Album Review: Abstürzende Brieftauben – Doofgesagte leben länger

Endlich fliegen sie wieder! Am 23. September ist mit „Doofgesagte leben länger“ das neue Album der Fun-Punkband „Abstürzende Brieftauben“ erschienen. Fun-Punk? Bei den strengen und orthodoxen Punks war der Begriff damals mehr als nur verpönt. Sogar Michael „Olga“ Algar, Sänger der Toy Dolls, die international als Erfinder des Genres gelten, lehnt den Begriff bis heute ab. Die Abstürzenden Brieftauben hingegen, die Mirco „Micro“ Bogumil 1983 gemeinsam mit Konrad Kittner gründete, trugen die Bezeichnung mit Stolz. Eine Reaktion darauf bekamen die Tauben gleich zu Beginn ihrer Laufbahn zu hören: „Ihr seid doch gar keine Punks!“ Von den Strengen und Orthodoxen. Denen, die von echter Freiheit wenig verstehen…

Abstürzende Brieftauben - Doofgesagte leben länger

Dabei war der „Fun“ der Abstürzenden Brieftauben aus meiner Sicht die echte Befreiung, die Luft zum Atmen, das verschmitzte Schmunzeln bei geballter Faust, die Blume im Knopfloch zu Nietengürtel und rot geschnürten Stiefeln. Stets spielten sie schnell, griffig und das Stagediving und die Verbrüderung auf der Bühne ohne Gitter und Absperrung selbst bei grösseren Veranstaltungen pflegten sie früher als die meisten. Der Musikindustrie öffneten und verweigerten sie sich gleichzeitig. Als ihnen in den Neunzigern rund um Alben wie „Im Zeichen des Blöden“ und „Der Letzte macht die Tür zu“ sogar Charterfolg und BRAVO-Storys zufielen, schrieben sie mit „EMI“ eine Persiflage auf ihre Plattenfirma und schafften es fast, den Song unbemerkt aufs Album zu schmuggeln. „Die Platte war schon praktisch im Druck“, sagt Micro, „nur irgendwann hat sich jemand das Band tatsächlich mal bis zum Ende angehört.“ Die Single zum Album besteht grösstenteils aus Originalanrufen auf Konrads AB. In Hape Kerkelings Film „Kein Pardon“ spielen sie Kabelhilfen. Die Tourneen durch die nach der Wiedervereinigung frisch zur BRD gestossenen Neuen Bundesländer wurden zu „Selbstverteidigungstouren“ durch von angriffslustigen Faschos besetztes Gebiet. Einmal reisen ihnen 150 Neonazi-Hooligans sogar mit der Bahn hinterher.

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Abstürzende Brieftauben - Nie wieder Pegida

Rund 25 Jahre später sieht es in manchen Teilen Ostdeutschlands wieder so aus wie damals. Da ist es nur konsequent, dass die Tauben als erste Single der neuen Platte einen Ohrwurm namens „Nie wieder Pegida“ auspacken. 1997 wurde – bis auf zwei kleine Reunionkonzerte 2002 – die Band aufgelöst. 2006 musste Micro seinen besten Freund und Mitstreiter Konrad mit nur 44 Jahren nach einem Herzstillstand beerdigen. Auf Konrads Grabstein steht „pacem et circenses“, eine anspielungsreiche Mischung aus dem römischen „Brot und Spiele“ sowie dem 1993er-Albumtitel der Band, „Krieg und Spiele“. Eine Haltung, die Micros neuer und aktueller Mitstreiter Olli sein Leben lang als Fan der Band aufgesaugt hat, bis er 2013 schliesslich selber Mitglied wurde. „Es hat lange Anläufe gebraucht, bis wir gemeinsam eine Musik machen konnten, die wirklich wieder wie Tauben klingt“, sagt Micro, „aber es hat geklappt.“ Jetzt wird alles wieder so gemacht wie früher: Im eigenen Studio aufgenommen, selber produziert, durch den gefährlichen Osten getourt. „Die meisten haben uns geraten: Macht bloss kein neues Album, spielt die alten Sachen. Das reicht.“ Hört man „Doofgesagte leben länger“ kann man nur mit einem breiten Grinsen im Gesicht ausrufen: Danke, Micro und Olli! Danke, dass ihr nicht darauf gehört habt! Denn DAS, liebe Kritiker, Veranstalter und Journalisten, die ihr diesen Text hier gerade lest, DAS ist die Luft zum Atmen, die der Punk braucht und die einem das Gefühl gibt, am Leben zu sein! Weder ellenlange Manifeste noch profane Suffschlager, sondern die Essenz aus ganz viel Spielfreude und den paar klaren Grenzen, die man sich für ein würdevoll widerständiges Leben setzt. Gegen Faschos. Gegen Überwachung. Gegen Frühvergreisung. Für Freiheit, für Freude, für das Leben, in dem man einfach mal drauf scheisst! Die Strengen und Orthodoxen? Sitzen heute in Parteien oder haben sich ein Eigenheim gebaut. Weil sie nie verstanden haben, dass man seine Ketten am besten durch ganz einfache Massnahmen sprengt.

Abstürzende Brieftauben - Doofgesagte leben länger

Mir gefiel der Funpunk der beiden schon immer, weil es der Antipol zum bierernsten Krawallpunk der Strengen und Orthodoxen war. Die Tauben waren einfach erfrischend und man konnte einfach nur Party machen. Nun sind sie wieder da – und die klassischen Brieftauben Vibes sind wieder gut zu hören. 16 Songs, etwas mehr als eine halbe Stunde, perfekt! Mehr muss es auch nicht sein. Gut produziert und ein Cover ganz im Stil der alten Platten. Perfekt! Man erkennt sofort, wer hier am Werke ist – gerade im Opener „Das Grauen Teil 3“. Hier fühlt man sich sofort in die 80er oder frühen 90er zurückversetzt. Na klar sind ein paar Sachen eher flach-lustig und albern – aber so sind sie halt. Und klar gibt es nach wie vor auch ernste Themen. Die Tauben haben sich immer klar gegen Rechts positioniert und das müssen sie aufgrund der AfD und Konsorten jetzt leider wieder. Und der Rest der Songs ist recht kurzweilig ohne natürlich Tiefgang zu haben, aber das war eh immer die Kernkompetenz der beiden. Lustig bis albern, aber stets flott und frisch unterwegs ohne weh zutun. Auf den Konzerten, die die Tauben seit 2013 wieder spielen, erlebt Micro, wie viel ihre Art von Punk tatsächlich bewirkt hat. „Da kommen Leute aus der ehemaligen Ostzone, die sagen: Ihr habt uns das Leben gerettet.“ Oder Schränke, „drei Jahre Knast auf dem Buckel, tätowiert, Ringe im Gesicht“, nehmen Micro in den Arm und sagen: „Du warst als Junge für mich der Grösste.“ Grossartig für all die jungen Leute von heute, die mit den Tauben diese Erfahrung nun noch einmal ganz von vorne machen können. Konrad wäre stolz auf dieses Werk, ihr Könige des Funpunk!

Tracklist

  • Das Grauen Teil 3
  • Ausschlafen
  • Pieke Punk
  • Lindener Girls
  • Freiheit stirbt
  • Nie wieder Pegida
  • No Future war gestern
  • Keine Termine
  • Der Roadie Job ist gar nicht so einfach wie man denken mag
  • Tim Buktu
  • Pause
  • Die Blumen sind für sie Herr Polizist
  • Weisst du was du mich mal kannst
  • Im Garten sind Mörder
  • Die Tauben kommen
  • Vorbei

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Album Review: Rob Zombie – The Electric Warlock Acid Witch Satanic Orgy Celebration Dispenser

Mit seinem neue Album „The Electric Warlock Acid Witch Satanic Orgy Celebration Dispenser“ knüpft Rob Zombie an alte Stärken an. Rob Zombie stand mal sehr hoch im Kurs, zumindest bei mir, denn „Hellbilly Deluxe“ war damals im Jahre 1998 einfach grossartig. Danach hat mich leider kein Album des wilden Industrial-Schaffers mehr wirklich in seinen Bann gezogen. Abseits seiner Musik konnte er mich als Regisseur stets immer wieder überzeugen, was wohl zur Folge hatte, dass ich sein kreatives Treiben immer verfolgt habe. Wenn auch mit dem Fazit, dass seine Musik für mich etwas in die Belanglosigkeit abrutschte. Mit „The Electric Warlock Acid Witch Satanic Orgy Celebration Dispenser“ oder kurz „TEWAWSOCD“ ist er aber auch musikalisch wieder voll am Drücker und zeigt, was er so drauf hat!

Album Review: Rob Zombie - The Electric Warlock Acid Witch Satanic Orgy Celebration Dispenser

Bei jedem Album seit „Hellbilly Deluxe“ war immer wieder der ein oder anderen Song enthalten, der wirklich gut war, aber an diese Zeiten oder gar an Alben von White Zombie vermochte der Meister leider nicht mehr anzuknüpfen. Mit „TEWAWSOCD“ war aber nicht zu rechnen, denn damit zeigt Rob Zombie allen Ungläubigen den Stinkefinger und verpasst ihnen einen solchen Schlag, von dem man sich nicht so schnell erholen wird. „The Last Of The Demons Defeated“ ist eine 90-sekündige Einleitung, die klar macht, was Zombie mit seinem Schaffen ausdrücken will. Schwere Gitarren, freaky, creepy Klänge und die hohe Kunst des Industrial liegen schwer auf und machen sofort klar, Rob Zombie hat seine Pfade nicht verlassen. Dem Horror war der Mann bekanntlich nie abgeneigt und was sich mit dem zweiten Song „Satanic Cyanide! The Killer Rocks On!“ offenbart, ist ein Horrorfilm im positivsten Sinne. So verhalten der Song auch starten mag, so drückend und morbide entwickelt er sich über seine Laufzeit hinweg. Die Balance zwischen wirren Klängen, Zombies eindringlichem Gesang und brachial lärmenden Wänden fasziniert. In den 2:58 Minuten zaubert Zombie auch noch sanfte Elemente aus dem Hut, welche sich in den ansonsten so rüden Songs perfekt einbinden.

Album Review: Rob Zombie - The Electric Warlock Acid Witch Satanic Orgy Celebration Dispenser

„The Life And Times Of A Teenage Rock God“ dagegen hat nur das Ziel zu schocken. Man fühlt sich beklemmt, bedroht und sieht dem Bösen geradezu ins Gesicht. Gewisse Parallelen zu Rammstein und ihrem Hit-Album „Sehnsucht“ sind nicht von der Hand zu weisen, Plagiatsvorwürfe werden aber sicherlich nicht aufkommen. „Well, Everybody’s Fucking In A U.F.O.“ war bereits als Vorabsingle zu hören und so skeptisch ich damals der Nummer gegenüber stand, so gut verstehe ich nun diesen Song. Er repräsentiert das Album meisterlich und im Gesamtkontext wirkt er als beste Wahl für eine Single. „A Hearse Overturns With The Coffin Bursting Open“ stellt ein Interlude dar, welches Zeit zum Atmen lässt. Der instrumentale Track wirkt geradezu fragil in den Reihen der Songs dieses Albums. Wenn Zombie zu einer Akustik-Gitarre greift und sich zerbrechlich zeigt, muss man sich die Frage stellen, ob hinter dem Raubein vielleicht doch ein kleiner Romantiker steckt. Mit „The Hideous Exhibtions Of A Dedicated Gore Whore“ zelebriert man die Freizügigkeit der Worte. Wer Nachhilfe benötigt, was anstössiges Vokabular betrifft, kann sich hier seine Gratisstunde abholen und dies untermalt mit einer Hammond-Orgel! „Medication For The Melancholy“ peitscht dann wieder nach Vorne und zeigt die Zielstrebigkeit seines Schaffens, „Get Your Boots On! That’s The End Of Rock And Roll“ hat schon Party-Charakter und „Super-Doom-Hex-Gloom Part One“ offenbart sich als kompaktester Song des insgesamt 12 Track starken Albums. Aber auch Doom kann Rob Zombie umsetzen, wie „Wurdalak“ zeigt. Wo blanke Zerstörung und grenzenloses Chaos herrscht, da fühlt sich dieser Mann zuhause.

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Rob Zombie - Well, Everybody's Fucking In A U.F.O. (Explicit) (Lyric Video)

Druckvolle Gitarren treffen auf hämmernde Drums, Mickey Mouse passt gut zu gregorianischen Gesängen („Satanic Cyanide“), Electronica-Einsätze beissen sich nicht mit Akustikgitarren, Moshpit auf dem Dancefloor und immer wieder lockern lyrische Passagen das Rock-Gewitter auf. Die bewusst erzeugten Höhen und Tiefen, die elektronischen Untermalungen und der überzeugende Kopf des Projekts machen das Album zu einem Meisterwerk, das den Kampf mit dem letzten sehr erfolgreichen Studioalbum ohne Probleme aufnehmen kann! „The Electric Warlock Acid Witch Satanic Orgy Celebration Dispenser“ ist ein faszinierendes Werk, welches Einblicke in das Hirn von Rob Zombie gewährt. Genie und Wahnsinn gehen meist einher, heisst es so schön und dem kann man sich nach dieser kruden und schrägen musikalischen Irrfahrt nur anschliessen. Wo andere Bands und Musiker zum Ende eines Rillenträgers öfters an Qualität verlieren, kann ich nur sagen, dass insbesondere die 2. Hälfte des Werkes teuflisch gut ist. Ein Album, welches zu den besten dieses Mannes gehört, wenn nicht sogar sein bestes Werk darstellt.

