Album Review: Into Darkness – Larceny

Im vergangenen Jahr konnte „Larceny“ aus Süddeutschland ihr zehnjähriges Jubiläum feiern, aber aus den verschiedensten Gründen, u.a. auch Besetzungswechsel, wurden bislang erst zwei Alben veröffentlicht. Nun heisst es Ring frei für Runde drei. Genau zwei Jahre nach dem Album „My Fall“ stellen „Larceny“ einen Nachfolger vor. Da durch das Frontfrau Anna Rantou die Band verliess, erinnert der Sound nicht mehr so sehr an „Lacuna Coil“ und Cristina Scabbia, ist dadurch mehr Melodic Death Metal und in Sachen Härte ist der Pegel auch deutlich gestiegen. „Into Darkness“ auf Melodic Death Metal zu beschränken, wäre aber auch falsch, denn immer wieder versuchen sich die fünf Musiker an anderen Subgenres und präsentieren ihre Songs äusserst kontrastreich. Ausflüge in den Thrash gibt es genauso wie das gezielte Weglassen des Präfixes „Melodic“, wenn es um Death geht. Diesmal gibt es von den Baden-Württembergern voll eine auf die Zwölf.

Into Darkness - Larceny

Die Aufmachung des Albums als auch die ersten beiden Tracks lassen vermuten, dass „Larceny“ mit „Into Darkness“ ein so richtig düsteres Werk abliefern wollen. Für das dritte Album wurden aber auch vier Songs der vorherigen Alben noch einmal aufgenommen und allein schon anhand dieser Songs kann man deutlich die Weiterentwicklung erkennen, die „Larceny“ mittlerweile durchschritten haben. Schon dass nur mit Keyboard gespielte Intro klingt nach dem Aufbruch zu einem Marsch in die Dunkelheit. Mit „Detour To Hell“ gibt es direktes und heftiges Thrash-/Metalriffing und in „Afterlife“ hört man die Black-Metal-Einflüsse. Die meisten Melodic Death Metal-Bands, die ich kenne, arbeiten mit Growls und eventuell noch Clean Voice, aber Oliver Gaupp haut uns hier eher Screams und Shouts um die Ohren, was aber hervorragend funktioniert. Beim folgenden Titelstück „Into Darkness“ darf auch Conny Ott mit einem schönen Solo beweisen, dass ein Keyboard sehr wohl auch zu dieser Richtung passt.

Larceny

Ist man so weit gekommen, lockt einem die Hymne „No Surrender“ in den Wohnzimmer-Moshpit. Anschliessend wird das Tempo in „Limbus“ etwas gedrosselt und man kriegt für einmal einen deutschsprachigen Song zu hören. „Hold The Last Light“ ist dann wieder in Highspeed gehalten, mit immer wieder eingestreuten sehr ruhigen Parts, in der man Luft holen und die Nackenwirbel wieder einrenken kann. Warum man in der letzten Minute allerdings die Melodie nur von den Gitarren weiterführt, erschliesst sich mir leider nicht ganz. „I Will Rise“ stammt vom ersten Album „Larceny“, hier gibt es noch mal (oder wieder mal) Melodic Death Metal mit einer ordentlichen Prise Thrash Metal zu hören. Sehr gelungen finde ich „Gunpowder Night“, das, wie auch die beiden letzten Songs, vom Album „My Fall“ stammt. Noch relativ verhalten mit Klavier beginnend, verpasst das Schlagzeug diesem Track einen richtiggehend galoppierenden Rhythmus. „My Fall“ selbst wildert dann wieder im Highspeed und „End Of Lies“ könnte man fast mit „Hold The Last Light“ vergleichen. Auch hier feines Black Metal-Geschreddere mit ruhigen Parts.

Vorschaubild
Larceny - Into Darkness [Melodic Death Metal]

Generell wirkt „Into Darkness“ angenehm modern und sauber produziert. Die Band macht auf diesem Album ihren Job gut und die Baden-Württemberger wagen damit auch gleich eine neue musikalische Ausrichtung. Die sehr harsche Vocalfraktion und der melodiöse Sound geht voll ins Ohr und das geht teilweise, eben durch die vielen dunklen Soundfragment tief unter die Haut. Hier und da blitzt der Sänger wie ein auflauerndes Biest hervor und das hat einfach etwas für sich. Im Grossen und Ganzen zeigen uns die Herrschaften eine Mischung, welche einfach gut ins Gehör geht und nicht einfach lieblos im Fährwasser des Melodic Death Metal mitschwimmt. Viele eigene Innovationen wurden ins Rennen geschickt und das Ausmass der Melange ist wirklich gut gelungen. Seit ihrem Debütwerk aus dem Jahr 2010 hat sich die Combo wahrlich gesteigert und es ist ihnen gelungen, ihre Roots beizubehalten, obwohl man etliches umschichten musste. Somit ist „Into Darkness“ nicht nur gereifter, nein auch die vollzogene Hinzunahme von härteren Parts steht der Truppe sehr gut zu Gesicht. Besonders schön als melodische Untermalung finde ich die Hinzugabe von kleineren, epischen Soundarrangements. Über die Hülle und Fülle im Melodic Death Metal lässt sich bekanntlich streiten, „Larceny“ vermögen hier aber sehr gut mitzumischen und bieten viele frische, schlagende Argumente und klingt nicht wie der x-te Klon irgendeiner grossen Band. Hörenswert!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Intro
  2. Detour To Hell
  3. Afterlife
  4. Into Darkness
  5. No Surrender
  6. Limbus
  7. Hold The Last Light
  8. I Will Rise
  9. Gunpowder Night
  10. My Fall
  11. End Of Lies
Album Review: Into Darkness - Larceny
8.3 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität8.5
Tempo8.5
Musikalische Fähigkeiten8.5
Gesang9
Songtexte8
Substanz8
Produktion8
Langlebigkeit8
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Wasted Puppets – Puppet Show

Wasted Puppets“ bieten auf ihrem Debütalbum „Puppet Show“ ein ganz spezielles Puppentheater, dass von dem Rock der 70er und 80er geprägt ist. Das Quartett aus Rovaniemi in Lapland bietet auf dem gelungenen Silberling einfache Rockmusik, mit Akzenten von Blues und Hard Rock gewürzt. Die Band ist seit vielen Jahren aktiv u.a. mit Tourneen im nördlichen Finnland und Veröffentlichungen von ein paar EPs. Das vorliegende Album „Puppet Show“ bietet dem Hörer melodischen, eingängigen und groovigen Arctic Rock.

Wasted Puppets - Puppet Show

„Wasted Puppets“ wurde im Jahr 2011 in Lapland, genauer in Rovaniemi Finnland gegründet und begann als akustisches Duo mit Jani und Anssi. Schnell wuchsen sie zu einem Quartett heran, als der Schlagzeuger und der Bassist zu der Band dazukommen. Heute bestehen „Wasted Puppets“ aus Anssi Tuomikoski (Vocals), Jani Klemetti (Guitar), Samuli Visuri (Bass) und Mikko „Hyrski“ Hyyryläinen (Drums). Die Band ist für ihre harte Arbeit bekannt und einer der Höhepunkte ihrer Karriere war ein Warm-up-Gig für „Poison“ im Cafe Tivoli in der Heimat Rovaniemi.

Wasted Puppets

„Wasted Puppets“ spielen einfache Rockmusik, mit einer Schlagseite in den Blues. 70er und 80er Jahre Gitarren-Rock basierend auf Rock-Legenden wie Zeppelin, Hendrix, Lila, G’n’R, Kiss, Whitesnake und viele anderen, die nach ihnen kamen. Das ganze gehen sie mit einem gewissen Humor an, welcher so mancher Band gut zu Gesicht stehen wurde, welche sich viel zu Ernst nehmen. Der Humor spiegelt sich auch in ihren Texten wieder und die Auftritte der Band sind in Finnland legendär. Das Debütalbum „Puppet Show“ bietet Genre-Liebhaber ein ziemlich sicheres Erlebnis, sprüht zwar nicht vor Orginalität, macht aber einfach Spass, auch wenn doch noch die eine oder andere Schwäche, vorallem zum Beispiel bei den Balladen, auszumachen ist. Doch hört am besten gleich selbst rein:

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. My Sweetest Poison
  2. Lousianna’s Son
  3. Lovestruck
  4. Just Disappear
  5. Black Tar Medicine
  6. Brothers
  7. Your Mother Knew I Was Bad News
  8. Don’t Save Me
  9. Outlaw Story
Album Review: Wasted Puppets - Puppet Show
7.6 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität6.5
Tempo7
Musikalische Fähigkeiten8.5
Gesang7.5
Songtexte8.5
Substanz8
Produktion8
Langlebigkeit6.5
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Amanita Virosa – Asystole

Die finnische Band „Amanita Virosa“ nennt ihren Sound selbst „Hospital Metal“ und dieser glänzt mit Überschall-Gitarrenriffs begleitet von überwältigenden Drums und einem Gesang, der den Nagel auf den Kopf trifft. „Amanita Virosa“ spielen Metal in seiner reinsten Form. Stimmlich hervorragend, textlich auf hohem Niveau und die Musik ist einfach so geil, dass kein Nacken dabei ruhig bleiben kann und da schliesst sich wohl der Kreis zum „Hospital Metal“, denn mit dem Sound ist Headbanging angesagt bis der Arzt kommt!

Amanita Virosa - Asystole

„Amanita Virosa“ stammen aus Mikkeli, Finnland und wurden im Jahr 2008 gegründet. Über die Jahre hinweg reifte die Band zu ihrer heutigen Formation heran und besteht heute aus Jere Korpela (Vocals), Tore Pedersen (Guitar), Pekka Paalanen (Lead Guitar), Juho Oinonen (Bass), Toni Moilanen (Drums) und Cantor Satana (Keyboards), der als letztes zu der Truppe stiess. Am 12. Juni erscheint das Debüt-Album „Asystole“, welches aus neun Tracks besteht, die mit der nötigen Brutalität daher kommen und Geschichten von Hass und Trauer, seelischer Not, Verzweiflung und Überwindung, Verlieren und Gewinnen erzählen und so seine Hörer in den Bann zieht.

