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Nichts bleibt für die Ewigkeit: Campino & Co. sind längst nicht mehr die anarchischen Punks, die sie früher einmal waren. Die einst zügellose Band hat sich selbst immer mehr Regeln verpasst. Begann ein Konzert früher selten nüchtern, ist Alkohol vor dem Auftritt längst verpönt. Was den Erfolg gefährden könnte, wird verbannt und obwohl ihre aktuelle Tour etwas von Rückschau auf gute alte Zeiten hat und die Punk-Attitüde schon ein bisschen zweifelhaft wirkt, bleiben die Toten Hosen lebende Legenden. Nun sind die Toten Hosen auf Jubiläums-Tour mit Titeln aus drei Jahrzehnten Bandgeschichte wird das zahlreich erschienene Publikum in der St. Jakobshalle in Basel in den Bann gezogen. Nach dreissig Jahren Punk-Karriere spielten die Toten Hosen am Dienstag im Rahmen der “Der Krach der Republik – Tour” erstmals in Basel. Frontmann Campino trat zwei Stunden lang nicht auf die Bremse und fand sofort den Draht zum Publikum.

Zum bitteren Ende! - Die Toten Hosen: Der Krach der Republik Tour 2012

Als Support war die schwedische Alternative Rock-Band Royal Republic mit am Start. Sänger Adam Grahn, Gitarrist Hannes Irengard, Bassist Jonas Almén und Schlagzeuger Per Andreasson verfügen seit ihrem ersten Album “We Are The Royal” über eine beachtliche Fangemeinde und sind eine absolute Live-Band, zumindest schafften sie es mit ihrer punkigen Rockmusik die Hosen-Fans auf Betriebsemperatur zu bringen. Der Gig an sich war etwas kurz, aber so ist das halt, wenn man als Vorband auf de Bühne steht. Nachdem Royal Republic die Bühne geräumt hatten, folgte eine recht kurze Umbaupause, deren Verstreichen grafisch dargestellt wurde, indem das Reichsadlerskelett, welches an die Leinwand projiziert wurde, langsam nach unten verlief und nach gut 30 Minuten gingen dann endlich die Lichter aus und die Toten Hosen betraten die Bühne. Mit dem Intro “Drei Kreuze (dass wir hier sind)” und dem obligaten Aufzug der “Bis zum bittern Ende” Logos bis unter die Hallendecke, begann die Show der Düsseldorfer Helden.



Die St. Jakobshalle war restlos ausverkauft, als um neun Uhr die Ikonen des Deutschpunk die Bühne stürmten. Dreissig Jahre im Geschäft und k(l)ein bisschen müde, das bewiesen sie vom ersten Ton des Openers “Ballast der Republik”, dem Titelstück ihrer aktuellen CD. Das Logo dazu ist eine Mischung von Bundesadler und Hammer und Zirkel, dem Wappen des untergegangenen Arbeiter und Bauernstaates DDR. Treffender lässt sich die Rolle der Hosen in der Deutschen Musikgeschichte kaum versinnbildlichen. Bereits fünf Minuten nachdem die fünf Musiker die Bühne betraten, sangen rund 9000 in der ausverkauften Halle mit. Viele auf den vollen Sitzplatz Rängen nahmen ihre Plätze gar nie ein: Man sang, man gröhlte, man reckte die Arme, man stampfte. Nicht nur musikalisch war die Band in Topform, auch die gigantische Multimedia-Show auf den riesigen LED Screens im Rücken der Band sorgte für Hühnerhaut.



Es war eine knappe halbe Stunde nach Konzertbeginn, als Sänger Campino auch jene begrüsste, die zum ersten Mal ein Konzert der Toten Hosen besuchten. Viele können es nicht gewesen sein, denen diese Grussworte galten: Die Show der Düsseldorfer Punkrockband, die dieses Jahr ihr dreissigjähriges Bestehen feiert, war ein Heimspiel, ein Triumphzug. Campino und seine Kapelle schmissen für 9000 Fans, ach was, für 9000 Kumpels in der ausverkauften St. Jakobshalle die steilste Punk-Party des Jahres. Campino ist auch mit 50 noch ein begnadeter Entertainer. Ein energiegeladener Punk-Dirigent, der seine Menschenchöre mit dem kleinen Finger im Griff hat, der die ausgezehrte Meute in der ersten Reihe väterlich mit Getränken versorgt und sich selber das Wasser über den nackten Oberkörper kippt. So erlebte ich wie Campino in den Neunzigern auf dem Gurten die Querstrebe des Bühnenaufbaus erklomm und dabei noch sang. Ein anderes Mal verabschiedete sich die Band von der Bühne um etwa 10 Minuten später im Scheinwerferkegel eines ganz anderen Ortes der Halle wiederloszurocken, inmitten von Fanreihen. Und genau dies ist den Toten Hosen wichtig – Fannähe.



Ein bisschen verwundert hatte mich, dass man mit einem der besten Songs des neuen Albums begonnen hat – “Altes Fieber” – ein ganz starkes Stück, welches mir einfach aus dem Herzen spricht. Aber so ist es bei vielen Songs von den Toten Hosen, man erkennt sich wieder… Die erste grosse Überraschung kam für mich dann, als beim Cover von “Schrei nach Liebe”, welches im Original ja bekanntlicherweise von den ehemaligen Rivalen “Die Ärzte” stammt, aus der eigentlichen Textstelle “Zwischen Störkraft und den Onkelz steht ne Kuschelrock-LP” von Campino gesungen wurde “Zwischen Störkraft und Bushido”. Soviel ich weiss, singen die Ärzte den Song mittlerweile auch in diesem oder ähnlichem Wortlaut, jedenfalls fand ich es gut, dass man mit dieser Textzeile dem Song etwas Aktualität einhauchte anstatt sich immer noch auf die Vergangenheit der Frankfurter Onkelz zu stürzen.

Zum bitteren Ende! - Die Toten Hosen: Der Krach der Republik Tour 2012

Meister Campino und seine treuen Gesellen Breiti, Andi, Kuddel und Vom warfen diesen Abend mit Hits nur so um sich, “Liebeslied”, “Bonnie & Clyde” oder das von Hannes Wader gekaperte “Heute hier, morgen dort”, von “Alex”, “Alles aus Liebe” und “Tage wie diese” ganz zu schweigen. Mit “Hang on Sloopy”, “The Little Drummer Boy” und “You’ll Never Walk Alone” spielten die Hosen an diesem Abend auch noch so einige weitere Coverversionen. Vor der Bühne wurden Fackeln abgebrannt und immer wieder schwenkten viele die Fahne mit dem Bundesadlerskelett. Die Revoluzzer der achtziger Jahre, die unermüdlich gegen gesellschaftliche Konventionen und die rechte Gewalt angesungen haben, die in den Neunzigern zum musikalischen Allgemeingut mutierten sind heute aktueller denn je. Mal reinrassiger Punkrock, mal beschleunigter Hardrock, mal schroffer Sixties Beat, den die Band in die Halle hinauspowerte. Frontmann Campino beschränkte sich auf kurze Überleitungen und stimmliche und körperliche Verausgabung, der Rest der Band auf herrliches Hinrotzen der Songs und das Publikum erwies sich als durch und durch textsicher.



Campino tobt zwei Stunden über die Bühne als gäbe es kein morgen. Wo sich andere Bands mühsam drei Zugaben ableiern, hauten die Hosen drei satte Zugabenblöcke raus, die ein Drittel des Konzerts ausmachten. Selbst nachdem sie mit “Schönen Gruss, auf Wiederseh’n” eigentlich klar signalisiert hatten, dass es jetzt nichts mehr gibt, jubelt das Publikum unermüdlich weiter, bis sie für “Paradies” noch einmal wiederkommen. Dazu holt Campino einen zwölfjährigen Jungen auf die Bühne und lässt ihn mitsingen. Eben doch wie beim Familienkonzert. Wenn aber eine Band, die eine so klare Botschaft von Toleranz und Freiheit vertritt, zu einem Massenphänomen wird, kann man eigentlich nur dankbar sein, dass es läuft, wie es läuft. Glücklicherweise verzichten sie grösstenteils auf die Lieder, die mehr an Schlager als an Rockmusik erinnern, erst ganz am Ende, als schon fast die ganze Herrlichkeit vorbei ist, kommt dann doch noch das unsägliche “Zehn kleine Jägermeister” und wird frenetisch bejubelt.

Setlist:

  1. Ballast der Republik
  2. Altes Fieber
  3. Auswärtsspiel
  4. Du lebst nur einmal (vorher)
  5. Alles was war
  6. Madelaine (aus Lüdenscheid)
  7. Heute hier, morgen dort (Hannes Wader Cover)
  8. Hang On Sloopy (The McCoys Cover)
  9. Bonnie & Clyde
  10. Call Of The Wild
  11. Das ist der Moment
  12. Niemals einer Meinung
  13. Europa
  14. Pushed Again
  15. Schrei nach Liebe (Die Ärzte Cover)
  16. Liebeslied
  17. Steh auf, wenn du am Boden bist
  18. Alles wird vorübergehen
  19. Hier kommt Alex
  20. Wünsch DIR was
  21. Tage wie diese
  22. Encore:

  23. Draussen vor der Tür
  24. Schade, wie kann das passieren?
  25. Alles aus Liebe
  26. Freunde
  27. Encore 2:

  28. The Little Drummer Boy (The Von Trapp Family Singers Cover)
  29. Still, Still, Still
  30. All die ganzen Jahre
  31. Schönen Gruss, auf Wiederseh’n
  32. Encore 3:

  33. Paradies
  34. Zehn kleine Jägermeister
  35. You’ll Never Walk Alone (Gerry & The Pacemakers Cover)



All das bei einem Repertoire, das 15 Alben umfasst. Der Mix aus alten und neuen Liedern kam beim Publikum sehr gut an, der Auftritt an und für sich war ganz grosses Kino vom Anfang bis zum Schluss und bis und mit dem andächtig gefeierten Liverpool-Heiligtum “You’ll Never Walk Alone”. Die Setlist enthielt von echt alten zu ganz neuen sowie von wilden bis romantischen Songs einfach alles. Eine perfekte Mischung aus gutverdaulichem Stoff. Mögen die neuen Lieder etwas weicher, die Texte tiefgründiger und die Gitarrenriffs ein wenig vielfältiger geworden sein – auf der Bühne strahlen die Punkrocker pure Energie aus, spielen ihre Lieder wie üblich schneller als auf der Platte und Campino hetzt über die Bühne fast wie vor zehn, zwanzig Jahren, aber eben nur fast, denn mir sind Konzerte aus früheren Tagen in Erinnerung, bei denen Campino doch noch etwas mehr Power an den Tag legte. Ob dies am Alter liegt, oder daran, dass er durch den Tag bereits Wassertreten musste und an einem Knäckebrot-Test mitmachte, lass ich mal dahingestellt, schliesslich ist auch Campino keine Zwanzig mehr und dies tat dem Auftritt der Hosen keinerlei Abbruch. Nachfolgend ein kleiner Zusammenschnitt der gerade genannten Aktivitäten. An Tagen wie diesen… wenn sich eine der besten Livebands überhaupt zu einer intensiven und schweisstreibenden Party trifft… wünscht man sich Unendlichkeit.