Tracklist:

  1. The Last Of The Demons Defeated
  2. Satanic Cyanide! The Killer Rocks On!
  3. The Life And Times Of A Teenage Rock God
  4. Well, Everybody’s Fucking In A U.F.O.
  5. A Hearse Overturns With The Coffin Bursting Open
  6. The Hideous Exhibitions Of A Dedicated Gore Whore
  7. Medication For The Melancholy
  8. In The Age Of The Consecrated Vampire We All Get High
  9. Super-Doom-Hex-Gloom Part One
  10. In The Bone Pile
  11. Get Your Boots On! That’s The End Of Rock And Roll
  12. Wurdalak
Album Review: Rob Zombie - The Electric Warlock Acid Witch Satanic Orgy Celebration Dispenser
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Album Review: Phased – Aeon

Die Doom Metaller von „Phased“ rocken seit fast einem Jahrzehnt die Bühnen dieser Welt. Das Trio aus dem schönen Basel in der Schweiz, ursprünglich als Stoner-Rock Band gegründet, bringt nach einer kreativen Schaffenspause ihr bereits viertes Album „Aeon“ auf den Markt. So haben die drei Musiker an der Soundschraube gedreht und den bekannten Doom ein wenig aufgefrischt. Eine konsequente Weiterentwicklung, Psychedelic Doom, so nennt sich der Bandsound und prägt das neue Album.

Phased - Aeon

Die aus Basel stammenden „Phased“ hat sich im Laufe ihrer Karriere mit vielen Liveauftritten einen Namen in der Doom Szene gemacht. Durch unzählige Shows, mit Auftritten beim „Stoned From The Underground“, „Up In Smoke“, dem „Doom Shall Rise“-Festival sowie Supportslots mit Genregrössen wie Orange Goblin, Mastodon und Spirit Caravan, konnten sich die Schweizer auch an der Livefront behaupten und ihre Musik einem breitgefächerten Publikum präsentieren. Einst als Stoner-Band gegründet, stehen Phased heutzutage für psychedelischen Doom, bleiern, schwer und doch groovig, „Motor Doom“ wie sie ihre Musik selbst bezeichnen. Nach diversen Vorgängerformationen entstanden „Phased“ in ihrer heutigen Form im Jahr 2001. Sechs Jahre nach ihrem letzten Studioalbum veröffentlicht die Band nun das neue und vierte Werk. Die sieben Tracks aus tiefgestimmten Gitarren, schleppenden Rhythmen und unterschwellig bedrohlichem Gesang wurden 2014 von Chris Sigdell, Marko Lehtinen und Michael Greilinger (Gastmusiker am Bass) bei Helium Records in Basel aufgenommen, von Richard Whittaker in London abgemischt und von Greg Chandler in Birmingham gemastert.

Phased - Aeon

Mit „Seed of Misery“ und eingängigem Riff eröffnen die Jungs das Album. Ein fetter Doomer, der unverzüglich die richtige Stimmung herbeidröhnt und unmissverständlich zeigt, wo der schwere „Hammer of Doom“ hängt. Schleppend und mit sounddienlichem Gesang, überzeugt das solide Material, sodass man ohne Bedenken von einem gelungenen Einstand sprechen kann, auch, wenn die Komposition etwas langatmig wirkt. Der Song stimmt gut darauf ein, was man auf dem Rest des Albums zu hören bekommt. Kommt man beim dritten Track „Eternal Sleep“ an, wundert man sich bei der Hälfte des Songs unweigerlich, warum der Track leiser wird. Diese Stilmittel welche Phased einsetzen, um die Songs aufzufrischen, können manchmal etwas irritieren, doch wenn man sich darauf einlässt, ist dies durchaus erfrischend. Auffallend ist, dass ausser den im Doom verwurzelten Elementen, die wirklich überall zu hören sind, ein gehöriger Anteil an Space Rock-Einflüssen verarbeitet wurde.

Mit „Into the Gravity Well“ begibt sich das Trio dann in die wirklich verdammt tiefen Welten des Funeral Dooms. Tiefer kann man in die Katakomben des Doom Metals nicht absteigen, ohne dabei selbst gesteckte Ziele aus den Augen zu verlieren. Das ist jetzt aber nicht negativ gemeint, vielmehr soll diese Soundbeschreibung klarmachen, dass Phased durchaus Grenzen ausloten. Die folgenden Songs sind allesamt zeitlose Doom Songs, die wie schon erwähnt, immer wieder und wieder mit spacig psychedelischen Einflüsse aufwarten. Leider tritt hier mit der Zeit die gefürchtete Zeitlupenkrankheit auf, welche man mit etwas mehr Einfallsreichtum und der daraus resultierenden Abwechslung, besser in den richtigen Blickwinkel hätte rücken können. Atavismus bezeichnet eine Rückentwicklung in der Evolution und nichts könnte hier passender sein, denn der Rausschmeisser „The Atavistic“ scheint sich an der Stoner-Vergangenheit der Band zu orientieren. Einer der innovativsten Tracks des Albums, doch gemäss Booklet der einzige Song, der nicht von „Phased“ selbst geschrieben wurde.

Phased Logo

„Aeon“ ist ein Doom Album, das sich mehr als nur einmal hören lassen kann und soundtechnisch gewünscht brachial ausgefallen ist. Doom meets Psychedelic! Geschwindigkeit im Doom Metal ist bekanntermassen so gut wie nicht vorhanden und so setzen „Phased“ ihren schleppenden Marsch durch endzeitliche Psychedelic-Wälder fort, mit abgrundtiefen Gitarren und groovigen Arrangements. Was dem Trio etwas fehlt ist der Kick, das gewisse Etwas, welches auch im Sludge und Doom nicht fehlen darf. Zu vorhersehbar sind die Tracks und es fehlt irgendwie der „Spannungsbogen“, der irgendwann zum Höhepunkt kommt und Lust auf mehr macht. Sieben Tracks, die letztendlich über enorm viel Potenzial verfügen, aber leider nicht voll ausgekostet werden. „Phased“ legen die Messlatte hoch, doch gemessen an Genre-Giganten einfach noch zuwenig hoch, da ist noch mehr drin! Und dennoch, „Aeon“ ist ein gutes Album! Wer Psychedelic Doom mag, wird viele markante Passagen entdecken und schlussendlich ein zufriedenes Motor Doom Gesicht auflegen. Daumen hoch!

Tracklist

  1. The Seed of Misery
  2. Burning Paradigm
  3. Eternal Sleep
  4. Into the Gravity Well
  5. (Return of the) Son of the Sun
  6. Etched
  7. The Atavistic
Album Review: Phased - Aeon
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Album Review: The Backstabbers – High Speed Rock’n’Roll

Die finnischen Punkrocker „The Backstabbers“ haben vor kurzem ihre EP „High Speed Rock’n’Roll“ veröffentlicht und darauf gehts ab wie Schmitz Katze. Wer auf Bands wie Ramones, Peter Pan Speedrock, The Hellacopters, Chrome Division, The Cumshots, AC/DC und Motörhead steht, sollte sich diese EP unbedingt reinziehen. Die Jungs von „The Backstabbers“ lassen es auf dieser EP so richtig krachen und zeigen uns, dass es auch beim Punkrock richtig guten Nachwuchs gibt!

The Backstabbers - High Speed Rock'n'Roll

„The Backstabbers“ wurden im Jahr 2013 im Herzen von Lappland in Finnland gegründet und besteht aus den Jesperi Mommo (Guitar/Vocals), Aleksi Tiainen (Drums) und Roope Tapio (Bass). Ihr Sound orientiert sich an den frühen 80er Jahren und Grössen wie Peter Pan Speedrock, Ramones, The Clash und Metal-Bands wie Motörhead oder AC/DC und geht ab wie ein Zäpfchen! Die Jungs erheben mit ihrem Sound keinen Anspruch auf Originalität, aber bewegen sich, Anbetracht dessen wie jung die Band ist, mit viel Brimborium darauf zu, den Thron des Punkrocks zu erobern.

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The Backstabbers - THUNDERTRAIN

Das Trio hat bisher 2 EPs und eine Single veröffentlicht und in den letzten zwei Jahren über 50 Shows in Finnland gespielt. Im September 2015 zog die Band aus den weiten Landen von Lappland, genauer aus Rovaniemi nach Helsinki, der Hauptstadt Finnlands, um die Dinge besser ins rollen bringen zu können. Und da befinden sie sich auf gutem Weg, denn die vorliegende EP überzeugt von A bis Z.

The Backstabbers - Band

Diese grossartige EP enthält vier energiegelande Tracks mit starkem, ruppigen Gesang, unterstützt durch druckvolle Basslines, harten Drums und Gitarrenriffs die einfach riesig Spass machen. Old School Punk-Rock der seine Konkurrenz nicht zu scheuen braucht. Hier wird man am Schopf gepackt und so richtig durchgeschüttelt, da beginnen die Füsse automatisch zu zucken.

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The Backstabbers - THIS TOWN

Beim Hören von dieser EP nimmt der jugendliche Fan unvermeidlich die Luftgitarre in die Hand und rockt vor seinen heimischen Speakern ordentlich ab, während der etwas ältere Hörer sich nicht von seinem Sessel weg bewegen kann, weil dieser sofort vom imaginären Drumkit eingekesselt wurde. Hart pumpender Bass, Drums, die nach vorne jagen und Gitarrenarbeit, die gnadenlos abgeht und einem so richtig ins Gehör rauscht. Die EP ist voll von fetten Gitarren Riffs und Dirty Rock’n’Roll im Up Tempo.

The Backstabbers - Band

„The Backstabbers“ hauen uns mit „High Speed Rock’n’Roll“ ein lautes, gewalttätiges, brachiales, schnelles und unterhaltsames Stück Musik um die Ohren. Einfach klasse was das Trio für einen Dampf mit ihren Musikinstrumenten ablassen kann. Dies beweist wieder einmal mehr, dass man nicht mehr als drei Akteure benötigt, um ein gutes Album auf die Beine zu stellen. Hier spürt man regelrecht die Spielfreude und der Sound ist heiss, laut, dreckig, schwitzig und die vier Tracks blasen die eingetrockneten Gehörgänge jedes Punkrockers frei.

The Backstabbers - High Speed Rock'n'Roll

Tracklist:

  1. Ain’t Going Home
  2. Thundertrain
  3. One For The Road
  4. This Town
Album Review: The Backstabbers - High Speed Rock'n'Roll
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Album Review: Nýr Gata – Seraphim

Bei den „Seraphim“ handelt es sich laut der Bibel um eine höhere Engelsrasse. Als Seraphim, das Wort bedeutet im Hebräischen „die Brennenden“, werden feurige, sechsflügelige Engel, die Gottes Thron umschweben und immerfort „Heilig, heilig, heilig“ ausrufen, bezeichnet. Zugleich ist „Seraphim“ auch der Titel des Ende August erschienenen Debüt des deutschen Black/Death Metal-Duos „Nýr Gata„, bestehend aus Sarghas und Nordmann, welche nebenbei noch gemeinsam bei Nelandhir, Immorior und Yarr aktiv sind. „Nýr Gata“ beschreitet keine neuen Wege, aber was wir hier haben, ist ein Album, das viele Gruppen in diesem Genre nur allzu gerne selbst hinkriegen würden. Kein perfektes Album, aber alleine schon durch sein Abwechslungsreichtum sehr zu empfehlen!

Nýr Gata - Seraphim

Bei dem vorliegenden Werk von „Nýr Gata“ handelt es sich um ein Konzeptalbum. Der Seraphim klagt an, das die Menschen trotz ihrer niederen Triebe und selbstsüchtigen Handeln nach Ende ihres Lebens im Himmelreich über seines Gleichen gestellt werden. Gott schickt ihn darauf in die Hölle um das „Menschsein“ zu sehen, zu erleben und zu erlernen. Von Anfang an wird man Teil der Geschichte von Seraphim und dessen Schritte verlaufen vom ersten bis zum letzten Kapitel nach und nach in Richtung der absoluten Finsternis und Verzweiflung, geleitet durch Schmerz und Hass. Die Band „Nýr Gata“ besteht aus Sarghas, welcher speziell Texte und Gesang beisteuert und Nordmann, der sich bestens in Programmierung, Mix und Mastering auskennt und beide sind zu gleichen Teilen für Instrumente und Komposition verantwortlich.

