Album Review: Mono Inc. – Nimmermehr

Mono Inc. - NimmersattMonomanie ist ein Begriff aus der psychiatrischen Krankheitslehre des frühen 19. Jahrhunderts und bedeutet so viel wie Einzelwahn im Gegensatz zum vollständigen Wahnsinn. Im Jahre 2003 war dieser Begriff die Vorlage zur Namensfindung der Hamburger Band Mono Inc. und 10 Jahre später im Jahr 2013 schlagen Mono Inc. ein weiteres Kapitel in ihrem Schaffen auf! Joachim Witt und Mono Inc.-Mastermind Martin Engler sind seit Witt’s letzter CD enge Freunde geworden und so kam man auf die Idee, eine gemeinsame Nummer zu machen. Doch bei der Frage, wer in welcher Sprache singen sollte, kamen die beiden zunächst nicht recht zueinander. Als Witt dann aber eine englische Strophe getextet hatte und Martin einen deutschen Refrain, wurden die Gehirnwindungen der beiden erst richtig aktiv. Die Liebe zur Musik hat die beiden Pole verbunden und der Hamburger Rock-Band gelingt mit „Nimmermehr“ sich selbst neu zu erfinden, ihrem Sound treu zu bleiben und doch eine neue Mono Inc.-Dimension auf den Markt zu bringen. Bereits der viel beachtete Vorgänger „After the War“ konnte abräumen, nun steht mit dem neuen Album „Nimmermehr“ eine weitere grosse Sternstunde an atmosphärisch-rockiger Unterhaltungskunst ins Haus.

Wie bereits erwähnt sind Martin Engler und Joachim Witt enge Freunde und zelebrieren jede Woche ihren „Club der lebenden Dichter“. Dabei kommt Joachim der Umstand zu Gute, dass Martin ein exzellenter Koch ist, Witt selbst kann am Herd gar nichts, erfreut sich aber an erlesenen Speisen. Im Rahmen dieses „Club der lebenden Dichter“ entstehen abstruse Ideen. Eine davon war es, eine gemeinsame Nummer zu machen, was auf den ersten Blick nicht verwundert, doch bei der Frage, wer in welcher Sprache singen sollte, kamen die beiden zunächst nicht recht zueinander, denn traditionellerweise singt Witt in Deutsch und Engler in Englisch. Als Joachim dann aber eine englische Strophe getextet hatte und Martin einen deutschen Refrain, wurden die Gehirnwindungen der beiden erst richtig aktiv. Herausgekommen ist ein Song, bei dem Martin sich von Joachim hat inspirieren lassen, den deutschen Refrain zu behalten, woraufhin dieser eine rein deutsche Strophe beisteuerte. Das Ergebnis hört auf den Namen „Kein Weg zu weit“ und „soll den Menschen Mut machen“, so der Mono Inc.-Sänger und Witt unisono.

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MONO INC. - My Deal With God (official video clip)

Getragen von dieser Inspiration sind quasi wie im Flug einige Songs in deutscher Sprache entstanden, worüber sich die Band sehr freut. „Stillstand wäre für uns der kreative Tot, weshalb wir diesen Schritt gegangen sind und darauf brennen, den Fans die neue Facette zu präsentieren.“ Musikalisch sind Mono Inc. zwischen Alternative- und Dark-Rock einzuordnen und ihre Alben werden von einer ernsten, stellenweise düsteren Stimmung getragen. Häufig aufgegriffene Themen sind Verlust und Trennung. Zu den Hauptinstrumenten der Bandmitglieder in Form von Gitarre, Bass und Schlagzeug kommen auf Konzerten weitere Instrumente zum Einsatz, so greift Martin Engler gerne zu Akustikgitarre und Piano. Obwohl die Band aus Deutschland stammt und bis auf wenige Konzerte im Ausland auch primär dort auftritt, waren die Texte von Mono Inc. bis jetzt ausnahmslos in englischer Sprache gehalten. Mit „Nimmermehr“ kommen nun zum ersten Mal deutsche Texte zum Zuge, welche mit Lyrik und Poesie glänzen und die grossen Melodien gehen sofort ins Ohr. Ein Jahr nach dem Top-10-Album „After the War“ präsentiert sich Mono Inc. souverän mit neuen und etablierten Einflüssen und stürmen unaufhaltsam weiter auf ihrem Weg zur monomanischen Weltherrschaft.

Mono Inc.

Mit dem ersten Track besitzt das Album einen Opener, der es richtig in sich hat. Bei mir hat sich diese flotte, eingängige Nummer bereits beim ersten Hören ins Ohr gefressen und sich dort fix eingenistet. Man nehme einen populären Kinderreim, lässt ihn von einem Kind rezitieren, verarbeitet ihn zu einem möglichst eingängigen Refrain, unterlegt ihn mit einem NDH-Riff, addiert zur Fülle einen Keyboard-Teppich und fertig ist ein astreiner Hit. Nach sechs englischsprachigen Alben präsentiert sich der erste Song in deutscher Sprache von seiner allerbesten Seite und seit dem ersten Hören erwische ich mich immer wieder, wie ich den Song vor mich hin pfeife. Mit Sicherheit wird der Song auf der nächsten Gothic-Party die Tanzflächen füllen. Und selbst wenn der Song letztendlich nicht gefallen sollte: „Drei Tage Regen, drei Tage Schnee, dann tut es nicht mehr weh.“ Der schwärmerische Stil des Hamburger Quartetts wuchs über die Jahre zu einer ebenso interessanten wie genussvollen Mischung aus vielen bewährten Bestandteilen, welche das alternative Rock-Genre kennt. Die zahlreichen Hit-Melodien auf dieser aktuellen Scheibe sind erneut und wie von dieser Band auch nicht anders zu erwarten, so ungewöhnlich wie Schnee in der Sahara.

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„Nimmersatt“ überzeugt mittels eines wahrlich enormen Abwechslungsreichtum und es sind immer wieder neue Feinheiten in allen Stücken wahrzunehmen. Mir selbst war die dunkle Gothic-Rock/Pop Formation mit Martin Engler (Vocals), Katha Mia (Drums), Carl Fornia (Guitar) und Manuel Antoni (Bass) bis zum Greenfield Festival kein Begriff, doch der überzeugende Live-Auftritt mit grandioser Power hat gefallen. Aus diesem Grund war ich natürlich gespannt auf das neue Album. Die ganze Scheibe zeichnet sich durch eine gewisse Wärme aus, die durch die Stimme von Joachim Witt verstärkt wird. Ebenso hitverdächtig präsentiert sich „Alles was bleibt“, das etwas orchestraler vorgetragen wird. Nach ruhigeren Stücken „Euthanasia“ und „A better way to die“, welches durch Martins tiefe, melancholische Stimme getragen wird, überzeugt „The clock ticks on“ und folgt mit „Herzschlag“ wieder ein Ohrwurm. „Days like this“ kann ich mir sehr gut beim Autofahren auf der Autobahn vorstellen. Auch mit dem langsamen „Ich teile dich nicht“, dem rockigen „Seligkeit“ und dem treibenden „My Deal with God“ kann die hohe Qualität im Songwriting und der Produktion gehalten werden. Melancholisch und besinnlich wird dann schliesslich mit „Nimmermehr“ diese starke Scheibe beendet.

Mono Inc.

Mono Inc. können auf ganzer Linie mit ihrem neusten Werk überzeugen. Von der Trackauswahl über die Instrumentierung bis hin zum Coverartwork wirkt alles äusserst stimmig. Musikalisch irgendwo in der grossen Welt zwischen Eisbrecher, Oomph!, The Cure, H.I.M. und Nick Cave, wird dem Hörer ein Silberling voller Hits präsentiert, der Lust macht, die Band live zu erleben. Schon nach den ersten Sekunden zeigt sich der typische Mono Inc. Sound, denn die Band ist ihrem Stil treu geblieben und dies trotz den neuen deutschen Texten. Mit gleichermassen emotionalen wie eingängigen Songstrukturen verfügen Mono Inc. über ein optimales Podium für ihre ausgefeilten und raffiniert versierten Spielkünste. Die Scheibe ist musikalisch eher mainstreamlastig, was nicht heisst, dass dieses Werk schlecht wäre, nur weil man einen Schwenk auf massenkompatible Musik gemacht hat. Im Gegenteil, das Album ist nicht nur für Fans ein „Must-have“! In den Handel kommt das neue Album am 9. August 2013 und jeder, der Spass an der Musik von Rammstein, Eisbrecher, Oomph! oder Megaherz hat, sollte sich diese Scheibe reinziehen!

  1. Heile, Heile Segen
  2. Seligkeit
  3. My Deal With God
  4. Kein Weg Zu Weit
  5. Euthanasia
  6. Alles Was Bleibt
  7. The Clock Ticks On
  8. A Better Way To Die
  9. Herzschlag
  10. Days Like This
  11. Ich Teile Dich Nicht
  12. Nimmermehr
Album Review: Mono Inc. - Nimmermehr
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Album Review: Amon Amarth – Deceiver Of The Gods

Nicht jede Band kann von sich behaupten alle zwei Jahre ein neues Album zu veröffentlichen, praktisch durchgehend zu touren und dennoch durchweg positive Bewertungen zu bekommen. Doch die Schweden schaffen es jedes Mal aufs Neue ihre Fans zu begeistern und so reiht sich auch „Deceiver Of The Gods“, das mittlerweile neunte Album der Melodic Death-Metaller, in die Reihe ihrer grandiosen Werke ein. Bereits nach den ersten ein bis zwei Minuten wird klar, dass Amon Amarth auch bei diesem Album dem altbewährten Schema treu bleiben. Das neue Album des Quintetts ist deutlich breiter gefächert als ihre bisherigen Alben, so lassen sich Einflüsse von Doom, Heavy und Thrash Metal erkennen. Amon Amarth selber sagten, sie wollen mehr Aggressivität in ihrem neuen Silberling und Euch erwartet ein gutes Album, versehen mit typischen Klängen und dem üblichen Wikingertum der Band.

