DBD: Lady Darkness – The 69 Eyes

Mit dem Video zu „Lady Darkness“ bitten uns „The 69 Eyes“ zu einem kleinen visuellen Tänzchen mit dem Tod. Der Clip im modernen Schwarzweiß-Stil wurde von Sänger Jyrki 69 gefilmt, den Schnitt übernahm Jimi Sero.

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THE 69 EYES - Lady Darkness (OFFICIAL VIDEO)

DBD: Burn – The Cure

Heute gibts für euch im „Death Bell of the Day“ mal einen Klassiker. Stammt aus dem Film „The Crow“ und wird, wenn sich die Setlist nicht mehr ändert, heute Abend auch beim Konzert der Band in Basel zu hören sein…

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The Cure - Burn (lyrics)

The Crow Remake: Hauptdarsteller gefunden? Jason Momoa kündigt Überraschung an

The Crow Remake: Hauptdarsteller gefunden? Jason Momoa kündigt Überraschung an

Über die letzten fünf Jahre wurden bereits Namen wie Bradley Cooper, Tom Hiddleston, Jack Huston, Mark Wahlberg und Luke Evans für die Eric-Draven-Rolle im lange geplanten The-Crow-Remake gehandelt. Und das waren nur die offiziellen Kandidaten, während sich zusätzlich noch Gerüchte um Channing Tatum, Ryan Gosling, Nicholas Hoult, James McAvoy und Jack O’Connell kreisten. An der Regiefront sah eh ähnlich turbulent aus. Steven Norrington übernahm das Remake 2008, gefolgt von Juan Carlos Fresnadillo und F. Javier Gutiérrez. Doch das Produktionsstudio Relativity Media lässt sich weder vom regen Wechsel vor und hinter der Kamera noch von den hauseigenen Geldsorgen abhalten, mit ganzer Kraft am Remake von „The Crow“ festzuhalten. Jetzt hat der Film einen neuen Kandidaten für die Hauptrolle ins Visier gefasst: Jason Momoa. Für den stattlichen Hünen aus „Game of Thrones“ und „Stargate: Atlantis“ wäre es weder sein erstes Remake noch seine erste Comicrolle. Ersteres deckte er bereits mit „Conan“ ab, letzteres mit seinem Auftritt als Aquaman in „Batman v Superman“ und bald in einem eigenen Aquaman-Kinofilm.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte Momoa über Instagram ein Bild von sich und dem aktuellen The-Crow-Regisseur Corin Hardy und verkündete, dass ihm bald ein Traumjob winkt. The-Hallow-Regisseur Hardy ist schon länger an dem Projekt dran. Ob Momoa die Rolle wirklich spielen wird, glaube ich aber erst, wenn die erste Klappe am Set fällt. Aktuell erinnert mich das Remake an die geplante Neuverfilmung von „Highlander“, die in den letzten Jahren ebenfalls von Regisseur zu Regisseur und von Schauspieler zu Schauspieler wanderte. Wenn es doch dazu kommt, dann hoffe ich, dass die Neuverfilmung nicht so schwach wird wie Momoas „Conan“. Nach Brandon Lees tragischem Tod am Set erreichte „The Crow“ einen beinahe mythischen Kultstatus unter Filmfans und Lee als Eric Draven aus dem kollektiven Gedächtnis zu verdrängen, wird nicht einfach werden. Das haben auch die etlichen Nachfolger in den Sequels und der TV-Serie nicht geschafft. Offiziell wollte sich Relativity Media noch nicht dazu äussern.

The Crow
(via Mashable)

DBD: Miss Pastis – The 69 Eyes

„The 69 Eyes“ stellen zum Song „Miss Pastis“ nachfolgend ihr Video vor. Der Track stammt von dem am 22. April veröffentlichten Album „Universal Monsters“. Ausserdem hat die Band weitere Tourdaten für November 2016 bekannt gegeben. Sie werden drei Konzerte zusammen mit „The Mission“ spielen. Darauf freut sich Jyrki 69 ganz besonders: „The 69 Eyes wären nicht zu dem geworden, was wir heute sind, ohne den Einfluss von ‚The Mission‘. Ich kann es kaum erwarten diese Shows zu spielen“.