Wer sich nun gefragt hat, was denn „Hospital Metal“ ist, so kann man nach dem Hören dieser Scheibe sagen, dass es sich offenbar um eine Mischung aus Melodic Death Metal-Riffing, welches mit rasendem Tempo daherkommt, gepaart mit gemeinen Vocals, wie sie im Black Metal bekannt sind, kombiniert mit der majestätischen Atmosphäre des Power Metals, handelt. All dies ergibt eine interessante Mischung, die oft prima funktioniert, auch wenn es ab und zu Ausrutscher gibt die nicht ganz passen. Immer wieder kollidieren die Sound-Elemente, was meistens einfach passt, dennoch wird vom Hörer einiges abverlangt, wenn die fast schon romantisch klingenden Keyboards in Einklang mit den tödlichen Growls sich gegensätzlich zu den Erwartungen gar noch ergänzen. Auch an der Gitarre wird einiges geboten, da sollte man sich zum Beispiel das Solo im Song „Valuta Vereni Tähän Maahan“ unbedingt anhören!

Amanita Virosa

„Amanita Virosa“ verstehen ihr Handwerk und liefern mit „Asystole“ ein wirklich gelungene Debüt ab, mit starken Songs und einem guten Sinn für den eigenen musikalischen Stil. Im Grossen und Ganzen folgen die Songstrukturen einem bestimmten Schema und zeigen einen guten Sinn für den Songfluss, auch wenn der Ton einer bestimmten Melodie sich ab und zu ändert. „Asystole“ ist abenteuerlich, dramatisch, wütend und packt den Hörer von Anfang an und führt ihn stilistisch auf den Weg des „Hospital Metal“, wie man es auf diese Art und Weise noch nie vorher von einer Band gehört hat. Klar wird auch, dass jedes der sechs Mitglieder einen unterschiedlichen Geschmack hat, was sich auch in den Liedern widerspiegelt. 6 ways to feel, 6 ways to create, 6 ways to express. „Amanita Virosa“ haben mit ihrem Debüt „Asystole“ einen eigenwilligen Weg eingeschlagen und wer auf besondere, metaloide Klänge steht, sollte sich das Album unbedingt zulegen!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Vita a Mortam
  2. My Slightest Hope
  3. …Of Failing
  4. Valuta Vereni Tähän Maahan
  5. No Life King
  6. Dead Inside
  7. Mental Failure
  8. Suck the Poison
  9. Dead Body Love
Album Review: Amanita Virosa - Asystole
8 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität8.5
Tempo8.5
Musikalische Fähigkeiten8.5
Gesang8
Songtexte8.5
Substanz8
Produktion7
Langlebigkeit7
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Nashville Pussy – Ten Years Of Pussy

Diejenigen unter euch, die bislang hinter dem Mond gelebt haben, bekommen mit „Ten Years Of Pussy“ eine wichtige Schulung zum Thema Rockmusik und zur Geschichte einer der stärksten Bands, die es in diesem Genre je gegeben hat: „Nashville Pussy“. Dieses 22 Songs umfassende Ungetüm verbindet die besten Studioaufnahmen der letzten Dekade mit einer Live-Bonus-EP, aufgenommen 2009 bei einer fesselnden Show in Nottingham. Aber man sollte alle vorwarnen, denn „Ten Years Of Pussy“ ist die ultimative Rock’n’Roll-Party-Scheibe! Kaum hat man diese CD in den Player geschoben, beginnt man entweder zu tanzen, zu prügeln oder – ähem – zu f*****. Möglicherweise sogar alles zur gleichen Zeit.

Album Review: Nashville Pussy - Ten Years Of Pussy

„Falls es im Vorprogramm von Motörhead jemals eine noch bessere Band gegeben haben sollte, so habe zumindest ich davon nichts mitbekommen!“ so Lemmy, als er auf „Nashville Pussy“ angesprochen wurde. Man könnte jetzt versucht sein, dieses Zitat als Einzelfall zu werten. Denn was könnte man Gottes Wort hinzufügen? Und wäre das nicht ohnehin eine Sünde? Und während man noch über dieses Dilemma grübelt, kommt hier bereits das nächste Zitat, das man ebenfalls unbedingt auf der Zunge zergehen lassen sollte: „Nashville Pussy zu erleben ist nahezu das gleiche Abenteuer, wie AC/DC in den Siebzigern gesehen zu haben“, stammt von Joe Bonomo aus „The Story Of The Album Highway To Hell“.

Nashville Pussy

„Nashville Pussy“ sind eine Band aus Atlanta, tief im Herzen der „BBQ Nation“ und klingen so, als ob sich AC/DC und Lynyrd Skynyrd prügeln, während Motörhead interessiert zuschauen. Gegründet wurde die Band 1997 von den Eheleuten Blaine Cartwright und Ruyter Suys, entstanden aus der Asche von Blaines vorheriger Band „Nine Pound Hammer“. Blaine traf Ruyter und die Originalbassistin Corey Parks bei Gigs von Nine Pound Hammer. Seither hat die Band mehr als 1000 Konzerte in 40 verschiedenen Ländern gespielt, wurde für einen Grammy nominiert und tourte mit Motörhead, ZZ Top, Lynyrd Skynyrd, Slayer und einer Reihe weiterer Rock’n’Roll-Helden, die prompt zu Fans wurden. Ruyter bekam zudem eine Auszeichnung als beste Rockmusikerin aller Zeiten. Die Band hat zahlreiche Label, Trends und Bassisten überdauert. Immer wenn man sie bereits abgeschrieben hatte, feierten „Nashville Pussy“ eine glanzvolle Auferstehung, die sogar Jesus wie einen Amateur aussehen lassen würde.

Vorschaubild
Nashville Pussy - Go Motherfucker Go, Viper Room, Los Angeles, 02.01.13, (HD)

Die Besetzung besteht aus Blaine Cartwright an Leadgesang und Rhythmusgitarre. Sein gewohnt überzeugendes Songwriting, vor allem seine irrsinnigen Texte haben seinen Ruf vom „dementen Cow-Punk-Genie“ zum „Man in Black of Rock’n’Roll“ anwachsen lassen. Ausserdem verfügt er über das beste Gebrüll der Rockmusik. Ruyter Suys ist die Leadgitarristin und der musikalische Star der Band. Sie steht an der Spitze jeder Auflistung weiblicher Musiker. Ruyter wäre garantiert die Erste, die von AC/DC angerufen und um Hilfe gebeten würde, falls sich Angus ein Bein bricht. Ihre Bühneneskapaden sind legendär und ihr Spiel ist unvergesslich. Schlagzeuger Jeremy „Remo“ Thompson ist ein „texanisch-menschliches Metronom“. Er hat auf allen wichtigen CDs der Gruppe getrommelt, sein Einfluss ist wichtiger Bestandteil der einzigartigen Bandformel. Bonnie Buitrag heisst die wunderbare neue heisse Bassistin. Ihre überragende Musikalität und ihre dynamische Energie auf der Bühne haben ihren Bandkollegen mächtig Feuer unterm Allerwertesten gemacht und sie gezwungen, eine noch perfektere Combo zu werden. Ebenfalls auf dieser CD zu hören ist die verruchte frühere Bassistin Karen Cuda, die Tochter eines Priesters aus Denver, Colorado.

Nashville Pussy

Die 16 Studiotracks auf „Ten Years Of Pussy“ stammen allesamt von den drei SPV-Veröffentlichungen der Band. Die neueste davon, „Up the Dosage“ von 2014, wurde als Nashville Pussy’s Back in Black bezeichnet. „From Hell to Texas“ aus dem Jahr 2009 wurde in Willie Nelsons Studio in Texas aufgenommen und umfasst das stärkste Songwriting der Band. „Get Some“ von 2005 wiederum war die erste SPV-Veröffentlichung sowie die erste Zusammenarbeit mit Daniel Rey und besitzt mehr Hooks als ein Hillbilly-Angelkoffer. Und dann natürlich noch die Bonus-Live-CD, inklusive einer ultimativen Version von „Nutbush City Limits“ mit Gastgitarrist Ron Heathman von The Supersuckers. So und jetzt genug der Geschichte, wer noch mehr Geschichtliches erfahren möchte, findet dies auf Wikipedia. Jetzt einfach „Ten Years Of Pussy“ in den Player geschoben und die jüngere Vergangenheit der Band abgefeiert, um gleichzeitig mit ihr freudig in die nahe Zukunft zu rocken! Kein Zweifel: Da sollte man unbedingt dabei sein!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

CD 1 – Best of

  1. Come On Come On
  2. Rub It To Death
  3. I’m So High (mit Danko Jones)
  4. Going Down Swinging
  5. Before The Drugs Wear Off
  6. Hate And Whisky
  7. The South`s Too Fat To Rise Again
  8. Pussy Time
  9. Til The Meat Falls Of The Bone
  10. Pillbilly
  11. Why Why Why
  12. Up The Dosage
  13. Lazy Jesus (mit Lemmy)
  14. Ain’t Your Business
  15. Good Night For A Heart Attack
  16. Stone Cold Down

CD 2 – Bonus “Live in Nottingham” CD

  1. One Way Down
  2. Nutbush City Limits (mit Ron Heathman)
  3. Struttin’ Cock
  4. Late Great USA
  5. Go Motherfucker Go
  6. You’re Goin‘ Down
Album Review: Nashville Pussy - Ten Years Of Pussy
8.4 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität9
Tempo8.5
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8.4
Songtexte8
Substanz8
Produktion8
Langlebigkeit8
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Full Devil Jacket – Valley of Bones

Totgesagte leben länger. So scheint es zumindest der Fall zu sein bei „Full Devil Jacket„. Nachdem die Amerikaner doch Anfang 2000 auf diversen grossen Festivals spielten und Touren mit Grössen wie „Nickelback“, „Creed“, „Slayer“ und „Slipknot“ veranstalteten, stand die Band kurz vor dem grossen Durchbruch. Doch der Drogenabsturz von Sänger Josh Brown und der Krebstod von Gitarrist Michael Reaves versetzten der Band herbe Schläge und führten zu einem jahrelangen Verschwinden. Jetzt sind Brown und Kollegen wieder zurück, Schlagzeuger Keith Foster aus der Urformation, Bassist Moos Douglass und Gitarrist Paul Varnick vervollständigen das Lineup und an Energie fehlt es der Truppe nicht. Josh Brown und seine Kollegen halten sich nicht mit Kinkerlitzchen auf sondern starten gleich durch.