Ob mit oder ohne Schminke im Gesicht, Marilyn Manson und Rob Zombie haben eines gemeinsam: Beide Herren provozieren gerne und reichlich. Jeder der beiden Namen für sich wecken bereits den Drang, mit Begriffen wie “Legende”, “Titan” oder “Superstar” um sich zu werfen. Der “König der Provokation” Manson und der “Meister des Horrors” Zombie haben sich zu einer gemeinsamen Welttournee des Schreckens zusammengetan. Mit vereinten Kräften touren sie als “Twins of Evil” durch Europa, machten dabei auch in Basel halt für ein Konzert und zogen ein recht kunterbuntes Publikum in die St. Jakobshalle. Nachdem ich Rob Zombie letztes Jahr in Lausanne in dem doch recht kleinen Laden “Les Docks” gesehen hatte, bekam ich nun endlich die Gelegenheit eine seiner grossen Shows erleben zu dürfen. Ich liebe Zombie wegen seiner Horror-Roots und seinem Hang zum Genre und zum Glück spielt Rob Zombie die Hauptrolle auf dieser “Twins of Evil Tour”!

Twins of Evil - Rob Zombie

Nachdem die Beiden ihre letzten Auftritte in der Romandie hatten – Rob Zombie letztes Jahr in Lausanne und Marilyn Manson am Festi Neuch in Neuenburg, kamen sie nun in die Deutschschweiz. Für mich ist Manson eine Art Weiterentwicklung von Alice Cooper. Marilyn perfektionierte vor einiger Zeit das, was Alice vorgelegt hat: Polarisieren mit Themen, welche viele Menschen schockieren, auch in Sachen Schminke, sprich der äusseren Erscheinung. Doch kann ein Künstler noch wirklich empören, der gut und gerne rauf und runter auf MTV gespielt wird? Meiner Meinung nach nicht. Um den früheren Schützling von “Nine Inch Nails”-Frontmann Trent Reznor wurde es in der vergangenen Zeit eh etwas ruhiger. Die letzten drei Alben konnten kommerziell nicht mehr an den Erfolg der Vorgänger anknüpfen.

Twins of Evil - Marilyn Manson

Nach einer etwas Verhaltenen Metal DJ Einlage als Vorprogramm, fällt der Vorhang und auf der Bühne steht – Marilyn Manson. Den Auftakt machen “Hey, cruel world” von der aktuellen Scheibe und der alte Klopfer “Disposable Teens”. Die Leute gehen gut mit, der Sound ist laut und drückend. “mOBSCENE” ist das erste Highlight der Show. Nach jedem Song wechselt Mr. Manson seine Garderobe, das Ganze ist selbstredend ziemlich bizarr und kaputt, aber macht auch unheimlich viel Spass. So gibt es neben einigen neuen Songs einen Mix seiner Hits, aus dem vor allem “Coma White” heraussticht, bei welchem von der Decke künstlicher Schnee fällt. “The Beautiful People” beendet nach einer Stunde mit Konfetti-Regen eine erstaunlich gute Show, Licht und Sound vom Feinsten und der Frontpsycho war, trotz vorangegangener Schlägerei in Zürich und lädiertem Ohr, scheinbar gut aufgelegt.



Seine Show hat mich dann auch insofern begeistert, dass alles perfekt inszeniert war. Das Bühnenbild wechselt ebenso oft, wie der Akteur seine Kleidung. Das Programm wirkt auf mich, als arbeite man ein Programm Punkt für Punkt ab. Ohne gross Emotionen zu zeigen oder in Kontakt zu treten mit den Augenzeugen der Show. Marilyn Manson hat mich gesanglich enttäuscht. Ich habe keine Höchstleistung erwartet, aber dass er so schlecht singt hätte ich nicht erwartet, er war wohl heiser oder sonst was und das im Ricola Land. Auffallend war aber das der Sound in der St. Jakobshalle wirklich verdammt gut war, bei Metal verschmilzt ja gerne auch mal alles zu einem dröhnenden Klangbrei, nicht so bei the Twins of Evil.

Twins of Evil - Marilyn Manson

Setlist:

  1. Intro: Suspiria
  2. Hey, Cruel World…
  3. Disposable Teens
  4. The Love Song
  5. No Reflection
  6. mOBSCENE
  7. The Dope Show
  8. Slo-Mo-Tion
  9. Rock Is Dead
  10. Personal Jesus (Depeche Mode Cover)
  11. Sweet Dreams (Are Made of This) (Eurythmics Cover)
  12. Coma White
  13. King Kill 33°
  14. Antichrist Superstar
  15. The Beautiful People

Twins of Evil - Rob Zombie

Dass die Umbauphase über 30 Minuten in Anspruch nam, kann man angesichts der ganzen Bühnenaufbauten gut nachvollziehen. In dieser Zeit verdeckt ein riesiger Vorhang die Bühne, den ein Schwarz-Weiss-Bild von King Kong ziert. Was auffällt ist, dass viele Menschen offensichtlich nur wegen Marilyn Manson anwesend sind und sich nach der Show zurückziehen und die vorderen Reihen verlassen. Für mich absolut unverständlich, denn der wahre König des Horrors kommt erst noch, aber umso besser für uns und einige andere Kenner, die somit bei Rob Zombie weiter nach vorne rutschen.

Um etwa 21:30 Uhr beginnt dann das Zombie-Intro. Ein riesiger Roboter steht auf der Bühne, der Bassist Piggy D und mit Drummer Ginger Fish und Gitarrist John5 stehen zudem zwei ehemalige Mitglieder von Marilyn Manson mit Rob Zombie auf der Bühne, kommt nach und nach die Band dazu und als die ersten Takte des Openers “Jesus Frankenstein” erklingen, öffnet sich der Roboter und Mr. Zombie Himself steigt heraus. Zu bestem Sound klettert er auf eines der zahlreichen Podeste und stimmt in den Song ein – auf seinem Kopf ein Zylinder, an seinem Arm die bereits bekannte mechanische Klaue, die er immer wieder Richtung Hallendecke reckt. All meine Hoffnungen, dass er den Abend rettet, lagen auf ihm. Und ich wurde nicht enttäuscht. Er tanzt über die Bühne, fundiert seine Show mit “Jesus Frankenstein” und holt das Publikum mit “Superbeast” ab. Schafft also nach zwei Songs das, was seinem Kollegen davor nicht mal bis zum Schluss wirklich gelungen ist.

Twins of Evil - Rob Zombie

Ich muss nochmals erwähnen, der Sound klingt dermassen gut, dass es wirklich richtig Laune macht. Die Riffs dröhnen in amtlicher Lautstärke aus der PA und dieses Mal hat der gute Rob seine komplette Show dabei (letztes Jahr in Lausanne gab es nur die abgespeckte Variante, da wohl kaum der Platz vorhanden gewesen wäre) und das bedeutet einen Haufen LED-Leinwände, Pyros, Konfetti, Feuersäulen und allerlei Roboter, Monster und Getier auf der Bühne. Die LED-Leinwände zeigen optisch hervorragend zu den jeweiligen Songs passende Sequenzen, dazu wirbelt der Oberzombie immer wieder wie ein Derwisch über die Bretter oder nimmt direkt Kontakt zu den ersten Reihen auf.

“Living dead girl” taucht schon relativ früh im Set auf, es folgt der alte White-Zombie-Klassiker “More human than human” – Hits am Fliessband also. Und zu jedem Song gibt es ein neues Gimmick – sei es ein Roboter oder ein überdimensionaler Teufel, der von der Bühne grüsst. Das Drum-Solo kommt bei diesem Sound richtig gut – die Doublebass wummert schön in der Magengegend. Bei “Mars needs Women” fährt Rob mit einem Monster Mondmobil auf der Bühne hin und her und bei “Sick Bubble-Gum” tanzen bunte grosse Ballons über die Zuschauerköpfe hinweg. Alles mit einem Augenzwinkern und nie ganz ernst gemeint. Zombie und John5 rockten die Bude und besonders Rob wirbelte von einer Seite zur anderen. Während eines Gitarren Solos macht er sogar einen Ausflug quer durch die Halle. Nach einem ausschweifenden Gitarren-Solo covert die Truppe noch “School’s out” von Alice Cooper, Robs grossem Vorbild und verabschiedet sich anschliessend von der Bühne. Die Fans erreichten mit langem und vor allem lauten “Zombie, Zombie!!” Rufen jedoch noch eine Zugabe. Doch nach “Dragula” war dann definitiv Schluss.



Nach etwas mehr als einer Stunde war also auch Zombie mit seinem Gig durch und ich um eine weitere grossartige Live-Erfahrung reicher! Rob Zombies Show war als ganzes gesehen verdammt grosses Kino, der Mann weiss wie man das Publikum bei Laune hält. Danke Rob, du hast mich einmal mehr echt überzeugt! Bleibt zu hoffen, dass Rob Zombie uns nun an alle 1 – 2 Jahre besucht! Das grösste Manko an dem Abend war allerdings, dass eigentlich beide Konzerte viel zu kurz waren. Denn bei den vielen Songs, die beide Band geschrieben haben, wären mehr als je knappe 80 Minuten angemessen gewesen. Aber das scheint bei amerikanischen Bands immer mehr Usus zu werden. Nichtsdestotrotz ein äusserst lohnenswerter, wenn auch kurzer Konzertabend.

Setlist:

  1. Intro: Sawdust In The Blood / Sinners Inc.
  2. Jesus Frankenstein
  3. Superbeast
  4. Meet the Creeper
  5. Living Dead Girl
  6. More Human Than Human (White Zombie Song)
  7. Theme for an Angry Red Planet
  8. Mars Needs Women
  9. Drum Solo

  10. Never Gonna Stop (The Red, Red Kroovy)
  11. Sick Bubble-Gum
  12. Scum of the Earth
  13. Lords of Salem
  14. Thunder Kiss ’65 (White Zombie Song)
  15. Guitar Solo

  16. School’s Out (Alice Cooper Cover)
  17. Zugabe:

  18. Dragula

Twins of Evil - Rob Zombie

Nach der Show in Basel gab es nur noch ein Konzert in Bologna, Italien und dann war die Tour, mit 33 Auftritten in 10 Ländern zu Ende, so wie auch dieser kleine Bericht und passend dazu, möchte ich mit dem Zitat zum Tour Ende der Band schliessen. Lets do this again soon!

So that’s all folks as a certain Porky Pig would say at the end of a certain series of famous cartoons. The Twins of Evil tour has come to a close. The tour gear is being packed, robots are going back to storage, tired and weary souls return to the comforts of their beds. 10 countries were visited with 33 shows played. Every city welcomed the show with raucous cheer and invigorating energy. Even when Rob apologized to the Birmingham UK crowd for his croaky voice, the crowd still bayed for Zombie and left the show with smiles from ear to ear.

Thank you to everyone that came out; to those who flew across countries, travelled for hundreds of miles on the road, came out night after night through snow storms and cold, wind and rain. To those who came not once nor twice but many many times, to the fans met on meet and greets, or who hung around before and after shows to say hi.

Thank you. Lets do this again soon!