Amon Amarth

Frische, neue Riffs, teils entfesselte Raserei, teils feine, stimmige Melodien, wiedererlangte Stimmvariation und hier und da gibts textlich mal mehr als Battle, Fight, Sword und Honor – auch wenn man im Groben natürlich der eher geradlinigen Lyrik treu gebleiben ist. Besonders ist zu erwähnen, dass man sich in die Hände von Andy Sneap, der schon wer-weiss-wieviele Metalscheiben produziert hat, begab und der hätte das versauen können, hat er aber nicht, denn das Album klingt einwandfrei nach Amon Amarth. Nicht nur die Instrumente sind härter und lauter geworden, auch Sänger Johann Hegg hat eine Entwicklung durchgemacht, so ist seine Stimme auf dem neuen Album noch kräftiger, als sie auf den vorherigen Alben ohnehin schon war. Versteht mich nicht falsch, Amon Amarth erfinden sich keineswegs neu. Hier und da schimmert der Eindruck, diesen oder jenen Part schon einmal in einem anderen Song mehr als ähnlich gehört zu haben, nach wie vor mit.

Amon Amarth schaffen es nach all den Jahren, im Rahmen ihres „Korsetts“ sich neu zu erfinden, ohne ihre Wurzeln zu vergessen. Auch das Ziel mehr Aggressivität ins Album zu bringen hat man geschafft, Amon Amarth - Loki Büste wie man gleich zu Anfang mit dem Titeltrack des Albums, welcher seine Wurzeln zweifelsohne im Thrash Metal hat, hören kann. Brachiale Thrash-Gitarren donnern hier von der ersten bis zur letzten Sekunde des Songs. Direkt danach geht es mit dem Song „As Loke Falls“ weiter, der ein wenig an alte Iron Maiden Titel erinnert. Auch die anderen Songs des Albums müssen sich in Sachen Kreativität, Aggressivität, Härte und Melodie nicht verstecken. „Father Of The Wolf“ ist eine typische Hymne nach guter „Guardians Of Asgard“-Tradition, die sich für kommende Live-Aktivitäten geradezu aufdrängt. Eigentlich gibt es aus meiner Sicht nicht viel zu meckern. Lediglich die etwas sperrigeren, aber dennoch irgendwo linientreuen „Shape Shifter“ und „Under Siege“ sind aus meiner Sicht zu vorhersehbar, doch das wars auch schon. So beginnt der Song „Blood Eagle“ mit einer etwas verstörenden Einspielung eines Sterbenden, direkt darauf jedoch legt die Band in alter Manier los. Eine drückende Double-Bass, schreddernde Gitarren und die geballte Kraft der Stimme von Johann Hegg dominieren diesen, sowie auch die meisten anderen der Songs. Hier schimmert eine gehörige Portion Slayer durch, was dem Song und dem Album an sich verdammt gut steht.

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Amon Amarth "Deceiver of the Gods" (OFFICIAL)

Wie bereits bei den Alben zuvor, haben sich Amon Amarth auch dieses Mal Verstärkung geholt, bei „Deceiver Of The Gods“ in Form des ehemaligen Candlemass-Sängers Messiah Marcolin. Zu hören ist Marcolin zusammen mit Hegg bei dem Song „Hel“, welches somit nicht nur einen prominenten Gastsänger hat, sondern sich auch mit seiner Doom-Metal-Attitüde rein stilistisch deutlich vom Rest der Songs abhebt und mit einem Riff gesegnet ist, wie es heutzutage wohl nur noch Amon Amarth zu bringen scheinen. Die neuen Klänge wirken fast schon erfrischend und bieten die Abwechslung, auf die man die ganze Zeit gewartet hat. Aber das war noch nicht alles: Mit dem letzten Titel „Warriors of the North“ legen Amon Amarth noch einen drauf. Der Track dauert einfach mal länger als acht Minuten und ist im Prinzip nichts anderes als ein Siegeslied. Er deckt so einige Facetten des Metals ab, ohne den Bezug zum eigentlichen Thema zu verlieren. Aber gleichzeitig macht man damit auch deutlich, dass es so schnell keine Veränderung geben wird.

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Für meine Begriffe ist „Deceiver Of The Gods“ die konsequente Weiterentwicklung von „Twilight Of The Thundergod“ und um ehrlich zu sein, ich hatte nicht daran geglaubt, dass Amon Amarth die Qualität dieses Werkes – denn „Twilight…“ zählt zu meinen absoluten All Time Favourites – nochmal erreichen würden. Das gute, aber nicht wirklich überragende „Surtur Rising“ bestätigte diese Vermutung, diesmal aber überführen mich die Stockholmer Jungs des Irrglaubens. Das Album ist eine deutliche Weiterentwicklung der Band, die es hiermit gewagt hat, mehr Stile zu vereinen, als sie es jemals zuvor taten. Die Herren bleiben sich treu und beschreiten dennoch den einen oder anderen neuen Pfad – wohlgemerkt Pfad, nicht achtspurige Autobahn und bleiben ihrem Stil treu und beschallen den Hörer mit Death Metal, wie ihn in dieser Form der Perfektion nur Amon Amarth abliefern können. Die neuen Elemente sind gut platziert und man muss sagen, dass Amon Amarth nach 21 Jahren Bandgeschichte immer noch mit ganzem Herzen dabei sind und jedes Album gute Arbeit mit sich bringt. Genau so und nicht anders will man ein neues Amon Amarth-Album serviert bekommen. Reinhören schadet auf keinen Fall.

Track List:

  1. Deceiver Of The Gods
  2. As Loke Falls
  3. Father Of The Wolf
  4. Shapeshifter
  5. Under Siege
  6. Blood Eagle
  7. We Shall Destroy
  8. Hel
  9. Coming Of The Tide
  10. Warriors Of The North

Die Limited Edition erscheint im Digipak in einer hochwertigen bronzefarbenen Box mit geprägtem Logo inklusive seperater Bonus-CD und Poster. Die Bonus-CD enthält vier weitere neue Songs, die im Stil der Hard Rock- und Metal-Legenden schlechthin Judas Priest, Black Sabbath, Motörhead und AC/DC eingespielt wurden.

  1. Burning Anvil of Steel
  2. Satan Rising
  3. Snake Eyes
  4. 4. Stand Up to Go Down

Amon Amarth - Deceiver of the Gods

Album Review: Amon Amarth - Deceiver Of The Gods
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Album Review: Megadeth – Super Collider

Speed Metal ade, Thrash Metal tschüss, es war schön mit euch! Megadeth waren in den vergangenen zehn Jahren eine konstante, verlässliche Grösse. Mit „Endgame“ und vorallem „United Abominations“ sind Dave Mustaine Thrash Perlen gelungen, die Megadeth im x-ten Frühling zeigten. Die Band demonstrierte Spielfreude und die Songs waren wuchtig sowie abwechslungsreich. Doch Mustaines Unberechenbarkeit ist altbekannt. Clean, nüchtern und bekehrt mag er zwar als Mensch selbst umgänglicher geworden sein, doch mittlerweile macht man ja 666 Kreuze, wenn sich Dave Mustaine ausschliesslich musikalisch zu Wort meldet – der Mann ist und bleibt auch mit 51 Jahren ein begnadeter Gitarrist – und nicht Verschwörungstheorien, Obama-Anfeindungen und Kreationisten-Geschwafel von sich gibt. Nachdem bereits das letzte Album „Th1rt3en“ von der Band stilistisch als ziemlich divers charakterisiert wurde, geht „Super Collider“ einen Schritt weiter, denn das 14. Studioalbum ist eine echte Überraschung.

Megadeth 2013

Megadeth wendet sich mit „Super Collider“ von ihren Stärken, dem gekonnten Thrash/Speed Metal ab und fokussiert sich hauptsächlich auf die melodischeren Töne im Mid-Tempo. Es ist bekanntlich auch nicht das erste Mal, dass Megadeth sich abseits metallischer Pfade orientieren, die Alben, die Mitte bis Ende der Neunziger erschienen, waren ein Beleg dafür, dass Dave Mustaine mit seiner Band eben nicht immer nur das Gleiche machen will. Mustaine ist eben ein Unikat. Der Rotschopf hat es wirklich immer wieder drauf zu überraschen. Ob es sich nun um seine politischen Statements handelt oder einfach um die Musik: Stets zeigt er sich von einer wechselbaren Seite. Das Megadeth in der aktuellen, scheinbar stabilen Besetzung die „Rust In Peace“-Sachen perfekt spielen können, haben sie auf der Bühne mehrfach bewiesen, also kann man auf Platte etwas anderes ausprobieren. Das mag die Zielsetzung bei „Super Collider“, an dem übrigens alle vier Bandmitglieder mitgeschrieben haben, gewesen sein. Angesichts der spielerischen Fähigkeiten eines Chris Broderick könnte man allerdings annehmen, dass er mit den neuen Songs dezent unterfordert ist.

Der charakteristische Gesang von Mustaine, seine Fähigkeiten als Songschreiber sowie sein streitbarer Charakter – Menschen mit Ecken und Kanten sind schliesslich immer noch die interessanteren – haben dafür gesorgt, dass die Band seit Jahren sehr hoch in meiner Gunst steht. Auch wenn die Kritiken an „Super Collider“ andernorts mitunter vernichtend ausfallen und die Leute die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, so gefällt mir im Gegensatz zu „Th1rt3en“ „Super Collider“ über weite Strecken recht gut. Wenn man nach einigen Durchläufen vier, fünf Songs permanent im Kopf hat und davon nicht genervt ist, kann man das als gutes Zeichen werten. „Super Collider“ ist kein mittelmässiges oder gar schlechtes Album geworden, die Produktion ist saftig und Mustaine singt für seine Verhältnisse ganz gut, doch die Rückkehr in härtere Gefilde steht nach wie vor aus. Zumindest musikalisch kann man Mustaine anno 2013 kein Scheuklappendenken vorwerfen.