Album Review: Full Devil Jacket - Valley of Bones

Einst lebten „Full Devil Jacket“ wie im Paradies, bis daraus ein Albtraum wurde. In ihren Anfangstagen tourte die Band mit Giganten wie Nickelback und Creed, mit Slipknot und Slayer, sie gehörte zum Billing des Woodstock 99-Festivals, hatten einen Videoclip auf MTV-Rotation und erfolgreiche Singles in den Hard Rock-Charts. Kurz um „Full Devil Jacket“ standen an der Schwelle zum Universum internationaler Rockeliten. Dann nahm Leadsänger Josh Brown eine Überdosis Heroin und wäre fast gestorben. Dies ist mehr als zehn Jahre her, nun veröffentlichen im Mai 2015 „Full Devil Jacket“ ihr zweites Album „Valley Of Bones“, das von Justin Rimer (12 Stones) produziert wurde. Um „Full Devil Jacket“ musikalisch zu definieren muss man die geradlinigen Grooves und packenden Hooks ihres kraftstrotzenden Hard Rocks erwähnen und ihre Songs all jenen wärmstens ans Herz legen, die auf Bands wie „Alice In Chains“, „Pantera“, „White Zombie“ oder „Korn“ stehen.

Full Devil Jacket

Auf auf „Valley Of Bones“ findet man wahre Geschichten, starke Statements und brutal-ehrliche Beobachtungen vom Leben, von Glauben, Familie und globalen Machtstrukturen. Frontmann Josh Brown kommentiert wichtige und zeitlose Fragen zum Zustand unserer Welt aus seiner ganz persönlichen Perspektive und mit all seiner Erfahrung. „Wenn wir Songs schreiben müssen sie absolut authentisch sein“, erklärt er, „denn ich kann nur über etwas singen, woran ich glaube. Bei heutigen Rock’n’Roll-Bands hört man zwar die gleichen Texte wie bei den Vorbildern meiner Jugend, aber ich kann keine echte Überzeugung darin entdecken. Alle Themen dagegen, die ich anfasse, habe ich selbst er- und gelebt.“ Mit Browns Heroin-Überdosis endete 2002 abrupt der Bilderbuchstart einer Rockgruppe, die Hitsingles wie „Where Did You Go?“ and „Now You Know“ platzieren konnte. Nach einer langen Phase der Rekonvaleszenz kehrte der genesene Brown als Sänger/Songschreiber der Band „Day Of Fire“ ins Scheinwerferlicht zurück. Das Debütalbum der Gruppe wurde für einen Grammy nominiert und gewann 2005 den Preis „Album Of The Year“ des GMA Dove Awards, bei dem „Day Of Fire“ auch in den Sparten „New Artist Of The Year“ und „Rock Song Of The Year“ nominiert waren. Nach insgesamt drei erfolgreichen Scheiben zogen sich „Day Of Fire“ im Jahr 2010 für unbestimmte Zeit aus der Öffentlichkeit zurück.

Vorschaubild
Full Devil Jacket - Valley of Bones

Somit war der Weg frei für eine Rückkehr von „Full Devil Jacket“. Die erste Reunion diente dazu, um Geld für Gitarrist Michael Reaves zu sammeln, der an Krebs erkrankt war. Als Reaves dennoch starb entschieden Brown und Schlagzeuger Keith Foster, die Band in Gedenken an ihren verstorbenen Freund wieder zu formieren. „Mike war der Grund, weshalb ich heute Musik mache“, sagt Brown, „er hat mich aufgebaut, er kannte alle Spielregeln. Als wir nach sechs Jahren Pause zum ersten Mal auf die Bühne zurückkehrten, um für ihn Geld zu sammeln, spürte man wieder den Funken überspringen.“ Dieser glüht auch in Shredding-Gitarrist Paul Varnick und Bassist Moose Douglass, die zur 2015er Besetzung der Gruppe zählen. „Full Devil Jacket“ sind also zurück. Und sie präsentieren sich stärker als jemals zuvor. Mit „Valley Of Bones“ kommt ein Album in den Handel, das gleichermassen die Coolness von Down, die mächtig-dunklen Melodien von Alice In Chains und die Modern-Rock-Attitüde von Stone Sour in sich vereinigt.

Full Devil Jacket

Was das Album sicherlich auszeichnet ist die Variabilität, die Dynamik der Tracks. Da gibt es wie gesagt das Metal-Stück mit Hardcore-Inlet ebenso wie die Rockballade, die fadengerade Rocknummer oder den Midtempo-Burner. Insgesamt dreiviertel Stunden solider und spielfreudiger Rock! Josh Brown klingt ein wenig wie der Kanadier Chad Kroeger, nur spielt seine Truppe den Sound, den Nickelback machen müssten, damit ich die Band auch heute noch hören könnte, den Balladen können nämlich auch wie „Paper Crown“ klingen. Doch gibt es auf dem Album noch einige gute Tracks mehr. Der Song „Picturebox Voodoo“ rechnet scharfzüngig mit Mainstream-Medien und der heutigen Popkultur ab, während sich „Seven Times Down“ als aggressives Riff-Monster erweist und „Paper Crown“ all jene entlarvt, hinter deren offen zur Schau gestellter Grossmäuligkeit sich in Wirklichkeit Minderwertigkeitskomplexe verstecken. Auch den Titeltrack „Valley Of Bones“ sollte man sich zu Gemüte führen oder auch die zwei Balladen „The Moment“ und „August“. Ebenso hebt sich „7xDown“ etwas hervor, genau so wie „Blood of the Innocent“, was mein ganz persönlicher Favorit ist.

Full Devil Jacket

„Valley of Bones“ ist ein echt gelungenes Comeback. „Full Devil Jacket“ machen das, was sie schon vor 15 Jahren verdammt gut konnten: Harten, facettenreichen Rock. Oft klingt „Valley Of Bones“ wie eine Zeitreise, doch es ist in keiner Weise überholt oder langweilig. Grade der Mix aus harten Rocknummern und doch eher ruhigeren Tönen wie im Song „What If I Say“ machen intensive und energiegeladene Album aus. Es legt Zeugnis ab von einer Band, welche sich nach einem fulminanten Start, einem desaströsen Absturz und Schickalsschlägen wieder aufrappelt und mit noch mehr Energie und Power zurückmeldet. Wenn „Full Devil Jacket“ live nur halb soviel bieten wie auf dieser Scheibe, dann gute Nacht. Bühnen dieser Welt, seit gewarnt! „Valley Of Bones“ von „Full Devil Jacket“ ist ein überraschendes sowie gelungenes Comeback, ein so richtig gutes. Hoffen wir, dass wir nun keine 15 Jahre mehr auf das nächste Album warten müssen.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist

  1. Killers
  2. Valley of Bones
  3. 7X Down
  4. The Moment
  5. We Got The Love
  6. What If I Say
  7. Blood of the Innocent
  8. Picturebox Voodoo
  9. Paper Crown
  10. August
  11. Time in The Flames
Album Review: Full Devil Jacket - Valley of Bones
8.1 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität7.5
Tempo7.5
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8
Songtexte9
Substanz7.5
Produktion9
Langlebigkeit7.5
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Spitfire – Welcome to Bone City

Früher befanden sich Rocker in „Paradise City“ heute in „Bone City“. Mit „Welcome to Bone City“ legt die deutsche Antwort auf Volbeat ihren 2. Longplayer vor und der Nachfolger von „Devil’s Dance“ steht dem Vorgänger in nichts nach. Kick Ass Rock’n’Roll in Perfektion. Mit diesem Album versucht „Spitfire“ aus München, ihr Kracher-Debüt aus dem Jahre 2013 zu toppen. Metal trifft Rock’n’Roll genauso wie Hard Rock trifft Rockabilly oder war es doch irgendwas mit Punkrock oder Southern Rock? Egal, denn diese Platte macht einfach Spass. Harte Jungs und heisse Bräute, dicke Bikes (oder Schlitten) und jede Menge Storys über die typischen Themen. So ein wenig GTA zum Hören ist dass, was uns hier „Spitfire“ präsentieren.

Spitfire - Welcome to Bone City

Vollgas Rock’n’Roll der Marke drei Mann sind genug, um schön Krach mit guten Melodien zu kombinieren. Man wird infiziert und mitgerissen oder die Scheibe rennt an einem vorbei. Vorbeirennen, geht bei der vorliegenden Scheibe nicht. „Welcome To Bone City“, erinnert mich an meine erste Erfahrung mit Volbeats „Music The Rebel/Metal The Devil“. Wie man am Pseudonym des Frontmannes (Dick Dropkick) und seiner Mitstreiter Johnny Jailbreak (Bass) und Nikk Nitro (Schlagzeug) erkennen kann, lässt das Trio kein Klischee und somit vielleicht auch kein Fettnäpfchen aus. Man nehme ein wenig „The Bones“, addiere Street Punk à la „Dropkick Murphys“ (ohne das Irische) und viel Sleaze-Kram und fertig ist die Mischung. Am ehesten kommen dem Verfasser „Hardcore Superstar“ als musikalischer Ansatzpunkt in den Sinn.

Vorschaubild
SpitFire - Fall From Grace (official video HD)

Auf diesem Album dreht sich alles um die abgefuckte Stadt „Bone City“ in der alles an typischem Rockklischee vorhanden ist. Miese Typen, Zuhälter, Nutten, Verlierer und Gewinner. Drogen und Alkohol natürlich nicht zu vergessen. Die Platte lebt von den typischen Klischees, tanzbarer Rock’n’Roll der zum Pogo quasi einlädt. Die drei Bayern bleiben ihrem Stil treu und wollen auch gar nicht anderes rüber kommen, was sie mehr als authentisch macht. Dazu auch noch geniale Gitarrensoli, unterlegt mit dem einmaligen Gesang von Dick Dropkick. Nach einem kurzen Intro geht es mit „Here We Go“ gleich in die Vollen. Irgendwo im entfernten Umfeld von Motörhead haut mich der Song nicht so wirklich um. „Too Young To Die“ überzeugt mit einem Killerrefrain. Genau das scheint die Stärke des Trios, knallharte Strophen gehen in melodische Refrains über. Ich mag sowas und da ist es mir egal, ob hier etwas innovativ neu erfunden wird oder ob man ein einfaches, bekanntes Strickmuster anwendet.