Nýr Gata - Band

Das Album enthält neun Lieder mit einer Gesamtspielzeit von rund 38 Minuten. Das Cover des Debütalbums ist expressionistisch in schwarz-weiss gehalten und bringt bedrückende, unheilvolle Bilder mit sich, die bestens zur Grundatmosphäre des Albums passen. Die deutschen Texte wurden von Sarghas geschrieben und werden auch von ihm dargeboten. Je nach Kapitel und Lage des Protagonisten variiert die Stimme und zum Gesang kann man nur lobende Worte finden, denn dieser ist einfach perfekt um in die Lyrics einzutauchen. Dazu Bedarf es aber schon einer gewissen Aufmerksamkeit und vorallem auch Zeit, um das ganze Album auf sich wirken zu lassen. Sollte man beides nicht mitbringen, widmet man sich gleich besser etwas anderem.

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Nýr Gata - Im Flammenregen

Der Sound ist durchgehend gut und die Instrumente ordentlich abgemischt. Musikalisch baut das Album auf Blast Beats und melodischen Riffs auf, die zusammen mit den Vocals auch auf ein Folk Metal-Album gepasst hätten. Wie erwähnt wechselt der Sänger stimmlich oft zwischen Screams und Growls und vor allem in den Refrains kommt häufig auch Klargesang zum Einsatz. Obwohl die Songs eine meist beachtliche Spieldauer besitzen, wird man nicht müde sie immer wieder von neuem anzuhören, da man stets irgendetwas neues entdeckt, was einem vorher noch nicht aufgefallen ist. Es kommt zu keiner Zeit so etwas wie Monotonie oder gar Langeweile auf. Die instrumentale Arbeit der beiden Herren passt absolut grossartig zu der Thematik des Albums. Auf „Seraphim“ wird dem Hörer einiges geboten, von vor Wut rasend, fies schreddernd, melodischen Höhen bis zu ruhigen Zwischenmelodien ist alles mit dabei.

Nýr Gata - Logo

Es wird einem also einiges an Abwechslung geboten, durch Variationen der Geschwindigkeit und der Härte der Musik, sowie dem Einsatz von Keyboards entsteht ein vielfältiges Klangspektrum, das vom epischen Melodien („Gefangen in der Ewigkeit“) über leicht progressive Songs („In falscher Freiheit“) bis zum aggressiven Abriss („Sohn des Hasses“) reicht. Allein das Schlagzeug bei „In falscher Freiheit“ fegt einem die Käfer aus der Stube und absolut grossartig und ein Anspieltipp meinereiner ist der Song „Acheron“, denn dieser haut einem glatt die Rübe weg!

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Nýr Gata - Acheron [Music Video]

„Seraphim“ büsst auch nach mehreren Durchläufen nichts an Intensität oder Atmosphäre ein. Kein Titel klingt wie ein anderer und der Silberling ist ein sehr ordentliches Debüt, dass man sich durchaus öfter anhören kann, ohne das Langeweile aufkommt. Um noch einmal auf die Texte von „Nýr Gata“ zu sprechen zu kommen, man sollte sich wirklich Zeit für diese nehmen, denn da kamen mir Begriffe zu Ohren, die ich bis dato noch nicht kannte. So hiess es nachschlagen und dabei lernt man auch noch etwas dazu. Man merkt, dass mit diesem Album nicht einfach lieblos etwas hingerotzt wurde, sondern sehr viel Wert aufs Detail gelegt wird. „Seraphim“ ist ein rundum gelungenes Black/Death Metal Album und wäre der Weg durch die Hölle musikalisch unterlegt, so hält man mit „Seraphim“ den Soundtrack dazu in Händen.

Tracklist:

  1. Gefangen In Der Ewigkeit
  2. Hinab Vom Lichte
  3. Im Reich Der Leere
  4. Marter
  5. Im Flammenregen
  6. Cherubim
  7. Acheron
  8. In Falscher Freiheit
  9. Sohn Des Hasses

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Album Review: M.H.X’s Chronicles – Infinite Ocean

M.H.X’s Chronicles sind ein Quartett aus São Paulo, das in diesem Jahr sein Debütalbum „Infinite Ocean“ veröffentlicht hat. Den Sound der Band kann man als episch ausgelegten Melodic Death Metal beschreiben. Textlich und auch musikalisch geht es viel um Reisen und Sehnsüchte. Das Album hat eine ganz besonders intensive Atmosphäre mit Samples von Meeresrauschen, kurzen eleganten Streicherpassagen, verträumten Pianomelodien, progressiven Keyboardpassagen, technisch geprägten und doch kraftvollen Riffs, verspielten Rhythmussektionen, kraftvollem Klargesang und entfesselten Growls. Sowohl progressive Feingeister als auch Genrefans kommen auf ihre Kosten.

M.H.X’s Chronicles – Infinite Ocean

São Paulo ist ein guter Nährboden für den Metal, über all die Jahre haben es im Underground viele Bands aus diesem brasilianischen Landstrich geschafft im Metaluniversum Fuss zu fassen. Viele sind wieder verschwunden, jetzt steht mit dem Bandnamen M.H.X’s Chronicles eine Band in den Startlöchern, die den Melodic Death Metal so richtig gut drauf haben! Das Quartett bestehend aus Murillo H. Xavier (Vocals & Guitar), Raphael Carvalho (Drums), Michel Oliveira (Guitar) und Wallace Ribeiro (Bass) hat es technisch gut drauf, durchaus stimmige, skandinavische Wurzeln, mit urtypischen Brasil Groove orientierten Thrash Allüren zu paaren. Bis jetzt konnte ich mit dem Namen „M.H.X’s Chronicles“ nicht wirklich was anfangen, weil diese brasilianischen Melodic Deather erst eine EP raus gebracht haben, welche ich mit bestem Willen nirgends finden konnte. So ist das Debüt „Infinite Ocean“ somit die Feuertaufe und dies wird wohl auch bei anderen Metalfanatikern nicht anders sein.

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M.H.X's Chronicles - The Way Home (Lyric Video)

Riffs, Strophen und Refrains klingen wie erwähnt sehr nordisch um nicht zu sagen finnisch und sind eigentlich so ja nichts spezielles, aber aufgrund der Frische und dem aufkeimenden Groove haben die Jungs eine Mixtur parat, mit der sie durchaus einen gewaltigen Wirbelsturm erzeugen. „Dark Tranquility“, „In Flames“ und Konsorten dürften als Reisbrettmuster hier Pate gestanden haben. Einmal mehr klingt das nach billigem Abklatsch, nun eigentlich nicht, denn die Eigenständigkeit mit der man hier vortrefflich punkten kann steht für das Endergebnis, welches die Brasilianer hier gezaubert haben. Die dunkle Melodiemischung und eben das immer wieder aufbauschende Groove Flair sind eben ein nicht von der Hand zu weisendes Detail, welches die Jungs nach vorne hievt. Intensive Brutalitäten und einen guten Griff in die Melodic Kiste sind von der Technik sehr annehmlich, wenn gleich man in Zukunft deutlich mehr Eigenständigkeit ins Geschehen bringen muss. Für ein Debüt haut das durchaus vom Hocker, aber in diesem harten Business und für das weitere Fortbestehen braucht es dann etwas mehr.

M.H.X's Chronicles Band

Insgesamt sind „M.H.X’s Chronicles“ gute Melodic Deather, mit rassiger Mischung und man Ihr sollte sich die Zeit nehmen in das gesamte Album einzutauchen um es voll zu geniessen. Wer wirklich nicht die Zeit und Musse dazu hat, dem empfehle ich als Anspieltipps besonders die Lieder „At the End“, „Outcry“ und „A Winter Song“. Für den weiteren Fortgang braucht es dann sicherlich noch etwas mehr Eigendynamik, diese muss einfach mehr ausgebaut werden, dann stehen den Jungs aus São Paulo Türen und Toren offen. Fans von Bands wie „Soilwork“, „Omnium Gatherum“, „Insomnium“, „In Flames“, „Dark Tranquillity“ und allem Artverwandten können hier nicht falsch liegen und insgesamt klingt „Infinite Ocean“ sehr unterhaltsam.

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02 - Conquest Of The Oceans - M.H.X's Chronicles (Infinite Ocean)

Tracklist:

  1. Overture of the Seas
  2. Conquest of the Oceans
  3. Castles in the Sand
  4. The Way Home
  5. At the End
  6. Outcry
  7. Havet
  8. Amazing Grace
  9. A Winter Song
  10. Moon and Sea

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Album Review: Child Of Caesar – Love in Black

Das Debütalbum „Love in Black“ von „Child Of Caesar“ dreht mit seinen tief gestimmten Gitarren und dunklen Melodien die Zeit dorthin zurück, als Gothic Rock seine Hochblüte hatte. Man mag gar nicht so recht glauben, dass diese Band grossteils aus Deutschland stammt. Die Stilrichtung ist Goth Rock/Metal mit Elementen aus dem Dark Metal Genre. Einflüsse von Bands wie „Sister of Mercy“, „Tiamat“, „Paradise Lost“, aber auch deutsche Goth Metal Ikonen wie „Darkseed“ oder „Scream Silence“ sind nicht zu verleugnen. Auf „Love in Black“ übernimmt Daniel Mitchell die Vovals und liegt dabei eher im alternativen denn im richtig dunklen Sektor, passt aber. Wer zu der Zeit Ende der 90er Anfang der 00er Gothic Metal/Rock gehört hat, wird an dieser Scheibe seine Freude haben.

Child Of Caesar - Love in Black

Die Kinder des Caesar hören auf die Namen André Marcussen (Rhythm Guitar), Christopher F. Kassad (Bass & Lead Guitar) und Dino Cadavian (Drums), fürs Singen zeigt sich Daniel Mitchell der U.S. Metal Band „Autumn Eyes“ verantwortlich, kein schlechter Griff, der hier gelungen ist, da er stimmlich gut zur Musikrichtung passt – und dennoch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Der Gothic Rock der Band kommt mit einer äusserst düsteren Leidenschaft rüber und ähnlich wie bei ihren Vorbildern gestaltet sich das Songwriting dunkel und düster. Einerseits sind da die Texte, die von dunklen Themen handeln – eine grosse Faszination für alles Morbide, Tod oder Leere ist nicht zu verleugnen. Andererseits haben wir die Umsetzung dieser Texte und Stimmungen in der Musik. Dies bedeutet im Endeffekt viele schaurig-schöne Melodien, teilweise sehr langsam und tragend, dann wieder mal mit Bass und Riffs äusserst nachdrücklich betont. Die traurig jaulende Lead-Gitarre setzt Akzente. Keyboard- und Programming kommen auch nicht zu kurz und sind schaurige Stimmungsmacher je nach Bedarf. Die stimmigen Backing-Vocals und Chor-Einsätze runden die Songs vielfach schön ab.

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Child of Caesar - Love in Black

Die Soundeffekte, die beim anhören des Openers Defector erklingen, könnten auch die Posaunen der Apokalypse sein. Eigentlich handelt es sich bei den ersten Takten lediglich um ein schönes, düsteres Keyboardspiel, dass einem auf eine Wand voller druckvollem Gothic Rock vorbereiten soll. Im Einklang mit Orgelsounds und den düsteren sphärischen Keyboards, spielt die Band spannenden und kompromisslosen Gothic Metal. Schon die Stimme von Frontmann Daniel Mitchell sorgt für Schaudern und mit den düsteren, zornigen Gitarren, den stürmischen Drums, den mystischen Keyboards und den druckvollen Bass ist die Gothicshow perfekt. „Defector“ haben „Child Of Caesar“ mit viel liebe zum Detail und doch einer einfachen Struktur aufgebaut. Wer jetzt glaubt, es handele sich bei den Gothic Rockern um eine dieser endlos kopierten Klischee Grufties, der irrt. In einer schwarzen Szene, in der immer wieder der selbe Brei tausendfach nachgekocht und aufgewärmt wird, kommt endlich mal ein frischer Wind an einem trüben Herbsttag und zeigt, dass es auch anders geht!

Child Of Caesar Band

Der Einstieg zu „Red Sun“ erfolgt melancholisch harmonisch. Zunächst akustisch, verwandelt sich der Song rasch mit Mid-Tempo Drums und gibt Gas. Das gewisse etwas geben hierbei die simplen, sphärischen Keyboards, die das ganze noch magischer, bedrückender machen. Hier spielt Axe Man Christopher auch ein glänzendes Gitarrensolo. Der Refrain ist fabelhaft umgesetzt und brennt sich ins Gedächtnis. Der Mid-Tempo Track ist jedenfalls ein druckvolles, geniales Gothic Metal Gewitter, dass seine Energie in einem lauten Donner voll entfaltet und die Rechnung geht definitiv auf. Die Tore des genialen Gothic Metals öffnen „Child Of Caesar“ mit dem Titel „Gates“. Wie zuvor, gibt es hier Songkost im Midtempo mit düsteren Keyboards, Gitarren und Bässen, die druckvoller nicht sein könnten. Das auch weniger mehr sein kann, wird damit bewiesen, denn dem Refrain das E-Piano definitiv noch den letzten Schliff verpasst. Zum Ende hin gibt es auch bei dieser glorreichen Gruftiemetalhymne wieder das obligate Gitarrensolo, diesmal in Begleitung von Pianos. Eins ist sicher, „Child Of Caesar“ verstehen es, melodisch, hymnische Refrains zu schreiben, die vielfach Ohrwurmcharakter besitzen.

