Freunde, es ist wieder Zeit für Schmerz! Gary Meskil wird nicht müde und Pro-Pain rumpeln wieder durch die Boxen! Die New Yorker Hardcore Legende beschert uns mit „The Final Revolution“ einen kleinen und feinen Schritt „Back to the Roots“, ist doch das letzte Album etwas thrashig ausgefallen. Bandmaster, Sänger und Bassist Gary Meskil setzte sich allein daheim hin und komponierte mal eben alle Songs im Alleingang. Dabei wird alles aus selbst reflektierter Sicht auf- und verarbeitet, was man so tagtäglich erlebt. Heraus kam dabei Album Numero 14, ein wütendes groovendes Hardcore-Monster, welches die bekannten und markanten musikalischen Seiten der Band im besten Licht präsentiert.

Pro-Pain - The Final Revolution

Über das New Yorker Quartett Pro-Pain muss man nicht mehr viele erklärende Worte verlieren. Seit ihrem bahnbrechenden Debütalbum „Foul Taste Of Freedom“, das Anfang der Neunziger für diverse Preise nominiert wurde, hat sich die Band um Gary Meskil die Zuneigung und den Respekt unzähliger Fans in aller Welt erspielt und gilt heute zu Recht als wahre Hardcore Metal-Legende. Ihre sämtlichen Alben sind ein Ausbund an Intensität, Kompromisslosigkeit, Inspiration und Ehrlichkeit. Das Quartett klang auf den letzten beiden Alben immer etwas anders und probierte sich neu aus. Angefangen 2010 mit „Absolute Power“, auf dem man mit viel Melodie zu Werke ging und neue Akzente setzte in Richtung Metal. 2012 wurde dann auf „Straight To The Dome“ das Gaspedal wieder ordentlich durchgetreten und dem schnellen Hardcore und Thrash Tribut gezollt. Jetzt geht es wieder deutlich düsterer und klassischer zu Werke. Wegefallen sind die Keyboard-Füller und harmonischen Gesänge. Die gesamte Musik und sämtliche Texte hat Meskil bei sich zuhause in Sarasota (Florida) geschrieben und das hört man auch. Die zwölf Nummer des 14. Albums wurden im Little Creek Studio in Gelterkinden (Schweiz) durch Produzent V.O. Pulver (Gurd) aufgenommen, gemischt und gemastert.

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Auch wenn Meskil schon immer der Bandkopf war, so konnte er zeitweise sogar über ein recht stabiles Line-Up verfügen. Zumindest stand ihm jahrelang mit Gitarrist Tom Klimchuck ein weiteres Gründungsmitglied zur Seite, der ihn bis zuletzt auf dem permanent schwindelerregenden Besetzungskarussell begleitete. Dieser hatte bereits schon Jahre zuvor immer mal mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und musste endgültig das Handtuch schmeissen. So scharen sich nun eher weniger bekannte Musiker um Gary Meskil, die ihm wohl im Studio und hauptsächlich auf der Bühne unterstützen, seine neuen Songs darzubieten. So halten sich die Überraschungen allerdings auch ohne Co-Songwriter dankenswerterweise in Grenzen. Alles bewegt sich auf einem hohen Niveau und macht einfach nur Spass! Es gibt keinerlei Kompromisse und auch keine Spielereien, die einst mal zum Einsatz kamen, was einen Hit kaum ausfindig machen lässt. „Um die Dinge möglichst interessant zu gestalten habe ich mich entschieden, das Ruder fest in die Hand zu nehmen und sämtliche Songs in Eigenregie zu komponieren. Dies ist das erste Pro-Pain-Album seit den Neunzigern, auf dem ich alles alleine geschrieben habe.“ so Meskil. Die Produktion ist rau und direkt, die bisherigen Resonanzen darauf sind uneingeschränkt positiv. Meskil: „Das Album klingt extrem angefressen, also genau so, wie ein tolles Pro-Pain-Album klingen sollte. Auftrag ausgeführt!“

Pro-Pain

Die zwölf Songs bieten typische Pro-Pain Riffs und Beats, wobei letztere durch den fitten Drummer deutlich aufgepeppt werden. Früher benutzte der gute Meskil zu oft Kollege Drum-Computer. Doch auch die beiden Gitarristen dürfen sich austoben und glänzen mit gelegentlichen Leads und schönen Soli. Die Stücke sind meist im Midtempo angesiedelt, bis auf einige Uptempo-Ausbrecher und überschreiten selten die 3:00 Minuten und das ist gut so, denn dadurch sind die simplen Stücke kurzweilig im wahrsten Sinne des Wortes. Meskil brüllt seine Message monoton wie immer heraus und wer Bands wie „Hatebreed“ oder „Sick Of It All“ mag, dem ist dieses Stilmittel geläufig! „The Final Revolution“ ist eine Platte, die knallhart und mit irrem Punch direkt in die Fresse haut und dies immer und immer wieder, zwölf Tracks lang. Das hier ist genau der Scheiss, für den die Jungs aus New York City immer standen und der schon in den 90ern abgefeiert wurde, weil er den Kopf durchpustet und klingt wie er klingt: Angepisst, direkt und kompromisslos.

