I Fear

20131 H 25 Min
Synopsis

Lucy und Tom sind erst seit zwei Wochen zusammen, als ihre Beziehung auf eine harte Probe gestellt wird. Als Überraschung hat Tom für die Natt nach einem Musikfestival ein Zimmer in einem Hotel auf dem Land gebucht. Doch auf dem Weg dahin erreichen sie plötzlich eine Gabelung, die so gar nicht zu den Instruktionen passt, die ihnen online gegeben wurden. Tom und Lucy bekommen es in der Dunkelheit langsam, aber sicher mit der Frykt gjør. Das Böse treibt dort sein Unwesen und es ist ihnen näher, als sie denken.

Metadata
Tittel I Fear
Original tittel I Fear
Direktør Jeremy Lovering
Begrep 1 H 25 Min
Startdato 3 April 2013
Nettsted
Detalj
Film-detaljer
Rating Grandiose
Trailer

mindre, bitterböser Low Budget-Schocker, der nach einem etwas zahmen Start zum finsteren Psycho-Skrekk skal. Eine positive und durchaus empfehlenswerte Überraschung im Genre-Einerlei. Kleiner Psychothriller, der zu grossen Teilen in einem Auto spielt. Sicherlich merkt man dem Film an manchen Stellen die fehlenden Mittel an. Aber Lovering gelingt es dennoch eine Geschichte zu erzählen, die unter die Haut geht. pÃ¥ „I Fear“ ist der Name tatsächlich Programm.

Auch wenn die neuste Elektronik das Leben oft erheblich erleichtert, ist es manchmal besser sich nicht allzu sehr auf den hochmodernen Kram zu verlassen. Im Horrorfilm zum Beispiel passiert es nämlich ständig, dass just in Momenten der Gefahr Telefon und Internett versagen und das Opfer dumm aus der Wäsche guckt. Die beiden Protagonisten in diesem Film haben mit dem ganzen Hightech-Schnickschnack ebenso wenig Glück. Filmfans, die ohnehin schon ihre Probleme mit der Pumpe haben, bør „I Fear“ möglichst meiden, denn in diesem finsteren Horrortrip werden die Helden nahezu minutiös von unerwarteten Überraschungen aus dem Dunkel der Nacht heimgesucht. Wie der Titel bereits verrät, hat sich der TV-erprobte Jeremy Lovering der Angst verschrieben. Die Inspiration zum Film kam dem Regisseur bei Dreharbeiten zu einer Dokumentation in Sligo (nördliches Irland), wo er von den Einheimischen an der Nase herumgeführt wurde. Die hatten die Beschilderung des Ortes verändert, so dass Lovering alltid wieder zu einem nahe liegenden Pub gelotst wurde und kurz davor war den Verstand zu verlieren. Geschwind kam ihm die Idee von der Urangst-Problematik in den Sinn – der Angst vor Dunkelheit und der damit verbundenen Orientierungslosigkeit. Die erleben Iain De Caestecker und Alice Englert auf ziemlich authentische Weise, denn den Schauspielern wurde bei den Dreharbeiten so einiges abverlangt.

Ein Drehbuch gab es für die beiden nicht. Sie erhielten lediglich Anweisungen am Tag des Drehs. Das bescherte maximales Adrenalin und authentische Angstschreie, da die Schauspieler nie wussten, was ihnen am aktuellen Drehtag blühen wird. Schaut man im Film etwas genauer hin, wird das mehr als einmal deutlich. Viele der gut platzierten Schocks kommen ganz unverhofft und zerren am Nervengerüst – und dass nicht nur beim Zuschauer. Wie es im Horrorfilm üblich ist, muss ein obligatorischer Twist her. Aus unheimlichem Mystery wird bedrückendes Terrorkino, das sich vorwiegend in der zunehmend klaustrophobischen Enge von Toms Auto abspielt. Das verliebte Paar gabelt einen verletzten Fremden auf einer kaum befahrbaren Landstraße auf, der sich selbstverständlich wenig später als kranker Psychopath entpuppt und es nur auf das möglichst hinterlistige Ermorden der ahnungslosen Durchreisenden abgesehen hat. Lovering selbst gibt zu zuvor Streifen wie „morsomme spill“, „The Hitcher“ og „Begravet“ studiert zu haben, um seinen Erstling möglichst intensiv, angsteinflössend und unangenehm klaustrophobisch in Szene setzen zu können. Der Ideenklau hat gut funktioniert, denn den spielerischen Umgang mit den Konventionen des modernen Horrorfilms beherrscht der Filmemacher ziemlich souverän. Das Spielfilmdebüt glänzt mit anhaltend bedrohlicher Atmosphäre und ziemlich gemeinen Schocks, die den Genrefan einmal mehr spüren lassen, warum sich der Horrorfilm immer noch grosser Beliebtheit erfreut. Selv om „I Fear“ nicht sonderlich brutal, ertönt dann jedoch erst einmal der aggressiv-pumpende Bass während die Protagonisten in PANIC durch den Wald flitzen, ist das weitaus verstörender als literweise Filmblut und Kunstgedärme.