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Child of Caesar - Red Sun

„Nero“ ist in seiner Lead Gitarre sehr melodisch. Die Rhythmusgitarren und Bassläufe, jedoch relativ simpel gehalten. Durchaus hörenswert, aber wird wohl der Song, denn man eher mal skippt. Da hilft auch das mit Pianoklängen unterlegte Gitarrensoli nicht wirklich. Das Keyboardspiel lässt einem in den ersten Sekunden von „Long Live The Night“ die Haare zu Berge stehen. Es hört sich an wie der pure Horror und die Melodie ist einfach schaurig-schön. Diese Melodie bildet auch das führende Element im Refrain. Bass und Gitarre(n) sind wieder starkbrüstig Richtung bangen gerichtet. „Lost Sacrifice“ lässt den Hörer zunächst an einen Kriegsfilm denken, Marschdrums, Klänge wie aus einem alten Radio… ihr wisst was ich meine, ehe der Sound voll Stereo und mit voller Kraft da ist. Die Drumklänge bleiben zunächst gleich, bis es mit geballtem energischen Gothic Rock wieder weiter geht. Lyrisch geht es hierbei um die Scheinheiligkeit des Christentums, beziehungsweise der Kirche an sich. Ein starker Song, der auch hier wieder vor allem seine Stärke im Refrain beweist. Auf Speed, ist die Musik von „Child Of Caesar“ definitiv nicht ausgelegt, wenn auch hier und da auch mal die Double Bass zum Einsatz kommt: Die Songs sind fast gänzlich im Mid-Tempo. Aber Speed ist etwas, was „Child Of Caesar“ auch nicht braucht. Die Band spielt ideenreichen Goth und ihr Sänger zieht mit seiner Stimme den Hörer in seinen Bann.

Child Of Caesar

Auf „You“ gibts wieder melodische Lead Gitarren, wie sie melancholischer nicht sein könnten. Die gesamte Band mixt hier wieder das beste zu einem durchaus rockbaren Song zusammen. Streicher Sounds kehren auf „At Heart“ zurück, die sich weich an das Pianospiel anschmiegen. Hierbei trifft symphonische, magische Lieblichkeit auf brutale Härte und dies natürlich wieder wie es sich gehört: schön düster! Auch hier stimmt das Ganze wieder. Die Rockigen 3-Akkord Gitarrenriffs, könnten hier jedoch ein wenig abwechslungsreicher sein. Dies wird jedoch sofort gekontert, als der Takt wechselt und mal wieder bestes Gitarrensolo erklingen darf. Wie immer, am hinteren Teil des Songs, der jedoch nach diesem kurzen schnellen Ausflug, wieder zurück auf die gemässigten, dunklen Pfade zurückführt, ehe er verstummt. Der Titeltrack „Love In Black“ kommt als nächstes an die Reihe und hier kommt die geballte Power von „Child Of Caesar“ aus den Boxen und in die Ohren des Hörers. Der Fokus liegt bei diesem Song mehr auf dem hymnischen Gesang, und die Musiker spielen ihre Instrumente zielstrebig in ihrer Reinheit und so punktet auch „Love In Black“ voll und ganz. „Worlds Without Skies“ ist der letzte Titel des Albums und besticht durch seine schönen Pianomelodien, die zu Anfang und mittendrin, ein schlagkräftiges Element bilden. Die leichten Keyboards ergeben mit den Gitarren und druckvollen Bässen und dem Sänger ein Gesamtkunstwerk.

Child Of Caesar

Natürlich erfinden Child Of Caesar das Rad nicht neu, aber sie machen ihre Sache auf dem Debütwerk einfach richtig gut und rocken zu weilen sehr erdig und dreckig. Ein Grossteil der Songs geht echt gut ins Ohr und werden auch nach mehrmaligen Hören nicht langweilig. Zwei, drei weniger gute Songs sind zwar auch dabei, aber das hat man ja meistens. Ich bin jedenfalls überrascht von „Love in Black“, das in Zeiten, wo vergleichsweise wenig gute Alben im Gothic Metal Bereich erscheinen, ein dickes Ausrufezeichen setzt. Sicher manchmal sind die Riffs und das Arrangement relativ simpel und der melodische Teil, liegt bei „Child Of Caesar“ oft im Gesang, sowie in den Keyboards und ab und an in der Lead Gitarre und dennoch bietet die Band rundum düster-langsam-schaurig-schönen Goth Metal aus Deutschland. Fans der Sisters oder von Tiammat sollten sich das unbedingt anhören, denn hier hört man ganz deutlich den Stil der 90er Jahre raus und findet etwas, was man ev. schön länger nicht mehr auf diese Weise gehört hat. Mehr davon, jedenfalls habe ich Lust bekommen, auch mal wieder ältere Scheiben zu hören…

Tracklist:

  1. Defector
  2. Red Sun
  3. Gates
  4. Nero
  5. Long Live the Night
  6. Lost Sacrifice
  7. You
  8. At Heart
  9. Love In Black
  10. Without Skies
Album Review: Child Of Caesar - Love in Black
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Album Review: The Other – Fear Itself

The Other“ gelten nicht ohne Grund als eine der bekanntesten Bands des Horror-Punks in Europa. Die Mixtur aus Punk, Horror und Goth ist Fans härterer Musik ja seit den Misfits oder Danzig in den Ohren. Punkige Musik mit Klängen anderer Subgenres zu vermischen und mit einem (Horror-)Image zu garnieren ist eben per se mal kein schlechtes Rezept. Die ähnlich agierende Konkurrenz ist „The Other“ nur selten qualitativ voraus und dennoch muss man nüchtern feststellen: Für die grosse Karriere reichte es „The Other“ bislang nicht. Nach der letzten Scheibe und dem Ausstieg einiger Bandmitglieder, ist doch noch Leben in dem alten Leichnam. Bei einer Horrorfilm-Reihe ist beim sechsten Teil meistens die Luft raus oder sie müsste sich ganz neu erfinden. Aber Filme sind keine Platten.

The Other - Fear Itself

Ganze drei Jahre sind seit der Veröffentlichung des letzten „The Other“ Albums „The Devils You Know“ ins Land gegangen. Eine Zeit, in der sich das Besetzungskarussell dermassen heftig drehte, dass die Band eine Weile praktisch nur noch aus Sänger Rod Usher und Schlagzeuger Dr. Caligari bestand. Doch mit Pat Laveau (Gitarre), Ben Crowe (Gitarre) sowie Aaron Torn (Bass) hat man adäquaten Ersatz gefunden und ist gar vom Quartett zum Quintett angewachsen. In dieser Besetzung veröffentlicht die Gruppe nun mit „Fear Itself“ ihr sechstes Album. Doch trotz des Besetzungswechsels bleiben die wirklich grossen Überraschungen bei den hier enthaltenen 14 Tracks aus. Man hört, dass nun zwei Gitarristen am Start sind, aber ansonsten sind sich „The Other“ treu geblieben. Die Truppe aus NRW ist nun seit 2002 unterwegs und trotz ständig wechselnder Musiker, vor allem Bassisten, hat ihre Musik nicht gelitten.

The Other - Band

Die Kölner Horror Punk Band ist nicht mehr aus der deutschen Szene wegzudenken, doch sollte man bei „The Other“ das Wort Punk nicht allzu wörtlich nehmen, denn der Sound ist stilistisch eher am Metal orientiert. So auch auf „Fear Itself“, dass wieder von Waldemar Sorychta (Grip Inc., Tiamat, Moonspell) produziert wurde, der bereits auf „The Devils You Know“ Regie führte und für „New Blood“ (2010) den finalen Soundmix gestaltete. Auch auf dem neuen Album vertrauen „The Other“ abermals auf eine breite Basis an verschiedenen Stilelementen. Was die Plattenfirma in ihrem Promoschreiben als „traditioneller Metal-Opener“ bezeichnet ist „Nie mehr“. Und genau dieser Song macht deutlich, welche Schwierigkeiten „The Other“ beim Durchschnittsfan wohl haben werden, denn dieser Song ist in erster Linie als „Deutschpunk“ zu verstehen, der mit dem Rest des Albums nichts zu tun hat. Mich persönlich stört der musikalische Abwechslungsreichtum keineswegs, Kritiker könnten diese breite Palette an Stilelementen aber für eine Orientierungslosigkeit halten.

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The Other - Dreaming of the Devil (official video)

Die Plattenfirma sieht zum Beispiel auch Elemente von „Thin Lizzy“, „Iron Maiden“, aber auch von „The Cult“ und „Danzig“. Und dann gibt es eben noch den Punk und meiner Meinung nach einen Schuss „The Visiom Bleak“, was wohl auf die Orientierung an die düstere Thematik zurückzuführen ist. Alles in allem nicht schlecht, aber ungewöhnlich und eventuell etwas unberechenbar. Gleich nach dem Intro schmettert das angesprochene „Nie mehr“ aus den Boxen, bei welchem sich die Kölner zum ersten Mal daran wagen, den Opener auf Deutsch zu präsentieren. Gerade nach der „Unheilig-Häme“, die sie für den Song „Ewigkeit“ ihrer letzten Platte hinnehmen mussten, war dies ein mutiger Schritt. „The Other“ liefern hier einen veritablen Punktrack, den sowohl Fans der „Toten Hosen“ wie auch der „Böhsen Onkelz“ feiern werden. Die Wut der 80er Jahre dringt aus den Zeilen, manifestiert sich in den Riffs der Gitarren und den wütenden Beats des Schlagzeugs. Grosses Kino gleich zu Beginn.

The Other - Logo

Danach beginnt der Abstieg in die dunkleren Gefilde. „Bloodsucker“ ist einer der ausdrucksstärksten Songs. Inspiriert von der 12 jährigen Claudia aus Anne Rices „Interview with a Vampire“ spielt der Track mit dem Umstand, dass Unsterblichkeit nicht immer erstrebenswert ist. Wer will schon immer zwölf Jahre alt bleiben? Ähnlich geht es bei den folgenden „Black Sails Against A Midnight Sky“ und „Dreaming Of The Devil“ zu. Bei „Black Sails Against A Midnight Sky“ überzeugen die Gitarrenmelodien, doch kann ich dem Gesang Ushers nicht wirklich etwas abgewinnen und auch der Refrain gefällt nur mässig. Vielleicht ist das Schema, nach dem die Stücke geschrieben sind, ein wenig zu vorhersehbar, oder es fehlte die ganz grosse, zündende Idee. Im Refrain zu „Dreaming Of The Devil“ heisst es dann auch „Dreaming, dreaming of the devil / You know it’s gonna be alright“, was irgendwie unausgegoren wirkt. An sich eine schöne Up-Tempo-Nummer, die sich auch auf der Tanzfläche gut machen wird.

the-other-band-02

„Doll Island – Isla De Las Muñecas“ finde ich ziemlich interessant, denn die „Isla de las Muñecas“ ist eine Insel in den Kanälen vor Mexico City, auf welcher – passend zum Namen – hunderte verstümmelte Spielzeugpuppen in den Bäumen hängen. Die Geschichte hinter diesen Puppen ist, dass sie auf der Insel aufgehangen wurden um den Geist eines nahe der Insel ertrunkenen Mädchens zu vertreiben. Doch zurück zur Musik, denn diese ist auf dem sechsten Titel gut gelungen. Der Song beginnt mit einem ruhigen Part, der grösstenteils vom Bass und von seltenen, leicht verzerrten Gitarren getragen wird, während Usher die Geschichte um das ertrunkene Mädchen mit halb geflüstertem Gesang einleitet. Darauf geht der Titel in einen klassischen Heavy-Metal-Part über, gefolgt von seichten, gelungenen Melodien. Hammer Komposition! Wenn sich eine Horror Punkband mit den Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs auseinander setzt, sich die aktuelle Lage anschaut und eins und eins zusammenzählt, dann kommt ein Song wie „German Angst“ heraus. Wenn man sich Gruppierungen wie die Pegida ansieht, erkennt man, wie fürchterlich aktuell die Thematik nach wie vor ist. „German Angst“ ist eine bleischwere Metal-Nummer, die richtig Bock macht.

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The Other - Nie Mehr (Lyric Video)

Die zweite Hälfte des Albums ist im Grunde ein Spagat zwischen Mittelmass und Oberklasse, wie auch zwischen Metal und Punk. Während auch hier richtig gute Songs wie „In The Dark“ und „Screams In The Black House“ mit dabei sind, klingt „Funeral March“ für den Titel etwas zu schrill, obwohl beim Gesang von Usher man meinen könnte, dass Iggy Pop und Billy Idol in der Strophe mit im Raum stehen. In „The Price You Pay“ gibt es einen der besten „The Other“-Refrains aller Zeiten zu hören. Der Gesang klingt grossartig und instrumental hat man abwechslungsreiche Melodien, wechselnde Rhythmen und tolle Ideen in petto. Bei „Rise“ kommt dann der Punk wieder mehr zum Zug und versprüht inhaltlich wie optisch Horror- und B-Movie-Ästhetik. Abgeschlossen wird das Album vom dramaturgischen „Mephisto“, ein ganz grosser Wurf, der als Rausschmeisser toll gewählt ist, weil er Bock macht, nochmal reinzuhorchen. Ganz entfernt erinnert das „Mephisto“-Riff an „Subway to Sally“, wenn auch nicht an deren gleichnamigem Song. Der Refrain, in seiner Einfachheit kaum zu übertreffen, Rods düsteres, langgezogenes „Mephisto“ mit der kalten, fast metallischen wirkenden Zeile „Call my name“ wird zu einem spannungsgeladenen Ganzen, dass sich live sehr gut umsetzen lässt.