„Super Collider“ startet mit einem coolen Basslauf in „Kingmaker“. Ein guter Opener, der mit einer mitreissenden Strophe aufwartet, allerdings ist die Nummer nicht viel mehr als ein typisches 08/15 Megadeth-Standardbauteil – Mustaine und Co. waren schon deutlich spannender. Weiter geht es mit dem Titeltrack – und das Album beginnt zu polarisieren. „Rockig“ ist das richtige Wort, um den Titeltrack zu beschreiben, denn hier klingen die Kalifornier mehr nach den neuen Def Leppard als nach „Rust In Peace“ und dürfte damit auch für verdutzte Minen sorgen. Die Nummer versprüht durchaus eine gewissen Coolness, eine reine Midtempo-Hardrocknummer mit einem ziemlich positiven Text über Menschen, die einander helfen und Spass miteinander haben. Ja Freunde, den Text hat Mustaine wirklich selber geschrieben. Der Song wirkt, wie ein Grossteil des Albums, „typisch amerikanisch“. Der Refrain brennt sich schnell ins Gedächtnis und nach dem anfänglichen Augenverdrehen fängt man an, den Song zumindest zu mögen. Spätestens ab „Burn!“ ist dann klar, dass Megadeth den raueren Klängen vorerst entsagt haben. Hier gibt es am Anfang kurzes Gitarrengewichse, danach gehts in gehobenem Midtempo auf einen simplen „Burn, baby, burn“-Pre-Chrous zu, bevor Mustaine sich tatsächlich dazu herablässt, „fire“ und „desire“ zu reimen. Da darf man berechtigterweise die Augen verdrehen.

Derzeit hat Mustaine die vermutlich fähigsten Mitmusiker in der Geschichte seiner Band um sich gescharrt. So sind die häufigen Leadgitarren-Duelle zwischen dem Frontmann und Chris Broderick ein echter Pluspunkt von „Super Collider“ und auch Dave’s Gesang überzeugt auf ganzer Linie, transportiert der Mann auf diesem Album doch so viel Emotion wie lange nicht mehr. Mit „Built For War“ kommt ein aggressiverer Track mit markanten Rhythmus der aufzeigt, wie abwechslungsreich Mustaine stimmlich auf dem Album agiert. Die Zeile „Built for war, what do you think your fists are for?“ setzt sich spätestens nach dem dritten Hören im Ohr fest. „Off The Edge“ beschreibt den verrückten Zustand der Welt, ist aber musikalisch alles andere als verrückt. Der Song beginnt zwar mit einem vielversprechenden Gitarren-Intro, verliert sich aber dann in Belanglosigkeit. Wie schön, dass „Dance In The Rain“ danach alle Register zieht. Sehr ruhig startend, wird Mustaine im Sprechgesang nicht nur von seiner Band, sondern auch von Streichern begleitet. Der Song hat eine melancholische Note, tolle Melodien und dreht sich darum, auch in schlechten Zeiten nicht aufzugeben. Das Tempo immer weiter verschärfend, überrascht der Schlusspart tatsächlich mit reinrassigem Megadeth-Thrash der 80er. Warum nicht mehr davon? Der Song ist mit Abstand der Höhepunkt des Albums. Am Anfang von „Beginning Of Sorrow“, einer modernen, passablen Rocknummer, darf Dave Junior ein bisschen mitzupfen, spannender ist aber „The Blackest Crow“, denn hier spielt man mit den Southern Rock-Einflüssen aus Mustaines Jugend. Die düsteren Südstaaten-Country-Elemente (Banjo und Geige) wird so mancher hassen, Mustaine hat damit aber einen Song geschaffen, der aus dem Rahmen fällt und trotzdem sehr gut funktioniert.

„Forget To Remember“ ist dann wieder reiner Hardrock mit gefälligem Refrain. „Don’t Turn Your Back…“ ist eine der härteren Nummern und schliesst damit den Kreis zum Opener, denn das abschliessende „Cold Sweat“ bleibt ein passables, aber unspektakuläres Thin Lizzy-Cover. Das Album hat eine Spieldauer von knapp 45 Minuten und ist in unseren Breiten am 31. Mai erschienen. Die guten Songs sind richtig gut, die weniger guten zwar weit davon entfernt, Schrott zu sein, aber teilweise ein bisschen langweilig. Es fehlen die Rausschmeisser, mit denen es Megadeth seit „Killing Is My Business“ geschafft hat, eine grosse Fangemeinschaft um sich zu scharren. Sicherlich veröffentlichte Mustaine schon schlechtere Ware, doch gibt es auf der anderen Seite zahlreiche Alben, die deutlich mehr zündeten. So erhoffe ich mir für den Nachfolger die Rückbesinnung zu alten, raueren und schnelleren Gangarten. Um „Super Collider“ gut zu finden, muss man auch die weniger metallische Seite von Megadeth mögen. Es scheint als wolle es Dave seinen ehemaligen Metallica Kollegen gleich tun und etwas für die breitere Masse bieten. Und seien wir ehrlich, so eine gequirlte Scheisse wie „Lulu“ ist „Super Colider“ definitiv nicht! Fakt ist, dass man das Album nicht als metallisches Meisterwerk oder gar als Thrash Album an sich sehen kann und darf und tatsächlich wäre es schön, wenn auch die Band dieses Album als kurzen stilistischen Ausflug statt als Massstab für die Zukunft sehen würde.

„Super Collider“ entpuppt sich als zweischneidiges Schwert: Zu Beginn etwas befremdlich, öffnen die Melodien und Gitarrenläufe mit der Zeit doch ihre Arme und es spriessen einige, tolle Momente hinaus. Vom Schlagwort „Super“ – und das tut mir als Megadeth Freak wirklich im Herzen weh – ist man Galaxien entfernt. Sicherlich ist es nicht das schlechteste Album, denn das ist nach wie vor diese „Risk“ Grütze, allerdings wage ich wirklich zu bezweifeln, dass das die grosse Riege der alteingesessenen Megadeth Fans mitmacht und dieses Album in die Annalen der Metalgeschichte hievt. Wie gesagt sind einige gute Momente auf dem Rundling drauf und auch der Versuch Südstaaten-Country-Elemente mit metallischem Sound zu versehen, wie bei „The Blackest Crow“ sollte man vom musikalischen Standpunkt aus gesehen als guten Versuch sehen. „Super Collider“ ist sicherlich kein Rohrkrepierer, aber auch noch lange kein Megaseller. Die Meckerer und ewigen Megadeth/Mustaine Hasser haben hier absolut was gefunden um ordentlich stänkern zu können. Bevor man hier zugreift muss man sich im klaren sein, dass man das Album an sich von einer nicht metallische Seite betrachten und anhören muss. Ist man auf Thrash aus, so wird man bitterlich enttäuscht. Haben Megadeth mit Alben wie „The System Has Failed“, „United Abominations“ und „Endgame“ gezeigt, wie gut der Spagat zwischen den musikalischen Wurzeln und dem Bedürfnis nach Neuem funktionieren kann, ist dies mit „Super Collider“ misslungen. So ist im Falle von „Super Collider“ ein Vergleich zwischen Megadeth und ihren einstigen Erzrivalen Metallica angebracht, verhält es sich mit dieser Platte und ihrem direkten Vorgänger doch so wie mit „Load“ und „Re-Load“: Objektiv betrachtet ist das Album mit allerhand wirklich guten Songs angefüllt, allerdings dürften die wenigsten Fans darauf gewartet haben, dass die Truppe so klingt. „Super Collider“ ist eine Überraschung, ob im positiven oder negativen Sinne liegt im Ohr des Hörers und ihr könnt euch im folgenden Stream vom ganzen Album selbst ein Bild machen.

Tracklist:

  1. Kingmaker
  2. Super Collider
  3. Burn!
  4. Built For War
  5. Off The Edge
  6. Dance In The Rain
  7. Beginning Of Sorrow
  8. The Blackest Crow
  9. Forget To Remember
  10. Don’t Turn Your Back…
  11. Cold Sweat
Album Review: Megadeth - Super Collider
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Album Review: Accuser – Diabolic

Accuser - DiabolicBereits seit dem Jahre 1986 prügeln sich die Thrasher von Accu§er durch die Welt des Metals und bei der neusten Veröffentlichung „Diabolic“ handelt es sich deshalb auch schon um den neunten Langspieler der Band. Accu§er haben noch nie dermassen rasend vor Wut geklungen, da blendet die gleissende Glut des rasenden Zorns und die Siegener hauen voll drauf, ohne mit der Wimper zu Zucken. Accu§er haben sich zum Glück in keinster Weise vom New-Wave-Trend aus Übersee anstecken lassen, thrashen in alter Manier los und wer die neueren Veröffentlichungen wie „Agitation“ oder „Dependent Domination“ bereits mochte, wird garantiert auch am neusten Album seine Freude haben. Das aktuelle Werk schafft es qualitativ an die besten Accu§er-Alben anzuschliessen und übertrifft diese sogar in weiten Teilen.

Accu§er gründeten sich im Jahr 1986 in Siegen und fanden mit ihrem Sound zwischen Bay Area Thrash Metal und dem Sound deutscher Vertreter wie „Kreator“ oder „Destruction“ ihre ganz eigene musikalische Nische. Eine der ersten deutschen Thrash Metal-Bands konnte aber anders als Grössen wie Kreator, Sodom und Destruction nur szenenintern auf sich aufmerksam machen, internationaler Erfolg blieb der Band versagt, während innerhalb Deutschlands einige Erfolge erzielt werden konnten. Nach einigen Besetzungswechseln kommt es 1996 aufgrund mangelnden kommerziellen Erfolgs sowie musikalischer Differenzen zum Split der Band, welche aber im Jahre 2008 mit voller Power sich ihr Plätzchen in der Thrash Metal Szene zurück erobern. Im Mai 2010 gibt es dann mit „Agitation“ wieder neues Material mit grossartigen klassischen Trash Riffs, melodischen Leads und virtuosen Soli. Mit Produzent Martin Buchwalter (Destruction, Suidakra) zusammen entsteht das Album „Dependent Domination“ und nun legen Accu§er nach und so erscheint am 12. April ihr neues Album „Diabolic“. Darauf zeigen sich Accu§er von ihrer besten Seite, Bullit Belt Thrash at Neck breaking speed und dies mit einer ganz eigenen Note.