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THE 69 EYES - Miss Pastis (OFFICIAL VIDEO)

DBD: Jerusalem – The 69 Eyes

Von ihrer aktuellen Platte „Universal Monsters“ gibts eine weitere Single, die Finnen von „The 69 Eyes“ präsentieren euch das Video zum Song „Jerusalem“…

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THE 69 EYES - JERUSALEM (OFFICIAL MUSIC VIDEO)

DBD: Two Horizons – The Foreshadowing

Mit „Two Horizons“ haben The Foreshadowing einen neuen Song veröffentlicht, der vom neuen Album „Seven Heads Ten Horns“ stammt, welches am 22. April erschienen ist…

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THE FORESHADOWING - Two Horizons (Official Audio Clip)

DBD: Insane – Inner Blast

Die portugiesischen Gothic Metaller „Inner Blast“ haben ein Lyric-Video für den Track „Insane“ veröffentlicht, der auf dem Debütalbum „Prophecy“ zu finden ist, das seit dem 15. April in den Regalen steht…

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INNER BLAST "Insane" [Official Lyric Video]

1990: Gruftis in der DDR feiern Robert Smiths Geburtstag

Ende der 90er hat sich die Jugend noch gemeinsam zum heulen getroffen. Heute ist das schwul, früher war es das Bekenntnis zum Melodramatik-Welthass-Cocktail namens Pubertät. Im traumhaften MDR-Beitrag über DDR-Gruftis versammeln sich junge Leidende, um Robert Smiths Geburtstag gebührend zu feiern. Dicht um einen Ost-Blaster versammelt leidet man zu Lullaby von „The Cure“ und freut sich auf den Tod. Das war noch eine Jugend-Kultur!

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1990 - Jugendliche in der DDR - Robert Smiths Geburtstag

DBD: Lolita – Stoneman

Mit dem Track „Lolita“ setzten Stoneman auf ihrem aktuellen Album „Goldmarie“ lyrisch ein Zeichen gegen Kindsmissbrauch. Jetzt haben die Dark Rocker aus der Schweiz auch einen passenden Clip produziert. Der im übertragenen Sinne ausgestreckte Mittelfinger gegen Missbrauch gibts nachfolgend zu sehen…

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STONEMAN "LOLITA"

Album Review: Child Of Caesar – Love in Black

Das Debütalbum „Love in Black“ von „Child Of Caesar“ dreht mit seinen tief gestimmten Gitarren und dunklen Melodien die Zeit dorthin zurück, als Gothic Rock seine Hochblüte hatte. Man mag gar nicht so recht glauben, dass diese Band grossteils aus Deutschland stammt. Die Stilrichtung ist Goth Rock/Metal mit Elementen aus dem Dark Metal Genre. Einflüsse von Bands wie „Sister of Mercy“, „Tiamat“, „Paradise Lost“, aber auch deutsche Goth Metal Ikonen wie „Darkseed“ oder „Scream Silence“ sind nicht zu verleugnen. Auf „Love in Black“ übernimmt Daniel Mitchell die Vovals und liegt dabei eher im alternativen denn im richtig dunklen Sektor, passt aber. Wer zu der Zeit Ende der 90er Anfang der 00er Gothic Metal/Rock gehört hat, wird an dieser Scheibe seine Freude haben.

Child Of Caesar - Love in Black

Die Kinder des Caesar hören auf die Namen André Marcussen (Rhythm Guitar), Christopher F. Kassad (Bass & Lead Guitar) und Dino Cadavian (Drums), fürs Singen zeigt sich Daniel Mitchell der U.S. Metal Band „Autumn Eyes“ verantwortlich, kein schlechter Griff, der hier gelungen ist, da er stimmlich gut zur Musikrichtung passt – und dennoch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Der Gothic Rock der Band kommt mit einer äusserst düsteren Leidenschaft rüber und ähnlich wie bei ihren Vorbildern gestaltet sich das Songwriting dunkel und düster. Einerseits sind da die Texte, die von dunklen Themen handeln – eine grosse Faszination für alles Morbide, Tod oder Leere ist nicht zu verleugnen. Andererseits haben wir die Umsetzung dieser Texte und Stimmungen in der Musik. Dies bedeutet im Endeffekt viele schaurig-schöne Melodien, teilweise sehr langsam und tragend, dann wieder mal mit Bass und Riffs äusserst nachdrücklich betont. Die traurig jaulende Lead-Gitarre setzt Akzente. Keyboard- und Programming kommen auch nicht zu kurz und sind schaurige Stimmungsmacher je nach Bedarf. Die stimmigen Backing-Vocals und Chor-Einsätze runden die Songs vielfach schön ab.