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„Fear Itself“ ist ein gelungenes Album, dass sich auf keinen Fall hinter seinem Vorgänger verstecken muss. Da nach dem letzten Album die Hälfte der Bandmitglieder in neue Gefilde fortgezogen sind, war klar, dass „Fear Itself“ anders klingen würde. Gerade durch die zweite Gitarre kommt der Sound nun voluminöser und mit noch mehr Druck daher. Das merkt man insbesondere bei Songs wie „Funeral March“, mit seinem starken Basstrack, der von den beiden Gitarren wunderbar aufgefächert wird. Dank Pat Laveau und Ben Crowe an den Sechssaitern und Aaron Torn am Bass sowie den wuchtigen Schlägen von Doc Caligari startet der Rausschmeisser Mephisto mit einer unglaublichen Wucht, die vorher nicht möglich gewesen wäre. Hoffentlich bleiben die fünf Jungs noch ein Weilchen zusammen, denn die Zusammenarbeit lässt auf zukünftige Platten lechzen. Die Band zeigt, es gibt nichts zu fürchten ausser die Furcht selbst. Sie jedenfalls gehen unerschrocken ihren Weg und lassen sich auch vom Weggang von Bandmitgliedern nicht bremsen. Ein wenig frischer Wind scheint der Band im Gegenteil sogar gut getan zu haben. Ein paar kleine Überraschungen hätte „Fear Itself“ eventuell noch vertragen können, aber „The Other“ bleiben sie selbst und sich dadurch treu. Der 80er Jahre Punkrock- Rock-, Horror-Mix zieht sich durch das ganze Album. Neben einer wohldosierten Prise Salz findet man zwar auch ein oder zwei Haare in der Suppe, aber die sind zu verschmerzen – unter dem Strich macht die Scheibe Spass, Rods Stimme ist nach wie vor schön anzuhören, die Tracks mit viel Verve und guter Atmosphäre eingespielt. Insgesamt finden sich viele schöne, kleine Experimente, die das Album bereichern, ohne den Roten Faden zu kappen. Wer „The Other“ bislang schon gut fand, wird auch mit „Fear Itself“ zufrieden sein. Für eine Empfehlung reicht es aufgrund der Unterhaltsamkeit der Platte allemal! Daumen hoch im Horrorfilm eher ab! „Fear Itself“ ist gruftig, mieft aber nicht!

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"Dreaming of the Devil" - Behind the scenes with The Other

Tracklist

  1. Fear Itself
  2. Nie mehr
  3. Bloodsucker
  4. Black Sails Against A Midnight Sky
  5. Dreaming Of The Devil
  6. Doll Island – Isla de las Muñecas
  7. German Angst
  8. Screams In The Black House
  9. In The Dark
  10. The Price You Pay
  11. Funeral March
  12. Animal Instinct
  13. Rise
  14. Mephisto
Album Review: The Other - Fear Itself
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Album Review: Pro-Pain – Voice Of Rebellion

Pro-Pain“ sind einfach unermüdlich und irgendwie hat die Band viel mit „Motörhead“ oder „AC/DC“ gemein. Nicht musikalisch, aber auch bei „Pro-Pain“ weiss man bei jedem Album schon vor dem ersten Hören ziemlich genau, was einen erwartet. So behaupten böse Zungen gerne, dass es im Prinzip vollkommen ausreicht ein Album der New Yorker in seiner Sammlung zu haben. Diese Behauptung entbehrt wie bei „Motörhead“ und „AC/DC“ nicht einer gewissen Wahrheit, denn auch auf „Voice Of Rebellion“, dem inzwischen fünfzehnten Album der Band, sind die Veränderungen erneut nur marginal wahrnehmbar. Während Kritiker gerne den angeblichen Stillstand der Truppe bemängeln, so kann man dieses scheinbare Manko auch umgekehren und als Stärke der Band Verlässlichkeit nennen. Wer sich als Fan das neueste Werk zulegt kann sicher sein, dass er damit genau das bekommt, was er von Meskil und Co. erwartet: Melodische Soli, heftige Doublebass Gewitter und das heftige Gebrüll des Frontmannes, der wie immer kein Blatt vor den Mund nimmt und weiterhin mit einer gewaltigen Wut im Bauch die Missstände dieser Welt anprangert.

Pro-Pain - Voice Of Rebellion

Bereits seit mehr als 20 Jahren hauen uns Gary Meskil (Bass/Gesang), Marshall Stephens (Rhythmusgitarre), Adam Phillips (Leadgitarre) und Jonas Sanders (Schlagzeug) mit hübscher Regelmässigkeit immer wieder ein neues Pfund ins Gesicht! Mit verlässlicher Routine legen sie uns ziemlich genau alle zwei Jahre ein neues Album vor, diesmal heisst es „Voice of Rebellion“, kaum dass sein Vorgänger von 2013, „The Final Revolution„, abgekühlt ist. Bei ihrer Diskografie variieren Mr. Meskil und seine Mitstreiter seit jeher allenfalls den Anteil von Hardcore und Thrash Metal, der bei „Voice Of Rebellion“ wieder ziemlich eindeutig gegen letzteres tendiert und doch ergibt das Endergebnis immer „Pro-Pain“ und ihre ureigene Definition von Metalcore bzw. Crossover. Das ist nun schon seit mittlerweile 23 Jahren so und wird sich in diesem Leben wohl auch nicht mehr ändern. „Voice of Rebellion“ strotzt wieder nur so vor Meskils angepisstem Trademark-Pitbull-Gebrüll, rabiaten/groovigen Riffs und brutalem Doppelbass-Sperrfeuer, solange das Trommelfell mitmacht. Irgendwas regt den „Pro-Pain“-Mainman immer noch auf und er macht seinem Ärger in bewährter Manier, passioniert und mit dem gewohnten Nachdruck Luft.

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Pro Pain - Take It To The Grave

„Pro-Pain“ liefern mit gewohnter Konstanz und Qualität ab. Breitbeinig und erfahren zeigt „Onkel“ Gary den Jungschwänzen, „wo der Bartl den Most holt“ und da kann allerhöchstens die Speerspitze der jungen Garde mithalten. Abseits von Äusserlichkeiten wie Klamotten, aller Arten von Body Modifications und hippen Polit- und Lebenseinstellungen, präsentiert sich der Veteran glaubwürdig, authentisch und echt. Dies gilt sowohl für sich selbst als auch für seinen Sound. Wurden die letzten Kostproben allesamt bei V.O. Pulver im Little Greek-Studio aufgenommen, ging es diesmal nach Florida ins Sound Lounge, wo sich Mastermind-Gary mit Corey Williams selbst um die Produktion kümmerte. Herausgekommen sind 14 Songs voller Wut, knackiger Kost und derber Ausrichtung, die stellvertretender nicht hätten ausfallen können. Bereits der eröffnende Titeltrack walzt alles nieder, was ihm in die Quere kommt: „This is the Voice of Rebellion“, bellt Meskil ins Mikrofon und das mit derart viel Schaum vorm Mund, dass einem Angst und Bange werden könnte. Aber Meskils markerschütterndes Organ ist nicht das Einzige, das bereits nach wenigen Sekunden nachhaltige Spuren hinterlässt. Auch im Schatten des garstig brüllenden HC-Stiernackens braut sich Gewaltiges zusammen. Faszinierend und fast schon beängstigend ist es, dass es Meskil schafft, das Niveau über fast die gesamt Spielzeit zu halten und trotz aller treibenden Power und beeindruckenden Härte auch für genügend Abwechlung und packend sägenden Groove zu sorgen.

Pro-Pain Band

Doch das ist erst der Anfang. Songs wie „No Fly Zone“, „Souls On Fire“ oder die wummernde HC-Punk-Breitseite „Take It To The Grave“ stehen dem Einstiegsfeuerwerk in punkto Durchschlagskraft und Spielfreude in nichts nach. „Voice of Rebellion“ verwöhnt uns mit straightem Hardcore-Thrash wie bei „Righteous Annihilation“ und „Bella Morte“ und leichten Punk-Einflüssen wie zum Beeispiel bei „Cognitive Dessonance“. Überdies haben „Pro-Pain“ auf diesem Album Songs im Repertoire, die lauter und gewaltiger denn je nachklingen, wie den Monster-Groover „Age Of Disgust“ und dem völlig wahnsinnigen „Enraged“. Die Wucht ist ansteckend, kalt wie eine Hundeschnauze und das Songmaterial wird nie langweilig. Das kontinuierliche Niveau, mit dem die New Yorker seit vielen Jahren ihre Unterfangen würzen, ist dieses mal rauer ausgefallen. Mit „Voice of Rebellion“ ist es „Pro-Pain“ tatsächlich wieder einmal gelungen, eine Schippe Härte mehr drauf zu bekommen, als noch auf dem schon recht derben Vorgänger, was aber dem gemeinen Fan nur recht sein dürfte. Die unbarmherzig fette Produktion von Corey Williams drückt einem diesen Meskilschen Wutbrocken jedenfalls ordnungsgemäss in die Kauleiste, so dass Fans ihre helle Freude haben dürften! So rattern halsbrecherische Riffs im Sekundentakt vom Stapel, während die Rhythmusfraktion gekonnt zwischen Uptempo-Ritten und pumpenden Groove-Einschüben pendelt. Und vorne wird geflucht, gegrunzt und gerotzt.

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Pro Pain - Age Of Disgust

Letztendlich sei dahingestellt, ob „Pro-Pain“ nun tatsächlich wie der Albumtitel vermuten lässt die „Stimme der Rebellion“ sind. Inmitten aller zwingenden Kompromisslosigkeit sind die Tracks alle auf den Punkt gespielt und hauen ein ums andere Mal voll rein. Meskil gelingt ein homogenes Ganzes aus Hardcore, Thrash/Metal samt einer massiven Beimengung von fetten Grooves. Der Mastermind kommt aggressiv und straight rüber und man sollte ihm nicht blöd kommen. Schon gar nicht, wenn es um festgefahrene gesellschaftliche oder politische Ansichten geht, mit denen der Pro Pain-Chef schon immer auf Kriegsfuss steht. Dann gibts nämlich ordentlich einen auf den Latz – und zwar in Form von Musik. Insgesamt ist das 15. Studioalben der alten Hardcore-Recken eine sichere Sache und wird jedem Fan mächtig Spass machen. Den Preis für das innovativste Hardcore-Album werden „Pro-Pain“ auch 2015 nicht gewinnen, doch ist schön, wenn man in der heutigen, sehr schnelllebigen Zeit noch solche Verlässlichkeiten hat, die auch in den nächsten Jahren noch hochwertige Qualität an den Tag legen werden. Auch wenn das Rezept ein mittlerweile über viele Jahre bewährtes ist, knallt es dennoch immer und immer wieder. „Voice of Rebellion“ drückt ohne Ende und rockt wie Hölle und zwar von der ersten bis zur letzten Note! In your face!

Tracklist:

  1. Voice Of Rebellion
  2. No Fly Zone
  3. Righteous Annihilation
  4. Souls On Fire
  5. Take It To The Grave
  6. Age Of Disgust
  7. Bella Morte
  8. Cognitive Dissonance
  9. Blade Of The Cursed
  10. Crushed To Dust
  11. Enraged
  12. Hellride
  13. DNR (Do Not Resuscitate)
  14. Fuck This Life
Album Review: Pro-Pain - Voice Of Rebellion
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Album Review: Expenzer – Kill The Conductor

Wer hat es erfunden? Genau, die Schweizer. Bei „Expenzer“ ist Thrash Metal der etwas zeitgemässeren Sorte angesagt, die Schweizer wurden nicht nur von ihrem Landsmann V.O. Pulver produziert, sondern auch massgeblich von dessen Arbeit bei „GurD“ beeinflusst. Aber auch verschiedene schwedische Acts, die einen Hang zur Bay Area haben, scheinen auf den Plattentellern der fünf Musiker in Dauerrotation zu laufen, allen voran „The Haunted“. Somit haben die Schweizer den Thrash Metal nicht (neu)erfunden, aber die gute alte Härte mit kleinen musikalischen Sahnehäubchen und dazu die unbändige Spielfreude machen „Expenzer“ zum Erlebnis internationaler Klasse. Cleverer und geistreicher Metal aus der Schweiz in einem fantastischen Artwork! „Expenzer“ haben ihre Seele dem Thrash Metal verkauft und das ist gut so!

