Batman v Superman: Dawn of Justice

20162 h 33 min
Kurzinhalt

Zwei Wesen des zerstörten Planeten Krypton brachten im Finale von „Man Of Steel“ Zerstörung auf die Erde: Die Kontrahenten Superman und General Zod. Der böse Zod wurde geschlagen und der Mann aus Stahl wird fortan entweder als Gott verehrt oder – ob seiner Macht – als Bedrohung für die Menschheit verdammt. Ein gewichtiger Wortführer im globalen Shitstorm gegen Superman ist Bruce Wayne alias Batman. Der sorgt – moralisch unterstützt von Butler Alfred – für Ordnung in Gotham City und ist von den tödlichen Auswirkungen des Gigantenkampfes in der Nachbarstadt Metropolis auch persönlich betroffen. Er stellt sich gegen seinen rot bemäntelten Kollegen, verbal und mit Körpereinsatz. Doch während Batman und Superman kämpfen, taucht eine neue Bedrohung auf, die beide zusammenschweißen könnte und an der das junge Unternehmer-Genie Lex Luthor alles andere als unschuldig ist. Zeit, dass sich die Mitglieder der Heldengruppe Justice League formieren…

Metadaten
Titel Batman v Superman: Dawn of Justice
Original Titel Batman v Superman: Dawn of Justice
Regisseur Zack Snyder
Laufzeit 2 h 33 min
Starttermin 23 März 2016
Website
Detail
Film-Details
Bewertung Schlecht
Schauspieler
Mit: Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Jesse Eisenberg, Diane Lane, Laurence Fishburne, Jeremy Irons, Holly Hunter
Trailer

Das historische Aufeinandertreffen der beiden Comic-Helden ist ein freudloses Spektakel versäumter Chancen. „Batman v Superman“ ist so dünn, dass ich mich nur daran erinnern kann ihn gesehen zu haben, weil ich gerade dieses Review schreibe. Entschuldigt. Ich muss in den zweieinhalb Stunden eingeschlafen sein – und dass muss daran liegen, dass selbst nach einer Stunde die Geschichte einfach nicht vom Fleck kommt. Der Film kommt ohne Geschmack, ohne Farbe (und das liegt nicht nur an dem beschissenen Filter), so egal, so harmlos und versucht dabei so dermassen relevant und voller Action zu sein, dass man sich am Ende schon fast schämen müsste, nicht so zu empfinden, wenn der Film einem vorher nicht schon alle Gefühle betäubt hätte.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Als bekannt wurde, dass Ben Affleck in dem Film den Batman geben wird, musste ich nur müde Lächeln, doch lasst euch gleich an dieser Stelle eines gesagt sein Freunde: Afflecks Batman ist mindestens so unterhaltsam anzuschauen wie zuvor Christian Bales endlos dahinröchelnder Abschied von der Rolle. Ohnehin ist das gesamte Unterfangen „Batman v Superman“ passabler geraten als die Vorläufer – Christopher Nolans bleischwere Fledermausoper „The Dark Night Rises“ oder Zack Snyders eigener, eklatant inspirationsfreier „Man of Steel“. Was, zugegeben, erst mal nicht viel heissen will. Aber immerhin versucht sich der Film zu Höherem aufzuschwingen, nachdem er zunächst schnell die vertraute Herkunft von Bruce Wayne abgehakt hat. Aber natürlich geht es um noch viel mehr beim Aufeinandertreffen der populärsten Helden des DC-Universums. Schliesslich will man es endlich der Konkurrenz von Marvel gleichtun, die ihre Figuren in immer neuen Konstellationen auf der Leinwand zusammenführt. Die DC-Stars hingegen waren im Kino bislang Einzelkämpfer, doch nun soll unter der Regie von Zack Snyder gelingen, was in den Heftreihen schon jahrzehntelang Superheldenalltag ist.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Wer gesehen hat, wie klug und spannend „Captain America: Winter Soldier“, vielleicht der derzeitige Goldstandard der Comic-Adaptionen, eine wirklich politische Dimension ins Handeln seiner Helden gebracht hat, trauert umso mehr um die hier vergebenen Chancen. Gleiches gilt für die Regie von Zack Snyder, der immer noch nicht zu szenischem Erzählen fähig ist, sondern lediglich eine pompöse Exposition an die nächste reiht. Wenn es besonders gewichtig daherkommen soll, gerne in Zeitlupe, weshalb „Batman V Superman“ über weite Strecken wie eine Kette von Trailern für Filme wirkt, die man nicht zu sehen bekommt. Dazu passt, dass Snyder letztlich überflüssige Traumsequenzen seiner Protagonisten in epischer Breite ausmalt, für das eigentlich interessante, persönliche Drama zwischen ihnen jedoch keine Bilder findet. So hängen die Darsteller zumeist (durchaus wörtlich gemeint) in der Luft und müssen schrecklich papierne Sätze deklamieren. Dabei kann man ihnen nicht mangelndes Bemühen vorwerfen, Ben Affleck gibt dem Dark Knight eine ansprechende Gestalt, und Henry Cavill macht das Bestmögliche aus Snyders fehlgeleiteter Interpretation des Superman-Mythos.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Die aufgesetzte Grimmigkeit von „Batman v Superman“ nervt ebenfalls gewaltig und gleitet nicht selten ins Lächerliche ab: Selbst die Stirn des neuen Batman-Anzugs liegt da schon prophylaktisch in Sorgenfalten. Zwanghafte Humorfreiheit mit Ernsthaftigkeit zu verwechseln, ist folglich das tragische Missverständnis dieses Films, doch wenigstens ein bereits vorab angekündigter Gastauftritt macht Hoffnung auf eine bessere Zukunft in DCs Filmuniversum: Diana Prince alias Wonder Woman, souverän verkörpert von der israelischen Schauspielerin Gal Gadot, ist trotz weniger Leinwandminuten ein Lichtblick unter lauter düster vor sich hin brütenden Männern mit Mutterkomplex. Mit einem Look, der an True-Metal-Plattencover und Motorhauben mit Airbrush-Motiv erinnert, hat sie Spass am Superheldindasein. Der fehlt sonst in einem Film, der zwar weit mehr als einen Mann mit Cape aufbietet – aber dennoch nicht zu den Guten gehört.