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Child of Caesar - Love in Black

Die Soundeffekte, die beim anhören des Openers Defector erklingen, könnten auch die Posaunen der Apokalypse sein. Eigentlich handelt es sich bei den ersten Takten lediglich um ein schönes, düsteres Keyboardspiel, dass einem auf eine Wand voller druckvollem Gothic Rock vorbereiten soll. Im Einklang mit Orgelsounds und den düsteren sphärischen Keyboards, spielt die Band spannenden und kompromisslosen Gothic Metal. Schon die Stimme von Frontmann Daniel Mitchell sorgt für Schaudern und mit den düsteren, zornigen Gitarren, den stürmischen Drums, den mystischen Keyboards und den druckvollen Bass ist die Gothicshow perfekt. „Defector“ haben „Child Of Caesar“ mit viel liebe zum Detail und doch einer einfachen Struktur aufgebaut. Wer jetzt glaubt, es handele sich bei den Gothic Rockern um eine dieser endlos kopierten Klischee Grufties, der irrt. In einer schwarzen Szene, in der immer wieder der selbe Brei tausendfach nachgekocht und aufgewärmt wird, kommt endlich mal ein frischer Wind an einem trüben Herbsttag und zeigt, dass es auch anders geht!

Child Of Caesar Band

Der Einstieg zu „Red Sun“ erfolgt melancholisch harmonisch. Zunächst akustisch, verwandelt sich der Song rasch mit Mid-Tempo Drums und gibt Gas. Das gewisse etwas geben hierbei die simplen, sphärischen Keyboards, die das ganze noch magischer, bedrückender machen. Hier spielt Axe Man Christopher auch ein glänzendes Gitarrensolo. Der Refrain ist fabelhaft umgesetzt und brennt sich ins Gedächtnis. Der Mid-Tempo Track ist jedenfalls ein druckvolles, geniales Gothic Metal Gewitter, dass seine Energie in einem lauten Donner voll entfaltet und die Rechnung geht definitiv auf. Die Tore des genialen Gothic Metals öffnen „Child Of Caesar“ mit dem Titel „Gates“. Wie zuvor, gibt es hier Songkost im Midtempo mit düsteren Keyboards, Gitarren und Bässen, die druckvoller nicht sein könnten. Das auch weniger mehr sein kann, wird damit bewiesen, denn dem Refrain das E-Piano definitiv noch den letzten Schliff verpasst. Zum Ende hin gibt es auch bei dieser glorreichen Gruftiemetalhymne wieder das obligate Gitarrensolo, diesmal in Begleitung von Pianos. Eins ist sicher, „Child Of Caesar“ verstehen es, melodisch, hymnische Refrains zu schreiben, die vielfach Ohrwurmcharakter besitzen.

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Child of Caesar - Red Sun

„Nero“ ist in seiner Lead Gitarre sehr melodisch. Die Rhythmusgitarren und Bassläufe, jedoch relativ simpel gehalten. Durchaus hörenswert, aber wird wohl der Song, denn man eher mal skippt. Da hilft auch das mit Pianoklängen unterlegte Gitarrensoli nicht wirklich. Das Keyboardspiel lässt einem in den ersten Sekunden von „Long Live The Night“ die Haare zu Berge stehen. Es hört sich an wie der pure Horror und die Melodie ist einfach schaurig-schön. Diese Melodie bildet auch das führende Element im Refrain. Bass und Gitarre(n) sind wieder starkbrüstig Richtung bangen gerichtet. „Lost Sacrifice“ lässt den Hörer zunächst an einen Kriegsfilm denken, Marschdrums, Klänge wie aus einem alten Radio… ihr wisst was ich meine, ehe der Sound voll Stereo und mit voller Kraft da ist. Die Drumklänge bleiben zunächst gleich, bis es mit geballtem energischen Gothic Rock wieder weiter geht. Lyrisch geht es hierbei um die Scheinheiligkeit des Christentums, beziehungsweise der Kirche an sich. Ein starker Song, der auch hier wieder vor allem seine Stärke im Refrain beweist. Auf Speed, ist die Musik von „Child Of Caesar“ definitiv nicht ausgelegt, wenn auch hier und da auch mal die Double Bass zum Einsatz kommt: Die Songs sind fast gänzlich im Mid-Tempo. Aber Speed ist etwas, was „Child Of Caesar“ auch nicht braucht. Die Band spielt ideenreichen Goth und ihr Sänger zieht mit seiner Stimme den Hörer in seinen Bann.

