es immer mehr. Und viele gefielen mir so besser als in den ursprünglichen Rock-Arrangements, weil das die Form ist, in der ich sie schreibe.” So hat Everlast im Frühjahr die CD “Life Acoustic” veröffentlicht, die die Akustik-Versionen seiner bekanntesten Songs (inklusive des House-Of-Pain-Hits “Jump Around”) zusammenfasst. “Lieder und Texte zu schreiben ist mein Leben”, sagt er. “Dafür verehre ich Tom Waits und Bill Withers: Deren Songs sind ewig gültig. Der heutige Rap aber ist zu 90 Prozent Mist. Da gibt es keine Aussage mehr, die verkaufen den Kids doch nur mehr Mode oder – noch schlimmer – Drogen. Die Rapper von heute sind nur mehr Sklaven der grossen Konzerne, haben an nichts Interesse als an einem fetten Bankkonto.” Mit Songs wie “Black Jesus” hat Everlast selbst auch schon einige Songs geschrieben, die in ihrer Sozialkritik heute noch relevant sind. Was ihn inhaltlich aber nicht stört: “Wer sagt, dass wir uns als Gesellschaft weiterentwickeln müssen? Ich schreibe über die Natur der Menschen und die dreht sich wie alles in der Natur im Kreis. Es wird nie eine Zeit ohne Kriege, Korruption und Hunger geben – da habe ich keinerlei Illusionen. Halte ich das für falsch? Natürlich! Also werde ich nicht aufhören, über diese Dinge zu schreiben und aufzuschreien, wenn ich etwa finde, dass meine Regierung Scheisse baut.”

An Acoustic Evening With Everlast

Zwischen den Songs nimmt sich der New Yorker immer wieder Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen. Everlast hat in seinem Leben viel erlebt und er lässt seine Anhängerschaft gerne daran teilhaben. Erik Schrody nimmt kein Blatt vor den Mund. Seine Anhängerschaft bedankt sich wahlweise andächtig lauschend oder frenetisch jubelnd. Die Bodenständigkeit, die der Sänger ausstrahlt ist beeindruckend. Er widmet den Song “Stone in my Hand” den inhaftierten Frauen von “Pussy Riot” und wirkt sehr ehrlich dabei. Als bei der langsamen, akustischen Version des “House of Pain”-Klassikers “Jump Around” einige Zuschauer der lyrischen Aufforderung folgen, ist er sichtlich überrascht. “Ich dachte nicht, dass man zu dieser Version tatsächlich hüpfen kann”, sagt er. “Ihr habt mir das Gegenteil bewiesen.” Das Duo fährt so ziemlich alles auf, was der Everlast-Katalog zu bieten hat und bleiben dem Kofmehl keinen Hit schuldig. Von “Black Jesus” über “White Trash Beautiful” bis zu “What It’s Like” fehlte nichts. Leise und aufbrausende Passagen sowie das Spiel mit der Dynamik beherrschen Everlast und sein Keyboarder äusserst gut, dadurch wird die minimal instrumentalisierte Musik nie langweilig.

An Acoustic Evening With Everlast

Everlast sah auf dem Balkon das Transparent einer jungen Frau, auf dem stand “Please Play Maybe”. “Ich habe dein Schild gesehen”, sagt der stämmige Amerikaner und erfüllt ihren Wunsch, obwohl er den Song offensichtlich länger nicht mehr gespielt hatte, “Ich versuche mich gerade an den Song zu erinnern.” Los gehts mit viel Improvisation und kurzen Pausen, um nach den richtigen Akkorden zu suchen. “Sorry, aber ich glaube nicht, dass wir das Lied je live gespielt haben.” und als er sich vergriff, blickte er die junge Frau mit schuldbewusstem Hundeblick an und zuckte entschuldigend mit den Schultern. Das Publikum ist ausser sich. Besser kann ein Konzert wohl kaum laufen und das war der Moment des Abends und unterstrich die Authentizität des Mannes auf der Bühne. Der Amerikaner verfügt über eine Ausstrahlung, die dafür sorgt, dass die Menschen ihm aus der Hand fressen, was spätestens bei den nicht enden wollenden “NaNaNa”-Gesängen von “Put Your Lights On” gut zu sehen war. Everlast sorgte im Kofmehl für Gänsehaut und der Sound von ihm erzeugt stets Bilder im Kopf. Nach knapp eineinhalb Stunden ist endgültig Schluss, auch wenn viele noch hoffen, dass sich der “White Devil” noch einmal blicken lässt, doch daraus wurde nichts. Ein grossartiger Abend mit einem noch viel grossartigeren Künstler, bei dem man sich einzig der Performance entsprechend den Auftritt in einer kleinen Bar, mit viel weniger Leuten, bei Whiskey und Zigarre gewünscht hätte.

An Acoustic Evening With Everlast - Intim, authentisch und nachhaltig
9.1 Total
Nutzerwertung - (0 votes)
Wie bewertest Du?
Atmosphäre 10
Performance 10
Akustik 10
Sichtverhältnisse 9
Vor-Ort-Service 9
Sanitäre Einrichtungen 8
Parkplatzsituation 8
Atmosphäre 0
Performance 0
Akustik 0
Sichtverhältnisse 0
Vor-Ort-Service 0
Sanitäre Einrichtungen 0
Parkplatzsituation 0