Album Review: Sedunum – XY von Samaêl

Sedunum“ ist die lateinische Bezeichnung der Stadt Sion oder Sitten und „Son et lumières“ sind Veranstaltungen, welche im Sommer ganz Frankreich überziehen. In diesem Rahmen werden Aufführungen mit Gestaltung des Lichts, durch Feuer, Kerzen und angestrahlte Objekte wird eine poetische, sinnliche, stimmungsvolle und kraftvolle Musikinszenierungen geboten. Dabei werden keine Schlösser oder mittelalterlichen Städte verschont, allerorten werden Theater aufgeführt und unendlich teure Feuerwerke verballert, welche dann mit Musik kombiniert wird. So gesehen ist es beinahe klar, dass „Sedunum“ in der französischsprachigen Schweiz stattfindet und die Bezeichnung gleich adaptiert wird um daraus das Wortspiel „Sion en lumières“ zu machen.

Sedunum - XY von Samaêl

Bis am 13. September wird mit „Sedunum“ eine Show aus Musik und Licht geboten, welche in der Rue des Châteaux und auf dem Prélet de Valère
gezeigt wird. Die zwei Walliser Künstler, der Musiker Alexandre Locher und der Lichtkünstler Rodrigue Pellaud zeigen sich verantwortlich für das Projekt. Der Event findet jeweils mittwochs, donnerstags, freitags und samstags in der historischen Altstadt von Sion zwischen Valère und Tourbillon statt. Diese beiden Schlösser werden in die Lichtspiele einbezogen und durch die Musik, dass hier vorliegende Album, akustisch ergänzt. An diesen Tagen wird der Soundtrack mit der grandiosen Lichtshow von Rodrigue Pellaud synchronisiert, welche die beiden Schlösser in Szene setzt.

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SEDUNUM 2014

„Sedunum“ ist ein Symphonic Metal–Projekt mit mehr Symphonic als Metal, man kann die Scheibe durchaus als „klassische“ Platte bezeichnen. „Sedunum“ ist also eigentlich der Soundtrack zu eben jenen „Son et lumiere“–Anlässen und damit sind wir schon beim Problem des Albums: Irgendetwas fehlt! Das Album hört sich an wie eine Symphonie, Musik die für sich selber spricht. Musik, die keine Bilder braucht – die Bilder machen sich die Zuhörer selber – und genau das gelingt „Sedunum“ nur teilweise. Musikalisch ist es klassisches Orchesterwerk mit enormer Instrumentierung – ein philharmonisches Orchester, ein Chor, Percussions und Gitarre, Keyboards und Piano. Das musikalische Zentrum ist aber XY aka Alexandre Locher, der für Percussions und Piano-Programmierung zuständig ist. Der Multiinstrumentalist kennt man als Mastermind der Sittener Band Samaêl, einer durchaus international erfolgreichen Progmetaltruppe deren Karriere bereits mehr als 20 Jahre umfasst. Hier zeichnen sich seine originellen Stücke durch mittelalterliche Melodien und skandierte Rhythmen aus. Die Stücke wurden mit über 80 Musikern eingespielt und im März 2014 in den Prager Smecky Studios aufgenommen.

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Sedunum 1

„Sedunum“ entführt den Hörer auf eine Reise jenseits von zeitlichen oder physischen Grenzen. Die Elemente spannen einen Bogen von klassischen über moderne Einflüsse bis hin zu experimentellen Elementen. Percussions und Tribal-Rhythmen werden von der orchestralen Instrumentierung inkl. Cembalo, Gitarren und komplettem Chor akzentuiert. Doch „Sedunum“ wird wohl nur durch die Ergänzung mit der visuellen Umsetzung vollständig und ganzheitlich. Für sich genommen bleibt es ein relativ klassisches aber auch relativ unspektakuläres Werk. Wer also Gelegenheit hat, nach Sitten zu reisen und sich das gesamte Spektakel anzusehen, der sollte sich das nicht entgehen lassen. Den Soundtrack kann man auf dem Hinweg zur Einstimmung nutzen und auf dem Rückweg, um die Erinnerung an den Event lebendig zu halten.

Trackliste:

  1. Sedunum
  2. Ad Gloriam
  3. Elsewhere
  4. Dreams of Yore
  5. Celestial City
  6. Eternal Peace
  7. For Victory
  8. Through Ages
  9. In Aeternum
  10. In Memoriam
  11. Timeless
  12. Once
  13. Babylon

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Album Review: Unantastbar – Fluch und Segen

Zum zehnjährigen Bandjubiläum präsentieren „Unantastbar„, die Deutsch Punk Rocker aus Südtirol, mit ihrem neusten Album „Fluch & Segen“ einen Silberling, mit dem sie sich trotz vielfältiger Konkurrenz keinesfalls verstecken müssen. Dies ist nun ihr fünftes Album, welches pünktlich zum 10 jährigen Bestehen der Band veröffentlicht wird. Bereits vom ersten Song („Aus dem Nebel“) bis zum Schluss ist das Album gut gelungen. „Unantastbar“ bieten mit „Fluch und Segen“ eine gute Mischung aus Punk und, aus dem Hause Rookies & Kings bekannten, Deutschrock.

Unantastbar - Fluch und Segen

Offen gestanden habe ich bislang nur hier und da mal ein paar Songs von „Unantastbar“ gehört. Da ist jetzt die perfekte Gelegenheit, sich mit dem neuen Album ein eigenes Bild über die Band zu machen. Die Scheibe lief vor diesem Review bestimmt 40 Mal durch mein Gehör, da ich einfach nicht davon los gekommen bin. „Unantastbar“ sind keine Kopierer von „Frei.Wild“, auch wenn sie mit der Band auf musikalischer und geographischer Ebene eine Menge gemeinsam haben. Was ich bei „Unantastbar“ nicht ganz teilen kann, ist die Genrebeschreibung. Ihr Stil ist auf gewisse Art Punk Rock und die Riffs und Akkorde haben viel aus dem Genre, doch textlich sind die Jungs wesentlich lieber, als das, was man sonst so unter Punk Rock kennt. Hier wird in die Seele geschaut und daraus gesprochen. Hier geht es nicht ums Saufen oder krasse politische Statements, hier geht es um das wahre Leben.

Unantastbar

Sänger Joggl hat diese gewisse rauchige Stimme, die jeden Song richtig untermalt. Schon der Opener „Aus dem Nebel“ hat ein ordentliches Tempo vorzuweisen. Rein musikalisch mit etwas „Betontod“ Schlagseite, den „Toten Hosen“ im Unterholz und leichten „Dritte Wahl“ Nuancen, ein gekonnter Start, der Lust auf weitere Songs macht. „Auf dich, auf mich“ bietet schnelle Riffs und einen eingängigen Refrain, der sofort ins Ohr geht und auch dort bleibt. In diesem Song geht es um Freundschaft und die Höhen und Tiefen im Leben, die man gemeinsam durchsteht. „Für immer mein“ handelt von der ewigen Liebe zu Tattoos. Auch wenn das Stechen einer Tätowierung schmerzhaft sein kann, ist es doch die einzige wahre Liebe, die einen nie betrügt und ewig hält. Dieser Song ist die erste Single mit Video, welche am 1. Mai diesen Jahres veröffentlicht wurde und am Ende des Albums nochmals als Ballade vertreten ist.

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Unantastbar - Für immer mein [offizielles Video]

„Ich habe gelebt“ ist ein etwas ruhigerer Song, der wie der Titel schon sagt, vom Abschiednehmen handelt. Hier kommt die vom Leben gezeichnete kehlkopfverrauchte Stimme von Frontmann Joggl bestens zum Zuge und gibt dem Song genau das „gewisse Etwas“. Die akustischen Gitarren gemeinsam mit Joggl’s Stimme ergeben ein unbeschreibliches Gefühl. Der Song steigert sich immer mehr und am Ende kommen gar ein paar Chöre zum Einsatz. Mit „Gegen den Strom“ geht es mit etwas mehr Dreck unter den Nägeln an die Sache, trotz der geglättenden Melodiebögen. Bei „Unantastbar“ klingt mir die Art des Aufbegehrens irgendwie zu unentschieden, zwischen Melodiekonstrukt der Toten Hosen oder leichten „Dritte Wahl“ einflüssen. Auf Konzerten wird der Song bestimmt den einen oder anderen zum Pogo animieren und ist gefühlt der am schnellsten gespielte Song und auch der kürzeste auf dem gesamten Platte. „Dein Stein“ behält das Tempo bei, gehört aber zu einer der Songs, die nicht auf Dauer im Gehör bleiben. Da sind einfach stärkere Tracks auf der CD.

Unantastbar

Bei „Lauf!“ wird mir dann endlich klar, an wen mich die kehlkopflastige Stimme von Joggl erinnert: An die deutsche Synchronstimme von A.L.F., sprich Tommi Piper, der hier stimmlich hätte Pate sein können. Bei „Lauf!“ handelt es sich um einen aufbauenden Song. Auch wenn es im Leben oft Niederlagen gibt, sollte man davor nicht weglaufen, sondern immer das Positive im Leben sehen und somit seiner Angst und Furcht die Stirn bieten, auch wenn es oftmals nicht sehr leicht fällt. „Kein Ende in Sicht“ ist eine Ode an die Freundschaft. Ein flotter Track, doch hätte man sich ein klein wenig Abwechslung gewünscht. Irgendwie bekommt man langsam den Eindruck, dass die Riffs sich sehr stark ähneln. Mit „Bomben vom Himmel“ bricht wieder Hoffnung aus dem Nebel, nicht nur thematisch, sondern auch musikalisch! Hier blitzen die potentiellen Highlights von „Unantastbar“ durch. Drive satt, Soli und Attitüde, trotz Melodiebögen. Schön, dass der Drive auch im Anschluss bei „Wir bleiben stehn“ nicht verloren geht. Dieser Song wurde abwechslungsreich arrangiert und ist ein guter, schmissiger Mutmacher.

Unantastbar

Das bereits in der Rockversion gehörte „Für immer mein“ lässt man nun als Akustik-Pianoversion zum Zuge kommen und es scheint mir auf der Hand zu liegen, wo die Stärken dieser Band liegen. Seltsamerweise kommt der Songtext hier wesentlich besser rüber. An dieser Version gibt es nichts zu mäkeln, im Gegenteil, hier fliesst es wirklich hauchdünn an Gänsehautschauern vorbei. Es geht nun auf Kurs Richtung Album Ende und „Verlieren oder Regieren“ hätte sich wunderbar in der Mitte des Albums gemacht. Ein Song bei dem es sozialkritisch zugeht und der versucht zu zeigen, wie manch ein Politiker denkt und seine Ideologien versucht durchzusetzen. „Dein Leben!“ ist ein kraftvoller Song, der mit viel Inhalt auf musikalischer und textlicher Ebene daher kommt. Doch es gibt noch einen kleinen Bonustrack, der Lichtausknipser „Kämpf mit uns (Special Version)“ punktet noch einmal voll. Vor allem der weibliche Sangespart ergänzt sich hier ganz wunderbar mit der Stimme von Joggl. Ein würdiger Abschluss!