Expenzer - Kill The Conductor

Aus der Asche Pigskin’s machten sich die verbliebenen Jungs im Frühling 2014 ans Werk und so kroch „Expenzer“ ans Licht! Die Band teilte sich bereits mit Genregrössen wie Kreator, Vader und Satyricon die Bretter, die noch immer die Welt bedeuten. Das Thrash-Quintett aus dem schweizerischen Siebnen besteht aus Renato Burkhard (Guitars), Pieric Grosjean (Guitars), Reto Bachmann (Drums), Gregor Luther (Bass) und Tom Kapeller (Vocals) und bringt Bay Area in die Moderne. Aber auch Freunde des gepflegten Death Metals kommen auf ihre Kosten, besonders diejenigen, die es verspielt mögen, denn „Expenzer“ können einiges an ihren Instrumenten und beweisen dies, in dem sie einige progressive und deathige Elemente mit einbauen, ohne dabei überladen zu wirken.

Expenzer Band

Mit „Kill The Conductor“ thrashen uns elf Songs das Hirn aus dem Schädel. Jeder Song ist durchdacht und eigentlich handelt es sich ja bei „Kill The Conductor“ um ein Thrash Metal-Album, doch vieles wird darauf verarbeitet. Teilweise wird man vulgär bedient und bekommt einen Arschtritt á la „Pantera“ oder „Machine Head, um dann ins Moderne zu wechseln und loszudonnern wie „The Haunted“ in ihren besten Zeiten. Die Technik und die Riffs von Bands wie „Testament“ oder „Exodus“ findet ja auch immer wieder Abnehmer in Europa und auch „Expenzer“ bedienen sich dort, ohne zu klauen. Hier und da darf auch ein bisschen „Slayer“ nicht fehlen und dazu ist das Teil sehr fett produziert. „Kill The Conductor“ wurde im Little Creek Studio in Gelterkinden von V.O. Pulver aufgenommen, abgemischt und gemastert. Das Label „Czar of Bullets“ schmeisst es auf den Markt und darf mehr als zufrieden sein, denn diese Mischung aus Siebnen ballert echt ordentlich, klingt nicht nach 08/15 und macht mehr als einfach nur Spass.

Expenzer Logo

Rein musikalisch geht mit „Kill The Conducator“ nichts schief, im Gegenteil, es ist Abriss angesagt! Dafür, dass die Band erst seit kurzem am Start ist, agiert sie bereits auf einem sehr hohen spieltechnischen und kompositorischen Level. Die Riffs sägen herrlich und die Uptempo-Parts knallen mit Nachdruck. Der Titeltrack ist nach dem Opener „Bitter End“ gleich ein Anspieltipp, den ich hier hervorheben möchte. Mit „Play for the Deaf“ kommt ein sehr abwechslungsreicher Track daher und aus meiner Sicht wohl einer der besten Songs von „Kill the Conductor“. In „Unicorn“ sticht rein musikalisch die Gitarre mit den geilen Solis sowie dem sehr technisierten Robot-Gesangseffekt heraus. Coole Idee, um sich von der Masse etwas abzuheben, dennoch ausbaufähig, würde ich meinen. Zu „Light Speed Heart Beat“ gibt es auch ein Video, das ihr unbedingt nachfolgend checken solltet. Mit „Silence of the Amps“ gibt es einen überaus melodischen Song, der alles hat, was eine Abrissbirne benötigt: Groove, Geschwindigkeit, Melodie und eine richtig fette, dem Song dienliche, Gesangs-Performance. Ein Song, den man gleich wieder zurück skippen möchte, um ihn gleich noch einmal zu hören. Als Rausschmeisser wird dann noch den bereits angesprochenen „The Haunted“ mit dem Coversong „Chasm“ gehuldigt.

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Light Speed Heart Beat OFFICIAL MUSIC VIDEO

„Kill The Conductor“ ist definitiv eine coole Thrash-Groove Metal Scheibe, sehr straight gehalten, ohne viele Umschweife in den Midtempo-Bereich. Dies hat mitunter zur Folge, dass gerade zum Ende der Platte eine kreative Flaute Einzug hält, die das Quintett aber mit astreinen Songs und einem Dauerfeuer an Riff-Gewalt wieder zu kompensieren weiss. Cool ist auch, ist dass sich „Expenzer“ nicht wirklich dem klassischen Thrash unterordnen, sondern jeweils den Song suchen. Der Song definiert die Mittel und nicht umgekehrt. Was man ein wenig sucht, ist das Hitpotential, denn trotz den melodischen Momenten kann man keine Ohrwürmer ausmachen. Kompositorisch sind die elf Thrash Granaten gut, doch sind etliche Vibes noch ausbaufähig. Als Debüt darf man sich jedoch stolz auf die Schultern klopfen, denn die steten Wechsel zwischen Melodie, Groove und kernigen Thrash Attacken sind gut und bohren sich gewaltig in den Gehörgang. Somit ist sicher noch etwas Luft nach oben hin offen, aber als erste Vorstellung ist „Kill The Conductor“ sehr gut und man darf gespannt sein, was uns die Zukunft bringt! Wer „The Haunted“ mag und den jüngsten Werdegang der Veteranen nicht sonderlich begrüsst, findet in „Expenzer“ respektive „Kill The Conductor“ eine zuverlässige Ersatzdroge!

Tracklist:

  1. Bitter End
  2. Kill The Conductor
  3. A Dying T-Rex
  4. Play For The Deaf
  5. Amorphous Flowing Ice
  6. Pelvic Fin
  7. Erase It
  8. Unicorn
  9. Light Speed Heart Beat
  10. Silence Of The Amps
  11. Chasm
Album Review: Expenzer - Kill The Conductor
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Album Review: Cyrence – The Hospital

Cyrence“ stammen aus der Bierhauptstadt München und mindestens so spritzig lecker und (über)schäumend ideenreich wie das blonde Nass. Die Jungs machen melodischen Thrash Metal im Stile von Grössen wie Metallica, Megadeth oder Trivium. „The Hospital“ heisst ihre neue EP, welche sieben starke Songs mit eingängigen Melodien enthält. Wer sich beim ersten Antesten des quirligen Songmaterials wohlig an die frühen und besten Zeiten der genannten populären Genregrössen erinnert fühlt, den enttäuschen diese bayerischen Qualitätslieferanten dann auch nicht im Geringsten.

Cyrence - The Hospital

Die Grundsteine für „Cyrence“ wurden bereits im Jahre 2006 als Solo-Projekt von Sänger Tim gelegt. Als vollständige Band waren sie erst ab 2009 unterwegs. Ansässig in München, besteht die Band in der jetzigen Besetzung aus Tim Gratwohl (Vocals und Gitarre), Dominic Millett (Lead-Gitarre und Animals), Chris Hammer (Bass und Backing Vocals) und Tom Goldberg (Drums). Laut „Cyrence“-Mastermind Grathwohl hat der Name keine wirkliche Bedeutung. Ihren Stil beschreiben die Münchner als Melodic Thrash Metal, verpackt in modernem Gewand mit vielen Riffs, die zum Headbangen einladen, aber auch melancholische und ruhige Passagen sind vertreten. Solide Gitarrenarbeit steht hier eindeutig im Vordergrund. Der Gesang ist rau und kantig. Ich muss zugeben, dass ich bis die Tage von den vier Jungs von „Cyrence“ noch nicht viel gehört hatte. Mit Release ihrer ersten EP namens „The Hospital“ hat sich das aber schlagartig geändert.

Cyrence Band

Mit „The Hospital“ erhält man knapp 37 Minuten Melodic Thrash Metal vom Feinsten. Mit dem Track „A New Beginning…“ kommt für Thrash Metal ein unüblicher Beginn zum Zug: Heavy-lastiger Gitarrensound der immer mehr anschwillt um zum Unvermeidlichen zu führen. So legt die Band nach diesem Intro auch gleich mit „Dystopia“ los und dies enthält ein Riff, das auch gut von den kanadischen Annihilator hätte stammen können. Sehr melodiös mit Hetfield’schen Anklängen, doch mit einigem mehr an Dampf! Die Gitarren ziehen und ebenso der Gesangspart, der viel Energie ausstrahlt. In seinem schnellen Gewand erinnert er direkt an Klassiker wie „Right the Lightning“ oder an die guten alten Zeiten von Triviums „The Crusade“. Mit „This Life“ geht es im Annihilator-Tempo weiter und Saitenhexer Dominic Millett liefert dazu ein geniales Solo, das sich hören lassen kann. Brutal und mit Härte knallt der Song aus den Boxen. Richtig ordentlicher Thrash Metal! Durch den flinken Schlagzeugbeat in Verbindung mit dem stretchigen Gitarrenriff bleibt der Song richtig gut im Ohr und kann mit seiner melodischen Thrash-Attitüde vollkommen überzeugen.

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Cyrence - This Life

Mit dem Titeltrack „The Hospital“ verabschieden wir uns dann mal von der Realität und widmen uns textlich dem Fantasy-Horror Genre. Die Nummer geht gut nach vorne und lädt förmlich zum headbangen ein. Anfänglich erinnert der Song an Kracher wie „Battery“, wenn auch mit einem orientalischen Touch. Der Track driftet dann aber fix in eine Hymne ab, die mit knapp sieben Minuten genau so auf einer lang verschollenen Metallica-Platte zu finden hätte sein können. Mit „I Won’t Fall“ wird zwar auch ein gutes Tempo vorgelegt, aber hier wurde auf jeden Fall auf das Melodic besonders viel Wert gelegt. Die Gitarre liefert neben harten Riffs auch einige sehr melodische Anteile. Interessant gestaltet ist dann auch der Abschnitt in dem der Gesang Vorrang hat und in den Breaks der Instrumente alleine dasteht. Die über 7 Minuten sind sehr kurzweilig – und wer sich auf Gitarren-Solos gefreut hat, wird mit „You Kill Me“ bedient. Die Dichte an fingerfertigen und schnellen Solos überzeugen. Eine gute Mischung von recht grooviger Melodieführung, starken Drums und Gesang mit der Wucht einer Faust ins Gesicht. Mit „Purity Control“ endet das kurzweilige Vergnügen dann leider auch schon. Hier zeigt Schlagzeuger Thomas Goldberg, was er drauf hat. Von Blastbeats bis Doublebass-Attacken ist alles dabei. Gut gemachter Thrash Metal, der dann gegen Ende etwas weicher wird und Laune macht die ganze EP nochmals durchlaufen zu lassen.

Cyrence Logo

Die Münchner Band „Cyrence“ zeigen mit ihrer ersten EP, dass sie wesentlich reifere Musik machen können als einige andere in dem Segment. Die Musik ist kein einfaches Geknüppel, sondern setzt sich vor allem aus intelligentem Songwriting und handwerklich guter Musik zusammen. Starker, melodiöser Thrash, dessen Hooklines noch nicht völlig ausgereift, die Ansätze dazu aber vorhanden sind. Die Riffs sind eingängig und die Stimme des Sängers erinnert mehr als nur flüchtig an einen jungen James Hetfield. Das, was Metallica nach ihren alten Alben verloren hat, ist offenbar in München wiederentdeckt und zu Metal erstklassiger Güte verarbeitet worden. „Cyrence“ erfinden den Thrash Metal natürlich nicht neu, aber das Album funktioniert gut so wie es ist und vermittelt ein qualitatives – leider recht kurzes – Hörerlebnis, das nicht nur Fans der Vorbilder aufhorchen lässt. Für ein Erstlings-Werk klingt alles schon bewundernswert ausgereift. Wenn die Jungs den Standard der EP halten und für spätere Alben sogar verbessern können, stehen ihnen alle Türen offen. Den Silberling kann man allen empfehlen, die gerne Old School Thrash Metal hören, sowie auf Melodien und Text mit Inhalt setzen.

Tracklist:

  1. A New Beginning…
  2. Dystopia
  3. This Life
  4. The Hospital
  5. I Won’t Fall
  6. You Kill Me
  7. Purity Control
Album Review: Cyrence - The Hospital
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Originalität8
Tempo9
Musikalische Fähigkeiten8.5
Gesang8.5
Songtexte8.5
Substanz8
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Album Review: Into Darkness – Larceny

Im vergangenen Jahr konnte „Larceny“ aus Süddeutschland ihr zehnjähriges Jubiläum feiern, aber aus den verschiedensten Gründen, u.a. auch Besetzungswechsel, wurden bislang erst zwei Alben veröffentlicht. Nun heisst es Ring frei für Runde drei. Genau zwei Jahre nach dem Album „My Fall“ stellen „Larceny“ einen Nachfolger vor. Da durch das Frontfrau Anna Rantou die Band verliess, erinnert der Sound nicht mehr so sehr an „Lacuna Coil“ und Cristina Scabbia, ist dadurch mehr Melodic Death Metal und in Sachen Härte ist der Pegel auch deutlich gestiegen. „Into Darkness“ auf Melodic Death Metal zu beschränken, wäre aber auch falsch, denn immer wieder versuchen sich die fünf Musiker an anderen Subgenres und präsentieren ihre Songs äusserst kontrastreich. Ausflüge in den Thrash gibt es genauso wie das gezielte Weglassen des Präfixes „Melodic“, wenn es um Death geht. Diesmal gibt es von den Baden-Württembergern voll eine auf die Zwölf.

