A Brief History of Goth

Heutzutage ist „Goth“ schwarze Outfits, doch bevor es das Internet gab, bedeutete „Goth“ etwas ganz Besonderes…

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A Brief History of Goth

Album Review: Sunterra – Reborn

Sunterra“ wagen mit ihrer Wiedergeburt etwas Neues und wenn Gitarren schwere Riffs anstimmen, quietschen dazu die Synths und Growls werden mit hüpfenden Beats untermalt. Die österreichische Gothic Metal Band macht Musik im Zeichen der altägyptischen Göttin Isis und kombiniert Metal mit Scratching und mixt dazu eine ordentliche Prise Industrial und Dubstep (!) in die Kompositionen. Ja Freunde, richtig gelesen! Klingt komisch, aber genau dies macht die sechs Lieder auf „Reborn“ abwechslungsreich. Die Band definiert für sich die Richtung und mischt die Zutaten neu, um erstaunlich mitreissende Tracks zu präsentieren.

Mit „Reborn“ endet eine zwölfjährige Durststrecke, damals erschien mit „Graceful Tunes“ das letzte Album der bereits 1994 gegründeten Gothic Metaller. Danach herrschte Ruhe, die österreichische Band lag ganze neun Jahre lang auf Eis und wurde 2015 mit neuem Line-Up und musikalischen Kurswechsel reaktiviert. Mit deutlich experimentelleren Klängen könnte der Titel der EP „Reborn“ passender nicht sein. Irgendwie erinnern mich die Wiener an „Crematory“, auch wenn „Sunterra“ nicht auf Clear- und Grwol-Gesänge männlicher Vertreter baut und sich hier Libuscha „Lilly“ Hruska und Karl „Carlos“ Heinz Krug duellieren. Auch Assoziationen zu „Lacuna Coil“ und „Theater of Tragedy“ sind zu erkennen, doch muss man klar erwähnen, dass die Wiener Band nicht wie ein Abbild dieser Bands klingt, sondern die Eigenständigkeit im Vordergrund steht. „Reborn“ markiert die Auferstehung der Metalformation und stellt ein frisches, neues Opus dar, das zu 100% „Sunterra“ ist, aber eine musikalische Weiterentwicklung der Band markiert, ohne dabei das eigene Erbe mit Füssen zu treten. „Sunterra“ kreieren ihren ganz eigenen, unverkennbaren Sound und zeigen damit alten und neuen Fans, das sie in neuer Frische auferstanden sind.

Vergleicht man „Graceful Tunes“ mit „Reborn“ erkennt man kaum Gemeinsamkeiten. Lediglich die Vocals erinnern an einstige Taten. Noch immer dominieren kraftvolle Growls, die Hand in Hand mit weiblichem Klargesang gehen und sich hier und da zu harschen Screams verzerren. Hier und da werden auf „Reborn“ noch interessante Spoken Word-Passagen und andere Spielchen in den experimentellen Sound irgendwo zwischen Progressive Metal und Hardstyle/Dubstep gegeben. Vertrackte Riffs und wechselhafte Songstrukturen spielen mit Groove-Anleihen und hier und da wird etwas Death Metal eingestreut. Garniert wird das Ganze mit ordentlich Electro, dass mal in Hip Hop Beats, dann wieder in herbe Industrial-Gefilde stösst, nur um im nächsten Song eine fette Hardstyle-Breitseite abzuliefern, es jedoch erstaunlicher Weise schafft, die Fülle an Abwechslung mit Metal abzuschmecken und das Ganze gut klingen zu lassen. Wenn man solche Experimente nicht gewohnt ist, muss man vielleicht etwas Anlauf nehmen und sich die EP ein oder zweimal mehr anhören. Danach erwischt man sich jedoch recht schnell dabei die Beats zu feiern und die Refrains mitzusingen.

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Sunterra - Reborn - 01 Reign Surpreme