Spitfire

Queen Of The Night“ ist etwas gezügelter, ballert allerdings ebenfalls gut ins Gebälk. Auch dieser Track hat wieder einen ziemlich guten Refrain, doch hier fällt auf, dass dieser Song sich ein wenig vom Vorgänger unterscheidet. Dieser will häufiger gehört werden, geht er doch nicht so schnell ins Ohr wie seine Vorläufer, doch spätestens nach 3:35 weiss selbst der Letzte, dass sie die „Queen Of The Night“ ist. „Bone City Radio“ hingegen könnte auch auf dem Debüt stehen: „Oooohooooo“-Passagen, treibende Drums, Uptempo. Generell ist der Mittelteil des Albums sehr stark besetzt mit „Fall From Grace“, „Hell & High Water“ oder auch „Bridges Burned“, welches eine extrem grossartige Melodieführung im Chorus sowie ein fettes Gitarrensolo bereithält. Leider mischen sich immer wieder Songs ein, die dann nicht so wirklich zünden („Motorman“) bevor es mit leichter Westernatmosphäre („Battlefield“) wieder packend wird. „Battlefield“ erinnert von der Grundstimmung her ein wenig an die letzte Volbeat-Scheibe, hätte aber auf eben dieser ein einsames Highlight abgegeben. So hätte „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ mit Eiern geklungen.

Vorschaubild
SpitFire - Bone City Radio (official Audio)

Zum Ende hin ebbt die Platte ein ganz klein wenig ab, die letzten Nummern können das hohe Niveau der ersten 10 Songs nicht immer halten. Hört sich erstmal schlimm an, ist aber halb so wild. Auch diese Songs haben ihren Reiz und gehören zum Ganzen. Die Limited Edition wartet noch mit dem coolen Bonustrack „Dangerzone“ auf (Remember Top Gun?), daher ganz klar der Rat: Leute, holt euch die limitierte Version des Albums, um diesen schwer rockenden Song nicht zu verpassen. „Welcome To Bone City“ haut einen nicht von Anfang bis Ende aus den Socken, hat jedoch eine Vielzahl an Vollgasrockern, die mitreissen. Wer also Lust auf eine Dreiviertelstunde im Sündenpfuhl hat, sollte mal reinhorchen. Insgesamt wirkt die neue Scheibe in sich schlüssiger als der Vorgänger. Wo das Debüt noch wie eine Ansammlung von Hits aus diversen Songwriting-Sessions wirkte, kommt „Welcome To Bone City“ aus einem Guss daher. Die Grundstimmung ist eventuell etwas dunkler, es werden an den passenden Stellen auch mal ruhigere, nachdenkliche Töne angeschlagen. Die „WhoooHoooo“-Parts wurden auf ein Minimum reduziert, was teilweise etwas zu Lasten der Hits geht, doch diese Scheibe bietet genügend gute Songs der Marke „Bridges Burned“ oder „Bone City Radio“, um die nächste Party in Gang zu bringen. Die drei Jungs haben ihre Trademarks weiterhin an Bord, den Sound aber dezent um einige Nuancen ergänzt. Die Bayern geben meist ordentlich Gas und ihre Stücke haben Wiedererkennungswert.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Spitfire

Tracklist:

  1. Welcome To Bone City (Intro)
  2. Here We Go
  3. Too Young To Die
  4. Queen Of The Night
  5. Bone City Radio
  6. Fall From Grace
  7. Motorman
  8. Battlefield
  9. Hell & High Water
  10. Bridges Burned
  11. Last Gang In Town
  12. Take Me Home
  13. Dust And Bones
  14. Deserado
  15. Dangerzone (Bonustrack CD)
Album Review: Spitfire - Welcome to Bone City
7.8 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität8.5
Tempo7.5
Musikalische Fähigkeiten8
Gesang8
Songtexte7.5
Substanz7.5
Produktion7.5
Langlebigkeit7.5
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Raven – ExtermiNation

Seit mehr als 40 Jahren sind John und Mark Gallagher für den Metal unterwegs, die meiste Zeit davon mit Drummer Joe Hasselvander. Auch wenn die Veröffentlichungsfrequenz seit Mitte der 90er Jahre deutlich abgenommen hat, legt „Raven“ mit „ExtermiNation“ so viel Qualität vor, das man mit Fug und Recht als richtiges Brett bezeichnen kann. Nach ihrem gelungenen Comeback mit „Walk Through Fire“ kommt die NWoBHM-Legende jetzt mit einem neuem Album um die Ecke, das (fast) pünktlich zum 40-jährigen Bandjubiläum erscheint. „Raven“ offerieren auch auf ihrem neuesten Werk die perfekte Mixtur aus Metalhymne, NWoBHM-Spirit, Speed Metal und absolutem Chaos. „Raven“ klingen wie keine zweite Band und keine Band klingt wie „Raven“.

Album Review: Raven - ExtermiNation

Ähnlich wie ihre kanadischen Kollegen von „Anvil“ standen die Briten zu Beginn der 80er in den Startlöchern des metallischen Rennens um Ruhm und Ehre, um dann am Ende Metallica oder Megadeth vorbeiziehen zu sehen und selbst blieb man mit Anvil irgendwo stecken. Weder kommerzielle, noch gesundheitliche Rückschläge konnten „Raven“ bis dato aufhalten. Tapfer schleppte sich die Band weiter und heute sieht es eigentlich wieder ganz gut aus. „ExtermiNation“ ist insgesamt ein druckvolles, spielfreudiges Album geworden. „Raven“ galten schon immer als Inspiration für zig andere Bands, ohne „Raven“ gäbe es heute wahrscheinlich weder Thrash- noch Speed Metal. Und irgendwie sind die Gallagher-Brothers samt ihrem „Weird“-Drummer Joe Hasselvander unkaputtbar. Die in die USA immigrierten Engländer haben mit „Rock Until You Drop“ und „Wiped Out“ Klassiker für die Ewigkeit veröffentlicht und auch das letzte Studioalbum „Walk Through Fire“ war wirklich gut.

Raven Band

Der vorliegende Output „ExtermiNation“ wurde kurzerhand über eine Kickstarter-Crowdfunding-Kampagne, bei der man satte 27’000 $ sammeln konnte, finanziert, was zur Folge hatte, dass man gleich ein Kickstarter-Only-Cover-Album namens „Party Killers“ drauflegte. Das satte Aufnahmebudget spiegelt sich vor allem im wirklich knackigen, aber keinesfalls überdrehten Sound wieder, für den Toningenieur Kevin 131, mit dem die Band schon beim Vorgänger „Walk Through Fire“ gearbeitet hatte, verantwortlich zeichnet. Die positive Energie ihrer legendären Liveshows findet sich auch auf „ExtermiNation“ wieder. Mark Gallagher liefert seine bis dato aggressivste Gesangsperformance ab und die charakteristischen Screams werden seltener eingesetzt als in der Vergangenheit. Wie gehabt regiert schnörkelloser Heavy Metal zwischen stampfender Schlichtheit und rasanter Dynamik. Dass John Gallagher die ganz hohen Töne nicht mehr so ganz hundertprozentig trifft, kann man verschmerzen, solange schmissige Uptempo-Klopfer wie „Destroy All Monsters“ oder „Feeding The Monster“ – ja was denn jetzt, zerstören oder füttern? – in klassischer Frühzeit-Metal-Manier direkt ins Schwarze treffen.

Vorschaubild
RAVEN "Destroy All Monsters" (Official Lyric Video)

Vom Start weg wird mit einer Spielfreude und Energie drauflosgeholzt, dass dem Hörer gar nichts anderes übrig bleibt, als breit grinsend durch die Wohnung zu springen, wahlweise die Luftklampfe oder das Haupthaar zu schwingen und bei jedem der zahlreichen Hitrefrains mit einzustimmen. Einfachste Riffs werden hier mit solcher Inbrunst vorgetragen und gleich im Dutzend verbraten, dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, sich darüber zu beschweren, dass hier Innovationen eher klein geschrieben wird. Was bei anderen Bands hüftsteif oder angestaubt klingt, tönt bei „Raven“ frisch und druckvoll, mal von der leicht schlappen Bassdrum abgesehen. Mit „Fight“ und „Feeding The Monster“ haben „Raven“ zwei echte Anwärter auf den Titel „Heavy-Metal-Song des Jahres“ am Start. Die Abrissbirne „Battle March Tank Treads“ fordert mit ihrer knochentrockenen Aggressivität dem geneigten Fan alles an Kopfnick-Kondition ab, was die Rübe hergibt. Mit „Fire Burns Within“ nimmt man den Fuss vom Gaspedal, um es dann mit „Scream“ wieder voll durchzudrücken. Allerdings zu sehr, denn der Rest des Albums beinhaltet keine Heavy-Kracher mehr. „One More Day“ hätte sich im Repertoire von „The Answer“ besser gemacht und „Thunder Down Under“ ist eher eine Hommage an AC/DC als an Iron Maiden oder Def Leppard. „Golden Dawn“ ist das perfekte Intro zu „Silver Bullet“, denn beides ist nicht mehr als Füllmaterial. Das Album wird abgeschlossen von der Ballade „River Of No Return“ und der Bonus-Track „Malice In Geordieland“ beweist einiges an Humor gepaart mit mächtig Dampf im Kessel.