Into Darkness - Larceny

Die Aufmachung des Albums als auch die ersten beiden Tracks lassen vermuten, dass „Larceny“ mit „Into Darkness“ ein so richtig düsteres Werk abliefern wollen. Für das dritte Album wurden aber auch vier Songs der vorherigen Alben noch einmal aufgenommen und allein schon anhand dieser Songs kann man deutlich die Weiterentwicklung erkennen, die „Larceny“ mittlerweile durchschritten haben. Schon dass nur mit Keyboard gespielte Intro klingt nach dem Aufbruch zu einem Marsch in die Dunkelheit. Mit „Detour To Hell“ gibt es direktes und heftiges Thrash-/Metalriffing und in „Afterlife“ hört man die Black-Metal-Einflüsse. Die meisten Melodic Death Metal-Bands, die ich kenne, arbeiten mit Growls und eventuell noch Clean Voice, aber Oliver Gaupp haut uns hier eher Screams und Shouts um die Ohren, was aber hervorragend funktioniert. Beim folgenden Titelstück „Into Darkness“ darf auch Conny Ott mit einem schönen Solo beweisen, dass ein Keyboard sehr wohl auch zu dieser Richtung passt.

Larceny

Ist man so weit gekommen, lockt einem die Hymne „No Surrender“ in den Wohnzimmer-Moshpit. Anschliessend wird das Tempo in „Limbus“ etwas gedrosselt und man kriegt für einmal einen deutschsprachigen Song zu hören. „Hold The Last Light“ ist dann wieder in Highspeed gehalten, mit immer wieder eingestreuten sehr ruhigen Parts, in der man Luft holen und die Nackenwirbel wieder einrenken kann. Warum man in der letzten Minute allerdings die Melodie nur von den Gitarren weiterführt, erschliesst sich mir leider nicht ganz. „I Will Rise“ stammt vom ersten Album „Larceny“, hier gibt es noch mal (oder wieder mal) Melodic Death Metal mit einer ordentlichen Prise Thrash Metal zu hören. Sehr gelungen finde ich „Gunpowder Night“, das, wie auch die beiden letzten Songs, vom Album „My Fall“ stammt. Noch relativ verhalten mit Klavier beginnend, verpasst das Schlagzeug diesem Track einen richtiggehend galoppierenden Rhythmus. „My Fall“ selbst wildert dann wieder im Highspeed und „End Of Lies“ könnte man fast mit „Hold The Last Light“ vergleichen. Auch hier feines Black Metal-Geschreddere mit ruhigen Parts.

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Larceny - Into Darkness [Melodic Death Metal]

Generell wirkt „Into Darkness“ angenehm modern und sauber produziert. Die Band macht auf diesem Album ihren Job gut und die Baden-Württemberger wagen damit auch gleich eine neue musikalische Ausrichtung. Die sehr harsche Vocalfraktion und der melodiöse Sound geht voll ins Ohr und das geht teilweise, eben durch die vielen dunklen Soundfragment tief unter die Haut. Hier und da blitzt der Sänger wie ein auflauerndes Biest hervor und das hat einfach etwas für sich. Im Grossen und Ganzen zeigen uns die Herrschaften eine Mischung, welche einfach gut ins Gehör geht und nicht einfach lieblos im Fährwasser des Melodic Death Metal mitschwimmt. Viele eigene Innovationen wurden ins Rennen geschickt und das Ausmass der Melange ist wirklich gut gelungen. Seit ihrem Debütwerk aus dem Jahr 2010 hat sich die Combo wahrlich gesteigert und es ist ihnen gelungen, ihre Roots beizubehalten, obwohl man etliches umschichten musste. Somit ist „Into Darkness“ nicht nur gereifter, nein auch die vollzogene Hinzunahme von härteren Parts steht der Truppe sehr gut zu Gesicht. Besonders schön als melodische Untermalung finde ich die Hinzugabe von kleineren, epischen Soundarrangements. Über die Hülle und Fülle im Melodic Death Metal lässt sich bekanntlich streiten, „Larceny“ vermögen hier aber sehr gut mitzumischen und bieten viele frische, schlagende Argumente und klingt nicht wie der x-te Klon irgendeiner grossen Band. Hörenswert!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Intro
  2. Detour To Hell
  3. Afterlife
  4. Into Darkness
  5. No Surrender
  6. Limbus
  7. Hold The Last Light
  8. I Will Rise
  9. Gunpowder Night
  10. My Fall
  11. End Of Lies
Album Review: Into Darkness - Larceny
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Originalität8.5
Tempo8.5
Musikalische Fähigkeiten8.5
Gesang9
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Album Review: Wasted Puppets – Puppet Show

Wasted Puppets“ bieten auf ihrem Debütalbum „Puppet Show“ ein ganz spezielles Puppentheater, dass von dem Rock der 70er und 80er geprägt ist. Das Quartett aus Rovaniemi in Lapland bietet auf dem gelungenen Silberling einfache Rockmusik, mit Akzenten von Blues und Hard Rock gewürzt. Die Band ist seit vielen Jahren aktiv u.a. mit Tourneen im nördlichen Finnland und Veröffentlichungen von ein paar EPs. Das vorliegende Album „Puppet Show“ bietet dem Hörer melodischen, eingängigen und groovigen Arctic Rock.

Wasted Puppets - Puppet Show

„Wasted Puppets“ wurde im Jahr 2011 in Lapland, genauer in Rovaniemi Finnland gegründet und begann als akustisches Duo mit Jani und Anssi. Schnell wuchsen sie zu einem Quartett heran, als der Schlagzeuger und der Bassist zu der Band dazukommen. Heute bestehen „Wasted Puppets“ aus Anssi Tuomikoski (Vocals), Jani Klemetti (Guitar), Samuli Visuri (Bass) und Mikko „Hyrski“ Hyyryläinen (Drums). Die Band ist für ihre harte Arbeit bekannt und einer der Höhepunkte ihrer Karriere war ein Warm-up-Gig für „Poison“ im Cafe Tivoli in der Heimat Rovaniemi.

Wasted Puppets

„Wasted Puppets“ spielen einfache Rockmusik, mit einer Schlagseite in den Blues. 70er und 80er Jahre Gitarren-Rock basierend auf Rock-Legenden wie Zeppelin, Hendrix, Lila, G’n’R, Kiss, Whitesnake und viele anderen, die nach ihnen kamen. Das ganze gehen sie mit einem gewissen Humor an, welcher so mancher Band gut zu Gesicht stehen wurde, welche sich viel zu Ernst nehmen. Der Humor spiegelt sich auch in ihren Texten wieder und die Auftritte der Band sind in Finnland legendär. Das Debütalbum „Puppet Show“ bietet Genre-Liebhaber ein ziemlich sicheres Erlebnis, sprüht zwar nicht vor Orginalität, macht aber einfach Spass, auch wenn doch noch die eine oder andere Schwäche, vorallem zum Beispiel bei den Balladen, auszumachen ist. Doch hört am besten gleich selbst rein:

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. My Sweetest Poison
  2. Lousianna’s Son
  3. Lovestruck
  4. Just Disappear
  5. Black Tar Medicine
  6. Brothers
  7. Your Mother Knew I Was Bad News
  8. Don’t Save Me
  9. Outlaw Story
Album Review: Wasted Puppets - Puppet Show
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Tempo7
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Album Review: Amanita Virosa – Asystole

Die finnische Band „Amanita Virosa“ nennt ihren Sound selbst „Hospital Metal“ und dieser glänzt mit Überschall-Gitarrenriffs begleitet von überwältigenden Drums und einem Gesang, der den Nagel auf den Kopf trifft. „Amanita Virosa“ spielen Metal in seiner reinsten Form. Stimmlich hervorragend, textlich auf hohem Niveau und die Musik ist einfach so geil, dass kein Nacken dabei ruhig bleiben kann und da schliesst sich wohl der Kreis zum „Hospital Metal“, denn mit dem Sound ist Headbanging angesagt bis der Arzt kommt!

Amanita Virosa - Asystole

„Amanita Virosa“ stammen aus Mikkeli, Finnland und wurden im Jahr 2008 gegründet. Über die Jahre hinweg reifte die Band zu ihrer heutigen Formation heran und besteht heute aus Jere Korpela (Vocals), Tore Pedersen (Guitar), Pekka Paalanen (Lead Guitar), Juho Oinonen (Bass), Toni Moilanen (Drums) und Cantor Satana (Keyboards), der als letztes zu der Truppe stiess. Am 12. Juni erscheint das Debüt-Album „Asystole“, welches aus neun Tracks besteht, die mit der nötigen Brutalität daher kommen und Geschichten von Hass und Trauer, seelischer Not, Verzweiflung und Überwindung, Verlieren und Gewinnen erzählen und so seine Hörer in den Bann zieht.

Wer sich nun gefragt hat, was denn „Hospital Metal“ ist, so kann man nach dem Hören dieser Scheibe sagen, dass es sich offenbar um eine Mischung aus Melodic Death Metal-Riffing, welches mit rasendem Tempo daherkommt, gepaart mit gemeinen Vocals, wie sie im Black Metal bekannt sind, kombiniert mit der majestätischen Atmosphäre des Power Metals, handelt. All dies ergibt eine interessante Mischung, die oft prima funktioniert, auch wenn es ab und zu Ausrutscher gibt die nicht ganz passen. Immer wieder kollidieren die Sound-Elemente, was meistens einfach passt, dennoch wird vom Hörer einiges abverlangt, wenn die fast schon romantisch klingenden Keyboards in Einklang mit den tödlichen Growls sich gegensätzlich zu den Erwartungen gar noch ergänzen. Auch an der Gitarre wird einiges geboten, da sollte man sich zum Beispiel das Solo im Song „Valuta Vereni Tähän Maahan“ unbedingt anhören!

Amanita Virosa

„Amanita Virosa“ verstehen ihr Handwerk und liefern mit „Asystole“ ein wirklich gelungene Debüt ab, mit starken Songs und einem guten Sinn für den eigenen musikalischen Stil. Im Grossen und Ganzen folgen die Songstrukturen einem bestimmten Schema und zeigen einen guten Sinn für den Songfluss, auch wenn der Ton einer bestimmten Melodie sich ab und zu ändert. „Asystole“ ist abenteuerlich, dramatisch, wütend und packt den Hörer von Anfang an und führt ihn stilistisch auf den Weg des „Hospital Metal“, wie man es auf diese Art und Weise noch nie vorher von einer Band gehört hat. Klar wird auch, dass jedes der sechs Mitglieder einen unterschiedlichen Geschmack hat, was sich auch in den Liedern widerspiegelt. 6 ways to feel, 6 ways to create, 6 ways to express. „Amanita Virosa“ haben mit ihrem Debüt „Asystole“ einen eigenwilligen Weg eingeschlagen und wer auf besondere, metaloide Klänge steht, sollte sich das Album unbedingt zulegen!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Vita a Mortam
  2. My Slightest Hope
  3. …Of Failing
  4. Valuta Vereni Tähän Maahan
  5. No Life King
  6. Dead Inside
  7. Mental Failure
  8. Suck the Poison
  9. Dead Body Love
Album Review: Amanita Virosa - Asystole
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Album Review: Nashville Pussy – Ten Years Of Pussy

Diejenigen unter euch, die bislang hinter dem Mond gelebt haben, bekommen mit „Ten Years Of Pussy“ eine wichtige Schulung zum Thema Rockmusik und zur Geschichte einer der stärksten Bands, die es in diesem Genre je gegeben hat: „Nashville Pussy“. Dieses 22 Songs umfassende Ungetüm verbindet die besten Studioaufnahmen der letzten Dekade mit einer Live-Bonus-EP, aufgenommen 2009 bei einer fesselnden Show in Nottingham. Aber man sollte alle vorwarnen, denn „Ten Years Of Pussy“ ist die ultimative Rock’n’Roll-Party-Scheibe! Kaum hat man diese CD in den Player geschoben, beginnt man entweder zu tanzen, zu prügeln oder – ähem – zu f*****. Möglicherweise sogar alles zur gleichen Zeit.

Album Review: Nashville Pussy - Ten Years Of Pussy

„Falls es im Vorprogramm von Motörhead jemals eine noch bessere Band gegeben haben sollte, so habe zumindest ich davon nichts mitbekommen!“ so Lemmy, als er auf „Nashville Pussy“ angesprochen wurde. Man könnte jetzt versucht sein, dieses Zitat als Einzelfall zu werten. Denn was könnte man Gottes Wort hinzufügen? Und wäre das nicht ohnehin eine Sünde? Und während man noch über dieses Dilemma grübelt, kommt hier bereits das nächste Zitat, das man ebenfalls unbedingt auf der Zunge zergehen lassen sollte: „Nashville Pussy zu erleben ist nahezu das gleiche Abenteuer, wie AC/DC in den Siebzigern gesehen zu haben“, stammt von Joe Bonomo aus „The Story Of The Album Highway To Hell“.