Unantastbar - Fluch und Segen

Musikalisch bieten „Unantastbar“ typischen Deutschrock ohne Überraschungen und liefern mit ihrer neuen Platte „Fluch und Segen“ nach vorne treibende Punksongs, Balladen sowie rockige Nummern. Klingt vom Konzept nach „Böhse Onkelz“ und genau eben jenes Klientel will man bedienen. Textlich wird auf Altbewährtes zurückgegriffen und somit dreht sich alles um Liebe, Tattoos, Freundschaften, Krieg oder auch das Versagen von den Köpfen ganz oben. Eine konkrete Auseinandersetzung mit den genannten Themen bleibt allerdings aus und was übrig bleibt sind schwammige Texte, die die Musik begleiten. Mit dem Opener „Aus dem Nebel“ wird vermeintlich mit der eigenen Hooligan und nationalistischen Vergangenheit aufgeräumt, aber das geschieht unglücklicherweise mit dem Vokabular aus eben jener Szene. Die Band versteht aber ihr Handwerk und schafft sauber arrangierte und auch ohrwurmtaugliche Nummern. Was bleibt ist ein durchschnittliches Stück Punkrock, welches nichts Neues liefert. Für Spiesserpunks genau das richtige und wer auf Songs mit kraftvollen Riffs, guten Solos, schnellen Drums und rauchiger Stimme steht, der sollte sich „Fluch oder Segen“ holen. Auch wer „Die Toten Hosen“ noch immer für politisch brisant hält darf hier gerne, genauso wie der „Frei.Wild Fan“, zugreifen.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Unantastbar Band

Tracklist:

  1. Aus Dem Nebel
  2. Auf Dich, Auf Mich
  3. Für Immer Mein
  4. Ich Habe Gelebt
  5. Gegen Den Strom
  6. Dein Stein
  7. Lauf!
  8. Kein Ende In Sicht
  9. Bomben Vom Himmel
  10. Wir Bleiben Stehn
  11. Für Immer Mein (Ballade)
  12. Verlieren Oder Regieren
  13. Dein Leben!
  14. Kämpft Mit Uns (Special Version)
Album Review: Unantastbar - Fluch und Segen
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Album Review: Veritas Maximus – Glaube und Wille

Nach erfolgreichem Entzug ist Kevin Russell die „Stimme aus der Gosse“ zurück. Und wie er zurück ist! Wie ein Phönix aus der Asche ist er aus den dunkelsten Zeiten seines Lebens zurückgekehrt, mit klarem Verstand und eisernem Willen der Welt zu zeigen, zu was er fähig ist. Mit seinem Solo-Comeback seiner Band „Veritas Maximus“ steht Ende Mai das Debütalbum „Glaube und Wille“ an und Kevin ist hochmotiviert, schreibt, zeichnet, entwirft seine Zukunft und erfreut sich endlich am echten, drogenfreien Leben. Wir durften exklusiv und vorab in das Material reinhören und herausfinden, wie viel Böhse Onkelz in seiner neuen Band steckt.

Veritas Maximus - Glaube und Wille

Sämtliche Texte der neuen Songs auf „Glaube und Wille“ stammen aus der Feder von Kevin Russell. Sie wirken wie eine Essenz seiner Jahrzehnte langen Reise durch sämtliche Höhen und Tiefen des Lebens. Doch „Veritas Maximus“ sind nicht Einer, sondern Fünf. Auf der gemeinsamen „Ein Onkel gibt sich die Ehre“-Tour 2013 und bei den Aufnahmen im Frankfurter Studio23 sind sie zu einer festen Einheit zusammengewachsen und brennen darauf, ihren neuen Sound aus den Lautsprechern zu hauen. Kevin Russell schreit sich auf diesem Album die Texte von der Seele, gepaart mit den Melodien und Riffs von Songwriter und Gitarrist Oliver Lohmann, komplettiert durch die Leidenschaft und die harten Beats von Gitarrist Simon Gauf, Bassist Thomas Neitsch und Schlagzeuger Gerd Lücking. „Veritas Maximus“ ist die schonungslose Wahrheit, geradeaus und direkt in die Fresse.

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Veritas Maximus - Kevin Russell - Bild Tilt (Offizielles Video)

Vieles ist gesagt und noch mehr ist geschrieben worden, vieles ist wahr, anderes nicht. Hass und Liebeimmer das alte Spiel. Kevin Russell, Sänger der Böhsen Onkelz, ist wahrlich kein unbeschriebenes Blatt. Im Gegenteil, totgesagt und abgeschrieben, gehasst, vergöttert und auferstanden aus den Abgründen menschlicher Tragödie, den Untiefen des Seins, um seine ureigene Geschichte zu erzählen. Aufrichtig und ehrlich. Der Homo Novus mit geschärften Sinnen, befreit von den Geisseln der Sucht. Das Debut-Album ist Reflexion, Abrechnung und Selbsttherapie. Der Grundstein eines neuen Lebens und Essenz von Wandlung und Willenskraft. Nicht weniger als ein neues Kapitel voller Reichtum an Facetten und Eigenständigkeit.

Veritas Maximus

„Glaube und Wille“ ist ein Album mit starken Metal-Zügen, gemischt mit dreckigem Strassen-Rock, ohne jedoch stilistisch in die eine oder andere Richtung auszufallen. Mit „Keine Macht den Drogen“ wurde ein Opener gefunden, der sich thematisch gleich um das halbe Leben des Sängers dreht. Wer hätte gleich zu Anfang ein leicht thrashiges Brett erwartet? Metallisches Riffing trifft auf giftigen Gesang, im Chorus übernimmt dann der Punk-Rock das Kommando. Bei „Erkenne dich selbst“ fragt sich Russell: „Was habe ich falsch gemacht? Warum bin ich nicht glücklich?“ Wuchtiger Siebziger-Rock, welcher sich locker-flockig in die Ohren bohrt. Das ziemlich Onkelz-lastige „Heimat“ geht textlich ab, ist rhythmisch beschwingt und im Chorus süffig. Darin singt Kevin über den seiner Meinung nach viel zu eng gefassten Heimatbegriff. Einer der eingängigeren Songs auf der Scheibe ist „Ehrlichkeit“, eine klassische Rock-Nummer ohne grosse Ausschmückungen, der vornehmlich durch Russells bekannt kehligen Gesang lebt. Ein Stück, das von der Lust an der freien Rede handelt, die Russell heutzutage geniesst.

Veritas Maximus

„Verfechter des Bösen“ ist der Hit des Albums! Hier zeigt die Band psychedelische Facetten und überzeugt mit einer melancholisch, aggressiven Stimmung, in der sich Russell mit den Gräueltaten der Kirche auseinandersetzt. Ein Song mit grosse Dynamik und einfallsreiche Wendungen. „Schicksalsfügel“ ist eine schöne Halbballade in der Kevin melodisch wie nie zuvor singt und auch textlich überzeugt. „Bild Tilt“ nimmt die Regenbogenpresse ins Visier, mit „Kein Ende“ wird über die Weite des Kosmos sinniert, die nach Russells Auffassung mit unserem heutigen Wissen nicht begriffen werden kann und mit „Satansmedium“ attackiert der Sänger das Internet und die langfristigen Auswirkungen auf das Sozialverhalten seiner Nutzer. Ein Lied, das live bereits gespielt wurde und ein gelungener Mix aus Rock und Metal darstellt. Ganz ähnlich rockten die Onkelz Anfang/Mitte der Neunziger. Zum Schluss des durchwegs gelungen Albums wird dem Hörer mit „Des Teufels Geleit“ ein zwölfminütiger Geschichtsband in zwei Teilen um die Ohren gehauen, der sich erneut mit der Kirchenhistorie auseinandersetzt und ein absolut würdiges Ende von „Glaube und Wille“ darstellt.

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Veritas Maximus - Das kleine Satansmedium - Live in Neu-Isenburg 31.10.2013

Kevin Russell erzählt und verarbeitet im Verbund mit seinen vier befreundeten Musikern in „Glaube und Wille“ aufrichtig und ehrlich seine ureigene Geschichte. So und nicht anders erwartet man eine musikalische Selbsttherapie. Eine Art Vergangenheitsbewältigung und „Veritas Maximus“ scheissen mit ihrem Debüt auf den Zeitgeist. Ein durchwegs gelungener Einstand, sowohl musikalisch, textlich wie auch klanglich. Wer eine sterile Studioproduktionen erwartet, wird sicherlich enttäuscht, denn hier zählt der nachhaltige Eindruck mehr als die einzelne Hookline. Anhänger der Mittneunziger-Onkelz, welchen es am Ende zu experimentell wurde, werden auf der Scheibe ebenso bedient wie Rock-Fans, die Kevin Russell mit offenen Ohren begegnen und auf neue Ansätze warten. Kevin Russell gibt wieder den Ton an, giftig, gallig und so direkt hat man den ehemaligen Böhse Onkelz-Frontmann nur selten zu Ohren bekommen. Das Album soll nachhallen und das tut es. Ein Mittelfinger an die Erwartungshaltung von uns allen.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Veritas Maximus

Tracklist

  1. Keine Macht Den Drogen
  2. Erkenne Dich Selbst
  3. Veni Vidi Veritas
  4. Heimat
  5. Ehrlichkeit
  6. Verfechter Des Bösen
  7. Schicksalsflügel
  8. Bild Tilt
  9. Kein Ende
  10. Satansmedium
  11. Noahs Erben
  12. Des Teufels Geleit
Album Review: Veritas Maximus - Glaube und Wille
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Album Review: Peter Pan Speedrock – Buckle Up And Shove It!

Peter Pan Speedrock„, ja die gibts noch! Und ein neues Album gibt es auch! Die Eindhovener Hardcore-Speedpunkrocker hauen dem geneigten Hörer mit dem neuen Album „Buckle Up And Shove It!“ ein lautes, gewalttätiges, brachiales und mal wieder schnelles und unterhaltsames Stück Musik um die Ohren. Es ist schwitzig, heiss, laut, dreckig, und schon der Opener räumt mal wieder so richtig auf in den eingetrockneten Gehörgängen des Speedrock-Freundes. Wie ein V8 Motor brettern sie durch ihre Tracks, mit gehörig Attitüde und „Motörhead“ lassen gehörig Grüssen. Mit ihrem neunten Studioalbum legen sie auf gewohnte Weise nach und prügeln sich durch jede Menge Vollgas-Rocker. Die Krawallbrüder mit dem schnellen Namen sind wieder da!

Peter Pan Speedrock – Buckle Up And Shove It!

Niederlands Speedrock Kings nehmen erneut Fahrt auf. Volle Kanne In Your Face. Ungestüm und wild ballern sie locker aus der Hüfte. Ehrlich und unverfälscht, dafür stehen die Jungs seit 18 Jahren und beweisen dies erneut auf dem neusten Rundling. Hart pumpender Bass, Drums, die nach vorne jagen und Gitarrenarbeit, die gnadenlos abgeht und einem ins Gehör rauscht. Das Album ist voll von fetten Gitarren Riffs und Soli’s. Dirty Rock n Roll im Up Tempo. Peter, Bartman und Bart haben nach dem vor vier Jahren erschienenen Album „We Want Blood!“ ein mit 13 Tracks bestücktes thematisch gemischtes Album eingespielt. Man wird am Schopf gepackt und so richtig durch gerüttelt, da fangen die Füsse automatisch an zu zucken.

Peter Pan Speedrock

Mit dem Opener „Get You High“ geht es deftig und schnell in das Gewühl. Ein fulminanter Opener und die Herren treten das Gaspedal mit viel Spielfreude ordentlich durch. Auch die weiteren Mitgrölnummern bewegen sich zwischen mittlerem Tempo Hardrock, dreckigem Rock’n’Roll und schnellem, ungestümen Punk. Die Stücke, man gestatte diesen Ausdruck im Zusammenhang mit „Peter Pan Speedrock„, sind schon fast episch. Gerade Peter spielt deutlich längere Gitarrensoli, man findet ein wenig mehr Melodie in den Songs und die Stücke sind nicht mehr so kurz, denn die drei Minuten Marke wird häufiger überschritten. Und immer wieder schimmern Motörhead durch. Dreizehn neue und grossartige Tracks, bis auf „Note To Self“, den für mich schwächsten Song auf diesem Album, treffen alle ins Schwarze. Räudiger Rumpelkickass Rock’n’Roll im Stil von „Nashville Pussy“, „Turbonegro“, „Motörhead“ und „Chrome Division“. Wenn ich mir die Songs live vorstelle, hab ich das Bild eines alles planierenden Bulldozers vor Augen. Die Produktion hat man mittlerweile selbst in die Hand genommen und die neunte Scheibe im eigenen Studio eingespielt. Peter röhrt wie nie, Bass und Drums vollenden die Speedrock Orgie.