Child Of Caesar

Auf „You“ gibts wieder melodische Lead Gitarren, wie sie melancholischer nicht sein könnten. Die gesamte Band mixt hier wieder das beste zu einem durchaus rockbaren Song zusammen. Streicher Sounds kehren auf „At Heart“ zurück, die sich weich an das Pianospiel anschmiegen. Hierbei trifft symphonische, magische Lieblichkeit auf brutale Härte und dies natürlich wieder wie es sich gehört: schön düster! Auch hier stimmt das Ganze wieder. Die Rockigen 3-Akkord Gitarrenriffs, könnten hier jedoch ein wenig abwechslungsreicher sein. Dies wird jedoch sofort gekontert, als der Takt wechselt und mal wieder bestes Gitarrensolo erklingen darf. Wie immer, am hinteren Teil des Songs, der jedoch nach diesem kurzen schnellen Ausflug, wieder zurück auf die gemässigten, dunklen Pfade zurückführt, ehe er verstummt. Der Titeltrack „Love In Black“ kommt als nächstes an die Reihe und hier kommt die geballte Power von „Child Of Caesar“ aus den Boxen und in die Ohren des Hörers. Der Fokus liegt bei diesem Song mehr auf dem hymnischen Gesang, und die Musiker spielen ihre Instrumente zielstrebig in ihrer Reinheit und so punktet auch „Love In Black“ voll und ganz. „Worlds Without Skies“ ist der letzte Titel des Albums und besticht durch seine schönen Pianomelodien, die zu Anfang und mittendrin, ein schlagkräftiges Element bilden. Die leichten Keyboards ergeben mit den Gitarren und druckvollen Bässen und dem Sänger ein Gesamtkunstwerk.

Child Of Caesar

Natürlich erfinden Child Of Caesar das Rad nicht neu, aber sie machen ihre Sache auf dem Debütwerk einfach richtig gut und rocken zu weilen sehr erdig und dreckig. Ein Grossteil der Songs geht echt gut ins Ohr und werden auch nach mehrmaligen Hören nicht langweilig. Zwei, drei weniger gute Songs sind zwar auch dabei, aber das hat man ja meistens. Ich bin jedenfalls überrascht von „Love in Black“, das in Zeiten, wo vergleichsweise wenig gute Alben im Gothic Metal Bereich erscheinen, ein dickes Ausrufezeichen setzt. Sicher manchmal sind die Riffs und das Arrangement relativ simpel und der melodische Teil, liegt bei „Child Of Caesar“ oft im Gesang, sowie in den Keyboards und ab und an in der Lead Gitarre und dennoch bietet die Band rundum düster-langsam-schaurig-schönen Goth Metal aus Deutschland. Fans der Sisters oder von Tiammat sollten sich das unbedingt anhören, denn hier hört man ganz deutlich den Stil der 90er Jahre raus und findet etwas, was man ev. schön länger nicht mehr auf diese Weise gehört hat. Mehr davon, jedenfalls habe ich Lust bekommen, auch mal wieder ältere Scheiben zu hören…

Tracklist:

  1. Defector
  2. Red Sun
  3. Gates
  4. Nero
  5. Long Live the Night
  6. Lost Sacrifice
  7. You
  8. At Heart
  9. Love In Black
  10. Without Skies
Album Review: Child Of Caesar - Love in Black
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Originalität8.5
Tempo8
Musikalische Fähigkeiten8.5
Gesang8.5
Songtexte8.5
Substanz8
Produktion7.5
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Album Review: The Other – Fear Itself