  1. Eine wildfremde hübsche Frau auf der Strasse ansprechen
    Aber bitte nicht zu plump! Wenn ich da an gewisse Bekannte denke, brrrrr
  2. Die ganze Nacht durchmachen und sich den Sonnenaufgang anschauen
    Nur eine Nacht? Dürfen es auch drei nacheinander sein?
  3. Einen Baum pflanzen
    Und ihn Olf nennen? :)
  4. Die Bibel lesen
    Beide Testamente schon durch und wieder retour
  5. Ein Konzert der Lieblingsband besuchen
    Der Lieblingsband? Nur eine gibts nicht bei mir…
  6. Sex im Auto haben
    Da kann ich mir aber durchaus berauschendere Plätzchen vorstellen
  7. Ein Musikinstrument lernen
    Zählt Blockflöte auch? :)
  8. Sich krankschreiben lassen, obwohl man es nicht ist
    Sowas mach ich nicht, bringt eh nix…
  9. Eine Schneeballschlacht mitmachen
    Aber hallo? Gibts tatsächlich jemanden in unseren Breiten, der das nicht gemacht hat?
  10. Eine Frau küssen (Für Männer und Frauen ;) )
    Hab auch schon nen Mann geküsst, is aber gar nicht mein Ding…
  11. Eine Ohrfeige dafür kassieren
    Ne, nie ne Ohrfeige kassiert. Bin ein guter, um nicht zu sagen ein hervorragender Küsser ;)
  12. Paris besuchen
    Immer wieder gerne!
  13. Den Eiffelturm besteigen
    Also wenn man denn schon in Paris ist, ist das obligatorisch, sowie auch die Katakomben
  14. Spontan ins Ausland fliegen
    Ist jetzt die Frage, was man unter spontan versteht.
  15. Am Lagerfeuer Gitarre spielen und singen
    Schön falsch ist auch schön!
  16. Nachts Nacktbaden gehen
    …bei Vollmond!
  17. Seinen Computer sauber machen
    Was? Den muss man sauber machen? So findet man doch immer wieder was zu knabbern… böööörps
  18. “Ich liebe dich” sagen
    Natürlich!
  19. Bungeejumping
    Gääääääääääähn!
  20. Fallschirmspringen
    Das muss ich noch unbedingt machen, aber unbedingt!
  21. Surfen
    Internet zählt wohl nicht…
  22. Eine Woche auf Meer verbringen
    Was sehr schönes, darf auch gerne mehr sein :)
  23. Selbst ein Fisch fangen
    Und totschlagen, harharhar!
  24. Vorgeben, ein Superstar zu sein
    Nö, hab ich nie und werd ich nie. Hat genug Superstars oder solche die meine sie seien einer
  25. Japan besuchen
    Jepp und Australien, Neuseeland, Irland, Südamerika…
  26. Die Chinesische Mauer besuchen
    Ich würde lieber drüber fliegen…
  27. Einen Blumenstrauss verschicken
    Dazu gibt es doch immer wieder Gelegnheiten :)
  28. Ein Haus bauen
    Abreissen macht doch deutlich mehr Spass
  29. Sein eigenes Geschäft gründen
    Dass lass ich wohl lieber…
  30. Ein Kind bekommen
    Neee danke, nexter Punkt…
  31. Eine Schlägerei mitmachen
    Und auf keine Stolz! Schulbubenzeugs unter Männern!
  32. Einen Marathon mitlaufen
    Neeeeeee Freunde…
  33. Ein Buch schreiben
    Bin dran… ob das jemals was gscheites wird, wird sich zeigen…
  34. Beim Autofahren Oralverkehr
    Da kann ich mir durchaus besseres, “verbotenes” vorstellen, ach was heisst vorstellen…. ein Gentleman geniesst und schweigt!
  35. Ein altes Auto auf Vordermann bringen
    Lieber ein Motorrad…
  36. Über 200 km/h fahren
    Ready to take off?
  37. Einen Baum umarmen
    Olaf, mein Olaf
  38. Ein eigenes Gemälde malen
    Naja, Gemälde ist viellecht etwas übertrieben, reicht aber auch.
  39. Mit eigenen Händen Feuer machen
    Habe mich schon oft gewundert, dass man sowas NICHT kann.
  40. Eine ganze Serie ohne Pause bis zum Schluss gucken
    Is aber kaum noch wahr und ewig her, die heutigen Serien taugen ja nicht mehr wirklich
  41. Einen Berg besteigen
    Auch schon erledigt :)
  42. Heiraten
    Einmal und nie, nie, nie mehr wieder!
  43. Einen Drachen steigen lassen
    Klappt hier aber nur einmal so richtig für Stunden
  44. Einen Schneeengel machen
  45. Den Kölner Dom besuchen
    Nö, den brauch ich nicht wirklich.
  46. Mit Delfinen schwimmen
    Hätte beinahe geklappt, doch der Respekt vor dem kleinen Baby Delfin war grösser
  47. Nachts spazieren gehen
    Hahaha, ich als Nachtmensch, aber nicht doch…
  48. In einem Helikopter mitfliegen
    Und dann mit dem Fallschirm raus, yeah!
  49. Ein Picknick machen
    Da hab ich sogar nen Korb dazu gehabt
  50. 50 Dinge aufschreiben die man machen sollte
    Here we go…

Falls du Ergänzungen hast würde ich sie gerne in den Kommentaren lesen! Ansonsten schreib was du schon gemacht hast oder was du gerne machen würdest!

An der Seite von Tom Hanks (56) wurde Michael Clarke Duncan in “The Green Mile” zum Weltstar. Montag Morgen verstarb der Schauspieler im Alter von nur 54 Jahren.

Erst im Juli überlebte er dank der Rettungsmassnahmen seiner Verlobten Omarosa Manigault einen Herzinfarkt. Den Kampf um sein Leben hat er jetzt verloren. Laut den Informationen von tmz.com war seine Verlobte bei ihm im Krankenhaus. Omarosa soll das Zimmer für einen kurzen Augenblick verlassen haben, als sie zurückkam, war der Schauspieler tot.

Ein Sprecher des Darstellers bestätigte, dass sich Michael wohl nie so ganz von seinem Herzinfarkt im Juli erholt hatte. “Manigault ist dankbar für alle eure Gebete und wünscht sich Privatsphäre in dieser schweren Zeit”, so der Sprecher weiter über das Anliegen von Michaels Verlobten.

Duncans erster grosser Film war “Armageddon“ von Regisseur Michael Bay. Für seine Rolle im Film “The Green Mile“ von Frank Darabont erhielt er eine Oscar- und eine Golden-Globe-Nominierung. Überdies spielte er unter anderem in den Filmen “Planet der Affen“ und “Kung Fu Panda“ mit.

Der Hollywood-Regisseur Tony Scott, der unter anderem Actionstreifen wie “Staatsfeind Nr.1″ und “True Romance” drehte, dürfte den meisten Kinogängern aber als Regisseur des 80er-Jahre-Blockbusters “Top Gun” ein Begriff sein, ist tot. Am Sonntagnachmittag Ortszeit sei der gebürtige Brite in Los Angeles von einer Brücke gesprungen, wird berichtet. Neben seinem berühmten Bruder Ridley Scott hinterlässt Tony eine Frau und zwei junge Söhne.

Im Auto des 68-jährigen Briten wurde ein Abschiedsbrief gefunden, dessen Inhalt allerdings nicht bekannt ist. Nun suchen die Polizei, Feuerwehrleute und die Küstenwache von Los Angeles im Wasser nach der Leiche. Die “Los Angeles Times” berichtet, Scott habe sich in der Nähe von Los Angeles von einer Brücke gestürzt. Mehrere Augenzeugen sollen beobachtet haben, wie er in der Ortschaft San Pedro (Los Angeles County) bei der Vincent Thomas Bridge, einer Hängebrücke zwischen San Pedro und Terminal Island, ins Wasser sprang.

Tony war Mitte der Achtziger Jahre mit dem Actionfilm “Top Gun” weltweit bekannt geworden, in dem Tom Cruise einen Kampfjet-Piloten der US-Navy spielte. Später drehte er Blockbuster wie “Staatsfeind Nr.1″, “Beverly Hills Cop II” und «”True Romance”. Scott war in dritter Ehe mit der Schauspielerin Donna Wilson verheiratet. Sein älterer Bruder Ridley ist ebenfalls Regisseur. Er drehte unter anderem “Alien”, “Blade Runner” und «”Gladiator”. Gemeinsam produzierte sie auch TV-Serien wie “Numb3rs” oder “Die Säulen der Erde”.

Hach, “True Romance”, was hab ich diesen Film geliebt. In meiner persönlichen Rangliste steht “True Romance” ganz ganz weit oben! Hier stimmt einfach alles: Durch die Bank weg gute Darstellerleistungen, Story die abgedrehter nicht sein könnte, zeitlose Sprüche und gnadenlose Selbstironie, machten den Film für mich zu einer absoluten Trash Perle. Tony Scott (Regie) und Quentin Tarantino (Story), dazu ein überwältigender Christopher Walken, was will man mehr? Dieser Film besitzt alles, was einen ganz grossen Film ausmacht. Er ist einerseits spannend und fesselnd, andrerseits kommt er aber immer mit viel Witz in den Dialogen daher, wobei auf Macho-Sprüche oder peinliche Szenen gänzlich verzichtet wird. Ein Meisterwerk! Wer kann sich nicht an die Sizilianer Szene mit Dennis Hopper aus dem Film erinnern (falls dies doch tatsächlich der Fall sein sollte, nachfolgend der Clip)? Einfach nur grossartig! Und nun ist der Mann, der solch geniale Arbeiten ablieferte, freiwillig aus dem Leben geschieden? Sehr schade! Tony, was war den los..?

Die erste Ausgabe in Jonschwil versank im Schlamm, die zweite in Basel brach Veranstalter Free and Virgin das Genick. Das Sonisphere Festival stand bisher unter einem schlechten Stern. Letzten Mittwoch folgte der dritte Anlauf in neuer Umgebung und mit neuem Veranstalter. 32’000 Metalheads – mehr als erwartet – strömten auf das Gelände Parc Rives Du Lac in Yverdon-Les-Bains am Neuenburgersee mit den Headlinern Motörhead, Slayer und Metallica. Der Neustart ist geglückt, ist jedoch weit weg von perfekt. Der Sound war, wenn er denn kam – bei Mastodon lief zum Beispiel die PA die halbe Zeit nicht und fiel immer wieder aus – doch erstaunlich gut. Der Golden Circle war zu gross ausgelegt und man musste wieder einmal, Jonschwil lässt grüssen, über 30 Minuten für Getränke anstehen. Nichts desto trotz war mein Eindruck dass dies das beste Sonisphere Festival bis jetzt war, das sonnige Wetter und die geniale Location machten so einiges wett.

Rund 32’000 Musikfans haben Metallica auf das ehemalige Expo.02 Gelände in Yverdon-les-Bains, welches selbst 28’000 Einwohner hat, gelockt, wo am Mittwoch die dritte Ausgabe des Sonisphere Festivals über die Bühne ging. Dies war das erste Mal, dass in dieser Stadt ein Festival in dieser Grössenordnung organisiert wurde. Das Festival begann um 15 Uhr bei schönstem Wetter, die Atmosphäre war ok und die Dezibel hoch, so hoch, dass die Konzerte bis ins 13 km entfernte Cheyres (FR) zu hören waren. Rund 1’200 Helfer waren am Gelingen des Festivals beteiligt, die Montage dauerte eine Woche und es hatte rund 50 Imbissbuden, 5.5 km Barrieren und 300 mobile Toiletten. Lustigerweise war keine Bar im Golden-Circle-Bereich aufgestellt, was mir jedoch ziemlich egal war, da ich eh nicht zu den Weichspülmetalern mit zu viel Kohle im Sack gehöre, doch organisatorisch hätte dies sicherlich besser gelöst werden können, aber so musste halt the Rich-People zum Fussvolk Getränke holen, was die Wartezeiten nicht gerade verkürzte.