Pro-Pain Logo

Der Opener „Deathwish“ knallt ordentlich in bester und bekanntester Pro-Pain-Manier aus den Boxen und Adam Phillips darf hier oder bei „Can’t Stop The Pain“ wie wild solieren. Drummer Jonas Sanders fährt die Doublebass-Breitseite auf und der Chef selbst hat sich einige knarzig-knackige Bass-Eskapaden erlaubt, Pro-Pain sind Hardcore-Lebensgefühl und werden es immer bleiben. „Southbound“ auf geographischer Wurzelverortung, das enorm repetitive und trotzdem zündende „All Systems Fail“ sowie das mächtig groovende „Mass Extinction“ sind hier die heissesten Anwärter neben dem genialen Titeltrack, den man schon nach dem ersten Hördurchgang nicht mehr missen mag. Qualitativ stark abfallende Filler gab es bei Gary Meskil von jeher nicht, auch unscheinbarere Songs wie „One Shot, One Kill“ oder „Emerge“ haben ihre Momente. Spezieller Liebling könnte auch „Want Some?“ werden, das mit seiner aggressiv-herausfordernden Apostrophe Richtung Rap tendiert und mit anfänglicher An/Aus-Dynamik ein wenig Abwechslung in das sonst sehr homogene Album bringt. Gerne hätten solch kleine Ausreisser häufiger auftauchen dürfen. Auch von den in „Problem-Reaction-Solution“ gelungen eingesetzten Backings hätte es bei aller Liebe für Meskils starke, charismatische Stimme mehr geben können. Doch das ist jammern auf hohem Nivea. „Fall From Grace“ animiert unwiderstehlich zum Headbangen und mit „Under The Gun“ endet „The Final Revolution“ mit einem perfekten Beispiel für ursprünglichen Crossover zwischen Hardcore und Thrash Metal.

Pro-Pain

Ist das jetzt gut oder schlecht? Nunja, wer es straight mag, aber am Vorgänger „Straight To The Dome“ vor allem den Thrash-Metal-Einschlag schätzte, wird dieses Mal enttäuscht. Hier gibts im Grunde nur Hardcore Dynamik in your face, garniert mit einigen feinen Soli. Dabei ist die neue Pro-Pain-Scheibe wieder genau das, was man sich von der Band erwartet und damit – erwartungsgemäss – so revolutionär, wie es bleifreies Benzin heutzutage ist. Das stört allerdings wenig, denn „The Final Revolution“ macht einfach Spass und zeigt, dass die Formation noch ordentlich Feuer unterm Hintern hat. Pro-Pain machen einfach alles wie immer und damit auch alles richtig – man weiss einfach, was man an dieser Band hat. Vor allem produktionstechnisch passt dieses Mal alles. Die Gitarren braten ordentlich, der Bass wummert, das Schlagzeug ist gut hörbar, aber glücklicherweise nicht überproduziert und Meskils gewohnt wütendes Gebell veredelt das Produkt schlussendlich zu einem homogenen Ganzen. Albumtitel, Cover-Artwork und zu guter Letzt die Musik an sich führen genau das aus, was angedeutet wird – mit Vollgas alles niederrammen, was auch nur irgendwie im Weg steht. Chef Gary Meskil ist Idealist, musikalisch wie politisch: „Meine Texte kommen direkt vom Herzen und reflektieren meine Lebenserfahrungen. Ich bin sehr leidenschaftlich am Lauf der Dinge und an meiner Rolle in der Welt interessiert. Ich singe über die Notlage des einfachen Mannes und versuche gleichzeitig, die Menschen nicht zu belehren. Denn wenn man möchte, dass seine Meinung respektiert wird, muss man im Umkehrschluss den gleichen Respekt auch anderen Meinungen entgegenbringen. Als Inspirationsquelle nutze ich nur mich selbst, deshalb sind meine Texte immer ehrlich und leidenschaftlich.“ Permanent liegt Napalm in der Luft und Pro-Pain denken gar nicht daran, sich auch nur eine Sekunde lang einzubremsen.

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Tracklist:

  1. Deathwish
  2. One Shot One Kill
  3. Southbound
  4. Problem Reaction Solution
  5. The Final Revolution
  6. Can’t Stop The Pain
  7. All Systems Fail
  8. Want Some?
  9. Fall From Grace
  10. Emerge
  11. Mass Extinction
  12. Under The Gun
Album Review: Pro-Pain - The Final Revolution
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Originalität6
Tempo9
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8
Songtexte10
Substanz8
Produktion10
Langlebigkeit8
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