Mit dem Opener „Reign Supreme“ versucht man noch die Brücke in die Vergangenheit zu schlagen. Es gibt heroisch stampfenden Gothic Metal mit Drum-Gewitter, sägenden Gitarren, tiefkehligem männlichem Growlen und bezauberndem weiblichem Gesang um die Ohren. Im fortschreitenden Verlauf der Platte entfernt man sich aber komplett aus der Gothicecke und auch der Metal erhält eine zunehmend untergeordnete Rolle. Dafür wendet man sich immer mehr dem Electro zu, dass wird wohl der im Promosheet genannte Begriff Metalstep (!) sein. Der zweite Song ist vollkommen anders ausgefallen, nach einem experimentellen Anfang folgt eine dunkle Melodie. Dramatisch wird „Shadow In The Dark“ eingeleitet, bis sich interessante Klangkonstrukte dazu gesellen, die in ein trauriges Klavier-Spiel übergehen. Dunkeldüstere Traurigkeit die von Lillys Gesang getragen wird. „Lord Of Lies“ geht richtig ab und ist elektronisch verzerrter Gothic Metal mit treibender Melodie. Richtig brachial wird es bei „This Is W.A.R.“. Gesteigerte Geschwindigkeit, derber Gothic Metal, Drum-Salven, gefühlvoll traurige Klavier-Passagen und ein Schuss Electro. Der Song ist wesentlich experimenteller und hat viele Anleihen an Crossover-Soundscapes und Progressive Metal. In „Ministry Of Thoughts“ treffen Gothic Metal, düsterer Electro und wabernde Dubstep-Elemente aufeinander. Klingt merkwürdig beim lesen, hört sich aber gut an und passt prima zum Track. „Shut up“ hingegen kommt dunkel und skurril aus den Boxen. Das Ganze bietet aggressive Death Metal-Bestandteile, Riffing im klassischen Industrialsound und Melodielinien wie im Gothic Metal. Mit den Scratches zusammen ist es eine eigenartige, eigenwillige und so bisher ungehörte Variante metallischer Musik. Dazu kommen eine deutlich experimentelle Schlagseite und viele Sounds, die man aus dem Prog Metal kennt.

Insgesamt sind die Songs voller musikalischer Kontraste und die Musik von „Sunterra“ strotzt nur so vor Abwechslung, was die Tracks aber auch stellenweise etwas „unruhig“ wirken lässt. Ich vermisse ein wenig den „roten Faden“ in dieser EP, doch wer es laut, grummelig und abwechslungsreich mag, wird mit diesem Album gut bedient sein. Technisch gibt es nicht viel zu mosern und auch Ideen hat die Formation. Die Electro Vibes muss man mögen, passen trotz des veranschlagten Sounds wie die Faust aufs Auge. Das Grundgerüst von „Sunterra“ tut dem natürlich keinen Abbruch, man bekommt abwechslungsreiche, leicht zugängliche und einprägsame Gothic-Rock/Metal-Songs mit einer Vielzahl von Untertönen geboten. „Sunterra“ schaffen es, aus vorgeschriebenen Genre-Korsetts auszubrechen und erschaffen etwas ganz eigenes. Extrem abwechslungsreich, sehr wandelbar, dennoch absolut authentisch. Im Zentrum steht der Duett-Gesang von Lilly und Carlos getreu dem Motto: Die Schöne und das Biest. Der coolste Song auf der Scheibe ist ausgerechnet der am meisten elektronische: „Shut Up!!!“ wird mehr oder weniger im Duett und mit gewissem Hörspielcharakter vorgetragen. Eine interessante Idee, die auch gut umgesetzt wurde und den Silberling deutlich aufwertet. Insgesamt kommt die EP gut in die Gehörgänge und macht auf längere Sicht Laune. Da kann man nur hoffen, dass die Wiener fortan sich nicht noch einmal zwölf Jahre Zeit lassen bis zum nächsten Release. „Reborn“ ist von Anfang bis Ende spannend und gleichzeitig erfrischend anders. Welcome back!

Tracklist:

  1. Reign Supreme
  2. Shadow in the Dark
  3. Lord of Lies
  4. This is W.A.R.
  5. Ministry of Thoughts
  6. Shut Up!!!
Album Review: Sunterra - Reborn
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Originalität9.5
Tempo8
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8
Songtexte8
Substanz9
Produktion9.4
Langlebigkeit8.4
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DBD: Lady Darkness – The 69 Eyes

Mit dem Video zu „Lady Darkness“ bitten uns „The 69 Eyes“ zu einem kleinen visuellen Tänzchen mit dem Tod. Der Clip im modernen Schwarzweiß-Stil wurde von Sänger Jyrki 69 gefilmt, den Schnitt übernahm Jimi Sero.

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THE 69 EYES - Lady Darkness (OFFICIAL VIDEO)

DBD: Burn – The Cure

Heute gibts für euch im „Death Bell of the Day“ mal einen Klassiker. Stammt aus dem Film „The Crow“ und wird, wenn sich die Setlist nicht mehr ändert, heute Abend auch beim Konzert der Band in Basel zu hören sein…

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The Cure - Burn (lyrics)