Mit den Headlinern Metallica, Motörhead und Slayer konnte wahrhaftig geballte Metal-Macht präsentiert werden. Eluveitie, Gojira und Mastodon waren ebenfalls mit von der Partie, die Drei mussten aber quasi in den sauren Apfel beissen und dem sonnengeschwängerten Publikum – nachmittags bei 30 Grad – ihre Musik schmackhaft machen. Bei Eluveitie war leider noch komplett tote Hose, was vielleicht aber am Sound lag, der vermutlich im Vergleich zum restlichen Programm etwas aus dem Rahmen fiel und so nicht den Erwartungen der Besucher entsprochen hat und die Band bereits eine halbe Stunde nach Türöffnung spielen musste. Doch auch Gojira mussten das Publikum daran erinnern, dass dies ne Metalshow war und forderte zu Pits auf, welche aber nicht stattfanden. Und so konnten erst Mastodon, sie boten vor allem ihr neustes Album “The Hunter” feil, für gute Stimmung sorgen. Leider stieg während 45 Minuten ohne zu übertrieben 15 mal der Sound aus und dies war wirklich unterstes Niveau, da kann ich nur ein grosses Lob an Mastodon ausprechen, welche sich davon nicht beirren liessen und immer wieder souverän und ohne mit der Wimpern zu zucken weiter machten.

Die anschliessend auftretenden lebenden Legenden, Slayer, hatten zwar keine Ungereimtheiten mit der Technik, irgendwie aber erweckten sie den Eindruck, Probleme mit dem Bewegungsapparat zu haben. Ähnlich dynamisch wie eine Terrakotta-Armee spulten sie ihre Setlist ab. Vielleicht lag dies aber auch am Publikum und Slayer liessen sich von der bewegungslosen Menge anstecken – oder es war schlicht das Alter, denn Tom wirkte in meinen Augen optisch als nicht mehr ganz der Frischeste. Slayer bestachen mit ihrem kompromisslosen, rasend schnellen und knüppelharten Sound. In dieser unglaublichen Präzision konnte das von Slayer aber nicht unbedingt erwartet werden, denn Gitarrist Jeff Hannemann hat sich immer noch nicht von seiner Spinnenbiss-Infektion erholt und musste durch Gary Holt ersetzt werden. Ein paar Moshpits gab es aber dennoch, zwar nicht direkt vor der Bühne (Golden Circle Problem), aber beim Fussvolk ging es doch ab, obwohl diese Pits grösstenteils mehr wie Kindergeburtstag wirkten.



Motörhead zeigte sich wiederum von ihrer schmutzig guten Seite und versprühten niemals Langweile. Doch auch hier fehlte die Stimmung direkt vor der Bühne und Lemmy stand oft fraglos da und wartete auf Reaktionen seitens des Publikums, wenn er einen Song ankündigte. Neues war von den Altmeistern der harten Töne freilich aber nicht zu hören. Kult-Rocker Lemmy Kilmister bot seinen gewohnten, schnörkellosen, ehrlichen Rock. Zeitgleich zog sich die Sonne zurück und übergab ihren Platz der passenden Abenddämmerung. Je mehr Zeit verstrich und je dunkler es wurde, desto mehr suchten ihren Platz mit direkter Sicht zur Bühne. Die gesamte Fanschar wartete auf Metallica und erwartete ein schwarzes Spektakel. Übrigens erstaunt es mich nicht, dass Free and Virgin beim Sonisphere Basel Konkurs gegangen ist, wenn ich an die Schlangensteherei in Yverdon denke und wie viel Umsatz in Yverdon durch das Warten verloren ging, kann ich nur sagen: Schade, Schade, Schade.

Äusserst pünktlich und voller Spielfreude trumpften Metallica auf, jedes songtechnische Register wurde gezogen. Die Kalifornier spielten das “Black Album” – ihr legendäres Meilenstein-Werk von 1991 – in voller Länge. Doch das Album einfach nur von Song 1 bis 12 runterzunudeln, das wäre für die Metal-Heroen zu einfach, stattdessen drehten Metallica die Reihenfolge der Songs um und starteten mit “The Struggle Within”, dem eigentlichen Abschlusssong des Albums. Die zwölf Songs der Scheibe gelten heute als Hymnen der Rockmusik. Wie sehr, das zeigte sich am Sonisphere-Festival, als tausende Fans in den Gesang von Frontmann James Hetfield einstimmten oder den Takt von Schlagzeuger Lars Ulrich mitklatschten. Und zwar nicht nur bei der radiotauglichen Ballade “Nothing Else Matters”, sondern bei fast jedem einzelnen Song. Metallica überzeugte, bis auf Kirk Hammett, den dieser versemmelte jeweils laufend einfachste Passagen.



Erfreulich war bei Metallica, dass die musikalische Verirrung mit Lulu und der verunglückten Zusammenarbeit mit Lou Reed schadlos überstanden und mit der Interpretationen des “Black Album” zwar nichts Neues geboten wurde, doch signalisierten die Jungs mit ihrem langen, beherzten Auftritt, dass sie immer noch die Alten sind. “Blackened” liess bei jedem kleinen Pyromanen das Herz aufgehen mit grossen Flammen-Säulen und “One” überzeugte mit oberfetten Lasern. Das “Black Album” war aus meiner Sicht etwas langfädig und für mich vor Jahren der Tod der Band, doch man wird älter und so kam der Sound insgesamt sehr gut rüber und zu (meinem) Glück bleib es nicht bei den Songs aus diesem Album, sondern es wurde dem geneigten Fan auch älter Kost geboten.

Insgesamt war es ein geiler, entspannender Event in stimmiger Umgebung. Das Sonisphere in Yverdon stand unter dem Zeichen von Mässigung: weniger Bands, weniger Zuschauer, weniger Gigantomanie, weniger Gedränge bei gleichbleibender musikalischer Qualität. Die Bandwechsel verliefen reibungslos und der Sound war von erstaunlicher Transparenz und kam echt fett rüber. Ärgerlich war nur das Gedränge vor den Bierständen und vermutlich für die Bands der viel zu gross angelegte Golden Circle Bereich for the Rich-People, die sich zu fein oder zu faul waren, ihren Arsch zu bewegen. Hauptsache, man geht danach an den Merch-Stand, kauft ein teures Shirt und lässt dann den grossen Fan raushängen. Und dass sich die Golden Circler zu schade waren Begeisterung zu zeigen, war ja eigentlich mehr als absehbar und folglich habe ich dafür keinerlei Mitleid – ausser den Bands gegenüber. Nichts desto trotz, Metallica, Motörhead, Slayer, Mastodon, Gojira und Eluveitie waren einfach Klasse. Offensichtlich braucht es die Romandie um ein gelungenes Festival hinzubekommen. Wirklich tolle Location und wohl das beste Sonisphere bis jetzt…



Vom 27. Juli bis 12. August finden in London die Olympischen Sommerspiele statt. Ob Sprinter, Velofahrer oder Schwimmer: Wer bei den Olympischen Spielen London 2012 schnell unterwegs sein will, setzt auf möglichst haarfrei, weil dadurch der Widerstand sinkt. Jeder will im Wettkampf sein Bestes geben und möglichst eine Medaille gewinnen. Die Firma Braun nimmt das zum Anlass, bereits jetzt eine sportliche Sonderedition ihres “Series 3 350CC”-Rasierers zu lancieren. Diese beinhaltet nicht nur eine entsprechend athletische Verpackung, sondern auch ein Etui aus echtem Leder.

Die Rasur kann für einen Mann ein tägliches Ritual oder ein tägliches Ärgernis darstellen, entscheiden tut dies meistens der Rasierer, der verwendet wird. Als überzeugter Nassrasierer habe ich den Braun Series 3 350CC getestet und hier ist nun mein Testbericht. Der Rasierer ist extrem handlich und wirklich leise. Die Rasur ist sehr schonend und gründlich. Hautreizungen habe ich im Verlauf der vergangenen Wochen nicht erleiden müssen. Somit bin ich mit der Handhabung und dem Komfort dieses Rasierers schon mal zufrieden. Was mir besonders wichtig bei einem Rasierer ist, ist einerseits eine konstant gute Rasierleistung und andererseits die Akkuladezeit, da ich häufig vergesse das Gerät zum Aufladen einzusteckern.

Beides stimmt beim Braun Series 3 350CC absolut. Mit dem Triple Action Free Float System, also einem System, in dem im Rasierer drei unabhängig voneinander agierende Klingen innerhalb des Scherkopfes mehr Haare in einem Rasierzug erfassen können, fällt die Rasierzeit wesentlich kürzer aus als vermutet, denn es werden deutlich weniger Züge zur Rasur benötigt. Das Ladeverhalten des Braun Series 3 350CC ist des Weiteren auch mehr als positiv zu betrachten, denn um 45 Minuten durchgehend rasieren zu können, braucht der Braun Series 3 350CC lediglich eine Stunde Ladezeit.

Der Rasierer gibt über LED’s Auskunft über den Ladestand, die nächste Reinigung und sogar wann man am Besten das Schersystem wechseln sollte. Und wenn man auf Reisen ist, wo man logischerweise die Reinigungsstation nicht dabei hat, kann der Rasierer unter fliessend Wasser gereinigt werden. Der im Braun Series 3 350CC integrierte Langhaarschneider stellte sich auch als positiv heraus, dieser ist ideal um Koteletten zu kürzen oder stehen gebliebene Haare zu entfernen. Lediglich im Kinnbereich kann der Langhaarschneider des Braun Series 3 350CC Schwächen zeigen.

Das Reinigungssystem erscheint auf den ersten Blick etwas sperrig und die Kartuschen hochpreisig. Dabei erfolgt die Reinigung im Gerät automatisch, kaum wird der Rasierer in die Halterung eingesetzt und der Knopf auf der Oberseite gedrückt, erfolgt die gesamte Reinigung ohne ein Eingreifen. Der Rasierkopf wird gespült, dabei läuft sporadisch auch der Rasierer. Alles gesteuert durch den Reinigungssatz. Da die Stoppeln aus der Rasur leicht ausgeklopft werden können, beschränke ich die Reinigungsvorgänge auf die notwendigen Ladezyklen, so dass sich der Verbrauch an Reinigungsflüssigkeit in Grenzen hält. Es sei denn die Kontrollleuchte für den Reinigungsvorgang leuchtet auf. An der Front des Rasierapparates befinden sich drei Leichtdioden, die den Ladezustand im normalen Gebrauch, eine Ladekontrolle und eben die Notwendigkeit der Reinigung des Apparates anzeigen. Ein Reinigungsvorgang dauert zusammen mit der Trocknung des Kopfes ungefähr 4 Stunden.

Vorteile:

  • Ergonomische Form
  • Integrierte Reinigungsfunktion
  • Reinigungskartuschen einfach zu wechseln
  • Scherkopf kann leicht gewechselt werden
  • Optimal angepasste Ladefunktion
  • Hervorragendes Rasierergebnis
  • Umfangreiches Zubehör
  • Integrierter Landhaarschneider

Nachteile:

  • Langhaarschneider kann im Kinn- und Halsbereich schwächeln
  • Reinigungsvorgang kann Reste der Flüssigkeit am Scherkopf hinterlassen

Fazit: Durch seine durchdachte Form und Funktionen kann der Braun Series 3 350CC bei mir persönlich punkten. Dieser Herrenrasierer überzeugt durch seine einfache Reinigung, seine hervorragenden Ergebnisse als auch durch die kurze Ladezeit. Natürlich besiegt der Braun Series 3 350CC nicht alle Schwächen des Rasierer-Genres, dennoch kommt er dem Optimum schon sehr nahe. Wer einen guten und wirklich leisen Rasierer sucht, der leicht zu reinigen ist und bei Bedarf innerhalb von 5 Minuten aufgeladen werden kann, sollte sich näher mit dem Braun Series 3 beschäftigen. Ansonsten ist mir lediglich aufgefallen, dass der Braun Series 3 350CC etwas Schwierigkeiten mit einem Dreitagebart in den Regionen Kinn und Hals haben kann. An diesen Stellen muss dann zwei bis drei Mal nachrasiert werden, dies empfand ich jedoch als wenig negativ, da dieses Problem im Rasierer-Genre weit verbreitet ist.