Raven Band

Von den Songs her ist sich „Raven“ natürlich treu geblieben, besonders die Gitarrenarbeit von Mark Gallagher kann Akzente setzen und so richtig schlechte Songs werden auf der vorliegenden guten Stunde eigentlich keine verbraten. Dennoch ist „ExtermiNation“ nach meinem Dafürhalten eine Spur zu lang(atmig) ausgefallen, denn hie und da schleicht sich doch eine gewisse Ermüdung ein. Diese wird zwar durch die schnelleren Tracks wie z.B. „Fight“ oder „Feeding The Monster“ irgendwie weggebröselt, aber ein, zwei Tracks weniger hätte der Scheibe sicherlich gut getan. Musste man wirklich eine Doppel-LP füllen, bloss weil man es kann? Wie auch immer sind die Melodien stets unaufdringlich, aber meist doch mitreissend. „ExtermiNation“ lässt zwar die hektische Verrücktheit und den Wahnsinn der frühen Alben ein gutes Stückchen hinter sich, doch schmälert das die Qualität der Band nicht im Geringsten. Stilistisch als auch qualitativ kann man den Silberling irgendwo zwischen dem 88er Album „Nothing Exceeds Like Excess“ und dem 97er „Everything Louder“ einordnen und wer auf knackig natürlich NWoBHM-angehauchte Tunes steht, macht mit der Anschaffung von „ExtermiNation“ absolut keinen Fehler. Ein absolutes Muss für Raven-Fans und ein lohnender Einstieg in den Kosmos dieser sympathischen, chaotischen Truppe. Das allerwichtigste ist jedoch, dass „ExtermiNation“ der perfekte Grund für eine neue Tour der Band ist und live sind die Herren bekanntermassen eine wahre Macht.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Raven Band Logo

Tracklist:

  1. Destroy All Monsters
  2. Tomorrow
  3. It’s Not What You Got
  4. Fight
  5. Battle March/Tank Treads (The Blood Runs Red)
  6. Feeding The Monster
  7. Fire Burns Within
  8. Scream
  9. One More Day
  10. Thunder Down Under
  11. No Surrender
  12. Golden Dawn
  13. Silver Bullet
  14. River Of No Return
  15. Malice In Geordieland (Bonus Track)
Album Review: Raven - ExtermiNation
8.1 Total
9.6 Besucherwertung (1 vote)
Originalität7.5
Tempo8
Musikalische Fähigkeiten9.5
Gesang8.5
Songtexte8
Substanz8
Produktion8
Langlebigkeit7
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Luna Rise – Smoking Kills, But Love Can Break A Heart

Fernab von Mozart, volkstümlichen Tönen, Falco oder der E.A.V. gibt es in Sachen facettenreicher Musik aus Österreich noch jede Menge mehr musikalische Perlen zu entdecken. Seit 2011 bestehen „Luna Rise„, eine Dark Melodic Rock Band aus Oberösterreich. Diese fand kürzlich bei NRT-Records ein neues musikalisches Zuhause und so wurde kurzerhand die Debüt-EP „Smoking Kills But Love Can Break A Heart“ neu aufgelegt. Ein gutes und empfehlenswertes Stück Musik, auf dem sich die Band sehr abgeklärt präsentiert.

Album Review: Luna Rise - Smoking Kills, But Love Can Break A Heart

Luna Rise“ sind musikalisch dem finnischen melancholischen Dark- und Melodic Rock zu zuordnen und haben eine gewisse Nähe zu HIM. Allerdings beweisen „Luna Rise“ auf „Smoking Kills, But Love Can Break A Heart“ nicht nur eine erstaunliche Reife und Souveränität, sondern auch künstlerische Eigenständigkeit. Die Band wurde wie bereits erwähnt 2011 gründet und veröffentlichte noch im Gründungsjahr die Debüt-EP unter gleichem Titel wie bei der hier vorliegenden EP. Nachdem „Luna Rise“ in diesem Jahr (2015) zu NRT-Records gewechselt sind, entschied man sich die EP erneut aufzulegen, bevor deren erstes Full Length Album „Dark Days & Bright Nights“ an den Start gehen soll. Gegründet wurde das zielstrebige Quintett von Sänger Christian Lindner, der sich auf der Bühne Chris Divine nennt, sowie von Bassist Rob Rocket. Mitstreiter für das Projekt wurden schnell gefunden und waren mit dem Gitarristen Luke Vegas, Drummer Loup Garou und Tastenhexer L.X. alias Alex Dorfmayer somit komplett. 2014 holt sich die Band mit Gitarrenwunderkind Andy Earth – Gewinner des Robert Johnson Guitar Awards 2012 in Hamburg – Verstärkung. Warum der Mond so wichtig für das Gespann ist, bringt Chris Divine gekonnt auf den Punkt: „Den ‚Sunrise‘, also den Sonnenaufgang, gibt es zu Dutzenden. Für mich hat der Mond immer schon etwas Mystisches gehabt.“ Und diese Mystik überträgt sich 1:1 auf ihre Songs, die immer etwas Geheimnisvolles oder gar Tragisches mit sich bringen, das mit einer gehörigen Portion Pop nicht mehr aus dem Ohren zu bekommen ist.

Vorschaubild
Luna Rise - Dead Alley [Official Video]

Beim hören der EP schiessen einem unvermeidlich HIM als Vergleich in den Kopf. Mit der professionellen Produktion solcher Szenegrössen kann „Smoking Kills But Love Can Break A Heart“ von „Luna Rise“ jedoch noch nicht ganz mithalten. Zwar ist der Sound klar, dicht und sauber, wirkt zudem sehr modern, er hätte aber insgesamt noch druckvoller und direkter ausfallen können. Mit dem Aufdrehen der Lautstärke schwindet dieser Eindruck aber von Hördurchgang zu Hördurchgang. Alle Tracks sind auf die Refrains ausgerichtet, aber dazwischen hat ebenfalls alles Hand und Fuss, wobei die Keyboards ein wenig Richtung Artrock schielen. Die Vielfalt, mit der die Goth Rocker hier das Ganze umgesetzt haben geht ordentlich ins Gemüt. Nicht auf die melancholische Art und Weise, sondern vielmehr bieten die Oberösterreicher eine sehr mitreissende Runde. Doch nur auf die Tube drücken die Jungs auch nicht und so gibt es auch authentisches Klangmaterial, welches durchaus trauriger rüber kommt. Dennoch wird es bei ihnen niemals zu Wankelmütig. Gesanglich scheint es, als ob Mann am Mikro Chris Divine für diese Art Musik geboren wurde. Sowohl den Rock-Faktor als auch die Melancholie in der Musik von „Luna Rise“ weiss er stimmlich auszudrücken, ohne sich zu sehr an anderen Künstlern zu orientieren. Jung, wenn es nötig ist ausreichend rotzig und auch mal gefühlvoll setzt Chris Divine seine Stimmbänder ein. Für das Level, auf dem sich „Luna Rise“ bis dato befinden, eine solide Leistung!

Luna Rise

„Luna Rise“ mögen sich auf „Smoking Kills, But Love Can Break A Heart“ dem Schmerz, der Hoffnung und der Liebe widmen, aber Kuschelrock wird woanders gespielt. Das machen sie bereits mit dem ersten Song „When You Fall“ deutlich. „I’ll catch you if you fall“ singt Chris Lindner im eingängigen Refrain und lässt dabei nicht nur jeglichen kitschigen Pathos vermissen, im Gegenteil, „Luna Rise“ färben den Song zunehmend dunkler. Schön, wenn Songs mit überraschenden Momenten aufwarten. Dass man hier gerade eine mitreissende Ohrwurm-Nummer hört, wird einem sofort klar. Auch wenn die erste Strophe zunächst aus simplen Gitarren-Riffs und Bass-Tönen besteht, baut sich das Lied immer weiter auf und offenbart grundsolide Lyrics und einen facettenreichen Songaufbau. Ein gelungener und direkter Einstieg in diese Re-Issue. Das Intro von „Dead Alley“ klingt herrlich nach John Carpenter und mit diesem Song beweisen „Luna Rise“, das sie durchaus auch emotionale Melodic Rock-Songs schreiben können. Ein beeindruckendes Wechselspiel aus Licht und Schatten wird dem Hörer in akustischer Form offenbart. Das Ganze untermalt von einem zerbrechlichen Klavier, harten Gitarren-Riffs und einer gefühlvollen Stimme. Die gesamte Komposition nimmt einen sofort gefangen und entführt in eine Welt aus Herzschmerz. Sehr emotional, hoch melodiös und mitreissend, dieser Song steht berühmten Hits des Genres um nichts nach. Die Melodie geht gnadenlos ins Ohr und nistet sich dauerhaft ein. Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

Vorschaubild
Luna Rise - VALENTINE [Official Music Video]ᴴᴰ

Bei „616“ schwingt etwas HIM in den Tönen und man fühlt sich nicht nur vom Titel her etwas an HIMs „666“ erinnert. Ein von Melancholie geprägter Rock-Lovesong, mit düsteren Keyboards und verzerrtem Bass, die schlagartig von den geilen Gitarren und Drums begleitet werden. Was die Einleitung darstellt, weicht kurzzeitig einer minimalistischen musikalischen Songstruktur, bei der Sänger Chris durch einen Megaphone-Effekt auffällt. Der Wechsel zwischen ruhigeren Passagen und Heavyness kommt sehr cool. „Glory Nightmare“ übertreibt das ganze Melancholie-Gehabe dann zu sehr und wirkt daher ein wenig überzogen. Eindeutig der schwächste Track auf der Scheibe. Dafür stimmt einem „Beautiful Monster“ wieder versöhnlich, das locker aus Ville Valo’s Feder hätte stammen können. Zugegebenermassen bin ich kein grosser Fan der Finnen, dennoch gefällt mir das eine oder andere Stück und man muss ihren Erfolg anerkennen. Der rote Faden verliert sich zwar doch dann und wann noch, vermutlich wegen der verschiedenen Einflüsse der Fünf, aber im Laufe der nächsten Jahren werden sie diese wohl alle unter einen Hut bekommen und ein kompaktes Album dabei herausschauen. Ihr Hang zu den Achtziger-Jahren ist auf jeden Fall nicht zu überhören. Angekommen bei der puren Essenz von „When You Fall“, die reduziert leider nicht einmal ansatzweise an die Tiefe des Originals heranreicht, aber gut veranschaulicht, wie der Song entstanden ist. Beendet wird das Spektakel mit einem Remix, der zwar seine Berechtigung haben mag, aber aus meiner Sicht nicht auf dieses Album passt. Der letzte Song einer CD ist für mich von derselben Bedeutung, wie der letzte Song eines Konzertes, der nicht umsonst als Zugabe meistens ein Hit ist. Daher hätte ich mir für die EP eher einen Song à la „616“ oder „Beautiful Monster“ als Abschluss gewünscht. Das wäre adäquater und passender gewesen.