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Get You High!

Mit an Bord sind zwei Coversongs, mit „New Rose“ huldigt man The Damned und „Heart Full Of Soul“ ist eine alte Yardbirds Perle, die durch die Gast Vocals von Spark Retard (Demented Are Go) eine ganz besondere Note bekommt – da lässt Lemmy schon wieder Grüssen! Beim Hören von diesem Album nimmt der jugendliche Fan unvermeidlich die Luftgitarre in die Hand und rockt vor seinen heimischen Speakern ordentlich ab, während der etwas ältere Hörer sich nicht von seinem Sessel weg bewegen kann, weil dieser sofort vom imaginären Drumkit eingekesselt wurde. „Buckle Up And Shove It!“ knallt direkt auf die Zwölf und bringt jede Menge Frische und Variation mit sich. Einfach klasse, was „Peter Pan Speedrock“ für einen Dampf mit ihren Musikinstrumenten ablassen. Das beweist wiederum, dass man nicht mehr als drei Akteure benötigt, um ein gutes Album in die Erdumlaufbahn zu katapultieren. Als Anspieltipps kann ich euch die ganze Tracklist empfehlen! Es gibt praktisch keine Hänger und erst recht keine Balladen – will ja eh kein Mensch. Der Sound ist super gelungen, ohne dabei den punkigen Charakter zu vernachlässigen. Ganz klarer Kauftipp, hier spürt man regelrecht die Spielfreude des niederländischen Rock’n’Roll Dreigestirns. Aber lasst die Rotweinbuddel zu und holt euch mindestens ein Sixpack dazu. Speed up!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Peter Pan Speedrock

Tracklist

  1. Get You High
  2. Whatever Man
  3. Murdertruck
  4. Tunnelvision
  5. Bad Thing
  6. Loose Women And Loud Guitars
  7. New Rose
  8. Note To Self
  9. Wide-Eyed And Thirsty
  10. Buckle Up & Shove It
  11. Dead Ringer
  12. Doin The Nasty
  13. Heart Full Of Soul

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Album Review: Mekong Delta – In A Mirror Darkly

Mekong Delta leben sich seit 1985 in der Progressive-Thrash-Szene aus, doch von Einfallslosigkeit ist keine Spur: Die deutsche Truppe um Bandkopf Ralf Hubert verkündet feierlich, dass am 25. April ihr neuer Silberling „In A Mirror Darkly“ erscheinen wird. Wer puren Mainstream oder niveaulose Hintergrundberieselung möchte, muss woanders suchen – Mekong Delta punkten erneut mit Intelligenz, Kompromisslosigkeit und Mut. Ihre neue Scheibe heisst „In A Mirror Darkly“ und setzt thematisch die Direktiven des 2010er Vorgängers „Wanderer On The Edge Of Time“ fort.

Album Review: Mekong Delta - In A Mirror Darkly

Hubert verrät zur neuen Langrille: „Für mich fängt Musik nicht bei A an und endet bei Z, sondern ist ein fortschreitender Prozess. Insofern kann man „In A Mirror Darkly“ zwar als Weiterführung der Wanderer-Geschichte bezeichnen, allerdings ist es keine Kopie, sondern ein eigenständiges Werk. Jede Mekong-Scheibe klingt einzigartig, und in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes fortschrittlich. Als Komponist lasse ich mich bewusst treiben, um immer wieder neue künstlerische Horizonte zu erforschen.“ Ihrem Stil bleibt die Truppe treu: „Die neuen Songs sind, typisch Mekong Delta, allesamt zwischen fünf und sieben Minuten lang. Meines Erachtens genau der richtige Zeitnahmen, um stilistisch ausreichend in die Tiefe gehen zu können, ohne jedoch Längen oder künstlerische Unklarheiten zu erzeugen. Ich denke, wir haben erneut die richtige Mischung aus Komplexität und durchgehendem roten Faden gefunden.“

Album Review: Mekong Delta - In A Mirror Darkly

Es ist ein komplexes und anspruchsvolles Album geworden. Die deutsche Progressive Thrash Metal-Band um Kopf und Bassist Ralf Hubert steht wie kaum eine andere zeitgenössische Gruppe auch anno 2014 für Innovation und Eigenständigkeit. Insgesamt acht Songs haben die Musiker Martin LeMar (Gesang), Ralf Hubert (Bass, Gitarre), Erik Adam H. Grösch (Gitarre) und Alex Landenburg (Schlagzeug) für „In A Mirror Darkly“ eingespielt, darunter drei reine Instrumentalnummern inklusive eines Konzertgitarren-Intro. Hubert spricht von temporeichen Stücken wie „Hindsight Bias“ mit seinem brachialen Thema im Mittelteil und der raffinierten Verwendung eines Tritonus. Ebenso rasant und durchgehend komplex geht die Band in „The Armageddon Machine“ zu Werke, in dem Frontmann Martin LeMar im Refrain eine eingängige Melodie über einen im Hintergrund laufenden spanischen Schreitanz anstimmt und dem Song an dieser Stelle eine erstaunliche Pop-Affinität beschert. Packende Uptempo-Klasse präsentieren Mekong Delta beispielsweise auch in den Instrumentaltracks „Ouverture“ und „Inside The Outside Of The Inside“ mit ihren abwechslungsreichen Arrangements.

Album Review: Mekong Delta - In A Mirror Darkly

Den schnellen Nummern stehen mit „The Sliver in Gods Eye“ und „Janus“ zwei betont langsame Tracks gegenüber. In „Janus“ erzählen Hubert & Co. die Geschichte des gleichnamigen römischen Gottes, einem doppelgesichtigen Geschöpf und Symbol für Anfang und Ende, für Ein- und Ausgänge. Mekong Delta greifen hier die unterschiedlichen Charaktermerkmale von Kreaturen und ihre damit verbundene Unberechenbarkeit auf. „The Sliver in Gods Eye“ wiederum erinnert in Ausrichtung und Atmosphäre an den Song „A Certain Fool (Le Fou)“ von „Wanderer On The Edge Of Time“ und hinterfragt kritisch die offenkundige Borniertheit der Menschheit. Hubert: „Man könnte einfach auch nur fragen: Warum eigentlich sind Menschen so blöde?“ Aufgenommen haben Mekong Delta die aktuellen Stücke in den jeweiligen Studios ihrer Bandmitglieder, das erneut sehenswerte Cover-Artwork ist einer für das Album erstellten Animation entnommen.

Album Review: Mekong Delta - In A Mirror Darkly

Der hohe künstlerische Anspruch, den Hubert an sich und seine Band stellt, spiegelt sich auch diesmal in Thematik und stilistischer Ausrichtung seiner Musik wider. Seit fast 30 Jahren geniessen Mekong Delta in der Welt progressiver Metal-Klänge einen glänzenden Ruf als eigenständige und besonders innovative Band. Alben wie „The Music Of Eric Zann“ (1988) oder auch „Pictures At An Exhibition“ (1997) sind Klassiker des Genres und gelten mit ihrer Mischung aus Prog Metal, Klassik und Thrash als Wegbereiter einer Stilmixtur, die mittlerweile eine ganze Reihe ähnlich ausgerichteter Nachahmer gefunden hat. In diese Liste einflussreicher Scheiben reiht sich nun zweifelsohne auch „In A Mirror Darkly“ ein. Die Jungs können was, aber der Sound ist nicht ganz meins. Wer jedoch Spass an Progressive Thrash Metal hat sollte sich die Scheibe unbedingt anhören!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Trackliste:

  1. Introduction
  2. Ouverture
  3. The Armageddon Machine
  4. The Sliver in Gods Eye
  5. Janus
  6. Inside the Outside of the Inside
  7. Hindsight Bias
  8. Mutant Messiah
Album Review: Mekong Delta - In A Mirror Darkly
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Album Review: Battleaxe – Heavy Metal Sanctuary

Battleaxe waren in den 80ern Helden des New Wave of British Heavy Metal, doch dann wurde es still um die Mannen rund um Dave King. Als 1983 das Debütalbum „Burn This Town“ und 1984 „Power from the Universe“ veröffentlicht wurden, war der Zug in Richtung kommerzieller Erfolg schon abgefahren. Dabei hätte das Quartett um Sänger Dave King durchaus das Potential gehabt in grösserem Rahmen bekannt zu werden. Dass das nicht der Fall war, lag wohl unter anderem auch daran, dass das dritte Album der Band („Mean Machine“) 1987 von der Band zwar aufgenommen wurde, aber nie das Licht der Welt erblickte. Seit der Wiederkunft vor knapp vier Jahren ist nun die Comeback-Scheibe von Battleaxe da, nach jahrzehntelangem Winterschlaf sind die Briten wieder erwacht und es stellt sich die Frage, ob das Aufstehen lohnenswert war.

Battleaxe - Heavy Metal Sanctuary

Und das ist es tatsächlich! Denn Originalsänger Dave King besitzt immer noch eine Reibeisenstimme, welche die zwölf knackigen Comeback-Hymnen mit ordentlich Pfeffer veredelt. Musikalisch erinnern Battleaxe an eine Mischung aus Accept und AC/DC gepaart mit Einflüssen aus der NWoBHM. Die Original-Mitglieder Dave King (Vocals) und Brian Smith (Bass) sowie Mick Percy (Guitar) und Paul Atkinson (Drums) liefern mit „Heavy Metal Sanctuary“ wieder einen Meilenstein für das Genre ab. Die letzten 20 Jahre sind natürlich auch an Battleaxe nicht spurlos vorbei gegangen und so gibt es keinen Retro-Sound aus den 80ern, sondern modernen schnellen puren Heavy Metal. Experimente finden sich also keine, was dem Album sowieso nur geschadet hätte.

Battleaxe

Battleaxe bieten dem Hörer vermehrt groovige Stampfer, die von Kings Stimme – die hier und da an Udo Dirkschneider erinnert – genauso leben, wie von den Riffs des Gitarristen Mick Percy. Der Titelgebende Opener gibt dabei ohne Umschweife die Marschrichtung für die folgenden knapp 48 Minuten vor. Ohne technischem Firlefanz, dafür mit hohem Energielevel kommen die Songs auf den Punkt. Leider sind die Songstrukturen ein wenig zu simpel gehalten, so dass man sich manchmal doch eine überraschende Wende in den Stücken wünscht. Handwerklich ist das zwar alles gut gemacht, aber bei „Heavy Metal Sanctuary“ kann man erkennen, warum es zu einer erfolgreichen Karriere nicht gereicht hat. Songs wie „Devil Calls“, „Kingdom Come“, „Hail To The King“ oder „Too Hot To Handle“ fehlt es einfach an Nachhaltigkeit. Das bedeutet nicht, dass das Album ein schlechtes Album ist, es mangelt jedoch an wirklichen Höhepunkten.