Auf „Diabolic“ gibts zehn Tracks mitten in die Thrashfresse, voll auf die Zwölf sozusagen. Nach einem progressiv gezupften Intro fliegen die Finger von Herrn Schmidt punkig wie eh und je über das Griffbrett seiner Gitarre. Schon während der ersten Songs wird klar, dass es vor dieser Dampfwalze kein Entkommen geben wird. Der Titeltrack „Diabolic“ ist mit einem schönen Groove unterlegt, ballert immer wieder frech davon, baut einige sanfte Verzögerungen ein und neben dem angepissten Gesang, der auch mal mit ein bisschen Hall ausfadet, sind es gerade die immer wie irr flitzenden Soli, die herrlich passende Akzente setzen und den Songs einen hohen Wiedererkennungswert verpassen. Bei allem Thrash muss der Fan aber nicht auf ein wenig Abwechslung verzichten, die überraschend ausgefeilten Tempiwechsel überzeugen genauso wie die tiefen Shouts, welche die Blastbeats des Schlagzeugs ergänzen. Auch bei den Vocals gibt es nichts zu meckern, im Gegenteil, da kommen durchaus auch das eine oder andere Mal Erinnerungen an den grossen Chuck Billy hoch.

Accuser

Solos, instrumentale Ausklänge und Überleitungen sowie ein paar bunte Zwischentöne wie das Horrorschrillen in „Deification“ sind die Augen des Sturms, in denen man kurz verschnaufen kann, bevor erneut die Hölle losbricht und die komplette Last der Welt über einem zusammenbricht. In „Cannibal Insanity“ konkurrieren akustische und elektrische Gitarre für einige Sequenzen und lässt mit „Deification“ schon fast leichte Core-Einschläge hören. „Dethroned“ schiebt sich durch den fast schon melodischen Ansatz der Leadgitarre in den Vordergrund und es ist bemerkenswert, wie präzise und zielsicher die komplette Band dabei wirkt. Dabei gibt es nicht permanent nur auf die Zwölf, sondern Songs wie das Titelstück, „Apocalyptic Decay“, „Beyond The Blackness“ oder „Save Your Legends“ begeistern durch melodische, originelle Riffs, rhythmische Schlenker und fast durchgehend einprägsame Refrains. Selbst beim Longtrack „World Wide Violence“ kommt keinerlei Langeweile auf.

Zu keiner Zeit entsteht beim Hören auch nur der Anflug der Idee, dass die Zügel für eine Sekunde aus Händen gleiten könnten. Auch wenn die Songs in aller Regel mit überlanger Spielzeit daherkommen, so sind Worte wie Langeweile oder totgedudelt absolut fehl am Platze. Accu§er nutzen ihre Chance und legen mit „Diabolic“ ein unerwartet starkes Album nach, was nach „Dependent Domination“ ganz sicher nicht erwartet werden konnte. Klangen auf „Dependent Domination“ vor allem gegen Ende der Spielzeit einige Songs etwas gleichförmig, hält man auf „Diabolic“ den Spannungsbogen aufrecht. Zudem lassen sich die Bay-Area-Einflüsse der Band zwar noch heraushören, aber Accu§er klingen mittlerweile mehr nach sich selbst als je zuvor. Besondere Erwähnung sollen an dieser Stelle noch die wirklich genialen Gitarren-Soli finden, welche stets einen echten Höhepunkt des jeweiligen Songs darstellen und sowohl technisch beeindrucken als auch mit feinen Melodien glänzen.

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Accuser - Diabolic

Auf Nummer sicher gehen Accuser nicht, denn die Songs knacken allesamt die Fünf-Minuten-Marke, zehn Songs in mehr als sechzig Minuten purer Thrash-Power. Obwohl man mehr als eine Stunde weichgeklopft wird, liegt der erfahrene Stahlschädel am Ende nicht in Trümmern, sondern grinst selig. Was die Texte angeht, gehörten Accu§er schon immer zu den angenehm kritischen Geistern und da macht auch dieses Album keine Ausnahme. Anstatt komplexe Experimente zu wagen, wird eine geschlagene Stunde lang geholzt, bis sich der Wald ins Nirvana verabschiedet hat. Tiefe Gitarren und hohe Soli, eingängige Midtempo-Hymnen und unberechenbare Blastbeats, Hardcorepunk Attitüde und Metalsound – dieses Album setzt sich zwischen die Stühle und ist auch noch stolz darauf. Und das völlig zurecht, denn ich würde nicht darauf wetten, dass in diesem Jahr noch ein Thrashalbum derart schnaubend und tobend die Gehörgänge durchputzen wird. Also Freunde, Sense weg und ab auf den Mähdrescher, denn mit „Diabolic“ habe ich aktuell ein Lieblingsalbum und halte es für einen heissen Anwärter auf den Titel „Thrash-Album des Jahres“. Unbedingt kaufen!

  1. Apocalyptic Decay
  2. Diabolic
  3. Cannibal Insanity
  4. Deification
  5. Dethroned
  6. Beyond the Blackness
  7. Save your Legend
  8. Immortal Aggression
  9. Remains of Chaos
  10. World Wide Violence
Album Review: Accuser - Diabolic
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Album Review: Terminal Prospect – Redefine Existence

Terminal Prospect - Redefine ExistenceAm 5.April haben die schwedischen Thrasher von Terminal Prospect ihr zweites Album „Redefine Existence“ über Gravity Entertainment veröffentlicht. Die Band bezeichnet ihre Musik ganz bescheiden als „Superior Swedish Thrash“ und sind stolz ihr neustes Werk auf den Markt zu bringen: Das Album beschäftigt sich mit Themen die Terminal Prospect selbst ein Anliegen sind und die Musiker persönlich beschäftigt.

Terminal Prospect wurde im Jahre 2005 von Kristian Norelius und Jussi Niiranen gegründet mit der Idee den klassischen Thrash Metal mit Melodic Death Metal zu kombinieren. Die Idee nimmt aber erst allmählich Gestalt an, als Ex- DOGMA Drummer und Produzent Sebastian Rojas im Jahr 2006 ein Teil der Band wird. Mit dem Debüt „Absence of Light“ bewiesen die vier Jungs dass durchaus musikalische Kompetenz für einen „Durchmarsch“ vorhanden ist. Wuchtig und Brachial verarbeiten Terminal Prospect in ihrer Musik und in ihren Texten das Versagen der Menschheit und die Auswirkungen des jahrhundertelangen Raubbaus an der Umwelt und der Menschen untereinander.

Dabei scheinen Terminal Prospect auch eine durchaus „lernwillige“ Truppe zu sein und zudem eine, die sich trotz ihrer selbsternannten stilistischen Zuordnung keinerlei Limits auferlegt. Die Band erweist sich auf auf dem neusten Album nämlich vielschichtiger und kann nicht nur reichlich Thrash verschiedener Herkunft und Generationen (von „Forbidden“ über „Trivium“ bis hin zu „Nevermore“) sowie Melodic Death Metal (von „At the Gates“ über die frühen „In Flames“) anbieten, sondern auch reichlich eingängige Passagen und Harmonien der Maiden-Schule. Diese setzen einen Kontrast, nicht nur bei den Heftigkeit des Materials, sondern auch zu den teilweise recht harschen, komplexen Parts, welche dadurch noch besser zur Geltung kommen, zumal die Herren es wirklich gut verstehen, ihre Kompositionen eingängig zu gestalten. Heavy, Melodic Thrash Metal-Riffing kombiniert mit klassischen Rhythmen und Harmonien. Folgendes Statement zu „Redefine Existence“ der Band selbst:

This album is the soundtrack of the different states of mind: anger, hate, frustration, power and strength.The thoughts of this album are simple and directly to the point: It’s just the band playing. We developed our sources of inspiration as we as a band considered the power of life. The lyrics are written in different situations of our lives. „Redefine Existence“ means that when you ask yourself to retry everything, clean up yourself from the frustrations – then in the end you are much stronger than before.

Terminal Prospect

Viele Songs pflügen sich schon nach kurzer Anlaufzeit einen direkten Weg ins Gedächtnis. Als etwas gewöhnungsbedürftig erweist sich allerdings das Organ von Kristian Norelius, dessen Stimme zwar ordentlich Aggression zu vermitteln weiss und in manchen Passagen passend böswillig rüberkommt, auf Dauer allerdings eher den Eindruck hinterlässt, er müsste gegen die Urgewalt seiner Kollegen ankämpfen. Freilich passt die Stimme vor allem im eher geradlinig dargebotenen Thrash- Bereich zum gnadenlos drückenden Instrumental-Vortrag, auf lange Sicht gesehen aber stellt sich auf Grund der Stimmlage und des Krakelns aber doch eine gewisse Sättigung ein, da hilft auch der starke Hall auf dem hohen und immer gleichen Krächzgesang nicht.

Leider kommt „Redefine Existence“ komplett ohne jeden Hit daher und sofern man sich mit dem Gesang anfreunden kann, der nun wirklich kein Highlight geworden ist und nach verstärktem Genuss doch sehr an den Nerven sägt, ist das Ablum ein solides aber höhepunktarmes und damit eher belangloses Werk, das aufgrund des Gesangs starke Nerven erfordert und dafür einen Punktabzug kassiert.