Luna Rise Logo

„Luna Rise“ haben etwas an sich, was man heutzutage vergeblich sucht. Man merkt der Band von der ersten bis zur letzten Sekunde die Spielfreude und das Herzblut an. „Smoking Kills, But Love Can Break A Heart“ ist mir persönlich über weite Strecken zu sehr und zuviel H.I.M., ich für meinen Fall bevorzuge da doch eher das Original. Musikalisch können „Luna Rise“ was, so viel ist sicher. Am Besten einfach die Zutaten und dabei vor allem die eigene Würze, noch einmal neu in den Becher, ordentlich schütteln und sehen bzw. hören was dabei rauskommt. „Luna Rise“ kreieren und transportieren dunkle, aber nicht hoffnungslose Emotionen. Stilistisch im Melodic Rock beheimatet, findet man zahlreiche Einflüsse wie Hardrock und eine unaufdringliche Prise Pop. „Luna Rise“ spannen einen Bogen vom Love- oder Romantik-Rock – oder wie immer man das dann bezeichnen möchte – bis hin zum progressiven Metal, wobei Schubladendenken in der heutigen Zeit eigentlich längst passé ist. Einziger Schwachpunkt des Albums ist „Glory Nightmare“, das etwas hinter die restlichen Stücke zurückfällt. Der Rest zeigt die Geburtsstunde einer Band, die es in den nächsten Jahren vermutlich noch weit bringen wird. „Luna Rise“ laden zu einer euphorischen Reise auf die dunkle Seite des Mondes ein und rocken sich selbstbewusst, mit der nötigen Portion „Schmerz“ in die Herzen der Fans, ohne jemals kitschig oder gar schmalzig zu klingen. Der mondsüchtige Fünfer setzt sich hohe Ziele und man kann ihnen nur wünschen, dass sie diese auch erreichen. Denn wer mit soviel Liebe zur Musik und auch zum Detail arbeitet, dem seien seine fünf Minuten Ruhm – natürlich gerne auch mehr – vergönnt. Fans von HIM und Melodic Rock-Fans kommen bei dieser Scheibe voll und ganz auf ihre Kosten!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. When You Fall
  2. Dead Alley
  3. 616
  4. Glory Nightmare
  5. Beautiful Monster
  6. Bonus Tracks:

  7. When You Fall (bedroom tape)
  8. Dead Alley (glitchremix by Redkay)
Album Review: Luna Rise - Smoking Kills, But Love Can Break A Heart
7.5 Total
8.9 Besucherwertung (1 vote)
Originalität7
Tempo6
Musikalische Fähigkeiten8.5
Gesang8.5
Songtexte8.5
Substanz8
Produktion7
Langlebigkeit6.5
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Blackning – Order Of Chaos

Die Brasilianer „Blackning“ aus Sao Paolo spielen Thrash Metal der alten Schule. Und wenn eine Band aus Brasilien Thrash Metal spielt, ist der Vergleich zu Sepultura nicht weit. Das Trio kloppt auf dem Debütalbum „Order Of Chaos“ munter und fetzig Thrash aus den Boxen und schon das erste Stück klingt nach guten, alten „Arise“ Zeiten.

Album Review: Blackning - Order Of Chaos

Nicht alle Bands mit rumpeligen Drums setzen auf einfache Produktionen. Die Brasilianer „Blackning“ trumpfen mit einer breiten und klaren Produktion auf und spielen richtig geilen Old School Thrash Metal. Schon der Opener „Thy Will Be Done“ lässt es richtig krachen und „Terrorzone“ ist noch einen Zacken flotter und fegt wie ein Orkan mit brachialem Solo in die Gehörgänge. Gefolgt von „Unleash Your Hell“ wird dem Mid bis Up Tempo Thrash gehuldigt und „Against All“ walzt an machen Stellen so richtig herrlich ungestüm alles platt und doch wird auch mit coolem Groove nicht gegeizt. „Death Row“ bleibt bis auf ein paar Break lastige Parts im oberen Tempo Bereich und auch danach halten die Brasilianer den hämmernden Thrash mit „Devouring the Weak“ hoch. Das Cover „Children Of War“ von ihren aufgelösten Landsleuten „Overdose“ schliesst die Scheibe ab.

Vorschaubild
BLACKNING [Thrash Metal] - Thy Will Be Done (Official Music Video)

Auch wenn der Old School Thrash von „Blackning“ gar nicht übel ist, klingt er doch zu sehr nach der „anderen, grossen Thrash Band“ aus dem Land und so gehen hier schon ein paar Punkte flöten. Das Trio erscheint stellenweise etwas sehr ungestüm, was aber letztlich die Sache ausmacht, zumal einige ziemlich geile Parts, vor allem die mit Ripp-Offs, Garanten zum Mitbangen sind. Immer wieder wird das Tempo gewechselt, so dass auf „Order Of Chaos“ immer eine gewisse Spannung vorhanden ist. Das Album ist durchaus gelungen und die Leads und Soli schneiden sich direkt ins Trommelfell. Auch die Speedparts ohne Doublebass sind immer wieder ein Hinhörer und so vermögen die Jungs durchaus zu überzeugen, auch wenn „Blackning“ das Rad nicht neu erfinden, ist das Album durchaus wert, gekauft zu werden, denn jeder Old School Thrasher wird seine Freude daran haben.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Blackning Band

Tracklist:

  1. Thy Will Be Done
  2. Terrorzone
  3. Unleash Your Hell
  4. Against All
  5. Death Row
  6. Silence Of The Defeat
  7. Devouring The Weak
  8. Censored Season
  9. Killing Or Being Killed
  10. Children Of War (Overdose Cover)
Album Review: Blackning - Order Of Chaos
8.1 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität7
Tempo10
Musikalische Fähigkeiten8.5
Gesang8
Songtexte7.5
Substanz7.5
Produktion9
Langlebigkeit7.5
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Kyle Gass Band – Kyle Gass Band

Tenacious D Sänger und Gitarrist Kyle Gass hat sich einen bunten Haufen von Mitstreitern gesucht und hebt mit ihnen sein neues Projekt „Kyle Gass Band“ (KGB) aus der Taufe. Dass der dicke Mann mit dem Hawaii-Hemd-Tick nicht nur blödeln kann, bewies er schon in den 90er Jahren bei seinem Hard-Rock-Projekt „Trainwreck“, nach dessen Ende er die „Kyle Gass Band“ gründete. Nun ist es also an der Zeit für Kyle Gass‘ erstes Quasi-Soloalbum, auch wenn ein paar der üblichen Verdächtigen aus dem Dunstkreis des D natürlich wieder dabei sind. Das Debüt wurde bereits vor knapp zwei Jahren in den Staaten veröffentlicht und erfährt nun endlich auch eine offizielle, europaweite Veröffentlichung.

Album Review: Kyle Gass Band - Kyle Gass Band

Über Kyle Gass braucht man eigentlich keine Worte zu verlieren, oder doch? Spätestens beim Blick auf das Cover weiss der Rockfan, dass er es mit einer Hälfte des sagenhaften Duos „Tenacious D“ zu tun hat. Zusammen mit Mike Bray, der uns als Sasquatch bei der letzten Tenacious D Show mächtig eingeheizt hat, John Konesky, der schon beim Nebenprojekt Trainwreck dabei war, Jason Keene und Tim Spier hat sich Kyle nun an ein Album ohne Kumpel Jack Black gewagt. Hört man das Debütalbum der Kyle Gass Band zum ersten Mal wird einem bewusst, wie gross der Einfluss von Kyle Gass bei Tenacious D sein muss. Kyle Gass ist Rock! Das ist nicht unbedingt originell oder innovativ, jedoch hoch unterhaltsam und sorgt für den kleinen Wohlfühler zwischendurch. So vereint er neben lässigem Classic Rock mit Akustik- oder auch elektischer Klampfe, auch leichte Country-Einflüsse und Blues-Elemente. Ein bisschen AC/DC ist halt überall dabei.

Kyle Gass Band

Erdigen, gradlinigen und lockeren Rock’n’Roll, das ist es, was der Fan will und was er auch bekommt. Natürlich nicht mit der famosen Comedy-Attitüde seiner Hauptband, aber doch mit dem gewissen schelmischen Augenzwinkern. Zehn Nummern, die kaum neue Erkenntnisse über die Entwicklung der Rockmusik bieten, die aber allesamt mindestens zum Fingerschnippen oder Fusswippen animieren. Kyle Gass beweist ein Gespür für die Leichtigkeit des Seins. Beleg dafür sind der groovige Opener „Manchild“, zum lässigen „Bro Ho“ grüsst man im Schaukelstuhl sitzend und Dosenbier trinkend den Nachbarn von der Veranda aus oder macht die Strassen der nächsten Kleinstadt mit seinem Pick Up unsicher („Road Chops“). „Dyin‘ Day“ ist mit einer deutliche „Lynyrd Skynyrd“-Schlagseite bestückt und „Our Job Is To Rock“ erinnert zu Beginn an „The Who“. Der Titel ist wörtlich zu nehmen, ob Akustikgitarre oder E-Klampfe, Rock bleibt Rock und Kyle Gass bleibt Kyle Gass.

Vorschaubild
Kyle Gass Band - Dyin' Day

„Tremendous“ schreckt nicht vor Classic-Rock-Solo und AC/DC-Schluss-Geschrammel zurück und „Ram Damn Bunctious“ und „Getting The Band Back Together“ recyceln einfach das Beste aus allen Highway-Gassenhauern und immer mal wieder taucht im Rückspiegel ein Harmonika-Hillbilly auf und würzt die dahinplätschernden Songs mit noch ein bisschen mehr Amerika. Die Musik der „Kyle Gass Band“ steckt voller Klischees amerikanischer Rockmusik und werden mit wunderbar ironischen Texten ausgeliefert. Das Album nimmt einem mit auf eine 39-minütige Reise aus sorgfältig gefertigten Songs, die man immer und immer wieder hören möchte. Die Combo weiss, wie Rock’n’Roll funktioniert und beeindrucken auch mit ihren hochstehenden Back-Vocals, so dass man gleich mitsingen möchte. Die Debüt-Scheibe vereint auf wundervolle Weise massive Gitarrensolos, ein Bass, der zum mitstampfen anregt und Rhythmen, zu denen man Luftgitarre spielend in Unterwäsche in der Wohnung herumtanzen möchte.