The Other“ gelten nicht ohne Grund als eine der bekanntesten Bands des Horror-Punks in Europa. Die Mixtur aus Punk, Horror und Goth ist Fans härterer Musik ja seit den Misfits oder Danzig in den Ohren. Punkige Musik mit Klängen anderer Subgenres zu vermischen und mit einem (Horror-)Image zu garnieren ist eben per se mal kein schlechtes Rezept. Die ähnlich agierende Konkurrenz ist „The Other“ nur selten qualitativ voraus und dennoch muss man nüchtern feststellen: Für die grosse Karriere reichte es „The Other“ bislang nicht. Nach der letzten Scheibe und dem Ausstieg einiger Bandmitglieder, ist doch noch Leben in dem alten Leichnam. Bei einer Horrorfilm-Reihe ist beim sechsten Teil meistens die Luft raus oder sie müsste sich ganz neu erfinden. Aber Filme sind keine Platten.

The Other - Fear Itself

Ganze drei Jahre sind seit der Veröffentlichung des letzten „The Other“ Albums „The Devils You Know“ ins Land gegangen. Eine Zeit, in der sich das Besetzungskarussell dermassen heftig drehte, dass die Band eine Weile praktisch nur noch aus Sänger Rod Usher und Schlagzeuger Dr. Caligari bestand. Doch mit Pat Laveau (Gitarre), Ben Crowe (Gitarre) sowie Aaron Torn (Bass) hat man adäquaten Ersatz gefunden und ist gar vom Quartett zum Quintett angewachsen. In dieser Besetzung veröffentlicht die Gruppe nun mit „Fear Itself“ ihr sechstes Album. Doch trotz des Besetzungswechsels bleiben die wirklich grossen Überraschungen bei den hier enthaltenen 14 Tracks aus. Man hört, dass nun zwei Gitarristen am Start sind, aber ansonsten sind sich „The Other“ treu geblieben. Die Truppe aus NRW ist nun seit 2002 unterwegs und trotz ständig wechselnder Musiker, vor allem Bassisten, hat ihre Musik nicht gelitten.

The Other - Band

Die Kölner Horror Punk Band ist nicht mehr aus der deutschen Szene wegzudenken, doch sollte man bei „The Other“ das Wort Punk nicht allzu wörtlich nehmen, denn der Sound ist stilistisch eher am Metal orientiert. So auch auf „Fear Itself“, dass wieder von Waldemar Sorychta (Grip Inc., Tiamat, Moonspell) produziert wurde, der bereits auf „The Devils You Know“ Regie führte und für „New Blood“ (2010) den finalen Soundmix gestaltete. Auch auf dem neuen Album vertrauen „The Other“ abermals auf eine breite Basis an verschiedenen Stilelementen. Was die Plattenfirma in ihrem Promoschreiben als „traditioneller Metal-Opener“ bezeichnet ist „Nie mehr“. Und genau dieser Song macht deutlich, welche Schwierigkeiten „The Other“ beim Durchschnittsfan wohl haben werden, denn dieser Song ist in erster Linie als „Deutschpunk“ zu verstehen, der mit dem Rest des Albums nichts zu tun hat. Mich persönlich stört der musikalische Abwechslungsreichtum keineswegs, Kritiker könnten diese breite Palette an Stilelementen aber für eine Orientierungslosigkeit halten.

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The Other - Dreaming of the Devil (official video)

Die Plattenfirma sieht zum Beispiel auch Elemente von „Thin Lizzy“, „Iron Maiden“, aber auch von „The Cult“ und „Danzig“. Und dann gibt es eben noch den Punk und meiner Meinung nach einen Schuss „The Visiom Bleak“, was wohl auf die Orientierung an die düstere Thematik zurückzuführen ist. Alles in allem nicht schlecht, aber ungewöhnlich und eventuell etwas unberechenbar. Gleich nach dem Intro schmettert das angesprochene „Nie mehr“ aus den Boxen, bei welchem sich die Kölner zum ersten Mal daran wagen, den Opener auf Deutsch zu präsentieren. Gerade nach der „Unheilig-Häme“, die sie für den Song „Ewigkeit“ ihrer letzten Platte hinnehmen mussten, war dies ein mutiger Schritt. „The Other“ liefern hier einen veritablen Punktrack, den sowohl Fans der „Toten Hosen“ wie auch der „Böhsen Onkelz“ feiern werden. Die Wut der 80er Jahre dringt aus den Zeilen, manifestiert sich in den Riffs der Gitarren und den wütenden Beats des Schlagzeugs. Grosses Kino gleich zu Beginn.