Eins sei gleich vorweg genommen, der Braun CruZer Beard & Head kann was. Bart- und Haarschneider, separat und kombiniert, netzabhängig und akkubetrieben, sowohl billig als auch aus dem mittleren Preissegment habe ich im Laufe meines nun bald zweieinhalb Jahrzehnte währenden Bartwuchses reichlich ausprobiert. So richtig rundum zufrieden war ich bislang mit keinem Einzigen. Andere haben zwar einen ausreichenden Wirkungskreis, schneiden aber unsauber oder haben einen Aufsatz, der nicht richtig einrastet und beim geringsten Druck zurückrutscht und erstmal eine Schneise in die Matte fräst. Das Gerät von Braun hingegen ist solide und wertig verarbeitet und die Aufsätze arretieren fest in der gewählten Schnittlänge ein, lassen sich aber durch leichten seitlichen Druck von Daumen und Zeigefinger problemlos verstellen und austauschen. Das Rasierergebnis ist beim Bart tadellos, beim Kopfhaar kann es insbesondere bei sehr feinem Haar passieren, dass das eine oder andere vor der herannahenden Klinge in Deckung geht und sich erst wieder aufrichtet, wenn die Gefahr vorbei ist. Aber beim zweiten, spätestens dritten Versuch ist dann auch der letzte Drückeberger machtlos.

Doch eine Frage sei mir vorweg erlaubt, warum kann ein solches Gerät nicht einfach Bart- und Haarschneider heissen, sondern Neu-Denglisch “beard & head cruZer”? Wahrscheinlich sträubts dem nativen Speaker beim Anblick dieser Bezeichnung automatisch Bart- und Kopfhaare, was dann die anschliessende Prozedur wenigstens erleichtert.

Bisher habe ich mir in ca. 5 Jahren 3 x neue Billighaarschneider gekauft. Nach kurzer Zeit waren sie immer defekt, etwas ist abgebrochen oder riss fürchterlich an den Haaren. Nicht so der Braun CruZer Beard & Head. Der Cruzer war relativ schnell aufgeladen und funktionsfähig. Ein blinkendes Lämpchen zeigt an, ob noch geladen wird oder ob vollständig geladen wurde. Ich fing sofort an zu rasieren und musste feststellen, dass das Gerät sehr präzise arbeitet und zudem erstaunlich leise ist! Andere Geräte klingen teilweise wie Rasenmäher, nicht so der CruZer von Braun. Da das Gehäuse nicht aus Plastik, sondern Hartgummi ist, bleiben die Haare zunächst etwas am Gerät kleben. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber man kann es nach Gebrauch problemlos abwaschen. Ebenso kann man die Schneidklinge oben aufklappen, sowohl zum waschen unter laufendem Wasser, als auch natürlich zum reinigen mit der mitgelieferten Bürste. Nach mehrmaligem Gebrauch sollte man die Klingen mit dem mitgelieferten Leichtöl reinigen, dass ist bei diesen Geräten ja Standard und üblich.

Mit den Clips kann von 1 bis 20 mm alle möglichen Längen fast stufenlos eingestellt werden. Die Aufsätze sind stramm fixiert und verrutschen nicht. Die Schneidequalität ist hervorragend, den Bart kann man so schnell und gründlich, bis direkt unter die Nase stutzen, ohne das Haare stehen blieben. Der Trimmer leistet ebenfalls saubere Arbeit an Koteletten und sonstigen Stellen, die ein Feintunig benötigen, und lässt sich ohne Verrenkungen ein- und ausfahren. Zu jedem Gerät werden zwei Aufsätze mitgeliefert, mit denen man die verschiedenen Schneidelängen einstellen kann. Der eine Aufsatz ist eher für den Bart gedacht, der andere für die Haare auf dem Kopf. Das mitgelieferte Stromkabel hat eine sehr lang dehnbare Schnur, was durchaus auch von Vorteil ist. Aber Vorsicht Freunde: Beim Abwaschen der Klinge sollte man das Gerät besser vom Strom nehmen. Das Gerät liegt insgesamt gut und angenehm in der Hand. Die Akkukapazität habe ich nicht mit der Stoppuhr kontrolliert, entspricht aber in etwa den Herstellerangaben. CruZer, Ladekabel, Aufsätze und übriges Zubehör passen etwas knapp, aber komplett in die mitgelieferte Reisetasche.

Der Akku hält nach vollständigem Aufladen wirklich sehr lange und am meisten beeindruckt mich, dass das Gerät wirklich Power hat, sehr gründlich ist und dabei sehr sehr leise bleibt! Insgesamt ein sehr gut für Verarbeitung und Technik, ebenfalls ein sehr gut für das Rasierergebnis beim Bart und ein gut für die Kurzhaarfrisur. Das Preis/Leistungsverhältnis erhält ebenfalls ein gut und bei regelmässiger Anwendung sollten sich nach einigen Monaten die Anschaffungskosten durch eingesparte Friseurbesuche amortisiert haben. Der mitgelieferte Reisebeutel gefällt auch gut. Hier lässt sich alles ordentlich verstauen und ist auf Reisen immer zur Hand und schnell eingepackt.

Der Braun CruZer Beard & Head ist ein sehr überzeugender, handlicher und leiser Haarschneider mit Trimmerfunktion. Die Verarbeitung ist qualitativ hochwertig. Das Styling ist sehr zurückgenommen und farblich wenig verspielt. Er punktet vor allem durch das sehr präzise Trimmen und Stylen problematischer Bartpartien. Der Haarschneider kürzt das Haar schnell, wobei das übliche Problem der verbleibenden Haarreste in den Schneidaufsätzen auch bei dem Braun keine Ausnahme bildet. Dieses Problem lässt sich aber durch die unkomplizierte und schnelle Reinigung beheben. Ich habe Freude an meinem neunen Braun CruZer Bear & Head und würde ihn nicht wieder hergeben! Einzig hätte ich mir anstelle von NiMH- Lithium-Ionen-Akkus gewünscht. Dann wäre der Apparat aber wohl erheblich teurer geworden. Bartstyling kann wirklich Spass machen, wenn das Ergebnis entsprechend ist. Bei diesem Haarschneider kann man nicht viel verkehrt machen. Real Beard shaper – Not for Kids.



Beim Inhalt der Verpackung wurde nicht gespart. Es ist alles Notwendige vorhanden:

  • Haarschneider + Aufsätze für unterschiedliche Haarlängen
  • kleine Flasche Öl zum Schmieren des Schneidemechanismus
  • Pinsel zum Reinigen des Haarschneiders
  • kleine schöne, schwarze, schlichte Tasche in die alles hineinpasst
  • bebilderte Anleitung

Handhabung:

  • Die Benutzung des Haarschneiders ist einfach und selbsterklärend
  • Akku hält lange. Nach ca. 40 min Betrieb ist der Akku noch nicht leer
  • Reinigung mit Wasser möglich. Dadurch sehr schnell zu reinigen
  • Normale Haare lassen sich sehr gut und schnell entfernen
  • Dünnere Härchen werden nicht so gut entfernt
  • Bart stutzen und Konturen schneiden funktioniert durch die Zusatzfunktion sehr gut

Vorteile:

  • Akkuladung hält ausreichend lange
  • Lieferumfang
  • Reinigen sehr schnell und einfach
  • Zusatzfunktion für die Gesichtsrasur
  • gutes Schneideergebnis bei dicken und normalen Haaren

Nachteil:

  • Schneideergebnis bei dünnen Haaren nicht ausreichend

Freunde der Gruft, atmet tief durch, die letzte Minute des Jahres ist angebrochen und 2012 steht vor der Tür! Hope 2012 is your year! Meines ists mit Bestimmtheit, den einmal mehr steht die Apokalypse vor der Tür und nachdem es die letzten Jahre nicht geklappt hat, sehe ich mit Zuversicht ins neue Jahr, alle Propheten können nicht falsch liegen… so hoff ich doch zumindest. Aber auch Ihr wisst, Hoffnung ist der lange Weg zur Verzweiflung :)

Wie auch immer, ich werde sicherlich weiter Bloggen und dies mindestens bis zum 21.12.2012! Und sollten mir Naturkatastrophen, die Revolution oder Skynet es erlauben, auch weiter, stay tuned! Also Freunde, lasst es Krachen bis die Apokalypse kommt. Ich tues… and stay brutal and rock on! Bleibt sauber und tut nichts, was ich nicht auch tun würde ;)

Freunde, es ist kaum zu glauben, aber schon wieder ist ein Jahr vorbei! Selbstverständlich werde ich auch weiterhin feste über die Festzeit bloggen, aber der eine oder andere hochverehrte Leser verbringt die Tage vielleicht fern der technischen Errungenschaften der modernen Gesellschaft und daher will ich es nicht missen, Euch allen aus der Gruft:

zu wünschen! Falls Euch die Tage die ewiggleichen Weihnachtlieder etwas auf den Sack die Nerven gehen, bietet euch DRC – Dravens Radio from the Crypt zu Weihnachten ein ganz spezielles Programm mit viel Punk, Rock und selbstverständlich jede Menge Metal und dies mit Bands wie Twisted Sister, AC/DC, Barbed Wire, Guns and Roses, Eisenpimmel, DIO, L.A. Guns, Lynyrd Skynyrd, Billy Idol, Monster Magnet, Müllstation, The Ramones, Children of Bodom, Pretty Maids, Kuschelweich, Venom, King Diamond, Spinal Tap, Halford, Slade, Die Roten Rosen, Johnny Cash und vielen anderen mehr! Das Xmas Special aus der Gruft wird zu folgenden Zeiten gesendet:

Montag bis Freitag 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Montag bis Donnerstag 18:00 Uhr bis 0:00 Uhr
Freitag 18:00 Uhr bis 7:00 Uhr
Samstag 15:00 Uhr bis 7:00 Uhr
Sonntag 15:00 Uhr bis 0:00 Uhr

Bis bald Freunde, auf dass wir uns in alter Frische in Bälde wiedersehen! Stay brutal und tut nichts, was ich nicht auch tun würde :)

Wer am letzten Montag, den 21. November, ins Zürcher Volkshaus pilgerte, tat dies aus gutem Grund: “Machine Head”, die äusserst erfolgreiche Trash Metal Band aus den Oakland USA beglückte die Schweiz mit “The Eighth Plague” Tour. Als Support traten drei Bands auf die Bühne, “Bring me the Horizon”, “Devil Driver” und “Darkest Hour”, welche den Abend mit astreinem Metal eingeleitet haben und ein Konzert von Machine Head ist alles andere als ein vergnügliches Picknick. Die Musik ist gewaltig, fräst sich ohne Umwege direkt in die Gehörgänge und lässt die Nackenmuskeln so richtig zucken. Ein grossartiger Abend, der (fast) alle Erwartungen erfüllte…

Machine Head kann bereits auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken. Nach der Gründung im Jahre 1992 stieg die Gruppe immer weiter auf den Rock-Olymp. Im September dieses Jahres veröffentlichten die Amerikaner ihr siebtes Studioalbum “Unto The Lucost”, das, wie ich finde, Album des Jahres! Der Sound von Machine Head wird dominiert durch einen äusserst rohen und schreienden Gesang und die Gitarre übernimmt klar die Führung in den Arrangements, während das Tempo innerhalb der Songs oftmals wechselt. Dadurch entsteht eine nachdenkliche, gar melancholische Atmosphäre in den Songs, welche wohl durch keine andere Metal Band so überzeugend rübergebracht werden kann, wie durch Robb Flynn und seinen Mannen.