  1. The Exodus
  2. Chains Of Guilt
  3. The Edge Of Confusion
  4. A Memory To Keep
  5. Price Of The Age
  6. Unfortunately Not
  7. Resurrection
  8. Unleash The Fury
  9. Aggressive Obsession
  10. Redefine Existence
  11. Liquid Mind
Vorschaubild
Terminal Prospect-Redefine Existence-The Official video- Feat. Ignacio Torres
Album Review: Terminal Prospect - Redefine Existence
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Album Review: Machine Head – Unto the Locust

Wer braucht schon noch Metallica – die sich mit Lou Reed experimentell betätigen – wenn das Thrash-Metal Monster Machine Head die Herren aus Los Angeles in Punkto Spielfreude, Härte und stimmlicher Urgewalt überholt hat? Vier Jahre hat es gedauert. Vier Jahre, in denen Robb Flynn, Adam Duce, Phil Demmel und Dave McClain unablässig tourten und mit ihrem Meisterwerk „The Blackening“ gnadenlos den Tinnitus der stetig wachsenden Fangemeinde schürten. Doch nun ist es wieder soweit! Machine Head liefern mit „Unto The Locust“ das Album des Jahres und zudem das beste Album der Band-Geschichte ab. Auch auf diesem Werk geht das Quartett neue Wege und das auf unglaublich überzeugende Art. Machine Fucking Head!

Mit „Unto The Locust“ melden sich die legendären Neo-Thrasher aus Oakland zurück und die Frage, ob dieses Machwerk den immensen Ansprüchen gerecht wird, kann ich nur mit einem dicken YEAAAH!!! beantworten. Aber beginnen wir vorne: Frontman Rob Flynn hat anscheinend seinen Nasenring abgelegt und zudem Gesangsunterricht genommen. Dies macht sich bereits beim Opener „I Am Hell“ bemerkbar. Herr Flynn legt ein stimmlich sauberes Gregorian Intro hin um sich danach von seinen Bandkollegen die Drums und tiefgestellten Gitarren um die Ohren hauen zu lassen bevor er mit seiner altbekannten Aggressivität zu Werke geht. Genau dieses Schema zieht sich wie ein wunderbarer roter Faden durch das gesamte Album. Flynns neue stimmliche Fähigkeiten gepaart mit der Spielfreude seiner Bandkollegen ist einfach atemberaubend: Atemberaubend schnell, atemberaubend abwechslungsreich und atemberaubend hart! Grossartig!

Die CD beginnt mit „Sangre Sani“, fast düsterem Choralgesang, dem ersten von drei „Akten“ des Titels „I Am Hell“. Nach einer knappen Minute folgt der tonnenschwere zweite Teil dieser eigenwilligen Exposition. Angesichts dieser Dampfwalze steigt die Vorfreude ins Unermessliche und dann zählt Dave McClain endlich ein und die Hölle bricht los, im wahrsten Sinne des Wortes, denn „Ashes to the Sky“ ist eine Panzerfaust von einem Song – Ohne Gnade preschen die Jungs voran und lassen die Strophen in einem grandios epischen Refrain münden, der einfach nur mitreisst. Nachdem er zum zweiten Mal erklingt, packen Robb und Phil die schweren Geschütze aus: Die von Fans so abgöttisch geliebten Soli sind wieder mit an Board, schneller und brachialer als je zuvor. Und dann – Breakdown. Aber auch hier ist noch nicht Schluss, denn bevor dieses über achtminütige Monster mit einem gewaltigen Finale zum Stillstand kommt, erklingen noch sanfte, semi-akustische Akkorde, die den Eindruck absolut machen. Nach dem ersten Hören denke ich nur: Woah, wenn das so weitergeht…

Und wie es weiter geht, „Be Still And Know“ beginnt mystisch und verheissungsvoll, bevor auch dieser Song explodiert. Ein absolut urgewaltiger Refrain thront hoch oben auf den niveauvollen Strophen. „And the Sun will rise – Dawn will break through blackest Night…“ – Gigantisch. Aber wir würden hier nicht von Machine Head reden, wäre das schon alles. Auch dieser Song prahlt nur so mit Killer-Soli und grossartiger Abwechslung. Es folgt die bereits vor einiger Zeit veröffentlichte erste Kostprobe und gleichsam der Titeltrack des Albums, „Locust“. Hier wird konsequent und auf – so unfassbar es scheint – noch höherem Niveau fortgesetzt, was auf „The Blackening“ begann! Die Strophen sind so von Groove erfüllt, dass es kracht und der Refrain ist melodisch, knackig und packend. In einer spannenden Bridge erklingt plötzlich Robb Flynns so typischer, glasklarer „Knabengesang“, bevor die schon unverschämt göttlichen Gitarren sich wieder ans Werk machen und alles zersägen, was ihnen in die Quere kommt. Auch Dave McClain an den Drums kennt absolut kein Halten.

Vorschaubild
MACHINE HEAD - Locust (Lyric Video)

Der vierte Song heisst „This Is The End“, eine kleine, feine Melodie stimmt den Hörer ein und – es ist absolut göttlich – schon wieder fliegt einem alles um die Ohren. Spätestens hier sollte dem Hörer die Kinnlade runterklappen, denn dieses Tempo und dieser Druck – das könnte selbst für Machine Head ein neuer Rekord sein. Was hier den Gehörgang entlangbrettert, ist kaum in Worte zu fassen. Nach diesen „nur“ 6 Minuten und 12 Sekunden braucht man einfach genau die Verschnaufpause, die „The Darkness Within“ bietet. Dieser kann ohne Weiteres mit dem schon legendären semi-balladesquen Kracher „Descend The Shades Of Night“ mithalten. Beschreiben kann und muss ich die Genialität dahinter nicht, der Vergleich sollte aussagekräftig genug sein und den Rest muss man einfach selbst erfahren. Ein schlicht fantastisches Musikstück.

Wer jedoch noch mehr Ruhe will, muss wohl abschalten, denn mit „Pearls Before The Swine“ rollt das nächste Urgewitter heran, dessen Donner live Berge erschüttern wird und dessen Blitze sie zum schmelzen bringen werden. Wer „Unleash the Wolves“ mochte, wird dieses Stück lieben. Knallharte Riffs, bestialische Vocals und ein völlig unerwarteter Umschwung in der zweiten Hälfte machen auch diesen Song zu einem Unikat allererster Güte. Mit „Who We Are“ beginnt das letzte Stück dieses Albums und das auf ungewöhnliche Weise, denn tatsächlich singt ein Kinderchor den Refrain, nur um dann von Flynns brachialem Organ abgelöst zu werden. Die Strophen schneiden sich messerscharf in die Trommelfelle, der Refrain könnte machtvoller nicht klingen – eine Hymne von unbändiger Gewalt. So unglaublich es klingt, die folgenden letzten Soli setzten nochmal eins drauf und brennen alles nieder. Und nochmals erklingt der Kinderchor, diesmal gemeinsam mit Robb – es ist unfassbar genial und kolossal und dann, ganz langsam, mit Streichern und militärischem Schlagzeugmarsch klingt „Unto The Locust“ aus.

Freunde, ich weiss nicht, wann oder ob ich schonmal ein Album gehört habe, bei dem jeder einzelne Song das Gesamtwerk namhafter Bands in den Schatten zu stellen vermag, doch diese Scheibe ist so ein Ding. Im nächsten Jahr feiern Machine Head ihr zwanzigjähriges Jubiläum und von Müdigkeit sind sie ungefähr so weit weg wie ein Red Bull-süchtiger Freeclimber. Schon bei „From The Ashes of Empires“ sagte man, das wäre der Höhepunkt ihrer Karriere, bei „The Blackening“ revidierte man dieses Urteil und nun bei „Unto the Locust“ gelang es der Band zum dritten Mal in Folge, alles bisherige mit Abstand zu überflügeln. Es gab viele interne Probleme, das stimmt, aber mit all ihrem Schweiss und Herzblut haben diese Jungs für ihre Band und für sich selbst gekämpft und das hört man. Wer so viel Herz in seine Musik stecken und dies dann auch noch dermassen meisterhaft umsetzen kann, der wird schon zu Lebzeiten unsterblich. Ich weiss nicht, was noch Kommen wird, aber ich kann nur das Unmögliche erwarten, denn genau DAS ist zu einem Synonym geworden für „Machine Head„. In diesem Sinne: Kaufen, einlegen, aufdrehen oder Album kaufen, Tickets besorgen und im Herbst abfeiern – Das ist Vollkommenheit! Absolut formidabel.

Tracklist:
01. I Am Hell (Sonata In C#)
I. Sangre Sani
II. I Am Hell
III. Ashes To The Sky
02. Be Still And Know
03. Locust
04. This Is The End
05. Darkness Within
06. Pearls Before The Swine
07. Who We Are

Special Edition Bonus Tracks:
08. The Sentinel (Judas Priest Cover)
09. Witch Hunt (Rush Cover)
10. Darkness Within (Acoustic)

Album Review: Machine Head - Unto the Locust
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Album Review: Trivium – In Waves

Dieses Album ist Modern Thrash-Metal-Core-Art vom Feinsten! Es beginnt die Zeit der Auflehnung. Eine Revolution gegen anhaltende musikalische Trends im Metalsektor. Eine Antwort auf die drohende Stagnation der modernen Gitarrenkunst. Trivium wagen den Versuch, etwas Neues zu kreieren und der Welt zu zeigen, dass auch im Jahr 2011 noch frische Songs geschrieben werden können. So sind zumindest die Aussage von Frontmann Matt Heafy und würden Trivium Machine Head heissen, würde das neue Werk nicht den Titel „In Waves“, sondern „The Blackening“ tragen. Wieso? Weil Rob Flynn & Co. anno 2007 ihren bereits bei „Through The Ashes Of Empires“ begonnenen neuen Weg exzellent gefunden hatten, was sich vor allem in komplexen und abwechslungsreichen Songs widerspiegelte. Genau so steht es mit Matt Heavy und seinen Mitstreitern, die ebenfalls beim Vorgänger „Shogun“ deutlich mehr anspruchsvollen Metal und weniger Core in ihren Sound integrierten. Freunde, ihr dürft heiss sein auf neue Kost aus Florida…

… denn Trivium lassen euch auch 2011 nicht im Stich! Der Look des jüngsten Trivium-Sprösslings „In Waves“ zeigt mit seinen düsteren und mysteriösen Facetten einen kontrastreichen Gegenpol zur sonnigen Heimat der Band, Florida. Ein stimmiges Gesamtbild präsentieren sich mit dem Artwork, den Songstrukturen sowie dem Videoclip zur ersten Singleauskopplung, die ebenfalls den Albumtitel „In Waves“ trägt: Bedrohlich, finster und von einprägsamen Überraschungen gespickt, zeigt das Album die Band, nach der Neubesetzung mit Nick Augusto an den Drums, von einer erwachseneren, nachdenklicheren Seite, die sich weitab von typischen Klischees des Metalcore bewegt. Das Cover ist deutlich düsterer, die Band selbst zeigt sich im Video zu „In Waves“ nicht als headbangende Metalkombo, sondern als Gruppe Abenteurer. Und auch die Musik zeigt vom Start weg einen bedrohlich finsteren Charakter.