Vorschaubild
BATTLEAXE - "Heavy Metal Sanctuary" (OFFICIAL VIDEO)

Heavy Metal Fans können gerne ein Ohr riskieren und Fans werden mir bestimmt widersprechen, aber unter dem Strich hat „Heavy Metal Sanctuary“ zu wenig zu bieten um Battleaxe aus der Masse hervorstechen zu lassen. Die Konkurrenz ist gerade auf diesem Sektor wieder stärker geworden und so dürfte es für die Briten schwer werden, sich durchzusetzen. Positiv zu vermelden ist zum einen der rohe, aber charmante Sound, mit dem die alten Hasen hier ihr Album präsentieren. Doch der Zwölfteiler ist zu berechenbar, obwohl Dave King und seine Mannen mit allen Mitteln versuchen, Abwechslung mit ins Spiel zu bringen. Trotz leichter Geschwindigkeitsübertritte hier und ruhigeren Tönen dort, präsentieren sich viele Stücke nach altbekanntem Schema, was anfänglich zwar Spass macht, mit der Zeit jedoch etwas unspektakulär erscheint. Wer dennoch charismatischen und bodenständigen Heavy Metal mag und eine Handvoll Hymnen mit stählender Faust und Inbrunst unter der Dusche mitgrölen will, ist bei Battleaxe an der richtigen Adresse. Grundsolides Schwermetall aus Sunderland, bei dem sich Licht und Schatten gegenseitig die Klinke in die Hand drücken. Eine relativ schnörkellose, erdige Produktion irgendwo in der Schnittmenge aus neueren Accept, U.D.O. und auch ein bisschen Hell.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Battleaxe

Trackliste:

  1. Heavy Metal Sanctuary
  2. Shock And Awe
  3. Hail To The King
  4. Rebel With A Cause
  5. Give It More
  6. Too Hot For Hell
  7. Revolution
  8. A Prelude To Battle / The Legions Unite
  9. Spirits Of The Fallen
  10. Devil Calls
  11. Kingdom Come
  12. Romeo
Album Review: Battleaxe - Heavy Metal Sanctuary
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Album Review: BRDigung – In goldenen Ketten

Passend zum frühlingshaften Winterwetter blasen uns die Niederrheinländer Punkrocker BRDigung seit dem 21. Februar frischen Wind mit dem neuen Album „In goldenen Ketten“ um die Ohren. Die gelungene Kombination aus Punk, Rock und Metal funktioniert und brennt sich schon beim ersten Durchlauf in die Ohren. Die 15 Songs bieten eine schöne Abwechslung aus schnellen und Midtempo-Stücken mit einer Menge an Mitsing-Refrains. Die Texte spielen in der ersten Liga, wirken durchdacht sowie hundertprozentig stimmig. Das Album ist thematisch zwischen Party und Gesellschaftskritik angesiedelt und will zum eigenständigen Denken motivieren. Die Soundqualität ist hochwertig und die Instrumente und der Gesang sind ausgezeichnet aufeinander abgestimmt. So soll es sein!

BRDigung - In goldenen Ketten

„Unglückliche Sklaven sind schlecht für die Herrschenden“, schildert die Gruppe ihren Grundgedanken hinter der CD. „Sie rotten sich zusammen, sie stiften Unruhe. Doch sind die Ketten aus Gold sieht es anders aus. Willig und dankbar geben Menschen weltweit ihre Rechte und Freiheit auf. Der grosse Bruder sieht alles. Er beschützt. Er ist ein Segen für uns! Denkt nicht! Hinterfragt nicht!“ Das Schlimme an Punkrock à la BRDigung ist einfach, dass sie nicht einfach Partymusik machen, sondern zum Nachdenken anstiften. „In goldenen Ketten“ ist das vierte Studioalbum der jungen Band mit 15 brandneuen Songs, die es in sich haben und den Finger in die Wunde legen. Diese Band versteht es, die Wut und Verzweiflung einer Generation in Musik zu fassen. Eine Generation, die mit Schulden geboren wird. Eine Generation, der Krieg als Frieden verkauft wird. Eine Generation, die bereitwillig ihre Privatsphäre auf dem Altar der Sicherheit opfert. Eine Generation, die sich selbst in goldene Ketten legt.

BRDigung Band

In goldenen Ketten ist wütend! Punkrock mit einer gehörigen Breitseite Metal, gepaart mit wütenden, bissigen aber auch ironischen Texten. Für die reinen Musikkonsumenten kommt mit dem Album ein Dampfhammer von besonderer Qualität. Druckvoller Punkrock gepaart mit Metal, die ein odere andere Nummer zum chillen. Und selbst damit hebt sich BRDigung von der Masse der andere Punkrock und Deutschrock Bands ab. Einfach gute Musik, bestens in Form gebracht. Interessanter wird die Platte nur noch, wenn man sich die Zeit nimmt, auf die Texte einzugehen. Seien es sinnlose Kriege, Heuchlereien oder die Blendgranaten, welche die Medien auf uns abschiessen. Allem wird der Spiegel vorgehalten, und auch gleich eine Warnung entgegen geschrien. Hört auf uns zu verarschen! Warum solche Bands lediglich ein kleines Nischendasein im Musikzirkus fristen, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.

Vorschaubild
BRDigung - Wahre Helden [Offizielles Video]

Songs wie „In goldenen Ketten“, „Trügerischer Frieden“ oder „Keiner stirbt allein“ sprechen für sich und „Endlose Nacht“ trifft den Zahn der Zeit recht deutlich. Aber auch Partysongs wie „Sommerlied“ haben noch ihre Aussage, die sich lohnt näher zu ergründen. Mit „NWO2020“ begeben sich BRDigung dann auf die Spur einer riesigen Verschwörungstheorie, oder decken sie diese auf? Ist es wirklich nur Paranoia? „Keine Schranken für die Banken, freie Völker auf Knie“, kommt das nur mir bekannt vor? „In goldenen Ketten“ ist vielfältig und das Cover ist geschmackvoll und bietet reichlich Interpretationsspielraum, das Booklet besticht mit einer Mischung aus Songtexten und künstlerisch anmutenden Bildern. Das limitierte Boxset beinhaltet die CD im Digipak, einen Fan-Schal, einen Schlüsselanhänger und eine signierte Autogrammkarte. Zudem liegt auf der Box ein gegossenes 3D-Logo des Album-Covers.

BRDigung Logo

Auf „In goldenen Ketten“ bleibt bei BRDigung musikalisch und textlich auf den neuen fünfzehn Tracks alles beim Alten. Flotter Melodic-Punk mit deutschen Lyrics und Mitgröl-Effekt. Die Party ist wie immer im Blickfeld und für ordentliche Livestimmung dürften dieses Album allemal gut sein. Wer sozialkritische Texte verpackt im Punk-Metal-Gewand abfeiern möchte, kommt an dieser Band definitiv nicht vorbei. Selbst wenn die Ideen dieser Band ein alter Hut sind, ist der vorliegende Tonträger der bislang Beste ihrer Bandkarriere. Auf diesem Album kommt die metallische Seite wieder stärker zum Vorschein. Diese Mischung aus Punkrock und Metal ist genau das, was so richtig Spass macht! Herzlichen Glückwunsch zu diesem absolut gelungen Werk und grossartigen Album! Freunde, sprengt die goldenen Ketten! Ihr braucht sie nicht mehr!

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Trackliste:

  1. MMXX
  2. In goldenen Ketten
  3. Keiner stirbt allein
  4. Duschen unter Wolken
  5. Sommerlied
  6. Vergessen und Verdammt
  7. Nicht mein Problem
  8. Endlose Nacht
  9. Wahre Helden
  10. Tanz dickes Kind
  11. Ich mache Stress
  12. NWO 2020
  13. Punkrock Oma
  14. Was sie von mir erwarten
  15. Trügerischer Frieden
Album Review: BRDigung - In goldenen Ketten
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Album Review: Supersuckers – Get The Hell

Die „grösste Rock’n’Roll-Band der Welt“ veröffentlicht ihr neuntes Studioalbum und kehrt damit wütend zu den eigenen Punkrock-Wurzeln zurück! Die Supersuckers präsentieren sich als perfekt geölte Rock’n’Roll-Maschine in Bestform und eins ist sicher: Die dreizehn neuen Songs werden schon bald zu den grossen Klassikern der Supersuckers-Bandgeschichte zählen. Denn „Get The Hell“ ist eine einzige geballte Schallwellen-Attacke, bestehend aus rüden Riffs, harmonischen Hooks und dickem Rock’n’Roll mit noch dickeren Klöten. Hier regiert der Rock und Eddie Spaghetti und Konsorten rocken sich breitbeinig durch ein mächtig eingängiges Album. Supersuckers und ihr neues Album „Get The Hell“ muss man einfach mögen, weil man sonst keinen Rock’n’Roll mag!

Supersuckers - Get The Hell

Aufgenommen wurde die Scheibe in Willie Nelsons berühmtem Arlyn Studio in Austin, Texas und das Mixen übernahmen Dwarves-Fronter Blag Dahlia und der Soundtüftler Andy Carpenter. Dabei zeigt das Album eine Band, die sich auf der Höhe ihres Schaffens befindet – mit hymnischen Refrains und absolut headbangingtauglichen Akkordfolgen. Nach einem kurzen Intro gibt der straighte Rocker „Get The Hell“ die generelle Marschrichtung unmissverständlich vor. Die Band nutzt dabei jeden Funken ihrer langjährigen Erfahrung und bieten einen umfassenden Querschnitt durch die Geschichte der amerikanischen Rockmusik. Die Band folgt einer einfachen Formel und kombiniert rockige Riffs, eingängige Melodien sowie griffige Refrains mit einer Prise Punk und trifft mit jedem Song ins Schwarze.

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The Supersuckers "Get The Hell" (Available in HD)

Die anderen Songs auf „“Get The Hell“ erzählen Geschichten von romantischen Ausschweifungen („High Tonight“), Exzessen biblischen Ausmasses („Gluttonous“), boshafter Besessenheit („Something About You“) sowie den Leiden eines kompletten Verlierers („Fuck Up“). Und da die Supersuckers sich nie zu schade sind, auch mal einen – vollkommen unerwarteten – Coversong zu spielen, demonstrieren sie ihre musikalische Klasse, indem sie die Tracks „Rock On“ von Gary Glitter und „Never Let Me Down Again“ von Depeche Mode gehörig durch den Fleischwolf drehen. Seit ihrem 1992 erschienenen Debüt waren die Supersuckers nahezu unaufhörlich auf Tour und haben sich dabei die Bühne mit solch illustren Kollegen wie Social Distortion, Bad Religion, den Ramones, Motörhead, Flogging Molly, den Butthole Surfers, Reverend Horton Heat, den New York Dolls, den Dwarves, White Zombie oder Nashville Pussy geteilt.

Supersuckers Band

Wer auf der Suche nach einer unkomplizierten Rock’n’Roll-Vollbedienung ist, die einfach mächtig Spaß macht und sich mit den wesentlichen Themen wie Frauen, Alkohol und Party beschäftigt, muss hier zugreifen. So einfach und schnörkellos kann es gehen – egal ob beim Social Distortion lastigen „Pushin’ Thru“ oder dem trockenen Boogie-Groove von „Bein‘ Bad“. Da zischt Rock’n’Roll pur durch die Gehörgänge und krallt sich darin fest. Eddie Spaghetti muss schon lange niemandes Freund mehr sein – und ich bezweifle, dass das jemals der Fall war. Die Supersuckers sind auch nach einem Vierteljahrhundert noch explizit und starten eine poetische Offensive zwischen dreist-lässiger Anzüglichkeit, dunkel blitzender Sonnenbrille, Mittelfinger mit Schlagring und illegaler Substanz, die sich gewaschen hat, dabei aber so dreckig ist, dass Menschen unter 21 Jahren und vor 23 Uhr vom Konsum absehen sollten. Neben dem genannten „Pushin‘ Thru“ beeindrucken auf „Get The Hell“ am meisten die griffigen „Something About You“ und „High Tonight“. Die Coolness tropft dieser Scheibe eiskalt aus jeder Rille und dabei sieht man vor dem inneren Auge ständig irgendwelche tätowierten Typen unter der staubigen Sonne am Rande der Wüste. Dafür bedarf es nicht mal der Mundharmonika, wie sie in „Fuck Up“ zum Einsatz kommt.