Der Abend ging los mit “Darkest Hour”, die das noch halb leere Volkshaus schon mal auf einen langen Metal-und-Bier-Abend einstimmten und allenfalls verstopfte Gehörgänge schon mal mit ordentlicher Lautstärke durchputzten. So starteten die Amerikaner ihr 30 minütiges Set, das viele Nummern vom neuesten Album enthielt. Für mich war es das erste Mal, dass ich Darkest Hour gesehen habe, aber ich war sehr positiv überrascht und dem Publikum schien es auch zu gefallen, obwohl dieses noch im Leerlauf unterwegs war. Bis auf vereinzelte kleinere Circle-Pits und ein paar Fäuste in der Luft war nicht sehr viel Bewegung zu sehen. Sänger John Blakemore Henry wählte sich bei einigen Songs einen Circle-Pit-Beauftragten aus, der die Menge ins Schwitzen bringen sollte, was trotz der wenig anwesenden Hörer klappte. Darkest Hour zeigten eine grosse Spielfreude und vermochten mit ihrem halbstündigen Auftritt absolut zu überzeugen.



“Devil Driver” kamen nach kurzer Umbaupause und langem Soundcheck auf die Bühne, um mit den ersten 120 Sekunden ihres Sets zu zeigen, warum viele Leute Metal als Lärm und Krach betrachten. Ich selbst kenne jedes Album der Band, doch selbst mit diesen Kenntnissen konnte ich mit dem Lärm, der da von der Bühne kam, nichts anfangen, Songstruktur liess sich leider gar keine erkennen. Sehr, sehr schade, aber wie mir schon oft und auch an diesem Abend gesagt wurde, ist jeder “Devil Driver” Auftritt so beschissen abgemischt. Nach ein, zwei Songs wurde das zwar zum Glück etwas besser, doch auch hier gab es Momente, die nicht mal mehr für Eingeweihte spannend waren. Der Band macht zwar niemand was vor, wenn es um Show und Einsatzfreude geht, aber musikalisch war es zu meinem allergrössten Bedauern allerhöchstens Ausschuss. Im Moshpit konnte man trotzdem seinen Spass haben und dennoch hinterliessen “Devil Driver” einen zwiespältigen Eindruck: Eine Band, die für Entertainment sorgt, grossartige Alben rausbringt aber gleichzeitig auch extrem nervig sein kann, da man Live den Sound nicht wirklich geniessen kann. Hier gehört schlicht und ergreifend der Ton Techniker der Band gefeuert und zwar in hohem Bogen! Das Devildriver trotzdem ein zu heizen vermochte, lag vorallem an einem ruhelosen Dez Fafara, der die Leute immer wieder zur Bewegung animierte und das nun gut gefüllte Volkshaus mit Songs wie “Dead to Rights”, “You Make Me Sick” oder “Head On To Heartache” in Fahrt brachte.

Danach ging es Drunter und Drüber im Volkshaus. Vier Bands, drei Drumkits, “Bring me the Horizon” hatten ihr eigenes mit, was die Pause nach Devildriver in die Länge zog. Die wohl musikalisch am wenigsten ins Tour-Line-Up passende Band, war an der Reihe. Angesichts einiger Fans mit BMTH-Shirts konnte man eine sehr motiviert zu Werke gehende Band sehen. Die Briten sind wohl einer der kontroversesten Bands der Szene. Es ist wohl reine Geschmackssache ob man das Studiomaterial mag, wo die Songs doch ganz anders wirken. Live konnte ich der Performance leider nichts positives abgewinnen. Die Stimme von Sykes ähnelte eher einem Krächzen, die Gitarristen hüpften klischeehaft bei den Breakdowns auf und ab und anstelle von BMTH hätte sich für die Tour auch was passenderes finden können. Die Fans der Band schienen nur aus Teenies und Möchtegern-Kickboxern zu bestehen, immerhin gab es zwischen den Songs kein Teeniegekreische zu hören und so konnte man diese 45 Minuten besser nutzen und seinen Nikotin Pegel wieder auf die Höhe bringen, was offensichtlich auch mindestens das halbe Volkshaus auf der Strasse tat :)



Weiter gehts mit der eigentlichen Hauptattraktion des Abends: Machine Head. Praktisch während des gesamten Umbaus stimmte die Meute einen “Machine *Fucking* Head” Chor nach dem anderen an. Der Umbau verriet schon ein bisschen was über die Bühnenshow, denn es waren insgesamt vier Projektoren und viel mehr Lichter als bei den Bands zuvor auf die Bühne gerichtet. Das Schlagzeug stand nicht auf einer Ebene, denn das Kit von Dave McClain war auf einem Podium um gut einen Meter höher als dort wo seine Bandkollegen standen. Als bühnentechnisch alles geregelt war, hörte man die Menge wieder mit den altbekannten Gesängen und los gings! Machine Head kam auf die Bühne und stimmte den Opener “I Am Hell (Sonata in C#)” an. Die Projektoren hatten dann auch ihre Arbeit aufgenommen und zeigten während der Show die Cover des jeweiligen Albums des Songs der gerade gespielt wurde oder auch andere zum Thema passende Bilder. Die Boxen wurden im Vergleich zu den vorigen Bands um eine Stufe lauter gedreht und die Menge feierte Machine Head beim ersten Song gleich mustergültig ab.

Das ebenfalls neue “Be Still And Know” folgt ohne grosse Zwischenworte, mit “Imperium” wird dann der erste “ältere” und zugleich heissersehnte Song des Abends losgelassen und macht keine Kompromisse: Mosh or be moshed! Der vollbärtige Rob Flynn ist sehr gut aufgelegt und widmet “The Blood, The Sweat, The Tears” natürlich allen Biertrinkern. Es war unbeschreiblich was in der Menge abgegangen ist: Springen, Pits, Headbangen und bei jedem Song war die Menge textsicher beim Mitsingen. Dave McClain zermöbelt sein Drumset in höchster Präzision, Gitarrist Phil Demmel ist am Dauergrinsen. Rob erinnert an das 20-jährige Bandjubiläum, das es ohne die Fans nicht geben würde, da sie auf Radio- und Fernseh-Support stets verzichten mussten und ist sichtlich gerührt vom grossen Support der Metalfans. “Darkness Within” widmet er anschliessend allen, die wie sie Musik leben und atmen. Der Song ist mit seinem besinnlichen Anfang und dem tonnenschwerem Ende definitiv ein emotionaler Höhepunkt des Abends. Ganz, ganz gross! “Bulldozer” wird seinem Titel gerecht und durchbricht einige Schallmauern, bevor der “Ten Ton Hammer” rausgeholt wird und noch mal alles von den Fans fordert.



Die Setlist war atemberaubend und wusste mit Klassikern aus alten Alben sowie mit vielen Werken vom ganz neuen Album “Unto the Locust” zu überzeugen. Robb Flynn deutete mehrmals an, dass eine riesige Energie und Intensität im Raum lag und er hatte vollkommen recht, die Stimmung war absolut unbeschreiblich. Es war ein einziger eineinhalbstündiger Kracher den Machine Head da vom Stapel liess. Machine Head zogen an diesem Abend alle Register und das Publikum war in bester Laune und tickte während der Show komplett aus. Hier stimmte einfach alles. Die Band hatte dann auch keine Mühe, sich oder die Fans zu pushen und spielten sich beinahe in Ekstase. Absolut niemand konnte sich der Wucht der Songs und der Energie der Band entziehen. Intensität und Einsatzfreude blieben den gesamten Set über hoch, es war einfach eine mächtig Arsch tretende Metal-Show!

Die “Zugaben”-Rufe erklingen kaum, dass Machine Head die Bühne verlassen haben und nach guten 2 Minuten Pause und nicht aufhörenden “Machine “Fucking” Head”-Gesängen liesen sich die Herren nicht 2 mal bitten und starteten den Zugabeblock mit “Halo”. Bei diesem Lied ist es am ärgsten von allen in der Menge abgegangen. Das letzte Lied war “Davidian” wo natürlich wieder eifrig beim Refrain mitgesungen wurde und insgesamt kam man dann auf eine Spielzeit von 105 Minuten. Machine Head bedankten und verabschiedeten sich mit Plecks, Drum-Sticks und Drum-Fellen beim Publikum.



Die “The Eight Plague Tour” war mit der Ausnahme von Bring Me The Horizion sehr gelungen und Machine Head hat bewiesen, dass sie zu den besten Live-Bands der Gegenwart gehören. Jeder der diese Band mag sollte sich einen Live-Auftritt von ihnen nicht entgehen lassen. Genausowenig wie Darkest Hour oder Devildriver. Bring Me The Horizon sollte man sich dann doch unter anderen Gegebenheiten ansehen, sofern man sowas mag. Machine Head sind eine Band, in der alle einen eigenen Stil haben, der durch die gemeinsame Musik zu einem grossem eigenen Stil geschmolzen wird und das funktioniert noch mindestens weitere 20 Jahre!

Hier die Setlist dieses grossartigen Abends:

  1. I Am Hell (Sonata in C#)
  2. Be Still and Know
  3. Imperium
  4. Beautiful Mourning
  5. The Blood, the Sweat, the Tears
  6. Locust
  7. This Is the End
  8. Aesthetics of Hate
  9. Old
  10. Darkness Within
  11. Bulldozer
  12. Ten Ton Hammer
  13. Zugabe:

  14. Halo
  15. Davidian

Die bekanntesten Vertreter des Wiking-/Pagan-Metal sind zurück mit “As I Lay Dying” im Gepäck! Amon Amarth brandschatzen sich dieser Tage kreuz und quer durch Europa und bringen ihr mittlerweile schon ein halbes Jahr altes Album “Surtur Rising” unter das gemeine Wikingervolk. Mittlerweile werden “Amon Amarth” ja gerne augenzwinkernd die AC/DC des Death Metals genannt und dieser Ruf kommt nicht von ungefähr. Bei ihren Tonträgern machen “Amon Amarth” keine grösseren Experimente – auch “Surtur rising” ist da keine Ausnahme – und auch live sind die Schweden eine verlässliche Bank. Dementsprechend voll war am letzten Freitag auch das “Les Docks” in Lausanne, als “Amon Amarth” zusammen mit “As I Lay Dying” und “Septic Flesh” in der Schweiz ihr Lager aufschlugen. Und “Amon Amarth” kamen, sahen und siegten.

Seit ihren bescheidenen Anfangstagen im Jahre 1992 – als kleine Undergroundband aus Tumba, einem Vorort im Süden Stockholms, haben es Amon Amarth durch harte Arbeit, intensives Touren und durchweg solide Alben geschafft, sich als eine von Europas grössten Wiking/Pagan Metal Bands zu etablieren. Von Anfang an unterschieden sich Amon Amarth vom Rest der genre-ähnlichen Metal Bands dadurch, dass sie sich in ihren Texten und ihren Grafiken der Wikinger Mythologie bedienten. Weiterhin besass die Band ein unglaubliches Talent dafür, epische, einprägsame Melodien zu schreiben, die den barbarischen Charakter ihrer Kunst noch unterstrichen.

Pünktlich um 20 Uhr wurde es dann zunächst aber einmal ganz duster und der erste Opener des Abends, “Septic Flesh” aus dem griechischen Athen, betrat die Bühne. Mit ihrem epischen Death Metal, der sich sehr abwechslungsreich präsentierte, von Blast-Beats in orchestrale Parts wechselte, sowie vom wütenden Gegrowle in cleanen Gesang und durchaus auch einige Black-Metal Elemente mit einfliessen liess, konnte man das Publikum von Anfang an begeistern. Sicher sind “Septic Flesh” schon lange kein Geheimtipp mehr, schliesslich machen sie schon seit mehr als 20 Jahren die Bühnen unsicher, dennoch dürften sie sich an diesem Abend in den 30 Minuten Spielzeit, die ihnen zugestanden wurden, einen Haufen neuer Fans gemacht haben.