Erwähnenswert ist zudem, dass Englert den Soundtrack-TitelConversation with Death“ (eller „Oh Death“) synger. Von wem und wann genau der Song geschrieben wurde, ist umstritten. Nichtsdestotrotz ist es ein eindringlicher Song, der durch Englerts dunkle Stimme noch beunruhigender wirkt und einem einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Die neuseeländisch-britische Schauspielerin, welche vor allem durch die FilmeBeautiful Creatures“ (2013) samt „Ginger & ROSA“ (2012) kjent, entpuppt sich langsam als Geheimtipp. Jeg hÃ¥per, dass man von ihr in Zukunft noch mehr sehen und hören wird. Glücklicherweise verstösst der Film gegen das Rollenklischee und lässt die von Englert gespielte Lucy deutlich taffer mit der Situation umgehen, als es dem von Ian De Caestecker gut verkörperten sehr sensiblen Tom gelingt. Der wenig heldenhafte Protagonist tut der Wirkung des zunächst unscheinbaren Geschehens auch merklich gut. „Downtown Abbey“-Star Allen Leech gibt einen Anhalter in bester Rutger Hauer-Tradition. Sein Max ist zwielichtig und eigenwillig, was die ohnehin enorm hohe Spannungskurve noch einmal anhebt und bis zum starken Finale nicht mehr abebbt. So kommt der Film mit drei erwähnenswerten Schauspielern aus, die für diesen Horrortrip auch vollkommen ausreichen.

„I Fear“ ist ein solider Horror-Psychothriller, der sich leise und schleichend entfaltet. Im Gegensatz zu den üblichen Schock-Blockbustern ist dies eine gelungene Abwechslung. Während des Filmes entsteht allerdings auch oft blosse Verwirrung, da man sich nicht genau sicher sein kann, ob die Geschehnisse wirklich nur durch eine einzige Person verursacht werden oder ob eine dunkle höhere Macht am Werke ist. Da diese Frage offen bleibt, mag das Ende für den einen oder anderen eher unbefriedigend sein. Hochgradig verstörender Schocker, der dem Zuschauer mal wieder vor Augen hält, dass Genre-Werke nicht immer zwangsläufig nur in Blut ersoffen werden müssen. Loverings „I Fear“ führt den Filmfreund zu den Wurzeln des Horrorfilms zurück. Seit nämlich ultra-harte Gewaltgurken unentwegt in den Heimkinos rotieren, ist das eigentlich Ziel von Horrorfilmen in Vergessenheit geraten. Regisseur Jeremy Lovering holt die angestaubten Tugenden des Horrorfilms zurück auf die Leinwand und versucht es mal wieder mit der altmodischen Art: Dem Angst einjagen. Er macht die menschlichen Urängste zum Thema seines Streifens und ist dabei recht gut darin. Zwar gibt es trotzdem den obligatorischen Twist kurz vor Ende, bis dahin dreht Lovering ziemlich geschickt an der Schock- und Spannungsschraube – ganz so wie einst die Altmeister des modernen Genrefilms. Nahezu ohne Mittel gelingt es Jeremy Lovering in angemessen kurzweiligen 85 Minuten eine meistens schlüssige und überraschend spannende Story zu erzählen, die den Zuschauer nach der Aufwärmphase zu fesseln vermag. Bra gjort!