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TRIVIUM - In Waves (Official Music Video)

Ein Intro und schon geht’s mit der Vorabsingle und Titeltrack „In Waves“ sowas von in die Vollen, ähnlich dem exzellenten „Shogun“-Opener „Kirisute Gomen“. Jungs, dass ist mal ein Arschtritt: „Capsizing the Sea“ zieht den Spannungsbogen rauf, der mit dem ersten Ton vom folgenden Namensgeber des Albums gleich mächtig niedergeschrien wird. Viermal hallt ein aggressiv geshoutetes „In Waves“ durch die Boxen, bevor das Ganze in einen wieder einmal begnadeten Refrain mündet, wie ihn in diesem Sektor wohl nur Trivium schreiben können. Der Song bereitet den Hörer auf das vor, was die Band 2011 ausmacht: Mehr Härte, mehr Dunkelheit, einprägsame Refrains und Melodien und Mut zur Abwechslung. Genau diese Rhythmuswechsel, gepaart mit dem Rückgrat zum verstärkten Einbau technisch anspruchsvoller Instrumentalparts (siehe „The Blackening“) lassen „In Waves“ zu einem absoluten Highlight der Metalveröffentlichungen des Jahres werden.

Im Laufe des Albums ziehen die Jungs unheimlich geschickt und souverän das Tempo immer wieder an, streuen erschütternde Beats ein und treten dann wieder effektvoll auf die Bremse. Viele Rhythmusvariationen und ein unbändiger Ideenreichtum prägen das Album. Einerseits schrauben sich in fast jedem Song die Refrains unwiderruflich ins Gedächtnis des Hörers, andererseits gibt es auch nach zahlreichen Durchläufen noch etwas zu entdecken. Diese Stärke schöpft die Band auf „In Waves“ ähnlich souverän wie auf „Ascendancy“ aus, nur dieses Mal sind die Instrumentierung und der Gesang noch ein gutes Stück ausgereifter.

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Trivium - Inception Of The End (Audio)

„Inception of the End“ und „Dusk Dismantled“ sind zwei brachiale Dampframmen und so ziemlich das geilste, was mir von Trivium bis dato zu Ohren gekommen ist, wovor ich mich einfach nur verneigen kann. Vor allem zweitgenannter ist streckenweise lupenreiner Death Metal. Für „Watch the World Burn“ und „Built to Fall“ kann keine andere Bezeichnung als genial verwendet werden. Weiteres Highlight ist das unheimlich groovende „Black“ und die finale Halbballade „Of all these Yesterdays“, diese klingt vielleicht im ersten Durchlauf noch etwas hölzern, entfaltet später aber einen Charme sondergleichen!

Die Songs, die sich durch eine solche Fülle an Abwechslungen und Spielereien meist oberhalb der 4-5 Minutengrenze befinden, sind für sich genommen immer noch homogen und klingen nicht überfrachtet und doch erscheint das Album wie aus einem Guss! Der Prozess, dem sich die Band unterzogen hat, wird bereits im melancholisch angehauchten Intro „Capsizing The Sea“ deutlich, das eine beklemmende Spannung bis hin zu den ersten packenden Schreien von „In Waves“ aufbaut. Von flotten Stücken bis hin zu brachial daher kommenden Tracks bietet die Platte eine ausgewogene Mischung an Härte und Tempo und sorgt für ein durchwegs stimmiges Hörgefühl.

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Trivium - Watch The World Burn [OFFICIAL VIDEO]

Mag es nun am Drummerwechsel liegen, oder an der persönlichen Weiterentwicklung der vier Jungspunde aus den Staaten – „In Waves“ sticht aus dem Pool der herkömmlichen Metalcore-Scheiben aus den vergangenen Jahren durch Intelligenz und Ideenreichtum hervor. Man wünscht sich bei der Platte zwar an mancher Stelle, die Herren wären noch ein wenig mutiger an die Sache rangegangen und hätten sich selbst noch härter an ihr Limit getrieben, aber dafür bleibt den Mittzwanzigern in Zukunft noch genug Spielraum nach oben offen. Trivium haben definitiv ein herausragendes Album geschrieben. Ob dies die heldenhafte Antwort auf die Stagnation des modernen Metalsektors ist, wird wohl erst die Zeit endgültig klären. Die Band hat ihre gewohnten Stilmittel nahezu perfektioniert, mit einer Prise ungewohnter Dunkelheit und Härte verfeinert und nebenher ein halbes Dutzend Highlights auf CD gebannt. Viel besser kann man es eigentlich nicht machen.

Trivium „In Waves“ ist der absoluter Kauftipp aus der Gruft für alle Metalfans da draussen! Dabei sollte man die Special Edition von „In Waves“ im Auge haben, bekommt man doch hier für etwas mehr deutlich was geboten: 5 Bonustracks (u.a. eine fantastische Coverversion des Sepultura-Evergreens „Slave New World“) sowie eine DVD mit Livematerial, bei der u.a. auch Stücke dieses aktuellen Albums performt wurden und einer 40-minütigen Behind-the-scenes-Dokumenation.

Trackliste:

  1. Capsizing The Sea
  2. In Waves
  3. Inception Of The End
  4. Watch The World Burn
  5. Dusk Dismantled
  6. Black
  7. Built To Fall
  8. Caustic Are The Ties That Bind
  9. A Skyline´s Severance
  10. Forsake Not The Dream
  11. Chaos Reigns
  12. Of All These Yesterdays
  13. Leaving This World Behind

Album Review: Trivium - In Waves
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Album Review: Amon Amarth – Surtur Rising

Ordentlich Durchschlagskraft hatten Amon Amarth schon immer, mit dem achten Studioalbum „Surtur Rising“, welches heute rausgekommen ist, hatte man sich von Anfang an zum Ziel gesetzt, ein härteres, wütenderes, traurigeres, melancholischeres und gleichzeitig mönströseres Album zu schreiben, als es „Twilight of the Thunder God“ nach Meinung der Band war. Und so weiss man auch exakt, was einen auf „Surtur Rising“ erwartet. Wahnsinnig fette Riffs, ultratiefe Wikinger-Vocals und Melodien zum Niederknien. Das Album verdient in sämtlichen Kategorien die Höchstnote, denn es ist alles da, was ein perfektes Metal-Album braucht. Selbst wenn ich Trinkhörner immer noch als eine Art Penisersatz ansehe, bieten Amon Amarth hier Metal der Sonderklasse. Macht weiter – und zwar genau so!

Amon Amarth, die Death-Metal-Band aus Tumba, einem Vorort der schwedischen Hauptstadt Stockholm bietet auf ihrem neuen Album wieder so einiges für den geneigten Hörer. Während das letzte Album auf lange Sicht ein wenig zu deutlich in klassischen Metal-Gefilden wilderte, schafft „Surtur Rising“ genau den richtigen Spagat zwischen schwarz angehauchtem Death Metal und traditionellen Heavy Metal Melodien und stellt die logische Fortsetzung der bisherigen Band-Diskografie dar. Musikalisch baut „Surtur Rising“ auf dem Vorgängeralbum „Twilight of the Thunder God“ auf und klingt dennoch düsterer und epischer und ist dabei völlig im Einklang mit dem zentralem Thema des Albums, dem Feuerriesen Surtur. Thematisch bleibt die Band somit ihrem Konzept der letzten Alben über die nordische Mythologie treu und vermeidet weiterhin klischeehafte Heroenschlachten zu besingen, sondern konzentriert sich auf die Mythologie an sich.

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Amon Amarth "War of the Gods" (OFFICIAL)

Amon Amarth gelingt es einen von der ersten bis zur letzten Sekunde vollkommen zu packen. Das Album berührt, weckt Emotionen und lädt auf eine musikalische Reise ein, die Welten vor dem inneren Auge entstehen lassen. Seit dem vierten Album „Versus The World“ aus dem Jahre 2002 hat sich bei Amon Amarth in musikalischer Hinsicht nichts mehr oder zumindest nur noch sehr wenig getan. Die Band hat mit diesem Album ihren Weg gefunden und schreitet diesen unbeirrt fort. Melodischer Death Metal, viel klassischer Heavy Metal und Johann Heggs unverwechselbarer Gesang. Amon Amarth haben es ein weiteres Mal geschafft, all ihre Stärken zu bündeln und epische Soli, starke Melodien, furiosen Death- und klassischen Heavy Metal zu einer unglaublichen Mischung zu vereinen. Schon mit dem Opener „War Of The Gods“ fühlt man sich sofort heimisch. Auch die folgenden „Töck´s Taunt – Loke´s Treachery Part II“ und der Quasi-Titelsong „Destroyer Of The Universe“ klingen vertraut. Ersteres ist einer der typischen, wuchtigen Mid Tempo-Stampfer, bei letzterem wird etwas mehr Gas gegeben. „The Last Stand Of Frej“ ist eine melancholische, doomige Nummer bei der Amon Amarth sogar auf Streicher zurückgreifen. Und ob man es glaubt oder nicht, diese fügen sich nahtlos ein, als wäre es das natürlichste der Welt, dass die Band plötzlich mit Streichern anrückt. Interessant klingt auch das Gitarrenspiel beim folgenden „For Victory Or Death“, das von allen Songs des Albums am ungewöhnlichsten klingt. Auch hier kommen gegen Ende wieder die Streicher zum Einsatz. „Wrath Of The Norsemen“ ist wieder deutlich simpler gestrickt. Beim Rausschmeisser „Doom Over Dead Man“ setzen Amon Amarth die Streicher am offensivsten ein, geben ihnen nicht nur die Rolle im Hintergrund, sondern lassen sie einen Grossteil des Songs tragen.