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SUPERSUCKERS - "Pushin' Thru" (OFFICIAL VIDEO)

Das im Januar 2014 erscheinene „Get The Hell“ ist das erste Studioalbum nach einer fünfjährigen Veröffentlichungspause. Insgesamt 13 Tracks in gut 35 Minuten, das sagt viel darüber aus, wo die Kadenz liegt, dass es sich um kurze – aber heftige – Nummern handelt. Da ist kein Platz für Weichspülerei und Balladengehampel. Da könnt ihr die Frauen getrost zuhause lassen Männer. Und bestellt präventiv schon mal ein Taxi, bei dem Sound gehen sowohl Bier als auch Whiskey ungehindert und weich den Hals runter. Die Instrumentierung ist klassisch, zwei Gitarren, Bass, Drums und jede Menge auch mehrstimmigen Gesang. Mir persönlich gefällt natürlich der Dreck an der Geschichte, wimmernde Gitarrenriffs, klassische Distortion-Effekte, alle Songs wirken so, als wären sie ausschliesslich für die Live Performance geschrieben. CD oder Vinyl quasi als Nebenprodukt. Die Supersuckers sind nicht nur eine Band, sie sind eine Rock’n’Roll Institution und nennen sich berechtigterweise „The Greatest Rock n Roll Band In The World“.

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Supersuckers Logo

Trackliste:

  1. Intro
  2. Get The Hell
  3. Something About You
  4. Fuck Up
  5. High Tonight
  6. Pushin‘ Thru
  7. Never Let Me Down Again
  8. Gluttonous
  9. Disaster Bastard
  10. Bein‘ Bad
  11. That’s What You Get For Thinkin‘
  12. Shut Your Face
  13. Rock On
Album Review: Supersuckers - Get The Hell
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Album Review: Hammercult – Steelcrusher

Eigentlich wollte ich nach dem ersten Blick auf das Cover kein Review zu „Steelcrusher“ von Hammercult schreiben. Doch zum Glück habe ich trotzdem reingehört und so kann man sich täuschen, denn entgegen meinen Erwartungen kam hier kein hymnischer Battle-Heavy-Metal aus den Boxen, sondern rasend schneller und dennoch druckvoller Thrash! Hier paart sich Härte und Kompromisslosigkeit von Exodus, mit mehrstimmigen Shouts à la Nuclear Assault und rollenden Highspeed-Attacken von Destruction. Doch niemals würde man Hammercult mit einer der genannten Bands verwechseln, dafür klingt die Hammercult zu eigenständig. Die Gewinner des 2011 Wacken Metal Battle legen mit „Steelcrusher“ im Vergleich zu ihrem Debüt „Anthems of the Damned“ nochmal mindestens zwei Schippen drauf und entfachen ein gnadenloses, alles vernichtendes Thrash-Inferno!

Hammercult - Steelcrusher

Wenn Yakir Shochat etwas anpackt, dann tut er dies mit bedingungsloser Energie und totaler Leidenschaft, denn für den Sänger der israelischen Metal-Newcomer Hammercult ist das Leben zu kurz für Halbherzigkeiten. „Meines Erachtens gibt es nur einen einzigen sinnvollen Weg, um seine Träume zu realisieren“, erklärt er, „nämlich mit Herzblut und Seele anstatt mit falschen Kompromisse oder fragwürdigen Idealen.“ Shochats geradlinige Vorgehensweise hat sich erstaunlich schnell ausgezahlt: Gerade einmal drei Jahre sind vergangen, seitdem er Hammercult im Oktober 2010 gegründet hat, aber schon jetzt wirbeln er, die Gitarristen Arie Aranovich und Guy Ben David, Bassist Elad Manor und Schlagzeuger Maayan Henik die internationale Metal-Szene gehörig durcheinander. Im August 2011 gewann die Band den Metal Battle des legendären Wacken Open Air, veröffentlichte über Sonic Attack im April 2012 ihr Debüt „Anthems Of The Damned“ und jetzt Ende Januar 2014 „Steelcrusher“.

Hammercult

Für den neueste Output des Quintetts hat die Band einige namhafte Protagonisten an Land ziehen können. Chris ‚Zeuss‘ Harris ist für Mix und Mastering verantwortlich, das Cover stammt von Andreas Marshall, der Berliner Künstler arbeitete unter anderem für Blind Guardian, In Flames, Running Wild oder auch Kreator und Gast-Solo-Gitarrist ist Andreas Kisser. Das Intro „Hymn To The Steel“ ist herrlich Old School mit stampfenden Hammerschlägen und wirkt noch etwas nach Battle Metal in bester Manowar Tradition. Darauf folgt das Titelstück „Steelcrusher“, ein feines Thrash-Monster, dessen Riff brennt sich sofort tief in die Trommelfälle ein. Mit einem markerschütternden Schrei fängt Yakir an, alles in Grund und Boden zu kreischen, während Maayan die Felle malträtiert. „Metal Rules Tonight“ ist ein Thrasher vor dem Herren, vor Testosteron und Adrenalin nur so strotzend. „Into Hell“ ist auch ein Nackenbrecher par excellence, bei dem sich zum ersten Mal die tiefen Growls massiv mit Yakirs wutentbrannten Schreien duellieren. Doch Hammercult fahren nicht nur ausschliesslich im tiefroten Drehzahlbereich, wie das leicht Hardcorelastige „We Are The People“ mit seinen Crew-Shouts klar macht. Was als klassischer Heavy Metal Song beginnt, geht schnell in eine Thrash-Nummer über, um im Mittelteil wieder mit Hardcore und modernen Firlefanz zu jonglieren und bei diesem Song kommt auch Sepultura’s Andreas Kisser zum Einsatz.

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HAMMERCULT - "Steelcrusher" (OFFICIAL VIDEO)

Burning The Road“ hat ein leckeres Motörhead-Gedächtnis-Riff, auf das mit Harmonien eingeleitete „Ironbound“ ein bisschen zu Power Metallischen Geschunkel mutiert und es wird wieder Zeit, wild drauf los zu thrashen. Kaum ist der Wunsch gedacht, wird mit „Unholy Art“ und dem Ohrwurm „Satanic Lust“ drauf los gebrettert, dass es eine wahre Freude ist. Mit „Liar“ und melodischem Solo und überschlagenden Vocals geht es weiter und „Damnation Arise“ macht wirklich Spass und zeugt vom hohen Können der gesamten Band. Die Solos sind kurz und bündig und passen sich immer gut in die jeweiligen Songs ein. Das wichtigste Markenzeichen bleibt nach wie vor Yakis Organ, dessen Einsatz einem nur Respekt abtrotzen kann. Mit dem abschliessenden „In The Name Of The Fallen“ haben sich Hammercult das Beste fürs Ende aufgehoben – ein epischer Schlusspunkt unter eine intensive, aggressive und durchgehend melodische Platte.

Hammercult Logo

An sich haben die 13 Songs genügend Potential, um als sehr gut durchzugehen und sich vom Einheitsbrei der Thrash Auswüchse abzusetzen. Ein wirklich sehr geiles, eigentlich erstklassiges Thrash Album, bei welchem die modernen Elemente gut in die Songs einpassen und im grossen Ganzen brettern Hammercult unbekümmert und mit unglaublich viel frischer Energie an die Spitze der Neo Old School Thrash Metal Bewegung. „Steelcrusher“ gehört für mich definitiv zu den heissesten Anwärtern auf die Top 10 des Jahres 2014 und legt die Messlatte des Genres schon ziemlich hoch, denn die Mischung machts und in der grossen Masse der Bands, die sich dem Sound der Achtziger verschrieben haben, sind Hammercult eine willkommene Frischzellenkur! Thrash Metal at its best!

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Trackliste:

  1. Hymn To The Steel (Intro)
  2. Steelcrusher
  3. Metal Rules Tonight
  4. Into Hell
  5. We Are The People (incl. guitar solo by Sepultura`s Andreas Kisser)
  6. Burning The Road
  7. Ironbound
  8. Unholy Art
  9. Satanic Lust
  10. Liar
  11. Damnation Arise
  12. Heading For War
  13. In The Name Of The Fallen
Album Review: Hammercult - Steelcrusher
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Album Review: Darkhaus – My Only Shelter

Eine neue Band stellt sich mit dem Album „My Only Shelter“ vor. Sie nennen sich „Darkhaus„, musizieren zu fünft und liefern zeitlosen Modern Rock ab, der teils mit elektronischen Zugaben versehen ist. So viel Elektronik im Blut hätte man bei Gary Meskil, dem Gründer der US-Hardcore-Truppe „Pro-Pain„, gar nicht vermutet. Mit „Darkhaus“ tobt sich der Bassist im Synthie-Rock aus. Rupert Keplinger ist ein Multi-Instrumentalist und Songschreiber, kommt aus Hamburg, spielt Bass bei „Eisbrecher“ und hat an diversen Veröffentlichungen mitgearbeitet, darunter bei Peter Maffays Tabaluga, hat mit Stephan Weidner zusammen gearbeitet oder wirkte beim letzten „Oomph“-Album mit. Die Vocals übernimmt bei „Darkhaus“ der bislang unbekannte Sänger aus Schottland Kenny Hanton. Die Formation schafft musikalisch das, was viele versuchen, aber nicht hinkriegen: einen interessanten Spannungsbogen zwischen sehr elektronischen Klängen und harten Gitarren.

Darkhaus - My Only Shelter

Insgesamt hat sich ein internationales Quintett zusammengefunden, dass aus den USA, Schottland, Deutschland und Österreich stammt und so unterschiedlich ihre Herkunft, so differenziert ist auch die Musik. Ein Ozean kann trennen oder verbinden – im Falle von „Darkhaus“ eindeutig Letzteres. Zwar liegt zwischen den Bandmitgliedern tatsächlich eine ganze Menge Wasser, aber es ist dieser Ozean von Ideen, Kreativität und Liebe zum Aufbruch zu neuen Ufern, der alle miteinander verbindet. „Darkhaus“ sind zwar neu, aber jetzt schon zeitlos, so klar in ihrem Willen, Genregrenzen zu überwinden, dass sie damit schon eine ganz eigene Schublade geschaffen haben. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass „Darkhaus“ schlicht alles ist: Im einen Moment Dampfmaschine mit dem Gefühl für die radiotaugliche Melodien, im nächsten Moment der Kitt, der ein zerbrechliches Gebilde von Song mit ganz viel Gefühl zusammen hält. Und dann, einen winzigen Augenblick später, die hochtourig rotierende Discokugel, die mit mächtigem Groove die Tanzflächen füllt. Der Stil als Synth-Rock ist mir persönlich allerdings etwas zu poplastig, doch auch nach mehrfachem Anhören kommt keinerlei Langeweile auf.

Darkhaus

Die insgesamt 16 (!) zu hörenden Titel glänzen nicht nur durch Masse, sondern vor allem durch Klasse und das bis zum letzten Ton. Jeder Track reisst den Hörer umgehend mit, bleibt anschliessend noch lange im Ohr und fasziniert durch wunderbar eingängige Melodien und handwerkliches Geschick. Kenny Hantons Stimme erinnert anfänglich etwas an Hardrockbands, doch sehr schnell wird klar, die Palette ist viel reichhaltiger. Musikalisch lässt sich Darkhaus schwer einordnen. Rock, Darkwave und zuweilen sind auch einige Anleihen beim Metal erkennbar. Kurz gesagt, hier wird dem Hörer eine sehr gelungene Mischung präsentiert. Der Opener „Life Worth Living“ steigt mit düsterer Electronik ein, zeigt jedoch alsbald, wohin die musikalische Reise geht. Track 2 „Grace Divine“ schliesst sich nahtlos an den Vorgänger an und auch hier vermittelt die Stimme Kennys pure Sangesfreude. „Ghost“ ist die dritte Nummer auf dem Album und etwas ruhiger gehalten. Das Lied wurde bereits am 23. Oktober als Singleauskopplung veröffentlicht und ist seitdem auch als offizieller Videoclip zu bewundern. Im Video musiziert die Band vor der idyllischen Kulisse im Garten eines amerikanischen Landhauses und der Clip handelt vom schweren Verlust eines geliebten Menschen. Geprägt wird „Ghost“ durch eine emotionale und kraftvolle Interpretation in Kennys Stimme.

