Über 20 Jahre ist es her, seit „Machine Head“ an der Seite von „Slayer“ erstmals im Z7 auftraten. Unter dem Motto „An Evening with Machine Head“ feierten die Bay-Area-Metal-Titanen am 5. Oktober in Pratteln ihr Band-Jubiläum. Was in den US&A bereits mehr als erfolgreich lief, brachte die Band nun auch auf den alten Kontinent – ohne Supportbands, dafür mit einer ausgedehnten, Karriere umfassenden Setlist. Wie Frontmann Robb Flynn auf der Bühne verkündete, nahmen sie bewusst keine Vorband mit und was die Fans geboten bekamen war Metal allererster Sahne, denn die Jungs aus Oakland liessen es über zwei Stunden so richtig krachen und das altehrwürdige Z7 bis in die Grundmauern beben! Je verrückter die Crowd, desto länger der Evening! Rob Flynn dazu: „Wir hätten die ganze Nacht durchspielen können, so verrückt war die Menge!“

An Epic Night with Machine Fucking Head!

Im November 1994 traten Machine Head an der Seite von Slayer erstmals im Z7 auf, was etwa gleichbedeutend war mit dem ersten Metalkonzert überhaupt in den heiligen Wänden der Konzertfabrik! Seither hat die 1991 gegründete Band aus dem kalifornischen Oakland so manche Veränderung erfahren, ohne dabei jedoch an Qualität einzubüssen, im Gegenteil, je länger es die Band gibt, umso besser wird sie! Frontmann Robert Flynn und seiner Truppe ist es gelungen, ihrer Linie treu zu bleiben und den bandeigenen Musikstil mit Einflüssen aus Thrash- und Groove-Metal stets weiterzuentwickeln und zu perfektionieren! Im November 2014 präsentierten Machine Head ihr achtes Studioalbum „Bloodstone & Diamonds“ im Zürcher Komplex 457 ihren Schweizer Fans. Nicht einmal ein Jahr später sind sie zurück und übertreffen die grandiose Show vom Vorjahr noch! Im Rahmen ihrer „An Evening with“-Tour verzichten die Amerikaner vollständig auf Supporting Acts. Stattdessen kamen ihre hartgesottenen Fans am 5. Oktober 2015 im ausverkauften Z7 in den Genuss eines umfangreichen, auf alle Epochen ausgedehntes Set, dass absolut keinen Wunsch offen liess!

An Epic Night with Machine Fucking Head!

Vor ein paar Jahren schrieb der „Guardian“, dass Machine Head Mainstream-Metal sei, doch ausgelöst hat den Begriff wohl weniger die musikalische Ausrichtung der Band als – ganz basal – die Anzahl Fans und verkaufter Alben. Stilistisch waren Machine Head nie experimentierfreudiger, abwechslungsreicher und – man beachte den dramatischen Aufbau der neuen Stücke – ehrgeiziger. Das Konzert war wie eine Zeitreise durch die dunklen Höhlen des MH-Repertoires. Natürlich fanden alte Klassiker wie „Beautiful Mourning“, „Davidian“, „Old“, „Ten Ton Hammer“ oder „Aesthetics of Hate“ ihren Platz, sowie auch Songs ihres aktuellen Album „Bloodstone & Diamonds“ oder aus dem absoluten Hammer-Albums „Locust“. Neue Songs wie „Now We Die“, „Killers And Kings“, „Game Over“ oder „Darkness Within“ schienen auch bei alteingesessenen Fans auf grosse Begeisterung zu stossen. Verständlich, wie ich finde, denn diese Band kriegt etwas zustande, was nur sehr wenigen gelingt: Sie werden mit jedem Album besser!

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Machine Head - Live @ Ray Just Arena, Moscow 01.09.2015 (Full Show)

Machine Head sind ja ohnehin dafür bekannt, lange Sets für ihre Fans zu spielen – mit Betonung auf „für ihre Fans“. Flynn und Co. haben offensichtlich die Schnauze voll davon, vor „Fremdpublikum“ zu spielen: „Wir werden nicht länger versuchen, eine gute Zeit mit Leuten zu haben, die nicht wissen, wer wir sind. Wenn Machine Head eine Party schmeissen, wollen wie dort keine „Fremden“ haben. Hier geht es um uns und um euch da draussen, die Die-Hard-Fans, die Verrückten, die verdammten „Unerwünschten“! Die anderen interessieren uns nicht. Wir sind hier und gehen nicht weg. Wer daran teilhaben will, weiss, wo er uns finden kann. Vorerst, oder vielleicht sogar für immer, haben wir damit abgeschlossen, diese anderen Leute erreichen zu wollen“, heisst es weiter in einem epischen Facebook-Post der Band. Wer Machine Head kennt, weiss genau, was eine Live-Show à la Machine Head heisst: KILLER!!! Unzählige „Headbang Motherfucker“, verzerrte Gitarrenklänge ohne Ende, ein Robb Flynn in Ekstase und eine gnadenlose Wand aus bestem Metal lassen keinen Nacken ruhen. Bei der Einführung von „Darkness Within“ sprach der unverwüstliche Mr. Flynn davon, was Musik ihm bedeutet. Wie viel Macht die Musik auf ihn hat und davon, dass er sich, vor allem in jüngeren Jahren, oft von der Musik seiner Idole verstanden fühlte. Solche Momente an Konzerten wie diesem seien sein Lebenselixier und der Grund, warum er jeden Tag aufstehe. Die Musik schaffe es, jede einzelne Zelle mit Leidenschaft zu füllen, und erzähle viel mehr als 1000 leere Worte. Auch erinnerte sich Rob an das erste Konzert zusammen mit Slayer und wie er in der damals noch neuen Konzertfabrik Z7 in Pratteln auf Jeff Hanneman traf:

Slayer Jeff Hanneman Machine Head Robb Flynn

I can remember some good hangs with him though. The first was in Basel, Switzerland back in November, 1994 when Machine Head was main support to Slayer on the Divine Intervention tour. It was one of those shows were something so random happens it just never leaves you, in this case, the show was sponsored by Chesterfield cigarettes and every kid entering the show got 2 free packs of smokes. I’ve never seen so much smoke in a venue in my life. I remember walking onstage and yelling at our roadie/everything-guy Mike Scum, „Dude, turn off the fuckin‘ smoke machine“, he said „Yooooo, it’s not the smoke machine bro, it’s the cigarettes!“ It was damn near impossible to breath onstage. After the show we were hanging backstage and Jeff walked back, we started bitching about the crazy cigarette show, and he invited me back to the dressing room to grab a beer, we sat down and chatted for a while, and then I went all Slayer-nerd on him and started grilling him on what songs he wrote.

Me: „Who wrote Angel Of Death?“
Jeff: „I did“
Me: „Lyrics too?“
Jeff: „Yep“
Me: „Reign In Blood?“
Jeff: „Me“
Me: „Dead Skin Mask?“
Jeff: „Yep“
Me: „South Of Heaven?“
Jeff: „Me“
Me: „Black Magic?“
Jeff: „You know it“
Me: „Hell Awaits?“
Jeff: „Yep“

On and on it went, that man wrote both the music and lyrics to a large goddamn portion of my favorite Slayer songs. He was a huge influence on my songwriting growing up in particular with arrangements and the bold use of key changes. The one thing Slayer band always had over so many other bands is they were all over the guitar neck when it came to key changes. Leads would be in some of the most random keys ever, but somehow it made it all that much more frantic, and when the chorus kicked back in, Boom! Set up perfectly. He was one of the few metal heads I met who never really got into Pantera, he told me he „liked some stuff“, but thought they we’re „too bluesy at times“, and that he „liked more evil notes or sad riffs“

An Epic Night with Machine Fucking Head!

Neben solchen sympatischen Ansagen und Erinnerungen aus alten Tagen der Band zeigten Machine Head vom ersten Song an, dass sie die aktuellen Könige des Trash Metals sind. Seit nun 21 Jahre gibt es die Band schon, welche sich mit Hits wie „Imperium“, „Helo“ oder „Old“ in die Herzen der Fans gespielt haben. Und was die Metal-Titanen in einer fast zweieinhalbstündigen Show boten, war schlicht grossartig! Dass das keine leeren Worte sind, weiss jeder, welcher Machine Head schon einmal auf der Bühne erlebt hat. Besser, ehrlicher und kraftvoller gehts einfach nicht! Wie es sich gehört, wurde die Hymne „Halo“ für den Schluss aufgespart. Das gab dem feierwütigen Publikum noch einmal den Rest. Über 2 1/2 Stunden voller schädelspaltender Metal-Hymnen, Singalongs und atmosphärischen Stücken! Einfach genial! Einfach nur MACHINE *FUCKING* HEAD! Die Bay-Area-Metal-Titanen haben mit ihrer „An Evening with“-Tour etwas gewagt, wozu keine Band vor ihnen den Mut dazu hatte, sie spielten einen ganzen Abend lang völlig ohne Support. Die Bedenken des Managments, dass kein Mensch einen ganzen Abend lang einer einzigen Metal-Band zuhören möchte, konnte Machine Head locker zerstreuen.

An Epic Night with Machine Fucking Head!

Die Jungs stehen nicht zuletzt für Härte, Tempo, Groove, musikalische Kompromisslosigkeit mit zum Teil nahezu brutalen Sounds und vermögen genau damit locker einen ganzen Abend die Nacken der Fans zur Ekstase zu bringen – es hätte auch noch mehr als die 2 1/2 Stunden sein dürfen! Was den Fans um die Ohren geschmettert wurde war schlichtweg grandios und wird nicht so leicht zu toppen sein! Offenbar haben Rob und seine Mannen gefallen am Format „Ein Abend mit…“ gefunden und kehren daher Februar/März des kommenden Jahres zurück auf Europas Bühnen und wenn möglich werde ich mir diese absolut grossartige Show nochmals geben! „Wir sind echt begeistert davon, längere Sets zu spielen, ein paar tiefe Parts reinzuwerfen und alles zu unserer Welt zu machen“, erklärt Sänger Robb Flynn. Eine ganz schön coole Entscheidung – schliesslich kann eine Band wie Machine Head, die inzwischen Headliner-Status hat, auf Festivals mit vergleichsweise kurzen Auftritten ziemlich viel Geld verdienen. Stattdessen nun also Zweistunden-Konzerte für die Hardcore-Fans in eher überschaubaren Hallen? Respekt, Jungs! Und danke dafür! Ihr seit grossartig! Just two hours of Fucking Machine Head! Besser gehts nicht!

Setlist:

  1. Imperium
  2. Beautiful Mourning
  3. Now We Die
  4. Bite the Bullet
  5. Locust
  6. From This Day
  7. Ten Ton Hammer
  8. This Is the End
  9. In Comes the Flood
  10. The Blood, the Sweat, the Tears
  11. Crashing Around You
  12. Darkness Within
  13. Declaration
  14. Bulldozer
  15. Killers & Kings
  16. Davidian
  17. A Farewell to Arms (First time played live since 2010)
  18. Take Me Through the Fire
  19. Aesthetics of Hate
  20. Game Over
  21. Old
  22. Halo
An Epic Night with Machine Fucking Head!
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