The Crow Remake: Hauptdarsteller gefunden? Jason Momoa kündigt Überraschung an

The Crow Remake: Hauptdarsteller gefunden? Jason Momoa kündigt Überraschung an

Über die letzten fünf Jahre wurden bereits Namen wie Bradley Cooper, Tom Hiddleston, Jack Huston, Mark Wahlberg und Luke Evans für die Eric-Draven-Rolle im lange geplanten The-Crow-Remake gehandelt. Und das waren nur die offiziellen Kandidaten, während sich zusätzlich noch Gerüchte um Channing Tatum, Ryan Gosling, Nicholas Hoult, James McAvoy und Jack O’Connell kreisten. An der Regiefront sah eh ähnlich turbulent aus. Steven Norrington übernahm das Remake 2008, gefolgt von Juan Carlos Fresnadillo und F. Javier Gutiérrez. Doch das Produktionsstudio Relativity Media lässt sich weder vom regen Wechsel vor und hinter der Kamera noch von den hauseigenen Geldsorgen abhalten, mit ganzer Kraft am Remake von „The Crow“ festzuhalten. Jetzt hat der Film einen neuen Kandidaten für die Hauptrolle ins Visier gefasst: Jason Momoa. Für den stattlichen Hünen aus „Game of Thrones“ und „Stargate: Atlantis“ wäre es weder sein erstes Remake noch seine erste Comicrolle. Ersteres deckte er bereits mit „Conan“ ab, letzteres mit seinem Auftritt als Aquaman in „Batman v Superman“ und bald in einem eigenen Aquaman-Kinofilm.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte Momoa über Instagram ein Bild von sich und dem aktuellen The-Crow-Regisseur Corin Hardy und verkündete, dass ihm bald ein Traumjob winkt. The-Hallow-Regisseur Hardy ist schon länger an dem Projekt dran. Ob Momoa die Rolle wirklich spielen wird, glaube ich aber erst, wenn die erste Klappe am Set fällt. Aktuell erinnert mich das Remake an die geplante Neuverfilmung von „Highlander“, die in den letzten Jahren ebenfalls von Regisseur zu Regisseur und von Schauspieler zu Schauspieler wanderte. Wenn es doch dazu kommt, dann hoffe ich, dass die Neuverfilmung nicht so schwach wird wie Momoas „Conan“. Nach Brandon Lees tragischem Tod am Set erreichte „The Crow“ einen beinahe mythischen Kultstatus unter Filmfans und Lee als Eric Draven aus dem kollektiven Gedächtnis zu verdrängen, wird nicht einfach werden. Das haben auch die etlichen Nachfolger in den Sequels und der TV-Serie nicht geschafft. Offiziell wollte sich Relativity Media noch nicht dazu äussern.

The Crow
(via Mashable)

DBD: Miss Pastis – The 69 Eyes

„The 69 Eyes“ stellen zum Song „Miss Pastis“ nachfolgend ihr Video vor. Der Track stammt von dem am 22. April veröffentlichten Album „Universal Monsters“. Ausserdem hat die Band weitere Tourdaten für November 2016 bekannt gegeben. Sie werden drei Konzerte zusammen mit „The Mission“ spielen. Darauf freut sich Jyrki 69 ganz besonders: „The 69 Eyes wären nicht zu dem geworden, was wir heute sind, ohne den Einfluss von ‚The Mission‘. Ich kann es kaum erwarten diese Shows zu spielen“.

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THE 69 EYES - Miss Pastis (OFFICIAL VIDEO)

DBD: Jerusalem – The 69 Eyes

Von ihrer aktuellen Platte „Universal Monsters“ gibts eine weitere Single, die Finnen von „The 69 Eyes“ präsentieren euch das Video zum Song „Jerusalem“…

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THE 69 EYES - JERUSALEM (OFFICIAL MUSIC VIDEO)

DBD: Two Horizons – The Foreshadowing

Mit „Two Horizons“ haben The Foreshadowing einen neuen Song veröffentlicht, der vom neuen Album „Seven Heads Ten Horns“ stammt, welches am 22. April erschienen ist…

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THE FORESHADOWING - Two Horizons (Official Audio Clip)

DBD: Insane – Inner Blast

Die portugiesischen Gothic Metaller „Inner Blast“ haben ein Lyric-Video für den Track „Insane“ veröffentlicht, der auf dem Debütalbum „Prophecy“ zu finden ist, das seit dem 15. April in den Regalen steht…

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INNER BLAST "Insane" [Official Lyric Video]

1990: Gruftis in der DDR feiern Robert Smiths Geburtstag

Ende der 90er hat sich die Jugend noch gemeinsam zum heulen getroffen. Heute ist das schwul, früher war es das Bekenntnis zum Melodramatik-Welthass-Cocktail namens Pubertät. Im traumhaften MDR-Beitrag über DDR-Gruftis versammeln sich junge Leidende, um Robert Smiths Geburtstag gebührend zu feiern. Dicht um einen Ost-Blaster versammelt leidet man zu Lullaby von „The Cure“ und freut sich auf den Tod. Das war noch eine Jugend-Kultur!

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1990 - Jugendliche in der DDR - Robert Smiths Geburtstag
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