Kyle Gass Band

Wie schon erwähnt, zwingt uns Kyle Gass kein neues „Masterpiece“ auf. Was so viel heisst, dass keiner der hier vertretenen Nummern die ganz grossen Tenacious D-Hits überflügelt. Dennoch ist „Kyle Gass Band“ ein von vorn bis hinten angenehm zu konsumierendes Stück Unterhaltung ohne erkennbare Ausfälle. Wo auch immer ihr euch befindet und was immer ihr auch gerade macht, egal ob Autofahren, Grillparty, Heimwerkeln oder Hausaufgaben ist es ein Album, welches einfach nur Spass und gute Laune macht. Nicht mehr und schon mal gar nicht weniger. Wer auf leichten aber hervorragend komponierten Rock steht, der wird von „Kyle Gass Band“ nicht enttäuscht sein. Besonders grandios ist, dass wirklich jeder Song sofort ins Ohr geht und im Anschluss problemlos mitgesummt werden kann. Für Fans von Classic Rock liegt hier eine richtige Perle vor, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Wer auf eine gute Mixtur aus akustischen und elektrischen Gitarren steht, sollte sich dieses Album auf jeden Fall holen. Der nächste von Bourbon und Dosenbier getränkte Grillabend kommt bestimmt und auch Hawaii-Hemden kann man dann mal wieder tragen. Ausnahmsweise.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Kyle Gass Band

Tracklist:

  1. Manchild
  2. Dying Day
  3. Bro Ho
  4. Our Job To Rock
  5. Tremendous
  6. Ram Damn Bunctious
  7. Questionable
  8. Getting The Band Back Together
  9. Road Chops
  10. Gypsy Scroll
Album Review: Kyle Gass Band - Kyle Gass Band
7.8 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität7
Tempo6
Musikalische Fähigkeiten10
Gesang8
Songtexte9
Substanz7.5
Produktion8
Langlebigkeit6.5
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Darkhaus – Providence

Es gibt wieder etwas Neues von „Darkhaus„! Nachdem im November 2013 der grossartige Erstling „My Only Shelter“ erschienen ist, hat das Album am 27. März eine EP namens „Providence“ zur Seite gestellt bekommen. Härter als auf dem Erstling geht es hier zur Sache, druckvolle Riffs bestimmen den Grundton. Während „My Only Shelter“ im sonnigen Florida entstand und man dieser Scheibe den „Sommer“ anmerkte, ist „Providence“ zu grossen Teilen in Deutschland entstanden. Rauer, ursprünglicher, härter!

Album Review: Darkhaus – Providence

EPs sind ja immer so eine Sache. Findet man auf den einen nur wenige Titel oder gar Remixversionen, sind andere prall gefüllt und kommen in Albumlänge daher. Manchmal dienen sie als Appetizer für Kommendes, manchmal als Lückenfüller zwischen vergangenen und neuen Alben, vorallem veröffentlicht aus kommerziellen Gründen. Nichts davon trifft auf „Providence“ zu! „Darkhaus“ tourten in jüngster Vergangenheit zur Genüge durch zahlreiche Städte und Dörfer und trotz des Touralltags und -stresses fanden sie Zeit, neue Songs zu komponieren. Da die Band ihre Fans jedoch nicht erst auf genügend Material für ein Vollwerk warten lassen wollte, werden kurzerhand sechs Titel schon jetzt als EP präsentiert. Und obwohl der Rundling von „Darkhaus“ vielleicht nicht unbedingt durch Quantität auffällt, so doch durch Qualität, die jener ihres Debüts „My Only Shelter“ (hier gehts zum Review Herrschaften) in nichts nachsteht, dafür aber etwas rauer zur Sache geht. Die Songs von „Providence“ bewegen sich in einer Schnittmenge aus New-Wave-Gothic-Elektrosound, groovigem Metal, Hardcore und Nu-Metal, also einer durchaus interessanten Mischung. Bereits das erste Lied macht diesen Eindruck von ihrer Musik mehr als deutlich und zeigt den Fans und potenziellen Neuankömmlingen, wo der Hammer hängt.

Darkhaus

Der Silberling enthält zwar nur vier neue Songs, dafür aber auch einen Live-Mitschnitt aus Köln und eine Akustik-Version. „Drive“ live in Cologne überzeugt auch den Hörer zu Hause, wie mitreissend Darkhaus auf der Bühne sind. „Life Worth Living“ in der akustischen Version hingegen wirkt etwas zu weich für Kennys ausdrucksstarken Gesang, die Rockversion gefällt mir persönlich besser. Die vier neuen Tracks haben es, wie schon die Songs auf „My Only Shelter“ ordentlich in sich. Bei den ersten Tönen von „The Fire Within“ fühlt man sich kurzzeitig, ob der harten Riffs, an Eisbrecher erinnert. Aber nein, da gibt es ja auch noch Pro-Pain: Gary Meskil hat sich beim neuesten Werk anscheinend ordentlich ausgetobt. Sobald aber Kennys unverwechselbare Stimme einsetzt, klingt es 100% nach Darkhaus! Mit faszinierender Leichtigkeit verleiht er den harten Riffs ein harmonisches Gewand, gibt dem Song Melodie und Tiefe. Die mehrstimmigen „Fire“-Rufe zwischendurch verleihen dem Lied noch eine Prise mehr Power. „Side Effect Of Love“ ist die aktuelle Single, die gleich ähnlich druckvoll startet. Hier zeigt sich das meisterhafte Arrangement, welches der Truppe zu Eigen ist. In einem Moment noch druckvoll daherkommend, fühlt man sich im nächsten durch einen sehr geschickten Tempowechsel fast in eine Ballade versetzt. Das Video zum Stück wurde nachts in LA gedreht.

Vorschaubild
DARKHAUS - Side Effect Of Love (OFFICIAL VIDEO)

Der Namensgeber „Providence“ beginnt mit einem kratzig eingesprochenen Intro und setzt sich nicht minder rockig fort. Hier zeigen die Jungs, dass sich harte Riffs und sanftere Klänge nicht ausschliessen, sondern gemeinsam eins werden können. Der Refrain beispielsweise ist vergleichsweise ruhig, aber deshalb nicht weniger kraftvoll. Nach ein paar Hördurchläufen kristallisiert sich dann aus dem coolen Refrain auch noch ein richtiger Ohrwurm heraus und live dürfte der Titel richtig einschlagen! Zu guter Letzt schliessen die vier neuen Songs mit der Ballade „Throwing Away“ ab. Hier erinnert nichts mehr an harte Riffs. Zu gefühlvollen Klavier-Klängen und einer Akustik-Gitarre entfaltet sich Kennys Stimme noch einmal ganz anders. Nach dem Intro setzt sich der Song zwar recht poppig fort, aber der Darkhaus-Stempel ist unverkennbar. Eine einfühlsame Melodie die zum Träumen einlädt, sich in den Hörgängen windet und dort einen wunderbaren Nachhall hinterlässt.

Darkhaus

Die Live-Version von „Drive“ weist deutlich mehr Druck und Biss auf als der Titel auf dem Album. Vor allem die richtig sägenden Gitarren geben dem Alternative-lastigen Titel den richtigen Pep. Der Song wurde bei einem Live-Konzert in Köln mitgeschnitten und gibt einen kleinen Einblick in die Live-Qualitäten der Formation. Wo andere Sänger oftmals live nicht zu überzeugen wissen, zeigt sich bei Kenny die Stimmigkeit bis in die kleinsten Facetten. Jeder Musiker zeigt hier, dass er Profi ist und sein Instrument beherrscht. Zu guter letzt kommt man in den Genuss der ursprünglichen Version von „Life Worth Living“, dem Opener des Debütalbums, die vom Gesang von Kenny Hanlon lebt. Die Entwicklung von der soften Ballade zum rockigen Song des Albums ist hier sehr schön nachvollziehbar. Hier kann man bestens hören, dass die Jungs einen Rohdiamanten zu einem wunderbaren Stück Musik wachsen lassen können, ohne den ursprünglichen Spirit zu zerstören.

Darkhaus

Die Entscheidung mit den auf der Tour geschriebenen neuen Titeln in Form der EP „Providence“ gleich an die Öffentlichkeit zu gehen, anstatt sie für das nächste Album aufzuheben, geht voll auf. Man kann die Energie und Spirit der Tour auf der die Stücke entstanden sind aus den Songs richtig heraushören und auch die etwas kernigere Produktion tut sein Übriges dazu, den Titeln einen prägnanten Stempel aufzudrücken. Die deutschen Wetterverhältnisse haben hier anscheinend, neben dem Tour(er)leben ihren Niederschlag gefunden. „Darkhaus“ zeigen mit diesem Album, dass EPs auch heute noch durchaus ihre Berechtigung haben. Mit „My Only Shelter“ legten sie 2013 die Newcomer-Messlatte schon ordentlich weit nach oben und mit „Providence“ legen sie noch mal ordentlich nach. Die Mühe und die Leidenschaft hört man in jedem einzelnen Song und das macht diese Truppe unglaublich symphatisch und hörenswert! Darkhaus bleibt eine aussergewöhnliche Konstellation. Dieses interkontinentale Konglomerat um Songwriter Rupert Keplinger, der u.a. mit Eisbrecher, Peter Maffay, Laith Al Deen immer wieder ganz vorne in den Charts landet, wird durch Gary Meskil – dem NYHC-Urgestein von Pro-Pain und durch die charismatische Stimme des Schotten Ken Hanlon sowie Marshall Stephens (ebenfalls Pro-Pain) und Paul Keller komplettiert. Da darf man auf das zweite Album mehr als gespannt sein, zumal gerüchtweise zu vernehmen ist, dass es wieder in Florida entstehen könnte. Bis dahin kann man sich die Zeit kurzweilig mit „Providence“ vertreiben. Die EP ist mit ihren sechs Songs zwar viel zu schnell am Ende, die gelungenen Tracks laden aber zum umgehenden Wiederhören ein und bleiben lange interessant. „Darkhaus“ ist eine Band, die sich jedes Mal aufs Neue lohnt.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Darkhaus Logo

Tracklist:

  1. The Fire Within
  2. Side Effect Of Love
  3. Providence
  4. Throwing Away
  5. Drive (Live In Cologne)
  6. Life Worth Living (Acoustic Version)

No review found! Insert a valid review ID.