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Bloodshed Over Bochum DVD - Bastards Of A Lying Breed

„Surtur Rising“ ist ganz nach bewährtem Amon Amarth Muster aus Melodie und Aggression geschmiedet und dabei das Album geworden, das man erwarten konnte – im Grossen und Ganzen ansprechend und durchaus starke Momente besitzend, aber leider auch zu keiner Zeit überraschend oder atemberaubend. Doch der Erfolg wird den Schweden erneut Recht geben. Die vielen feinen Melodien, die beizeiten sogar zart wirken, kommen genauso gut rüber wie das kraftvolle Schlagzeug und die druckvollen Gitarrenwände. Schade, dass man die Flammen nicht einmal unkontrollierter hat lodern lassen – gerade jetzt, wo man doch Surt, den Ersten der Feuerriesen und Auslöser des Weltenbrandes besingt. Und dennoch reiht sich das Album bereits jetzt auf der Liste der Alben des Jahres ein!

Album Review: Amon Amarth - Surtur Rising
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Album Review: DevilDriver – Beast

Dachte man noch daran, das Devildriver mit dem letzten Album „Pray for villains“ keinen weiteren „höher-schneller-weiter“-Bomber abwerfen wollte, wird mit „Beast“ schnell eines Besseren belehrt. Meine Fresse, die Marschrichtung steht nach nur wenigen Takten fest: Hier bekommt der geneigte Hörer eine brutale Thrash-Death-Metal Volldröhnung verabreicht. Eine, die sich gewaschen hat! Da knallt einem Devildriver rund um Frontmann Dez Fafara einen Wutklumpen um die Ohren, dass die Erde erzittert! Die Produktion von „Beast“ ist hammerhart. Was da aus den Boxen drückt, ist nichts anderes als ein wutentbrannter Balrog aus den Untiefen des Herr der Ringe Universums – da schwenken selbst die Boxen die weisse Fahne.

Schon das Opening-Triple „Dead to rights“, „Bring the fight (to the floor)“ und „Hardened“ ist ein wirklich schwer zu verdauender Brocken, wenn gleich man ja harte Kost von DevilDriver gewohnt ist. Treibende Kraft ist einmal mehr Drummer John Boecklin, der mit Jon Miller am Bass ein Beton-Fundament mischt. Zu den akzentuiert gespielten Bassattacken gesellen sich gewaltige und präzise auf den Punkt gespielte Riffs der beiden Gitarristen Jeff Kendrick und Mike Spreitzer. So wie es aussieht hat Urgewalt Dez Fafara auf der letzten Tour wohl ordentlich Black Metal und Punk Rock über seinen MP3-Player getankt. Das Songwriting hat fast ein Jahr gedauert und musste praktisch auf der Strasse geschrieben werden, da die Band ja ständig auf Achse war. Die Texte sind nicht durch die Blume gesprochen, beziehungsweise gebrüllt, sondern sind sehr direkt ausgefallen. Sänger Dez Fafara verarbeitet darin unter anderem Emotionen des Tourlebens.

Produzent Mark Lewis (All That Remains, Trivium) hat auf „Beast“ ganze Arbeit geleistet und der Band einen ungemein druckvollen Sound verpasst. Rasende Riff-Abfahrten mit peitschenden Drums, es kann einem schwindelig dabei werden. Das folgende „Shitlist“ wirkt etwas zugänglicher, was auch im weiteren Verlauf auf „Crowns of creation“ zutrifft. Straighter kommen „You make me sick“ und „Coldblooded“ daher, doch im Grossen und Ganzen vermisst man die eine oder andere packende Hookline, für die die Band in der Vergangenheit so bekannt war. Kurz vor Ende haut man mit dem 16 Horsepower-Cover „Black soul choir“ einen künftigen Live-Killer raus. Alleine schon wie giftig Dez Fafara „Every man is evil, yes! Every man’s a liar!“ rauskeift, ist abartig geil!

Dass DevilDriver sowohl im Studio, als auch auf der Bühne, alles geben, ist bekannt. Legendär ist immer noch ihr Auftritt beim englischen Download Festival aus dem Jahre 2007, als während der Show der bis dato angeblich grösste Circle Pit der Geschichte entstanden ist. Wer die letzten Interviews mit Dez Fafara ein wenig mitverfolgt hat, dem ist klar: die Band hat eine Mission – “to work hard, rock harder, and kick as many asses as possible in the process“.

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DevilDriver - Dead To Rights [OFFICIAL VIDEO]

Fazit: Hier regiert der Vorschlag-Hammer! Fans des modernen Thrash Metals werden voll und ganz auf ihre Kosten kommen! Es ist schwierig, besondere Highlights der CD zu benennen, da jeder Titel seine interessanten Momente hat und jedes Lied auch durch andere Eigenschaften glänzt. Front-Teufel Dez Fafara und seine Mannen durchleben mit „Beast“ zweifelsohne eine weitere Steigerung in Sachen Aggressivität. Wer auf derbes Bass Gewitter und schwere Gitarrenriffs steht, wird an „Beast“ nicht vorbeikommen. „Beast“ ist das mit Abstand bisher schnellste und brutalste Werk der Truppe aus Santa Barbara. Die Vocals stehen im Mittelpunkt, verdrängen allerdings niemals die Instrumentenfraktion. Der Gesamtsound ist brillant und lupenrein. So soll Metal sein!

Trackliste

  1. Dead to Rights
  2. Bring The Fight (To The Floor)
  3. Hardened
  4. Shitlist
  5. Coldblooded
  6. You Make Me Sick (Sacred Secrets)
  7. Talons Out (Teeth Sharpened)
  8. Blur
  9. The Blame Game
  10. Black Soul Choir
  11. Crowns of Creation
  12. Lend Myself To The Night
Album Review: DevilDriver - Beast
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Album Review: Monster Magnet – Mastermind

Einfach grossartig wie es Monster Magnet auf der neuen Scheibe „Mastermind“ schafft, nicht nur zwölf Hammer Songs abzuliefern, sondern auch gleich an den unvergleichlichen „Larger Than Life“-Groove anzuknüpfen, der die Band seit jeher umgibt, aber auf dem Weg leider ein bisschen verloren ging. Aber „Mastermind“ hören ist wie nach Jahren wieder einen guten Freund zu treffen, den man aus den Augen verloren hatte. Alles, was diese Band gross und wunderbar gemacht hat, gibt es auf „Mastermind“! Back from space, Lord! Space Lord! Motherfucker!

Man kann es drehen und wenden wie man will: Monster Magnet sind wieder da. Und wie! Das Markenzeichen der Band war und ist Wyndorfs durchdringende Stimme, die auch nach zwanzig Jahren nichts an Charisma und Magie eingebüsst hat. Bei „Monolith, Baby“ war dann aber irgendwie die Luft raus, die geplante Tour wurde aufgrund einer wiederholten Tablettenvergiftung des Masterminds gecancelt, der nach Therapie mit „4-Way Diablo“ zurückkehrte. Nun sind weitere drei Jahre vergangen und lasst euch sagen, das aktuelle Werk zeigt, dass Monster Magnet wieder auf Kurs sind.

Schon der Opener „Hallucination Bomb“ mit seinem derben Bass-Intro ist die Anschaffung des Albums wert, beinahe doomig langsam, düster und grooooovy. Nach annähernd drei Minuten kippt der Song und endet spacig angehaucht mit Black Sabbath Touch und ausgedehnten Gitarren-Soli. Phantastisch! Anschliessend gibt „Bored With Sorcery“ ordentlich Gas und kann durchaus mit Hits der Band mithalten, auch hier ist der Space-Einschlag wieder aus der Mottenkiste gekramt. „Dig That Hole“ ist wieder herrlich düster und langsam, der verzerrte Bass spielt wie öfter auf „Mastermind“ neben dem Gänsehaut-erzeugendem Gesang eine tragende Rolle. „Gods And Punks“ ist die Single-Auskopplung aus dem Album und gibts im Anschluss an diesen Artikel als Video, transportiert er doch recht eingängig die Wyndorf’sche Magie, ohne den Hörer zu überfordern. „The Titan Who Cried Like A Baby“ punktet mit grossartiger Atmosphäre. „100 Million Miles“ geht wieder schwer in Richtung Monster Magnet anno 1998, ein dreckiger erdiger Rocker mit Refrain, der sich ins Ohr bohrt, gefolgt vom zügellosen „Perish In Fire“ (Freunde, was für ein Finale!). „Time Machine“ ist eine gelungene Halb-Ballade, „When The Planes Fall From The Sky“ ist wieder düster und schwer, ein Song der sich behäbig anschleicht. Die Scheiben „God Says No“ und „Monolithic Baby!“ bekommt mit „Ghost Story“ einen kleinen Tribut. Lückenfüller oder schwächere Songs gibts hier einfach nicht und die Bonus Tracks „Watch Me Fade“ und „Fuzz Pig“ sind absolut allererste Sahne!