Noch eine ganze Ecke bekannter sind “As I Lay Dying”, die nach nur viertelstündiger Umbaupause “mittlere” Band des Abends. Man konnte im Publikum einige “As I Lay Dying”-Shirts, gerade bei den jüngeren Besuchern, ausmachen und mit entsprechend grossem Jubel wurden die Amis dann auf der Bühne empfangen. Angemessen enthusiastisch ging Sänger Tim Lambert dann direkt zu Beginn in die Vollen, doch leider war er nicht zu hören! Der Sound ist anfangs absolut beschissen abgemischt, der Drumer übertönt alles und der Rest war leise und vorallem ausbaufähig, wird aber ab zwei, drei Stücke später etwas besser justiert, ist und bleibt aber Instrumentenbrei. Schade! Denn “As I Lay Dying” zeigten sich sehr spielfreudig. Unglaublich wie Sänger Tim Lambert während des Singens bangte und dabei die ganze Bühne ablief. Auch der Rest der Band harmonierte grossartig und konnte das gesamte Publikum zum Mitwippen bewegen. Die hochkarätige Setlist tat ein Übriges, auch den letzten Zweifler zu überzeugen und nach einem starken “Condemned” und “Nothing left”, die lauthals mitgegrölt wurden, konnte dann auch zu “Defined” die Wall of Death klappen. Als dann die Kalifornier mit “94 Hours” ihr Set beendeten waren, hinterliessen sie einen guten Eindruck, wenn nur der Ton Tech seinen Job im Griff gehabt hätte…



Dann kamen die, wegen denen das Les Docks seit Mitte Oktober ausverkauft war. Wieder gingen die Lichter aus, diesmal für eine knapp mehr als halbstündige Umbaupause, danach geht es aber richtig los. “Amon Amarth”-Rufe schallen durch die Halle, die blonden Todes-Wikinger kommen unter tosendem Beifall auf die Bühne, wie einst die Nordmänner heim nach ihren langen Fahrten. Die im Stile der neuen Scheibe dekorierte Bühne unter einem riesigen “Surtur Rising” Backbanner mit im violetten Licht leuchtendem flammenden Schwert. Passend zum neuen Werk starteten die Nordländer dann auch ihr Set mit “War of the Gods” und zeigten ihren Fans von Beginn an, wo Thors Hammer hängt. Die weiteren 90 Minuten, die “Amon Amarth” an diesem Abend spielten sollten, boten eine muntere Auswahl quer durch das Schaffen der sympathischen Wikinger und vor allen Dingen immer wieder eines: Eine grosse Menge Spass. Es gibt wenige Bands, die es schaffen, so bodenständig, sympathisch und nett rüberzukommen wie diese Herren. Gerade Sänger Johan Hegg schaffte es immer wieder, das Publikum neu anzustacheln und stand des Öfteren von einem Ohr zum anderen grinsend und die Hand am selbigen am Bühnenrand, um mehr und lauteren Applaus zu erhaschen. Und wer wollte ihm diesen schon verwehren?



Die Schweden um Frontman Johan Hegg waren sympathiepunkte-mässig das Highlight des Abends, geschuldet der unbefangen netten Art und Weise, mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Die “Wikinger”, welche ebenfalls nicht an der “Pommesgabel” sparten und die Zuhörerschaft kaum zur Ruhe kommen liessen, unterbrachen das Geknüppel immer wieder mit spontanen Ansagen und witzigen Kommentaren, abseits der stetig niedergehenden Schlachtrufe zu den Songs. Dabei setzten die Schweden neben eher spärlicher Bühnendekoration vor allem auf eins – Lautstärke! Von der ersten bis zur letzten Minute übertönten “Amon Amarth” alles, was sich im Raum hätte Gehör verschaffen wollen. An der Setlist der Schweden gab es an diesem Abend auf jeden Fall genauso wenig zu rütteln wie an ihrer Bühnenpräsenz. Ein Hit folgte dem anderen, direkt am Anfang wurde “Destroyer of the Universe” rausgehauen, kurz danach “The Pursuit of Vikings”. Zeit zum durchatmen blieb da wenig. Man konnte förmlich den Schweiss und das Adrenalin in der Luft schmecken.

Herrlich anzusehen und wohl noch mehr Grund Initiative zu zeigen war die Energie, die die Herren auf der Bühne selbst an den Tag legten. Von vorn bis hinten wurde gebangt, so dass man einfach angesteckt werden musste. Man muss ohnehin anmerken, dass die Stimmung den ganzen Abend über geradezu fanatisch ist. Bei jeder Gelegenheit werden Fäuste und Pommesgabeln ausgefahren. Nein Freunde, Kindergeburtstage sehen anders aus. Nach dem mächtigen “Death in Fire” erst einmal Schluss sein sollte, begann das Publikum lautstark nach Zugaben zu grölen. Diesen Wunsch konnten “Amon Amarth” ihren Fans natürlich nicht verwehren und zu den ersten Klängen des nun folgenden “Twilight of the Thunder Gods” setzte direkter Jubel ein und der Saal ging geschlossen mit.



Ein letztes Mal konnte man “Amon Amarth” abfeiern und lauthals erschallte “We are guardians, guardians of Asgaard”! In tosendem Applaus und unter etlichen Zugabe-Rufen verliessen die Schweden dann endgültig die Bühne. Ein Erlebnis für die Ohren! Ein in jeder Hinsicht denkwürdiger Abend! Songs von “Surtur Rising” kamen dabei ebenso gut an wie die älteren Sachen, aber “Amon Amarth” hätten wahrscheinlich auch 70 Minuten ABBA covern können, die Leute wären trotzdem ausgerastet. Ganz klar eine verdammt gute Metal-Show. “Amon Amarth” waren, sind und bleiben live eine Macht. Kommt bald wieder, ihr Wikinger!

Setlist dieses Abends war:

  1. War of the Gods
  2. Runes to My Memory
  3. Destroyer of the Universe
  4. Live Without Regrets
  5. The Pursuit of Vikings
  6. For Victory or Death
  7. Varyags of Miklagaard
  8. Slaves of Fear
  9. Ride For Vengeance
  10. A Beast Am I
  11. Embrace of the Endless Ocean
  12. Free Will Sacrifice
  13. Asator
  14. Death in Fire
  15. Zugabe:

  16. Twilight of the Thunder God
  17. Guardians of Asgaard

Nachfolgend ein Backstage Video der Mannen zum Tour Beginn in Stuttgard:



Neulich bin ich zu Google+ eingeladen worden und teste seitdem ausgiebig. Mein erster Eindruck ist gut, sehr gut sogar! Vieles stimmt einfach und das jetzt schon, anderes benötigt noch Feinschliff. Google macht genau das richtige und räumt endlich mit den ganzen Insellösungen auf. Was Googles neuestes Flaggschiff aber schon jetzt geschafft hat, ist mir aufzuzeigen, was im Hause Facebook schief läuft: Die Timeline wird von Fanseiten zugemüllt, der Seitenaufruf ist langsam und oft mit irgendwelchen unverständlichen Fehlern gespickt und die Privatsphäre-Einstellungen sind schlicht eine Farce. Google+ macht alles besser: Die Timeline wirkt “klarer” (obwohl da richtig viel los ist), zu definieren, wer was sehen soll, ist kinderleicht und alles lädt zügig, zuverlässig (obwohl noch im Betastadium) und fehlerfrei. Logisch kann sich sowas ändern, aber gehen wir jetzt einmal vom besten aus.

Ich denke Google Plus wird die Welt genauso verändern, wo vor Jahren Google Search. Das Prinzip der Circle ist am Anfang recht schwer zu verstehen. Einerseits werden damit die Leute bestimmt, denen man etwas senden will und anderseits, wenn diese Leute einem nicht in ihren Circle aufgenommen haben, sehen diese meine Nachrichten einzig über den Incoming Stream. Dass man in einen Circle auch Freunde mittels E-Mail Adressen integrieren kann wird helfen, auch nicht Social Media Begeisterte in Plus zu verwalten. Man stelle sich zum Beispiel einen Circle Namens Familie vor, in dem 80% der Mitglieder nicht bei Plus sind, aber dank der E-Mail Integration dennoch Statusmeldungen, Bilder und Standortmeldungen erhalten.

Google versucht normale Verhaltensmuster in Plus zu integrieren. Bestes Beispiel ist Hangout. Es ist eben kein Videocalling, sondern Hangout. Die Technologie soll verschwinden, die Funktion wird in den Vordergrund gestellt. Wenn man schaut wie die Jugend telefoniert, dann kann man sich gut vorstellen, dass sie Abends einfach zusammen im Hangout rumhängen.

Google+ wirkt nicht so überladen wie Zuckerbergs Baby. Und da Google mit den eigenen Webservices schon sämtliche Online-Aktivitäten abdeckt, ist man nicht gezwungen alles ins Social Network zu packen. Facebook hingegen muss Social Network, Email-Ersatz, RSS-Reader und World Wide Web in einem sein. Google integriert und verknüpft in Google Plus die bestehenden Produkte. Die Google Suche hat einen +1 Button mit dem man Websites merken kann, Google Latitude aktualisiert sich über Check-Ins in Plus, die Geodaten stammen aus Google Places, die Bilder werden in Picasa gespeichert. Bin ich auf Google Search, sehe ich oben rechts in Rot wenn ich eine neue Nachricht in Google Plus habe. Alles ist zusammen verknüpft. Googles Ansatz fühlt sich tatsächlich wie ein digitales Örtchen an, an dem man (Web-)Freunde treffen kann. Das gefällt. Oder besser gesagt: +1

Wo wir schon mal dabei sind: Hier mein Google+ Profil. Ich würde mich freuen in eure Circles aufgenommen zu werden.

“Aufgabe von Kunst ist es heute, Chaos in die Ordnung zu bringen.” schrieb Theodor W. Adorno in Minima Moralia und die Organisation und Koordination des Sonisphere Festivals in Basel war von Chaos geprägt, wie auch diverse Bands in Ansagen bemerkten und man konnte am letzten Freitag von Glück sprechen, dass nichts passiert ist. Doch gab es auch Hammershows von Hatebreed, Slipknot, Eluveitie und Iron Maiden. Bands super, Wetter super, Rest nicht. Aber das OK des Schweizer Sonisphere kann sich dies, nach der letztjährigen Schlammschlacht offensichtlich leisten… – denn es hätte auch schlechter sein können. Die grossartigen Bands liessen so über einiges hinwegsehen und dem grössten Teil der Metalheads ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Letzten Freitag war es wieder soweit: Sonisphere schlug seine Zelte auf, zum zweiten Mal und nach der Jungfernfahrt in Jonschwil, fand das Festival diesmal im Basler St. Jakob Stadion mitsamt Umschwung statt. Das Wetter zeigte sich von seiner guten Seite und die schier unerschöpflichen Anzahl an Bands liessen einem auch etwas über die organisatorischen Mängel hinwegsehen – diese aber nicht vergessen, denn bereits mit dem Start ins Festival am Freitag wurde klar, auf was sich das Sonisphere wirklich verstand: Gewinnmaximierung! Den leider wurden die Spielzeiten der Bands, welche bereits im Vorfeld x-mal geändert wurde, zu Beginn des Tages wieder umgestellt und komprimiert, was weder bei Fans noch Bands für Begeisterung gesorgt haben dürfte, mir persönlich aber nicht wirklich eine Rolle spielte.