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DARKHAUS - Ghost (OFFICIAL VIDEO)

Kraftvoll mit vielen ausgedehnten Riffs geht es bei „Break Down The Walls“ weiter. Es ist Rockmusik, die einfach ins Blut geht, aber auch mit solistischen Elementen überzeugt. Der folgende Track „Our Time“ beweist grosse Dynamik, von ruhigen Stellen bis hin zu einem eingängigen kraftvoll vermittelten Refrain. Zarte elektrische Töne eröffnen „Don’t Close Your Eyes“. Sehr schnell überwiegt aber auch bei diesem Song der kraftvolle Refrain und der eingängige Rhythmus. Teilweise etwas balladesk anmutend, jedoch ebenfalls sehr abwechslungsreich, klingt „Breaking The Silence“. Hier beeindruckt die immer wieder wandelbare Stimme von Kenny Halan. Romantik und treibenden Gitarren, beides verbindet der Song „Hour Of Need“. Ein Song mit Ohrwurmcharakter und einen unter die Haut gehenden Refrain, der Geist und Seele bewegt. Eingängige Hooks und Melodien ziehen sich durch das gesamte Album. Einfache, aber passende und verständliche Texte sorgen für den Wiedererkennungswert. Nach eigener Aussage perfekt für Fans von emotional anregendem Songwriting a la „HIM“, „Depeche Mode“ und „Rammstein“. Dem stimme ich aber nur bedingt zu, da die Band und das Album ein gewisse Einzigartigkeit auszeichnet.

Darkhaus

Die Ballade „Apostle“ sorgt für einen musikalischen Ruhepunkt auf dem Album. Kein Song gleicht dem anderen, bei jedem Lied gibt es musikalisch etwas Neues zu entdecken. So auch der überaus discotaugliche „Son Of A Gun“ oder „Drive“, ein Lied, das harte Riffs mit einem sehr melodischen Gesangsteil verbindet. „Angelina“ beweist letztendlich, dass Darkhaus durchaus richtig in der dunklen Musikszene angesiedelt sind. Es ist ein Düsterrock-Song, der die Besucher der nächsten Subway-to-Sally-Konzerte begeistern dürfte. „Darkhaus“ werden im kommenden Frühjahr die Tour der Headliner-Band um Frontmann Eric Fish supporten. Eisbrecher-Mitbegründer Jochen ‚Noel Pix‘ Seibert hat beim Song „Breaking The Silence“ die Finger im Spiel und verpasst diesem den „Eisbrecher Club Cut“, bei dem die elektronische Seite stark betont wird und die Beats harsch zum Tanzen auffordern. Breaks und Wendungen an der Grenze zum Dub Step runden die dadurch entstehende Version des Titels ab. Als Zugabe hat sich Kinky dem Opener „Life Worth Living“ angenommen und daraus eine Dark-Dance-Fassung kreiert. Genreübergreifend bedient sich das Fünfergespann an Elementen, die aus herkömmlichen Titeln wahre Ohrwürmer machen, welche teilweise sowohl clubtauglich sind als auch Klassiker-Potenzial aufzeigen.

Darkhaus

Das neue und gleichzeitige Debut-Album „My Only Shelter“ besticht mit eingängigen Melodien und einem Haufen rockiger Gitarren. Der Groove zieht sich wie ein roter Faden durch das Album. Für Abwechslung sorgen die oben erwähnten Stilmixturen, aber auch die diversen Stimmungen, die erzeugt werden. Mal wirken die Songs emotional, dann wieder episch oder rotzig und auch balladeske Momente wie bei „Apostle“ fehlen nicht. Die verschiedenen Geschwindigkeiten der Kompositionen tragen ebenfalls dazu bei, dass „My Only Shelter“ kurzweilig rüberkommt. Einzig die Überraschungsmomente fehlen und einen Hauch mehr Eigenständigkeit würde „Darkhaus“ gut zu Gesicht stehen. Erwähnenswert ist aber an dieser Stelle noch der Spassfaktor dieser Scheibe, der die Wermutstropfen durchaus aufzuwiegen vermag. Darkhaus ist nicht irgendeine neue Band auf dem immer grösser werdenden Musikmarkt. Sie heben sich mit viel Kreativität vom Durchschnitt ab und die Mischung aus Rock, Melancholie, Dynamik sowie unbändiger Spiel- und Sangesfreude lässt „My Only Shelter“ zu einer Empfehlung für Freunde gut gemachter Rockmusik werden und das Genre übergreifend.

Trackliste:

  1. Life Worth Living
  2. Grace Divine
  3. Ghost
  4. Break Down The Walls
  5. Our Time
  6. Don’t Close Your Eyes
  7. Breaking The Silence
  8. Hour Of Need
  9. Looks Like Rain
  10. Apostle
  11. Son Of A Gun
  12. Drive
  13. Angelina
  14. Hurts Like Hell
  15. Breaking The Silence (Eisbrecher”Club Cut”) By Noel Pix
  16. Life Worth Living (Kinky J-Mix) By Kinky J
Album Review: Darkhaus - My Only Shelter
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Album Review: Pro-Pain – The Final Revolution

Freunde, es ist wieder Zeit für Schmerz! Gary Meskil wird nicht müde und Pro-Pain rumpeln wieder durch die Boxen! Die New Yorker Hardcore Legende beschert uns mit „The Final Revolution“ einen kleinen und feinen Schritt „Back to the Roots“, ist doch das letzte Album etwas thrashig ausgefallen. Bandmaster, Sänger und Bassist Gary Meskil setzte sich allein daheim hin und komponierte mal eben alle Songs im Alleingang. Dabei wird alles aus selbst reflektierter Sicht auf- und verarbeitet, was man so tagtäglich erlebt. Heraus kam dabei Album Numero 14, ein wütendes groovendes Hardcore-Monster, welches die bekannten und markanten musikalischen Seiten der Band im besten Licht präsentiert.

Pro-Pain - The Final Revolution

Über das New Yorker Quartett Pro-Pain muss man nicht mehr viele erklärende Worte verlieren. Seit ihrem bahnbrechenden Debütalbum „Foul Taste Of Freedom“, das Anfang der Neunziger für diverse Preise nominiert wurde, hat sich die Band um Gary Meskil die Zuneigung und den Respekt unzähliger Fans in aller Welt erspielt und gilt heute zu Recht als wahre Hardcore Metal-Legende. Ihre sämtlichen Alben sind ein Ausbund an Intensität, Kompromisslosigkeit, Inspiration und Ehrlichkeit. Das Quartett klang auf den letzten beiden Alben immer etwas anders und probierte sich neu aus. Angefangen 2010 mit „Absolute Power“, auf dem man mit viel Melodie zu Werke ging und neue Akzente setzte in Richtung Metal. 2012 wurde dann auf „Straight To The Dome“ das Gaspedal wieder ordentlich durchgetreten und dem schnellen Hardcore und Thrash Tribut gezollt. Jetzt geht es wieder deutlich düsterer und klassischer zu Werke. Wegefallen sind die Keyboard-Füller und harmonischen Gesänge. Die gesamte Musik und sämtliche Texte hat Meskil bei sich zuhause in Sarasota (Florida) geschrieben und das hört man auch. Die zwölf Nummer des 14. Albums wurden im Little Creek Studio in Gelterkinden (Schweiz) durch Produzent V.O. Pulver (Gurd) aufgenommen, gemischt und gemastert.

Vorschaubild
PRO-PAIN - The Making Of "The Final Revolution"

Auch wenn Meskil schon immer der Bandkopf war, so konnte er zeitweise sogar über ein recht stabiles Line-Up verfügen. Zumindest stand ihm jahrelang mit Gitarrist Tom Klimchuck ein weiteres Gründungsmitglied zur Seite, der ihn bis zuletzt auf dem permanent schwindelerregenden Besetzungskarussell begleitete. Dieser hatte bereits schon Jahre zuvor immer mal mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und musste endgültig das Handtuch schmeissen. So scharen sich nun eher weniger bekannte Musiker um Gary Meskil, die ihm wohl im Studio und hauptsächlich auf der Bühne unterstützen, seine neuen Songs darzubieten. So halten sich die Überraschungen allerdings auch ohne Co-Songwriter dankenswerterweise in Grenzen. Alles bewegt sich auf einem hohen Niveau und macht einfach nur Spass! Es gibt keinerlei Kompromisse und auch keine Spielereien, die einst mal zum Einsatz kamen, was einen Hit kaum ausfindig machen lässt. „Um die Dinge möglichst interessant zu gestalten habe ich mich entschieden, das Ruder fest in die Hand zu nehmen und sämtliche Songs in Eigenregie zu komponieren. Dies ist das erste Pro-Pain-Album seit den Neunzigern, auf dem ich alles alleine geschrieben habe.“ so Meskil. Die Produktion ist rau und direkt, die bisherigen Resonanzen darauf sind uneingeschränkt positiv. Meskil: „Das Album klingt extrem angefressen, also genau so, wie ein tolles Pro-Pain-Album klingen sollte. Auftrag ausgeführt!“

Pro-Pain

Die zwölf Songs bieten typische Pro-Pain Riffs und Beats, wobei letztere durch den fitten Drummer deutlich aufgepeppt werden. Früher benutzte der gute Meskil zu oft Kollege Drum-Computer. Doch auch die beiden Gitarristen dürfen sich austoben und glänzen mit gelegentlichen Leads und schönen Soli. Die Stücke sind meist im Midtempo angesiedelt, bis auf einige Uptempo-Ausbrecher und überschreiten selten die 3:00 Minuten und das ist gut so, denn dadurch sind die simplen Stücke kurzweilig im wahrsten Sinne des Wortes. Meskil brüllt seine Message monoton wie immer heraus und wer Bands wie „Hatebreed“ oder „Sick Of It All“ mag, dem ist dieses Stilmittel geläufig! „The Final Revolution“ ist eine Platte, die knallhart und mit irrem Punch direkt in die Fresse haut und dies immer und immer wieder, zwölf Tracks lang. Das hier ist genau der Scheiss, für den die Jungs aus New York City immer standen und der schon in den 90ern abgefeiert wurde, weil er den Kopf durchpustet und klingt wie er klingt: Angepisst, direkt und kompromisslos.

Pro-Pain Logo

Der Opener „Deathwish“ knallt ordentlich in bester und bekanntester Pro-Pain-Manier aus den Boxen und Adam Phillips darf hier oder bei „Can’t Stop The Pain“ wie wild solieren. Drummer Jonas Sanders fährt die Doublebass-Breitseite auf und der Chef selbst hat sich einige knarzig-knackige Bass-Eskapaden erlaubt, Pro-Pain sind Hardcore-Lebensgefühl und werden es immer bleiben. „Southbound“ auf geographischer Wurzelverortung, das enorm repetitive und trotzdem zündende „All Systems Fail“ sowie das mächtig groovende „Mass Extinction“ sind hier die heissesten Anwärter neben dem genialen Titeltrack, den man schon nach dem ersten Hördurchgang nicht mehr missen mag. Qualitativ stark abfallende Filler gab es bei Gary Meskil von jeher nicht, auch unscheinbarere Songs wie „One Shot, One Kill“ oder „Emerge“ haben ihre Momente. Spezieller Liebling könnte auch „Want Some?“ werden, das mit seiner aggressiv-herausfordernden Apostrophe Richtung Rap tendiert und mit anfänglicher An/Aus-Dynamik ein wenig Abwechslung in das sonst sehr homogene Album bringt. Gerne hätten solch kleine Ausreisser häufiger auftauchen dürfen. Auch von den in „Problem-Reaction-Solution“ gelungen eingesetzten Backings hätte es bei aller Liebe für Meskils starke, charismatische Stimme mehr geben können. Doch das ist jammern auf hohem Nivea. „Fall From Grace“ animiert unwiderstehlich zum Headbangen und mit „Under The Gun“ endet „The Final Revolution“ mit einem perfekten Beispiel für ursprünglichen Crossover zwischen Hardcore und Thrash Metal.