Album Review: Nothgard – Age of Pandora

Angelehnt an die Geschichte aus der griechischen Mythologie vom gestohlenen Feuer, welches den Menschen durch den Halbgott Prometheus auf die Erde gebracht wurde, veröffentlichten die Melodic-Death-Metaller „Nothgard“ nun ihr zweites Album „Age of Pandora“. Auch heute ist das Öffnen der „Büchse von Pandora“, durch welche alles Schlechte in die Welt kam, um die Menschen für den Raub des Feuers zu bestrafen, ein immer wiederkehrendes Thema in Nachrichten, Büchern und Musik. „Nothgard“ legen mit ihrem zweiten Album die Kettenhemden, Schilde und Schwerter ab, lösen sich von ihrem von der nordischen Mythologie beeinflussten Image und öffnen sich neuen Inspirationen. So lehnen die fünf Niederbayern ihr neues Werk zu besagter Büchse der Pandora an und lassen so die auf dem Debütalbum noch vorhandenen Folkpassagen links liegen.

Nothgard - Age of Pandora

Nothgard wurde Ende 2008 im niederbayerischen Deggendorf gegründet und brachten 2009 ihre ersten Demoaufnahme unter das Volk. 2010 starteten sie mit diversen Shows in Deutschland, Österreich und Tschechien und im April 2011 wurde ihr Debütalbum „Warhorns of Midgard“ veröffentlicht. Nothgard konnte sich gleich mit ihrem frischern Stilmix aus authentischem, anmutigem Viking-Metal, satten Melo-Death-Anleihen und folklorischen Einfluss in der Pagan-Metal-Szene behaupten. Nun kehren die tapferen Wikinger nach der Hinzunahme einer für diese Sparte doch ungewöhnlichen dritten Klampfe zurück und präsentieren uns voller Stolz ihr Langeisen „Age of Pandora“. Nach Midgard folgt also Pandora.

Nothgard - Band

Der Silberling startet mit dem epischen, sinfonischen Intro „Of Light And Shadow“, welches den Hörer mit annähernder „Hans-Zimmer-Qualität“ zwar ideal auf die Scheibe einstimmt, dem eine Kürzung jedoch nicht unbedingt geschadet hätte, um die Freude daran langfristig zu erhalten. Nach disem Intro geht es los mit dem Titelgeber des Albums „Age Of Pandora“. Hier wird gezeigt, was man kann, ohne in technisches Gefrickel zu verfallen und gleich zu Anfang wird klar, hier steht eindeutig die Komposition im Vordergrund. Dynamisch und kraftvoll beweisen Nothgard, was sie zu bieten haben. Dass sie direkt mit drei Gitarren antreten, lässt recht viel erwarten – und diese bleiben nicht unerfüllt, denn auf „Age Of Pandora”“ wird einem allerhand geboten.

Vorschaubild
Nothgard - Age of Pandora (OFFICIAL MUSIC VIDEO)

Dabei wird alles rausgeholt, was geht, sowohl zwischen den einzelnen Instrumenten, als auch mit den Orchester-Einspielern, die mit den Gitarren harmonieren. Die Songs haben Tiefgang und auch Schnelligkeit, Fronter Dom weiss mit seinem kräften Organ zu überzeugen und dank der sauberen, glasklaren Produktion drückt die Scheibe vom ersten bis zum letzten Augenblick. In knapp 50 Minuten demonstriert uns die Band eindrucksvoll und energisch, wie epischer Melo-Viking-Death zu klingen hat. Es wird rasant, es wird wild, es erklingen einige Akustikparts, nur damit es danach mit gewohnt schnellem Tempo weitergeht. Zwar lässt man sich mit einigen Soli etwas Zeit, die sind aber immer wieder gut komponiert, sodass sie vorbereitend für den nächsten Part fungieren. Hier kommt definitiv keine Langeweile auf, zumal der Gesang an den richtigen Stellen gedoppelt ist und somit einen guten Ohrwurm-Faktor bereithält.

Nothgard - Logo

„Blackened Seed“, „Obey The King“ mit Hilfe vom Equilibrium-Shouter Robert Dahn und „Wings Of Dawn“ sind grossartige Beispiele für die facettenreiche Klangwelt der Bayern, die zu jeder Sekunde die Nothgard-Flagge in den Himmel heben. Viele der Titel, die auf „Age Of Pandora“ zu finden sind, sind eher melodisch und mit einem einprägsamen, mächtigen Refrain versehen. Für Letzteres ist „In Blood Remained“ ein ideales Beispiel. Abgesehen von seinem Hauptteil ist dieser Track allerdings etwas schwach, wirkt er doch zu wild und unkoordiniert. Betrachtet man die restlichen Songs, gibt es an diesen aber kaum etwas auszusetzen. Dafür jedoch am Gesamtpaket des Albums, denn recht schnell entsteht der Eindruck, dass die Abwechslung, die Spannung irgendwie fehlt. Zwar grenzen sich Titel wie das extrem episch angelegte „No One Holds The Crown“ ab und auch die Liebe zum Detail, die zum Beispiel im Stück „Black Witch Venture“ durch ein lautes Atmen, eine defekte Spieluhr und das Singen eines Kindes zu Beginn für Gänsehaut sorgt, macht die Platte besonders, aber die Charakterzüge der einzelnen Tracks ähneln sich eben doch zu sehr, um „Age Of Pandora“ von morgens bis abends auf und ab laufen zu lassen.

Vorschaubild
Nothgard - Blackened Seed

„Age Of Pandora“ ist ein geglücktes Album mit viel Power und vielen Facetten geworden. Das Quintett überzeugt mit virtuosen Riffs und zweistimmigen Gitarrensoli. Dank der zusätzlichen Gitarre hat man einen Trumpf im Ärmel, mit dem sich „Nothgard“ klanglich gut von der Konkurrenz absetzen kann. Keiner der drei Gitarristen muss sich hier verstecken, denn es wird in einer Tour ein hohes spielerisches Können präsentiert und so kommt es auch zu keinen Löchern, da durch die Anzahl der Gitarristen immer ein solides Fundament präsentiert wird. Das Songwriting ist abwechslungsreich und drückt das Genre in eine recht moderne Richtung. Der Gesang des Albums ist sehr vielschichtig, denn von Growls über Screams bishin zu Clean Vocals ist alles vertreten. Ein gut komponiertes Album, was man sich gut nebenbei anhören, aber auch haarklein analysieren kann. Es darf spekuliert werden, ob ein weiteres Jahr Kompositionsprozess für mehr Abwechslung auf der Platte gesorgt hätte? So bleibt die Spannung auf das nächste Werk von Nothgard, in welchem die genannte Kritik wünschenswerterweise umgesetzt und die Qualität beibehalten wird. Kaufempfehlung!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Of Light and Shadow
  2. Age of Pandora
  3. Blackened Seed
  4. Black Witch Venture
  5. In Blood Remained
  6. Anima
  7. Obey the King
  8. Wings of Dawn
  9. Mossback Children
  10. No one holds the Crown
Nothgard - Age of Pandora
8.3 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität9
Tempo8.5
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8
Songtexte8
Substanz8
Produktion8.5
Langlebigkeit7
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Viajando – Counting Days

Viajando“ aus North Carolina spielen auf ihrer EP „Counting Days“ eine Mischung aus Doom- und Stoner-Metal mit einem Hauch von Sludge und Punk. Fans dieser Musikrichtungen sollten sich unbedingt diese Band anhören, denn der Genre Mix wird zum eigenen Stoff, mit viel Melodie, schön Retro und professionell präsentiert, überzeugt die EP vom ersten Ton an.

Viajando - Counting Days

Das Stoner-Trio spielt punkaffinen Riff-Rock mit viel Power und einer zerstörerische Kraft. Monotonie und Schwermüdigkeit, Energie und Dynamik entfesseln eine Kraft, die sich aufheizt und mit einem regelrechten Gewitter entlädt, mal gehetzt, mal schwer bleiern und mystisch. Schön kraftvoller Sound mit klarem Gesang und jeder Menge traditioneller Doom Metal Elementen. Manchmal nutzen die Vocals aggressive Sludge Shouts und während der Sound weiter auf die Gehörgänge einprügelt, kann man Hardcore-Punk-Elemente hören und bei Soli und Leads kommt bestes Retro- und Stoner-Rock-Feeling auf. Alle Songs halten sich an langsames oder mittleres Tempo und lassen es dennoch ordentlich krachen.

Viajando - Band

Im „Hell’s Pit“ türmen sich die Riffs wie ein nahender Sturm bedrohlich auf. Auch wenn sich die wenigen Akkordfolgen wiederholen, reicht die durchgespielte extreme Heavyness für impulsive donnernde Rock-Grooves. Meiner Meinung nach sind Viajando eine vielversprechende Mischung aus Stoner- und Doom-Metal mit einer ordentlichen Prise Punk. Wir empfehlen euch unbedingt in „Hells Pit“ und „Sleeper“ reinzuhören und bei gefallen, die aus unserer Sicht gelungene EP auf Bandcamp zu kaufen. Get Weird!

Tracklist:

  1. Counting Days
  2. Nothing is Sacred
  3. Hell’s Pit
  4. Rogue
  5. Dead Mask
  6. Sleeper
Viajando - Counting Days
7.9 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität8
Tempo7
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8.5
Songtexte8
Substanz8
Produktion7.5
Langlebigkeit7.5
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Seite 2 von 712345...»