Der Bändeltausch war dilettantisch organisiert und die Bändelchen super, denn diese gibts 1:1 für 120 Franken bei Flyerking zu kaufen… 1000 Stück, der Link dazu war sogar aufgedruckt und damit nicht genug, mit einem Ticket konnte man soviel Bändel holen wie man wollte und damit Freunden und Bekannten eine Freude machen. Doch dies sollte nur der Anfang zum organisierten Chaos sein, denn das Festival stand schon seit Wochen unter einem schlechten Stern, da der Anlass Mangels Zuschauer vom Fussball- ins Leichtathletikstadion verschoben werden musste und es dort nicht möglich war, die bezahlten Sitzplätze in Anspruch nehmen zu können. So erhielten sämtliche Käufer eines Sitzplatztickets zum Einlass Bons für zwei Getränke und eine Wurst. Doch wo zum Teufel könnte man die Bons für die versprochenen gratis Getränke und Wurst einlösen? 90% der Catering-Stände wollten auf alle Fälle von diesen Bons nichts wissen. Befremdlich wirkte auch, dass sobald man das Metalfestival betreten hatte, als erstes ein Törtchenstand zu sehen war… nun ja – ich kannte sowas bis dahin nicht, aber kann ja auch nett sein, sich zu Hatebreed Kaffee und Kuchen reinzuziehen. Nach so einem Konzert braucht der ausgepowerte Metalhead ja bekanntlich einen Zuckerstoss…



Doch kommen wir erst mal zum wesentlichen des Festivals, der Musik! Leider konnte man auch diese, zu Beginn des Festivals nicht richtig geniessen, bei Sick Puppies auf der Apollo Stage, notabene der Hauptbühne des Anlasses, kam es zu einem Stromausfall, was bereits wieder Zweifel an der Professionalität der Organisation aufkommen liess. Bei Cataract auf der Red Bull Stage wurde man nicht mehr reingelassen, da die Halle bereits voll war. Die Security wurde dabei irgendwelchen Studenten und Teenies überlassen, die auch des zweifelhafte Vergnügen hatten, enttäuschten Fans vor verschlossenen Türen abzuweisen, was bei stärker alkholosierten Fans locker hätte eskalieren können. Gegebenermassen war für uns etwas Sonne angesagt, so fläzten wir uns in der Nähe der Apollo Stage auf den Rasen, liessen den ersten Ärger ersaufen verfliegen… und kamen dabei noch etwas in Genuss von Mr Big, welche aber nicht wirklich meinem Gusto entsprechen.

So war die erste Show die man wirklich geniessen konnte mit Dave Wyndorf, seines Zeichens Dreh- und Angelpunkt der drogengeschwängerten Monster Magnet. Nach Dave mit seinen Mannen war bereits ein Höhepunkt des Sonisphere’s angesagt: Hatebreed! Einfach grossartig wie diese Jungs es verstanden haben gleich von Beginn weg das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Höllisch laut und mit einem so fetten Sound, stillstehen kennen die Jungs nicht. Bei solch fetten Riffs gibt es einfach kein Pardon. Ehrliche Emotionen, ungestüme Leidenschaft, ein fetter Sound und besonders mächtige Energie. Vor der Bohemia Stage setzte sich das Publikum nahezu geschlossen in Bewegung, Jamey Jasta tobte über die Bretter und heizte die schwitzende Meute immer weiter ein und die feierten bei bestem Sound und zu Killer-Tracks wie “Destroy Everything”, “This Is Now”, “Live For This” oder “Doomsayer” eine riesige Party.



Das Eluveitie und Slipknot zur selben Zeit spielen mussten, war eine kleine Unschönheit, die so manchen Fan ärgerte, wie auch der Marktplatz, welcher völlig Jenseits eingerichtet war, denn wer kauft sich schon Flip-Flops an einem Metal-Festival? Auf all den meinen unzähligen Festivals an den ich teilgenommen habe, hab ich noch nie – aber noch gar nie – Flip-Flops zum Verkauf gesehen! Das 4 dl Wasser dabei für 5 Franken verkauft wurde, passt wieder mal ins ganze Bild der Gewinnmaximierung, doch damit nicht genug, an den Ständen durften keine Flaschen verkauft werden, während Leute offen mit Partyfässern reinspazierten. Ich weiss nicht wie begeistert Iron Maiden wären, wenn sie wüssten, dass man ohne jegliches Hindernis mit Schusswaffen reinspazieren konnte. Ich habe schon viel gesehen, aber sowas Lächerliches und Unprofessionelles ist mir noch selten untergekommen, denn selbst einen Raketenwerfer reinzunehmen wäre kein Problem gewesen. :pistolen:

Doch kommen wir wieder zurück auf die Musik, Anerkennung verdienen selbstverständlich weitere Sonisphere-Exponenten wie Hammerfall, Mastodon und Eluveitie, welche allsamt grossartige Shows boten und die Fans absolut zu überzeugen vermochten. Auch Chrigel von Eluveitie war das organisatorische Chaos aufgefallen und versuchte mit Witz das Ganze etwas aufzulockern, Chaosphere ist nur einer der Ausdrücke die fielen. Wie immer bot seine Band mit ihrem Melodic Death Metal mit keltischen Melodien das, was von ihnen erwartet wurde: Rocken, grooven, tanzen, springen, klingen, träumen, loslassen.

Seit dem letztjährigen (Drogen-)Tod des Slipknot Bassisten Paul D. Grey ist die Band aus Iowa nur selten aufgetreten. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb boten Slipknot ein wahres Feuerwerk. Auf der Hauptbühne gaben sie ein Stelldichein, das furios wie gewaltig war. Trotz Tageslicht und Sonne schraubten die bizarr-clownesk anmutenden Metaller das Seh- und Hörerlebnis in sphärische Höhen. Rotormässig in die Höhe schraubte sich überdies Joey Jordison mitsamt seiner Drum-Station und nebst Pyrotechnik gaben Slipknot Stage Diving zum Besten. Rund 90 Minuten dauerte der Gig, der nicht wenige Male Zuschaueropfer forderte und Helfer wie Helfershelfer arbeitsame Minuten bescherte. Leider konnte man die Bildschirme der Apollo Stage kaum von hinten sehen.



Die Verpflegungsstände am Sonisphere (nicht die in der Halle), waren hygienisch schweinisch. Vorgefertigte Hamburger lagen offen in einem Kasten. Das Geld wurde mit blossen Händen angenommen, um dann mit selbiger den Käse aufs Fleisch und das Brötchen und Fleisch zusammen zu drücken. Die gleiche Hand kratzt sich Sekunden später im Gesicht, hebt vom Boden Abfall auf und kümmert sich anschliessend ungewaschen wieder ums Essen. Nicht eine Person am Stand tut dies, nein, es tun alle und im Münzstock lagen Frites und Geld, teilweise gemischt im und mit Essen. Da wünsch ich doch guten Appetit. Und Freunde, 9 Franken für ein 4 Bissen Pizzastück ist nicht nur leicht übertrieben, sondern grenzt an Wucher, da bleibt einem nur ein Schluck Wasser, aus dem Becher mit dem Goldrand :)

Doch kommen wir wieder zurück auf die Musik, da doch noch grosse Headliner wie Alice Cooper und Iron Maiden anstehen. Auch wenn es Mr Cooper nicht schafft, mich stimmlich zu beeindrucken, so ist es doch spannend zu sehen für welche Szene der nächste Song wohl herhalten soll. Man hört ihm einfach an, dass “I’m Eighteen” schon lange, lange nicht mehr stimmen kann, seine Vorstellungskraft und Spass am Spiel mit verrückten Requisiten hat dieses Alter zum Glück kaum überholt. Mit einem beeindruckenden Schatz an Vitalität, Energie und Groteske führt uns der 63 jährige Altrocker durch sein Theater aus Kitsch und Selbstinszenierung.

Völlig nicht kitischig waren Iron Maiden. Die eiserne Jungfrau brachte zu Beginn überwiegend Songs von “The Final Frontier”, ihrem neusten Album und bei welchem ich ums verrecken nicht warm werde. Passend zur neuen Scheibe ballerte das Intro nebst folgendem “Final Frontier” und “El Dorado” aus den Boxen. Die Bühne war, wie fast immer, genauso gestaltet bzw. an den neuesten Output angelehnt, sprich eine Science Fiction Landschaft – gesäumt von zwei Funktürmen nebst Sternenhimmel. Es folgte ein wahrer Klassiker: “2 Minutes To Midnight”. Es ist nach wie vor faszinierend, wie topfit die sechs Herren über die Bühne fegen. Und als später auch noch die 20 Meter-Variante über die Bühne glotzt und böse mit den roten Augen funkelt, ist die Welt sowieso in Ordnung. Ok, der Bursche sieht zwar mittlerweile aus wie ein Weltraumschwein, aber verdammt, es ist immer noch Eddie. Screeeeeaaaammmmm for me Basel, Screeeeeeeeeeeeeeeeeaaaaaaaaammmmmmmmmm for meeeee!

Ganz grosses Kino und im Kuppeldach und Bühnenhintergrund funkeln Lichter wie Sterne. Irgendwie galaktisch wunderschön. Aber das war noch nicht alles, was das Auge geboten bekam: Zu vielen Songs wurden passende riesige Stoffbilder wie Theaterkulissen in den Bühnenhintergrund gezogen und Eddie fehlte auch nicht.

Und wieder kamen daraufhin ein paar neuere Stücke (“Blood Brothers”, “The Wicker Man” und “When The Wild Wind Blows”), bis “The Evil That Men Do” den Block an Klassikern einleitete. Ab diesem Moment war es dann wohl auch um die grössten Skeptiker geschehen: Egal, ob nun die melancholischen Passagen von “Fear Of The Dark” oder die gottgleichen Twin-Leads von “Iron Maiden”: Wer in diesen Minuten keine Gänsehaut bekam oder so derbe mitgröhlte, dass er am nächsten Tag kiloweise Hustenbonbons futtern musste, der hat an dem Abend irgendetwas falsch gemacht!



Taschendiebe, angeblich aus Rumänien, machten als weiteres Übel sämtliche Stages unsicher und so manchen Metalhead um ein iPhone oder Portemonnaie ärmer. War klar, dass es sich bei den Tätern um keine “Metaler” handeln konnte, denn ich hätte noch nie erlebt das sich diese gegenseitig bestehlen. Aber wie sagt man so schön, irgendwann einmal ist das erste Mal, vielleicht gilt dies auch für die Flip-Flops. Zumindest waren Taschendiebe auch schon am Greenfield organisiert (!) unterwegs, dieses Phänomen scheint also so langsam an Open-Airs Usus zu werden.

Über die diesjährige Sonisphere-Veranstaltung könnte ich noch viel schrieben, immerhin waren weiters auch Gwar, In Flames, Judas Priest und und und am Start. Doch zu viele Worte verderben das Textejakulat und so hoffe ich einfach auf fruchtbaren Boden für Kritik, denn irgendwie kam mir bei dem vorhanden Chaos immer wieder das Schlammbad von Jonschwil 2010 in den Sinn. Aber bekanntlich sind alle guten Dinge drei und vielleicht schafft man es nächstes Jahr endlich ein professionelles und rundum überzeugendes Festival in den Küchen von Outfield Productions und die Zürcher Konzertagentur Free & Virgin zu brutzeln, denn auch dieses Jahr haben sie sich einmal mehr alles andere als mit Ruhm bekleckert. Nächstes Jahr muss für mich schon ein Hammer Line-up am Start sein, dass ich wieder komme… oder ich stehe auf dem Parkhaus und gucke mir das Konzert gratis an :)



Pics by Rockslave (Metal Factory) und Videos von TheLostDevil, MrNomBidon, gagadumiau, protyreus und Haldi4803.

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