Nashville Pussy

„Nashville Pussy“ sind eine Band aus Atlanta, tief im Herzen der „BBQ Nation“ und klingen so, als ob sich AC/DC und Lynyrd Skynyrd prügeln, während Motörhead interessiert zuschauen. Gegründet wurde die Band 1997 von den Eheleuten Blaine Cartwright und Ruyter Suys, entstanden aus der Asche von Blaines vorheriger Band „Nine Pound Hammer“. Blaine traf Ruyter und die Originalbassistin Corey Parks bei Gigs von Nine Pound Hammer. Seither hat die Band mehr als 1000 Konzerte in 40 verschiedenen Ländern gespielt, wurde für einen Grammy nominiert und tourte mit Motörhead, ZZ Top, Lynyrd Skynyrd, Slayer und einer Reihe weiterer Rock’n’Roll-Helden, die prompt zu Fans wurden. Ruyter bekam zudem eine Auszeichnung als beste Rockmusikerin aller Zeiten. Die Band hat zahlreiche Label, Trends und Bassisten überdauert. Immer wenn man sie bereits abgeschrieben hatte, feierten „Nashville Pussy“ eine glanzvolle Auferstehung, die sogar Jesus wie einen Amateur aussehen lassen würde.

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Nashville Pussy - Go Motherfucker Go, Viper Room, Los Angeles, 02.01.13, (HD)

Die Besetzung besteht aus Blaine Cartwright an Leadgesang und Rhythmusgitarre. Sein gewohnt überzeugendes Songwriting, vor allem seine irrsinnigen Texte haben seinen Ruf vom „dementen Cow-Punk-Genie“ zum „Man in Black of Rock’n’Roll“ anwachsen lassen. Ausserdem verfügt er über das beste Gebrüll der Rockmusik. Ruyter Suys ist die Leadgitarristin und der musikalische Star der Band. Sie steht an der Spitze jeder Auflistung weiblicher Musiker. Ruyter wäre garantiert die Erste, die von AC/DC angerufen und um Hilfe gebeten würde, falls sich Angus ein Bein bricht. Ihre Bühneneskapaden sind legendär und ihr Spiel ist unvergesslich. Schlagzeuger Jeremy „Remo“ Thompson ist ein „texanisch-menschliches Metronom“. Er hat auf allen wichtigen CDs der Gruppe getrommelt, sein Einfluss ist wichtiger Bestandteil der einzigartigen Bandformel. Bonnie Buitrag heisst die wunderbare neue heisse Bassistin. Ihre überragende Musikalität und ihre dynamische Energie auf der Bühne haben ihren Bandkollegen mächtig Feuer unterm Allerwertesten gemacht und sie gezwungen, eine noch perfektere Combo zu werden. Ebenfalls auf dieser CD zu hören ist die verruchte frühere Bassistin Karen Cuda, die Tochter eines Priesters aus Denver, Colorado.

Nashville Pussy

Die 16 Studiotracks auf „Ten Years Of Pussy“ stammen allesamt von den drei SPV-Veröffentlichungen der Band. Die neueste davon, „Up the Dosage“ von 2014, wurde als Nashville Pussy’s Back in Black bezeichnet. „From Hell to Texas“ aus dem Jahr 2009 wurde in Willie Nelsons Studio in Texas aufgenommen und umfasst das stärkste Songwriting der Band. „Get Some“ von 2005 wiederum war die erste SPV-Veröffentlichung sowie die erste Zusammenarbeit mit Daniel Rey und besitzt mehr Hooks als ein Hillbilly-Angelkoffer. Und dann natürlich noch die Bonus-Live-CD, inklusive einer ultimativen Version von „Nutbush City Limits“ mit Gastgitarrist Ron Heathman von The Supersuckers. So und jetzt genug der Geschichte, wer noch mehr Geschichtliches erfahren möchte, findet dies auf Wikipedia. Jetzt einfach „Ten Years Of Pussy“ in den Player geschoben und die jüngere Vergangenheit der Band abgefeiert, um gleichzeitig mit ihr freudig in die nahe Zukunft zu rocken! Kein Zweifel: Da sollte man unbedingt dabei sein!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

CD 1 – Best of

  1. Come On Come On
  2. Rub It To Death
  3. I’m So High (mit Danko Jones)
  4. Going Down Swinging
  5. Before The Drugs Wear Off
  6. Hate And Whisky
  7. The South`s Too Fat To Rise Again
  8. Pussy Time
  9. Til The Meat Falls Of The Bone
  10. Pillbilly
  11. Why Why Why
  12. Up The Dosage
  13. Lazy Jesus (mit Lemmy)
  14. Ain’t Your Business
  15. Good Night For A Heart Attack
  16. Stone Cold Down

CD 2 – Bonus “Live in Nottingham” CD

  1. One Way Down
  2. Nutbush City Limits (mit Ron Heathman)
  3. Struttin’ Cock
  4. Late Great USA
  5. Go Motherfucker Go
  6. You’re Goin‘ Down
Album Review: Nashville Pussy - Ten Years Of Pussy
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Originalität9
Tempo8.5
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8.4
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Album Review: Full Devil Jacket – Valley of Bones

Totgesagte leben länger. So scheint es zumindest der Fall zu sein bei „Full Devil Jacket„. Nachdem die Amerikaner doch Anfang 2000 auf diversen grossen Festivals spielten und Touren mit Grössen wie „Nickelback“, „Creed“, „Slayer“ und „Slipknot“ veranstalteten, stand die Band kurz vor dem grossen Durchbruch. Doch der Drogenabsturz von Sänger Josh Brown und der Krebstod von Gitarrist Michael Reaves versetzten der Band herbe Schläge und führten zu einem jahrelangen Verschwinden. Jetzt sind Brown und Kollegen wieder zurück, Schlagzeuger Keith Foster aus der Urformation, Bassist Moos Douglass und Gitarrist Paul Varnick vervollständigen das Lineup und an Energie fehlt es der Truppe nicht. Josh Brown und seine Kollegen halten sich nicht mit Kinkerlitzchen auf sondern starten gleich durch.

Album Review: Full Devil Jacket - Valley of Bones

Einst lebten „Full Devil Jacket“ wie im Paradies, bis daraus ein Albtraum wurde. In ihren Anfangstagen tourte die Band mit Giganten wie Nickelback und Creed, mit Slipknot und Slayer, sie gehörte zum Billing des Woodstock 99-Festivals, hatten einen Videoclip auf MTV-Rotation und erfolgreiche Singles in den Hard Rock-Charts. Kurz um „Full Devil Jacket“ standen an der Schwelle zum Universum internationaler Rockeliten. Dann nahm Leadsänger Josh Brown eine Überdosis Heroin und wäre fast gestorben. Dies ist mehr als zehn Jahre her, nun veröffentlichen im Mai 2015 „Full Devil Jacket“ ihr zweites Album „Valley Of Bones“, das von Justin Rimer (12 Stones) produziert wurde. Um „Full Devil Jacket“ musikalisch zu definieren muss man die geradlinigen Grooves und packenden Hooks ihres kraftstrotzenden Hard Rocks erwähnen und ihre Songs all jenen wärmstens ans Herz legen, die auf Bands wie „Alice In Chains“, „Pantera“, „White Zombie“ oder „Korn“ stehen.

Full Devil Jacket

Auf auf „Valley Of Bones“ findet man wahre Geschichten, starke Statements und brutal-ehrliche Beobachtungen vom Leben, von Glauben, Familie und globalen Machtstrukturen. Frontmann Josh Brown kommentiert wichtige und zeitlose Fragen zum Zustand unserer Welt aus seiner ganz persönlichen Perspektive und mit all seiner Erfahrung. „Wenn wir Songs schreiben müssen sie absolut authentisch sein“, erklärt er, „denn ich kann nur über etwas singen, woran ich glaube. Bei heutigen Rock’n’Roll-Bands hört man zwar die gleichen Texte wie bei den Vorbildern meiner Jugend, aber ich kann keine echte Überzeugung darin entdecken. Alle Themen dagegen, die ich anfasse, habe ich selbst er- und gelebt.“ Mit Browns Heroin-Überdosis endete 2002 abrupt der Bilderbuchstart einer Rockgruppe, die Hitsingles wie „Where Did You Go?“ and „Now You Know“ platzieren konnte. Nach einer langen Phase der Rekonvaleszenz kehrte der genesene Brown als Sänger/Songschreiber der Band „Day Of Fire“ ins Scheinwerferlicht zurück. Das Debütalbum der Gruppe wurde für einen Grammy nominiert und gewann 2005 den Preis „Album Of The Year“ des GMA Dove Awards, bei dem „Day Of Fire“ auch in den Sparten „New Artist Of The Year“ und „Rock Song Of The Year“ nominiert waren. Nach insgesamt drei erfolgreichen Scheiben zogen sich „Day Of Fire“ im Jahr 2010 für unbestimmte Zeit aus der Öffentlichkeit zurück.

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Full Devil Jacket - Valley of Bones

Somit war der Weg frei für eine Rückkehr von „Full Devil Jacket“. Die erste Reunion diente dazu, um Geld für Gitarrist Michael Reaves zu sammeln, der an Krebs erkrankt war. Als Reaves dennoch starb entschieden Brown und Schlagzeuger Keith Foster, die Band in Gedenken an ihren verstorbenen Freund wieder zu formieren. „Mike war der Grund, weshalb ich heute Musik mache“, sagt Brown, „er hat mich aufgebaut, er kannte alle Spielregeln. Als wir nach sechs Jahren Pause zum ersten Mal auf die Bühne zurückkehrten, um für ihn Geld zu sammeln, spürte man wieder den Funken überspringen.“ Dieser glüht auch in Shredding-Gitarrist Paul Varnick und Bassist Moose Douglass, die zur 2015er Besetzung der Gruppe zählen. „Full Devil Jacket“ sind also zurück. Und sie präsentieren sich stärker als jemals zuvor. Mit „Valley Of Bones“ kommt ein Album in den Handel, das gleichermassen die Coolness von Down, die mächtig-dunklen Melodien von Alice In Chains und die Modern-Rock-Attitüde von Stone Sour in sich vereinigt.

Full Devil Jacket

Was das Album sicherlich auszeichnet ist die Variabilität, die Dynamik der Tracks. Da gibt es wie gesagt das Metal-Stück mit Hardcore-Inlet ebenso wie die Rockballade, die fadengerade Rocknummer oder den Midtempo-Burner. Insgesamt dreiviertel Stunden solider und spielfreudiger Rock! Josh Brown klingt ein wenig wie der Kanadier Chad Kroeger, nur spielt seine Truppe den Sound, den Nickelback machen müssten, damit ich die Band auch heute noch hören könnte, den Balladen können nämlich auch wie „Paper Crown“ klingen. Doch gibt es auf dem Album noch einige gute Tracks mehr. Der Song „Picturebox Voodoo“ rechnet scharfzüngig mit Mainstream-Medien und der heutigen Popkultur ab, während sich „Seven Times Down“ als aggressives Riff-Monster erweist und „Paper Crown“ all jene entlarvt, hinter deren offen zur Schau gestellter Grossmäuligkeit sich in Wirklichkeit Minderwertigkeitskomplexe verstecken. Auch den Titeltrack „Valley Of Bones“ sollte man sich zu Gemüte führen oder auch die zwei Balladen „The Moment“ und „August“. Ebenso hebt sich „7xDown“ etwas hervor, genau so wie „Blood of the Innocent“, was mein ganz persönlicher Favorit ist.

Full Devil Jacket

„Valley of Bones“ ist ein echt gelungenes Comeback. „Full Devil Jacket“ machen das, was sie schon vor 15 Jahren verdammt gut konnten: Harten, facettenreichen Rock. Oft klingt „Valley Of Bones“ wie eine Zeitreise, doch es ist in keiner Weise überholt oder langweilig. Grade der Mix aus harten Rocknummern und doch eher ruhigeren Tönen wie im Song „What If I Say“ machen intensive und energiegeladene Album aus. Es legt Zeugnis ab von einer Band, welche sich nach einem fulminanten Start, einem desaströsen Absturz und Schickalsschlägen wieder aufrappelt und mit noch mehr Energie und Power zurückmeldet. Wenn „Full Devil Jacket“ live nur halb soviel bieten wie auf dieser Scheibe, dann gute Nacht. Bühnen dieser Welt, seit gewarnt! „Valley Of Bones“ von „Full Devil Jacket“ ist ein überraschendes sowie gelungenes Comeback, ein so richtig gutes. Hoffen wir, dass wir nun keine 15 Jahre mehr auf das nächste Album warten müssen.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist

  1. Killers
  2. Valley of Bones
  3. 7X Down
  4. The Moment
  5. We Got The Love
  6. What If I Say
  7. Blood of the Innocent
  8. Picturebox Voodoo
  9. Paper Crown
  10. August
  11. Time in The Flames
Album Review: Full Devil Jacket - Valley of Bones
8.1 Total
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Originalität7.5
Tempo7.5
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8
Songtexte9
Substanz7.5
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