Die Doom Metaller von „Phased“ rocken seit fast einem Jahrzehnt die Bühnen dieser Welt. Das Trio aus dem schönen Basel in der Schweiz, ursprünglich als Stoner-Rock Band gegründet, bringt nach einer kreativen Schaffenspause ihr bereits viertes Album „Aeon“ auf den Markt. So haben die drei Musiker an der Soundschraube gedreht und den bekannten Doom ein wenig aufgefrischt. Eine konsequente Weiterentwicklung, Psychedelic Doom, so nennt sich der Bandsound und prägt das neue Album.

Phased - Aeon

Die aus Basel stammenden „Phased“ hat sich im Laufe ihrer Karriere mit vielen Liveauftritten einen Namen in der Doom Szene gemacht. Durch unzählige Shows, mit Auftritten beim „Stoned From The Underground“, „Up In Smoke“, dem „Doom Shall Rise“-Festival sowie Supportslots mit Genregrössen wie Orange Goblin, Mastodon und Spirit Caravan, konnten sich die Schweizer auch an der Livefront behaupten und ihre Musik einem breitgefächerten Publikum präsentieren. Einst als Stoner-Band gegründet, stehen Phased heutzutage für psychedelischen Doom, bleiern, schwer und doch groovig, „Motor Doom“ wie sie ihre Musik selbst bezeichnen. Nach diversen Vorgängerformationen entstanden „Phased“ in ihrer heutigen Form im Jahr 2001. Sechs Jahre nach ihrem letzten Studioalbum veröffentlicht die Band nun das neue und vierte Werk. Die sieben Tracks aus tiefgestimmten Gitarren, schleppenden Rhythmen und unterschwellig bedrohlichem Gesang wurden 2014 von Chris Sigdell, Marko Lehtinen und Michael Greilinger (Gastmusiker am Bass) bei Helium Records in Basel aufgenommen, von Richard Whittaker in London abgemischt und von Greg Chandler in Birmingham gemastert.

Phased - Aeon

Mit „Seed of Misery“ und eingängigem Riff eröffnen die Jungs das Album. Ein fetter Doomer, der unverzüglich die richtige Stimmung herbeidröhnt und unmissverständlich zeigt, wo der schwere „Hammer of Doom“ hängt. Schleppend und mit sounddienlichem Gesang, überzeugt das solide Material, sodass man ohne Bedenken von einem gelungenen Einstand sprechen kann, auch, wenn die Komposition etwas langatmig wirkt. Der Song stimmt gut darauf ein, was man auf dem Rest des Albums zu hören bekommt. Kommt man beim dritten Track „Eternal Sleep“ an, wundert man sich bei der Hälfte des Songs unweigerlich, warum der Track leiser wird. Diese Stilmittel welche Phased einsetzen, um die Songs aufzufrischen, können manchmal etwas irritieren, doch wenn man sich darauf einlässt, ist dies durchaus erfrischend. Auffallend ist, dass ausser den im Doom verwurzelten Elementen, die wirklich überall zu hören sind, ein gehöriger Anteil an Space Rock-Einflüssen verarbeitet wurde.

Mit „Into the Gravity Well“ begibt sich das Trio dann in die wirklich verdammt tiefen Welten des Funeral Dooms. Tiefer kann man in die Katakomben des Doom Metals nicht absteigen, ohne dabei selbst gesteckte Ziele aus den Augen zu verlieren. Das ist jetzt aber nicht negativ gemeint, vielmehr soll diese Soundbeschreibung klarmachen, dass Phased durchaus Grenzen ausloten. Die folgenden Songs sind allesamt zeitlose Doom Songs, die wie schon erwähnt, immer wieder und wieder mit spacig psychedelischen Einflüsse aufwarten. Leider tritt hier mit der Zeit die gefürchtete Zeitlupenkrankheit auf, welche man mit etwas mehr Einfallsreichtum und der daraus resultierenden Abwechslung, besser in den richtigen Blickwinkel hätte rücken können. Atavismus bezeichnet eine Rückentwicklung in der Evolution und nichts könnte hier passender sein, denn der Rausschmeisser „The Atavistic“ scheint sich an der Stoner-Vergangenheit der Band zu orientieren. Einer der innovativsten Tracks des Albums, doch gemäss Booklet der einzige Song, der nicht von „Phased“ selbst geschrieben wurde.

Phased Logo

„Aeon“ ist ein Doom Album, das sich mehr als nur einmal hören lassen kann und soundtechnisch gewünscht brachial ausgefallen ist. Doom meets Psychedelic! Geschwindigkeit im Doom Metal ist bekanntermassen so gut wie nicht vorhanden und so setzen „Phased“ ihren schleppenden Marsch durch endzeitliche Psychedelic-Wälder fort, mit abgrundtiefen Gitarren und groovigen Arrangements. Was dem Trio etwas fehlt ist der Kick, das gewisse Etwas, welches auch im Sludge und Doom nicht fehlen darf. Zu vorhersehbar sind die Tracks und es fehlt irgendwie der „Spannungsbogen“, der irgendwann zum Höhepunkt kommt und Lust auf mehr macht. Sieben Tracks, die letztendlich über enorm viel Potenzial verfügen, aber leider nicht voll ausgekostet werden. „Phased“ legen die Messlatte hoch, doch gemessen an Genre-Giganten einfach noch zuwenig hoch, da ist noch mehr drin! Und dennoch, „Aeon“ ist ein gutes Album! Wer Psychedelic Doom mag, wird viele markante Passagen entdecken und schlussendlich ein zufriedenes Motor Doom Gesicht auflegen. Daumen hoch!

Tracklist

  1. The Seed of Misery
  2. Burning Paradigm
  3. Eternal Sleep
  4. Into the Gravity Well
  5. (Return of the) Son of the Sun
  6. Etched
  7. The Atavistic
Album Review: Phased - Aeon
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Originalität8
Tempo6
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8.5
Songtexte8
Substanz8
Produktion8.5
Langlebigkeit7
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