The Other - Logo

Danach beginnt der Abstieg in die dunkleren Gefilde. „Bloodsucker“ ist einer der ausdrucksstärksten Songs. Inspiriert von der 12 jährigen Claudia aus Anne Rices „Interview with a Vampire“ spielt der Track mit dem Umstand, dass Unsterblichkeit nicht immer erstrebenswert ist. Wer will schon immer zwölf Jahre alt bleiben? Ähnlich geht es bei den folgenden „Black Sails Against A Midnight Sky“ und „Dreaming Of The Devil“ zu. Bei „Black Sails Against A Midnight Sky“ überzeugen die Gitarrenmelodien, doch kann ich dem Gesang Ushers nicht wirklich etwas abgewinnen und auch der Refrain gefällt nur mässig. Vielleicht ist das Schema, nach dem die Stücke geschrieben sind, ein wenig zu vorhersehbar, oder es fehlte die ganz grosse, zündende Idee. Im Refrain zu „Dreaming Of The Devil“ heisst es dann auch „Dreaming, dreaming of the devil / You know it’s gonna be alright“, was irgendwie unausgegoren wirkt. An sich eine schöne Up-Tempo-Nummer, die sich auch auf der Tanzfläche gut machen wird.

the-other-band-02

„Doll Island – Isla De Las Muñecas“ finde ich ziemlich interessant, denn die „Isla de las Muñecas“ ist eine Insel in den Kanälen vor Mexico City, auf welcher – passend zum Namen – hunderte verstümmelte Spielzeugpuppen in den Bäumen hängen. Die Geschichte hinter diesen Puppen ist, dass sie auf der Insel aufgehangen wurden um den Geist eines nahe der Insel ertrunkenen Mädchens zu vertreiben. Doch zurück zur Musik, denn diese ist auf dem sechsten Titel gut gelungen. Der Song beginnt mit einem ruhigen Part, der grösstenteils vom Bass und von seltenen, leicht verzerrten Gitarren getragen wird, während Usher die Geschichte um das ertrunkene Mädchen mit halb geflüstertem Gesang einleitet. Darauf geht der Titel in einen klassischen Heavy-Metal-Part über, gefolgt von seichten, gelungenen Melodien. Hammer Komposition! Wenn sich eine Horror Punkband mit den Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs auseinander setzt, sich die aktuelle Lage anschaut und eins und eins zusammenzählt, dann kommt ein Song wie „German Angst“ heraus. Wenn man sich Gruppierungen wie die Pegida ansieht, erkennt man, wie fürchterlich aktuell die Thematik nach wie vor ist. „German Angst“ ist eine bleischwere Metal-Nummer, die richtig Bock macht.

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The Other - Nie Mehr (Lyric Video)

Die zweite Hälfte des Albums ist im Grunde ein Spagat zwischen Mittelmass und Oberklasse, wie auch zwischen Metal und Punk. Während auch hier richtig gute Songs wie „In The Dark“ und „Screams In The Black House“ mit dabei sind, klingt „Funeral March“ für den Titel etwas zu schrill, obwohl beim Gesang von Usher man meinen könnte, dass Iggy Pop und Billy Idol in der Strophe mit im Raum stehen. In „The Price You Pay“ gibt es einen der besten „The Other“-Refrains aller Zeiten zu hören. Der Gesang klingt grossartig und instrumental hat man abwechslungsreiche Melodien, wechselnde Rhythmen und tolle Ideen in petto. Bei „Rise“ kommt dann der Punk wieder mehr zum Zug und versprüht inhaltlich wie optisch Horror- und B-Movie-Ästhetik. Abgeschlossen wird das Album vom dramaturgischen „Mephisto“, ein ganz grosser Wurf, der als Rausschmeisser toll gewählt ist, weil er Bock macht, nochmal reinzuhorchen. Ganz entfernt erinnert das „Mephisto“-Riff an „Subway to Sally“, wenn auch nicht an deren gleichnamigem Song. Der Refrain, in seiner Einfachheit kaum zu übertreffen, Rods düsteres, langgezogenes „Mephisto“ mit der kalten, fast metallischen wirkenden Zeile „Call my name“ wird zu einem spannungsgeladenen Ganzen, dass sich live sehr gut umsetzen lässt.