Pro-Pain

Ist das jetzt gut oder schlecht? Nunja, wer es straight mag, aber am Vorgänger „Straight To The Dome“ vor allem den Thrash-Metal-Einschlag schätzte, wird dieses Mal enttäuscht. Hier gibts im Grunde nur Hardcore Dynamik in your face, garniert mit einigen feinen Soli. Dabei ist die neue Pro-Pain-Scheibe wieder genau das, was man sich von der Band erwartet und damit – erwartungsgemäss – so revolutionär, wie es bleifreies Benzin heutzutage ist. Das stört allerdings wenig, denn „The Final Revolution“ macht einfach Spass und zeigt, dass die Formation noch ordentlich Feuer unterm Hintern hat. Pro-Pain machen einfach alles wie immer und damit auch alles richtig – man weiss einfach, was man an dieser Band hat. Vor allem produktionstechnisch passt dieses Mal alles. Die Gitarren braten ordentlich, der Bass wummert, das Schlagzeug ist gut hörbar, aber glücklicherweise nicht überproduziert und Meskils gewohnt wütendes Gebell veredelt das Produkt schlussendlich zu einem homogenen Ganzen. Albumtitel, Cover-Artwork und zu guter Letzt die Musik an sich führen genau das aus, was angedeutet wird – mit Vollgas alles niederrammen, was auch nur irgendwie im Weg steht. Chef Gary Meskil ist Idealist, musikalisch wie politisch: „Meine Texte kommen direkt vom Herzen und reflektieren meine Lebenserfahrungen. Ich bin sehr leidenschaftlich am Lauf der Dinge und an meiner Rolle in der Welt interessiert. Ich singe über die Notlage des einfachen Mannes und versuche gleichzeitig, die Menschen nicht zu belehren. Denn wenn man möchte, dass seine Meinung respektiert wird, muss man im Umkehrschluss den gleichen Respekt auch anderen Meinungen entgegenbringen. Als Inspirationsquelle nutze ich nur mich selbst, deshalb sind meine Texte immer ehrlich und leidenschaftlich.“ Permanent liegt Napalm in der Luft und Pro-Pain denken gar nicht daran, sich auch nur eine Sekunde lang einzubremsen.

Vorschaubild
PRO-PAIN - "Deathwish" (OFFICIAL VIDEO)

Tracklist:

  1. Deathwish
  2. One Shot One Kill
  3. Southbound
  4. Problem Reaction Solution
  5. The Final Revolution
  6. Can’t Stop The Pain
  7. All Systems Fail
  8. Want Some?
  9. Fall From Grace
  10. Emerge
  11. Mass Extinction
  12. Under The Gun
Album Review: Pro-Pain - The Final Revolution
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Originalität6
Tempo9
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8
Songtexte10
Substanz8
Produktion10
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Album Review: Betzefer – The Devil Went Down To The Holy Land

Hell yeah! The Devil Went Down To The Holy Land! Wie wahr! Für mich kommt aus dem absoluten Nichts eine absolut geniale Platte! Ich bin sicher nicht der einzige, der noch nie von dieser Band gehört hat und dann das! Ein Meisterwerk abseits aktueller Trends und so merkwürdig das klingen mag, trotzdem einfach nur guter, alter Heavy Metal. Die Israelischen Metaller „Betzefer“ sind mit einer neuen Platte am Start und es geht rau zu, ohne jemals den unwiderstehlichen Groove zu verlieren. Schon allein der namensgebende Song und Titel der Platte spricht eine klare Sprache. Alle 14 Songs verlieren sich nie in einem reinem Metal-Geballer, sondern bleiben stets hittige Nummern, büssen jedoch zu keinem Zeitpunkt die nötige Härte ein. Kaum hat man sich daran gewöhnt, dass traditioneller Metal immer mit Schwert-Gefuchtel und merkwürdig hohen Stimmen zu tun hat, kommen vier Jungs aus Israel um die Ecke und zeigen, dass es durchaus bewahrenswerte Traditionen gibt. Nämlich: Verdammt heavy Riffs, verdammt heavy Grooves und verdammt geiler Gesang! Kurzum die Art Musik, wie sie „Pantera“ Mitte der Neunziger zelebriert haben oder wie es „Betzefer“ selbst auf den Punkt bringen: „Fuckin Rock’n’Roll!“

Betzefer - The Devil Went Down To The Holy Land

Und mit Rock’n’Roll hat Betzefer’s Musik tatsächlich jede Menge zu tun. Der latente Heavy-Blues-Einfluss, der schon bei Texanern stilprägend und einzigartig war, ist bei den Israelis wieder zur vollen Entfaltung gelangt. Hier wird weniger geprügelt oder gedroschen und schon gar nicht gesägt, es wird gerifft! Und ein geniales Riff jagt das andere, es ist eine wahre Freude eine solch Akkord-lastige Platte zu hören. Natürlich werden auch von „Betzefer“ lediglich die alten Zutaten neu gemischt und aufbereitet, wirklich neues findet nicht statt, aber das stört niemanden, im Gegenteil! Der Einfluss der Texanischen Trendtöter ist die ganze Platte über spürbar, manchmal ergänzt durch etwas „Machine Head“ oder „Sepultura“. Doch die Jungs haben nicht etwa billig kopiert, nein, sie haben ihren eigenen Stil entwickelt und überzeugen durch Energie und Enthusiasmus, welche diese Platte letztlich zu einem eigenständigen kleinen Meisterwerk machen. Nebenbei stehen die musikalischen und songschreiberischen Fähigkeiten dieser jungen Band über dem Standard, den die meisten Newcomer und mittlerweile auch die eine oder andere der genannten Refenrenz-Bands einnehmen. Massive Härte, ohne den Groove zu vergessen, Melodie, ohne kitschig zu werden, Emotion und viel Herzblut. Alles dargeboten mit viiiiel Power. Und als wäre das noch nicht genug, hat man mit Avital Tamir noch einen Sänger, der dem guten, alten Phil Anselmo den Whiskey wegschnappt und ihn selber trinkt, denn wer so viel Kraft, Aggression und trotzdem Melodiösität in seiner Stimme vereint, braucht keine Vergleiche zu scheuen.

Betzefer

Für Avital Tamir ist das dritte Album seiner Band weit mehr als nur eine weitere Veröffentlichung. Für den Sänger ist „The Devil Went Down To The Holy Land“ die bis dato reifste und stimmigste Scheibe seiner musikalischen Laufbahn. „Es sind zum ersten Mal richtige Songs“, sagt er, „man könnte sie auch dann problemlos spielen, wenn man nur eine Gitarre zur Verfügung hat.“ Tamir und seine Gruppenmitglieder Matan Cohen (Gitarre), Rotem Inbar (Bass) und Roey Bermann (Schlagzeug) blicken auf die kürzeste und fruchtbarste Kreativzeit ihrer Karriere zurück, bis „The Devil Went Down To The Holy Land“ im Trockenen war: „Wir benötigten nicht einmal ein Jahr von der ersten Idee bis zum finalen Produkt, für jedes der Stücke brauchten wir gerade mal ein oder zwei Sessions. Dies ist ein selbstbewusstes, erwachsenes und rundum gelungenes Album, auf das wir sehr stolz sind.“ Und dies völlig zu Recht, denn die vierköpfige Band hat sich in der Tat erstaunlich weiterentwickelt. Vom rassigen Debütalbum „Down Low“ (2005) mit seiner Frische über den spürbar gewagteren Nachfolger „Freedom To The Slave Makers“ bis hin zur neuen, dritten Scheibe sind „Betzefer“ zu einer homogenen und konsequenten Metal Band gereift, die dem Publikum ihr eigenes Lebensgefühl näherbringt. „Für uns ist Heavy Metal nicht irgendeine abgehobene Kunstform, sondern etwas, das fundamental zum Leben dazugehört wie essen, trinken, schlafen, atmen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, welche grosse Bedeutung diese Musik für mich als Jugendlicher hatte und wie sie mir bei den typischen Problemen eines Heranwachsenden half.“ Dass „Betzefer“ zum dritten Mal in ihrer Laufbahn ausgerechnet einen Vertrag bei einer deutschen Plattenfirma unterschrieben haben, ist für Tamir wegen des besonderen Verhältnisses beider Länder eine grosse Freude: „Angesichts der schmerzhaften Geschichte, die Deutschland und Israel miteinander haben, empfinde ich dies als wundervolle Entwicklung. Ich freue mich immer wieder, dass wir zu Deutschland und seinen Metal-Fans eine besonders innige Beziehung pflegen. Welch tolles Signal für die ganze Welt!“

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BETZEFER - "The Devil Went Down To The Holy Land" (OFFICIAL VIDEO)

Mittlerweile etablierten sich „Betzefer“ als Israels grösste und erfolgreichste Metal Band. Die Band tourte über viele Monate, in Europa unter anderem mit Grössen wie „Soulfly“ und „Lamb Of God“. Ihr grosser Erfolg beim Publikum brachte sie in kürzester Zeit auf die Hauptbühnen der wichtigsten Sommerfestivals. Im März 2007 gingen „Betzefer“ mit Sepultura auf Tournee und eröffneten nach ihrer Rückkehr in die Heimat vor tausenden begeisterter Fans eine Show für „Megadeth“. Nach einer ausgedehnten Vorprodukten gingen Betzefer im Frühjahr 2008 ins Studio und produzierten ihr zweites Album „Freedom To The Slave Makers“. Anschliessend wurde die Band für die Hauptbühne des Ozzfest Festival in Tel-Aviv verpflichtet und ging mit Bands wie „Gwar“, „Cavalera Conspiracy“ und „Pro-Pain“ auf Tournee, um für einen Auftritt auf der Hauptbühne des With Full Force Festivals noch einmal nach Deutschland zu reisen. Zurück in Israel veröffentlichten „Betzefer“ über YouTube eine Jubiläumsshow, die in Tel-Aviv gefilmt und aufgenommen wurde und den Titel „10 Fuckin Years“ trägt. Im September 2012 ging die Band mit ihrem langjährigen Freund und Produzenten Tue Madsen wieder ins Studio (The Haunted, Sick Of It All, Mnemic), um den letzten Schliff an „The Devil Went Down To The Holy Land“ vorzunehmen. Die Zeichen stehen also auf Sturm, denn mit einem brillanten neuen Album und einer Besetzung, die seit zehn Jahren unverändert ist, soll der Kreis der Anhängerschaft noch einmal deutlich vergrössert werden. „Wir kommen im Dezember für ein paar Shows und werden im Frühjahr 2014 sechs Wochen lang ganz Europa beackern. Wir freuen uns auf viele Orte, an denen wir noch nie zuvor gespielt haben.“

Betzefer

In Zeiten in denen das Mass der Kreativität im Verschmelzen von Stockholm und Brooklyn gemessen wird, ist diese Band genau das Stück Integrität und ehrliche Härte, welche die Szenen heute braucht. Auf ihrem neusten Album „The Devil Went Down To The Holy Land“ zimmern die vier Jungs ein fettes Metal-Brett vom Allerfeinsten, dass man sich fühlen muss wie die Ratten in Panteras Proberaum Mitte der Neunziger. Fett, groovy, mit genialen Vocals und einer unglaublichen Intensität und Hingabe. Die Jungs geben alles, wollen einfach nur ihre Musik machen und scheren sich um den Rest der Welt herzlich wenig. „Wir fühlen uns als Underdogs recht wohl. Die Fans wissen, was los ist und die Medien sind uns verdammt egal.“ meint Avital „Sei du selbst, lebe dein Leben und lass nichts aus! Habe keine Angst anders zu sein, aus den sozialen Mustern auszubrechen. Die Texte sind, wie auch die Musik, sehr zornig und aggressiv. Ich versuche immer die Wahrheit zu sagen, so wie ich sie sehe. Es geht um Dinge, die mich beschäftigen oder ärgern. Es geht darum, das Leben wirklich zu leben. Fucking Rock’n’Roll ist eine Art Bandhymne. Ein Statement. Denn darum geht es, das ist das, was wir machen: Fucking Rock’n’Roll!“ „Betzefer“ haben im Sommer beim Deutschen Label Steamhammer/SPV unterschrieben und werden „The Devil Went Down to the Holy Land“ am 25. Oktober 2013 in Deutschland, Österreich und der Schweiz veröffentlichen, im Rest von Europa kommt das Album am 28. Oktober in den Handel. Ein Meisterwerk abseits aktueller Trends. Kein Metalcore! Kein NuIrgendwas! Sondern getreu dem Bandmotto einfach „Fucking Rock’n’Roll“! Nichts mehr und keinen Deut weniger. The Great Israeli Trendkill!