Deutlich besser als befürchtet meldet sich das Stoner-Rock-Flagschiff zurück. „Mastermind“ knüpft wieder an die Grosstaten Monster Magnets zum Ende des letzten Jahrtausends an und ist eines der Rock-Glanzlichter des Jahres, belangloser Stadion-Hardrock Ade, Erwachsensein und Düsterkeit Willkommen. Eine Scheibe die in absolut jede Sammlung gehört! Kaufbefehl aus der Gruft! :)

  1. Hallucination Bomb
  2. Bored With Sorcery
  3. Dig That Hole
  4. Gods And Punks
  5. The Titan Who Cried Like A Baby
  6. Mastermind
  7. 100 Million Miles
  8. Perish In Fire
  9. Time Machine
  10. When The Planes Fall From The Sky
  11. Ghost Story
  12. All Outta Nothin‘
  13. Watch Me Fade (Bonus Track)
  14. Fuzz Pig (Bonus Track)
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MONSTER MAGNET - Gods and Punks (Official)
Album Review: Monster Magnet - Mastermind
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CD-Review: Slash – Slash

Liebe Freunde der Gruft, wie ihr sicherlich alle wisst, hat heute Slash sein neues Album veröffentlicht und dass geht, wie es sich gehört, in die Vollen. Als Sänger treten an: Ozzy Osbourne, Lemmy, Iggy Pop oder Kid Rock, ach, lest euch einfach die Tracklist durch. Über ein Jahr feilte Slash an den Songs, auch um sie auf den jeweiligen Sänger zuzuschneiden. Doch damit nicht genug, der jeweilige Interpret durfte sich ebenfalls an Text und Melodie austoben, ja sogar Einfluss auf die Songs selbst gestattete der Grossmeister seinen Stimmband-Strategen. Eine Menge Aufwand also, aber ohne Zweifel: Es hat sich gelohnt!

Freunde, eins mal vorweg, ich finde Slash’s Solo-Scheibe schwer gelungen. Alle Songs machen Spass und selbst für jemand wie mich, der null und nichts auf „The Cult“ steht, gefällt der Einsteiger ins Album „Ghost“ mit Ian Astbury, gefolgt von Ozzy mit „Crucify The Dead“. Somit gibts gleich zum Start zwei gute und richtig tolle Songs. Dann kommt Fergie, die als Black Eyed Peas-Sängerin bei „Beautiful Dangerous“ eine so richtig geile Rocknummer raushaut. Ja, auch det kann sie offenbar! Irrer Song!

Anschliessend gibt es die fantastische Ballade „Back from Calo“ mit Myles Kennedy am Mikro, ein Song, der bei mir Gänsehaut auslöst. Zugegeben, ich bin wirklich überhaupt kein Freund von Soundgarden und auch Audioslave waren nie mein Ding, aber Chris Cornells Stimme passt zu „Promise“ wie Arsch auf Eimer! Die Bluesnummer „By The Sword“ mit Andrew Stocksdale und das geile „Gotten“ mit Marron 5 Sänger Adam Levine sind schlicht genial, da wirkt der Beitrag von Lemmy bei „Doctor Alibi“ sicher nicht schlecht, doch irgendwie ist es eines der unspektakulärsten Stücke auf dem Album. Egal, Lemmy!

Zusammen mit Dave Grohl und Duff McKagan bricht Slash dann beim Instrumental „Watch this“ noch mal so richtig los. Cooles Southernrockflair lässt nachfolgend Kid Rock mit „I Hold On“ aufkommen. Seufz. Schwer und düster kommt „Nothing to Say“ mit M Shadows daher und bei dem Song kommt sogar altes Gunners-Flair a la „You could be mine“ auf. Yeah! Gefolgt von „Starlight“, einer Ballade mit Myles Kennedy und „Saint is a Sinner“ mit Rocco DeLuca. Das Ende der Scheibe wird cool und lässig mit Iggy Pop und dem Song „We’re all gonna die“ zelebriert. So soll es sein, strammer Rock mit Slash-Gefiedel, yeah!

Slash hat mit dieser Solo-Platte eigentlich genau das Album gemacht, auf das ich vor Jahren als Nachfolger von „Appetite For Destruction“ gehofft hatte. Das Feeling dieser Scheibe vermag mich zu packen wie damals 1987 als ich das erste Mal „Appetite For Destruction“ gehört habe. Das Album ist ein frühes Highlight im Jahr 2010 und nicht nur Aufgrund der vielen Sänger ein Hit. Wer das Album gerne mal komplett probehören möchte, kann dies bei AOL unter http://awe.sm/538ne tun. Übrigens, Axel kann zu Hause bleiben, das hier ist das wahre Album!

Tracklist:

  1. Ghost (Ian Astbury)
  2. Crucify The Dead (Ozzy Osbourne)
  3. Beautiful Dangerous (Fergie)
  4. Promise (Chris Cornell)
  5. By The Sword (Andrew Stockdale)
  6. Gotten (Adam Levine)
  7. Doctor Alibi (Lemmy Kilmister)
  8. Watch This (Dave Grohl / Duff McKagan)
  9. I Hold On (Kid Rock)
  10. Nothing To Say (M. Shadows)
  11. Starlight (Myles Kennedy)
  12. Saint Is A Sinner Too (Rocco De Luca)
  13. We’re All Gonna Die (Iggy Pop)
Album Review: Slash - Slash
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Originalität8
Tempo7
Musikalische Fähigkeiten10
Gesang9
Songtexte8
Substanz10
Produktion10
Langlebigkeit9
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DragonForce – Inhuman Rampage

Wie der geneigte Leser meines Blogs sicherlich erfahren hat, war ich am Freitag den 7. Dezemeber im Zürcher Volkshaus beim Black Crusade. Yeah, was für ein geiler Abend :)

Als „Neuentdeckung“ meinerseits konnte ich DragonForce an diesem Abend ausmachen. DragonForce? „Welch beschissener Name“, habe ich mir im Vorfeld gedacht und den Namen find ich heute noch nicht viel besser, aber der macht den Sound nicht aus. Ich stehe also im Konzert, voller Erwartung, welches die nexte Band sein wird und da stolpern ein Rudel Leute auf die Bühne, bewaffnet mit zwei (!) Gitarren, dem üblichen Bass und Drums und ein Keyboard. Keyboard?! „Brrrrrrr, ich glaub ich geh mal Bier holen“, schoss mir durch den Kopf und der Asiate in seinem weissen Seidenhemd verbesserte meinen ersten Eindruck nicht gerade. „Naja, mal paar Takte hören…“ Heilige Scheisse, gehen die Buben ab…!!!!

Sollte es jemals einen Golden Axe Film geben, ist dies der passende Soundtrack. Episch und gleichzeitig so schräg, dass man dies als Verneigung an frühere Videospiele sehen könnte. Schräge Gitarreneffekte, sind zu hören, die aus Steve Vai Händen stammen könnten, nur wesentlich kürzer und so in die Songs eingearbeitet, dass ich erstmal verwundert hinhören musste. DragonForce aus China, Neuseeland, Ukraine, England und Südafrika ist eine der Bands, die mir bei einem so verhassten Stil wie dem Speed Metal sogar zu gefallen weiss. So schnelle Gitarristen wie das Duo Li/Totman gibt es wohl selten (auch in diesem Genre) und so hab ich mir heute das Album „Inhuman Rampage“ gegönnt.

Ich kann mir selbst echt nicht erklären, warum mir die Band so gut gefällt. Vielleicht ist es auch einfach die Tatsache, das es eine Band gibt, die solche Melodiebögen mit einem tierischen Affenzahn runterhämmern kann, ohne auch nur den leisesten Verdacht zu erwecken, dass die Melodien verloren gehen. Ultraschnelle Gitarrenläufe, die klingen, als wären sie aus irgendeiner Arcade-Halle Ende der 80er entsprungen, Hyperschall-Drums die alles niederfräsen und Soundeffekte von einem anderen Stern. Warpgeschwindigkeit ist ein Dreck dagegen. Und wer sich achtet hört in vielen Stücken kleine Schmanckerl, u.a. im genialen Opener „Trough the fire and flames“ ein paar Klänge aus Pac-Man :)

Metal mit Keyboards ist mir im Regelfall ein absoluter Greuel, aber der Keyboarder hier ist immer mal für das eine oder andere wahnwitzige Solo zu haben, wobei man sich auf dieser Scheibe nie so ganz sicher sein kann, was nun Keyboard und was durchs Effektgerät gedrehter Gitarrensound ist. Jedes noch so kleine Soundloch in den acht Kompositionen ist mit irgendwelchen Effekten zu, die des öfteren an irgendwelche Videospiel-Geräusche erinnern. Da fühlt man sich als langjähriger Spieler heimisch… Totale Reizüberflutung :)
Der Sänger klingt zwar nicht grossartig anders als Legionen von Kollegen auch, aber im Gegensatz zu vielen eben dieser sein Fach wirklich beherrscht und nicht permanent in höchsten Tönen durch die Songs eiert, als würde man ihn in solchige treten.

Als letzten Track hat man nach sieben Songs auf Highspeed eine Ballade auserkoren. Diese aber offenbart schonungslos die Schwächen, die man vorher durch Vollgas und tonnenweise Effekte kaschieren konnte: So technisch brillant die beiden Gitarristen auch sein mögen, mit Feeling ist es bei beiden nicht all zu weit her. Sobald es in die langsameren Gefilde geht, klingt das Ganze plötzlich total belanglos und die im Tempo gedrosselten Soli ziehen farb-, kraft-, ja wirklich einfach belanglos an einem vorbei. Und hier zeigt sich, wer wirklich ein begnadeter Gitarrist und wer nur herausragender Techniker ist. Hinzu kommt, dass „Trail Of Broken Hearts“ dermassen kitschig ist, dass es beinahe beginnt aus den Boxen zu schleimen…

Aber alles in allem eine absolut zu empfehlende Band und Album, mal gucken was die Zukunft bringen wird – the force will be with you, Dragon! :)

Tracklist:

  1. Through The Fire And Flames
  2. Revolution Deathsquad
  3. Storming The Burning Fields
  4. Operation Ground And Pound
  5. Body Breakdown
  6. Cry For Eternity
  7. The Flame Of Youth
  8. Trail Of Broken Hearts
Vorschaubild
DragonForce - Through The Fire And Flames (Video)
Vorschaubild
Dragonforce - Operation Ground and Pound
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