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„Fear Itself“ ist ein gelungenes Album, dass sich auf keinen Fall hinter seinem Vorgänger verstecken muss. Da nach dem letzten Album die Hälfte der Bandmitglieder in neue Gefilde fortgezogen sind, war klar, dass „Fear Itself“ anders klingen würde. Gerade durch die zweite Gitarre kommt der Sound nun voluminöser und mit noch mehr Druck daher. Das merkt man insbesondere bei Songs wie „Funeral March“, mit seinem starken Basstrack, der von den beiden Gitarren wunderbar aufgefächert wird. Dank Pat Laveau und Ben Crowe an den Sechssaitern und Aaron Torn am Bass sowie den wuchtigen Schlägen von Doc Caligari startet der Rausschmeisser Mephisto mit einer unglaublichen Wucht, die vorher nicht möglich gewesen wäre. Hoffentlich bleiben die fünf Jungs noch ein Weilchen zusammen, denn die Zusammenarbeit lässt auf zukünftige Platten lechzen. Die Band zeigt, es gibt nichts zu fürchten ausser die Furcht selbst. Sie jedenfalls gehen unerschrocken ihren Weg und lassen sich auch vom Weggang von Bandmitgliedern nicht bremsen. Ein wenig frischer Wind scheint der Band im Gegenteil sogar gut getan zu haben. Ein paar kleine Überraschungen hätte „Fear Itself“ eventuell noch vertragen können, aber „The Other“ bleiben sie selbst und sich dadurch treu. Der 80er Jahre Punkrock- Rock-, Horror-Mix zieht sich durch das ganze Album. Neben einer wohldosierten Prise Salz findet man zwar auch ein oder zwei Haare in der Suppe, aber die sind zu verschmerzen – unter dem Strich macht die Scheibe Spass, Rods Stimme ist nach wie vor schön anzuhören, die Tracks mit viel Verve und guter Atmosphäre eingespielt. Insgesamt finden sich viele schöne, kleine Experimente, die das Album bereichern, ohne den Roten Faden zu kappen. Wer „The Other“ bislang schon gut fand, wird auch mit „Fear Itself“ zufrieden sein. Für eine Empfehlung reicht es aufgrund der Unterhaltsamkeit der Platte allemal! Daumen hoch im Horrorfilm eher ab! „Fear Itself“ ist gruftig, mieft aber nicht!

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"Dreaming of the Devil" - Behind the scenes with The Other

Tracklist

  1. Fear Itself
  2. Nie mehr
  3. Bloodsucker
  4. Black Sails Against A Midnight Sky
  5. Dreaming Of The Devil
  6. Doll Island – Isla de las Muñecas
  7. German Angst
  8. Screams In The Black House
  9. In The Dark
  10. The Price You Pay
  11. Funeral March
  12. Animal Instinct
  13. Rise
  14. Mephisto
Album Review: The Other - Fear Itself
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Originalität9
Tempo8.5
Musikalische Fähigkeiten8
Gesang8
Songtexte8.5
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DBD: Mercy – Muse

Hier das neue Muse Video zum Song „Mercy“ aus dem aktuellen Album „Drones“…

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Muse - Mercy [Official Music Video]

Post-Punk Rockstars als Superhelden

Der Künstler Butcher Billy aus Brasilien hatten wir schön öfters zu Gast in der Gruft. Der Künstler ist für sein Spiel mit bekannten Ikonen der Popkultur bekannt und hat schön öfter reale Personen in seinen Werken in die Kostüme von Superhelden schlüpfen lassen.

Billy Idol als Thor

Billy Idol als Thor


Johnny Rotten von den Sex Pistols und Public Image Ltd als Wolverine

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Robert Smith von The Cure als Nightcrawler

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Siouxsie Sioux als Scarlet Witch

Siouxsie Sioux als Scarlet Witch


Mark Mothersbaugh von Devo als Iron Man

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Morrissey als Hulk

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Gary Numan als Vision

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Ian Curtis von Joy Division als Spiderman mit...

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...und ohne Spideys Maske

…und ohne Spideys Maske

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