Betzefer
Track List:

  1. Tropical
  2. The Devil Went Down to the Holy Land
  3. Killing the Fuss
  4. Cash
  5. Yuppie Six Feet Underground
  6. Copkiller
  7. Sledgehammer
  8. The Medic
  9. Milk
  10. Suicide Hotline Pt. 1
  11. Suicide Hotline Pt. 2
  12. Cannibal
  13. I Hate‘
  14. Can You Hear Me Now?
Album Review: Betzefer - The Devil Went Down To The Holy Land
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Album Review: Excelsis – Vo Chrieger u Drache

Metal-Fans kennen wahrscheinlich einige dieser legendären Bands aus der Schweiz, wie „Krokus“, „Celtic Frost“ und „Coroner“, vielleicht jüngere Fans auch „Eluveitie“, einer der Leader der aktuellen Folk Metal Bands. Doch warum kennt denn „Excelsis“ aus dem schweizerischen Kriegsstetten keine Sau? Das kann doch gar nicht sein! Seit 1996 machen die selbsternannten Dragonslayers schon die Berge unsicher und wenn man diese Band nicht kennt, geht einem wirklich etwas durch die Lappen! „Excelsis“ haben diesen Sommer das nun siebte Album „Vo Chrieger u Drache“ vorgelegt, dass in Sachen Folk Metal locker in oberen Regionen mithalten kann. Excelsis sind etwas eigenwillig und ihre Markenzeichen sind Metal mit Instrumenten wie Dudelsack, „Bäsechlopfe“ oder Blockflöte und Texte, die teils in Mundart verfasst sind. Bei „Vo Chrieger u Drache“ beschränkt sich dies zwar nur auf Teile der Songs und etwa die Hälfte der Songtitel – trotzdem sind Excelsis neben Eluveitie wohl die keltischste unter den Schweizer Metalbands. Dabei erreichen die Jungs ein Level, das ich seit Manowar nicht mehr gehört habe. Der Sound der aktuellen Scheibe zeichnet sich durch einen Gegensatz von dichtem Metal und den darüber liegenden hellen Spezialinstrumenten aus und erzählt Geschichten in Form von Schlachtgesängen. Wer also auf kraftvollen Folk/Pagan Metal mit Pfupf steht, ist hier an der richtigen helvetischen Adresse.

Excelsis - Vo Chrieger u Drache

Das „Vo Chrieger u Drache“ Album wurde in den Iguana Studios von Christoph Brandes eingespielt und gemischt und das Cover ist sehr schön gelungen, ebenfalls das ganze Innenleben des Booklets. Allgemein macht das Album den Eindruck eines liebevoll inszenierten Werks einer völlig einzigartigen Band. „Vo Chrieger u Drache“ passt genau in das Konzept der Band von mittelalterlichen Volksmythen. Es geht um Krieger und Drachen, um die Gründungslegende der Stadt Burgdorf im Kanton Bern, wo das Brüderpaar Sintram und Bertram, Herzoge zu Lenzburg im Kanton Aargau, im Drachenkampfe siegte und zum Danke der heiligen Margareta eine Kapelle stiftete. Diese Sage erzählen uns die helvetischen Barden in ihrer ureigenen Weise, indem sie sich einer rauen, ungeschliffenen und unkitschigen Variante des Folk Metals bedienen. Die in berndeutsch gesprochene Einleitung stimmen perfekt auf diese Heimatgeschichte ein, die Texte der Lieder selbst wechseln zwischen Englisch und Berndütsch, wobei Letzteres oft die hymnischen Refrains prägt. Der „Prologue (of Sintram and Bertram)“ ist zwar durch das Schweizerdeutsch nicht ganz leicht zu verstehen, aber wenn „Brothers of War“ so richtig im mittleren Tempo abgeht, ist alles im Trockenen, dazu die passenden Flötenklänge und das hymnisch tragende in dem Stück macht Lust auf mehr. Die „Druids“ sind ein heldenhaftes Epos, das mit folkloristischen Instrumenten unterstützt wird und dadurch auch zu gefallen weiss, gerade in der Szene ist die Grenze zwischen Kitsch und Genialität eng gesteckt, aber „Excelsis“ machen das meisterlich. Die Grundausrichtung der Stücke ist in der Regel getragen und episch, die Band lässt sich Zeit zum Erzählen ihrer Geschichte. Instrumental begegnet uns einmal mehr die volle Palette aus folkloristischen Instrumenten wie Talerschwingen, Sackpfeifen, Harmonika, Maultrommel und Flöten, die jedoch perfekt in das metallische Gewand integriert sind und die Band so kein Stück weit in eine schunkelige Ecke des Mittelaltermarkts drücken.

Vorschaubild
Excelsis - Uechtland (official Video 2013)

Die Quetschkommode, auch Akkordeon genannt, bietet dem flotten Spiel bei „Heathen Princess“ zu Beginn richtig Paroli, dann wird es etwas ruhiger, bevor es im tragenden Tempo erneut spitzenmässig abgeht. „The Fear“ ist ein kleiner Zwischenspieler, danach kommt „Uechtland“ in typischer „Excelsis“ Manier daher und verbreitet Top Laune. „Chrieger“ ist eine drückende, heldenhaft klingende Nummer, die nah an Manowar herankommt. Schleppend wälzt sich der Song dahin und versprüht so seinen ganz eigenen Charme. Mit knapp neun Minuten Spielzeit ist das Lied auch das längste auf der Scheibe. An Stimmung ist „Chrieger“ kaum zu übertreffen. Darauf folgt mit „Dragonhole“ wieder so eine starke, tragende Nummer, „The Chapel“ hat ein paar flottere Passagen und mit „The Fall of the One“ bietet noch einmal eine volle Folk-Breitseite inklusive Mundharmonika. Im Up Tempo hält sich „The Avenger“ richtig überragend, um mit „Wissi Bärge“ den Double Bass rotieren gelassen. Mit dem starken „Epilogue“ endet dieses krachende Album und das Folk Metal richtig geil klingen kann, haben „Excelsis“ hiermit bewiesen und aus dem Geheimtipp dürfte nun der Durchbruch folgen. „Excelsis“ sind mit Leib und Seele eine Metalband, die mich in ihrer erzählerischen Art und durch das gehörige Mass an Härte und Rohheit und durch Münggus ungeschliffenen Gesang durchaus an „Grave Digger“ erinnert, sich aber melodisch und instrumental merklich folkiger präsentiert. Die zahl- und variantenreichen Backing Vocals sorgen dafür, dass nicht nur das Reibeisen regiert, sondern die ganze Palette bedient wird, vom zaghaften, artikulierten Growlen über Klargesang bis hin zu mächtigen Chören. Dabei kann die eigenwillige Truppe auch mit glänzenden Soli und messerscharfen, treibenden Riffs aufwarten, die immer für die stimmige Balance zwischen metallischer Härte und heimeligem Storytelling finden.

Excelsis

„Excelsis“ erinnen an Bands wie „Eluveitie“, „Nerthus“, „Mithotyn“ oder „Finntroll“. Der Sound der aktuellen Scheibe zeichnet sich durch einen Gegensatz von dichtem Metal und den darüber liegenden hellen Spezialinstrumenten aus und die Mundart-Teile lassen einen immer wieder die Ohren spitzen und bereichern den Sound schon nur, weil man es sich einfach nicht gewohnt ist. Münggu (Vocals, Guitars, Bagpipes, Mouthharp and Whistles), Ädu (Keyboards, back. Vocals, Flutes and Whistles), Mäk (Bass, Harmonica), Rölu (Guitars, back. Vocals, Besenklopfen) und Küsu (Drums, Talerschwingen) wissen nach Jahren und mittlerweile sieben Alben eben ganz genau, wie sie die Leute packen können. Der Sound wirkt zwar kompromisslos hart, bietet aber auch Harmonien und diese Kombination wirkt. Sie haben sich eine Identität erschaffen, um die andere Metal-Bands sie beneiden. Visuell haben sich die Berner fürs aktuelle Album in Mönchskutten gekleidet und unterstreichen damit das Druidische in ihrer Musik noch mehr. Insgesamt ist „Vo Chrieger u Drache“ ein Erlebnis. Es empfiehlt sich, „Excelsis“ nicht einfach nur so im Hintergrund laufen zu lassen, sondern sich richtig darauf einzulassen. Die Band gehört in die gleiche Liga wie die ganz grossen des Folk Metal, vor allem, aber nicht nur, weil sie dem Genre schon frönten als es offiziell noch gar nicht erfunden war. „Vo Chrieger u Drache“ ist ein Hammeralbum, das jeden interessieren sollte, der auch nur ansatzweise etwas mit Folk Metal anfangen kann. „Excelsis“ haben mit dem Machwerk „Vo Chrieger u Drache“ etwas geschaffen, was in keiner Sammlung bzw. Party der Genrefans fehlen sollte. Schön wie hier vom „Drachätötä“ gesungen wird und man sich an die Geschichtsstunden erinnert, in denen es um mutige Schweizer ging, die ihr Land mit Heugabel, Hellebarde und Schweizerdeutsch bewaffnet verteidigten. Hier liegt auch ein bisschen die Crux mit Excelsis: Vocals-mässig sind die Schweizer empfindlich schwächer, wenn sie sich auf Englisch ausdrücken. Warum auf diese Sprache ausweichen, wenn alles auf Schweizerdeutsch viel, viel besser und eigenständiger klingt? Traumhaft ist hierbei auch das wunderbar melancholische Finale im dunklen Epilog der Emmentaler Drachentöter: „Sag mein Herz, was weisst du mehr?“

Vorschaubild
Excelsis - Song 4 - Heathen Princess - 2013

Tracklist:

  1. Prologue (of Sintram and Bertram)
  2. Brothers of War
  3. Druids
  4. Heathen Princess
  5. The Fear
  6. Uechtland
  7. Chrieger
  8. Dragonhole
  9. The Avenger
  10. The Fall of the One
  11. The Chapel
  12. Wissi Bärge
  13. Epilogue
Album Review: Excelsis - Vo Chrieger u Drache
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