Album Review: Amaranthe – Massive Addictive

Die Schweden von „Amaranthe“ sind bekannt für ihre Mischung aus melodischem Metal und Electronic Dance Music-Elementen. Der Sound klingt ziemlich poppig und Türülü, aber ich glaube echt, die machen das, weil sie einfach Bock drauf haben, einen Kontrast zu ihren Hauptbands zu schaffen. Zumindest habe ich von Olof Mörck (Dragonland) und auch Elize nicht den Eindruck, dass sie irgendwie darauf aus sind Geld mit Plastikmucke zu machen. Die Band hat offensichtlich richtig viel Spass auf der Bühne und sucht ein bisschen den Spagat zwischen Metal und tanzbarer Musik. Das muss nicht jedem gefallen und ist auch ordentlich klebrig, aber die Musik macht auch Spass und gute Laune. Reicht doch oder besser gesagt was will man mehr? Am 17. Oktober erscheint ihr neues Album „Massive Addictive“, dem Nachfolger von „The Nexus“ aus dem Jahre 2013 und wie immer unterwerfen sich „Amaranthe“ nicht irgendwelchen vorgeschriebenen Genre-Regeln.

Amaranthe - Massive Addictive

Auf „Massive Addictive“ bleiben die Grundcharakteristika der Band, Bombast-Sound geschmückt mit treibendem Riffing, pulsierenden Beats und himmlisch melodischen Refrains vorhanden, gleichzeitig setzt das Album Amaranthe’s Tradition fort, stets neue Dynamiken auszuloten und den eigenen Sound weiterzuentwickeln. Die Songs sind so eingängig, dass sie selbst Stunden nach dem Hören in den Gehörgängen widerhallen. Das zwölf Songs umfassende Album wurde von Sound-Magier Jacob Hansen (Volbeat, Epica) als leitendem Produzenten aufgenommen und ist eine makellose Sammlung von sorgfältig geschmiedetem europäischen Metal, angetrieben von Olof Mörcks chirurgisch präzisen Riffs und schneidenden Soli, unterstützt von Morten Løwe Sørensens rhythmischer Präzision und Johan Andreassen brummenden tieffrequenten Anschlägen. Elize Ryds Gesang ist so emotional und raumfüllend wie eh und je, während Jake E’s melodische Vocals vor Kraft strotzen. Henrik Englund Wilhelmsson, neuerdings zuständig für die Screams, drückt dem neuen Material ebenso seinen eigenen Stempel auf.

Amaranthe Band

Das Album startet mit einer explosiven Erschütterung: „Dynamite“ kommt schwungvoll mit harten Riffs daher. Einer der Titel, wie auch „Unreal“ und „Danger Zone“, bei der man sagen muss: „Holy shit, Elize is here“! Ihr sirenenhafter Gesang zieht einem von Beginn an in seinen Bann. Es folgt die Singleauskopplung „Drop Dead Cynical“ bei welchem die Band ähnlich wie auch beim Song „Over and Done“ mehr auf den Chorus setzt und die vorhandene Stimmdynamik mit einem wogenden Hauch frischer Luft versorgt. „Drop Dead Cynical“ ist für das Album ein repräsentativer Song. Das sehr groovige Stück unterscheidet sich dabei eindeutig von den klassischen „Amaranthe“ Single-Releases und trägt den Sound in eine frische Richtung, gekrönt mit einem hymnische Chorus. „Drop Dead Cynical“ spiegelt genau das wider, was die Fans von „Massive Addictive“ erwarten können: Wuchtige Melodien und schwere Riffs. Das zugehörigem Video zu „Drop Dead Cynical“ ist richtig fett, mehr als ein Dutzend MMA-Kämpfer im Zusammenspiel mit Cheerleadern und Tonnen von Pyrotechnik machen das Ganze zu einem intensiven Amaranthe-Erlebnis.

Video Thumbnail
Amaranthe - Drop Dead Cynical

Der Titeltrack ist vielleicht der grösste Beweis für Jake und Elize’s symbiotische Synergie. Als Kontrast zu den Sängern, die ihre individuellen Zeilen schmettern, steht der Chorus, welcher mit den Stimmen für ein perfekt ausgewogenes Gleichgewicht sorgt. Diese musikalische Beziehung wird weiter mit „True“, einer von zwei Power-Balladen des Albums, unterstrichen. Zusammen mit „Exhale“, scheint Jake mit den beiden Songs etwas zu den dualistischen Beschwörungen des ersten Albums zurück zu kehren. „Digital World“ ist des Album’s Dampfmaschine, hier explodiert Elize Stimme, wie auch auf „Over and Done“ und zusammen mit „Danger Zone“ sind dies auch die besten Schaufenster für Henrik Gesang. Weitere Variation in der musikalischen Dynamik und technischen Präzision ist „Trinity“, „Danger Zone“ und „An Ordinary Abnormality“, bei welchen man Olof und seine Liebe zu Power Metal spürt. „Skyline“ und „Exhale“ sind zwei völlig einzigartige Einheiten aus der Amaranthe Diskographie und sorgen für ein helles Licht und neuen Sound. „Skyline“ ist eine swingende Achterbahn. „Exhale“ schliesst das Album schön ab, ein schöner, kraftvoller Song im Mid-Tempo-Symphonic-Gothic Metal-Stil und erinnert entfernt an „Within Temptation“.

Amaranthe Band

„Massive Addictive“ ist in jeglicher Hinsicht ein Schritt nach vorn für die Göteborger Band, erreichte doch schon das letzte Album „The Nexus“ Platz 6 in den schwedischen, Platz 4 in den finnischen und einen überraschten Platz 12 in den US-Charts. Von den treibenden Sounds in „Drop Dead Cynical“ über den hymnischen Titeltrack bis zur opulenten Stadion-Atmosphäre von „Digital World“ und der emotionalen, kraftvollen Halbballade „True“ ist „Massive Addictive“ eine Lehrstunde in Sachen Dynamik, die sich weigert, sich irgendwelchen vorgeschriebenen Genre-Regeln zu unterwerfen. Das Album ist energiegeladen, bombastisch und explosiv, genau wie man es von Amaranthe gewohnt ist und die kraftvolle Umsetzung der Songs ist ein wahrer Leckerbissen für alle Freunde des Melodic Death Power Metal.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Dynamite
  2. Drop Dead Cynical
  3. Trinity
  4. Massive Addictive
  5. Digital World
  6. True
  7. Unreal
  8. Over and Done
  9. Danger Zone
  10. Skyline
  11. An Ordinary Abnormality
  12. Exhale
Album Review: Amaranthe - Massive Addictive
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Tempo8
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8
Songtexte8
Substanz9
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